[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Rollator oder einen Rollstuhl für gehbehinderte
Personen, wobei der Rollator oder Rollstuhl vorne mindestens einen um eine vertikale
Achse drehbar angeordneten Halter aufweist, wobei der Halter eine um eine horizontale
Achse schwenkbare Schwinge zeigt, wobei die Schwinge zwei drehbare Räder aufweist,
wobei die beiden Räder der Schwinge durch einen Riemen- oder Kettentrieb verbunden
sind, wobei das eine vordere kleinere Rad der beiden Räder einen Abstand zum Boden
aufweist, wobei bei Auftreffen des vorderen Rades auf ein Hindernis, der das vordere
Rad tragende Teil der Schwinge um die an dem Halter angeordnete Schwenkachse nach
oben schwenkbar ist.
[0002] Rollatoren und Rollstühle sind aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt. Derartige
Rollatoren oder Rollstühle sind als kleine Wagen ausgebildet, die vier Räder aufweisen,
wobei die vorderen Räder, also die in Fahrtrichtung ausgerichteten Räder, um eine
Hochachse drehbar gelagert sind. Durch diese Räder erfolgt die Lenkung des Rollators
oder Rollstuhls. Am hinteren Ende befinden sich zwei Griffe, auf denen sich die Person
zum einen abstützen kann und zum anderen den Rollator schiebt. Der Rollator selbst
kann darüber hinaus einen Sitz und eine kleine Aufnahme für Handgepäck aufweisen.
Darüber hinaus sind derartige Rollatoren häufig mit einer Bremse versehen. Zum Transport
und zur Lagerung können solche Rollatoren auch zusammenklappbar sein.
[0003] Personen, die auf Rollatoren zur Fortbewegung angewiesen sind, sind nur sehr eingeschränkt
in der Lage, selbstständig das Gleichgewicht zu halten. Insofern stützen sich die
Personen bei der Bewegung des Rollators auf dem Rollator ab. Hierbei wird eine Kraft
in Richtung auf den Gehweg ausgeübt, d. h. eine Kraft mit einer vertikalen Komponente.
Die Folge hiervon ist, dass selbst die Überwindung kleiner Absätze von 2 bis 3 cm
zu einem schier unüberwindlichen Hindernis für solche Personen wird, da diese - wenn
sie den Rollator über einen solchen Absatz bewegen wollen - den Rollator vorne zumindest
etwas entlasten müssen. Hierbei können dann häufig genug Probleme mit der Aufrechterhaltung
des Gleichgewichts auftreten. Das heißt, es besteht ein Interesse daran, solchen Personen
das Überwinden von Absätzen oder kleineren Stufen zu ermöglichen, ohne dass hierzu
die Belastung auf den Rollator von den Personen nicht oder zumindest nicht wesentlich
verändert werden muss.
[0004] Insofern sind aus dem Stand der Technik auch bereits Rollatoren bekannt, die bei
der Überwindung von Absätzen und kleinen Stufen helfen sollen. So ist aus der
WO 2005/107678 A2 ein Rollator bekannt, der im Bereich der vorderen Räder zwischen den Vorderrädern
eine Aufstiegshilfe aufweist. Die Aufstiegshilfe umfasst eine nach vorne aufgebogene
Leiste, die durch ein geschlossenes Gelenkviereck mit dem Rahmen des Rollators verbunden
ist. Bei Auftreffen der gebogenen Leiste auf eine Stufe soll nun durch das Gelenkviereck
das vordere Radpaar angehoben werden und durch Schieben der gebogenen Leiste über
die Stufenkante bzw. durch ein Verschieben der gebogenen Leiste auch über die Oberseite
der Stufe der Rollator mit den Vorderrädern auf die Stufe gelangen. Problematisch
hierbei ist, dass die gehbehinderte Person immer noch eine relativ hohe Kraft aufbringen
muss, um dafür zu sorgen, dass der Rollator mit dem vorderen Radpaar auf die Stufe
gelangt, um dann immer noch die Reibkräfte zu überwinden, die auftreten, wenn die
aufgebogene Leiste über die Kante der Stufe schleift.
