[0001] Die Erfindung betrifft eine Palette aus Kunststoff für den Mehrweg-Einsatz im innerbetrieblichen
und zwischenbetrieblichen Warentransport. Solche Paletten bestehen im Wesentlichen
aus einem eine Ladefläche aufweisenden Palettendeck und am Palettendeck befindliche,
nach unten gerichtete Füße und werden mittels Spritzgießen aus einem Polymer oder
bei geringeren Anforderungen aus einem Regenerat-Kunststoff oder einem Kunststoff-Gemisch
hergestellt. Zusätzlich können die Unterseiten der Füße durch Kufen aus Kunststoff
mit einander verbunden sein, so dass Einfahröffnungen für die Zinken von Flurförderzeugen
gebildet werden. Eine gattungsgemäße Palette ist beispielsweise in der
EP 1076011 B1 beschrieben.
[0002] Beim innerbetrieblichen Transport werden mit Kufen versehene Kunststoff-Paletten
mittels Flurförderzeugen und / oder Rollen- und Kettenförderen transportiert, wobei
die Palette in einer sehr verbreiteten Form einstückig mit direkt angespritzten Kufen
hergestellt wird.
[0003] Zur Herstellung entsprechender einstückiger Kunststoff-Paletten werden in der Regel
relativ "weiche" Kunststoffe bzw. KunststoffGemische verwendet, um eine hohe Schlagzähigkeit
der Gesamtpalette zu erzielen. Dadurch wird naturgemäß die Stabilität der Kufe reduziert.
Bei dem Transport von beladenen Paletten auf Rollen- und Kettenförderen können die
Förderstraßen so bemessen sein, dass sich die Rollen bzw. Ketten nicht unterhalb der
massiven und relativ stabilen Füße befinden, sondern im Bereich der relativ dünnen
Kufen. Durch das Gewicht der Ladung wird die Palettenkufe an dieser Stelle nach oben
gebogen, wodurch die Ladung von der Palette rutschen kann und die Palette aufgrund
der Verformung nicht mehr förderbar ist, und damit unbrauchbar wird.
[0004] Es ist sehr vorteilhaft, wenn die Palette, insbesondere im Bereich Palettendecks
und der Palettenfüße, eine hohe Schlagzähigkeit aufweist. Dadurch ist die Palette
unempfindlicher gegen Beschädigungen durch Zinken von Flurförderzeugen und durch herabfallende
Gegenstände oder bei einem Fall aus dem Hochregal auf eine Paletten-Ecke. Beim Transport
der Paletten mit Flurförderzeugen kann es passieren, dass die Zinken nicht einwandfrei
in die dafür vorgesehenen Einfahröffnungen einfahren, sondern die Palette im Bereich
des Palettenfußes oder des Palettendecks treffen. Durch die hohe Schlagzähigkeit des
Materials ist gewährleistet, dass der Palettenfuß bzw. das Palettendeck nicht beschädigt
wird und die Palette weiterhin benutzt werden kann.
[0005] Zur Verbesserung der Stabilität werden die Kufen von Kunststoff-Paletten durch Stahleinlagen
verstärkt. Allerdings sind Stahleinlagen sehr nachteilig für das Recycling der Kunststoff-Paletten,
da sie vorher entfernt werden müssen.
[0006] Um die Stabilität der Palettenkufe zu erhöhen, werden Paletten insgesamt oder zum
Teil aus Materialien gefertigt, die eine hohe Biegesteifigkeit aufweisen und teilweise
mit Fasern verstärkt sind. Es ist z.B. eine Palette bekannt, die ein Deck aus einem
schlagzähen Material und Füße und Kufen aus einem biegesteifen Material besitzt, wobei
die Füße lösbar oder unlösbar mit dem Deck verbunden sind. Jedoch verringert sich
mit steigender Erhöhung der Biegesteifigkeit die Schlagzähigkeit des Kunststoffmaterials,
so dass die Palette nicht resistent gegen seitliche Stoßbelastungen im Bereich der
Füße ist, und damit nur eine geringe Lebensdauer im "rauen" Arbeitseinsatz aufweist.
