[0001] Die Erfindung betrifft verschäumbare Zubereitungen auf der Basis von Organosiliciumverbindungen,
darin enthaltene hyperverzweigte Siloxane, siliconhaltige Polyurethanschäume mit niedrigen
Dichten sowie Verfahren zu deren Herstellung.
[0002] Polyurethanschäume werden im Allgemeinen durch Reaktion eines Polyisocyanats mit
Verbindungen, die zwei oder mehr aktive Wasserstoffatome enthalten, hergestellt. Die
aktiven Wasserstoff enthaltenden Verbindungen sind üblicherweise Polyole, primäre
und sekundäre Polyamine sowie Wasser. Zwischen diesen Reaktanden finden während der
Herstellung eines Polyurethanschaumes zwei Hauptreaktionen statt. Diese Reaktionen
müssen grundsätzlich simultan und mit einer kompetitiv ausgewogenen Rate während des
Prozesses ablaufen, um einen Polyurethanschaum mit gewünschten physikalischen Eigenschaften
zu erhalten. Die Reaktion zwischen dem Isocyanat und dem Polyol oder Polyamin, die
üblicherweise als Gelreaktion bezeichnet wird, führt zu der Bildung eines Polymers
mit hohem Molekulargewicht. Der Fortgang dieser Reaktion erhöht die Viskosität des
Gemisches und trägt im Allgemeinen zur Quervernetzungsbildung mit polyfunktionellen
Polyolen bei. Die zweite Hauptreaktion findet zwischen dem Polyisocyanat und Wasser
statt. Diese Reaktion trägt zum Urethan-Polymerwachstum bei und ist für die Bildung
von Kohlendioxidgas, welche das Schäumen unterstützt, wichtig. Demzufolge wird diese
Reaktion oft als die Treibreaktion bezeichnet. Sowohl die Gel- als auch die Treibreaktionen
finden in Schäumen statt, die teilweise oder vollständig mit Kohlendioxidgas getrieben
werden. Wenn zum Beispiel die Kohlendioxidentwicklung im Vergleich mit der Gelreaktion
zu schnell ist, neigt der Schaum zum Kollabieren. Ist alternativ die Gelausdehnungsreaktion
im Vergleich mit der Kohlendioxid erzeugenden Treibreaktion zu schnell, wird der Schaumanstieg
begrenzt, was einen Hochdichte-Schaum ergibt. Ebenfalls werden sich schlecht abgestimmte
Quervernetzungsreaktionen nachteilig auf die Schaumstabilität auswirken.
[0003] Bei den eingesetzten Polyolen handelt es sich im Allgemeinen um Polypropylenglykole,
welche gemäß dem Stand der Technik in den verschiedensten Topologien dargestellt werden
können und sich voneinander im Molekulargewicht, dem Verzweigungsgrad und der OH-Zahl
unterscheiden. Trotz der breiten Strukturvariation dieser Polyole und der damit verbundenen
Maßschneiderung der Polyurethanschäume für nahezu jede Anwendung, weisen die kommerziell
erhältlichen Polyurethanschäume ihre inhärente Brennbarkeit als gravierenden Nachteil
auf. Trotz großer Anstrengungen ist es bisher nicht gelungen absolut unbrennbare PU-Weichschäume
im Markt zu etablieren, obwohl es in den letzten Jahrzehnten nicht an intensiven Forschungsaktivitäten
gefehlt hat, die Flammverzögerungseigenschaften von Polymerschäumen zu verbessern.
[0004] Ein Weg zu brandgehemmten PU-Weichschäumen wird mit den Silicon-Polyurethan-Weichschäumen
beschritten. Hierbei wird die, in Standard-PU-Schäumen verwendete, gut brennbare Polyolkomponente
durch nicht-brennbare OH-terminierte Siloxane ersetzt. Durch den Einsatz von Silicon-Polyurethan-Copolymeren,
d.h. von Polysiloxanen, die auch Polyurethan- und/oder Harnstoffeinheiten enthalten,
ist es möglich, derartige unbrennbare Schaumstoffe zu entwickeln, die neue und auf
die jeweilige Anwendung genau zugeschnittene Kombinationen von Eigenschaften aufweisen.
[0005] Hierzu sei beispielsweise auf
EP 1485419 B1 verwiesen, worin die Herstellung von Silicon-Polyurethan-Schaumstoffen ausgehend
von Alkylamino- oder Alkylhydroxy-terminierten Siliconölen und Diisocyanaten im sog.
"One-Shot-Verfahren" beschrieben ist. Des Weiteren beschreibt
DE 102006013416 A1 die Herstellung von Silicon-PU-Schäumen aus Prepolymeren, welche auf der Basis von
Alkylamino- oder Alkylhydroxy-terminierten Siliconölen und Diisocyanaten in einem
lösungsmittelbasierten Prozess hergestellt werden.
[0006] Den bisher beschriebenen Silicon-Polyurethanschäumen ist gemein, dass sie auf der
Basis von linearen oder nur sehr schwach, aber statistisch in der Seitenketten verzweigte
Siloxanen hergestellt werden. Aufgrund dieser linearen Siloxankette findet bei der
Verschäumung während der Steigphase kein schneller Molmassenaufbau statt, so dass
während der Steigphase nur ein relativ langsamer Viskositätsanstieg erfolgt, wodurch
die Polymermatrix auch nach beendeter Treibreaktion in der Regel leicht fließfähig
ist und deshalb die feine Zellstruktur vor dem vollständigen Aushärten des Schaumes
immer noch kollabieren kann. Selbst wenn nur ein geringer Teil der Zellstruktur in
sich zusammenfällt, führt dies zu einer unregelmäßigen und groben Zellverteilung.
[0007] Um dem Zellkollaps bei Verwendung linearer Polyolkomponenten entgegenzuwirken, dürfen
die Verstrebungen zwischen den einzelnen Schaumzellen während der Steigphase einen
kritischen Durchmesser nicht unterschreiten. So bleibt gewahrt, dass die noch fließfähige
Polymatrix dem drohenden Zusammenfall der Schaumstruktur entgegenwirken kann. Wird
jedoch die gewünschte Schaumdichte zu niedrig gewählt, so werden die Zellverstrebungen
während der Steigphase immer dünner, bis sie schließlich zu flexibel werden, um die
Zellstruktur zu stabilisieren. Dementsprechend werden mit linearen Siloxanen im Allgemeinen
nur Silicon-PU-Schäume mit Dichten deutlich oberhalb 100 kg/m
3 erhalten.