[0005] Aus der
DE 602 11 439 T2 ist eine weitere Aufstiegshilfe für Rollatoren bekannt, bei der zwischen den beiden
vorderen Rädern eine Vorrichtung vorgesehen ist, die beim Anlegen an ein Hindernis
zwischen die Räder einschwenkt und hierdurch den Rollator quasi aufbockt. Im aufgebockten
Zustand soll dann die Handbremse angezogen werden, um die vorderen Räder des Rollators
auf dem Hindernis absenken zu können. Problematisch ist, dass hierbei der Rollator
selbst nach hinten kippt, was das Gleichgewicht der gehbehinderten Person beeinträchtigt.
Auch ist zu bemerken, dass hiermit nur Hindernisse überwunden werden können, die sich
tatsächlich über die gesamte Breite des Rollators vor dem Rollator befinden. Steine
und Unebenheiten, die sich nur im Weg des einen Rades befinden, können hiermit nicht
überwunden werden. Auch eine weitere Ausführungsform einer Steighilfe aus dieser Literaturstelle
ist nicht geeignet, einer gehbehinderten Person mit Hilfe eines solchen Rollators
das Überwinden von Hindernissen zu erleichtern. Bei der Ausführungsform gemäß Figur
3 müssen zum Überwinden des Hindernisses nicht unerhebliche Reibungskräfte überwunden
werden, was für diese Menschen nicht einfach ist. Darüber hinaus wird auch hier der
Rollator im Moment des Aufsteigens nach hinten geschwenkt, was das Gleichgewicht der
gehbehinderten Person negativ beeinträchtigt.
[0006] Des Weiteren sind aus dem Stand der Technik Rollatoren oder Rollstühle bekannt, bei
denen zwei drehbare Räder vorgesehen sind, wobei das vordere Rad der beiden Räder
einen Abstand zum Boden aufweist. Die beiden Räder sind durch einen Riementrieb miteinander
verbunden, wobei durch den Riemen eine schräge Ebene gebildet wird, die das Aufsteigen
auf ein Hindernis erleichtern soll. Bekannt ist in diesem Zusammenhang ebenfalls,
dass das vordere Rad der beiden Räder einen kleineren Durchmesser aufweist, als das
hintere Rad der beiden Räder. Ein Stand der Technik, der eine solche Vorrichtung zeigt,
ist beispielsweise aus der
JP 11091304, der
NL 8900128,
JP 59-188421 oder auch aus der
JP 08225001 bekannt. Der Kraftaufwand zum Überwinden eines Hindernisses, selbst eines Hindernisses
von nur wenigen Zentimetern Höhe, ist mit diesem Stand der Technik allerdings immer
noch erheblich, was u. a. daran liegt, dass der vordere Teil des Rollators oder Rollstuhls
mit dem hinteren, größeren Rad erst auf dem Hindernis aufstehen muss, bevor kein weiterer
Kraftaufwand mehr erforderlich ist, um den Rollator oder Rollstuhl zunächst mit dem
Vorderteil über das Hindernis zu schieben.
[0007] In der
JP 2001-88507 A ist die Schwinge eines Rollstuhls oder Rollators dargestellt, wobei die Schwinge
einen Rahmen und einen Hilfsrahmen aufweist, wobei der Hilfsrahmen innerhalb des Rahmens
verschwenkbar gelagert ist. Der Hilfsrahmen nimmt ein vorderes kleineres Rad und ein
hinteres größeres Rad auf. Die Achse des vorderen kleineren Rades lagert hierbei in
einem Langloch des Rahmens, wobei sich das Langloch in vertikaler Richtung erstreckt.
Die Achse des hinteren größeren Rades lagert in einem Oval des Rahmens, so dass der
Hilfsrahmen nach hinten klappt.
