[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reinigung von Schüttgut,
insbesondere von Tabak. Die Vorrichtung weist dazu wenigstens eine Fremdkörpererkennungseinrichtung
auf.
[0002] Derartige Verfahren ermöglichen die temporäre Aufweitung des Schüttgutstromes vor
einem unifarbenen Hintergrund, das Abscannen des aufgeweiteten Schüttgutstromes sowie
das Ausschleusen verunreinigter Schüttgutteilmengen aus dem aufgeweiteten Schüttgutstrom.
Die auch als Sichter bezeichneten Vorrichtungen weisen dazu eine flächig aufgeweitete
Förderstrecke auf, so dass farblich oder strukturell aus einem vordefinierten Rahmen
heraus fallende Schüttgutteilchen vor dem unifarbenen Hintergrund von der Fremdköpererkennungseinrichtung
erkannt werden können. Die temporäre Aufweitung des Schüttgutstromes erfordert jedoch
bei den bekannten Vorrichtungen nachteilig große bauliche Abmessungen.
[0003] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Gattung aufzuzeigen, mit denen das Schüttgut besonders raumsparend
gesichtet werden kann.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 sowie eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 3 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweils auf diese Patentansprüche rückbezogenen
Unteransprüchen angegeben.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Behandlung von Schüttgut zeichnet sich dadurch
aus, dass ein ungereinigter Schüttgutstrom in einzelne Schüttgutportionen aufgeteilt
wird, dass die Schüttgutportionen mit wenigstens einem Trägerfluid zu einzelnen Fluid-Feststoff-Gemischen
miteinander verwirbelt werden, dass die Fluid-Feststoff-Gemische auf Fremdkörper hin
abgescannt werden, und dass das Schüttgut der keine Fremdkörper aufweisenden Fiuid-Feststoff-Gemische
zu einem gereinigten Schüttgutstrom zusammengeführt wird. Die Fluid-Feststoff-Gemische
weisen aufgrund Ihrer Verwirbelung mit dem Trägerfluid, vorzugsweise trockener Luft,
eine deutlich geringere Teilchendichte auf als der Schüttgutstrom, Der geringeren
Teilchendichte zur Folge weisen die Fluid-Feststoff-Gemische eine erhöhte Transparenz
auf, so dass schließlich die beim Abscannen der Fluid-Feststoff-Gemische erzeugten
zweidimensionalen Abbildungen jeweils eine vergrößerte Tiefenschärfe aufweisen. In
der Summe geben die beim Abscannen erzeugten Abbildungen eine nahezu fehlerfreie Auskunft
über das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Fremdkörpern, weil bei einer zweidimensionalen
Abbildung räumlich hintereinander verdeckt liegendes Schüttgut aufgrund der in den
Fluid-Feststoff-Gemischen vorherrschenden turbulenten Strömungsverhältnisse fortwährenden
Ortswechseln unterliegt und somit die Wahrscheinlichkeit, dass das verdeckt liegende
Schüttgut seine Deckung in einer der nachfolgenden Abbildungen verlassen hat, effektiv
bei 100 % liegt. Auf diese Weise kann vorteilhaft auf eine flächige Aufweitung des
Schüttgutstromes verzichtet werden, so dass der für die Behandlung des Schüttgutes
erforderliche Raumbedarf maßgeblich herabgesetzt ist.
[0006] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, die in den Fluid-Feststoff-Gemischen verwirbelten
Schüttgutportionen mit dem Trägerfluid zu behandeln bzw. zu konditionieren. Je nach
Behandlungsverfahren wird das Trägerfluid vor seinem erfindungsgemäßen Gebrauch erwärmt
und/oder mit Wirk- oder Zusatzstoffen beladen. Während der Verwirbelung durchführbare
Behandlungsverfahren sind beispielsweise das Anfeuchten von Tabakrippen, Nelken und
DIET-Tabaken, das Flavorisieren von Schnitttabaken, das Auflockern und Mischen von
Schnitttabaken, das Recyceln von Ausschuss-Zigaretten oder das Trocknen von Tabaken.
Die Sichtung des Schüttgutes kann somit vorteilhaft zeitsparend während der Behandlung
bzw. Konditionierung des Schüttgutes erfolgen.