[0008] Hyperverzweigte Polymere sind bereits bekannt und werden z.B. in dem Übersichtsartikel:
C.Gao, D.Yan; Prog. Polym. Sci., 2004, 24, 183-275 in Bezug auf Synthese, Eigenschaften und Anwendungen ausführlich diskutiert. Hyperverzweigte
Polymere zählen zu dendritischen Makromolekülen und besitzen eine stärkere Verzweigung
als konventionell verzweigte Polymere, die hauptsächlich primäre oder sekundäre Zweige
an einer linearen Hauptkette aufweisen. Bisher wurden für die Synthese von hyperverzweigten
Polymeren divergente Synthesemethoden angewandt, wobei ein Monomer, das genau zwei
verschiedene Arten funktioneller Gruppen besitzt, die miteinander aber nicht mit sich
selbst reagieren, wobei die Funktionalität der Monomere insgesamt größer als zwei
ist. Beispiele für geeignete Monomere sind solche, die eine funktionelle Gruppe A
und zwei funktionelle Gruppen B besitzen, also ein AB
2-Monomer. Prinzipiell können alle Monomere AB
x mit x > 1 verwendet werden. Die Verwendung von AB
x-Monomeren in einer monomolekularen Polymerisation ist jedoch nur dann möglich, wenn
die A- und B-Gruppen erst dann miteinander reagieren, wenn es in der Polymersynthese
gewünscht ist, also nach Zugabe eines Katalysators oder durch eine Temperaturerhöhung.
Alternativ dazu kann deshalb die Synthese von hyperverzweigten Polymeren auch mit
zwei verschiedenen Monomertypen erfolgen, die jeweils nur eine Art funktioneller Gruppen,
aber in unterschiedlicher Anzahl aufweisen, wie z.B. A
3- und B
2-Bausteine. Durch eine Reaktion dieser beiden A
3- und B
2-Typen lassen sich dann
in situ A
2B und AB
2-Monomerblöcke erhalten (di-molekulare Polymerisation: allgemein mit A
x und By, wobei x>1 und y>2 sind). Solche Verfahren sind allgemein bekannt und z.B.
in
US-B 6,534,600 beschrieben.
[0009] Gegenstand der Erfindung sind verschäumbare Zubereitungen, die hyperverzweigte Siloxane
(A) der Formel
V- (R
2)
p-m ([SiR
2O]
n-SiR
2R
1)
m (I)
enthalten, worin
V einen p-wertigen Rest bedeutet,
R gleich oder verschieden sein kann und einen einwertigen, gegebenenfalls substituierten
Kohlenwasserstoffrest bedeutet,
R
1 ein Rest der Formel
-Y
a-A-C (O) -NH-Z-NCO (II)
ist, wobei
Y und Z unabhängig voneinander zweiwertige, gegebenenfalls substituierte Kohlenwasserstoffreste,
die mit Heteroatomen unterbrochen sein können, bedeuten,
A die Bedeutung von -O- oder -NR
3- hat mit R
3 gleich Wasserstoffatom oder einwertiger, gegebenenfalls substituierter Kohlenwasserstoffrest
und
a 0 oder 1 ist,
R
2 gleich oder verschieden sein kann und einwertige Reste darstellt,
n eine ganze Zahl größer oder gleich 1 bedeutet,
p eine ganze Zahl größer oder gleich 3 bedeutet und
m eine ganze Zahl größer oder gleich 3 bedeutet,
mit der Maßgabe, dass p größer oder gleich m ist.
[0010] Beispiele für R sind Alkylreste, wie der Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-, iso-Propyl-,
n-Butyl-, iso-Butyl-, tert.-Butyl-, n-Pentyl-, iso-Pentyl-, neo-Pentyl-, tert.-Pentylrest,
Hexylreste, wie der n-Hexylrest, Heptylreste, wie der n-Heptylrest, Octylreste, wie
der n-Octylrest und iso-Octylreste, wie der 2,2,4-Trimethylpentylrest, Nonylreste,
wie der n-Nonylrest, Decylreste, wie der n-Decylrest, Dodecylreste, wie der n-Dodecylrest;
Alkenylreste, wie der Vinyl- und der Allylrest; Cycloalkylreste, wie Cyclopentyl-,
Cyclohexyl-, Cycloheptylreste und Methylcyclohexylreste; Arylreste, wie der Phenyl-
und der Naphthylrest; Alkarylreste, wie o-, m-, p-Tolylreste, Xylylreste und Ethylphenylreste;
Aralkylreste, wie der Benzylrest, der α-und der β-Phenylethylrest.
[0011] Beispiele für substituierte Kohlenwasserstoffreste R sind Methoxymethylenreste, Ethoxymethylenreste,
Dimethylaminomethylen- und Diethylaminomethylenreste.
[0012] Bevorzugt handelt es sich bei Rest R um einwertige, gegebenenfalls substituierte
Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 40 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt um Kohlenwasserstoffreste
mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen, insbesondere um Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 6
Kohlenstoffatomen.
[0013] Beispiele für R
3 sind Wasserstoffatom und die für Rest R angegebenen Beispiele.
[0014] Bevorzugt handelt es sich bei Rest R
3 um Wasserstoffatom.
[0015] Bevorzugt handelt es sich bei Rest A um den Rest -NR
3- mit R
3 gleich der obengenannten Bedeutung.
[0016] Beispiele für Reste Y und Z sind jeweils unabhängig voneinander Ethylenreste, Propylenreste,
Butylenreste, Pentylenreste, Hexamethylenreste, Methyloxyethylenreste, Toluolylenreste,
Methylen-bis-phenylenreste, Phenylenreste, Naphtylenreste, Cyclohexylenreste und Isophoronreste.
[0017] Bevorzugt handelt es sich bei Y um zweiwertige, aliphatische, gegebenenfalls mit
-NCO substituierte Kohlenwasserstoffreste, die mit Heteroatomen unterbrochen sein
können, besonders bevorzugt um Propylen- und Methyloxyethylenreste, insbesondere um
Methyloxyethylenreste.
[0018] Bevorzugt handelt es sich bei Z um zweiwertige, aromatische, gegebenenfalls mit -NCO
substituierte Kohlenwasserstoffreste, die mit Heteroatomen unterbrochen sein können,
besonders bevorzugt um Toluolylen- und Methylen-bis-phenylenreste, insbesondere um
Toluolylenreste.
[0019] Besonders bevorzugt ist a gleich 1.