[0008] Aus der
JP 2001-047807 A ist das vordere Laufteil eines Rollators oder Rollstuhls bekannt, wobei das Laufteil
einen Rahmen mit drei Rädern aufweist, wobei die Drehachse des mittleren der drei
Räder unterhalb der Drehachse der beiden anderen benachbarten Räder liegt. Das heißt,
dass die Räder zu beiden Seiten des mittleren Rades einen Abstand zum Boden aufweisen.
[0009] Aus der
JP 63-127627 ist bekannt, die Einheit aus vorderem und hinterem Rad, die durch einen Riementrieb
miteinander verbunden sind, schwenkbar als Schwinge zu gestalten. Der Vorgang beim
Überwinden des Hindernisses stellt sich hierbei wie folgt dar:
Trifft das vordere Rad auf ein Hindernis im Bereich der durch den Riemen gebildeten
Schräge, muss der Rollstuhl weiter geschoben werden, bis die Schwinge mit ihrer Schwenkachse
über der Kante des Hindernisses liegt. Alsdann verschwenkt die Schwinge entgegen der
Kraft der Feder, wobei hierbei der Rollstuhl nach vorn und nach unten abtaucht. Um
die Feder in ihre Ausgangsposition zu bringen, müsste nunmehr der Rollstuhl im vorderen
Bereich wesentlich entlastet werden. Damit die Feder nachher unter dem Gesamtgewicht
nicht wieder ausgelenkt wird und das Laufwerk nicht mit beiden Rädern auf dem Boden
aufliegt, muss die Feder entweder extrem stark sein, oder die Schwinge muss fixiert
werden. Eine Fixierung der Schwinge ist nicht vorgesehen, d. h., es bleibt nur der
Einsatz einer äußerst stabilen Feder, was wiederum den Aufstieg auf ein Hindernis
erschwert bis unmöglich macht, weil der Kraftaufwand für die Überwindung der Kraft
der Feder sehr hoch ist. Auch ist das Abtauchen eines Rollstuhls beim Überwinden des
Hindernisses, wie oben beschrieben, gefährlich, da die Person im Rollstuhl herauskippen
kann, bei einem Rollator bestünde die Gefahr, dass die Person am Rollator das Gleichgewicht
verliert und vornüber fällt.
[0010] Ein Rollator der eingangs genannten Art ist aus der
JP 2003-94906 bekannt. Hierbei ist ein Haupt- und ein Hilfsrahmen vorgesehen, wobei der Hauptrahmen
den Hilfsrahmen schwenkbar aufnimmt. Der Hilfsrahmen selbst ist gegenüber dem Hauptrahmen
durch eine Feder abgestützt, wobei der Hilfsrahmen darüber hinaus zwei hintereinander
angeordnete Räder aufweist, wobei ein drittes größeres Rad am hinteren Ende der Schwinge
angeordnet ist, wobei die Drehachse des hinteren Rades, die in dem Hauptrahmen gelagert
ist, auch die Schwenkachse für den Hilfsrahmen bildet.
[0011] Ein Rollator oder Rollstuhl der eingangs genannten Art, der eine geringe Kraft zum
Überwinden von Hindernissen benötigt, zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass
die horizontale Schwenkachse der Schwinge im Gebrauchszustand des Rollators zwischen
den beiden Rädern und unterhalb der Drehachse des im Durchmesser größeren Rades der
beiden Räder angeordnet ist.
[0012] Durch die Kombination beider Merkmale, also sowohl durch die Anordnung der Schwenkachse
als auch durch das nach oben Verschwenken der Schwinge, steigt der Rollator oder Rollstuhl
im Bugbereich bei Auffahren auf ein Hindernis langsam auf. Hierbei erhält der Rollator
oder Rollstuhl eine Kraftkomponente auf die Hinterräder, d. h., die vorderen Räder
sind etwas entlastet, was das Überwinden des Hindernisses wesentlich erleichtert.
