Beschreibung
Radsensor, Eisenbahnanlage mit zumindest einem Radsensor sowie Verfahren zum Betreiben
einer Eisenbahnanlage
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Radsensor mit zumindest einer Sensor-Einrichtung
zum Erfassen zumindest eines durch zumindest ein Rad eines vorbeirollenden Schienenfahrzeugs
ausgelösten Signals.
[0002] Der Einsatz von Radsensoren der genannten Art ist im Bereich der Eisenbahnanlagen
beziehungsweise Eisenbahnüberwachungsanlagen weit verbreitet. Dabei erfassen Radsensoren,
die aufgrund ihrer punktförmigen Wirkung manchmal auch als Schienenkontakte bezeichnet
werden, beispielsweise mittels eines mechanischen, hydraulischen, pneumatischen, magnetischen
oder insbesondere auch induktiven Wirkprinzips durch Räder vorbeirollender Schienenfahrzeuge
ausgelöste Signale. Anwendungsgebiete von Radsensoren sind beispielsweise Gleisfreimeldeanlagen
oder sonstige Schalt- und Meldeaufgaben, wie zum Beispiel das Ein- und Ausschalten
von Bahnübergangssicherungsanlagen. Darüber hinaus können Radsensoren beispielsweise
auch zur Achsmustererkennung, d.h. zur Bestimmung des Achsabstandes, insbesondere
von Güterwagen, verwendet werden. Hierdurch werden beispielsweise automatische Reihungskontrollsysteme
unterstützt, die im Rahmen der Steuerung und Überwachung betrieblicher Prozesse des
Schienengüterverkehrs eingesetzt werden.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen besonders flexibel und
kostengünstig einsetzbaren Radsensor der eingangs genannten Art anzugeben.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Radsensor mit zumindest einer
Sensor-Einrichtung zum Erfassen zumindest eines durch zumindest ein Rad eines vorbeirollenden
Schienenfahrzeugs ausgelösten Signals, einer Verarbeitungs-Einrichtung zum Ermitteln
zumindest einer Kenngröße aus dem zumindest einen erfassten Signal sowie einer Kommunikations-Einrichtung
zum drahtlosen Übertragen der zumindest einen Kenngröße.
[0005] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass insbesondere die Verkabelung von
Radsensoren mit einer üblicherweise zentral, beispielsweise in einem Stellwerk, untergebrachten
Auswerte-Einrichtung einer Eisenbahnanlage überaus aufwändig und kostenintensiv ist.
So sind in der Praxis aufwändige Blitzschutz- und Isolationsmaßnahmen zwischen der
Außenanlage, d.h. dem Radsensor, und der Innenanlage, d.h. beispielsweise dem Stellwerk,
erforderlich. Insbesondere unter Berücksichtigung dessen, dass der Einsatzort von
Radsensoren im Wesentlichen nicht variabel ist, da Radsensoren jeweils an den aus
betrieblichen Gründen notwendigen Stellen einer Gleisanlage montiert werden müssen,
entsteht somit üblicherweise ein vergleichsweise hoher Aufwand, um einen Radsensor
kabelgebunden mit der beispielsweise im Stellwerksraum befindlichen Auswerte-Einrichtung
zu verbinden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der zuvor genannte Aufwand für Maßnahmen
zum Blitzschutz und zur Isolation üblicherweise für jeden einzelnen an die Auswerte-Einrichtung
beziehungsweise das Stellwerk angeschlossenen Radsensor erforderlich ist.
[0006] Der erfindungsgemäße Radsensor ist nun dahingehend vorteilhaft, dass er eine Kommunikations-Einrichtung
zum drahtlosen Übertragen der zumindest einen Kenngröße aufweist. Die Kommunikations-Einrichtung
ermöglicht eine drahtlose Datenübertragung, die grundsätzlich nach einem beliebigen,
für sich bekannten Verfahren zur drahtlosen Übertragung von Daten erfolgen kann. Als
Beispiel hierfür seien eine drahtlose Datenübertragung mittels Infrarot oder Ultraschall
genannt. Besonders vorteilhaft ist die Ausführungsform, dass die Kommunikations-Einrichtung
zum drahtlosen Übertragen von Daten mittels Funk ausgebildet ist. Hierbei handelt
es sich vorteilhafterweise um eine besonders einfache und robuste Ausführungsform
der Kommunikations-Einrichtung, wobei grundsätzlich beliebige, für sich bekannte Funkstandards
zur Anwendung kommen können.