[0007] Weiterhin ist aus
DE 10063281 A1 eine Kunststoff-Palette bekannt, die wenigstens teilweise lösbare Kufen aufweist.
Dadurch soll bei Verschleiß der Kufen ein schneller und kostengünstiger Austausch
der Kufen ermöglicht werden. Wenn diese Palette mit einem Flurförderzeug bewegt wird,
kann es passieren, dass die Rollen der Flurförderzeuge auf den Palettenkufen stehen
und beim Hubvorgang die Palette auseinandergedrückt wird. Beim Erreichen einer gewissen
Hubhöhe werden die Verrastungen zwischen Palettenfuß und Palettenkufe deformiert oder
sogar zerstört. Die Palettenkufe kann nicht mehr eingesetzt werden. Bei dieser Ausführung
wird von vorneherein angenommen, dass die Kufe der Kunststoff-Palette nach einer gewissen
Einsatzdauer unbrauchbar wird. Dieses ist für den Anwender der Kunststoff-Palette
sehr nachteilig, da er entweder eine gewisse Anzahl Ersatzkufen bevorraten muss, oder
bei Ausfall einer Kufe die Paletten nicht mehr einsetzen kann, bis die entsprechende
Ersatzkufe eintrifft. Zusätzlich entstehen für den Anwender permanent Kosten für die
Anschaffung der Ersatzkufen. Beim Lösen der defekten Palettenkufen wird ein großer
Kraftaufwand benötigt, damit sichergestellt ist, dass sich die Kufen nicht von selbst
aus den Palettenfüßen lösen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine recycle-fähige und langlebige Kunststoff-Palette
der eingangs näher beschriebenen Art so zu gestalten, dass das Palettendeck und die
Palettenfüße aus einem "weichen", schlagzähen Material bestehen und die Kufen eine
höchstmögliche Steifigkeit aufweisen. Zusätzlich sollen die Kufen lösbar mit dem Palettenkörper
verbunden sein und ohne Hilfsmittel und ohne großen Kraftaufwand einfach von dem Palettenkörper
gelöst werden können, sobald eine vertikale Druckkraft auf die Palettenkufe wirkt.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine nach dem Anspruch 1 ausgebildeten Palette
gelöst.
[0010] Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung.
[0011] Die Aufgabe wird durch eine Kunststoff-Palette gelöst, die aus einem Deck, aus von
dem Deck abstehenden und nach unten gerichteten Füßen aus einem schlagzähen Material,
und aus an der Unterseite der Füße befindlichen, die Füße miteinander verbindenden
Kufen besteht, und welche die folgenden Merkmale aufweist:
- 1. die Palette besitzt separat gefertigte Kufen aus einem anderen, vorzugsweise steiferen,
Material,
- 2. die Kufen bestehen aus dem gleichen Polymer wie das Grundmaterial der Palette,
- 3. die Kufen weisen ein einstückig gespritztes Hohlkammerprofil mit inneren Versteifungsrippen
auf,
- 4. die Kufen sind im Bereich der Aufnahme-Stege formschlüssig und lösbar mit den Palettenfüßen
verbunden und weisen in diesem Bereich mindestens einen entsprechenden Hinterschnitt
auf und
- 5. die Hinterschnitte der Palettenkufen sind so ausgeformt, dass die Palettenkufen
sich bei einer vertikalen Druckbelastung von oben auf die Palettenkufen aus den speziell
ausgeformten Vorsprüngen der Palettenfüße lösen, ohne dass die Hinterschnitte der
Palettenkufen und / oder die Vorsprünge der Palettenfüße beschädigt werden.