Wenn sich nun die Schwenkachse der Schwinge über dem Kraftangriffspunkt oder kurz
dahinter befindet, schwenkt die Schwinge wieder in ihre Ausgangsposition, ohne dass
der Rollator oder Rollstuhl nach vorn abtauch. Das Zurückklappen der Schwinge in die
Ausgangsposition erfolgt allein durch die Schwerkraft um die Schwenkachse herum, wobei
das hintere Rad einen Kreisbogen nach oben beschreibt.
[0013] Vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0014] In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, dass der Halter einen Anschlag aufweist, wobei
an der Schwinge ein Mittel, z. B. eine Schraube, vorgesehen ist, die mit dem Anschlag
zusammenwirkt. Wie bereits an anderer Stelle erläutert, ist der Abstand des vorderen
Rades zum Boden einstellbar. Dies erfolgt mit Hilfe der Schraube und des Anschlages.
Denn hierdurch kann die Winkellage der Schwinge und mithin der Abstand des vorderen
Rades zum Boden verändert werden. Das heißt, dass durch den Anschlag ein Verschwenken
des vorderen Rades der Schwinge in Richtung Boden verhindert ist, jedoch ein Aufschwingen
möglich und, wie erläutert, beim Überfahren eines Hindernisses auch erwünscht ist.
[0015] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die Räder eine umlaufende
Nut für den Riemen- oder Kettentrieb aufweisen, wobei der Riemen vorteilhaft in der
Nut der Räder so einliegt, dass der Riemen über der Mantelfläche des Rades übersteht,
was schlussendlich bedeutet, dass das Rad auf dem Riemen abläuft. Es hat sich allerdings
gezeigt, dass sich dennoch der Verschleiß des Riemens in Grenzen hält, da Riemen,
beispielsweise in Form von Keilriemen, äußerst stabil sind. Hierdurch wird erreicht,
dass zum einen der Lauf gedämpft ist, und zum anderen aufgrund der geringen Aufstandsfläche,
die durch die Breite des Riemens gebildet wird, der Lenkbewegung weniger Widerstand
entgegengesetzt wird. Grundsätzlich funktionsfähig ist aber auch eine Ausbildung,
bei der der Riemen oder die Kette nicht über die Nut übersteht.
[0016] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Schwinge mit zwei Schwingenblättern
ausgebildet, wobei die Räder zwischen den beiden Schwingenblättern drehbar gelagert
sind. Hierdurch ergibt sich eine erhöhte Stabilität der Vorrichtung insgesamt.
[0017] Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung anhand eines Rollators nachstehend beispielhaft
näher erläutert, ohne dass die Erfindung auf einen Rollator begrenzt ist.
- Figur 1
- zeigt schematisch den Rollator in einer Seitenansicht;
- Figur 2
- zeigt schematisch eine Ansicht von vorne;
- Figur 3
- zeigt die Einzelheit X aus Figur 1 in vergrößerter Darstellung;
- Figur 4
- zeigt die Einzelheit gemäß Figur 3 in einer Ansicht von vorne;
- Figuren 5a-d
- zeigen den Ablauf bei Auflaufen und Überfahren eines Hindernisses durch den Rollator.
[0018] Der insgesamt mit 1 bezeichnete Rollator umfasst das Gestell 2, wobei das Gestell
2 ein hinteres Räderpaar 3 und zwei vordere Schwingen 4 aufweist, die durch eine Traverse
5 verbunden sind. Das Gestell 1 besitzt darüber hinaus eine Bremseinrichtung 7, die
auf das hintere Räderpaar 3 wirkt.
[0019] Offenbart ist die Ausbildung der Schwinge 4, so wie sie in Figur 3 dargestellt ist.
