[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer strukturierten
Oberfläche auf einem plattenförmigen Werkstück aus Holzwerkstoff zur Verwendung als
Fußbodenbelag oder Möbelteil.
[0002] Die Erfindung findet Anwendung bei Werkstücken aus Holzwerkstoffen, insbesondere
hergestellt aus Spanplatten, mitteldichten Faserplatten (MDF-Platten), hochdichten
Faserplatten (HDF-Platten), Hartfaserplatten und Oriented Strand Board Platten (OSB-Platten).
[0003] Die Dicke des Werkstückes ist kein beschränkendes Merkmal. Einerseits kann das Werkstück
als dünne, wenige Millimeter dicke MDF-Platte ausgebildet sein. Andererseits kann
das Werkstück mehrere Zentimeter dick sein. Die Bedingung ist jeweils nur, dass eine
Beschichtung aufgebracht werden kann und das Werkstück handhabbar ist.
[0004] Eine strukturierte Lackoberfläche findet also bei plattenförmigen Werkstücken Anwendung,
die im Bereich von Fußböden oder Möbelteilen eingesetzt werden. Dazu wird die zu lackierende
Oberfläche in kostengünstiger Weise nach entsprechender Vorbehandlung zunächst grundiert,
dann mit einem Dekor bedruckt und abschließend mit einer transparenten Versiegelungsschicht
versehen. Die aufgebrachten Schichten können sich je nach gestellten Anforderungen
aus mehreren Schichten zusammensetzen, beispielsweise um einen Mehrfarbdruck oder
eine besonders feste Versiegelungsschicht zu realisieren. Bevorzugt besteht die Versiegelungsschicht
aus einem härtbaren Lack, in diesem Fall wird nachfolgend von einem Versiegelungslack
gesprochen.
[0005] Zwischen den Verarbeitungsschritten zum Auftragen der verschiedenen Schichten durchläuft
das Werkstück in der Regel sogenannte Trockentunnel, in denen eine zumindest teilweise
Vernetzung der Schichten durch Einwirkung von Wärme- und/oder Strahlungsenergie herbeigeführt
wird. Die Härtung und ggf. Trocknung erfolgt dabei üblicher Weise mittels UV-Strahlung
oder durch Elektronenstrahlung. Daneben sind auch Wärmestrahlungstechniken bekannt.
[0006] Um den so hergestellten Oberflächen ein authentischeres Aussehen zu verleihen, kann
die Versiegelungsschicht strukturiert werden. Diese Strukturen können auf das Dekor
abgestimmt sein, so wird beispielsweise eine Oberfläche mit Holzdekor für gewöhnlich
eine Porenstruktur erhalten.
[0007] Dazu sind zwei wesentliche Verfahren bekannt.
[0008] Das als "chemische Pore" bezeichnete Verfahren benutzt Druckfarben bzw. Trennmittel,
die aufgrund ihrer Benetzungseigenschaften bewirken, dass auf sie aufgebrachte Versiegelungsschichten
die Tendenz zeigen abzufließen, wodurch sich hier eine weniger dicke oder gar keine
Versiegelungsschicht ausbildet und sich damit im ausgehärteten Zustand der Beschichtung
eine Struktur ergibt. Das Trennmittel kann sogar ein Verdrängen des nachfolgend aufgetragenen
Versiegelungslackes bewirken, der beim anschließenden Härten aufplatzt, so dass sich
die gewünschte Porenstruktur als Risse in der Oberfläche bildet.
[0009] Eine "mechanische Pore" wird erhalten, indem nach dem Auftrag der Versiegelungsschicht
diese nur teilweise vernetzt wird und dann vor der Endhärtung der Schicht mit Hilfe
einer Prägewalze oder eines strukturierten Pressbandes die gewünschte Struktur eingepresst
wird.
[0010] Mit beiden der genannten Verfahren lassen sich optisch und haptisch nur unbefriedigende
Strukturen in beschichteten Oberflächen erzielen.
[0011] Die
US 5 178 928 A offenbart Dekor-Materialien, die als Oberflächenmaterialien für Möbel, Haushaltsgegenstände,
Wandmaterialien und dergleichen bestimmt sind und dreidimensionale Holzmaserungsmuster
aufweisen, deren Erscheinungsbild in hohem Maße der Holzmaserung natürlicher Bäume
ähnelt. Diese Dekor-Materialien umfassen jeweils:
ein Trägermaterial mit einem aufgedruckten Holzdekor, welches eine Druckschicht umfasst,
deren Farbe und Kontur derjenigen von Tracheen ähnelt;
eine erste aufgedruckte transparente oder halbtransparente, mattierende Schicht, welche
zumindest das Tracheenmuster abdeckt; und
eine zweite aufgedruckte Schicht, die transparent oder halbtransparent, jedoch glänzend
ausgebildet ist und die erste Schicht mit Ausnahme der Tracheenbereiche abdeckt, so
dass oberhalb der abgebildeten Tracheen jeweils eine Vertiefung in der Oberfläche
des Dekormaterials ausgebildet ist.
[0012] Die Tracheenabschnitte sind also vertieft ausgebildet, was dem Erscheinungsbild von
Echtholzdielen entspricht, denn bei Echtholzdielen sind die Vertiefungen der Maserung
durch die von den Tracheen definierten Röhren (d.h. angeschnittenen Röhren in Form
von Poren und Rillen) gebildet. Das Dekormaterial weist somit im Ergebnis eine positive
Oberflächenstruktur auf.
[0013] Der vorliegenden Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein Verfahren sowie
eine Vorrichtung anzugeben, mit dem bzw. der in wirtschaftlicher Weise eine verbesserte
Struktur in einer beschichteten Oberfläche erreicht werden kann.
[0014] Das zuvor aufgezeigte technische Problem wird zunächst durch ein Verfahren mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren, beim dem auf die Oberfläche des Werkstückes ein Holzdekor
aufgedruckt wird, und bei dem auf das Holzdekor folgend eine zumindest teilweise optisch
transparente erste Beschichtung aus Lack auf die Oberfläche des Werkstückes aufgebracht
wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe einer digitalen Auftragsvorrichtung
auf die erste Beschichtung eine zumindest teilweise optisch transparente zweite Beschichtung
aus Lack mit einer räumlich variierenden Verteilung der Auftragsmenge in der Weise
aufgebracht wird, dass die zweite Beschichtung eine negative Oberflächenstruktur bildet,
in der eigentlich als Vertiefungen nachzubildende Oberflächenstrukturen des Holzdekors
als Erhebungen ausgebildet sind.
