[0001] Die Erfindung betrifft eine Armaturenbrett-Druckplatte und ein Armaturenbrett-Druckplattenset,
mit dem eine Fahrzeugstruktur geöffnet bzw. auseinandergedrückt werden kann, so daß
Fahrzeuginsassen ärztlich versorgt und gerettet werden können.
[0002] Von Rettungskräften werden oftmals Hydraulikzylinder, auch bekannt als Rettungszylinder,
eingesetzt, mit denen beispielsweise die Karosserie eines Kraftfahrzeugs nach einem
Unfall aufgebogen werden kann, so daß die Rettungskräfte Zugang zu eingeklemmten Fahrzeuginsassen
haben. Mit dem Hydraulikzylinder können insbesondere nach einem Frontalaufprall des
Fahrzeugs verschiedene Teile der Karosserie so weit auseinander gedrückt werden, daß
ein Zugang zum Fahrgastraum im Bereich der Vordersitze möglich ist. Meist wird hierbei
der Hydraulikzylinder mit einem Ende am Fuß der B-Säule und mit dem anderen Ende an
der A-Säule oberhalb des Scharnierbereichs der Fahrzeugkarosserie angesetzt. Der Hydraulikzylinder
drückt dann diese beiden Bereiche auseinander, wodurch die unfallbedingte Verkürzung
des Fahrgastinnenraums rückgängig gemacht werden soll. Beispiele für diese Vorgehensweise
und die dabei verwendeten Vorrichtungen finden sich in der
US 5,267,462 und der
US 6,866,249.
[0003] Aus der
US 6,431,522 ist ein Widerlager für einen Rettungshydraulikzylinder bekannt, der eine feststehende
und eine verstellbare Spannbacke aufweist. Diese kann von einem Spannzylinder gegen
die feststehende Spannbacke beaufschlagt werden, um das Widerlager an einer Fahrzeugstruktur
festzuspannen.
[0004] In jüngster Zeit ist jedoch festzustellen, daß die Karosseriestruktur von Kraftfahrzeugen
insgesamt steifer ausgelegt wird. Weiterhin ist festzustellen, daß das Armaturenbrett
nicht mehr nur im wesentlichen mit der A-Säule und der Karosserie verbunden ist, sondern
auch mit dem Mitteltunnel im Fahrgastraum. Als Folge davon konnte beobachtet werden,
daß mit einem herkömmlichen Hydraulikzylinder zwar die A-Säule von der B-Säule weggedrückt
werden kann, dabei aber die A-Säule vom Armaturenbrett abreißt und dieses daher in
seiner zum Fahrzeuginnenraum hin verschobenen Position verbleibt. Falls das Armaturenbrett
so weit nach innen verschoben ist, daß der Fahrzeuginsasse im Beinbereich eingeklemmt
ist, läßt sich also auf herkömmlichem Wege der Fahrzeuginsasse nicht retten.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Möglichkeit zu schaffen, auch bei steifen,
modernen Fahrzeugkarosserien insbesondere das Armaturenbrett nach einem Frontalaufprall
wieder so weit nach vorne zu verschieben, daß eine Versorgung und anschließende Rettung
von Fahrzeuginsassen problemlos möglich ist.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß eine Armaturenbrett-Druckplatte vorgesehen,
wie in Anspruch 1 definiert, sowie ein Armaturenbrett-Druckplattenset mit einer solchen
Armaturenbrett-Druckplatte, wie im nebengeordneten Anspruch definiert. Die rfindungsgemäße
Armaturenbrett-Druckplatten (nachfolgend verkürzt als "Armaturendruckplatte" bezeichnet)
und das erfindungsgemäße Armaturendruckplattenset beruhen auf dem Grundgedanken, den
Hydraulikzylinder nicht mehr zwischen A- und B-Säule anzusetzen, sondern mittig im
Fahrzeug zwischen dem Armaturenbrett selbst und einem Abstützpunkt am Kardantunnel
der Fahrzeugkarosserie. Dies hat zwei Vorteile. Zum einen kann auf diese Weise das
Armaturenbrett selbst, bezogen auf ein herkömmliches Koordinatensystem eines Kraftfahrzeugs,
nach vorne zurückgedrückt werden; es muß nicht der "Umweg" über die A-Säule gegangen
werden. Zum anderen wird bei dieser Vorgehensweise der Hydraulikzylinder so angesetzt,
daß bereits während er im Einsatz ist, die Rettungskräfte (meist Notarzt, Rettungsdienste
oder Feuerwehr) einen ungehinderten Zugang zum Fahrzeuginsassen haben. Anders als
ein herkömmlicher Hydraulikzylinder, der an der Außenseite der Fahrzeugkarosserie
im Bereich der Türöffnung angesetzt werden muß, ermöglicht es das erfindungsgemäße
Armaturendruckplattenset, der Hydraulikzylinder mittig im Fahrgastraum anzusetzen,
so daß der Bereich der Türöffnung frei bleibt.