Das Gestell 2 nimmt den Halter 10 auf, wobei der Halter 10 um eine Hochachse 11 drehbar
an dem Gestell des Rollators befestigt ist. Der Halter 10 wiederum nimmt die Schwinge
4 auf, wobei sich die Schwinge 4 aus zwei parallel zueinander verlaufenden Schwingenblättern
4a zusammensetzt, zwischen denen die beiden Räder 15 und 16 drehbar in der Schwinge
gelagert sind. Hierbei weist das größere Rad 15 der beiden Räder die Radachse 15a
auf, während das vordere kleinere Rad 16 die Radachse 16a besitzt. Die Schwinge 4
ist durch die Schwenkachse 4b mit dem U-förmig ausgebildeten Halter 10 verbunden.
Die beiden Räder 15, 16 weisen auf ihrem äußeren Mantelumfang eine Nut 19, 20 auf,
in der der Riemen 25 geführt ist. Hierbei steht der Riementrieb vorteilhaft etwas
über die Umfangsmantelfläche des Rades, so dass der Riementrieb sowohl bei dem vorderen
als auch bei dem hinteren Rad 15, 16 immer Bodenkontakt hat.
[0020] Darüber hinaus zeigt der eine Schenkel 10a der U-förmigen Halterung einen Anschlag
27, wobei an dem einen Schwingenblatt eine verstellbare Schraube 30 vorgesehen ist,
die mit dem Anschlag 27 derart zusammenwirkt, dass hierdurch die Winkellage der Schwinge
einstellbar ist. Das bedeutet, dass hierdurch der Abstand des kleineren vorderen Rades
16 zum Boden veränderbar ist. Dies insofern, als dass durch Betätigung der Schraube
das vordere kleinere Rad in Richtung des Doppelpfeils 35 verstellbar ist, aber als
untere Stellung des vorderen Rades einen durch den Anschlag vorbestimmten Abstand
zum Boden aufweist. Grundsätzlich denkbar ist aber auch, die beiden Räder im Durchmesser
gleich groß zu gestalten; wesentlich ist, dass das vordere Rad einen Abstand zum Boden
aufweist.
[0021] Die Funktionsweise stellt sich kurz wie folgt dar:
Wird sich mit dem Rollator z. B. in einer Wohnung bewegt, so sind die gegebenenfalls
zu überwindenden Bodenkanten lediglich 1 bis 2 cm hoch. Durch die Schraube 30 in Verbindung
mit dem Anschlag 27 kann das vordere Rad 16 mit dem Riemen insofern auf den entsprechenden
Abstand zum Boden eingestellt werden. Erreicht nunmehr das vordere Rad 16 ein Hindernis,
so läuft das kleinere Rad 16 zunächst einmal auf das Hindernis auf. In dem Moment,
wo das Hindernis, z. B. ein Absatz, in den Zwischenbereich zwischen den beiden Rädern
15, 16 gelangt, wird hierbei der Riementrieb über den Absatz bewegt, ohne dass irgendwelche
Reibung im Spiel ist. Der Riemen wird in jedem Fall entweder durch das vordere Rad
16 oder durch das hintere Rad 15 angetrieben, selbst wenn sich eines der beiden Räder
in der Luft befinden sollte, weshalb der Riementrieb 25 immer an der Vorwärtsbewegung
aktiv beteiligt ist. Des Weiteren gilt Folgendes:
Der Ablauf des Anstiegs des vorderen Radpaares auf ein Hindernis wird anhand der Bildfolge
gemäß Figur 5 nachstehend näher erläutert. Bei der Darstellung gemäß der Figur 5a
erkennt man relativ deutlich den Abstand des vorderen kleineren Rades zum Boden. Dieser
beträgt in der Darstellung ungefähr 3 cm im Bereich der Drehachse dieses Rades. Erkennbar
ist ebenfalls der Anschlag 27, 30, der in Fahrtrichtung gesehen hinter dem Halter
10 für die Schwinge angeordnet ist. Trifft das vordere, kleinere Rad 16 nunmehr auf
das Hindernis auf, so verschwenkt sich die Schwinge um die Schwenkachse 4b nach oben
in Richtung des Pfeils 35 (Fig. 5b, Fig. 5c.). Die Verschwenkung der Schwinge in Richtung
des Pfeils 35 hält an, bis sich die Kante des Hindernisses etwa im Bereich der Schwenkachse
4b der Schwinge 4 befindet. Hierbei steigt der Bug des Rollators auf. Alsdann klappt
die Schwinge in ihre Ausgangsposition zurück, wie in Figur 5d dargestellt. Das Zurückklappen
in die Ausgangsposition erfolgt, ohne dass hierbei der Rollstuhl oder Rollator nach
oben kippt, wie dies beim Stand der Technik gemäß der abgehandelten japanischen Patentschrift
der Fall ist. Dies deshalb, weil das Zurückkippen in die Ausgangsposition dann stattfindet,
wenn das hintere Rad bereits auf dem Hindernis aufsteht. Das heißt, das hintere Rad
dreht sich beim Zurückklappen in die Ausgangsstellung der Schwinge um die eigene Achse.