[0007] Insbesondere aufgrund der rauen und wechselnden Bedingungen, die in der Außenanlage
einer Eisenbahnanlage auftreten, und der hiermit verbundenen Störeinflüsse können
jedoch bei einer drahtlosen Datenübertragung von einem Radsensor Probleme beziehungsweise
Störungen auftreten. Dies ist insbesondere im Zusammenhang mit zeitkritischen und/oder
sicherheitsrelevanten Anwendungen, für die Radsensoren typischerweise eingesetzt werden,
nachteilig beziehungsweise inakzeptabel. Um entsprechende mögliche Probleme hinsichtlich
der Zuverlässigkeit oder der Übertragungsqualität zu vermeiden beziehungsweise zu
minimieren, weist der erfindungsgemäße Radsensor vorteilhafterweise eine Verarbeitungs-Einrichtung
zum Ermitteln zumindest einer Kenngröße aus dem zumindest einen erfassten Signal auf.
Dies bedeutet, dass bereits seitens des Radsensors eine Auswertung beziehungsweise
eine Analyse des zumindest einen durch die Sensor-Einrichtung erfassten Signals erfolgt.
Hierdurch wird es ermöglicht, zumindest eine Kenngröße aus dem zumindest einen erfassten
Signal zu ermitteln und diese zumindest eine Kenngröße mittels der Kommunikations-Einrichtung
drahtlos an einen Empfänger, d.h. beispielsweise eine Funkeinrichtung eines Stellwerks,
zu übertragen. Dadurch, dass nicht das von der Sensor-Einrichtung erfasste Signal
selbst sondern die zumindest eine von der Verarbeitungs-Einrichtung ermittelte Kenngröße
durch die Kommunikations-Einrichtung übertragen wird, werden vorteilhafterweise die
zeitlichen Anforderungen hinsichtlich einer Echtzeitübertragung beispielsweise an
eine im Stellwerksraum befindliche Auswerte-Einrichtung, stark reduziert. So wird
einerseits die zu übertragende Datenmenge verringert; andererseits können bei einer
Übertragung der zumindest einen ermittelten Kenngröße wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen
werden, um eine Verfälschung im Rahmen der Übertragung auszuschließen. Dies bedeutet,
dass erst die Verarbeitungs-Einrichtung die Voraussetzung dafür schafft, einen Radsensor
in praxistauglicher, zuverlässiger Art und Weise mit einer Kommunikations-Einrichtung
zur drahtlosen Datenübertragung zu versehen.
[0008] Aufgrund dessen, dass der erfindungsgemäße Radsensor zur drahtlosen Übertragung von
Daten ausgebildet ist, entfallen vorteilhafterweise die Aufwände und Kosten, die mit
einer Verkabelung verbunden wären. Darüber hinaus kann eine explizite galvanische
Trennung zwischen der Außenanlage, d.h. dem Radsensor, und der Innenanlage einer Eisenbahnanlage
entfallen. Des Weiteren werden auch aufwändige Maßnahmen im Zusammenhang mit Blitzschutz,
etwa in Form von Blitzschutzmodulen, vermieden. Aufgrund dessen, dass die Verarbeitungs-Einrichtung
aus dem zumindest einen erfassten Signal zumindest eine Kenngröße ermittelt, bestehen
darüber hinaus bezüglich einer nachgeordneten Auswertesoftware, die beispielsweise
auf einer Auswerte-Einrichtung eines Stellwerks laufen kann, keine oder nur stark
reduzierte Anforderungen an die Echtzeitfähigkeit. Des Weiteren ermöglicht es der
erfindungsgemäße Radsensor auch, die Komponenten der Innenanlage einer Eisenbahnanlage
erheblich zu vereinfachen, da hier als externe Schnittstelle lediglich Empfangsmittel,
beispielsweise in Form eines Funkmoduls, für das Empfangen der zumindest einen Kenngröße
erforderlich sind.