[0012] Der Palettenkörper aus einem schlagzähen Kunststoffmaterial, z..B. PE oder PP, besitzt
von dem Deck abstehende und nach unten gerichtete Füße, die innen einen Hohlraum und
an der Unterseite Aufnahmeöffnungen aufweisen. Die Palette besitzt beispielsweise
neun Füße, die beispielsweise in drei Reihen mit gleichen Abständen zueinander angeordnet
sind. Bei der Beispiel-Palette sind jeweils drei Palettenfüße durch eine Kufe miteinander
verbunden. Die Erfindung kann auch für Paletten mit einer anderen Fuß-Anzahl angewendet
werden. Bei bestimmten Anwendungen werden nur bestimmte Füße, vorteilhaft die Außenfüße,
über Kufen miteinander verbunden. Zweckmäßig können die Füße innen zumindest eine
partielle Verrippung aufweisen. Die Füße haben einen annähernd viereckigen Querschnitt.
Die äußeren Füße können im Vergleich zu den mittleren Füßen eine geringere Dicke aufweisen.
Im unteren Bereich besitzen mindestens die äußeren Füße auf mindestens einer ihrer
Breitseiten, vorzugsweise der äußeren Breitseite, an der Innenfläche speziell ausgeformte
Vorsprünge, die so bemessen sind, dass mindestens eine korrespondierende Fläche der
nach oben gerichteten Fußaufnahme-Stege der Kufen mit ihnen verrastet und eine formschlüssige
Verbindung zwischen Palettenfüßen und Palettenkufen entsteht. Diese korrespondierende
Fläche kann vorteilhaft als Hinterschnitt ausgeführt sein.
[0013] Die Kufen werden separat aus einem möglichst biegesteifen Verbundwerkstoff, z.B.
PP mit einem bestimmten Glasfaseranteil, gefertigt, wobei der Verbundwerkstoff aus
dem gleichen Basispolymer wie das Grundmaterial des Palettenkörpers besteht. Dieses
ist besonders vorteilhaft für das Recycling der kompletten Palette, da die Kufen nicht
erst vom Palettenkörper getrennt und separat entsorgt werden müssen.
[0014] Die Kufe ist als ein einstückig gespritztes Hohlkammerprofil mit Versteifungsrippen
im Inneren und einer geschlossenen Ober- und Unterseite ausgeführt. Durch die gewählte
Geometrie ist bei minimalen Materialeinsatz eine maximale Biegesteifgkeit möglich.
Die erzielbare Kufen-Stabilität ist vergleichbar mit derjenigen, die durch eine entsprechende
Kufe aus Vollmaterial erreicht wird.
Das Hohlkammerprofil der Palettenkufe ist so bemessen, dass es im Bereich der Öffnungen
vollständig und formschlüssig von den Außenseiten der Außenfüße des Palettenkörpers
abgedeckt wird, so dass sich keine Verschmutzungen und kein Wasser in den Hohlkammern
sammeln können.
Für den Leertransport der Paletten, d.h. ein Stapel Paletten wird übereinanderstehend
ohne Ladung transportiert, muss sichergestellt sein, dass die Paletten nicht von einander
rutschen. Dieses kann vorteilhaft dadurch gewährleistet werden, dass das Deck der
Kunststoff-Palette an mindestens zwei Stellen, auf denen die Kufen der darüber stehenden
Palette stehen, gegenüber den oberen Flächen nicht vorstehende Profilierungen aufweisen.
Um eine bessere Arretierung der darüber stehenden Palette zu erzielen, kann es vorteilhaft
sein, dass die Kufen ebenfalls mit gegenüber den unteren Flächen nicht vorstehenden
Profilierungen ausgestattet sind, so dass die Profilierungen bei der Stapelung unbeladener
Kunststoff-Paletten formschlüssig ineinandergreifen. Mit anderen Worten kann es für
diesen Zweck vorteilhaft sein, dass die geschlossene Unterseite der Palettenkufe mindestens
partiell mit Profilierungen ausgestattet ist, die jedoch nach unten nicht über die
geschlossenen, planen Bereiche der Kufenunterseite hinausstehen. Das Transportieren
auf Rollen- und Kettenfördereren ist weiterhin gegeben. Auch wird durch diese Profilierungen
die Lesbarkeit der Taster, die auf Rollenbahnen zur Abfrage der Paletten installiert
sind und sich im Bereich der Unterseite der Palettenkufe befinden, nicht beeinträchtigt.
