[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung einer Soll-Drehzahl
unterhalb der Anlegedrehzahl einer Wäschetrommel, sowie ein Verfahren zum Behandeln
von Waschgut unter Verwendung des genannten Verfahrens. Weiterhin betrifft die Erfindung
eine Wäschebehandlungsvorrichtung, welche mit einem Steuerelement für die Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgerüstet ist.
[0002] Im Stand der Technik sind bereits Wasch- und/oder Spülverfahren für automatische
Vollwaschautomaten bekannt, bei denen zur Verbesserung der Waschwirkung die Wäschetrommel
während des Wasch- und Spülprozesses zeitweise mit wechselnden Drehzahlen und Drehrichtungen
angetrieben wird. Ein derartiges Verfahren ist aus
EP 0 618 323 A1 bekannt. Bei diesem Verfahren soll das Waschgut während des Wasch- oder Spülbetriebes
bei einer Drehzahl deutlich unterhalb der so genannten Anlegedrehzahl, bei welcher
die Wäsche durch die Fliehkraft an die Trommelwand gedrückt wird, Wasser aufnehmen.
Durch diese niedrige Drehzahl soll eine möglichst gute Durchflutung des Waschgutes
erreicht werden. Das aufgenommene Wasser soll dann beim Betrieb bei einer Drehzahl
deutlich oberhalb der Anlegedrehzahl wieder aus dem Waschgut ausgetrieben werden.
Dieses Verfahren ist auch als Wasch-Schleudern bekannt.
[0003] Es gibt auch Wäschetrommeln, die mit einer Schöpfvorrichtung ausgestattet sind. Ist
eine solche Schöpfvorrichtung vorhanden, so werden die Drehzahl und die Drehrichtung
derart gewählt, dass die Schöpfvorrichtung zusätzlich die Wasseraufnahme des Waschgutes
unterstützt. Somit wird bei diesem bekannten Verfahren eine gute Durchflutung des
Waschguts erreicht. Eine Schwäche dieses Verfahrens wirkt sich insbesondere bei großen
Waschgutbeladungen aus. Dabei wird nämlich eine nur geringe Waschmechanik auf das
Waschgut ausgeübt. Beim Betrieb der Wäschetrommel bei Drehzahlen deutlich unterhalb
der Anlegedrehzahl führt das Waschgut eine so genannte Rollbewegung aus. Die Waschmechanik,
bestehend aus Stauchung und Reibung zwischen den einzelnen Waschgutstücken ist im
oben genannten Verfahren der
EP 0 618 323 A1 während des Betriebs mit Drehzahlen deutlich unterhalb der Anlegedrehzahl erheblich
vermindert. Beim Antrieb der Wäschetrommel oberhalb der Anlegedrehzahl fehlt sie sogar
ganz, da die einzelnen Stücke des Waschguts fest an der Wäschetrommelwand anliegen.
[0004] Aufbauend auf den genannten Verfahren wurde im Stand der Technik bereits versucht,
durch Vorwahl bestimmter unterschiedlicher Drehzahlen, die Waschmechanik zu erhöhen.
Eine verbesserte Waschmechanik ist insbesondere bei wenig empfindlicher Wäsche wünschenswert,
da sonst eine zu geringe Reinigungswirkung erzielt wird und kein optimales Waschergebnis
erreicht werden kann.
[0005] In der
DE 103 26 551 A1 wird daher vorgeschlagen, innerhalb des Wasch- und/oder Spülprozesses die Wäschetrommel
in mindestens einer Phase intensiver Waschgutdurchflutung und in mindestens einer
Phase hoher Waschmechanik anzutreiben. Diese Phasen folgen innerhalb des Wasch- und/oder
Spülprozesses mindestens einmal aufeinander. In der Phase intensiver Waschgutdurchflutung
wird die Wäschetrommel in der einen Richtung auf eine Drehzahl deutlich oberhalb der
Anlegedrehzahl und in der anderen Richtung auf eine zweite Drehzahl deutlich unterhalb
der Anlegedrehzahl beschleunigt. In der Phase hoher Waschmechanik wird die Wäschetrommel
in beiden Drehrichtungen auf Drehzahlen, bei denen die einzelnen Waschgutstücke stark
gestaucht werden und sich stark aneinander reiben, beschleunigt. Nicht offenbart ist
jedoch ein Verfahren, mit welchem für ein jeweiliges Waschprogramm, eine jeweilige
Art des Waschgutes und eine jeweilige Beladungsmenge die für die genannten Phasen
optimalen Drehzahlen ermittelt werden.