[0016] Erfindungsgemäß hat sich gezeigt, dass die Struktur nicht in eine bestehende Schicht,
insbesondere eine zumindest teilweise ausgehärtete Schicht eingebracht werden muss,
sondern dass durch einen gezielt variierenden Auftrag einer zweiten Beschichtung die
Oberflächenstruktur hergestellt werden kann. Durch die variierende Auftragsmenge der
zweiten Beschichtung wird eine Oberflächenstruktur geschaffen, die haptisch und/oder
optisch dem Betrachter einen Eindruck verschafft, der einer zu imitierende Oberflächenbeschaffenheit
entspricht.
[0017] Räumlich variierende Auftragsmenge bedeutet dabei allgemein, dass die Auftragsmenge
der zweiten Beschichtung nicht gleichmäßig über die zu beschichtende Oberfläche verteilt
ist, sondern dass Zonen bzw. Bereiche mit höherer Auftragsmenge und Zonen bzw. Bereiche
mit geringerer oder keiner Auftragsmenge vorgesehen sind. Da die Anwendung des Verfahrens
nicht auf zweidimensionale Oberflächen beschränkt ist, wird allgemein von einer räumlichen,
d.h. dreidimensionalen Verteilung gesprochen.
[0018] Nicht notwendig, aber bevorzugt ist es weiterhin, dass die erste Beschichtung eine
vollflächige Beschichtung ist, die somit insbesondere auch Versiegelungseigenschaften
für die darunter angeordnete Oberfläche des Trägermaterials des Werkstückes aufweist.
[0019] Im Folgenden wird in der Beschreibung der Erfindung jeweils von einer ersten Beschichtung
und einer zweiten Beschichtung gesprochen. Dabei wird hervorgehoben, dass die erste
Beschichtung und auch die zweite Beschichtung jeweils selber aus mindestens zwei separat
aufgebrachten Schichten bzw. Teilschichten bestehen können. Insbesondere kann eine
zweite Beschichtung aus zwei oder mehr Teilschichten bestehen, deren Strukturierungen
sich gegenseitig überdecken und/oder ergänzen.
[0020] Als eine typische Anwendung des Verfahrens kann eine Holzoberfläche durch ein entsprechend
farbiges Dekor einer unterhalb der ersten und zweiten Beschichtung angeordneten Druckschicht
und durch eine an das Holzdekor angepasste Strukturierung der zweiten Beschichtung
nachgemacht bzw. imitiert werden.
[0021] Dazu weist die variierende Verteilung der Auftragsmenge der zweiten Beschichtung
in bevorzugter Weise eine linienförmige Struktur auf, die insbesondere typisch für
die Oberflächenstruktur einer Holzoberfläche ist.
[0022] Ebenso kann die variierende Verteilung der Auftragsmenge der zweiten Beschichtung
eine flächenförmige Struktur aufweisen, die gegebenenfalls auch mit einer linienförmigen
Struktur verbunden wird.
[0023] Es gibt zwei Möglichkeiten die Oberflächenstruktur auszugestalten. Zum einen kann
die Oberflächenstruktur der zweiten Beschichtung als negative Oberflächenstruktur
erzeugt werden. Dabei sind die eigentlich als Vertiefung nachzubildenden Oberflächenstrukturen,
bspw. Poren, als Erhebungen ausgebildet. Diese Struktur, deren Erhabenheit beispielsweise
unterhalb von 1 mm, insbesondere unterhalb von 0,5 mm liegt, kann von einer menschlichen
Hand und/oder optisch nicht von einer Struktur mit Vertiefungen unterschieden werden.
Eine negative Oberflächenstruktur wird insbesondere durch eine Linienstruktur erzeugt.
[0024] Ein Vorteil der negativen, also erhabenen Pore liegt in der besseren Hygieneeigenschaften
der Oberflächen im Vergleich zu einer vertiefte Poren aufweisenden Oberfläche. Denn
an den erhabenen Strukturen können sich viel schlechter Verunreinigungen anlagern,
als es bei Vertiefungen der Fall ist. Insbesondere wegen der geringen Größe der Poren
können vertiefte Porenstrukturen, wie sie auch bei Laminatfußbodenpaneelen bekannt
sind, sehr schlecht oder gar nicht gesäubert werden. Daher sind Platten mit negativen,
erhabenen Poren für einen Einsatz in Räumen mit besonderen Hygieneanforderungen sehr
gut einsetzbar.
[0025] In bevorzugter Weise liegt die Dicke der Strukturen der zweiten Beschichtung unterhalb
von 0,1 mm. Es sind je nach Auftragsmenge auch Dicken im Bereich von weniger als 0,01
mm oder sogar 0,005 mm möglich. Auch diese geringen Dicken werden als strukturierte
Oberfläche erkannt. Je geringer die Strukturdicke sein kann, desto geringer kann die
Auftragsmenge eingestellt werden. Nicht zuletzt aus Kostengründen ist in der Regel
eine möglichst geringe Dicke vorteilhaft.
[0026] Zum anderen kann die Oberflächenstruktur positiv ausgestaltet sein, wobei erhabene
Oberflächenteile auch tatsächlich nachzubildende Oberflächenerhebungen darstellen.
In diesem, von der vorliegenden Erfindung jedoch nicht erfassten Fall wird die Oberflächenstruktur
mit einer flächigen Oberflächenstruktur erzeugt, die ggf. linienförmige Zwischenräume
freilässt, die dann beispielsweise als Poren erscheinen.
[0027] Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn die räumlich variierende Verteilung der Auftragsmenge
so ausgebildet ist, dass in den Bereichen, in denen eine Erhebung ausgebildet werden
soll, eine maximale Beschichtungsmenge aufgebracht wird, während in den Bereichen,
in denen keine Erhebung ausgebildet werden soll, keine Beschichtung aufgebracht wird.
Diese Art des Auftrages ist insbesondere für eine Nachbildung einer Holzoberfläche
geeignet. Weitere Ausgestaltungen liegen dazwischen, indem anstatt der maximalen bzw.
minimalen Beschichtung mittlere Beschichtungswerte gewählt werden. Diese Ausgestaltung
kann insbesondere für eine Nachbildung einer Steinoberfläche für Fliesen angewendet
werden.
[0028] Um ein vollständiges Zerfließen der Struktur zu vermeiden, wird in bevorzugter Weise
die zweite Beschichtung nach dem Auftrag zumindest teilweise ausgehärtet. Dabei ist
es weiter bevorzugt, den zeitlichen Abstand zwischen Aufbringen der zweiten Beschichtung
und dem Aushärten zu minimieren.
[0029] Insbesondere kann der Lack mit Nanopartikeln versehen sein, um eine besonders gute
Versiegelungseigenschaft aufzuweisen. Die Abriebfestigkeit der Lackschicht, die aufgrund
des Hinzufügens der Nanopartikel entsteht, kommt insbesondere Oberflächen zugute,
die einer starken Beanspruchung ausgesetzt sind. Dieses gilt insbesondere für Fußbodenpaneele.