[0007] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die Armaturendruckplatte
mehrere Abstützflächen für ein Ende des Hydraulikzylinders aufweist, die durch quer
verlaufende Stege voneinander getrennt sind. Die Stege verhindern ein Abrutschen des
Hydraulikzylinders. In Abhängigkeit von den jeweils vorliegenden Platzverhältnissen
kann der Hydraulikzylinder in einer der Abstützflächen der Armaturendruckplatte angesetzt
werden, so daß sich die optimale Druckrichtung des Hydraulikzylinders ergibt.
[0008] Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Armaturendruckplatte auf ihrer
zur Abstützfläche entgegengesetzten Seite mit einer Verzahnung versehen ist. Die Verzahnung
verhakt sich im Einsatz mit dem Armaturenbrett, so daß ein Abrutschen der Armaturendruckplatte
auch bei einer an sich eher ungünstigen Druckrichtung des Hydraulikzylinders zuverlässig
verhindert ist.
[0009] Die Verzahnung ist gebildet durch zwei Reihen von groben Zähnen, die entlang den
Außenrändern der Armaturendruckplatte angeordnet sind. Diese können beispielsweise
durch Zacken ausgebildet sein, die an zwei parallelen Flanschen eines Doppel-T-Trägers
ausgeschnitten werden, aus welchem die Armaturendruckplatte gebildet ist.
[0010] Vorzugsweise ist vorgesehen, daß die Armaturendruckplatte einen Handgriff aufweist.
Dies ermöglicht, sie einfach zu handhaben. Außerdem stellt der Handgriff einen Anreiz
für die Rettungskräfte dar, die Armaturendruckplatte tatsächlich nur im Bereich des
Handgriffs anzufassen, so daß keine Verletzungsgefahr beim Ansetzen des Hydraulikzylinders
besteht.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß das Mitteltunnelwiderlager
eine Abstützfläche für ein Ende eines Hydraulikzylinders aufweist, die durch quer
verlaufende Stege abgegrenzt ist Das Mitteltunnelwiderlager kann auf den Mitteltunnel
des Kraftfahrzeugs aufgesetzt werden und sich beispielsweise an der Vorderkante der
Rücksitzbank abstützen, so daß ein solides Widerlager geschaffen ist, mit dem die
Kräfte abgestützt werden können, die zum Zurückschieben des Armaturenbretts aufgebracht
werden müssen. Die quer verlaufenden Stege verhindern ein Abrutschen des Hydraulikzylinders,
wenn dieser nicht exakt mittig angesetzt ist.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer bevorzugten Ausführungsform beschrieben,
die in den beigefügten Zeichnungen dargestellt ist. In diesen zeigen:
- die Figuren 1a bis 1 deine Armaturendruckplatte in drei Seitenansichten und einer
Draufsicht;
- Figur 2 schematisch einen Hydraulikzylinder;
- die Figuren 3a und 3b ein Mitteltunnelwiderlager in einer Seitenansicht und einer
Schnittansicht;
- Figur 4 eine schematische Draufsicht auf ein Kraftfahrzeug, bei dem das Armaturendruckplattenset
eingesetzt wird; und
- Figur 5 eine schematische Seitenansicht des Kraftfahrzeugs, bei dem das Armaturendruckplattenset
eingesetzt wird.
[0014] Nachfolgend wird ein Armaturendruckplattenset beschrieben, das bei der in den Figuren
gezeigten Ausführungsform zwei Komponenten aufweist, nämlich eine Armaturendruckplatte
10 und ein Mitteltunnelwiderlager 30.