Es kann auch vorgesehen sein, dass die Bereiche, die durch einen Taster abgefragt
werden, keine Profilierungen aufweisen. Durch die Profilierung wird auch die Rutschfestigkeit
der Palette auf Rollen- und Kettenförderen erhöht.
[0015] Für einige Anwendungen ist unter Umständen die durch die Profilierung realisierbare
Rutschfestigkeit nicht ausreichend. Zur Erhöhung der Rutschfestigkeit kann die Unterseite
der Palettenkufe mindestens partiell eine rutschhemmende, so genannte "Antirutsch"-Beschichtung
aufweisen. Die Antirutsch-Beschichtung kann dabei vorteilhaft durch ein thermoplastisches
Polyurethan (TPU) gebildet werden. Eine andere Möglichkeit zur Bildung einer Antirutsch-Beschichtung
auf der Kufenunterseite stellt ein thermoplastisches Elastomer (TPE) oder ein Olefin
Block Copolymer dar, das mittels eines an sich bekannten 2K-Verfahrens direkt bei
der Herstellung der Kufen mitangespritzt wird. Um eine gleichmäßige Antirutsch-Wirkung
zu erzielen, kann es vorteilhaft sein, dass die Palettenkufe an der Unterseite keine
Profilierungen aufweist.
[0016] Wenn eine nach Anspruch 1 hergestellte Palette mit einem Flurförderzeug transportiert
werden soll, und die Räder des Flurförderzeuges stehen genau auf den Palettenkufen,
wird die Palette nicht beim Hubvorgang mittels der Hubkraft auseinander gedrückt,
und kann aufgrund der bleibenden Verformungen nicht mehr eingesetzt werden, sondern
die Kufen lösen sich ab einer bestimmten vertikalen Druckbelastung selbstständig und
beschädigungsfrei aus den speziell ausgeformten Vorsprüngen der Palettenfüße.
[0017] Die sehr biegesteifen Palettenkufen sind dabei sehr vorteilhaft, da sie sich unter
der vertikalen Druckbelastung nicht durchbiegen. Die Verbindung zwischen Palettenfuß
und Palettenkufe kann nur einfach und zerstörungsfrei gelöst werden, wenn die Fußaufnahme-Stege
und die Anschlussbereiche der Kufe ihre Geometrie nicht verändern und formstabil sind.
[0018] Um die Stabilität und insbesondere die Tragfähigkeit der gesamten Palette zu erhöhen,
kann der Palettenkörper zusätzlich im Deckbereich mit Aufnahmeeinrichtungen für Verstärkungselemente,
z.B. aus Stahl, ausgestattet sein.
[0019] Beim inner- und außerbetrieblichen Transport von Waren kann es von Vorteil sein,
wenn die Palette mit einem oder mehreren Transpondern zum Nachverfolgen der Ware bzw.
der Palette ausgestattet ist. Deshalb kann die Palette vorteilhaft mit mindestens
einer Aufnahmeeinrichtung zur Aufnahme von Transpondern versehen sein.
[0020] Der Transponder kann vorteilhaft vor dem Verbinden der Kufe mit dem Palettenfuß befestigt
werden. Dadurch ist er durch den Formschluss zwischen Palettenfuß und Palettenkufe
vor Umwelteinflüssen geschützt. Dabei kann der Transponder dauerhaft, z.B. durch Verkleben,
oder nur für einen bestimmten Zeitraum, z.B. durch Klemmen, in der Aufnahmeeinrichtung
verbleiben. Zum Tausch der Transponder wird die Kufe vom Palettenkörper gelöst und
der Transponder gewechselt. Dieses kann beispielsweise vorteilhaft sein, wenn der
Transponder defekt ist oder im Pool-Einsatz die Palette von Kunden mit unterschiedlichen
Transponder-Systemen genutzt wird.