[0009] Die genaue Ausprägung der zumindest einen Kenngröße hängt im Wesentlichen von der
jeweiligen Funktion beziehungsweise dem jeweiligen Einsatzgebiet des Radsensors ab.
In einer besonders bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Radsensors ist
die Verarbeitungs-Einrichtung ausgebildet, die Anzahl der vorbeirollenden Räder, die
Fahrtrichtung, die Geschwindigkeit des jeweiligen Rades und/oder den Abstand zwischen
aufeinander folgenden Rädern als die zumindest eine Kenngröße zu ermitteln. Dies bedeutet,
dass der Radsensor vorzugsweise zumindest eine der genannten Größen als Kenngröße
ermittelt. Bei der Bestimmung der Geschwindigkeit des jeweiligen Rades beziehungsweise
der jeweiligen Achse kann dabei gegebenenfalls eine Berücksichtigung von Beschleunigungs-oder
Verzögerungsvorgängen während der Überfahrt erfolgen. Aus der Geschwindigkeit des
jeweiligen Rades kann seitens der Verarbeitungs-Einrichtung des Radsensors eine Ermittlung
des Abstands zwischen aufeinander folgenden Rädern, d.h. des Achsabstands, erfolgen.
Darüber hinaus kann mittels der zumindest einen Kenngröße beispielsweise auch das
Erkennen des Beginns und des Endes einer Überfahrt, gegebenenfalls unter Berücksichtigung
der aktuellen ermittelten Geschwindigkeit, signalisiert werden.
[0010] Grundsätzlich ist es möglich, dass die Verarbeitungs-Einrichtung und die Sensor-Einrichtung
in getrennten Gehäusen untergebracht sind. Eine entsprechende Ausführung kann beispielsweise
aufgrund räumlicher Beschränkungen, d.h. aufgrund nicht ausreichenden zur Verfügung
stehenden Platzes, erforderlich beziehungsweise zweckmäßig sein. In diesem Fall kann
die Verarbeitungs-Einrichtung beispielsweise im Abstand von bis zu einigen Metern
von der Sensor-Einrichtung entfernt in Gleisnähe angeordnet sein. Ein Nachteil hierbei
ist jedoch darin zu sehen, dass eine üblicherweise kabelgebundene, vergleichsweise
ungeschützte Verbindung zwischen der Sensor-Einrichtung und der Verarbeitungs-Einrichtung
erforderlich ist.
[0011] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Radsensors
sind die Verarbeitungs-Einrichtung und die Sensor-Einrichtung in einem gemeinsamen
Gehäuse angeordnet. Dies bedeutet, dass die Verarbeitungs-Einrichtung in das Gehäuse
der Sensor-Einrichtung beziehungsweise des Radsensors integriert ist, wodurch sich
vorteilhafterweise eine besonders kompakte Anordnung ergibt. Aufgrund dessen, dass
eine außerhalb eines Gehäuses liegende Verbindung zwischen der Sensor-Einrichtung
und der Verarbeitungs-Einrichtung vermieden wird, wird die Robustheit des Radsensors
vorteilhafterweise erhöht.
[0012] Grundsätzlich ist es möglich, die Energieversorgung des erfindungsgemäßen Radsensors
kabelgebunden, d.h. beispielsweise mittels einer zweiadrigen Leitung, vorzunehmen.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Radsensor
eine leitungsunabhängige, autarke Energieversorgungs-Einrichtung auf. Dies ist vorteilhaft,
da in diesem Fall jeglicher Verkabelungsaufwand zwischen dem Radsensor und sonstigen
betrieblichen Systemen der Eisenbahnanlage entfällt.
[0013] Bei der Energieversorgungs-Einrichtung kann es sich um eine zur unabhängigen Bereitstellung
von Energie geeignete Einrichtung beliebiger Art handeln. Dies schließt beispielsweise
Energieversorgungs-Einrichtungen ein, die aus ihrer Umwelt beziehungsweise Umgebung
Energie erzeugen ("Energy Harvesting"). So können zur Energieerzeugung beispielsweise
Solarzellen verwendet werden oder auch Wandler zum Erzeugen elektrischer Energie aus
mechanischen Schwingungen. In letzterem Fall wird der Radsensor mit Energie betrieben,
die aus Schwingungen erzeugt wird, die durch vorbeifahrende Züge verursacht werden.