[0030] In weiter bevorzugter Weise wird auch die erste Beschichtung als Versiegelungslack
aufgebracht, so dass die zwei Beschichtungen eine Versiegelung der darunter angeordneten
Oberfläche darstellen. Der Versiegelungslack der ersten Beschichtung wird zwischen
65% und 95%, insbesondere zu 85% ausgehärtet, bevor die zweite Beschichtung aufgebracht
wird. Dieser Grad der Aushärtung ermöglicht einerseits, dass sich die zweite Versiegelungslackschicht
gut mit der ersten Versiegelungslackschicht verbindet. Andererseits wird eine gute
Beständigkeit der aufgebrachten Struktur der zweiten Beschichtung erreicht, so dass
diese nicht zerfliest.
[0031] Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den optischen Effekt der Struktur der zweiten
Beschichtung hervorzuheben. Einerseits kann eine Einstellung eines unterschiedlichen
Glanzgrades der zweiten Beschichtung im Vergleich mit dem Glanzgrad der ersten Beschichtung
gewählt werden. So hat sich gezeigt, dass Bereiche mit erhöhtem Schichtauftrag an
der fertigen Werkstückoberfläche einen höheren Glanzgrad erzielen, hingegen Bereiche
mit verringertem Schichtauftrag einen verminderten Glanzgrad an der fertigen Werkstückoberfläche
bewirken.
[0032] Andererseits kann die Farbe der zweiten Beschichtung unterschiedlich zur Farbe der
ersten Beschichtung gewählt werden, um den optischen Eindruck der strukturierten Oberfläche
zu betonen.
[0033] Insbesondere besteht die Möglichkeit, dass die zweite Beschichtung als pigmentierter
UV-härtbarer Lack aufgebracht wird, um den Glanzgrad und/oder die Farbe der zweiten
Beschichtung einzustellen. Dazu ist zwar für eine geeignete Aushärtung eine UV-Lichtquelle
erforderlich, jedoch werden in dieser Ausgestaltung des Verfahrens besonders gute
Effekte erzielt.
[0034] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer strukturierten Oberfläche auf
einem Werkstück verwendet eine digitale Auftragsvorrichtung zum Aufbringen der zweiten
Beschichtung. Eine digitale Auftragsvorrichtung bedeutet dabei, dass die Vorrichtung
individuell ansteuerbar den Versiegelungslack auf die Oberfläche des Werkstückes abgeben
kann.
[0035] In besonders bevorzugter Weise kann eine Strahldrucktechnik eingesetzt werden, die
insbesondere bei sogenannten Tintenstrahldruckern weit verbreitet ist. Bei dieser
Strahltechnik werden durch separat ansteuerbare Düsen kleine Flüssigkeitströpfchen
erzeugt, die in einem engen Raster auf die Oberfläche gespritzt werden.
[0036] Ebenso kann die digitale Auftragsvorrichtung die sogenannte Laserdrucktechnik einsetzen.
Bei dieser Technik wird mittels eines Laserstrahls eine Walzenoberfläche so vorbereitet,
dass die Walzenoberfläche nur an vorgegebenen Stellen den Versiegelungslack aufnimmt,
um ihn anschließend an die Oberfläche des Werkstückes wieder abzugeben.
[0037] Des Weiteren können Mittel zum Erzeugen einer Punkteverteilung zur Ansteuerung der
digitalen Auftragsvorrichtung vorgesehen sein. Somit kann die von der digitalen Auftragsvorrichtung
aufzubringende Struktur anhand einer Punkteverteilung vorgegeben werden. Diese Mittel
sind bevorzugt ein Computer oder Speicherelemente, in denen die Punkteverteilungen
errechnet oder ausgelesen und verarbeitet werden.
[0038] Bei einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens ist eine optische Abtastvorrichtung
zum Erfassen des Oberflächenmusters des Werkstückes vorgesehen. Die Abtastvorrichtung
kann als Scanner, Zeilenkamera oder Flächenkamera ausgebildet sein und erfüllt den
Zweck, kontinuierlich oder abschnittsweise die Oberfläche des Werkstückes zu erfassen.
Diese Oberflächeninformation wird auf den Computer übertragen, der dann aus den Messwerten
der optischen Abtastvorrichtung eine zu erzeugende Punkteverteilung errechnet.
[0039] Wird dann weiterhin eine Synchronisation zwischen der optischen Oberfläche des Werkstückes
und der Strukturierung der zweiten Beschichtung gewünscht, so kann aus der Geschwindigkeit
der Bewegung des zu bearbeitenden Werkstückes relativ zur Abtastvorrichtung und dem
Abstand zur digitalen Auftragsvorrichtung eine Zeitverzögerung errechnet werden. Somit
kann erreicht werden, dass die optische erfassbare Struktur der Oberfläche des Werkstückes
und die haptisch erfassbare Oberfläche der zweiten Beschichtung zumindest abschnittsweise
übereinstimmen. Diese Struktur wird nachfolgend auch als Synchronpore bezeichnet.
[0040] Die Oberfläche des Werkstückes unterhalb der beiden beschriebenen Beschichtungen
kann in vielfältiger Weise beschichtet sein.
[0041] Bei einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens kann daher beispielsweise unter der
ersten Beschichtung eine oder mehrere der nachfolgenden Beschichtungen der Oberfläche
aufgebracht werden, die insbesondere die optische Struktur (Dekor) der Oberfläche
des Werkstückes bestimmen:
- eine mindestens eine Schicht aufweisende Haftvermittlerschicht,
- eine mindestens eine Schicht aufweisende Grundierungsschicht,
- eine mindestens eine Schicht aufweisende Walzgrundschicht,
- eine mindestens eine Schicht aufweisende und das Dekor darstellende Druckschicht,
- eine mindestens eine Schicht aufweisende korundhaltige Lackschicht und
- eine mindestens eine Schicht aufweisende Schleiflackschicht.
[0042] Wie sich aus der zuvor dargelegten Beschreibung des Verfahrens ergibt, hat sich gezeigt,
dass es möglich ist, durch einen mengenmäßig abgestimmten Auftrag einer zweiten Beschichtung,
insbesondere eines Versiegelungsmediums mit nachfolgender Härtung, eine qualitativ
hochwertige Strukturierung der beschichteten Oberfläche zu erhalten.
[0043] Werden die unterschiedlichen Auftragsmengen in der Versiegelungsschicht in Abstimmung
mit dem Dekor gewählt, kann eine Struktur erreicht werden, die mit dem Dekor übereinstimmt.