[0006] Die
DE 196 19 603 A1 schlägt vor, unterschiedlichen Beladungsmengen und den daraus resultierenden unterschiedlich
starken Waschmechanikeinwirkungen bei feststehender Drehzahl dadurch zu begegnen,
dass die Drehzahl alternierend und in Abhängigkeit von der jeweiligen Position der
Mitnehmer erhöht oder erniedrigt wird. Hier stellt sich jedoch nach wie vor das Problem,
dass die Drehzahländerung von unterschiedlichen Beladungen unabhängig ist.
[0007] Die
DE 102 17 009 C1 offenbart ein Waschverfahren, bei dem ein unterer und ein oberer Wert für die Trommel-Drehzahlen
in Abhängigkeit von der Beladung festgesetzt werden und die Trommel bei unterschiedlichen
Drehzahlen betrieben wird.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, ein Verfahren bereitzustellen,
mit welchem für jede beliebige Beladung und jedes beliebige Waschprogramm die jeweils
optimale Drehzahl für eine größtmögliche Waschmechanik ermittelt und verwendet werden
kann.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Bestimmung einer Soll-Drehzahl
(n) unterhalb einer Anlegedrehzahl einer Wäschetrommel einer Wäschebehandlungsvorrichtung
mit einem Antrieb und einem Schwingsystem, wobei eine Abhängigkeit einer jeweiligen
Mechanikeinwirkung auf ein in der Wäschetrommel befindliches Waschgut von der jeweiligen
Soll-Drehzahl (n) der Wäschetrommel dazu verwendet wird, diejenige Soll-Drehzahl (n)
zu ermitteln, bei welcher die Mechanikeinwirkung am größten ist,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
i) Antreiben der Wäschetrommel bei mindestens zwei unterschiedlichen Soll-Drehzahlen
(n1 bis nx) unterhalb der Anlegedrehzahl für jeweils einen vorbestimmten Zeitraum
(Δtn),
ii) Messen eines Schwingsystembewegungswertes (s1 bis sx) bei jeder Soll-Drehzahl
(n1 bis nx),
iii) Vergleichen der Werte (s1 bis sx) untereinander, Bestimmen des höchsten Wertes
(s) und Bestimmen derjenigen Soll-Drehzahl (n), die dem höchsten Schwingsystembewegungswert
(s) zugeordnet ist.
[0010] Während eines herkömmlichen Wasch- und/oder Spülprozesses wird die Wäschetrommel,
in der Regel reversierend, mit einer so genannten Waschdrehzahl betrieben, welche
für herkömmliche Waschmaschinen bei ca. 55 min
-1 liegt. Diese Drehzahl wird während der Geräteentwicklung einmalig empirisch ermittelt
und im Waschprogramm festgelegt. Wenn nun die Wäschetrommel mit Waschgut beladen,
ggf. benetzt und bei der Waschdrehzahl betrieben wird, sollte es zu einer gewissen
Mechanikeinwirkung kommen.
[0011] Der Ausdruck Waschgut im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst zum einen Textilien,
insbesondere Wäsche, aber auch generell alle Gegenstände, die in einer herkömmlichen
Waschmaschine behandelt werden können.
[0012] Unter dem Begriff "Waschmechanik" oder "Mechanikeinwirkung" versteht man die Kräfte,
welche auf das Waschgut einwirken, wenn die Wäschetrommel bewegt wird. Insbesondere
wird hierunter ein Vorgang verstanden, bei dem die Waschgutstücke durch s die in der
Wäschetrommel angeordneten Mitnehmer mitgenommen und angehoben werden und, sobald
sie durch die Drehung der Trommel einen so hohen Punkt erreicht haben, dass sie nicht
mehr durch die Mitnehmer gehalten werden, wieder herunterfallen. Das Aufprallen der
herabfallenden Waschgutstücke auf unten liegende Waschgutstücke oder auch die Oberfläche
der Waschlauge hat eine gute Reinigungswirkung und ist einem Walkvorgang ähnlich.