[0020] Beispiele für Reste R
2 sind Wasserstoffatom, Organyloxyreste, wie Methoxyreste, Ethoxyreste und Phenoxyreste,
gegebenenfalls substituierte Kohlenwasserstoffreste, wie z.B. die bei Rest R genannten
Beispiele, Organyloxymethylenreste, Morpholinomethylenreste, Piperazinomethylenreste,
Acrylamidomethylenreste, Dimethylaminomethylenreste, Diethylaminomethylenreste, Dibutylaminomethylenreste,
Phenoxymethylenreste und Methylmercaptomethylenreste sowie Siloxanylreste, die sowohl
über Sauerstoff wie auch über Silicium an V gebunden sein können.
[0021] Bevorzugt handelt es sich bei Rest R
2 um Organyloxymethylenreste, besonders bevorzugt um den Methoxymethylenrest.
[0022] Beispiele für Rest V sind beliebige, bisher bekannte mehrwertige Reste, wie z.B.
mehrwertige organische Reste, mehrwertige Silylreste und Borsäurereste.
[0023] Bevorzugt handelt es sich bei Rest V um mehrwertige organische Reste oder mehrwertige
Silylreste, besonders bevorzugt um mehrwertige organische Reste.
[0024] Falls es sich bei Rest V um mehrwertige Silylreste handelt, sind SiO
3/2 und SiO
4/2 bevorzugt.
[0025] Falls es sich bei Rest V um mehrwertige organische Reste handelt, sind mehrwertige,
gegebenenfalls mit Stickstoff- und/oder Sauerstoffresten substituierte Kohlenwasserstoffreste
bevorzugt und solche der Formel
W- [R
4-R
5-C (O) -R
6-R
c7- ]
m (IV)
besonders bevorzugt, wobei
W einen p-wertigen Kohlenwasserstoffrest bedeutet, der Heteroatome enthalten kann,
R
4 gleich oder verschieden sein kann und einen zweiwertigen, gegebenenfalls substituierten
Kohlenwasserstoffrest bedeutet,
R
5 gleich oder verschieden sein kann und einen gegebenenfalls substituierten Kohlenwasserstoffrest,
-O- oder -NR
3' - bedeutet mit R
3' gleich einer der oben für R
3 angegebenen Bedeutung,
R
6 gleich oder verschieden sein kann und einen gegebenenfalls substituierten Kohlenwasserstoffrest,
-O- oder -NR
3"- bedeutet mit R
3" gleich einer der oben für R
3 angegebenen Bedeutung,
R
7 gleich oder verschieden sein kann und einen zweiwertigen, gegebenenfalls substituierten
Kohlenwasserstoffrest bedeutet,
c 0 oder 1 ist
und
p und m gleich eine der o.g. Bedeutungen hat, mit der Maßgabe, dass p größer oder
gleich m ist.
[0026] Bevorzugt handelt es sich bei W um dreiwertige, aliphatische oder aromatische, gegebenenfalls
Heteroatome enthaltende Kohlenwasserstoffreste, besonders bevorzugt um Cyanuratreste-
und Biuretreste, insbesondere um Biuretreste.
[0027] Beispiele für Reste R
4 und R
7 sind jeweils unabhängig voneinander die für Y und Z angegebenen Reste.
[0028] Bevorzugt handelt es sich bei R
4 um zweiwertige, gegebenenfalls substituierte Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 10
Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt um Phenylenreste, Tolylenreste und Hexamethylenreste,
insbesondere um Hexamethylenreste.
[0029] Bevorzugt handelt es sich bei Rest R
5 um -NH-.
[0030] Bevorzugt handelt es sich bei Rest R
6 um -O-.
[0031] Bevorzugt handelt es sich bei R
7, an dem im Fall von c=1 die Gruppen ([SiR
2O]
n-SiR
2R
1) sowie gegebenenfalls R
2 gemäß Formel (I) anknüpfen, um zweiwertige, aliphatische, gegebenenfalls substituierte
Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt um Propylen-
und Methyloxyethylenreste, insbesondere um Methyloxyethylenreste. Falls c gleich 0
ist, knüpfen diese Gruppen direkt an R
6 an.
[0032] Besonders bevorzugt ist c gleich 1.
[0033] Die erfindungsgemäß eingesetzten hyperverzweigten Siloxane (A) haben einen Isocyanat-Gehalt
von bevorzugt 0,5 bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt 1 bis 5 Gew.-%.
[0034] Die erfindungsgemäß eingesetzten hyperverzweigten Siloxane (A) haben eine Viskosität
von bevorzugt 100 bis 10 000 mPas, besonders bevorzugt 500 bis 5000 mPas, jeweils
bei 25°C.
[0035] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind hyperverzweigte Siloxane
(A) der Formel
V - (R
2)
p-m([S1R
2O]
n-SiR
2R
1)
m (I),
worin
V einen p-wertigen Rest bedeutet,
R gleich oder verschieden sein kann und einen einwertigen, gegebenenfalls substituierten
Kohlenwasserstoffrest bedeutet,
R
1 gleich oder verschieden sein kann
und einen Rest der Formel (II) bedeutet,
R
2 gleich oder verschieden sein kann und einwertige Reste darstellt,
n eine ganze Zahl größer oder gleich 1 bedeutet, bevorzugt 1 bis 1000, besonders bevorzugt
5 bis 500, insbesondere 10 bis 100,
p eine ganze Zahl größer oder gleich 3, bevorzugt 3 bis 20, besonders bevorzugt 3
oder 4, bedeutet und
m eine ganze Zahl größer oder gleich 3, bevorzugt 3 bis 20, besonders bevorzugt 3
bis 4, bedeutet,
mit der Maßgabe, dass p größer oder gleich m ist.
[0036] Die erfindungsgemäßen hyperverzweigten Siloxane (A) können nach in der Siliciumchemie
gängigen Verfahren hergestellt werden.
