[0001] Die Erfindung betrifft einen Warenpräsentationsbehälter, insbesondere ein Kühlregal,
mit wenigstens einem Gehäuse, und mit zumindest einer Abdeckung zum Verschließen einer
Zugangsöffnung in dem Gehäuse.
[0002] Warenpräsentationsbehälter dienen allgemein zur Bevorratung und auch Bewerbung von
Waren, insbesondere Lebensmitteln in Verkaufslokalen. Vorliegend geht es primär um
einen gekühlten Warenpräsentationsbehälter, also einen solchen, welcher regelmäßig
gekühlte Lebensmittel für die unmittelbare Kundenentnahme bevorratet und zu diesem
Zweck üblicherweise eine integrierte Kühleinrichtung aufweist. Bei gekühlten Warenpräsentationsbehältern
handelt es sich im Allgemeinen um Kühlregale, also offene Kühlgeräte mit einem oder
mehreren Regalböden. Auf diese Weise werden Lebensmittel, die einer dauerhaften Kühlung
bedürfen, für Kunden leicht zugänglich aufbewahrt. Der Zugang zu solchen Kühlregalen
wird über die wenigstens eine Zugangsöffnung ermöglicht.
[0003] Im Unterschied zu beispielsweise geschlossenen Kühlgeräten findet bei offenen Kühlgeräten
bzw. Kühlregalen ein ständiger Austausch mit der meistens wärmeren Umgebungsluft innerhalb
des Ladenlokals statt. Aus diesem Grund ist der Energieverbrauch bei solchen offenen
Kühlgeräten bzw. Kühlregalen deutlich höher als derjenige bei geschlossenen Kohlgeräten.
Zu diesem Zweck setzt man in der Praxis vermehrt Kühlregale ein, bei denen die Zugangsöffnung
beispielsweise durch Glasdrehtüren oder sogenannte Nachtrollos verschlossen werden
kann. Die Nachtrollos kommen insbesondere außerhalb der Ladenöffnungszeiten zum Einsatz.
Dagegen sorgen die Glasdrehtüren während des gesamten Betriebes für einen relativ
geringen Energieverlust.
[0004] Das gilt allerdings nur für den Fall, dass eine geringe Kundenfrequenz beobachtet
wird. Denn bei hoher Kundenfrequenz müssen die Glastüren bzw. Glasdrehtüren oft geöffnet
werden, so dass die Energieeffizienz deutlich verschlechtert wird. Außerdem sind solche
Glastüren mit dem Nachteil verbunden, dass im Bereich des Kunden eine Sogwirkung durch
die von außen eindringende Warmluft beobachtet wird. Ganz abgesehen davon stellen
Glastüren oder auch Glasdrehtüren während der Kundennutzung eine Barriere für den
jeweiligen Kunden dar und stören den Abverkauf.
[0005] Im gattungsbildenden Stand der Technik nach der
DE 102 36 212 A1 wird ein Kältegerät beschrieben, das mit einem wärmeisolierten Gehäuse ausgerüstet
ist. Darüber hinaus verfügt das bekannte Kältegerät über eine wärmeisolierend ausgebildete
Abdeckung die durch längsverschiebbare rolloartig zusammenhängend sich aneinander
anschließende ebenfalls wärmeisolierende Elemente gebildet wird. Hierdurch verfügt
die Zugangsöffnung über eine insgesamt wärmeisolierend ausgebildete Abdeckung und
lässt sich mit Hilfe dieser Abdeckung verschließen.
[0006] Die beiden an dieser Stelle realisierten Hohlkammer-Rollos werden in Nuten längsverschieblich
geführt. Die Nuten finden sich innerhalb der aneinander zugekehrten Seiten der Seitenwände
und sind vorzugsweise längs des Umfangsrandes der Seitenwände umlaufend ausgebildet.
Dadurch wird möglicherweise eine einwandfreie Führung des Rollos erreicht, allerdings
kann eine solche Lösung nicht beispielsweise nachgerüstet werden. Außerdem verfolgt
die bekannte Lehre nach der
DE 102 36 212 A1 letztlich das Ziel, bisher eingesetzte Klappen oder auch Türen durch das Rollo zu
ersetzen, welches folgerichtig nach der Entnahme des gewünschten Lebensmittels wieder
geschlossen wird oder geschlossen werden muss. Hinzu kommt, dass bei der Realisierung
von mehreren und aneinander anschließenden Warenpräsentationsbehältem das Problem
besteht, dass zwischen den Abdeckungen unvermeidbare Schlitze oder Spalte realisiert
sind. Außerdem lässt der Stand der Technik offen, wie mehrere Warenpräsentationsbehälter
zusammengefasst werden können. Hier setzt die Erfindung ein.