[0007] Nach einer ersten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird aus dem Schüttgut
der Fremdkörper aufweisenden Fluid-Feststoff-Gemische ein nachgereinigtes Schüttgut
abgeschieden und das nachgereinigte Schüttgut in den ungereinigten Schüttgutstrom
zurückgeführt. Das Abscheiden des nachgereinigten Schüttgutes erfolgt vorzugsweise
ebenfalls auf Basis des erfindungsgemäßen Verfahrens, es liegt jedoch im Rahmen der
Erfindung, das Fremdkörper aufweisende Schüttgut anderen sensorischen Reinigungsverfahren
oder einer mit dem menschlichen Auge durchgeführten manuellen Sichtung zuzuführen.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Behandlung des Schüttgutes zeichnet sich dadurch
aus, dass sie eine wenigstens ein Zellenrad aufweisende Zellenradschleuse umfasst,
deren Gehäuse die Zellen des Zellenrades periodisch verschließende und wieder freigebende
Eintrittsbereiche für ein Trägerfluid aufweist, dass die Fremdkörpererkennungseinrichtung
auf die Zellen der Zellenradschleuse ausgerichtet ist, dass am Gehäuse wenigstens
eine den Zellen zugeordnete Spüleinrichtung angeordnet ist, und dass die Fremdkörpererkennungseinrichtung
und die Spüleinrichtung über eine Schaltung miteinander verbunden sind. Dabei dienen
die Eintrittsbereiche dazu, das Trägerfluid in die einzelnen Zellen des Zellenrades
einzuleiten und mit den Schüttgutportionen zu Fluid-Feststoff-Gemischen miteinander
zu verwirbeln. Die Eintrittsbereiche weisen vorzugsweise eine Vielzahl einzelner Zuführöffnungen
auf. Die Schaltung weist vorzugsweise elektrische Übertragungsteile auf, die der Signalübertragung
zwischen der Fremdkörpererkennungseinrichtung und der Spüleinrichtung dienen. Sobald
von der Fremdkörperübertragungseinrichtung in einer Zelle der Zellenradschleuse ein
oder mehrere Fremdkörper erkannt werden, wird von der Fremdkörpererkennungseinrichtung
über die Schaltung an die Spüleinrichtung ein Signal übertragen, welches die Spüleinrichtung
befähigt, die Fremdkörper enthaltende Zelle auszuspülen. Mit dem Spülvorgang wird
das den oder die Fremdkörper enthaltene Fluid-Feststoff-Gemisch aus dem Zellenrad
der Zellenradschleuse ausgeschieden. Dazu ist die Spüleinrichtung, bezogen auf die
Bewegungsrichtung der Zellen, der Fremdkörpererkennungseinrichtung nachgeordnet und
die Schaltung weist eine Zeitverzögerungsfunktion auf, mit welcher der bauliche Abstand
von Fremdkörpererkennungseinrichtung zu Spüleinrichtung sowie die gefahrene Drehzahl
der die Zellen aufweisenden Zellenräder berücksichtigt sind. Auf diese Weise ist ein
das Schüttgut auf Fremdkörper hin untersuchender Sichter besonders raumsparend in
eine Zellenradschleuse integriert.
[0009] Nach einer ersten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Fremdkörpererkennungseinrichtung
mehrere Farberkennungssensoren auf. Farberkennungssensoren dienen der messtechnischen
Erfassung der Farbe des Schüttgutes, insbesondere der Brauntöne eines Tabaks. Zur
Farberkennung weisen die Farberkennungssensoren jeweils wenigstens zwei, vorzugsweise
jedoch drei Fotodioden auf, denen jeweils ein Farbfilter für die Farben Rot, Grün
und Blau zugeordnet ist. Für die Farbwiedergabe weisen die Farberkennungssensoren
jeweils eine Lichtquelle auf. Die Lichtquelle wird vorzugsweise von Leuchtdioden oder
Lasern ausgebildet. Außerdem weist die Fremdkörpererkennungseinrichtung eine Auswerteeinheit
auf, in welcher die von den Farberkennungssensoren gelieferten Daten einzelnen Farbwerten
zugeordnet werden. Diese Farbwerte werden dann der Klasse "Schüttgut" oder der Klasse
"Fremdkörper" zugeordnet. Selbstverständlich liegt es im Rahmen der Erfindung, die
Klassenzuordnung auch auf Basis der Farbverteilung innerhalb des Schüttgutes sowie
der strukturellen Beschaffenheit des Schüttgutes vorzunehmen.