[0037] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung werden die erfindungsgemäßen hyperverzweigten
Siloxane (A) der Formel (I) mit V gleich organischem Rest durch Umsetzung von linearen
α,ω-aminoalkylfunktionalisierten, α,ω-hydroxyalkylfunktionalisierten Siloxanen oder
α,ω-hydroxyfunktionalisierten Siloxanen (A1) mit Polyisocyanaten hergestellt. Bei
der Umsetzung kann es sich um ein ein- oder mehrstufiges Verfahren handeln. Falls
es sich um ein zweistufiges Verfahren handelt, wird im ersten Schritt Polyisocyanat
gegenüber den Siloxanen (A1) im Unterschuss verwendet, wobei die hyperverzweigten
Siloxane (A2) erhalten werden. Im nächsten Reaktionsschritt werden dann die hyperverzweigten
Siloxane (A2) mit weiterem Polyisocyanat zur Reaktion gebracht, wobei dieses in einem
Überschuss verwendet wird, so dass pro Mol Aminoalkylreste bzw. hydroxyalkylfunktionelle
Reste der hyperverzweigten Siloxane (A2) mindestens 1 Mol, insbesondere 2 bis 10 Mol,
Isocyanateinheiten eingesetzt werden. Der molare Überschuss an Isocyanaten wird vorzugsweise
bei der Schaumbildung für die Umsetzung mit Wasser verbraucht.
[0038] In einer weiteren bevorzugten Ausführung der Erfindung werden erfindungsgemäße hyperverzweigte
Siloxane (A) der Formel (I) mit V gleich Silylrest in einem zweistufigen Verfahren
erhalten, wobei zunächst lineare α,ω-hydroxyterminierte Siloxane (A3) mit einem gegenüber
(A3) reaktiven Silan, wie z.B. Trimethoxymethylsilan, gegenüber den Siloxanen (A3)
im Unterschuss, umgesetzt werden. Dabei werden hyperverzweigte Siloxane (A4) erhalten,
die dann mit Polyisocyanat zur Reaktion gebracht werden, wobei letzteres in einem
Überschuss verwendet wird, so dass pro Mol Hydroxyreste der hyperverzweigten Siloxane
(A4) mindestens 1 Mol, insbesondere 2 bis 10 Mol, Isocyanateinheiten eingesetzt werden.
Der molare Überschuss an Isocyanaten wird vorzugsweise bei der Schaumbildung für die
Umsetzung mit Wasser verbraucht.
[0039] Gegebenenfalls kann das hyperverzweigte Siloxan (A4) vor der Reaktion mit dem Polyisocyanat
funktionalisiert werden. Bevorzugt erfolgt dabei die Funktionalisierung mit Sila-Cyclen
der Formeln

Zusätzlich zu den Siloxanen (A) können die erfindungsgemäßen Zubereitungen weitere
Stoffe enthalten, wie z.B. Isocyanate (B), Füllstoffe (C), Emulgatoren (D), physikalische
Treibmittel (E), Katalysatoren (F), chemische Treibmittel (G) und Additive (H).
[0040] Als gegebenenfalls eingesetzte Isocyanate (B) können sämtliche bekannten Di- oder
Polyisocyanate eingesetzt werden.
[0041] Bevorzugt werden als Polyisocyanate (B) solche der allgemeinen Formel
Q(NCO)
b (V)
eingesetzt, wobei
Q einen b-funktionellen, gegebenenfalls substituierten Kohlenwasserstoffrest und
b eine ganze Zahl von mindestens 2, bevorzugt von 2 bis 10, besonders bevorzugt 2
oder 4, insbesondere 2 bis 3, bedeutet.
[0042] Vorzugsweise handelt es sich bei Q um gegebenenfalls substituierte Kohlenwasserstoffreste
mit 4 bis 30 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt um Kohlenwasserstoffreste mit
6 bis 25 Kohlenstoffatomen.
[0043] Beispiele für Diisocyanate (B) sind Diisocyanatodiphenylmethan (MDI), sowohl in Form
von rohem oder technischem MDI als auch in Form reiner 4,4'- bzw. 2,4'-Isomeren oder
deren Zubereitungen, Tolylendiisocyanat (TDI) in Form seiner verschiedenen Regioisomeren,
Diisocyanatonaphthalin (NDI), Isophorondiisocyanat (IPDI), 1,3-Bis(1-isocyanato-1-methylethyl)berizene
(TMXDI) oder auch von Hexamethylendiisocyanat (HDI). Beispiele für Polyisocyanate
(B) sind polymeres MDI (p-MDI), Triphenylmethantriisocyanat oder Biuret- oder Isocyanurattrimerisate
der oben genannten Isocyanate. Die Di- und/oder Polyisocyanate (B) können allein oder
im Gemisch eingesetzt werden.
[0044] Bei den Isocyanaten (B) kann es sich um die gleichen handeln, die bei der Herstellung
der Siloxane (A) verwendet werden, insbesondere wenn es sich um ein zweistufiges Herstellungsverfahren
handelt. Dabei kann, falls erwünscht, bei der Herstellung der Siloxane (A) Isocyanat
gleich im Überschuss eingesetzt und die so erhaltene Mischung vorteilhafterweise zur
Herstellung der erfindungsgemäßen Zubereitung gleich weiterverwendet werden.
[0045] Falls die erfindungsgemäßen Zubereitungen Isocyanate (B) enthalten, handelt es sich
um Mengen von bevorzugt 0,1 bis 50 Gewichtsteilen, besonders bevorzugt 0,1 bis 40
Gewichtsteilen, insbesondere 0,1 bis 30 Gewichtsteilen, jeweils bezogen auf 100 Gewichtsteile
hyperverzweigtes Siloxan (A).
[0046] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten bevorzugt Isocyanate (B).
[0047] Falls Füllstoffe (C) eingesetzt werden, kann es sich um sämtliche nicht verstärkende
Füllstoffe, also Füllstoffe mit einer BET-Oberfläche von bis zu 50 m
2/g, wie Kreide, oder verstärkende Füllstoffe, also Füllstoffe mit einer BET-Oberfläche
von mindestens 50 m
2/g, wie Ruß, gefällte Kieselsäure oder pyrogene Kieselsäure, handeln. Insbesondere
hydrophobe wie auch hydrophile pyrogene Kieselsäuren stellen dabei einen bevorzugten
Füllstoff dar. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird eine
hydrophobe pyrogene Kieselsäure eingesetzt, deren Oberfläche mit Trimethylsilylgruppen
modifiziert worden ist. Die eingesetzten Füllstoffe (C) - insbesondere pyrogene Kieselsäuren
- können dabei verschiedene Funktionen wahrnehmen. So können sie zur Einstellung der
Viskosität der verschäumbaren Mischung verwendet werden. Vor allem aber können sie
während der Verschäumung eine "Stützfunktion" wahrnehmen und so zu Schäumen mit besserer
Schaumstruktur führen. Schließlich können auch die mechanischen Eigenschaften der
resultierenden Schäume durch den Einsatz von Füllstoffen (C) - insbesondere durch
den Einsatz von pyrogener Kieselsäure - entscheidend verbessert werden. Des Weiteren
kann als Füllstoff (C) auch Aufblätterungsgraphit zugegeben werden.