[0007] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, einen gattungsgemäßen Warenpräsentationsbehälter
so weiter zu entwickeln, dass auch große Baulängen abgedeckt werden können und etwaige
Energieverluste minimiert sind, und zwar bei konstruktiv einfachem Aufbau.
[0008] Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist bei einem gattungsgemäßen Warenpräsentationsbehälter
vorgesehen, dass zumindest zwei in Längserstreckung des Gehäuses benachbarte Abdeckungen
realisiert sind, die über eine gemeinsame Antriebseinrichtung betätigt werden. Der
Warenpräsentationsbehälter verfügt also über wenigstens zwei Abdeckungen, die in Längserstreckung
des Gehäuses benachbart zueinander - auch mit Abstandangeordnet sind. Dabei gehört
meistens eine jeweilige Abdeckung zu einem eigenen Gehäuse oder einer Abteilung respektive
Gehäuseabteilung, so dass sich der Warenpräsentationsbehälter insgesamt aus mehreren
Gehäusen oder auch mehreren Abteilungen innerhalb eines Gehäuses zusammensetzen kann.
Das heißt, es ist auch möglich, dass nur ein Gehäuse mit mehreren Abdeckungen und
zugehörigen Sektionen bzw. Gehäusesektionen oder Gehäuseabteilungen realisiert ist.
Jedenfalls lassen sich mit einem solchen Warenpräsentationsbehälter eine Vielzahl
an Waren und insbesondere gekühlten Waren aufbewahren und für die unmittelbare Kundenentnahme
präsentieren. Dabei sorgen die einzelnen Abdeckungen dafür, dass einzelne Sektionen
oder Abteilungen des Warenpräsentationsbehälters wahlweise geschlossen werden oder
geschlossen werden können. Außerdem ermöglicht diese Auslegung eine praktisch beliebige
Baulänge des Warenpräsentationsbehälters.
[0009] Der Schließvorgang wird in der Regel zum Ladenschluss vorgenommen, um die Zugangsöffnung
zu verschließen und Energieverluste durch einen Austausch der meistens im Inneren
umlaufenden Kühlluft mit der äußeren Umgebungsluft in einem Ladenlokal oder einem
anderen Ausstellungsraum auf ein Minimum zu reduzieren.
[0010] Durch den Rückgriff auf wenigstens zwei in Längserstreckung des Gehäuses benachbarte
Abdeckungen können große Zugangsöffnungen in dem Gehäuse realisiert und bei Bedarf
mit Hilfe der jeweils zugehörigen Abdeckung verschlossen werden. Dabei trägt die Erfindung
dem Umstand Rechnung, dass Abdeckungen für solche Zugangsöffnungen nur bis zu einer
bestimmten maximalen Breite hergestellt und betrieben werden können.
[0011] In diesem Zusammenhang können die beiden Abdeckungen voneinander mit Abstand in der
Längserstreckung des Gehäuses angeordnet sein, solange sie über die gemeinsame Antriebseinrichtung
betätigt werden. Im Allgemeinen schließen die beiden Abdeckungen jedoch in unmittelbarer
Nachbarschaft aneinander an. Außerdem sind die Abdeckungen regelmäßig und jeweils
quer zur der Längserstreckung des Gehäuses verfahrbar ausgebildet.
[0012] Bei der Abdeckung kann es sich um eine bahnförmige Abdeckung aus beispielsweise einer
Kunststoffbahn in Gestalt eines Rollos oder auch von vorneherein um ein Rollo handeln.
Dieses Rollo kann seinerseits aus einzelnen mattenartig und gelenkig miteinander verbundenen
Rollostäben aufgebaut sein. Die Rollostäbe sind in der Regel aus Kunststoff gefertigt.
Dabei handelt es sich üblicherweise um Hohlprofile. Außerdem können die Hohlprofile
mit einem wärmeisolierenden Kern ausgerüstet sein.