[0014] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Radsensors
umfasst die Energieversorgungs-Einrichtung zumindest einen elektrochemischen Energiespeicher,
insbesondere zumindest eine Primärzelle. Dies ist vorteilhaft, da mittels eines elektrochemischen
Energiespeichers eine besonders zuverlässige und von Umgebungsbedingungen weitgehend
unabhängige Energieversorgung des Radsensors sichergestellt werden kann. Darüber hinaus
ist der Wartungsaufwand im Falle einer Energieversorgungs-Einrichtung in Form einer
Primärzelle oder Primärzellenbatterie in der Regel darauf beschränkt, im Rahmen einer
üblicherweise regelmäßig vorzunehmenden Wartung des Radsensors einen Austausch der
der Primärzelle oder Primärzellenbatterie vorzunehmen.
[0015] Vorzugsweise kann der erfindungsgemäße Radsensor auch derart ausgestaltet sein, dass
er als Doppel-Radsensor mit zwei Sensor-Einrichtungen ausgebildet ist. Dies ist vorteilhaft,
da entsprechende Doppel-Radsensoren aufgrund dessen weit verbreitet sind, dass sie
insbesondere eine Bestimmung der Fahrtrichtung sowie der Geschwindigkeit vorbeirollender
Räder auf übliche und besonders einfache Art und Weise ermöglichen.
[0016] Insbesondere für den Fall, dass der Radsensor eine leitungsunabhängige, autarke Energieversorgungs-Einrichtung
aufweist, ist es von großer Bedeutung, den Energiebedarf des Radsensors zu minimieren.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Radsensors wird dies dadurch
erreicht, dass eine der Sensor-Einrichtungen in einen energiesparenden Ruhezustand
schaltbar ist und der Radsensor zum Aktivieren der in den Ruhezustand geschalteten
Sensor-Einrichtung ausgebildet ist, sofern durch die andere, aktive Sensor-Einrichtung
zumindest ein Signal erfasst wird. Vorteilhafterweise hat dies somit zur Folge, dass
die meiste Zeit nur eine der beiden Sensor-Einrichtungen des Doppel-Radsensors aktiv
ist. Sofern bei einer Überfahrt durch ein Schienenfahrzeug die aktive Sensor-Einrichtung
betätigt wird, besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass die Verarbeitungs-Einrichtung
zur späteren Nachverfolgung einen entsprechenden Zeitstempel zwischenspeichert und
die in den energiesparenden Ruhezustand geschaltete andere Sensor-Einrichtung aktiviert.
Bei einem solchen Verfahren wird der Energiebedarf des Doppel-Radsensors in der Ruhephase
vorteilhafterweise halbiert. Nach erfolgter Aktivierung der zuvor in den Ruhezustand
geschalteten Sensor-Einrichtung stehen für die nachfolgenden Räder des Schienenfahrzeugs
beide Sensor-Einrichtungen zur Verfügung, so dass beispielsweise eine Bestimmung der
Richtung und der Geschwindigkeit der Räder möglich ist. Es sei darauf hingewiesen,
dass selbstverständlich auch beide Sensor-Einrichtungen in den energiesparenden Ruhezustand
schaltbar sein können. In diesem Fall ist es besonders vorteilhaft, wenn die Sensor-Einrichtungen
abwechselnd in den Ruhezustand geschaltet werden, da hierdurch ein Ausfall einer der
beiden Sensor-Einrichtungen besonders schnell erkennbar ist.
[0017] Vorzugsweise kann der erfindungsgemäße Radsensor weiterhin derart ausgebildet sein,
dass die eine der Sensor-Einrichtungen in den Ruhezustand geschaltet wird, sofern
für eine definierte Zeitdauer kein Signal erfasst wird. Dies ist vorteilhaft, da hierdurch
ein selbsttätiges Abschalten einer der beiden Sensor-Einrichtungen durch den Radsensor
selbst ermöglicht wird. Dabei kann ein Schalten in den Ruhezustand entweder erfolgen,
wenn die betreffende Sensor-Einrichtung für die definierte Zeitdauer kein Signal erfasst
hat, oder wenn dies für beide Sensor-Einrichtungen des Radsensors der Fall ist.