[0048] Falls die erfindungsgemäßen Zubereitungen Füllstoffe (C) enthalten, handelt es sich
um Mengen von bevorzugt 0,1 bis 30 Gewichtsteilen, besonders bevorzugt 0,1 bis 20
Gewichtsteilen, insbesondere 0,1 bis 15 Gewichtsteilen, jeweils bezogen auf 100 Gewichtsteile
Siloxan (A).
[0049] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten bevorzugt Füllstoffe (C).
[0050] In vielen Fällen ist es von Vorteil, den schäumbaren Zubereitungen Emulgatoren (D)
zuzugeben. Als geeignete Emulgatoren (D), die auch als Schaumstabilisatoren dienen,
können beispielsweise alle handelsüblichen durch Polyetherseitenketten modifizierten
Siliconoligomere eingesetzt werden, die auch zur Herstellung von herkömmlichen Polyurethanschäumen
eingesetzt werden.
[0051] Falls Emulgatoren (D) eingesetzt werden, handelt es sich um Mengen von bevorzugt
bis zu 6 Gew.-%, besonders bevorzugt von 0,3 bis 3 Gew.-%, jeweils bezogen auf das
Gesamtgewicht der schäumbaren Zubereitungen.
[0052] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten bevorzugt Emulgatoren (D).
[0053] Zudem können die Zubereitungen auch Verbindungen (E) enthalten, die als physikalische
Treibmittel dienen können. Als Bestandteil (E) werden bevorzugt niedermolekulare Kohlenwasserstoffe
wie z.B. Propan, Butan oder Cyclopentan, Dimethylether, fluorierte Kohlenwasserstoffe
wie 1,1-Difluorethan oder 1,1,1,2-Tetrafluorethan oder CO
2 verwendet. Die Schaumherstellung kann dabei gegebenenfalls ausschließlich durch die
physikalischen Treibmittel (E) erfolgen. Meist allerdings erfolgt die Schaumbildung
vor allem durch eine Reaktion der isocyanatfunktionellen Siloxane mit der Komponente
(G) als chemischem Treibmittel. Doch auch in diesem Fall kann ein Einsatz physikalischer
Treibmittel (E) in Kombination mit Bestandteil (G) als chemischem Treibmittel vorteilhaft
sein, um so zu Schäumen mit geringerer Dichte zu gelangen.
[0054] Falls die erfindungsgemäßen Zubereitungen Bestandteil (E) enthalten, handelt es sich
um Mengen von bevorzugt 0,1 bis 30 Gewichtsteilen, besonders bevorzugt 0,1 bis 20
Gewichtsteilen, insbesondere 0,1 bis 15 Gewichtsteile, jeweils bezogen auf 100 Gewichtsteile
Siloxan (A).
[0055] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten bevorzugt kein physikalisches Treibmittel
(E).
[0056] Des Weiteren können die erfindungsgemäßen schäumbaren Zubereitungen Katalysatoren
(F) enthalten, die die Schaumhärtung beschleunigen. Als Katalysatoren (F) sind u.a.
Organozinnverbindungen geeignet. Beispiele sind Dibutylzinndilaurat, Dioctylzinndilaurat,
Dibutylzinndiacetat, Dibutylzinndioctoat oder Di-butylzinn-bis-(dodecylmercaptid).
Zudem kommen auch zinnfreie Katalysatoren (F), wie z.B. Schwermetallverbindungen oder
Amine, in Frage. Als Beispiel für zinnfreie Katalysatoren sei Eisen(III)-acetylacetonat,
Zink(II)-octoat, Zirkonium(IV)-acetylacetonat und Bismut(III)-neodecanoat genannt.
Beispiele für Amine sind Triethylamin, Tributylamin, 1,4-Diazabicyclo[2,2,2]-octan,
N,N-Bis-(N,N-dimethyl-2-aminoethyl)-methylamin, N,N-Dimethylcyclohexylamin, N,N-Dimethylphenylamin,
Bis-N,N-dimethylaminoethylether, N,N-Dimethyl-2-aminoethanol, N,N-Dimethylaminopyridin,
N,N,N,N-Tetramethyl-bis-(2-Aminoethylmethylamin, 1,5-Diazabicyclo[4.3.0]non-5-en,
1,8-Diazabicyclo[5.4.0]undec-7-en, N-Ethyirnorpizoiin oder N,N'-Dimethylaminopyridin.
[0057] Die Katalysatoren (F) können einzeln oder als Gemisch eingesetzt werden. Gegebenenfalls
können die bei der Herstellung der Siloxane (A) eingesetzten Katalysatoren gleichzeitig
auch als Katalysatoren (F) zur Schaumhärtung dienen.
[0058] Falls Katalysator (F) eingesetzt wird, handelt es sich um Mengen von bevorzugt 0,1
bis 6,0 Gew.-%, besonders bevorzugt von 0,3 bis 4,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das
Gesamtgewicht der erfindungsgemäßen verschäumbaren Zubereitung.
[0059] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten bevorzugt Katalysatoren (F).
[0060] Als chemische Treibmittel (G) können prinzipiell sowohl Wasser wie auch sämtliche
Verbindungen mit bevorzugt mindestens einer gegenüber Isocyanat reaktiven Funktion
dienen.
[0061] Beispiele für Bestandteil (G) sind aminoalkyl- oder hydroxyfunktionelle Siloxane,
die unterschiedlich sind zu Komponente (A) monomere Alkohole, monomere Diole, wie
Glycol, Propandiol und Butandiol, monomere Oligoole, wie Pentaerythrit oder Trihydroxymehtylethan,
oligomere oder polymere Alkohole mit einer, zwei oder mehreren Hydroxylgruppen, wie
Etylen- oder Propylenglykole, Wasser, monomere Amine mit einer, zwei oder mehreren
Aminfunktionen, wie Etylendiamin und Hexamethylendiamin, sowie auch oligomere oder
polymere Amine mit einer, zwei oder mehreren Aminfunktionen.
[0062] Falls Bestandteil (G) eingesetzt wird, handelt es sich bevorzugt um Hydroxyverbindungen,
wobei Wasser besonders bevorzugt ist.
[0063] Falls Bestandteil (G) eingesetzt wird, handelt es sich um Mengen von bevorzugt 0,1
bis 20 Gewichtsteilen, besonders bevorzugt von 0,1 bis 15 Gewichtsteilen, insbesondere
von 0,1 bis 10 Gewichtsteilen, jeweils bezogen auf 100 Gewichtsteile Siloxan (A) .