[0010] Nach einer nächsten Weiterbildung der Erfindung hat das Gehäuse wenigstens einen
transparente Eigenschaften aufweisenden Wandungsbereich, auf dessen Außenseite die
Farberkennungssensoren angeordnet sind. Derartige Wandungsbereiche sind vorzugsweise
aus Glas oder Polymethylmethacrylat (PMMA) ausgebildet, welches auch als Acrylglas
bezeichnet wird. Die Wandungsbereiche weisen wenigstens eine Größe auf, welche das
Abscannen des Schüttgutes mittels der Farberkennungssensoren ermöglicht. Außerdem
besteht die Möglichkeit, mit den transparente Eigenschaften aufweisenden Wandungsbereichen
Lichtstrahlen beeinflussende Linsen auszubilden.
[0011] Nach einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Farberkennungssensoren an einander gegenüberliegenden Wandungsbereichen des Gehäuses
angeordnet sind. Auf diese Weise kann der Schüttgutdurchsatz der erfindungsgemäßen
Vorrichtung verdoppelt werden, ohne die nahezu fehlerfreie Auskunft über das Vorliegen
oder Nichtvorliegen von Fremdkörpern zu gefährden.
[0012] Um Informationen über das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Fremdkörpern den einzelnen
die Spüleinrichtung passierenden Zellen besonders einfach zuordnen zu können, liegen
die Farberkennungssensoren innerhalb der Grenzen der von einer Zelle zeitgleich am
Gehäuse abgegriffenen Wandungsbereiche. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die
Farberkennungssensoren außerhalb der Grenzen der von einer Zelle zeitgleich am Gehäuse
abgegriffenen Wandungsbereiche anzuordnen. Auf diese Weise werden mehrere Zellen der
Zellenradschleuse gleichzeitig abgescannt.
[0013] Nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung weist die Zellenradschleuse wenigstens
zwei Zellenräder mit ineinander greifenden Zellflügeln auf. Die Zellenräder können
somit nur mit zueinander entgegengesetztem Drehsinn bewegt werden,
wobei die Zellflügel eines der Zellenräder die Flügelzwischenräume der Zellflügel
des jeweils anderen Zellenrades von Anhaftungen befreien. Das der Vorrichtung als
Schüttgutstrom zugeführte Schüttgut wird an den Zellflügeln portioniert und in den
Flügelzwischenräumen in Form einzelner Schüttgutportionen verschleust. Bei der Verschleusung
auftretende Anhaftungen von Schüttgut werden somit nach dem Verschleusen einer jeden
Schüttgutportion abgestreift und portionsweise in den unbehandelten und ungescannten
Schüttgutstrom zurückgeführt. Damit dienen die Zellflügel nicht nur als Schleusorgane
sondern fungieren zusätzlich als Räumorgane, mit welchen ein Anwachsen von bei der
Verschleusung auftretenden Anhaftungen aus Schüttgut zuverlässig verhindert ist. Außerdem
sind Störungen des Behandlungsprozesses vermieden und durch Reinigungsmaßnahmen hervorgerufene
Betriebsausfallszeiten sind maßgeblich vermindert, Die Behandlung des Schüttgutes,
das Abscannen der Fluid-Feststoff-Gemische sowie das Zusammenführen der keine Fremdkörper
aufweisenden Fluid-Feststoff Gemische zu einem gereinigten Schüttgutstrom erfolgt
automatisch und umfasst das selbsttätige Abstreifen der Anhaftungen sowie die selbsttätige
Rückführung der abgestreiften Anhaftungen in den Schüttgutstrom, so dass manuelle
Eingriffe und damit auch Kontakte des Schüttgutes mit pathogenen Keimen und Bakterien
vorteilhaft vermieden sind.