Die Drehzahl, bei der die Waschgutstücke der größten oben beschriebenen Waschmechanik
ausgesetzt sind, ist die Drehzahl, die in dem erfindungsgemäßen Verfahren ermittelt
wird.
[0013] Wie bereits erwähnt, wird eine Wäschetrommel beim Betrieb mit einer vorgegebenen
Soll-Drehzahl betrieben (ca. 55 min
-1). Die tatsächliche Ist-Drehzahl schwankt jedoch je nach Art und Menge der Beladung.
Außerdem verursacht der während des Drehens der Wäschetrommel erzeugte Wäschefall
nicht unbeträchtliche Auslenkungen auf das federnd aufgehängte Schwingsystem.
[0014] Unter dem Schwingsystem einer Waschmaschine versteht man die Trommel, den zugehörigen
Laugenbehälter sowie die Federn und Dämpfer, an denen der Laugenbehälter aufgehängt
ist. Die Stärke der Waschmechanik korreliert somit mit der Stärke der Schwingsystembewegung.
[0015] Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass es möglich ist, die Schwingsystembewegungen
bei Soll-Drehzahlen unterhalb der Anlegedrehzahl so genau zu messen, dass daraus Rückschlüsse
auf die Waschmechanik gezogen werden können. Durch Messen der Schwingsystembewegung
des Wäschepflegevorgangs, in der Regel während des Waschens oder auch während des
Spülens, mit geeigneten Sensoren bei unterschiedlichen Soll-Drehzahlen n1-nx innerhalb
eines Bereiches, welcher unterhalb der Anlegedrehzahl liegt, kann für die jeweilige
Beladung und das jeweilige Waschprogramm die optimale Waschdrehzahl ermittelt und
ggf. entsprechend in jedem Programmablauf neu festgelegt werden.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst somit vorzugsweise den zusätzlichen Schritt
des Bewegens der Trommel bei der zuvor bestimmten Soll-Drehzahl n, bei der die größtmögliche
Mechanikeinwirkung auf das Waschgut erreicht wird. Somit stellt die vorliegende Erfindung
auch ein Wäschebehandlungsverfahren bereit, mit welchem Waschgut unter größtmöglicher
Mechanikeinwirkung gewaschen oder getrocknet oder auf sonstige Weise behandelt werden
kann.
[0017] Für das oben genannte erfindungsgemäße Verfahren werden zumindest zwei Soll-Drehzahlen
vorbestimmt, vorzugsweise sind es mindestens drei (n1, n2 und n3), noch stärker bevorzugt
mindestens vier (n1, n2, n3 und n4). Die vorbestimmten Soll-Drehzahlen sollten über
einen sinnvollen Bereich verteilt werden, welcher für herkömmliche Waschmaschinen
im Bereich von 20 bis 80 min
-1 liegt, wobei immer darauf geachtet werden muss, dass die für das erfindungsgemäße
Verfahren relevanten Soll-Drehzahlen unterhalb der jeweiligen Anlegedrehzahl liegen.
Vorbestimmte Soll-Drehzahlen können beispielsweise ausgewählt werden aus den folgenden:
20 min
-1, 25 min
-1, 30 min
-1, 35 min
-1, 40 min
-1, 45 min
-1, 50 min
-1, 55 min
-1, 60 min
-1, 65 min
-1, 70 min
-1, 75 min
-1 und 80 min
-1.
[0018] Um den möglichen Bereich von Soll-Drehzahlen unterhalb der Anlegedrehzahl möglichst
voll ausschöpfen zu können, kann in dem erfindungsgemäßen Verfahren auch vorgesehen
sein, zuerst die Anlegedrehzahl für alle Waschgutstücke bei einer jeweiligen Beladung
zu ermitteln. Dies kann nach herkömmlichen Verfahren geschehen oder aufgrund der Beladung
und Erfahrungswerten geschätzt werden.