[0013] Im Detail hat es sich als günstig erwiesen, wenn die Antriebseinrichtung insgesamt
verstellbar gegenüber dem Gehäuse ausgebildet ist. Denn auf diese Weise kann die Abdeckung
problemlos gegenüber dem Gehäuse in ihrer Position verändert werden. Hierzu trägt
die weitere Erfindungsmaßnahme bei, dass eine gehäuseunabhängige Führungs(schienen)einrichtung
für die Abdeckung vorgesehen sein kann. Die Gehäuseunabhängigkeit drückt aus, dass
die Abdeckung für ihre Bevorratung und Führung nicht auf das Gehäuse oder Teile des
selben zurückgreift. Vielmehr bilden die Abdeckung und die gehäuseunabhängige Führungs(schienen)einrichtung
eine gleichsam eigenständige Baueinheit. Denn die Abdeckung wird beispielsweise in
Nuten der gehäuseunabhängigen Führungs(schienen)einrichtung geführt und auch von dieser
getragen. Auf diese Weise kann die Abdeckung unschwer bei einem bereits vorhandenen
Gehäuse nachgerüstet werden. Dabei ist die Abdeckung zwangsläufig außerhalb des Gehäuses
angeordnet. Das ist allerdings insgesamt nicht zwingend.
[0014] Die Führungs(schienen)einrichtung kann insgesamt von einem Auslaufschlitz für die
Abdeckung bis zu einer Unterkante der Zugangsöffnung reichen, um zu gewährleisten,
dass sich die Zugangsöffnung mit Hilfe der Abdeckung vollständig schließen lässt.
Meistens wird die gehäuseunabhängige Führungs-(schienen)einrichtung an dem Gehäuse
montiert. Dadurch lässt sich die bereits beschriebene Nachrüstung unschwer realisieren.
[0015] In jedem Fall sorgt die Abdeckung dafür, dass die Zugangsöffnung in dem Gehäuse ganz
oder teilweise verschlossen wird. Meistens werden hierzu die Abdeckungen der einzelnen
Abteilungen oder Sektionen des Gehäuses gemeinsam und synchron bewegt, nämlich mit
Hilfe der gemeinsamen Antriebseinrichtung. Das ist jedoch nicht zwingend. In diesem
Zusammenhang kann man auch einen teilweisen Verschluss der Zugangsöffnung bereits
während des Betriebes, d. h. während der Ladenöffnungszeiten, durchführen. Der vollständige
Verschluss der Zugangsöffnung mit Hilfe der Abdeckungen findet regelmäßig außerhalb
der Ladenöffnungszeiten, während der Ladenschlusszeiten, statt.
[0016] Zu diesem Zweck werden die beiden Abdeckungen jeweils elektrisch betrieben, verfügen
also über einen meistens gemeinsamen elektrischen Antrieb. Dieser Antrieb bzw. elektrische
Antrieb bildet zusammen mit wenigstens einer Welle zur Aufnahme der beiden in Längserstreckung
des Gehäuses benachbarten Abdeckungen die Antriebseinrichtung im Ganzen. Dabei kann
die vorerwähnte Welle zur Aufnahme der beiden Abdeckungen geteilt ausgebildet sein.
Meistens wird man die Auslegung so treffen, dass je Abdeckung jeweils ein Wellenabschnitt
realisiert ist und Wellenabschnitt und Abdeckung zu jeweils einer Sektion bzw. einer
Abteilung des Gehäuses oder einem jeweiligen Einzelgehäuse gehören.
[0017] Im Allgemeinen sind die Welle und der Antrieb unabhängig voneinander ausgelegt. Dadurch
lässt sich die Antriebseinrichtung unschwer gegenüber dem Gehäuse verstellen, wie
dies bereits beschrieben wurde. Denn für die Verbindung der wenigstens einen Welle
mit dem Antrieb sorgt vorteilhaft eine zwischengeschaltete Verbindungseinrichtung.
Bei dieser Verbindungseinrichtung zwischen Antrieb und Welle mag es sich um eine Kette,
einen Zahnriemen oder dergleichen handeln. Jedenfalls eröffnet die Erfindung mit der
wenigstens einen Welle und dem hiervon unabhängigen Antrieb eine flexible Anbringung
beider Bestandteile der Antriebseinrichtung auf oder an oder in dem Gehäuse. Dadurch
ist es möglich, insbesondere die Welle und mit ihr die von ihr getragenen Abdeckungen
beispielsweise in einer bestimmten Höhenposition auf einem Gehäusekopf zu platzieren.
Auch eine gewünschte Tiefenposition im Vergleich zur Gehäusetiefe lässt sich realisieren.