Hieraus wird auch deutlich, dass die Person, die in dem Rollstuhl sitzt oder den Rollator
führt, nicht merkt, dass die Schwinge mit dem vorderen Rad nach unten, d. h. in Richtung
Boden, verschwenkt.
[0022] Das Überwinden von Hindernissen geschieht insofern im Wesentlichen ohne großen Kraftaufwand,
da der Abstand vorn Boden zur Schwenkachse 4b sehr gering ist, da dieser im Gebrauchszustand
des Rollators unterhalb der Drehachse beider Räder liegt. Die Kraft zum Verschwenken
wird noch dadurch weiter vermindert, dass der Abstand X von dem Mittelpunkt der Schwenkachse
4b zum Mittelpunkt der Drehachse 15a des Rades 15 kleiner ist, als der Abstand Y von
der Schwenkachse 4b zur Drehachse 16a des Rades 16. Die gefundene Konstruktion stellt
eine erhebliche Erleichterung für gehbehinderte Personen bei der Überwindung selbst
größerer Hindernisse dar.
[0023] Das heißt, der Vorteil der Erfindung besteht in dem Zusammenspiel der schrägen Ebene,
gebildet durch den Riementrieb mit den beiden vorteilhaft unterschiedlich großen Rädern,
der Anordnung der Schwenkachse 4b der Schwinge 4 unterhalb der Drehachse zumindest
des vorderen Rades und insbesondere auch der gewählten Abstände X und Y von der Drehachse
der Räder zum Mittelpunkt der Schwenkachse sowie der Schwenkbewegung des vorderen
Rades der Schwinge nach oben bei Auftreffen auf ein Hindernis. Diese Geometrie sorgt
für eine Leichtigkeit bei der Überwindung von Hindernissen, die der Stand der Technik
nicht bietet.
1. Rollator oder Rollstuhl für gehbehinderte Personen, wobei der Rollator oder Rollstuhl
vorne mindestens einen um eine vertikale Achse drehbar angeordneten Halter (10) aufweist,
wobei der Halter (10) eine um eine horizontale Schwenkachse schwenkbare Schwinge (4)
aufweist, wobei die Schwinge (4) zwei drehbare Räder (15, 16) aufweist, wobei die
beiden Räder der Schwinge durch einen Riemen oder Kettentrieb verbunden sind, wobei
das eine vordere kleinere Rad der beiden Räder einen Abstand zum Boden aufweist, wobei
bei Auftreffen des vorderen Rades auf ein Hindernis, der das vordere Rad tragende
Teil der Schwinge (4) um die an dem Halter (10) angeordnete horizontale Schwenkachse
(4b) nach oben schwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontale Schwenkachse (4b) der Schwinge (4) im Gebrauchszustand des Rollators
oder Rollstuhls zwischen den beiden Rädern und unterhalb der Drehachse (15a) des im
Durchmesser größeren Rades (15) der beiden Räder angeordnet ist.