[0018] Der erfindungsgemäße Radsensor kann weiterhin auch derart weitergebildet sein, dass
die Sensor-Einrichtung beziehungsweise zumindest eine der Sensor-Einrichtungen zum
gepulsten Betrieb ausgebildet ist. Dies bedeutet, dass die betreffende Sensor-Einrichtung
beziehungsweise die betreffenden Sensor-Einrichtungen jeweils nur während der Pulse,
d.h. nur zu regelmäßig wiederkehrenden Zeiten, aktiv ist beziehungsweise sind. Besonders
vorteilhaft ist hierbei die Ausführungsform, dass die Sensor-Einrichtungen abwechselnd
gepulst werden, da hierdurch die Ausfalloffenbarungszeit gering gehalten wird, d.h.
ein Ausfall einer der Sensor-Einrichtungen schnell erkennbar ist. Vorzugsweise wechselt
der Radsensor bei Erfassen eines Signals durch die Sensor-Einrichtung beziehungsweise
durch zumindest eine der Sensor-Einrichtungen aus dem gepulsten Betrieb in einen dauerhaften
Betrieb, in dem die Sensor-Einrichtung beziehungsweise die Sensor-Einrichtungen durchgehend
aktiviert ist beziehungsweise sind. Dabei kann in Abhängigkeit von der Einflussbreite
des Rades auf die jeweilige Sensor-Einrichtung und der maximal erwarteten Geschwindigkeit
des Schienenfahrzeugs sowie unter Berücksichtigung der für das Wiedereinschalten der
Sensor-Einrichtung benötigten Zeit die Pulsdauer sowie der Abstand aufeinander folgender
Pulse festgelegt werden. Es hat sich gezeigt, dass durch einen gepulsten Betrieb beispielsweise
im Falle von im Bereich von Rangierbahnhöfen eingesetzten Radsensoren bei typischen
Rangiergeschwindigkeiten eine Reduzierung der Leistungsaufnahme des Radsensors um
etwa einen Faktor 10 erreicht werden kann. Dies bedeutet, dass zum Beispiel im Falle
eines Radsensors, dessen normaler Energiebedarf bei einer Stromaufnahme von ca. 4mA
bei einer Spannung von etwa 8V liegt, die mittlere Stromaufnahme auf ca. 0,4mA sinkt.
[0019] Vorzugsweise kann der erfindungsgemäße Radsensor auch derart ausgestaltet sein, dass
die Pulsdauer und/oder der Abstand aufeinanderfolgender Pulse konfigurierbar ist.
Dies ist vorteilhaft, da hierdurch die Pulsdauer und/oder der Abstand aufeinander
folgender Pulse besonders flexibel an die jeweiligen Gegebenheiten sowie die Einsatzart
des jeweiligen Radsensors angepasst werden kann.
[0020] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Radsensors
ist zum Detektieren von durch ein sich annähendes Schienenfahrzeug verursachten Schwingungen
ein Vibrationsdetektor vorgesehen. Dies ist vorteilhaft, da mittels des Vibrationsdetektors
bereits frühzeitig eine Information darüber erlangt werden kann, dass sich ein Schienenfahrzeug
dem Radsensor annähert.