[0015] Die Armaturendruckplatte ist bei der gezeigten Ausführungsform aus einem Doppel-T-Träger
gebildet, bei dem zwei Flansche 12, die auf einer Seite eines Mittelgurtes 14 liegen,
mit mehreren groben Zähnen 16 versehen sind. Auf der entgegengesetzten Seite des Mittelgurts
14 sind mehrere Querstege 18 angeordnet, so daß voneinander getrennte Teilbereiche
19 gebildet sind, die jeweils eine Abstützfläche bilden. An einer Stirnseite des Mittelgurts
14 ist ein Handgriff 15 angesetzt.
[0016] Das Mitteltunnelwiderlager 30 ist ebenfalls aus einem Doppel-T-Träger hergestellt
und weist einen Mittelabschnitt 32 auf, an den zwei sich schräg erstreckende Endabschnitte
34 angesetzt sind. Im Bereich des Übergans vom Mittelabschnitt zum Endabschnitt sind
Stege 36 angeordnet, so daß eine Abstützfläche 37 für den Rettungszylinder abgegrenzt
ist.
[0017] Die Armaturendruckplatte 10 und das Mitteltunnelwiderlager 30 werden zusammen mit
einem Hydraulikzylinder 20 (siehe Figur 2) verwendet, der ein herkömmlicher Rettungszylinder
ist. Er weist einen Kolben 22 auf, der beim Zuführen von Hydrauliköl über Leitungen
24 aus einem Zylinder 26 herausgedrückt werden kann.
[0018] In den Figuren 4 und 5 ist schematisch das Armaturendruckplattenset im Einsatz in
einem Kraftfahrzeug gezeigt. Es wird hier dazu verwendet, ein Armaturenbrett 40 von
einer Rücksitzbank 42 weg nach vorne zu drücken. Auf diese Weise wird der Fahrgastinnenraum
im Bereich der Vordersitze 44 wieder auf seine ursprünglichen Abmessungen gebracht.
Falls gewünscht, kann das Armaturenbrett auch über seine ursprüngliche Position hinaus
nach vorne verschoben werden, so daß den Rettungskräften mehr Bewegungsfreiheit zur
Verfügung steht.
[0019] Es ist zu sehen, daß die Armaturendruckplatte 10 mittig am Armaturenbrett angesetzt
ist. Dabei graben sich die Zähne 16 in das Armaturenbrett ein, so daß ein Abrutschen
der Armaturendruckplatte 10 zuverlässig verhindert ist. Die am Armaturenbrett anliegenden
Teile der Armaturendruckplatte 10 bilden eine Druckfläche.
[0020] Der Hydraulikzylinder 20 greift mit seinem Kolben 22 in einen der Teilbereiche 19
ein und stützt sich an einem entsprechenden Quersteg 18 ab. Dies verhindert zuverlässig,
daß der Hydraulikzylinder 20 von der Armaturendruckplatte 10 abrutscht. Am entgegengesetzten
Ende stützt sich der Hydraulikzylinder 20 am Mitteltunnelwiderlager 30 ab, der auf
den Mitteltunnel 45 aufgelegt ist und sich an der Rücksitzbank 42 abstützt. Bei den
meisten Kraftfahrzeugen ist die Unterkonstruktion der Rücksitzbank fest mit der Karosseriestruktur
verbunden, beispielsweise durch ein Knotenblech, so daß hier genügend Widerstand für
das Mitteltunnelwiderlager 30 gegeben ist.
[0021] Wie insbesondere in Figur 4 zu sehen ist, bleibt beim Einsatz des erfindungsgemäßen
Armaturendruckplattensets der Zugang zu den Vordersitzen 44 zwischen der A-Säule 46
und der B-Säule 48 frei.
