[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen handgeführten Drucklufthammer mit Vibrationsdämpfung,
bestehend im Wesentlichen aus einem Griffkörperteil und einem in diesem geführten
Arbeitszylinder mit einem Schlagkolben.
[0002] Pneumatische Schlagwerke, wie diese in druckluftbetriebenen Hämmern eingesetzt werden,
sind Stand der Technik. Die Hämmer können zur Führung durch eine Bedienungsperson
je nach Größe und Ausführungsform mit seitlichen Haltegriffen oder einem Faustgriff
gebildet sein.
[0003] Hämmer im praktischen, schlagenden Betrieb eines Bohrens oder Brechens in bzw. von
harten Werkstoffen haben für die das Gerät führende Person Rückwirkungen durch Schläge
oder Vibrationen auf deren Hände und Arme. Diese Schläge und Vibrationen werden durchwegs
als störend empfunden und können bei einer Langzeitbedienung zu einer erheblichen
Belastung und gegebenenfalls zu einer Gesundheitsgefährdung führen.
[0004] Aus der
AT 501 861 A1 ist ein handgeführter, vibrationsgedämpfter Drucklufthammer bekannt geworden, bei
welchem der Griffkörper und der Arbeitszylinder in Längsachsrichtung des Hammers geführt
relativ zueinander verschiebbar sind und mittels dieser Teile mindestens ein belüftbarer
oder mit Druckluft beaufschlagbarer Dämpfungsraum gebildet ist, wobei durch eine Verschiebung
des Arbeitszylinders im Griffkörper aus einer Mittelstellung bei Zusammenwirken von
Komponenten dieser Teile im Bereich des Dämpfungsraumes jeweils ein geschlossener
Hohlraum bzw. Kompressionsraum mit einem durch eine weitere gleichgerichtete Verschiebung
verkleinerbaren Volumen gebildet ist.
[0005] Eine derart wirkungsvolle Vibrationsdämpfung kann in günstiger Weise in jeweils beide
Achsrichtungen, d.h. in Schlag- und Rückzugsrichtung des Hammers, erreicht werden,
jedoch wird gegebenenfalls für einen besonders genau zu führenden Vortrieb eine starre
Verbindung von Griffkörper und Arbeitszylinder des Hammers gewünscht.
[0006] Aus der
AT 008 378 U1 ist ein handgeführter Druckluft-Abbruchhammer mit seitlichen Haltegriffen bekannt,
welche Haltegriffe alternativ zur Schonung der Hände und Arme des Bedienungsmannes
in Arbeitsrichtung bzw. in Schlagrichtung des Hammers rückfedemd schwenkend oder für
genau auszuführende Arbeiten starr mit dem Griffkörper verbindbar sind. Durch eine
derartige Umstellbarkeit einer Schwenkbarkeit des Haltemittels kann vielfach eine
gute Dämpfungswirkung und, wenn gewünscht, eine Starrheit erreicht werden, beschränkt
sich jedoch nur auf Druckluft-Abbruchhämmer mit zwei Haltegriffen.
[0007] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die Nachteile im gattungsgemäßen Stand
der Technik zu überwinden und einen handgeführten Drucklufthammer mit schaltbarer
Vibrationsdämpfung zu schaffen, bei welchem der (die) Haltegriff(e) starr mit dem
Griffkörperteil verbunden ist (sind) und durch ein einfaches Mittel eine Vibrationsdämpfung
des Hammers schaltbar ist.
[0008] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass zwischen Griffkörperteil und Arbeitszylinder
eine mit Druckluft beaufschlagbare Dämpfungskammer gebildet ist, in welcher der Arbeitszylinder
in Schlagrichtung des Kolbens einen vergrößerten Durchmesser und derart einen Ringquerschnitt
mit einer Dämpfungsfläche aufweist und gegen die Schlagrichtung des Kolbens zwischen
Arbeitszylinder und Griffkörper im Wesentlichen stirnseitig ein mit Druckluft beaufschlagbarer
Verschieberaum ausgeformt ist, welcher Verschieberaum durch ein Schaltmittel wahlweise
mit Druckluft beaufschlagbar oder mit der Umgebungsluft verbindbar ist.