Beispielsweise kann somit eine Oberfläche bereitgestellt werden, die ein Holzdekor
mit einer abgestimmten Porenstruktur aufweist. Das Material, das durch das Dekor dargestellt
werden soll, wird dadurch verbessert imitiert. Man kann auch von einer sogenannten
Synchronpore sprechen. Hierbei ist vorgesehen, dass die erste Beschichtung und die
zweite Beschichtung zumindest teilweise transparent sind, damit das darunter liegende
Dekor durch die beiden Beschichtungen erkennbar bleibt.
[0044] In bevorzugter Weise werden mit Hilfe von UV-Strahlung härtende Lacke für die zuvor
beschriebene Lackbeschichtung verwendet. Es sind aber auch alle anderen Lacke für
die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens anwendbar, soweit mit diesen die an
die fertige Werkstückoberfläche gestellten Anforderungen wie z.B. Kratzfestigkeit,
Abriebbeständigkeit oder Haftfestigkeit erreicht werden können.
[0045] Zur Verbesserung der Eigenschaften der eingesetzten Beschichtungsstoffe können diese
mit verschiedenen Additiven und Füllstoffen versehen sein. So können etwa Hartpartikel
vorgesehen sein, um die Kratz- und Abriebfestigkeit zu verbessern oder sogenannte
UV-Absorber, die ein vorzeitiges Vergilben der Oberfläche verhindern.
[0046] Das oben aufgezeigte technische Problem wird erfindungsgemäß auch durch eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Die Vorrichtung umfasst mindestens eine
Bearbeitungsstation zum Aufdrucken eines Holzdekors, eine Bearbeitungsstation zum
Aufbringen einer auf das Holzdekor folgenden zumindest teilweise optisch transparenten
ersten Beschichtung aus Lack auf die Oberfläche des plattenförmigen Werkstückes, und
eine digitale Auftragsvorrichtung zum direkten Aufdrucken einer zumindest teilweise
optisch transparenten zweiten Beschichtung aus Lack auf die erste Beschichtung, welche
die zweite Beschichtung mit einer räumlich variierenden Verteilung der Auftragsmenge
auf die erste Beschichtung in der Weise aufbringt, dass die zweite Beschichtung eine
negative Oberflächenstruktur bildet, in der eigentlich als Vertiefungen nachzubildende
Oberflächenstrukturen des Holzdekors als Erhebungen ausgebildet sind.
[0047] Weitere Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den Unteransprüchen
angegeben, die auch in der nachfolgenden Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
näher erläutert werden.
[0048] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert,
wozu auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Herstellen einer strukturierten
Oberfläche auf plattenförmigen Werkstücken mit einer Auftragswalzenanordnung,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Herstellen einer strukturierten
Oberfläche auf plattenförmigen Werkstücken mit einer digitalen Auftragsvorrichtung,
- Fig. 3a,b
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer strukturierten Oberfläche,
- Fig. 4a-c
- eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform einer strukturierten Oberfläche
und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform einer strukturierten Oberfläche.
[0049] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Form eine Vorrichtung zum Herstellen einer strukturierten
Oberfläche auf einem Werkstück, das vorliegend als Platte 2 ausgebildet ist.
[0050] Mehrere Platten 2 sind auf einem Förderband 4 angeordnet, die einzeln der Reihe nach
verschiedenen Bearbeitungsstationen zugeführt werden. Die Förderrichtung ist in Fig.
1 mit einem Pfeil angedeutet und verläuft von links nach rechts. Anstelle mehrerer
einzelner Platten 2 kann auch ein großflächiges Werkstück oder ein endlos hergestelltes
Werkstück bearbeitet werden, das nach der im Folgenden beschriebenen Bearbeitung in
einzelne Platten 2 zerteilt wird.
[0051] Die in Fig. 1 dargestellten Bearbeitungsstationen 6 und 8 haben gemeinsam, dass mit
ihnen jeweils eine Beschichtung aufgebracht wird. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
bestehen die beiden Beschichtungen aus einem gleichen Lack.
[0052] In der Bearbeitungsstation 6 wird eine erste im Wesentlichen vollflächige Beschichtung
aus einem Lack aufgebracht. Dazu weist die Bearbeitungsstation eine Auftragswalze
10 auf, die eine gleichmäßige Schicht aus Lack auf die Oberfläche der Platten 2 aufbringt.
In der nachgeschalteten Nachbearbeitungsvorrichtung 12 wird die aufgebrachte Beschichtung
zumindest teilweise getrocknet und ausgehärtet. Die Nachbearbeitungsvorrichtung 12
kann beispielsweise mittels eines Warmluftstroms oder mittels einer elektromagnetischen
Strahlung, insbesondere UV-Strahlung die Trocknung und Aushärtung bewirken. Dazu weist
die Nachbearbeitungsvorrichtung 12 entsprechende Mittel zum Erzeugen des Warmluftstroms
bzw. der Strahlung auf.
[0053] In der Bearbeitungsstation 8 wird mittels einer Auftragswalze 14 eine Beschichtung
aus einem Lack direkt aufgetragen, wobei die Auftragsmenge räumlich variiert. Dadurch
kommt es zu einer beabsichtigten Strukturierung der oberen Lackschicht. Die räumliche
Strukturierung der Lackschicht wird dabei insbesondere durch eine Gravurwalze erzeugt,
in deren Oberfläche unterschiedliche Abschnitte mit verschieden hohen Niveaus ausgebildet
sind.
[0054] Üblicher Weise wird die Oberfläche einer Gravurwalze mittels Sticheln oder Gravieren
bearbeitet, um einzelne Vertiefungen, sogenannten Näpfchen, meist in Rautenform, mit
unterschiedlicher Tiefe zu erzeugen. Beim Drucken wird ein Lack aufgetragen, der in
den Vertiefungen aufgenommen wird, um während des Übertragens auf ein anderes Medium
teilweise aus den Vertiefungen auf die Oberfläche des Mediums abgegeben zu werden.
[0055] In der nachgeschalteten Nachbearbeitungsvorrichtung 16 wird dann die zuletzt aufgebrachte
Beschichtung zumindest teilweise ausgehärtet, damit die räumlich unterschiedliche
Strukturierung fixiert wird, bevor diese sich aufgrund eines Zerfließens wieder ausgleicht.
Bei diesem Aushärtungsschritt kann es auch zu einem ggf. noch nicht abgeschlossenen
Aushärten der darunter angeordneten, in der ersten Bearbeitungsstation 6 aufgebrachten
Beschichtung kommen.