2. Rollator oder Rollstuhl nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Abstand (X) zwischen dem Mittelpunkt der Drehachse (15a) des im Durchmesser größeren
Rades (15) zum Mittelpunkt der horizontalen Schwenkachse (4b) der Schwinge (4) kleiner
ist als ein Abstand (Y) zwischen dem Mittelpunkt der horizontalen Schwenkachse (4b)
der Schwinge (4) zum Mittelpunkt der Drehachse (16a) des kleineren Rades (16).
3. Rollator oder Rollstuhl nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Halter (10) einen Anschlag (27) aufweist, wobei an der Schwinge ein Mittel (30)
zur Veränderung des Abstandes des vorderen kleineren Rades (16) zum Boden vorgesehen
ist, das mit dem Anschlag an dem Halter (10) zusammenwirkt.
1. A rollator or wheel chair for individuals with walking disability, with the rollator
or wheel chair comprising at least a holder (10) in front arranged rotatably around
a vertical axis, with the holder (10) comprising a rocker (4) pivoting around a horizontal
pivot axis, with the rocker (4) comprising two rotatable wheels (15,16), with the
two wheels of the rocker being connected by a belt or chain drive, with the smaller
front wheel of the two wheels having a distance to the ground, with the part of the
rocker (4), which carries the front wheel, being pivotable towards the top around
the horizontal pivot axis (4b) arranged on the holder (10), when the front wheel strikes
an obstacle,
characterized in
that the horizontal pivot axis (4b) of the rocker (4) in the state of use of the rollator
or wheel chair is arranged between the two wheels and below the axis of rotation (15a)
of the wheel with larger diameter of the two wheels.
2. The rollator or wheel chair according to claim 1,
characterized in
that a distance (X) between the center of the axis of rotation (15a) of the wheel (15)
with larger diameter to the center of the horizontal pivot axis (4b) of the rocker
(4) is smaller than a distance (Y) between the center of the horizontal pivot axis
(4b) of the rocker (4) to the center of the axis of rotation (16a) of the smaller
wheel (16).
3. The rollator or wheel chair according to any one of the preceding claims,
characterized in
that the holder (10) comprises an abutment (27), with a means (30) being provided on the
rocker for modification of the distance of the smaller front wheel (16) to the ground
which cooperates with the abutment on the holder (10).
1. Déambulateur ou fauteuil roulant pour personnes handicapées motrices, dans lequel
le déambulateur ou fauteuil roulant comporte à l'avant au moins un support (10) monté
rotatif autour d'un axe vertical, dans lequel le support (10) comporte un élément
oscillant (4) qui peut osciller autour d'un axe d'oscillation horizontal, dans lequel
l'élément oscillant (4) comporte deux roues rotatives (15, 16), dans lequel les deux
roues de l'élément oscillant sont reliées par une transmission à courroie ou à chaîne,
la plus petite des deux roues, qui est la roue avant, étant distante du sol, la partie
de l'élément oscillant (4) qui porte la roue avant pouvant osciller vers le haut autour
de l'axe d'oscillation horizontal (4b) monté sur le support (10) lorsque la roue avant
rencontre un obstacle,
caractérisé en ce que,
dans l'état d'utilisation du déambulateur ou fauteuil roulant, l'axe d'oscillation
horizontal (4b) de l'élément oscillant (4) est disposé entre les deux roues et au-dessous
de l'axe de rotation (15a) de celle des deux roues qui est la plus grande en diamètre
(15).
2. Déambulateur ou fauteuil roulant selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
une distance (X) entre le centre de l'axe de rotation (15a) de la roue la plus grande
en diamètre (15) et le centre de l'axe d'oscillation horizontal (4b) de l'élément
oscillant (4) est plus petite qu'une distance (Y) entre le centre de l'axe d'oscillation
horizontal (4b) de l'élément oscillant (4) et le centre de l'axe de rotation (16a)
de la petite roue (16).
3. Déambulateur ou fauteuil roulant selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le support (10) comporte une butée (27), un moyen (30) servant à modifier la distance
au sol de la petite roue avant (16) et coopérant avec la butée du support (10) étant
prévu sur l'élément oscillant.