Das alles gelingt, ohne dass der Antrieb als solches seine Position ändern muss, weil
für die Verbindung des Antriebes mit der Welle die zwischengeschaltete Verbindungseinrichtung
bzw. beispielsweise die Kette oder der Zahnriemen sorgen. Die Welle und/oder der Antrieb
sind also vorteilhaft verstellbar ausgeführt, und zwar gegenüber dem Gehäuse. Die
Verstellbarkeit kann dabei in sämtlichen drei Raumrichtungen für den Antrieb und/oder
die Welle erfolgen.
[0018] Um diese Flexibilität auch in Längsrichtung des Gehäuses aufrecht zu erhalten, hat
es sich bewährt, die einzelnen Wellenabschnitte der Welle in Längsrichtung fluchtend
zueinander anzuordnen. Dann sind die einzelnen Wellenabschnitte achsgleich ausgerichtet.
Es ist aber auch möglich, die einzelnen Wellenabschnitte mit Versatz zueinander und
auf verschiedenen Achsen anzuordnen. Durch diesen Versatz der Wellenabschnitte können
die einzelnen Abdeckungen hinsichtlich ihrer Ränder angenähert werden. Dabei ist es
möglich, die Wellenabschnitte im Bereich ihrer jeweiligen Abschlusskanten mit geringem
Abstand oder nahezu abstandfrei in Längserstreckung des Gehäuses aneinander anzuschließen.
Dadurch schließen auch die jeweils von den Wellenabschnitten aufgenommenen Abdeckungen
in Längserstreckung des Gehäuses nahezu abstandfrei aneinander an. Es ist sogar eine
überlappende Anordnung der Abdeckungen zueinander im Randbereich denkbar.
[0019] Im Allgemeinen wird jedoch zwischen den einzelnen Abdeckungen ein zumindest geringfügiger
Spalt belassen, weil zwischen den einzelnen Abteilungen bzw. Sektionen des Gehäuses
Unterschiede in der Aufstellungsebene vorhanden sein können und ausgeglichen werden
müssen. D. h., man wird die Abdeckungen regelmäßig mit einem geringfügigen Spalt zueinander
ausrichten, der sich jedoch aufgrund von beispielsweise Unebenheiten oder Schiefstellungen
einer Ausstellungsfläche in einem Ladenlokal oder dergleichen nicht gänzlich ausschließen
und beherrschen lässt. Daneben ist grundsätzlich natürlich auch ein im Randbereich
überlappender Betrieb der Abdeckungen möglich und wird von der Erfindung umfasst.
[0020] Da es sich bei der Abdeckung jedoch regelmäßig um ein Rollo aus einzelnen mattenartig
miteinander verbundenen Rollostäben handelt, um eine möglichst optimale Energieeinspamis
zu erreichen, wird man meist ohne überlappende Abdeckungen und mit dem bereits beschriebenen
geringfügigen Spalt arbeiten. Dieser Spalt stellt sich besonders für den Fall ein,
dass die Wellenabschnitte mit Versatz zueinander auf verschiedenen Achsen angeordnet
sind. Gleichwohl werden die Abdeckungen natürlich unverändert über die gemeinsame
Antriebseinrichtung betätigt.
[0021] Zu diesem Zweck schlägt die Erfindung vor, dass die Wellenabschnitte durch wenigstens
eine zwischengeschaltete Koppeleinrichtung antriebstechnisch miteinander verbunden
sind. Bei dieser Koppeleinrichtung mag es sich wie bei der Verbindungseinrichtung
zwischen dem Antrieb und der Welle um beispielsweise eine Kette, einen Zahnriemen
oder dergleichen handeln. In diesem Fall gibt letztlich die Baubreite der zwischengeschalteten
Koppeleinrichtung, also der Kette oder des Zahnriemens, den denkbaren minimalen Abstand
zwischen den einzelnen benachbarten Abdeckungen vor. Das gilt zumindest für die Abdeckungen,
welche in unmittelbarer Nachbarschaft aneinander anschließen. Sofern zwischen den
Abdeckungen jedoch ein Abstand verbleibt, beispielsweise ein insgesamt geschlossenes
Gehäuseteil zwischengeschaltet ist, wird man selbstverständlich mit einer anderen
zwischengeschalteten Koppeleinrichtung arbeiten, beispielsweise einer Gelenkstange
oder einer Kardanwelle.