[0014] Nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung weist die Spüleinrichtung in dem Gehäuse
angeordnete Spülöffnungen auf und der Öffnungsquerschnitt jeder Spülöffnung, bezogen
auf die Bewegungsrichtung der Zellen, liegt relativ beweglich innerhalb der Grenzen
der von einer Zelle am Gehäuse zeitgleich abgegriffenen Wandungsbereiche. Dabei ist
die maximale Spüldauer einer einzelnen Zelle bei vorgegebener Drehzahl der Zellenräder
ausschließlich vom Maß der relativen Beweglichkeit abhängig, mit der der Öffnungsquerschnitt
der Spülöffnungen innerhalb der Grenzen der von einer Zelle am Gehäuse zeitgleich
abgegriffenen Wandungsbereiche liegt. Alternativ wird vorgeschlagen, die Zellenräder
der Zellenradschleuse für die Zeitdauer eines Spülvorganges anzuhalten, so dass der
Öffnungsquerschnitt jeder Spülöffnung, bezogen auf die Bewegungsrichtung der Zellen,
unbeweglich innerhalb der Grenzen der von einer Zelle am Gehäuse zeitgleich abgegriffenen
Wandungsbereiche liegen kann.
[0015] Um die zum vollständigen Ausspülen einer Schüttgutportion erforderliche Spüldauer
minimal klein zu halten, sind die Spülöffnungen in einander gegenüberliegenden Wandungen
des Gehäuses angeordnet. Eine derartige Anordnung ermöglicht den stoßartigen Auswurf
bzw. Austrag einer in einer Zelle befindlichen Schüttgutportion.
[0016] Eine besonders zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass das Gehäuse
Austrittsbereiche aufweist, in welchen Abführöffnungen für das Trägerfluid angeordnet
sind. Um auf dieser Basis die in den Zellen ablaufenden Verwirbelungsprozesse zur
Bildung der Fluid-Feststoff-Gemisdhe zu verbessern, weist jeder zeitweise eine Zelle
verschließende Bereich des Gehäuses wenigstens einen Teilabschnitt eines Austrittsbereiches
sowie wenigstens einen Teilabschnitt eines Eintrittsbereiches auf. Die einzelne Zelle
fungiert damit als Wirbelkammer, welche von dem Trägerfluid unter der Entstehung von
Verwirbelungen durchströmt wird.
[0017] Die Austrittsbereiche und Eintrittsbereiche weisen bezogen auf die Umlaufrichtung
des Zellenrades eine alternierende Anordnung zueinander auf, so dass der Strömungsweg
durch die Rotation des Zellenrades eine fortwährende Änderung seines Verlaufes erfährt.
Die ständige Änderung des Strömungswegverlaufes hat eine nachhaltige Verbesserung
der Durchmischung der Fluid-Feststoff-Gemische zur Folge, womit auch die Reinigungsleistung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung verbessert ist. Durch die Formgebung der Ein- und
Austrittsbereiche sowie durch die Anordnung der Ein- und Austrittsbereiche zueinander
können abrupte oder schwellende Wechsel der Strömungsverläufe erzeugt werden. Um zu
verhindern, dass das Schüttgut die Abführöffnungen der Austrittsbereiche durch die
dort auftretende Saugwirkung dichtsetzt, ist die Summe aller Strömungsquerschnitte
der Abführöffnungen größer als die Summe aller Strömungsquerschnitte der Zuführöffnungen.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale
ergeben, ist in der Zeichnung dargestellt.
[0019] Die Figur zeigt eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Mittelschnitt.