[0064] Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen Bestandteil (G) .
[0065] Weiterhin kann als Additive (H) auch der Zusatz von Zellregulantien, Thixotropiermitteln
und/oder Weichmachern vorteilhaft sein. Zur Verbesserung der Brandbeständigkeit können
den schäumbaren Zubereitungen zudem Flammschutzmittel zugesetzt werden, z.B. phosphorhaltige
Verbindungen, vor allem Phosphate und Phosphonate, sowie auch halogenierte Polyester
und Polyole oder Chlorparaffine.
[0066] Falls Additive (H) eingesetzt werden, handelt es sich um Mengen von bevorzugt 0,1
bis 30 Gewichtsteilen, besonders bevorzugt von 0,1 bis 20 Gewichtsteilen, insbesondere
von 0,1 bis 15 Gewichtsteilen, jeweils bezogen auf 100 Gewichtsteile Siloxan (A).
[0067] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten bevorzugt keine Additive (H).
[0068] Bei den erfindungsgemäß eingesetzten Komponenten kann es sich jeweils um eine Art
einer solchen Komponente wie auch um ein Gemisch aus mindestens zwei Arten einer jeweiligen
Komponente handeln.
[0069] Bevorzugt handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Zubereitungen um solche enthaltend
- (A) Siloxane gemäß der Formel (I),
gegebenenfalls
- (B) Isocyanate,
gegebenenfalls
- (C) Füllstoffe,
gegebenenfalls
- (D) Emulgatoren,
gegebenenfalls
- (E) physikalische Treibmittel,
gegebenenfalls
- (F) Katalysatoren,
gegebenenfalls
- (G) chemische Treibmittel und
gegebenenfalls
- (H) Additive,
wobei die erfindungsgemäßen Zubereitungen mindestens ein Treibmittel, ausgewählt aus
Komponenten (E) und (G) enthalten, insbesondere mindestens (G).
[0070] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten außer der Komponente (A) sowie gegebenenfalls
einem oder mehreren der Komponenten (B) bis (H) bevorzugt keine weiteren Bestandteile.
[0071] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können nun nach beliebigen und an sich bekannten
Verfahren, wie einfaches Vermischen der einzelnen Komponenten, hergestellt werden,
wobei auch Vormischungen einzelner Bestandteile hergestellt werden können. Dabei können
1-komponentige Systeme wie auch 2-komponentige Systeme hergestellt werden.
[0072] Werden die erfindungsgemäßen Zubereitungen in Form von 2-komponentigen Systemen bereitgestellt,
was bevorzugt ist, so können die beiden Komponenten der erfindungsgemäßen verschäumbaren
Zubereitung alle Bestandteile in beliebigen Kombinationen und Mengenverhältnissen
enthalten, mit der Maßgabe, dass eine Komponente nicht gleichzeitig die Bestandteile
(A) und (G) bzw. (B) und (G) enthält.
[0073] So wird z.B. zur Herstellung der erfindungsgemäßen Zubereitung bevorzugt eine Mischung
enthaltend Bestandteil (A), gegebenenfalls Bestandteil (B), gegebenenfalls Bestandteil
(C), gegebenenfalls Bestandteil (D) und gegebenenfalls Bestandteil (H) als Komponente
1 zubereitet sowie eine Komponente 2 enthaltend Bestandteil (G), gegebenenfalls Bestandteil
(D) und gegebenenfalls Bestandteil (F), die dann zur Herstellung des erfindungsgemäßen
Schaumes miteinander vermischt werden.
[0074] Es können jedoch auch - falls erwünscht - zur Herstellung der erfindungsgemäßen Zubereitung
alle Bestandteile in einem Schritt miteinander vermischt werden. Bei diesen 1-komponentigen
Systemen erfolgt die Schaumbildung dann bevorzugt durch Einsatz eines physikalischen
Treibmittels (E). Nach dem Aufbringen des Schaums härtet dieser dann durch die Reaktion
mit Luftfeuchtigkeit gleich aus.
[0075] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen sind bevorzugt flüssig bis zähviskos und haben
eine Viskosität von bevorzugt 250 bis 10 000 mPas, besonders bevorzugt 500 bis 5 000
mPas bei 25°C.
[0076] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen dienen bevorzugt zur Herstellung von Schäumen,
besonders bevorzugt von Hart- oder Weichschäumen, insbesondere von Weichschäumen.
[0077] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
siliconhaltiger Polyurethanschäume, dadurch gekennzeichnet, dass hyperverzweigte Siloxane
(A) und mindestens ein Treibmittel vermischt und reagieren gelassen werden.
[0078] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden hyperverzweigtes
Siloxan (A), Katalysator (F) und chemisches Treibmittel (G) vermischt und reagieren
gelassen.
[0079] Das erfindungsgemäße Verfahren wird bei Temperaturen von bevorzugt 0 bis 100°C, besonders
bevorzugt 10 bis 40°C, insbesondere 15 bis 30°C, durchgeführt.
[0080] Das erfindungsgemäße Verfahren wird bevorzugt beim Druck der umgebenden Atmosphäre,
also etwa 900 bis 1100 hPa, durchgeführt.
[0081] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird bevorzugt CO
2 freigesetzt, das größtenteils für den Aufbau der erfindungsgemäßen Schaumstruktur
verantwortlich ist.
[0082] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind Schäume, herstellbar durch Umsetzung von
hyperverzweigten Siloxanen (A) mit mindestens einem Treibmittel.
[0083] Die erfindungsgemäßen Schäume zeichnen sich durch eine feine, offenzellige Schaumstruktur
aus. Ihre mechanischen Eigenschaften entsprechen denen kommerziell verfügbarer PU-Schäume.
[0084] Die erfindungsgemäßen Schäume weisen eine Dichte von bevorzugt 10 bis 500 kg/m
3, besonders bevorzugt 15 bis 200 kg/m
3, insbesondere 20 bis 120 kg/m
3, auf.
[0085] Die erfindungsgemäßen Schäume können überall dort eingesetzt werden, wo auch bisher
Polyurethanschäume eingesetzt worden sind. Insbesondere eignen sie sich für Polsterungen,
Wärme- und Geräuschisolierungen.
[0086] Die erfindungsgemäßen verschäumbaren Zubereitungen haben den Vorteil, dass sie auf
sehr einfache Weise und mit den bisher bekannten Methoden aus der PU-Technologie verarbeitet
werden können.