[0022] Die Erfindung greift regelmäßig auf einen elektrischen Antrieb bzw. einen Elektromotor
zurück, welcher die gesamte Welle mit den mehreren Abdeckungen in Drehungen versetzt,
um die betreffenden Abdeckungen auf der Welle aufzuwickeln oder abzuwickeln. Das empfiehlt
sich schon aus Kostengründen. Außerdem besteht hierdurch die Möglichkeit, beispielsweise
bei einem Ausfall des einzigen elektrischen Antriebes bzw. Elektromotors eine alternative
manuelle Betätigung mit beispielsweise einer Antriebsstange vorzusehen.
[0023] Dadurch können die Abdeckungen auf jeden Fall geschlossen werden, und zwar auch bei
einem Ausfall des Antriebes. Hierin sind die wesentlichen Vorteile zu sehen.
[0024] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert; es zeigen
- Fig. 1
- einen Warenpräsentationsbehälter in perspektivischer Ansicht entsprechend der Erfindung.
- Fig. 2
- den Warenpräsentationsbehälter nach Fig. 1 in schematischem Querschnitt in einer etwas
abgewandelten Ausführungsform,
- Fig.3
- den Gegenstand nach Fig. 2 in Frontansicht (links) und in schematischem Schnitt (rechts)
und
- Fig. 4A
- eine perspektivische Ansicht auf die Wellenabschnitte im Bereich ihrer jeweiligen
Abschlusskanten sowie
- Fig.4B
- eine andere Ausführungsform der Wellenabschnitte gemäß Fig. 4A.
[0025] In den Figuren ist ein Warenpräsentationsbehälter dargestellt, der in seinem grundsätzlichen
Aufbau über ein Gehäuse 1 sowie im Gehäuse 1 vorgesehene mehrere Regalböden 2 verfügt.
Die Regalböden 2 sind zur Aufnahme gekühlter Lebensmittel eingerichtet. Man erkennt,
dass sich das Gehäuse 1 aus zwei Gehäuseseitenwänden 1 a, einer Gehäusedecke 1b, einem
Gehäusefuß 1 c und schließlich einer Gehäuserückwand 1d zusammensetzt. Dadurch verfügt
das Gehäuse 1 über einen gleichsam schalenartigen Charakter, welcher an seiner Frontseite
eine Zugangsöffnung 3 offen lässt. Auf diese Weise wird Kunden ein ungehinderter Zugriff
auf Lebensmittel ermöglicht, die auf dem jeweiligen Regalboden 2 angeordnet sind.
Anhand der Fig. 1 erkennt man, dass mehrere Gehäuse 1 in Längserstreckung modular
zu einer Kühlstrecke zusammengefasst sind.
[0026] Der dargestellte Warenpräsentationsbehälter verfügt im Ausführungsbeispiel nach Fig.
1 also über insgesamt drei Gehäuse bzw. Einzelgehäuse 1 respektive setzt sich aus
drei Sektionen oder Abteilungen zusammen, wenn man die einzelnen Abteilungen mit dem
Bezugszeichen 1 identifiziert und von einem Gesamtgehäuse ausgeht. So oder so ermöglicht
dieser modulare Aufbau die Realisierung praktisch beliebig langer Kühlstrecken.
[0027] Bei dem Warenpräsentationsbehälter im Ausführungsbeispiel handelt es sich um ein
Kühlregal. Tatsächlich sorgt eine Kühllufteinheit 4 im Bereich der Gehäuserückwand
1d dafür, dass gekühlte Luft im Inneren des Gehäuses 1 zirkuliert, wie dies die Fig.
2 darstellt. Dadurch wird im Bereich der Zugangsöffnung 3 ein Kühlluftschleier erzeugt,
der den Austausch von warmer Umgebungsluft mit der Kühlluft im Inneren des Gehäuses
1 weitgehend verhindert. Im Normalbetrieb, d. h. üblicherweise während der Ladenöffnungszeiten
und bei geöffneter Zugangsöffnung 3, kommt es zu einem Energieaustausch zwischen der
Kühlluft im Inneren des Gehäuses 1 und der demgegenüber wärmeren Umgebungsluft. Um
einen damit einhergehenden Energieverlust zumindest während der Ladenschlusszeiten
zu minimieren, sind im Ausführungsbeispiel insgesamt drei Abdeckungen 6 in Längserstreckung
des Gehäuses 1 vorgesehen. Die einzelnen Abdeckungen 6 lassen sich quer zur Längserstreckung
verfahren, um die zugehörige Zugangsöffnung 3 zu öffnen oder zu verschließen.