[0056] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die beiden Lackschichten aus dem
gleichen Lack bestehen, da dadurch das Verbinden der beiden Beschichtungen erleichtert
wird. Im Gegensatz dazu können aber auch unterschiedliche Zusammensetzung der beiden
Beschichtungen gewählt werden, um beispielsweise die Oberflächeneffekte der Strukturierung
hervorzuheben und zu verstärken. Die Unterschiede können dabei beispielsweise im Glanzgrad
bestehen.
[0057] Fig. 2 zeigt eine Ausgestaltung einer Vorrichtung zur Herstellung einer strukturierten
Oberfläche auf einer Platte 2, bei der anstelle der zuvor beschriebenen Auftragswalzenanordnung
eine digitale Auftragsvorrichtung 30 zum Aufbringen der zweiten Beschichtung vorgesehen
ist. Bei dem vorliegenden Beispiel wird eine Strahldrucktechnik eingesetzt, die insbesondere
bei sogenannten Tintenstrahldruckern weit verbreitet ist. In Fig. 5 ist unterhalb
der Auftragsvorrichtung ein kurzer Strich eingezeichnet, der die Reihe der Tröpfchenstrahlen
andeutet. Hierbei wird angenommen, dass die Auftragsvorrichtung quer zur Bewegungsrichtung
der Platte 2 zeilenweise den Lack aufbringt. Ebenso ist es auch möglich, jeweils eine
Fläche mit Tröpfchen zu beaufschlagen, um somit die Geschwindigkeit des Aufbringens
zu erhöhen.
[0058] Weiterhin ist ein Computer 31 als Mittel zum Erzeugen einer Punkteverteilung zur
Ansteuerung der digitalen Auftragsvorrichtung mit der Auftragsvorrichtung 30 verbunden.
Der Computer 31 bereitet digitale Ansteuerinformationen auf und überträgt diese auf
die Auftragsvorrichtung.
[0059] An die digitale Auftragsvorrichtung schließt sich wie zuvor auch an die anderen Auftragsvorrichtungen
eine Nachbearbeitungsvorrichtung 32 an, um die zuvor aufgebrachte zweite Beschichtung
zu trocknen und zumindest teilweise auszuhärten.
[0060] Weiterhin ist in vorteilhafter Weise eine optische Abtastvorrichtung 34 vorgesehen,
um das Oberflächenmuster der Oberfläche der Platte 2 oder ggf. der ersten Beschichtung
zu erfassen. Während des Betriebes erfasst die optische Abtastvorrichtung die Oberfläche
und überträgt die erfassten Daten auf den Computer 31. Der Computer 31 errechnet dann
aus den Messwerten der optischen Abtastvorrichtung 34 eine zu erzeugende Punkteverteilung.
Diese wird dann mit der digitalen Auftragsvorrichtung 30 als zweite Beschichtung aufgebracht.
[0061] Die optische Abtastvorrichtung kann als Scanner, als Zeilenkamera oder als Flächenkamera
ausgebildet sein. Ziel ist es in jedem Fall, dass die optische Abtastvorrichtung die
Oberfläche mit einer Auflösung erfasst bzw. die aufgenommenen Daten mit einer Auflösung
auswertet, mit der die digitale Auftragsvorrichtung die strukturierte zweite Beschichtung
aufbringen soll.
[0062] Durch eine von der Fördergeschwindigkeit der Platte 2 und vom Abstand zwischen der
optischen Abtastvorrichtung 34 und der digitalen Auftragsvorrichtung 30 abhängige
Zeitverzögerung kann zudem erreicht werden, dass die digitale Auftragsvorrichtung
30 die strukturierte zweite Beschichtung so auf die Oberfläche aufbringt, dass die
Oberflächenstruktur mit dem optischen Muster zumindest teilweise übereinstimmt. Mit
anderen Worten kann in dieser Weise eine synchrone haptische und optische Oberflächengestaltung
der Platte 2 erreicht werden.
[0063] In Fig. 1 ist weiterhin dargestellt, dass die Oberfläche der Platten 2 vor dem Auftrag
der beiden zuvor beschriebenen Beschichtungen mittels der Bearbeitungsstationen 6
und 8 mittels zweier weiterer Bearbeitungsstationen 18 und 20 mit jeweils einer Beschichtung
versehen werden. Dieses können insbesondere Lackschichten sein, mit denen eine zweifarbige
Oberfläche, ein Dekor erzeugt wird. Die Bearbeitungsstationen 18 und 20 weisen in
ähnlicher Weise, wie zuvor beschrieben worden ist, Auftragvorrichtungen und Nachbearbeitungsvorrichtungen
auf, ohne dass diese hier näher beschrieben werden.
[0064] Die Vorlackierung stellt eine besonders bevorzugte Ausführungsform dar, denn die
damit hergestellten Oberflächen sind vollständig lackiert und können somit in einer
Anlage hergestellt werden.
[0065] Eine weitere Ausgestaltung der Vorrichtung besteht darin, dass die beiden Bearbeitungsstationen
18 und 20 ein in der Fläche variierendes Muster aufbringen, beispielsweise ein Holzdekor.
Dazu sind die beiden Auftragswalzen der Bearbeitungsstationen 18 und 20 synchronisiert,
um zueinander passende und sich ergänzende Farbmuster aufzubringen. Darüber hinaus
ist die Gravurwalze 14 mit einer Oberflächengravur versehen, deren Abbild ebenfalls
mit dem von den Bearbeitungsstationen 18 und 20 aufgebrachten Druckbildern übereinstimmt.
Des Weiteren ist die Drehung der Gravurwalze 14 so mit der Drehung der Auftragwalzen
der Bearbeitungsstationen 18 und 20 synchronisiert, dass die räumlich variierende
Verteilung der zweiten Beschichtung mit dem durch die Bearbeitungsstationen 18 und
20 aufgebrachten Druckbild übereinstimmt. Somit kann eine mit dem aufgedruckten Muster
synchronisierte variierende Verteilung der obersten Lackschicht, beispielsweise eine
Porenstruktur passend zum Holzdekor erreicht werden.
[0066] Selbstverständlich können noch weitere Bearbeitungsstationen zu den beschriebenen
Bearbeitungsstationen 18 und 20 hinzugefügt werden.
[0067] Fig. 3a und 3b zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel einer strukturierten Oberfläche
einer Platte 2. Auf dem Material der Platte 2 ist eine erste Beschichtung 22 aus einem
Lack oder auch aus einem anderen Material vollflächig aufgebracht worden. Auf die
erste Beschichtung 22 ist weiterhin eine zweite Beschichtung 24 aufgebracht worden,
die eine räumlich variierende Verteilung der Auftragsmenge aufweist. Die Variation
bedeutet in diesem Fall eine Porenstruktur, die beispielsweise ein Holzdekor imitieren
soll. Die Poren sind dabei als längliche Aussparungen 26 ausgebildet, wie sich insbesondere
aus der Vergrößerung in Fig. 6b ergibt. Die zweite Beschichtung 24 besteht also aus
den Bereichen, die nicht als Vertiefung ausgebildet sind.