[0021] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der rein schematischen Zeichnungen beispielhaft
erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine isometrische Ansicht einer erfindungsgemäßen Kunststoff-Palette,
- Fig. 2
- eine perspektivische Unteransicht eines erfindungsgemäßen Palettenmittelfußes ohne
Kufe,
- Fig.3
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Palettenkufe,
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Palettenkufe aus Fig. 3, und
- Fig. 5
- eine Schnittdarstellung des Verbindungsmechanismus der Palette aus Fig. 1, wobei zwei
unterschiedliche Stellungen dargestellt sind, welche die zu verbindenden Palettenteile
während der Herstellung der Verbindung einnehmen.
[0022] Die in Fig. 1 dargestellte Kunststoff-Palette 1 besteht aus einem als horizontale
Fläche ausgebildetem Deck 2, neun von dem Deck 2 abstehenden und nach unten gerichteten
Füßen 3 und drei Kufen 6. Das Deck 2 und die Füße 3 bilden den Palettenkörper, werden
einstückig gefertigt und bestehen aus einem schlagzähen Material, z.B. PP.
[0023] Gemäß Fig. 1 bilden die Anordnung des Decks 2, der Füße 3 und der Kufen 6 zusammen
die Einfahröffnungen 7 für die Zinken der Flurförderzeuge.
[0024] Die Außenfüße 4 und Mittelfüße 5 weisen jeweils einen annähernd viereckigen Querschnitt
auf. Es sind jedoch auch andere Querschnittsformen, z.B. kreisförmig, möglich. Die
Außenfüße 4 haben im Vergleich zu den Mittelfüßen 5 eine verminderte Breite. Bei anderen
Palettentypen, die auch eine unterschiedliche Anzahl von Füßen und / oder Kufen besitzen
können, können alle Füße die gleiche Breite aufweisen oder es können umgekehrte Breitenverhältnisse
vorliegen.
[0025] Eine Kufe 6 ist formschlüssig mit jeweils drei Palettenfüßen 3 verbunden.
[0026] Die Außenkanten der Außenfüße 4 reichen bis zur Aufstandsfläche der Palettenkufe
6, und sind damit länger als die Innenkanten der Außenfüße 4. Beim Verbinden von Kufen
6 und Außenfüßen 4 wird ein Hohlkammerstegprofil 17 (Fig. 3) dadurch formschlüssig
von den Außenkanten der Außenfüße 4 überdeckt, so dass sich keine Verschmutzungen
und kein Wasser in dem Hohlkammerprofil 17 ansammeln können.
[0027] Wie in Fig. 1 dargestellt, besitzt das Deck 2 auf der Oberseite Profilierungen 8
zur besseren Arretierung von gattungsgleichen Paletten im Leerstapel. Das Deck 2 und
ist im wesentlichen als eine geschlossene, plane Fläche ausgestaltet. Das Deck kann
auch eine andere Struktur, beispielsweise eine Gitterstruktur, und / oder an den Rändern
oder in der Mitte verschiedene Arretierungsrippen aufweisen.
[0028] Jeweils vier Rippen der Profilierungen 8 sind in einer vergleichsweise breiten Senkung
angeordnet, welche tiefer liegt als die geschlossene, plane Fläche des Decks 2, und
jeweils oberhalb einer der Kufen 6 verläuft. Vom Grund der jeweiligen Senkung erstrecken
sich die als Rippen ausgestalteten Profilierungen 8 nach oben, und zwar nicht höher
als bis zur Ebene der beiden planen Flächen des Decks 2. Somit können Kisten oder
Säcke über die Oberfläche der Palette geschoben oder gezogen werden, ohne durch hinderliche,
an der Palettenoberfläche befindliche Überstände gebremst oder beschädigt zu werden,
oder ohne ihrerseits derartige Überstände der Palettenoberfläche zu beschädigen.