1. Armaturenbrett-Druckplatte (10) mit einer Druckplatte, die mit einer Abstützfläche
(19) für einen Hydraulikzylinder (20) auf einer Seite und einer Druckfläche an der
entgegengesetzten Seite versehen ist, die dafür vorgesehen ist, an einem Armaturenbrett
eines Kraftfahrzeugs angesetzt zu werden, wobei die Druckfläche mit einer Verzahnung
(16) versehen ist, die sich in ein Armaturenbrett eingraben kann, wobei die Verzahnung
gebildet ist durch zwei Reihen von groben Zähnen (16), die entlang den Außenrändern
der Armaturenbrett-Druckplatte (10) angeordnet sind, wobei die Armaturenbrett-Druckplatte
aus einem Doppel-T-Träger gebildet ist und die Zähne (16) an zwei Flanschen (12) des
Doppel-T-Trägers angeordnet sind, und wobei mehrere Abstützflächen (19) vorgesehen
sind, die durch quer verlaufende Stege (18) voneinander getrennt sind, die auf einem
Mittelgurt (14) des Doppel-T-Trägers angeordnet sind.
2. Armaturenbrett-Druckplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Armaturenbrett-Druckplatte (10) einen Handgriff (15) aufweist.
3. Armaturenbrett-Druckplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (15) an einer Stirnseite eines Mittelgurts (14) des Doppel-T-Trägers
angeordnet ist.
4. Armaturenbrett-Druckplattenset mit einer Armaturenbrett-Druckplatte (10) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche und einem Mitteltunnelwiderlager (30).
5. Armaturenbrett-Druckplattenset nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitteltunnelwiderlager (30) eine Abstützfläche (37) für ein Ende eines Hydraulikzylinders
(20) aufweist, die durch quer verlaufende Stege (36) abgegrenzt ist.
1. A dashboard pressure plate (10) comprising a pressure plate provided with a support
surface (19) for a hydraulic cylinder (20) on one side and a pressure surface on the
opposite side, which is intended to be applied to a dashboard of a motor vehicle,
the pressure surface being provided with a toothing (16) which can dig into a dashboard,
the toothing being formed by two rows of coarse teeth (16) which are arranged along
the outer edges of the dashboard pressure plate (10), the dashboard pressure plate
being formed of an H-beam, and the teeth (16) being arranged on two flanges (12) of
the H-beam, and a plurality of support surfaces (19) being provided which are separated
from each other by transversely extending webs (18) arranged on a center belt (14)
of the H-beam.
2. The dashboard pressure plate according to claim 1, characterized in that the dashboard pressure plate (10) includes a handle (15).
3. The dashboard pressure plate according to claim 2, characterized in that the handle (15) is arranged on a front face of a center belt (14) of the H-beam.
4. A dashboard pressure plate set comprising a dashboard pressure plate (10) according
to any of the preceding claims and a center tunnel abutment (30).
5. The dashboard pressure plate set according to claim 4, characterized in that the center tunnel abutment (30) includes a support surface (37) for an end of a hydraulic
cylinder (20), the support surface (37) being delimited by transversely extending
webs (36).
1. Plaque de pression (10) de tableau de bord, comportant une plaque de pression pourvue
d'un côté d'une surface d'appui (19) pour un cylindre hydraulique (20) et du côté
opposé d'une surface de pression, qui est destinée à être rapportée sur un tableau
de bord d'un véhicule automobile, la surface de pression étant pourvue d'une denture
(16) apte à se creuser dans un tableau de bord, la denture étant formée par deux rangées
de dents grossières (16) agencées le long des bords extérieurs de la plaque de pression
(10) de tableau de bord, la plaque de pression de tableau de bord étant formée par
un support en double T et les dents (16) étant agencées sur deux collerettes (12)
du support en double T, et plusieurs surfaces d'appui (19) étant prévues, lesquelles
sont séparées les unes des autres par des barrettes transversales (18) agencées sur
une bretelle centrale (14) du support en double T.
2. Plaque de pression de tableau de bord selon la revendication 1, caractérisée en ce que la plaque de pression (10) de tableau de bord comporte une poignée (15).
3. Plaque de pression de tableau de bord selon la revendication 2, caractérisée en ce que la poignée (15) est agencée sur une face frontale d'une bretelle centrale (14) du
support en double T.
4. Ensemble de plaques de pression de tableau de bord comportant une plaque de pression
(10) de tableau de bord selon l'une des revendications précédentes et une butée de
tunnel central (30).
5. Ensemble de plaques de pression de tableau de bord selon la revendication 4, caractérisé en ce que la butée de tunnel central (30) présente une surface d'appui (37) pour une extrémité
d'un cylindre hydraulique (20), laquelle est délimitée par des barrettes transversales
(36).