[0019] Als höchster vorbestimmter Soll-Drehzahlwert für die Schwingsystembewegungsmessung
wird ein solcher gewählt, welcher geringfügig unterhalb der Anlegedrehzahl liegt.
[0020] Zum Ermitteln der gesuchten optimalen Soll-Drehzahl wird somit die mit zu behandelndem
Waschgut beladene Trommel bei einer ersten Soll-Drehzahl n1 für einen vorbestimmten
Zeitraum Δtn betrieben. Während dieses Zeitraums oder innerhalb dieses Zeitraums wird
für einen weiteren vorbestimmten Zeitraum Δts mithilfe von dem Schwingsystem zugeordneten
Sensoren die Schwingsystembewegung gemessen. Aus dieser Messung, die auch, wie unten
beschrieben, aus mehreren Messpunkten oder einer kontinuierlichen Messung bestehen
kann, wird ein Schwingsystembewegungswert s1 für die erste Soll-Drehzahl n1 ermittelt
und dieser zugewiesen. Anschließend wird die Trommel bei einer zweiten Soll-Drehzahl
n2 betrieben und wiederum ein Schwingsystembewegungswert s2 zugewiesen. Diese Schritte
werden solange durchgeführt, bis die Wäschetrommel mit allen zuvor ausgewählten verschiedenen
Soll-Drehzahlen n1-nx betrieben wurde und die diesen Soll-Drehzahlen zugeordneten
Schwingbewegungswerte s1-sx ermittelt wurden.
[0021] Im nächsten Schritt werden die Werte s1-sx verglichen, und es wird der höchste Wert
für s bestimmt. Dieser Wert ist einer Soll-Drehzahl n zugeordnet, welche somit die
für die jeweilige Beladung optimale Soll-Drehzahl für die größtmögliche Mechanikeinwirkung
auf das Waschgut darstellt. Bei dieser Soll-Drehzahl kann dann die Wäschetrommel betrieben
werden.
[0022] Die Schwingsystembewegungswerte werden ermittelt, wobei die Frequenz und/oder Amplitude
der Schwingsystembewegungen gemessen werden, indem das Antriebsmoment, der Wasserstand
und/oder die Bewegungen des Schwingsystems eindimensional, zweidimensional oder dreidimensional
überwacht werden.
[0023] Wie bereits erwähnt, wird die Schwingsystembewegung durch Sensoren gemessen, wobei
auch bereits in einer Waschmaschine vorhandene Sensoren eingesetzt werden können.
Die Sensoren können eindimensionale, zweidimensionale oder auch dreidimensionale Bewegungen
messen. Es werden vorzugsweise diejenigen Schwingsystembewegungen des Schwingsystems
ermittelt, welche eine größere Frequenz als die jeweilige Soll-Drehzahl n aufweisen.
[0024] Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist, dass die bereits vorhandene Sensorik für
das erfindungsgemäße Verfahren verwendet werden kann. Geeignete Sensoren sind Wegsensoren,
Beschleunigungssensoren oder Wasserstandssensoren, welche beispielsweise schon für
die Messung der Beladung und dergleichen eingesetzt werden. Beispiele für spezielle
Sensoren sind Beladungssensoren, dreidimensionale Wegsensoren oder analoge Drucksensoren.
[0025] Zusätzlich zu der Bestimmung der Schwingsystembewegung kann auch die Ist-Drehzahl-Schwankung
für die Berechnung der optimalen Soll-Drehzahl herangezogen werden. Es ist bekannt,
dass bei herkömmlichen Waschmaschinenantriebsmotoren, wenn sie bei einer festen Soll-Drehzahl
von um die 55 min
-1 betrieben werden, die mitgenommene Wäsche einen Einfluss auf die jeweilige Ist-Drehzahl
hat, je nachdem ob gerade Waschgut durch die Mitnehmer mitgeführt wird oder einzelne
Waschgutstücke von oben herabfallen. In dem ersteren Fall verlangsamt sich die Trommel
während dieses Drehabschnittes geringfügig, da die durch die Mitnehmer an die Wäschetrommelwand
gedrückten Waschgutstücke den Schwerpunkt der Trommel verlagern. Während die Waschgutstücke
herunterfallen, kann die Trommel während des kurzen Drehabschnittes wieder beschleunigen.