[0029] Die Profilierungen 8 erstrecken sich in ihrer Längsrichtung nicht bis an den Rand
der Palette 1 , so dass sie von der Außenkontur der Kufen einer gleichartigen, oben
auf die Palette 1 aufzustapelnden Palette umfasst werden können.
[0030] In Fig. 2 der Mittelfuß 5 der Palette 1 von unten dargestellt. Der Hohlraum des Mittelfußes
5 bildet den Aufnahmebereich für den mittleren Aufnahmesteg 14 der Palettenkufe. Der
Mittelfuß 5 besitzt im Inneren eine Kreuzrippe 10. Vorteilhaft ist die Rippe 10 so
ausgeführt, dass sie beim Verbinden der Kufe 6 mit dem Palettenfuß 5 formschlüssig
an der Rippe 15 der Kufe 6 anliegt, und so die Stabilität der Palette 1 im beladenen
Zustand erhöht wird. Der Hohlraum des Mittelfußes 5 und / oder der Außenfüße 4 kann
auch ohne Rippen oder mit einer anderen Rippenstruktur ausgeführt sein.
[0031] Außerdem weist der Mittelfuß 5 an der einen Breitseite innen zwei Vorsprünge 9 zur
lösbaren Verbindung der Kufe 6 mit dem Mittelfuß 5 auf. Die gegenüberliegende innere
Breitseite des Mittelfußes 5 ist nicht sichtbar. Zur besseren Arretierung der Kufe
6 können sich auch dort Vorsprünge 9 befinden. Die Vorsprünge 9 sind bei dem Beispiel
mit einem Radius versehen, damit die Verbindung zwischen Kufe 6 und Mittelfuß 5 einfacher
gelöst werden kann, es sind aber auch andere Geometrien der Vorsprünge 9, wie beispielsweise
Rastnasen, möglich. Auch können sich die Vorsprünge 9 über die gesamte Länge der inneren
Breitseite des mittleren Palettenfußes 5 erstrecken oder aus mehreren unterbrochenen
Abschnitten bestehen. Die Vorsprünge 9 befinden analog auch auf mindestens einer inneren
Breitseite mindestens eines Außenfußes 4. Es ist auch vorstellbar, dass die Vorsprünge
9 im Mittelfuß 5 oder in den Außenfüßen 4 unterschiedliche Geometrien aufweisen, da
die Geometrien der Füße 3 unterschiedlich sind.
[0032] Anhand Fig. 2, wie auch in Fig. 1, ist gut zu erkennen, dass die Abschlusskontur
des Mittelfußes 5 exakt der Kontur der Oberseite 11 der Kufe 6 angepasst ist, um den
bestmöglichen Formschluss zu erzielen.
[0033] In Fig. 3 wird eine erfindungsgemäße Palettenkufe 6 dargestellt. Die Kufe 6 besteht
aus einer geschlossenen Oberseite 11 und einer geschlossenen, gerade aufliegenden
Unterseite 12 und weist in etwa eine Trapez-Geometrie auf. Die Kufe 6 kann auch andere
Geometrien aufweisen. Damit die Kufe 6 besser von Flurförderzeugen überfahrbar ist,
kann sie vorteilhaft mit sogenannten Anfahrschrägen versehen sein. An den beiden Endbereichen
befindet sich jeweils ein nach oben gerichteter äußerer Aufnahmesteg 13, der von einem
korrespondierenden Außenfuß 4 eines Palettenkörpers aufgenommen wird. In der Mitte
der Kufe befindet sich dementsprechend der mittlere Aufnahmesteg 14, der von einem
korrespondierenden Mittelfuß 5 eines Palettenkörpers aufgenommen wird. Auch hier ist
wie bei dem in Fig. 2 dargestellten Mittelfuß 4 eine Kreuzrippe 15 vorhanden, so dass
die Kreuzrippe der Kufe 15 bei der zusammengesetzten Palette 1 genau formschlüssig
an der Kreuzrippe 10 des Mittelfußes 5 anliegt, wodurch die Tragfähigkeit der Palette
1 durch die stabileren Mittelfüße 5 erhöht wird.