[0021] Vorteilhafterweise ist der erfindungsgemäße Radsensor derart weitergebildet, dass
die Verarbeitungs-Einrichtung und/oder die zumindest eine Sensor-Einrichtung in einen
energiesparenden Ruhezustand schaltbar sind und der Radsensor bei Detektion von Schwingungen
durch den Vibrationsdetektor zum Aktivieren der in den Ruhezustand geschalteten Komponente
beziehungsweise Komponenten ausgebildet ist. Dabei kann der Vibrationsdetektor, etwa
in Form eines Beschleunigungssensors beziehungsweise Accelerometers oder eines Rüttelsensors,
beispielsweise am beziehungsweise im Gehäuse des Radsensors oder an der Schiene befestigt
werden. Hierdurch wird es ermöglicht, dass die übrigen Komponenten des Radsensors,
d.h. insbesondere die Verarbeitungs-Einrichtung und/oder die zumindest eine Sensor-Einrichtung
in einen energiesparenden Ruhezustand geschaltet werden können. Dabei kann der energiesparende
Ruhezustand gegebenenfalls dadurch gegeben sein, dass die betreffenden Komponenten
vollständig abgeschaltet sind. Mittels des Vibrationsdetektors, der mit sehr geringer
Leistung oder beispielsweise im Falle eines auf dem Piezoeffekt basierenden Vibrationsdetektors
leistungslos betrieben werden kann, ist es möglich, die Schwingungen, die von einem
sich annähernden Schienenfahrzeug verursacht werden, zu detektieren und die in den
Ruhezustand geschaltete Komponenten beziehungsweise die in den Ruhezustand geschalteten
Komponenten wieder zu aktivieren. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass
der Vibrationsdetektor die Verarbeitungs-Einrichtung aktiviert beziehungsweise weckt
und diese eine Aktivierung der Sensor-Einrichtung oder der Sensor-Einrichtungen des
Radsensors veranlasst, welche daraufhin die durch den im Folgenden vorbeirollenden
Zug beziehungsweise das im Folgenden vorbeirollende Schienenfahrzeug ausgelösten Signale
erfasst beziehungsweise erfassen. Nach der Überfahrt der letzten Achse des Schienenfahrzeugs
beziehungsweise des Fahrverbands und dem Abklingen der Schwingungen kann beispielsweise
durch die Verarbeitungs-Einrichtung ein Übergang der betreffenden Komponenten in den
Ruhezustand veranlasst werden, indem beispielsweise die Energieversorgung abgeschaltet
wird. Die beschriebene Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist besonders
vorteilhaft, da hierdurch der Energiebedarf des Radsensors minimiert wird und somit
beispielsweise in dem Fall, dass der Radsensor durch einen elektrochemischen Energiespeicher,
d.h. beispielsweise eine Primärzelle oder eine Primärzellenbatterie, mit elektrischer
Energie versorgt wird, ein entsprechend kleinerer und damit kostengünstigerer elektrochemischer
Energiespeicher verwendet werden kann. Des Weiteren ist eine Minimierung des Energiebedarfs
des Radsensors beispielsweise auch in dem Fall besonders vorteilhaft, dass Sekundärzellen
zur Pufferung verwendet werden. Dies kann beispielsweise den Fall betreffen, dass
zur leitungsunabhängigen, autarken Energieversorgung Solarzellen verwendet werden
und mittels Sekundärzellen eine Energieversorgung des Radsensors zum Beispiel bei
Dunkelheit gewährleistet wird. Eine Minimierung beziehungsweise Reduzierung des Energiebedarfs
des Radsensors ermöglicht hierbei eine Reduzierung der Kapazität der Sekundärzellen
und/oder der Fläche der eingesetzten Solarzellen.
[0022] Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Eisenbahnanlage mit zumindest einem erfindungsgemäßen
Radsensor beziehungsweise zumindest einem Radsensor gemäß einer der zuvor beschriebenen
bevorzugten Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Radsensors und mit Empfangsmitteln
zum drahtlosen Empfangen der zumindest einen Kenngröße von dem zumindest einen Radsensor
sowie einer Auswerte-Einrichtung zum Auswerten der empfangenen zumindest einen Kenngröße.