Die meisten herkömmlichen Waschmaschinen sind bereits mit Reglern ausgestattet, welche
diesem Phänomen entgegenwirken. Dennoch ist es noch messbar und kann somit auch als
Indikator für die Waschmechanik dienen und in die Berechnung der optimalen Soll-Drehzahl
einbezogen werden. Es ist auch möglich, über die Motorsteuerung Schwingsystembewegungen
zu messen. Hier kann z.B. der Motorstrom gemessen werden.
[0026] Da die Schwingsystembewegung über einen gewissen Zeitraum Δts detektiert wird, können
mehrere Messpunkte zu einem Wert kombiniert werden, oder es kann eine kontinuierliche
Messung durchgeführt werden.
[0027] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist eine Waschmaschine mit einer Wäschetrommel,
welche in einem Schwingsystem gelagert ist, und einer programmierbaren Steuereinheit,
der ein Steuerprogramm zugeordnet ist, welches das Verfahren der vorliegenden Erfindung
definiert. Über eine solche Steuereinheit können beispielsweise die vorbestimmten
Solldrehzahlen vorgegeben werden, oder aber es kann ein Programm definiert sein, welches
vorher die Anlegedrehzahl ermittelt und dann geeignete Soll-Drehzahlen auswählt.
[0028] Die Erfindung wird nun anhand der folgenden Zeichnung näher erläutert, wobei
- Die Figur
- eine schematische Vorderquerschnittsansicht einer Waschmaschine mit dem darin befindlichen
Schwingsystem zeigt.
[0029] Figur 1 zeigt im Querschnitt eine Waschmaschine 1 in der Vorderansicht. Zu sehen
ist die Wäschetrommel 2 mit Mitnehmern 3 und der darum befindliche Laugenbehälter
4. Der Laugenbehälter 4 ist an vier Federelementen 6 aufgehängt, welche an der Unterseite
zusätzlich mit Dämpfern 8 versehen sind. Wäschetrommel 2, Laugenbehälter 4 und Federelemente
6 bilden das Schwingsystem 10. Die Trommel 2 wird durch den Antrieb 16 angetrieben.
Für die Messung von Schwingsystembewegungen sind Sensoren 12 vorgesehen. Ebenfalls
dargestellt ist ein Steuerelement 14, welches das Verfahren der vorliegenden Erfindung
durchführend steuern kann. In der dargestellten Wäschetrommel 2 befinden sich Wäschestücke
a, b, c.
[0030] Bei einer ersten Drehzahl n1 führen die Waschgutstück a, b und c in der Wäschetrommel
2eine Rollbewegung aus (nicht dargestellt), wobei sich die Trommel 2 sehr langsam
dreht, so dass die Waschgutstücke a, b, c nicht von den Mitnehmern 3 in die Höhe gehoben
werden sondern lediglich im unteren Bereich der Trommel 2 umeinander geschichtet werden.
[0031] Bei einer etwas schnelleren Drehzahl n2 nehmen die Mitnehmer 3 einzelne Waschgutstücke
mit und schleppen sie über einen gewissen Drehabschnitt mit. Dies ist dargestellt
für das Waschgutstück b. An einem bestimmten Punkt fällt das Waschgutstück aufgrund
der Schwerkraft wieder herab. Dies ist dargestellt für das Waschgutstück c. Die Drehzahl
n2 ist in diesem Fall die Drehzahl für den optimalen Mechanikeintrag.