[0028] Bei der jeweiligen Abdeckung 6 handelt es sich im Beispielfall um ein Rollo aus mattenartig
miteinander verbundenen Rollostäben. Die Rollostäbe sind regelmäßig als Hohlprofilstäbe
ausgeführt und im Inneren mit einer Isolationsfüllung ausgerüstet, um möglichst geringe
Energieverluste bei geschlossenem Rollo 6 bzw. geschlossener Abdeckung 6 darstellen
zu können.
[0029] Das jeweilige Rollo 6 bzw. die Abdeckung 6 ist unabhängig vom Gehäuse 1 ausgelegt.
Zu diesem Zweck verfügt die Abdeckung respektive das Rollo 6 über ein eigenes Rollogehäuse
7, wie man es insbesondere in der Fig. 2 erkennt. Das ist selbstverständlich nicht
zwingend. In jedem Fall wird das Rollo 6 auf einer Welle 8 aufgewickelt, welche über
einen Antrieb 9 verfügt. Bei dem Antrieb 9 handelt es um einen elektrischen Antrieb
9, vorliegend einen Elektromotor 9.
[0030] Man erkennt, dass das Gehäuse 7 bzw. Abdeckungsgehäuse oder Rollogehäuse 7 ebenso
wie die Abdeckung 6 außerhalb des Gehäuses 1 angeordnet sind. Folglich sind das Gehäuse
7 und die Abdeckung 6 für eine Nachrüstlösung prädestiniert. Anhand der Fig. 2 wird
deutlich, dass das Abdeckungsgehäuse bzw. Rollogehäuse 7 auf der Gehäusedecke 1b des
Gehäuses 1 angeordnet ist.
[0031] Die gehäuseunabhängige Auslegung der Abdeckung 6 von dem Gehäuse 1 wird durch eine
Führungseinrichtung 10 unterstützt. Bei dieser Führungseinrichtung 10 handelt es sich
um ein Auflageelement, eine Auflageschiene oder dergleichen, über welche die Abdeckung
6 beim Auf- und Abwickeln von der Welle 8 gleitet und in gewisser Weise geführt wird.
Eine zusätzliche seitliche Führung der Abdeckung 6 in beispielsweise Seitenschienen
findet im Rahmen des Ausführungsbeispiels nicht statt, ist gleichwohl natürlich möglich.
[0032] Die dargestellten drei und in Längserstreckung des Gehäuses 1 benachbarten Abdeckungen
6 werden über eine gemeinsame Antriebseinrichtung 8, 9 betätigt, die in den Fig. 4A
und 4B im Detail und in unterschiedlichen Ausgestaltungen dargestellt ist. Man erkennt,
dass die Abdeckungen 6 jeweils in unmittelbar Nachbarschaft aneinander anschließen,
was nicht zwingend ist. Denn zwischen den Abdeckungen 6 könnte auch ein mehr oder
minder großer Abstand vorhanden sein. Gleichwohl erfolgt der Antrieb der drei Abdeckungen
6 im Beispielfall bzw. der drei dargestellten Rollos 6 in jedem Fall über die gemeinsame
Antriebseinrichtung 8, 9.
[0033] Die Antriebseinrichtung 8, 9 setzt sich aus dem bereits angesprochenen Antrieb 9
sowie der von dem Antrieb 9 beaufschlagten wenigstens einen Welle 8 zusammen. Die
Welle 8 dient zur Aufnahme der Abdeckungen 6, im Ausführungsbeispiel sämtlicher drei
Abdeckungen 6. Zu diesem Zweck kann die Welle 8 geteilt ausgebildet sein. Das zeigen
die Fig. 4A und 4B.
[0034] Tatsächlich ergibt sich aus diesen Darstellungen, dass sich die Welle 8 aus mehreren
Wellenabschnitten 8' zusammensetzt. Dabei ist meistens ein Wellenabschnitt 8' je Abdeckung
6 realisiert. Folgerichtig zeigt das Ausführungsbeispiel drei Wellenabschnitte 8'
für die zugehörigen drei Abdeckungen 6. Die einzelnen Wellenabschnitte 8' schließen
im Bereich ihrer jeweiligen Abschlusskanten mit geringem Abstand A bzw. nahezu abstandfrei
in Längserstreckung des Gehäuses 1 aneinander an, wie man in der Fig. 4B erkennt.
Auf diese Weise wird auch ein geringer Abstand zwischen den einzelnen unmittelbar
benachbarten Abdeckungen 6 realisiert. Denn die Breite der jeweiligen Abdeckung 6
entspricht jeweils im Wesentlichen der Länge des zugehörigen und sie aufnehmenden
Wellenabschnittes 8'.