[0034] Am vorderen äußeren Aufnahmesteg 13 und am mittleren Aufnahmesteg 14 sind im oberen
Bereich die als Hinterschnitte ausgeführten Verrastungsbereiche 16 dargestellt, die
zusammen mit den korrespondierenden Vorsprüngen 9 des Palettenfüße 3 die lösbare Verbindung
zwischen Palettenkörper und Kufen 6 bilden. Damit eine möglichst leicht lösbare Verbindung
gewährleistet ist, muss die Geometrie des Hinterschnitts 16 auf die Geometrie der
Vorsprünge 9 im Palettenfuß 3 abgestimmt sein.
[0035] Die Kufe 6 besitzt ein durchgehendes Hohlkammerstegprofil 17, wodurch in Verbindung
mit dem sehr biegesteifen Material ein Maximum an Biegesteifigkeit erzielt wird. Bei
dem Beispiel weist das Hohlkammerprofil 17 drei Stege 18 auf. Die Anzahl der Stege
18 kann davon abweichend sein. Wichtig ist, dass die Stege 18 stabil ausgeführt sind
und nicht eine zu geringe Wandstärke aufweisen. Um die Stabilität des Hohlkammerprofils
17 zu erhöhen, können noch zusätzliche Querrippen eingebracht werden oder die Stege
18 können in einer anderen Geometrie, z.B. als Stegfachwerk, ausgeführt werden.
[0036] Die äußeren Aufnahmestege 13 besitzen mittig einen Schlitz 19 zur Aufnahme einer
entsprechenden Rippe 20 der Außenfüße 4 des Palettenkörpers. Auch dadurch wird die
Tragfähigkeit und die Stabilität der Palette 1 erhöht.
[0037] Fig. 4 stellt einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Kufe 6 dar. Im vorderen Bereich
ist das Hohlkammerstegprofil 17 mit drei Stegen 18 dargestellt. Die Stege 18 bilden
zusammen mit dem Oberteil 11 und dem Unterteil 12 annähernd rechteckige Hohlräume,
die, wie hier dargestellt, abgerundete Eckbereiche aufweisen können. Im Bereich der
Unterseite 12 besitzt die Kufe 6 Profilierungen 8, zum besseren Arretieren auf gattungsgleichen
Paletten 1, wobei vier derartige Profilierungen dargestellt sind, die mit vier Rippen
der im Deck 2 vorgesehenen Profilierungen 8 zusammenwirken können.
[0038] Die Profilierungen 8 an der Unterseite der Kufen 6 erstrecken sich in ihrer Längsrichtung
nicht bis an den Rand der jeweiligen Kufe 6, so dass die Kufe einen umlaufenden Rand
ausbildet, der die vier Rippen der oberen, am Deck 2 vorgesehenen Profilierungen 8
umfasst, wenn zwei gleichartige Paletten 1 aufeinandergestapelt werden.
[0039] Im hinteren Bereich ist ein äußerer Aufnahmesteg 13 dargestellt. In der Mitte des
Steges 13 befindet sich ein Schlitz 19 zur Aufnahme einer korrespondierenden Rippe
20 eines Außenfußes 4 des Palettenkörpers. Zur besseren Einführung des Steges 13 in
den Fuß 4 kann der Steg am oberen Ende mit Radien oder Fasen versehen sein.
[0040] Fig. 5 stellt den Verrastungsmechanismus zwischen Palettenfüßen 3 und Palettenkufe
6 detailliert dar.
[0041] Im oberen Teilbild wird die Kufe 6 von unten in die Palettenfüße 3 geschoben. Dabei
werden die Aufnahmestege 13, 14 der Kufe 6 in die korrespondierenden Aufnahmebereiche
der Füße 3 eingefü h rt.