[0009] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind im Wesentlichen darin zu sehen, dass
auf einfache Weise mittels leichten Verschiebens einer Betätigungseinrichtung, zB.
eines Drucktasters, das Schaltmittel gestellt werden kann. Weiters verbleibt in vorteilhafter
Weise der Halteteil für den Drucklufthammer geometrisch unverändert, bzw. starr, was
eine Hammerführung auch mit zugeschalteter Vibrationsdämpfung für den Bedienungsmann
ohne Veränderung lässt, wodurch eine verbesserte Genauigkeit der vorgesehenen Bruchwirkung
erreicht wird.
[0010] Bei Inbetriebnahme des Hammers durch Druckluftbeaufschlagung erfolgt allenfalls unmittelbar
eine Positionierung des Arbeitszylinders zum Griffteil in Schlagrichtung, wobei eine
Stellung des Schaltmittels eine Verschiebemöglichkeit oder eine pneumatische Fixierung
der Teile zueinander bewirkt.
[0011] Als besonders vorteilhaft in der Handhabung des erfindungsgemäßen Drucklufthammers
hat es sich herausgestellt, wenn das Schaltmittel im Griffkörper integriert ist. Diese
Ausführungsform des integrierten Schaltmittels ist auch herstellungstechnisch und
hinsichtlich der Betriebssicherheit günstig.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, welches lediglich einen Ausführungsweg derselben
darstellt, ist in den Zeichnungen gezeigt und wird nachfolgend beschrieben.
[0013] Es zeigen
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Drucklufthammer mit zugeschalteter Vibrationsdämpfung
- Fig. 2
- einen erfindungsgemäßen Drucklufthammer im starren Betriebszustand
[0014] Eine Bezugszeichenliste soll die Zuordnung der Funktionsmittel und Teile in den Darstellungen
erleichtern.
Es stellen dar:
- 1
- Griffkörperteil
- 11
- Ausnehmung im Griffkörperteil
- 12
- Anschlagfläche
- 13
- Drucklufteinlass
- 14
- Bohrung
- 15
- Schaltlufteinlass
- 2
- Arbeitszylinder
- 21
- Dämpfungsfläche
- 22
- Anschlagfläche
- 23
- Endteil
- 24
- Bereich mit vergrößertem Durchmesser
- 3
- Kolben (Schlagkolben)
- 4
- Verschieberaum
- 5
- Schaltmittel
- 51
- Schaltteil
- 6
- Dämpfungskammer
- D
- Druckluftanspeisung
- U
- Umgebungsluft
[0015] Fig. 1 und Fig. 2 zeigen schematisch einen erfindungsgemäßen Drucklufthammer mit
einem Griffkörperteil 1 und einem Arbeitszylinder 2 mit einem Schlagkolben 3.
[0016] Auf eine Darstellung einer Druckluftumsteuerung für den Kolben bzw. für die Kolbenbewegung
wird aus Gründen der Übersichtlichkeit der Figuren verzichtet.
[0017] Wie Fig. 1 und Fig. 2 zeigen, ist in einem Griffkörperteil 1 eines erfindungsgemäßen
Drucklufthammers ein Arbeitszylinder 2 angeordnet, der in Längsrichtung begrenzt bewegbar
ist.
[0018] Im Griffkörperteil 1 ist durch eine Ausnehmung 11 eine Dämpfungskammer 6 gebildet.
Ein im Griffkörperteil 1 bewegbarer Arbeitszylinder 2 weist beabstandet von seinem
Endteil 23 einen Bereich 24 mit einem vergrößerten Durchmesser in Hammerschlagrichtung
im Dämpfungsraum 6 auf, durch welchen in diesem eine Dämpfungsfläche 21 und in Gegenrichtung
außerhalb des Dämpfungsraumes 6 ein Anschlag 22 zum Griffkörperteil 21 hin ausgeformt
sind.
[0019] Ein Schaltmittel 5, welches bevorzugt im Griffkörperteil 1 integriert ist, weist
ein Schaltteil 51 auf, durch welches einerseits über einen Schaltlufteinlass 15 und
einer Bohrung 14 ein Verschieberaum 4 zwischen Griffkörperteil 1 und Endteil 23 vom
Arbeitszylinder 2 mit Druckluft D versorgbar ist. Eine Umstellung vom Schaltteil 51
bewirkt einen Abschluss des Schaltlufteinlasses und eine freie Verbindung des Verschieberaumes
4 zur Umgebungsluft U.