[0035] Es bestehen grundsätzlich mehrere Möglichkeiten, die Wellenabschnitte 8' anzuordnen.
So können die Wellenabschnitte 8' fluchtend zueinander und auf einer Achse platziert
werden, was allerdings nicht dargestellt ist. Demgegenüber zeigen die Fig. 3 und 4A
sowie 4B eine Variante, bei welcher zwischen den einzelnen Wellenabschnitten 8' ein
Versatz V zueinander beobachtet wird.
[0036] Dieser Versatz V kann sowohl in horizontaler Richtung vorliegen (vgl. Fig. 4A) als
auch in vertikaler Richtung (vgl. Fig. 4B). Die einzelnen Wellenabschnitte 8' sind
also auf verschiedenen Achsen angeordnet. Damit sich dennoch die Welle 8 insgesamt
bzw. die einzelnen Wellenabschnitte 8' von dem einen (einzigen) Antrieb 9 beaufschlagen
lassen können, sind jeweils zwischengeschaltete Koppeleinrichtungen 11 zwischen den
einzelnen Wellenabschnitten 8' realisiert.
[0037] Bei den Koppeleinrichtungen 11 zwischen den einzelnen Wellenabschnitten 8' handelt
es sich um beispielsweise Zahnräder, Kettenräder, Zahnriemen oder dergleichen. Ähnliche
Einrichtungen können auch zwischen dem Antrieb 9 und dem jeweils angetriebenen Wellenabschitt
8' zum Einsatz kommen. Denn hier findet sich eine zwischengeschaltete Verbindungseinrichtung
12, die in der Fig. 4A dargestellt ist. Tatsächlich handelt es sich bei dieser zwischengeschalteten
Verbindungseinrichtung 12 ebenfalls um Zahnräder, eine Kette, Zahnriemen etc., mit
deren Hilfe Rotationen des Antriebes 9 antriebstechnisch auf die Welle 8 übertragen
werden. Das kann so geschehen, dass der Antrieb 9 wie in Fig. 4A dargestellt, zugleich
zwei Wellenabschnitte 8' beaufschlagt. In diesem Fall fungiert die Verbindungseinrichtung
12 zugleich als Koppeleinrichtung 11.
[0038] Durch den Rückgriff auf einen einzigen Antrieb 9 bzw. einen einzigen Elektromotor
9 ist es möglich, eine manuelle Notbetätigung mit einer Betätigungsstange 13 vorzusehen,
wie sie ebenfalls die Fig. 4A erkennen lässt. Dadurch lassen sich die Abdeckungen
6 in jedem Fall schließen, und zwar auch dann, wenn der Antrieb 9 bzw. der an dieser
Stelle realisierte Elektromotor 9 ausgefallen ist.
[0039] Im Rahmen der Fig. 2 wird deutlich, dass die Antriebseinrichtung 8, 9 insgesamt verstellbar
gegenüber dem Gehäuse 1 ausgelegt ist. Das Gleiche gilt dann natürlich auch für die
Abdeckungen 6, die von der Antriebseinrichtung 8, 9 beaufschlagt werden. Dabei ist
eine Verstellung der Antriebseinrichtung 8, 9 in sämtlichen drei dargestellten Raumrichtungen,
d. h. in X-Y- und Z-Richtung denkbar und wird von der Erfindung umfasst. Das ist möglich,
weil der Antrieb 9 einerseits und die Welle 8 andererseits unabhängig voneinander
ausgelegt sind und für die antriebstechnische Kopplung lediglich die Verbindungseinrichtung
12 sorgt.
[0040] Dadurch kann beispielsweise die Welle 8 mit der jeweils von ihr aufgenommenen Abdeckung
6 bzw. können die einzelnen Wellenabschnitte 8' der Welle 8 beispielsweise in X- und
Y-Richtung je nach Bedarf gegenüber dem Gehäuse 1 verschoben werden. Das Gleiche gilt
für eine etwaige Verstellung in Höhen- bzw. Z-Richtung. Das deutet insgesamt die Fig.
2 an.