Die dargestellte Vorrichtung dient der Behandlung von Tabak 1 mit einer Zellenradschleuse
2, deren Gehäuse 3 ihre Zellen 4, 5 periodisch verschließende und wieder freigebende
Anschlussöffnungen 6, 7 aufweist. Außerdem weist die Zellenradschleuse 2 zwei Zellenräder
8, 9 mit ineinander greifenden Zellflügeln 10, 11 auf. Die Anschlussöffnung 6 ist
als Beschickungsöffnung ausgebildet und ist auf den Eingriffsbereich 12 der ineinander
greifenden Zellflügel 9, 10 gerichtet. Dem Gehäuse 3 ist eine auf die Zellen 4, 5
der Zellenradschleuse 2 ausgerichtete Fremdkörpererkennungseinrichtung zugeordnet,
die drei dem einem Zellenrad 8 zugeordnete Farberkennungssensoren 13 sowie drei dem
jeweils anderen Zellenrad 9 zugeordnete Farberkennungssensoren 14 aufweist. An dem
Gehäuse 3 ist eine den Zellen 4, 5 zugeordnete Spüleinrichtung angeordnet. Die Spüleinrichtung
weist in dem Gehäuse 3 angeordnete Spülöffnungen 15, 16 auf, wobei zwei in einander
gegenüberliegenden Wandungen des Gehäuses 3 angeordnete Spülöffnungen 15 mit den Zellen
4 des Zellenrades 8 zusammen wirken und zwei in einander gegenüberliegenden Wandungen
des Gehäuses 3 angeordnete Spülöffnungen 16 mit den Zellen 5 des Zellenrades 9 zusammen
wirken. Bezogen auf die Bewegungsrichtungen der Zellen 4, 5 gemäß der Pfeile 17, 18
liegen die Öffnungsquerschnitte der Spülöffnungen 15, 16 jeweils relativ beweglich
innerhalb der Grenzen der von einer Zellen 3, 4 am Gehäuse 3 zeitgleich abgegriffenen
Wandungsbereiche. Die die Farberkennungssensoren 13, 14 aufweisende Fremdkörpererkennungseinrichtung
sowie die die Spülöffnungen 15, 16 aufweisende Spüleinrichtung sind über eine in der
Figur nicht dargestellte Schaltung miteinander verbunden. Das Gehäuse 3 weist außerdem
die Zellen 4, 5 periodisch verschließende und wieder freigebende Eintrittsbereiche
19, 20 auf, in welchen Zuführöffnungen 21, 22 für ein Trägerfluid 23, 24 angeordnet
sind. Die Eintrittsbereiche 19, 20 sind zwischen den Anschlussöffnungen 6, 7 angeordnet.
[0020] Die Vorrichtung arbeitet wie folgt:
Ein Tabak 1 und Fremdkörper 25 enthaltender ungereinigter Schüttgutstrom 26 wird im
Eingriffsbereich 12 der Zellenräder 8, 9 portioniert und in Form einzelner Schüttgutportionen
27, 28 in den Zellen 4, 5 der Zellenradschleuse 2 verschleust. Während der Verschleusung
werden die Schüttgutportionen 27, 28 auf zwei den Zellenrädern 8, 9 eigenen Schleuswegen
mit dem Trägerfluid 23, 24 zu einzelnen Fluid-Feststoff-Gemischen 29, 30 miteinander
verwirbelt. Die Fluid-Feststoff-Gemische 29, 30 werden auf die Fremdkörper 25 hin
abgescannt und der Tabak 1 der keine Fremdkörper 25 aufweisenden Fluid-Feststoff-Gemische
29, 30 wird zu einem gereinigten Schüttgutstrom 31 zusammengeführt. Die Schüttgutportionen
27, 28 der Fremdkörper 25 aufweisenden Fluid-Feststoff-Gemische 29, 30 werden hingegen
über die Spülöffnungen 15, 16 aus dem Gehäuse 3 der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ausgetragen. Bei der Verschleusung auftretende Anhaftungen 32, 33 von Tabak 1 werden
nach dem Verschleusen einer jeden Schüttgutportion 27, 28 von den Zellflügeln 10,
11 abgestreift und portionsweise in den unbehandelten und ungereinigten Schüttgutstrom
26 zurückgeführt.
Weiterhin zeigt die Figur, dass das Gehäuse 3 zwischen den Anschlussöffnungen 6, 7
ausgebildete Austrittsbereiche 34, 35 aufweist, in welchen Abführöffnungen 36, 37
für das Trägerfluid, 23, 24 angeordnet sind. Jeder zeitweise eine Zelle 4, 5 verschließende
Bereich des Gehäuses 3 weist wenigstens einen Teilabschnitt eines Austrittsbereiches
34, 35 sowie wenigstens einen Teilabschnitt eines der Eintrittsbereiche 19, 20 auf,
so dass die Zellen 4, 5 als Wirbelkammern fungieren. Jedem Austrittsbereich 34, 35
und jedem Eintrittsbereich 19, 20, ist eine Druckausgleichskammer 38, 39 zugeordnet,
die der Zusammenführung der in einem einzigen Eintrittsbereich 19 bzw. 20 angeordneten
Zuführöffnungen 21 bzw. 22 oder der Zusammenführung der in einem einzigen Austrittsbereich
34 bzw. 35 angeordneten Abführöffnungen 36 bzw. 37 auf einen gemeinsamen Versorgungsstutzen
40, 41 dient. Sämtliche, keine Bezugszahl tragenden Pfeile symbolisieren die Strömungsrichtung
eines Trägerfluides 23, 24.