[0020] Erfolgt nun eine Zufuhr von Druckluft D zum Hammer mit einer Positionierung des Schaltteiles
51 im Schaltmittel 5 (wie in Fig. 1 dargestellt), so wird diese Druckluft nur über
einen Drucklufteinlass 13 im Griffkörperteil 1 in die Dämpfungskammer 6 eingebracht.
Mittels einer Dämpfungsfläche 21 am Arbeitszylinder 2 wird dieser in Schlagrichtung
des Kolbens 3 gedrückt bis eine Anschlagfläche 22 auf jene 12 vom Griffkörperteil
1 trifft.
[0021] Ein Verschieberaum 4 zwischen Endteil 23 des Arbeitszylinders 2 und einem Griffkörperteil
1 ist, wie Fig. 1 zeigt, über eine Bohrung 14 und durch eine Stellung eines Schaltteiles
51 im Schaltmittel 5 mit der Umgebungsluft U verbunden.
[0022] Werden nun harte Schläge im praktischen Hammerbetrieb gegen den Arbeitszylinder 2
eingebracht, so wird dieser gegen die Kraft der Druckluft auf die Dämpfungsfläche
21 im Griffkörperteil 1 federnd zurückgeschoben, weil vom Verschieberaum 4 kein merklicher
Gegendruck auf den Endteil 23 des Arbeitszylinders 2 gegeben ist.
[0023] Derart können harte Druckluft-Hammerschläge für die Hände und Arme einer Bedienungsperson
wesentlich gemildert werden.
[0024] Fig. 2 zeigt nun eine Einstellung eines erfindungsgemäßen Drucklufthammers, wie dieser
für höchst genaue Vortriebs- und Einschlagarbeiten bevorzugt ist.
[0025] Das Schaltteil 51 vom Schaltmittel 5 bewirkt unmittelbar nach Aktivierung des Hammers
eine Druckluftzufuhr D über den Schaltlufteinlass 15 und eine Bohrung 14 in einen
Verschieberaum 4. Eine dadurch bewirkte Druckkraft auf das Endteil 23 vom Arbeitszylinder
fixiert diesen mit dem Anschlag 22 auf der Anschlagfläche 12 des Griffkörpers 1. Auch
bei härteren Schlägen auf den Arbeitszylinder 2 erfolgt eine unverrückbare Positionierung
desselben an der Anschlagfläche 22 zur Anschlagfläche 12 vom Griffkörperteil 1 und
derart eine nach Maßgabe gewünschte starre Verbindung zwischen den Teilen.
[0026] Eine leichte, unmittelbar im Betrieb schaltbare Vibrationsdämpfung eines handbetriebenen
Drucklufthammers der erfindungsgemäßen Art stellt einerseits ein die Gesundheit förderndes
Betriebsmittel für einen Betreiber dar und ist andererseits ein wirkungsvolles Präzisionsinstrument
für gezielte Vortriebe und Brecharbeiten.
1. Handgeführter Drucklufthammer mit schaltbarer Vibrationsdämpfung, bestehend im Wesentlichen
aus einem Griffkörperteil (1) und in diesem verschiebbar geführt einem Arbeitszylinder
(2) mit einem Schlagkolben (3), dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Griffkörperteil (1) und Arbeitszylinder (2) eine mit Druckluft beaufschlagbare
Dämpfungskammer (6) gebildet ist, in welcher der Arbeitszylinder (2) in Schlagrichtung
des Kolbens (3) einen vergrößerten Durchmesser und derart einen Ringquerschnitt mit
einer Dämpfungsfläche (21) aufweist und gegen die Schlagrichtung des Kolbens zwischen
Arbeitszylinder (2) und Griffkörper (1) im Wesentlichen stirnseitig ein mit Druckluft
beaufschlagbarer Verschieberaum (4) ausgeformt ist, welcher Verschieberaum (4) durch
ein Schaltmittel (5) wahlweise mit Druckluft (D) beaufschlagbar oder mit der Umgebungsluft
(U) verbindbar ist.
2. Drucklufthammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltmittel (5) im Griffkörper (1) integriert ist.