[0041] Hierdurch wird die gehäuseunabhängige Auslegung der Abdeckung 6 deutlich. D. h. die
Welle 8 bzw. die einzelnen Wellenabschnitte 8', können mit ihrem jeweils zugehörigen
und endseitigen Lagerbock 14 an praktisch beliebiger Stelle auf dem Gehäusekopf 1
b angebracht werden. Dabei stellt die Verstellung des Lagerbockes 14 und folglich
der Welle 8 im Ganzen bzw. der einzelnen Wellenabschnitte 8' sicher, dass auch ganz
unterschiedliche Topologien des Gehäuses 1 beherrscht werden können und die Abdeckung
6 dennoch für einen zuverlässigen Verschluss der Zugangsöffnung 3 sorgt.
[0042] Dabei liegt es selbstverständlich im Rahmen der Erfindung, dass die einzelnen Wellenabschnitte
8' unabhängig voneinander verstellt werden können. Denn durch die zwischen den einzelnen
Wellenabschnitten 8' zwischengeschalteten Koppeleinrichtungen 11 ist eine flexible
kraftschlüssige Verbindung zwischen den Wellenabschnitten 8' gegeben, die eine unterschiedliche
Ausrichtung der Wellenabschnitte 8' zueinander zulässt. Genauso ermöglicht die Verbindungseinrichtung
12 zwischen dem Antrieb 9 und den einzelnen Wellenabschnitten 8' bzw. der Welle 8
eine flexible Kraftverbindung. Hier ist es beispielsweise möglich, den einzelnen Wellenabschnitten
8' nicht gezeigte Kupplungen zuzuordnen. Auf diese Weise kann der Antrieb bzw. Elektromotor
9 auf den jeweils gewünschten Wellenabschnitt 8' zur Verstellung der zugehörigen Abdeckung
6 arbeiten, ohne dass die anderen (benachbarten) Wellenabschnitte 8' hiervon beeinflusst
werden. Im Regelfall werden jedoch die Wellenabschnitte 8' bzw. wird die Welle 8 im
Ganzen von dem Antrieb 9 beaufschlagt, so dass die Abdeckungen 6 eine synchrone Verstellung
erfahren.
1. Warenpräsentationsbehälter, insbesondere Kühlregal, mit wenigstens einem Gehäuse (1),
und mit zumindest einer Abdeckung (6) zum Verschließen einer Zugangsöffnung (3) in
dem Gehäuse (1), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei in Längserstreckung des Gehäuses (1) benachbarte Abdeckungen (6) vorgesehen
sind, die über eine gemeinsame Antriebseinrichtung (8, 9) betätigt werden.
2. Warenpräsentationsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Abdeckungen (6) jeweils quer zur Längserstreckung des Gehäuses verfahrbar
ausgebildet sind.
3. Warenpräsentationsbehälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Abdeckungen (6) in unmittelbarer Nachbarschaft aneinander anschließen.
4. Warenpräsentationsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (8, 9) zumindest eine Welle (8) zur Aufnahme der beiden Abdeckungen
(6) sowie einen zugehörigen Antrieb (9) aufweist.
5. Warenpräsentationsbehälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (8) geteilt ausgebildet ist und sich aus wenigstens einem Wellenabschnitt
(8') je Abdeckung (6) zusammensetzt.
6. Warenpräsentationsbehälter nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (8) und der Antrieb (9) unabhängig voneinander ausgelegt sind, wobei der
Antrieb (9) die Welle (8) beispielsweise über eine zwischengeschaltete Verbindungseinrichtung
(12) beaufschlagt.
7. Warenpräsentationsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (8, 9) verstellbar gegenüber dem Gehäuse (1) ausgelegt sind.
8. Warenpräsentaüonsbehälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (8) und/oder der Antrieb (9) verstellbar ausgeführt sind.
9. Warenpräsentationsbehälter nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellenabschnitte (8') in Längsrichtung fluchtend zueinander und achsgleich oder
mit Versatz (V) zueinander auf verschiedenen Achsen angeordnet sind.
10. Warenpräsentationsbehälter nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellenabschnitte (8') durch zumindest eine zwischengeschaltete Koppeleinrichtung
(11) antriebstechnisch miteinander verbunden sind.
11. Warenpräsentationsbehälter nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellenabschnitte (8') im Bereich ihrer jeweiligen Abschlusskante mit geringem
Abstand (A) oder nahezu abstandfrei in Längserstreckung des Gehäuses (1) aneinander
anschließen.
12. Warenpräsentationsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (6) jeweils unabhängig vom Gehäuse (1) ausgelegt ist.
13. Warenpräsentationsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (6) als Rollo (6) ausgebildet ist.
14. Warenpräsentationsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet dass eine gehäuseunabhängige Führungseinrichtung (10) für die Abdeckung (6) vorgesehen
ist.