[0032] Bei einer noch höheren Drehzahl n3 würden die Waschgutstücke aufgrund der Fliehkraft
schon ein wenig stärker an die Trommelwand gedrückt und einzelne Waschgutstücke würden
bereits an der Wand anliegen. Je nach Beladung kann es bei dieser Drehzahl immer noch
vorkommen, dass einzelne Waschgutstücke herabfallen, aber es gibt auch Waschgutstücke,
welche eine ganze Umdrehung lang nicht herabfallen. Diese Drehzahl ist somit bereits
für einen optimalen Mechanikeintrag zu hoch.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Waschmaschine
- 2
- Wäschetrommel
- 3
- Mitnehmer
- 4
- Laugenbehälter
- 5
- Mitnehmer
- 6
- Federelemente
- 8
- Dämpfer
- 10
- Schwingsystem
- 12
- Sensor
- 14
- Steuerelement
- 16
- Antrieb
- a, b, c
- Waschgutstücke
1. Verfahren zur Bestimmung einer Soll-Drehzahl (n) unterhalb einer Anlegedrehzahl einer
Wäschetrommel (2) einer Wäschebehandlungsvorrichtung (1) mit einem Antrieb (16) und
einem Schwingsystem (10), wobei eine Abhängigkeit einer jeweiligen Mechanikeinwirkung
auf ein in der Wäschetrommel (2) befindliches Waschgut (3) von der jeweiligen Soll-Drehzahl
(n) der Wäschetrommel (2) dazu verwendet wird, diejenige Soll-Drehzahl (n) zu ermitteln,
bei welcher die Mechanikeinwirkung am größten ist,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
i) Antreiben der Wäschetrommel (2) bei mindestens zwei unterschiedlichen Soll-Drehzahlen
(n1 bis nx) unterhalb der Anlegedrehzahl für jeweils einen vorbestimmten Zeitraum
(Δtn),
ii) Messen eines Schwingsystembewegungswertes (s1 bis sx) bei jeder Soll-Drehzahl
(n1 bis nx),
iii) Vergleichen der Werte (s1 bis sx) untereinander, Bestimmen des höchsten Wertes
(s) und Bestimmen derjenigen Soll-Drehzahl (n), die dem höchsten Schwingsystembewegungswert
(s) zugeordnet ist.
2. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die jeweilige Mechanikeinwirkung
bei der jeweiligen Soll-Drehzahl (n) durch Messen von Schwingsystembewegungen des
Schwingsystems (10) ermittelt wird, welche eine größere Frequenz als die jeweilige
Soll-Drehzahl (n) aufweisen.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Frequenz und/oder Amplitude
der Schwingsystembewegungen gemessen werden, indem das Antriebsmoment, der Wasserstand
und/oder die Bewegungen des Schwingsystems (10) eindimensional, zweidimensional oder
dreidimensional überwacht werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Messen der Schwingsystembewegungen
über einen Wegsensor (12), einen Beschleunigungssensor (12), einen Drucksensor (12)
und/oder einen Wasserstandssensor (12) erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend den Schritt:
iv) Durchführen eines Wäschebehandlungsvorgangs bei der in Schritt iii) bestimmten
Soll-Drehzahl (n).
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei es sich bei Schritt iv) um einen Wasch- und/oder
Spülvorgang handelt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schritte i) und ii) bei
mindestens drei Soll-Drehzahlen (n1), (n2) und (n3) durchgeführt werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schritte i) und ii) bei
mindestens vier Soll-Drehzahlen (n1), (n2), (n3) und (n4) durchgeführt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als Soll-Drehzahlen (n1 bis
nx) Drehzahlen im Bereich zwischen 35 min-1 und 75 min-1 gewählt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei als Soll-Drehzahlen (n1), (n2) und (n3) die Werte
35 min-1, 55 min-1 und 75 min-1 gewählt werden.