[0068] Die Poren 26 sind in dieser schematischen Darstellung im Wesentlichen im Querschnitt
rechteckig mit leicht abgerundeten Kanten dargestellt. In der Praxis kann allerdings
eine deutlicher von der Rechteckform abweichende Verteilung auftreten, da die Bereiche
der zweiten Beschichtung 24 in den Randbereichen der Aussparungen 26 vor einem Aushärten
teilweise zerfließen. Abgerundete Ecken sind daher bei realen Aussparungen 26 zu erwarten.
[0069] Die in Fig. 3a dargestellte räumliche Verteilung der Auftragsmenge der zweiten Beschichtung
führt zu einer Porenstruktur, bei der die Poren tatsächlich Vertiefungen in der Beschichtung
24 darstellen. Eine solche Struktur kann auch als positive Oberflächenstruktur bezeichnet
werden.
[0070] Die Fig. 4a bis 4c zeigen eine ähnliche Oberflächenstruktur einer zweiten Beschichtung
24, bei der die Poren als Erhöhungen 28 ausgebildet sind. Eine solche Oberflächenstruktur
kann daher als negative Oberflächenstruktur bezeichnet werden. Denn die eigentlich
als Vertiefung zu erwartenden Poren sind als Erhebungen ausgebildet. Wie bereits oben
erwähnt worden ist, ist die Größe der Strukturen so gering, dass bei einer normalen
Betrachtung durch einen Benutzer die negative Oberflächenstruktur nicht von einer
positiven Oberflächenstruktur unterschieden werden kann.
[0071] Die zweite Beschichtung 24 besteht also aus den Bereichen, die als Erhebungen, also
beispielsweise als negative Poren aufgebracht worden sind. Die Flächenbelegung der
zweiten Beschichtung ist daher erheblich geringer als beim Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 3a und 3b.
[0072] Insbesondere Fig. 4b zeigt in einer Vergrößerung die Querschnittsform der negativen
Pore. Wie bereits zum Querschnitt der positiven Pore nach Fig. 3a und 3b beschrieben
worden ist, ist hier die Querschnittsform der Pore mit abgerundeten Kanten dargestellt.
Diese Form ist zu erwarten, wenn der aufgetragene Lack vor dem Aushärten teilweise
an den sich ausbildenden Kanten zerfließt.
[0073] Fig. 4b zeigt einen kontinuierlichen Verlauf der Erhebung bzw. der negativen Pore
28. Fig. 4c zeigt im Unterschied dazu eine innerhalb der aufgetragenen negativen Pore
28 vorhandene Unterstruktur. Diese Unterstruktur besteht aus einzelnen beabstandeten
Einzelerhebungen 29, die aufgrund der oben beschriebenen Auftragstechniken entstehen.
[0074] Zum einen kann diese Unterstruktur beim Auftragen mittels einer geprägten oder gestichelten
Walzenmanteloberfläche entstehen, wenn also die Oberfläche einzelne Näpfchen aufweist,
die jeweils den anhaftenden Lack abgeben. Da die Näpfchen beabstandet sind, sind auch
die abgegebenen Lacktröpfchen auf der ersten Beschichtung 22 beabstandet angeordnet
und führen somit zu der Unterstruktur.
[0075] Zum anderen kann bei einer Verwendung einer digitalen Auftragsvorrichtung eine solche
Struktur entstehen. Denn auch hier wird der Lack in Tröpfchenform auf die erste Beschichtung
22 aufgebracht, so dass sich je nach Abstand der Tröpfchen auf der Oberfläche der
ersten Beschichtung 22 eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Unterstruktur ausbildet.
[0076] In Fig. 4c sind die Einzelerhebungen rechteckigförmig dargestellt worden. Es gilt
aber auch hier der oben bereits erwähnte Effekt des auftretenden teilweisen Zerfließens
vor dem Aushärten, so dass davon auszugehen ist, dass die Einzelerhebungen miteinander
zumindest teilweise zerfließen. Dieser Effekt tritt hierbei um so mehr auf, als dass
die Einzelerhebungen viel näher aneinander angeordnet sind, als es für die zuvor beschrieben
gesamte Porenstruktur nach Fig. 4b der Fall ist.
[0077] Fig. 5 zeigt beispielhaft ein geometrisches Muster der räumlich variierenden Verteilung
der Auftragsmenge der zweiten Beschichtung. Das dargestellte Muster stellt ein Rautenmuster
dar, das vertiefte und erhöhte Rauten aufweist. Bei dieser Form der räumlichen Verteilung
kann nicht zwischen einer negativen oder einer positiven Struktur unterschieden werden,
dass gleich viele erhabene wie vertiefte Bereiche vorhanden sind.
[0078] Im Folgenden wird eine mögliche Untersuchungsmethode angegeben werden, mit der eine
Oberflächenstruktur der zuvor beschriebenen untersucht werden kann. Dabei kommt es
darauf an, auch Strukturen im Bereich von 0,01 mm auflösen und erkennen zu können.
[0079] Das Verfahren basiert auf dem Prinzip des bekannten Lichtschnittverfahrens mit optischer
Triangulation, wobei eine Relativbewegung von Messzelle und Messobjekt vorausgesetzt
ist. Die Funktionsweise besteht darin, den zu vermessenden Oberflächenbereich mit
einer geeigneten Lichtquelle (Laser) linienhaft zu beleuchten und mit Hilfe einer
Flächenkamera den auf dem Objekt abgebildeten Lichtstreifen zu erfassen. Dabei sind
die Flächennormalen der Beleuchtung und der Kamera unter einem Triangulationswinkel
zueinander verkippt. Die Kamera sieht dann die Projektionslinie als eine, die Kontur
des Prüflings nachbildende Höhenlinie, aus deren Koordinaten und den dazugehörigen
Positionen ein dreidimensionales Profil errechnet werden kann. Die Auflösung der bekannten
Techniken erreicht eine Genauigkeit in der vertikalen Richtung von weniger als 0,1
µm.
[0080] Mit Hilfe eines solchen Verfahrens kann die strukturierte Oberfläche der zweiten
Beschichtung untersucht und analysiert werden. Ebenso ist eine Analyse der Oberflächenstrukturen
mit Hilfe von Mikroskopen möglich.