1. Verfahren zur Reinigung von Schüttgut, insbesondere von Tabak,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein ungereinigter Schüttgutstrom (26) in einzelne Schüttgutportionen (27, 28) aufgeteilt
wird,
dass die Schüttgutportionen (27, 28) mit wenigstens einem Trägerfluid (23, 24) zu einzelnen
Fluid-Feststoff Gemischan (29, 30) miteinander verwirbelt werden,
dass die Fluid-Feststoff-Gemische (29, 30) auf Fremdkörper (25) hin abgescannt werden,
und
dass das Schüttgut der keine Fremdkörper (25) aufweisenden F4uid-Feststoff Gemische (29,
30) zu einem gereinigten Schüttgutstrom (31) zusammengeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Fluid-Feststoff-Gemischen (29, 30) verwirbelten Schüttgutportionen (27,28)
mit dem Trägerfluid konditioniert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem Schüttgut der Fremdkörper (25) aufweisenden Fluid-Feststoff-Gemische (29,
30) ein nachgereinigtes Schüttgut abgeschieden wird, und dass das nachgereinigte Schüttgut
in den ungereinigten Schüttgutstrom (26) zurückgeführt.
4. Vorrichtung zur Reinigung von Schüttgut, insbesondere von Tabak, mit wenigstens einer
Fremdkörpererkennungseinrichtung, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine wenigstens ein Zellenrad (8, 9) aufweisende Zellenradschleuse (2) umfasst,
deren Gehäuse (3) die Zellen (4, 5) des Zellenrades (8, 9) periodisch verschließende
und wieder freigebende Eintrittsbereiche (19, 20) für ein Trägerfluid (23, 24) aufweist,
dass die Fremdkörpererkennungseinrichtung auf die Zellen (4, 5) der Zellenradschleuse
(2) ausgerichtet ist,
dass am Gehäuse (3) wenigstens eine den Zellen (4, 5) zugeordnete Spüleinrichtung angeordnet
ist, und
dass die Fremdkörperkennungseinrichtung und die Spüleinrichtung über eine Schaltung miteinander
verbunden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fremdkörpererkennungseinrichtung Farberkennungssensoren (13, 14) aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (3) wenigstens einen transparente Eigenschaften aufweisende Wandungsbereich
hat, auf dessen Außenseite die Farberkennungssensoren (13, 14) angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Farberkennungssensoren (13, 14) an einander gegenüberliegenden Wandungsbereichen
des Gehäuses (3) angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Farberkennungssensoren (13, 14) innerhalb der Grenzen der von einer Zelle (4,
5) zeitgleich am Gehäuse (3) abgegriffenen Wandungsbereiche liegen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zellenradschleuse (2) wenigstens zwei Zellenräder (8, 9) mit ineinander greifenden
Zellflügeln (10, 11) aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Spüleinrichtung in dem Gehäuse (3) angeordnete Spülöffnungen (15, 16) aufweist,
und dass der Öffnungsquerschnitt jeder Spülöffnung (15, 16), bezogen auf die Bewegungsrichtung
der Zellen (4, 5), relativ beweglich innerhalb der Grenzen der von einer Zelle (4,
5) am Gehäuse (3) zeitgleich abgegriffenen Wandungsbereiche liegt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Spülöffnungen (15, 16) in einander gegenüberliegenden Wandungen des Gehäuses
(3) angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (3) Austrittsbereiche (34, 35) aufweist, in welchen Abführöffnungen (36,
37) für das Trägerfluid (23, 24) angeordnet sind, und dass jeder zeitweise eine Zelle
(4, 5) verschließende Bereich des Gehäuses (3) wenigstens einen Teilabschnitt eines
Austrittsbereiches (34, 35) sowie wenigstens einen Teilabschnitt eines Eintrittsbereiches
(19, 20) aufweist.