11. Waschmaschine (1) mit einer Wäschetrommel (2), welche in einem Schwingsystem (10)
gelagert ist, einem Antrieb (16) und einer programmierbaren Steuereinheit (6), der
ein Steuerprogramm zugeordnet ist, welches eine Abhängigkeit der jeweiligen Mechanikeinwirkung
auf ein in der Wäschetrommel (2) befindliches Waschgut (3) von der jeweiligen Soll-Drehzahl
(n) der Wäschetrommel (2) dazu verwendet, die Soll-Drehzahl (n) zu ermitteln, bei
welcher die Mechanikeinwirkung am größten ist, wobei das Steuerprogramm ein Verfahren,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
i) Antreiben der Wäschetrommel (2) bei mindestens zwei unterschiedlichen Soll-Drehzahlen
(n1 bis nx) unterhalb der Anlegedrehzahl für jeweils einen vorbestimmten Zeitraum
(Δtn),
ii) Messen eines Schwingsystembewegungswertes (s1 bis sx) bei jeder Soll-Drehzahl
(n1 bis nx),
iii) Vergleichen der Werte (s1 bis sx) untereinander, Bestimmen des höchsten Wertes
(s) und Bestimmen derjenigen Soll-Drehzahl (n), die dem höchsten Schwingsystembewegungswert
(s) zugeordnet ist,
durchführt.
1. Method of determining a target rotational speed (n) below a spreading-out rotational
speed of a laundry drum (2) of a laundry treatment device (1) with a drive (16) and
an oscillatory system (10), wherein a dependence of a respective mechanical action,
which acts on stock (3) to be washed and disposed in the laundry drum (2), on the
respective target rotational speed (n) of the laundry drum (2) is employed for the
purpose of determining that target rotational speed (n) at which the mechanical action
is greatest,
characterised by the following steps:
i) driving the laundry drum (2) at at least two different target rotational speeds
(n1 to nx) below the spreading rotational speed for, in each instance, a predetermined
time period (ftn),
ii) measuring an oscillatory system movement value (s1 to sx) at each target rotational
speed (n1 to nx) and
iii) comparing the values (s1 to sx) with one another, determining the highest value
(s) and determining that target rotational speed (n) which is associated with the
highest oscillatory system movement value (s).
2. Method according to the preceding claim, wherein the respective mechanical action
at the respective target rotational speed (n) is determined by measuring oscillatory
system movements of the oscillatory system (10) which have a greater frequency than
the respective target rotational speed (n).
3. Method according to one of the preceding claims, wherein the frequency and/or amplitude
of the oscillatory system movements is or are measured in that the drive torque, water
state and/or movements of the oscillatory system (10) are monitored one-dimensionally,
two-dimensionally or three-dimensionally.
4. Method according to any one of the preceding claims, wherein the measuring of the
oscillatory system movements is carried out by way of a travel sensor (12), an acceleration
sensor (12), a pressure sensor (12) and/or a water state sensor (12).
5. Method according to any one of the preceding claims, further comprising the step of:
iv) carrying out a laundry treatment process at the target rotational speed (n) determined
in step iii).
6. Method according to claim 5, wherein step iv) is a washing and/or rinsing process.
7. Method according to any one of the preceding claims, wherein the steps i) and ii)
are performed at at least three target rotational speeds (n1), (n2) and (n3).
8. Method according to any one of the preceding claims, wherein the steps i) and ii)
are performed at at least four target rotational speeds (n1), (n2), (n3) and (n4).
9. Method according to any one of the preceding claims, wherein rotational speeds in
the range between 35 min-1 and 75 min-1 are selected as target rotational speeds (n1 to nx).
10. Method according to claim 9, wherein the values 35 min-1, 55 min-1 and 75 min-1 are selected as target rotational speeds (n1), (n2) and (n3).
11. Washing machine (1) with a laundry drum (2) mounted in an oscillatory system (10),
a drive (16) and a programmable control unit (6) which is associated with a control
program which uses a dependence of the respective mechanical action, which acts on
a stock (3) to be washed and disposed in the laundry drum (2), on the respective target
rotational speed (n) of the laundry drum (2) for the purpose of determining the target
rotational speed (n) at which the mechanical action is greatest, wherein the control
program performs a method
characterised by the following steps:
i) driving the laundry drum (2) at at least two different target rotational speeds
(n1 to nx) below the spreading rotational speed for, in each instance, a predetermined
time period (ftn),
ii) measuring an oscillatory system movement value (s1 to sx) at each target rotational
speed (n1 to nx) and
iii) comparing the values (s1 to sx) with one another, determining the highest value
(s) and determining that target rotational speed (n) which is associated with the
highest oscillatory system movement value (s).