1. Verfahren zur Herstellung einer strukturierten Oberfläche auf einem plattenförmigen
Werkstück (2) aus Holzwerkstoff zur Verwendung als Fußbodenbelag oder Möbelteil,
- bei dem auf die Oberfläche des Werkstückes (2) ein Holzdekor aufgedruckt wird, und
- bei dem auf das Holzdekor folgend eine zumindest teilweise optisch transparente
erste Beschichtung (22) aus Lack auf die Oberfläche des Werkstückes (2) aufgebracht
wird, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe einer digitalen Auftragsvorrichtung (30) auf die erste Beschichtung eine
zumindest teilweise optisch transparente zweite Beschichtung (24) aus Lack mit einer
räumlich variierenden Verteilung der Auftragsmenge in der Weise aufgebracht wird,
dass die zweite Beschichtung (24) eine negative Oberflächenstruktur bildet, in der
eigentlich als Vertiefungen nachzubildende Oberflächenstrukturen des Holzdekors als
Erhebungen (28) ausgebildet sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
bei dem der Glanzgrad der zweiten Beschichtung unterschiedlich zum Glanzgrad der ersten
Beschichtung (22) ausgebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
bei dem die zweite Beschichtung (24) als pigmentierter UVhärtbarer Versiegelungslack
aufgebracht wird, um den Glanzgrad und/oder die Farbe der zweiten Beschichtung einzustellen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
bei dem die zweite Beschichtung (24) nach dem Auftrag ausgehärtet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
bei dem die zweite Beschichtung (24) mit Hilfe eines Tröpfchenstrahldruckverfahrens
oder eines Laserdruckverfahrens aufgebracht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei dem die zweite Beschichtung (24) mit einer vorgegebenen Punkteverteilung aufgebracht
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei dem die zweite Beschichtung (24) mit einer zufallsgenerierten Punkteverteilung
aufgebracht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
- bei dem das Oberflächenmuster der Oberfläche des Werkstückes (2) oder der ersten
Beschichtung (22) mit Hilfe einer optischen Abtastvorrichtung (34) erfasst wird,
- bei dem aus den Messwerten der optischen Abtastvorrichtung (34) eine zu erzeugende
Punkteverteilung errechnet wird und
- bei dem die zweite Beschichtung (24) durch die digitale Auftragsvorrichtung (30)
mit der errechneten Punkteverteilung aufgebracht wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
bei dem vor dem Aufbringen der ersten Beschichtung (22) eine oder mehrere der nachfolgenden
Beschichtungen auf die Oberfläche aufgebracht werden:
- eine mindestens eine Schicht aufweisende Haftvermittlerschicht,
- eine mindestens eine Schicht aufweisende Grundierungsschicht,
- eine mindestens eine Schicht aufweisende Walzgrundschicht,
- eine mindestens eine Schicht aufweisende und ein Dekor darstellende Druckschicht,
- eine mindestens eine Schicht aufweisende korundhaltige Lackschicht und
- eine mindestens eine Schicht aufweisende Schleiflackschicht.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
bei dem die Auftragsmenge für die zweite Beschichtung (24) so eingestellt wird, dass
die Dicke der Strukturen der zweiten Beschichtung unterhalb von 0,1 mm liegt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
bei dem zweite Beschichtung (24) mit einer Verteilung aufgebracht wird, die an das
aufgedruckte Holzdekor angepasst ist.
12. Vorrichtung zur Herstellung einer strukturierten Oberfläche auf einem plattenförmigen
Werkstück (2) aus Holzwerkstoff zur Verwendung als Fußbodenbelag oder Möbelteil,
- mit mindestens einer Bearbeitungsstation (18, 20) zum Aufdrucken eines Holzdekors,
und
- mit einer Bearbeitungsstation (6) zum Aufbringen einer auf das Holzdekor folgenden
zumindest teilweise optisch transparenten ersten Beschichtung (22) aus Lack auf die
Oberfläche des plattenförmigen Werkstückes (2),
gekennzeichnet durch eine digitale Auftragsvorrichtung (30) zum direkten Aufdrucken einer zumindest teilweise
optisch transparenten zweiten Beschichtung (24) aus Lack auf die erste Beschichtung
(22), welche die zweite Beschichtung (24) mit einer räumlich variierenden Verteilung
der Auftragsmenge auf die erste Beschichtung (22) in der Weise aufbringt, dass die
zweite Beschichtung (24) eine negative Oberflächenstruktur bildet, in der eigentlich
als Vertiefungen nachzubildende Oberflächenstrukturen des Holzdekors als Erhebungen
(28) ausgebildet sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die digitale Auftragsvorrichtung (30) als Tintenstrahldrucker oder als Laserdrucker
ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zum Erzeugen einer Punkteverteilung zur Ansteuerung der digitalen Auftragsvorrichtung
(30) vorgesehen sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine optische Abtastvorrichtung (34) zum Erfassen des Oberflächenmusters der Oberfläche
des Werkstückes (2) vorgesehen ist und
- dass die Mittel zum Erzeugen einer Punkteverteilung aus den Messwerten der optischen Abtastvorrichtung
(34) eine zu erzeugende Punkteverteilung errechnen.
1. Method for producing a structured surface on a board-like workpiece (2) made of wood
material, for use as a floor covering or furniture part,
- wherein a wood grain decor is imprinted on the surface of the workpiece (2), and
- wherein a first coating (22) which is optically transparent at least in some regions
and made of varnish is applied to the surface of the workpiece (2), after the wood
grain decor, characterised in that a second coating (24) which is optically transparent at least in some regions and
made of varnish is applied to the first coating by means of a digital application
device (30), with the amount which is applied being distributed in a spatially varying
manner, in such a way that the second coating (24) forms a negative surface structure
in which surface structures of the wood grain decor which are actually to be modelled
as depressions are configured as projections (28).
2. Method according to claim 1, wherein the glossiness of the second coating is made
to differ from the glossiness of the first coating (22).
3. Method according to either claim 1 or claim 2, wherein the second coating (24) is
applied as a pigmented UV-curable knot varnish in order to adjust the glossiness and/or
the colour of the second coating.
4. Method according to any of claims 1 to 3, wherein the second coating (24) is cured
after application.
5. Method according to any of claims 1 to 4, wherein the second coating (24) is applied
by means of a droplet inkjet printing method or a laser printing method.
6. Method according to any of claims 1 to 5, wherein the second coating (24) is applied
in a predetermined spot distribution.
7. Method according to any of claims 1 to 5, wherein the second coating (24) is applied
in a randomly generated spot distribution.
8. Method according to any of claims 1 to 5,
- wherein the surface pattern of the surface of the workpiece (2) or the first coating
(22) is detected by means of an optical scanning device (34),
- wherein a spot distribution to be generated is computed from the data of the optical
scanning device (34), and
- wherein the second coating (24) is applied by the digital application device (30)
in the computed spot distribution.