[0087] Des Weiteren haben die erfindungsgemäßen Zubereitungen den Vorteil, dass sie mit
kommerziell leicht verfügbaren Edukten hergestellt werden können.
[0088] Ferner haben die erfindungsgemäßen Zubereitungen den Vorteil, dass sie leicht verarbeitbar
sind und niedrigviskos hergestellt werden können.
[0089] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen den Vorteil, dass Silicon-Polyurethanschäume
mit geringen Dichte hergestellt werden können.
[0090] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von siliconhaltigen PU-Schäumen hat
den Vorteil, dass es einfach in der Durchführung ist.
[0091] Des Weiteren haben die erfindungsgemäßen Schäume den Vorteil, dass sie flexibel und
äußerst schwer entflammbar sind.
[0092] Die erfindungsgemäßen Schäume haben ferner den Vorteil, dass sie hohe mechanische
Festigkeiten, insbesondere in Kombination mit geringen Schaumdichten, aufweisen.
[0093] In den nachfolgenden Beispielen beziehen sich alle Angaben von Teilen und Prozentsätzen,
soweit nicht anders angegeben, auf das Gewicht. Sofern nicht anders angegeben, werden
die folgenden Beispiele bei einem Druck der umgebenden Atmosphäre, also bei etwa 1000
hPa, und bei Raumtemperatur, also etwa 20°C bzw. einer Temperatur, die sich beim Zusammengeben
der Reaktanden bei Raumtemperatur ohne zusätzliche Heizung oder Kühlung einstellt,
durchgeführt. Alle in den Beispielen angeführten Viskositätsangaben sollen sich auf
eine Temperatur von 25°C beziehen.
Vergleichsbeispiel 1
[0094] Zu einer Lösung von 50,00 g eines linearen Organopolysiloxans der Formel H
2N-(CH
2)
3-[Si(CH
3)
2-O]
129Si(CH
3)
2-(CH
2)
3-NH
2 in 100 ml absolutem Methylethylketon unter Inertgasatmosphäre wurden bei 0°C 5,2
g Tolylendiisocyanat (TDI) gelöst in 50 ml absolutem Methylethylketon über einen Zeitraum
von einer Stunde langsam zugetropft. Das so erhaltene Reaktionsgemisch, welches neben
51,7 g Isocyanatosiloxan noch 3,5 g TDI enthielt, wurde dann bei einem Druck von 10
mbar vom Lösungsmittel befreit.
[0095] 20,00 g des so erhaltenen Prepolymeren wurden mit 0,20 g Bis-(2-dimethylaminoethyl)ether
(käuflich erhältlich unter der Bezeichnung "Jeffcat
® ZF-20" von Huntsman Corp., D-Hamburg) als Katalysator und 0,15 g Emulgator (käuflich
erhältlich unter der Bezeichnung Belsil
® DMC 3071VP bei Wacker Chemie AG, D-München) versetzt. Das so erhaltene Gemisch wurde
zunächst mit einem schnelllaufenden KPG-Rührer zu einer homogenen Emulsion verarbeitet.
Anschließend wurden 0,16 g Wasser schnell zugegeben und wieder durch einen schnelllaufenden
KPG-Rührer zu einer homogenen Mischung emulgiert. Nach ca. 5 Sekunden setzte eine
exotherme Reaktion mit Schaumentwicklung ein. Die Schaumbildung war nach weiteren
ca. 40 Sekunden abgeschlossen, während die Wärmeentwicklung noch ca. 30 Sekunden anhielt.
Es resultierte ein farbloser, flexibler, unbrennbarer Weichschaum mit einer Dichte
von 130 kg/m
3.
Vergleichsbeispiel 2
[0096] Zu einer Lösung von 50,00 g eines linearen Organopolysiloxans der Formel H
2N-(CH
2)
3-[Si(CH
3)
2-O]
129Si(CH
3)
2-(CH
2)
3-NH
2 in 100 ml absolutem Methylethylketon unter Inertgasatmosphäre wurden bei 0°C 8,7
g Tolylendiisocyanat (TDI) gelöst in 50 ml absolutem Methylethylketon über einen Zeitraum
von einer Stunde langsam zugetropft. Das so erhaltene Reaktionsgemisch, welches neben
51,7 g Isocyanatosiloxan noch 6,9 g TDI enthielt, wurde dann bei einem Druck von 10
mbar vom Lösungsmittel befreit.
[0097] 20,00 g des so erhaltenen Prepolymeren wurden mit 0,20 g Bis-(2-dimethylaminoethyl)ether
(käuflich erhältlich unter der Bezeichnung "Jeffcat® ZF-20" von Huntsman Corp., D-Hamburg)
als Katalysator und 0,15 g Emulgator (käuflich erhältlich unter der Bezeichnung Belsil®
DMC 3071VP bei Wacker Chemie AG, D-München) versetzt. Das so erhaltene Gemisch wurde
zunächst mit einem schnelllaufenden KPG-Rührer zu einer homogenen Emulsion verarbeitet.
Anschließend wurden 0,28 g Wasser schnell zugegeben und wieder durch einen schnelllaufenden
KPG-Rührer zu einer homogenen Mischung emulgiert. Nach ca. 5 Sekunden setzte eine
exotherme Reaktion mit Schaumentwicklung ein, die nach weiteren 20 Sekunden mit einem
Kollabieren der Schaumstruktur endete.
Beispiel 1
[0098] 60,00 g eines linearen Organopolysiloxans der Formel HO-(CH
2)
2-O- (CH
2) -[Si (CH
3)
2-O]
39Si (CH
3)
2- (CH
2) -O- (CH
2)
2-OH und 3,4 g trifunktionelles Isocyanat (käuflich erhältlich unter der Bezeichnung
Desmodur® N3300 bei der Bayer MaterialScience AG, D-Leverkusen) wurden unter Inertgasatmosphäre
in 100 ml absolutem Aceton umgesetzt. Die Reaktion wurde mit 20 mg Zinn-(II)-(2-ethylhexanoat)
katalysiert und 1 Stunde bei 50°C gerührt. Im Anschluss daran wurden 13,0 g Tolylendiisocyanat
(TDI) dem Reaktionsgemisch zugefügt und weitere 30 min bei 50°C zur Reaktion gebracht,
wobei die Hydroxylgruppen des Organosiloxans vollständig abreagierten. Das so erhaltene
Reaktionsgemisch, welches neben 63,5 g hyperverzweigtem Isocyanatosiloxan noch 9,5
g TDI enthielt, wurde dann mit 20 mg Benzoylchlorid versetzt und bei einem Druck von
10 mbar vom Lösungsmittel befreit.