[0042] Auf dem zweiten Teilbild ist bereits die formschlüssige Verbindung zwischen Palettenfüßen
3 und Kufe 6 abgeschlossen. In der Schnittdarstellung ist deutlich zu erkennen, dass
die Hinterschnitte 16 der Aufnahmestege 13, 14 formschlüssig an den Vorsprüngen 9
der Füße 3 anliegen. Im Bereich des Mittelfußes 5 ist zudem deutlich zu erkennen,
dass die Rippe 10 des Fußes 5 exakt auf der Rippe 15 der Kufe 6 aufliegt. Die Außenkante
des Außenfußes 4 ragt bis zur Unterseite 12 der Kufe 6 und bildet einen Teil der Aufstandsfläche.
[0043] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. So kann
beispielsweise die Verrastung zwischen Palettenfuß und Kufe so ausgeführt sein, dass
die Aufnahmestege der Kufe Vorsprünge und die Innenseiten der Füße korrespondierende
Hinterschnitte besitzen.
1. Kunststoff-Palette bestehend aus einem Deck, von dem Deck abstehende, nach unten gerichtete
Füße aus einem schlagzähen Material und an der Unterseite der Füße befindliche, die
Füße miteinander verbindende Kufen,
dadurch gekennzeichnet, dass
• die Palette (1) separat gefertigte Kufen (6) aus einem anderen, vorzugsweise steiferen,
Material besitzt,
• die Kufen (6) aus dem gleichen Polymer wie das Grundmaterial der Palette (1) bestehen,
• die Kufen (6) ein einstückig gespritztes Hohlkammerprofil (17) mit inneren Versteifungsrippen
aufweisen,
• die Kufen (6) Aufnahmestege (13, 14) aufweisen und im Bereich der Aufnahmestege
(13, 14) formschlüssig und lösbar mit den Palettenfüßen (3) verbunden sind und in
diesem Bereich mindestens einen entsprechenden Hinterschnitt aufweisen, und
• die Hinterschnitte der Kufen (6) derart ausgeformt sind, dass die Kufen (6) sich
bei einer vertikalen, von oben auf die Kufen (6) einwirkenden Druckbelastung aus den
bestimmt ausgeformten Vorsprüngen der Palettenfüße (3) lösen, ohne dass die Hinterschnitte
der Kufen (6) und / oder die Vorsprünge der Palettenfüße (3) beschädigt werden.
2. Kunststoff-Palette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kufen (6) aus glasfaserverstärktem Kunststoff bestehen.
3. Kunststoff-Palette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kufen (6) eine geschlossene Oberseite, eine geschlossene Unterseite, und mindestens
partiell Profilierungen (8) auf der Unterseite aufweisen,
wobei die Profilierungen (8) sich nach unten maximal bis zur Ebene der geschlossenen,
planen Bereiche der Kufenunterseite erstrecken.
4. Kunststoff-Palette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kufen (6) eine geschlossene Oberseite und auf der Unterseite mindestens partiell
eine Antirutsch-Beschichtung aus einem thermoplastischen Polyurethan aufweisen.
5. Kunststoff-Palette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kufen (6) eine geschlossene Oberseite und auf der Unterseite mindestens partiell
eine Antirutsch-Beschichtung aufweisen,
wobei die Antirutsch-Beschichtung aus einem thermoplastischen Elastomer oder einem
Olefin Block Copolymer besteht
und mittels eines 2K-Verfahren direkt bei der Herstellung der Kufen (6) mitangespritzt
ist.
6. Kunststoff-Palette nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche" dadurch gekennzeichnet, dass die Palette (1) auf der Oberseite mindestens partiell Profilierungen (8) zur Arretierung
einer baugleichen, auf die Palette (1) aufzustapelnden zweiten Palette (1) besitzt,
wobei die Profilierungen (8) sich nach oben maximal bis zur Ebene der geschlossenen,
planen Bereiche der Oberseite erstrecken.
7. Kunststoff-Palette nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Palette (1) im Deckbereich Aufnahmeeinrichtungen für Verstärkungselemente, z.B.
aus Stahl aufweist.
8. Kunststoff-Palette nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Palette (1) mindestens eine Aufnahmeeinrichtung für einen Transponder besitzt.