9. Method according to any of claims 1 to 8, wherein one or more of the following coatings
are applied to the surface prior to the application of the first coating (22):
- an adhesion-promoting coat comprising at least one coat;
- a primer coat comprising at least one coat;
- a roll base coat comprising at least one coat;
- a printed coat comprising at least one coat and showing a decorative design;
- a corundum-containing varnish coat comprising at least one coat; and
- a rubbing varnish comprising at least one coat.
10. Method according to any of claims 1 to 9, wherein the amount applied for the second
coating (24) is adjusted in such a way that the thickness of the structures of the
second coating is less than 0.1 mm.
11. Method according to any of claims 1 to 10, wherein the second coating (24) is applied
in a distribution which is adapted to the imprinted wood grain decor.
12. Device for producing a structured surface on a board-like workpiece (2) made of wood
material, for use as a floor covering or furniture part,
- comprising at least one treatment station (18, 20) for imprinting a wood grain decor,
and
- comprising a treatment station (6) for applying a first coating (22) which is optically
transparent at least in some regions and is made of varnish to the surface of the
board-like workpiece (2), after the wood grain decor, characterised by a digital application device (30) for directly imprinting a second coating (24) which
is optically transparent at least in some regions and is made of varnish to the first
coating (22), which application device applies the second coating (24) to the first
coating (22) by distributing the amount applied in a spatially varying manner, in
such a way that the second coating (24) forms a negative surface structure in which
surface structures of the wood grain decor which are actually to be modelled as depressions
are configured as projections (28).
13. Device according to claim 12, characterised in that the digital application device (30) is configured as an inkjet printer or as a laser
printer.
14. Device according to either claim 12 or claim 13, characterised in that means for generating a spot distribution for orienting the digital application device
(30) are provided.
15. Device according to claim 14,
characterised in that
- an optical scanning device (34) for detecting the surface pattern on the surface
of the workpiece (2) is provided,
- and in that the means for generating a spot distribution from the data of the optical scanning
device (34) compute a spot distribution to be generated.
1. Procédé de fabrication d'une surface structurée sur une pièce à usiner (2) en forme
de plaque, en matériau dérivé du bois, destinée à être utilisée comme revêtement de
sol ou comme élément de meuble,
- dans lequel un motif décoratif imitant le bois est imprimé sur la surface de la
pièce à usiner (2), et
- dans lequel, à la suite du motif décoratif imitant le bois, est appliqué, sur la
surface de la pièce à usiner (2), un premier revêtement (22) de laque, qui présente,
au moins partiellement, une transparence optique,
caractérisé en ce que, au moyen d'un dispositif d'application numérique (30), un deuxième revêtement (24)
est appliqué sur le premier revêtement, la quantité appliquée étant répartie de sorte
que le deuxième revêtement (24) forme une structure superficielle négative, dans laquelle
les structures superficielles de surface du motif décoratif imitant le bois, devant
en fait former des creux, sont réalisées sous la forme de reliefs (28).
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le degré de brillance du deuxième revêtement
diffère du degré de brillance du premier revêtement (22).
3. Procédé selon revendication 1 ou 2, dans lequel le deuxième revêtement (24) est appliqué
en tant que laque de vitrification pigmentée, pouvant être soumise à un durcissement
UV, pour régler le degré de brillance et/ou la couleur du deuxième revêtement.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel le deuxième revêtement (24)
est durci après son application.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel le deuxième revêtement (24)
est appliqué selon un procédé d'imprimerie au jet de gouttelettes ou selon un procédé
d'imprimerie au laser.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel le deuxième revêtement (24)
est appliqué selon une répartition de points prédéterminée.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel le deuxième revêtement (24)
est appliqué selon une répartition de points aléatoire.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5,
- dans lequel le motif de la surface de la pièce à usiner (2) ou du premier revêtement
(22) est saisi au moyen d'un dispositif de balayage optique (34),
- dans lequel une répartition de points devant être générée est calculée à partir
des valeurs de mesure du dispositif de balayage optique (34), et
- dans lequel le deuxième revêtement (24) est appliqué au moyen du dispositif d'application
numérique (30), conformément à la répartition de points calculée.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel, avant l'application du
premier revêtement (22), l'un ou plusieurs des revêtements suivants sont appliqués
sur la surface :
- un revêtement d'agent adhésif, qui comprend au moins une couche,
- un revêtement de fond, qui comprend au moins une couche,
- un revêtement de base appliqué au rouleau, qui comprend au moins une couche,
- un revêtement obtenu par impression, qui comprend au moins une couche et représente
un motif décoratif,
- un revêtement de laque à teneur en corindon, qui comprend au moins une couche,
- un revêtement de laque à poncer, qui comprend au moins une couche.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, dans lequel la quantité d'application
du deuxième revêtement (24) est réglée de sorte que l'épaisseur des structures du
deuxième revêtement soit située au-dessous de 0,1 mm.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10, dans lequel le deuxième revêtement
(24) est appliqué selon une répartition, qui est adaptée au motif décoratif imitant
le bois devant être imprimé.
12. Dispositif pour la réalisation d'une surface structurée sur une pièce à usiner (2)
en forme de plaque, en matériau dérivé du bois, destinée à être utilisée comme revêtement
de sol ou comme élément de meuble,
- avec au moins une station de traitement (18, 20) pour imprimer un motif décoratif
imitant le bois, et
- avec une station de traitement (6) pour appliquer, sur la surface de la pièce à
usiner (2) en forme de plaque, un premier revêtement (22) de laque, qui présente,
au moins partiellement, une transparence optique,
caractérisé par un dispositif d'application numérique (30) pour appliquer directement, sur le premier
revêtement (22) de laque, un deuxième revêtement (24) de laque, qui présente, au moins
partiellement, une transparente optique, lequel dispositif applique le deuxième revêtement
(24) sur le premier revêtement (22) de laque, la quantité appliquée étant répartie
de sorte que le deuxième revêtement (24) forme une structure superficielle négative,
dans laquelle les structures superficielles de surface du motif décoratif imitant
le bois, devant de fait former des creux, sont réalisées en forme de reliefs (28).
13. Dispositif selon la revendication 12, caractérisé en ce que le dispositif d'application numérique (30) est une imprimante à jet d'encre ou une
imprimante au laser.
14. Dispositif selon revendication 12 ou 13, caractérisé en ce que des moyens, destinés à générer une répartition de points, sont prévus pour la commande
du dispositif d'application numérique (30).
15. Dispositif selon la revendication 14,
caractérisé en ce que
- un dispositif de balayage optique (34) est prévu pour la saisie du motif de la surface
de la pièce à usiner (2), et que
- les moyens, destinés à générer la répartition de points, calculent, à partir des
valeurs de mesure du dispositif de balayage optique (34), une répartition de points
devant être effectuée.