[0099] 20,00 g des so erhaltenen Gemischs wurden mit 0,20 g Bis-(2-dimethylaminoethyl)ether
(käuflich erhältlich unter der Bezeichnung "Jeffcat® ZF-20" von Huntsman Corp., D-Hamburg)
als Katalysator und 0,10 g Emulgator (käuflich erhältlich unter der Bezeichnung Belsil®
DMC 3071VP bei Wacker Chemie AG, D-München) versetzt. Das so erhaltene Gemisch wurde
zunächst mit einem schnelllaufenden KPG-Rührer zu einer homogenen Emulsion verarbeitet.
Anschließend wurden 0,32 g Wasser schnell zugegeben und wieder durch einen schnelllaufenden
KPG-Rührer zu einer homogenen Mischung emulgiert. Nach ca. 5 Sekunden setzte eine
exotherme Reaktion mit Schaumentwicklung ein. Die Schaumbildung war nach weiteren
ca. 40 Sekunden abgeschlossen, während die Wärmeentwicklung noch ca. 30 Sekunden anhielt.
Es resultierte ein farbloser, flexibler, unbrennbarer Weichschaum mit einer Dichte
von 70 kg/m
3.
Beispiel 2
[0100] 60,00 g eines linearen Organopolysiloxans der Formel HO-(CH
2)
2-O-(CH
2)-[Si(CH
3)
2-O]
39Si(CH
3)
2-(CH
2)-O-(CH
2)
2-OH und 3,4 g trifunktionelles Isocyanat (käuflich erhältlich unter der Bezeichnung
Desmodur® N3300 bei der Bayer MaterialScience AG, D-Leverkusen) wurden unter Inertgasatmosphäre
in 100 ml absolutem Aceton umgesetzt. Die Reaktion wurde mit 20 mg Zinn-(II)-(2-ethylhexanoat)
katalysiert und 1 Stunde bei 50°C gerührt. Im Anschluss daran wurden 15,0 g Tolylendiisocyanat
(TDI) dem Reaktionsgemisch zugefügt und weitere 30 min bei 50°C zur Reaktion gebracht,
wobei die Hydroxylgruppen des Organosiloxans vollständig abreagierten. Das so erhaltene
Reaktionsgemisch, welches neben 63,5 g hyperverzweigtem Isocyanatosiloxan noch 11,5
g TDI enthielt, wurde dann mit 20 mg Benzoylchlorid versetzt und bei einem Druck von
10 mbar vom Lösungsmittel befreit.
[0101] 20,00 g des so erhaltenen Gemischs wurden mit 0,20 g Bis-(2-dimethylaminoethyl)ether
(käuflich erhältlich unter der Bezeichnung "Jeffcat® ZF-20" von Huntsman Corp., D-Hamburg)
als Katalysator und 0,10 g Emulgator (käuflich erhältlich unter der Bezeichnung Belsil®
DMC 3071VP bei Wacker Chemie AG, D-München) versetzt. Das so erhaltene Gemisch wurde
zunächst mit einem schnelllaufenden KPG-Rührer zu einer homogenen Emulsion verarbeitet.
Anschließend wurden 0,36 g Wasser schnell zugegeben und wieder durch einen schnelllaufenden
KPG-Rührer zu einer homogenen Mischung emulgiert. Nach ca. 5 Sekunden setzte eine
exotherme Reaktion mit Schaumentwicklung ein. Die Schaumbildung war nach weiteren
ca. 40 Sekunden abgeschlossen, während die Wärmeentwicklung noch ca. 30 Sekunden anhielt.
Es resultierte ein farbloser, flexibler, unbrennbarer Weichschaum mit einer Dichte
von 55 kg/m
3.
Beispiel 3
[0102] 60,00 g eines linearen Siloxans der Formel HO-[Si(CH
3)
2-O]
39-Si(CH
3)
2-OH wurden zunächst mit 0,33 g Methoxymethyltrimethoxysilan 15 min bei 80°C in Gegenwart
von 100 ppm Lithiummethylat als Katalysator zur Reaktion gebracht. Anschließend wurden
0,81 g 2,2-Dimethyl-2-sila-1,4-dioxacylohexan zugegeben und weitere 30 min bei 80°C
gerührt. Nach beendeter Reaktion wurde das hyperverzweigte Siloxan mit 100 ppm Essigsäure
neutralisiert und bei 10 mbar für 15 min im Vakuum von Nebenprodukten befreit. Anschließend
wurde dieses in 100 ml absoultem Aceton aufgenommen und mit mit 13,0 g Tolylendiisocyanat
versetzt. Die so erhaltene Reaktionsmischung wurde dann für 30 min bei 50°C in Gegenwart
von 20 mg Zinn-(II)-(2-ethylhexanoat) als Katalysator gerührt, wobei die Hydroxylgruppen
des Organosiloxans vollständig abreagierten. Das Reaktionsgemisch enthält danach neben
64,5 g hyperverzweigtem Isocyanatosiloxan noch 9,5 g TDI. Im Anschluss daran wurde
dieses mit 20 mg Benzoylchlorid versetzt und bei einem Druck von 10 mbar vom Lösungsmittel
befreit.
[0103] 20,00 g des so erhaltenen Gemischs wurden mit 0,20 g Bis-(2-dimethylaminoethyl)ether
(käuflich erhältlich unter der Bezeichnung "Jeffcat® ZF-20" von Huntsman Corp., D-Hamburg)
als Katalysator und 0,15 g Emulgator (käuflich erhältlich unter der Bezeichnung Belsil®
DMC 3071VP bei Wacker Chemie AG, D-München) versetzt. Das so erhaltene Gemisch wurde
zunächst mit einem schnelllaufenden KPG-Rührer zu einer homogenen Emulsion verarbeitet.
Anschließend wurden 0,316 g Wasser schnell zugegeben und wieder durch einen schnelllaufenden
KPG-Rührer zu einer homogenen Mischung emulgiert. Nach ca. 5 Sekunden setzte eine
exotherme Reaktion mit Schaumentwicklung ein. Die Schaumbildung war nach weiteren
ca. 40 Sekunden abgeschlossen, während die Wärmeentwicklung noch ca. 30 Sekunden anhielt.
Es resultierte ein farbloser, flexibler, unbrennbarer Weichschaum mit einer Dichte
von 70 kg/m
3.