1. Procédé destiné à déterminer une vitesse théorique (n) inférieure à une vitesse d'application
d'un tambour à linge (2) d'un dispositif de traitement de linge (1) comprenant un
entraînement (16) et un système oscillant (10), une dépendance d'une influence mécanique
respective sur une pièce de linge (3) se trouvant dans le tambour à linge (2) par
rapport à la vitesse théorique respective (n) du tambour à linge (2) étant utilisée
pour déterminer la vitesse théorique (n) à laquelle l'influence mécanique est la plus
grande,
caractérisé par les étapes suivantes :
i.) entraînement du tambour à linge (2) à au moins deux vitesses théoriques différentes
(n1 à nx) inférieures à la vitesse d'application pour respectivement une période de
temps déterminée (Δtn),
ii.) mesure d'une valeur de mouvement (s1 à sx) du système oscillant à chaque vitesse
théorique (n1 à nx),
iii.) comparaison mutuelle des valeurs (s1 à sx), détermination de la valeur la plus
élevée (s) et détermination de la vitesse théorique (n) qui est attribuée à la valeur
(s) la plus élevée du mouvement du système oscillant.
2. Procédé selon la revendication précédente, l'influence mécanique respective à la vitesse
théorique respective (n) étant déterminée par mesure de mouvements du système oscillant
(10), lesquels présentent une fréquence supérieure à la vitesse théorique respective
(n).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, la fréquence et/ou
l'amplitude des mouvements du système oscillant étant mesurées du fait que le couple
d'entraînement, le niveau d'eau et/ou les mouvements du système oscillant (10) sont
surveillés de manière unidimensionnelle, bidimensionnelle ou tridimensionnelle.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, la mesure des mouvements
du système oscillant étant réalisée par l'intermédiaire d'un capteur de distance (12),
d'un capteur de vitesse (12), d'un capteur de pression (12) et/ou d'un capteur de
niveau d'eau (12).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant en outre
l'étape :
iv) exécution d'un cycle de traitement de linge à la vitesse théorique (n) déterminée
à l'étape iii).
6. Procédé selon la revendication 5, l'étape iv) étant un cycle de lavage et/ou de rinçage.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, les étapes i) et ii)
étant exécutées à au moins trois vitesses théoriques (n1), (n2) et (n3).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, les étapes i) et ii)
étant exécutées à au moins quatre vitesses théoriques (n1), (n2), (n3) et (n4).
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, des vitesses théoriques
comprises entre 35 min-1 et 75 min-1 étant exécutées en tant que vitesses théoriques (n1 à nx).
10. Procédé selon la revendication 9, les valeurs 35 min-1, 55 min-1 et 75 min-1 étant sélectionnées en tant que vitesses théoriques (n1), (n2) et (n3).
11. Lave-linge (1) comprenant un tambour à linge (2), lequel est logé dans un système
oscillant (10), un entraînement (16) et une unité de commande programmable (6), à
laquelle est attribué un programme de commande qui utilise une dépendance d'une influence
mécanique respective sur une pièce de linge (3) se trouvant dans le tambour à linge
(2) par rapport à la vitesse théorique respective (n) du tambour à linge (2) pour
déterminer la vitesse théorique (n) à laquelle l'influence mécanique est la plus grande,
le programme de commande exécutant un programme
caractérisé par les étapes suivantes :
i.) entraînement du tambour à linge (2) à au moins deux vitesses théoriques différentes
(n1 à nx) inférieures à la vitesse d'application pour respectivement une période de
temps prédéterminée (Δtn),
ii.) mesure d'une valeur de mouvement (s1 à sx) du système oscillant à chaque vitesse
théorique (n1 à nx),
iii.) comparaison mutuelle des valeurs (s1 à sx), détermination de la valeur la plus
élevée (s) et détermination de la vitesse théorique (n) qui est attribuée à la valeur
(s) la plus élevée du mouvement du système oscillant.