[0023] Vorzugsweise ist die erfindungsgemäße Eisenbahnanlage derart ausgestaltet, dass sie
eine Mehrzahl von Radsensoren umfasst und mehrere oder alle der Radsensoren elektrisch
an eine gemeinsame Energieversorgungsleitung angebunden sind. Insbesondere für den
Fall, dass die einzelnen Radsensoren nicht über eine leitungsunabhängige, autarke
Energieversorgungs-Einrichtung verfügen, ist dies vorteilhaft, da mittels einer gemeinsamen
Energieversorgungsleitung, die funktional einem "Energiebus" entspricht, beispielsweise
mittels einer einfachen zweiadrigen Leitung in Abhängigkeit von dem jeweiligen, insbesondere
geographischen Gegebenheiten alle oder mehrere der Radsensoren mit Energie versorgt
werden können. Vorteilhafterweise kann hierbei die Energieversorgungsleitung sowie
die über sie angebundene zentrale Energieversorgung der Außenanlage der Eisenbahnanlage
zugeordnet werden, so dass vorteilhafterweise eine galvanische Verbindung zur Innenanlage,
die entsprechende Schutzmaßnahmen erforderlich machen würde, vermieden wird. Es sei
darauf hingewiesen, dass es in Abhängigkeit von den jeweiligen Gegebenheiten auch
möglich ist, mehrere oder alle der Radsensoren einer Anlage in Gruppen von jeweils
mehreren Radsensoren jeweils elektrisch an eine von mehreren Energieversorgungsleitungen
anzubinden. So können beispielsweise die Radsensoren verschiedener Bahnhofsköpfe jeweils
elektrisch an eine gemeinsame Energieversorgungsleitung angebunden werden.
[0024] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Betreiben einer Eisenbahnanlage.
[0025] Hinsichtlich des Verfahrens liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein besonders flexibel einsetzbares und kostengünstiges Verfahren zum Betreiben einer
Eisenbahnanlage anzugeben.
[0026] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben einer
Eisenbahnanlage, wobei durch zumindest eine Sensor-Einrichtung eines Radsensors zumindest
ein durch zumindest ein Rad eines vorbeirollenden Schienenfahrzeugs ausgelöstes Signal
erfasst wird, durch eine Verarbeitungs-Einrichtung des Radsensors aus dem zumindest
einen erfassten Signal zumindest eine Kenngröße ermittelt wird und die zumindest eine
Kenngröße drahtlos an eine Auswerte-Einrichtung der Eisenbahnanlage übertragen wird.
[0027] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechen im Wesentlichen denjenigen
des erfindungsgemäßen Radsensors, so dass diesbezüglich auf die entsprechenden vorstehenden
Ausführungen verwiesen wird. Dies gilt entsprechend auch hinsichtlich der im Folgenden
aufgeführten bevorzugten Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens bezüglich
der entsprechenden bevorzugten Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Radsensors, so
dass auch diesbezüglich auf die jeweiligen vorstehenden Ausführungen verwiesen wird.
[0028] Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren derart ausgestaltet sein, dass die
Anzahl der vorbeirollenden Räder, die Fahrtrichtung, die Geschwindigkeit des jeweiligen
Rades und/oder der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Rädern als die zumindest
eine Kenngröße ermittelt wird.
[0029] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Weiterbildung ist das erfindungsgemäße
Verfahren derart ausgeprägt, dass bei einem Radsensor in Form eines Doppel-Radsensors
mit zwei Sensor-Einrichtungen eine der Sensor-Einrichtungen in einen energiesparenden
Ruhezustand geschaltet wird und die in den Ruhezustand geschaltete Sensor-Einrichtung
aktiviert wird, sofern durch die andere, aktive Sensor-Einrichtung zumindest ein Signal
erfasst wird.
[0030] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
die eine der Sensor-Einrichtungen in den Ruhezustand geschaltet, sofern für eine definierte
Zeitdauer kein Signal erfasst wird.
[0031] Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart weitergebildet sein,
dass die Sensor-Einrichtung beziehungsweise zumindest eine der Sensor-Einrichtungen
gepulst betrieben wird.
[0032] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
werden mittels eines Vibrationsdetektors durch ein sich annäherndes Schienenfahrzeug
verursachte Schwingungen detektiert.
[0033] Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart ausgestaltet sein, dass
die Verarbeitungs-Einrichtung und/oder die zumindest eine Sensor-Einrichtung in einen
energiesparenden Ruhezustand geschaltet werden und die in den Ruhezustand geschaltete
Komponente wieder aktiviert wird beziehungsweise die in den Ruhezustand geschalteten
Komponenten wieder aktiviert werden, sofern durch den Vibrationsdetektor Schwingungen
detektiert werden.
[0034] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Hierzu zeigt
- Figur 1
- in einer schematischen Skizze ein erstes Aus- führungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Ei- senbahnanlage mit einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Radsensors,
- Figur 2
- in einer schematischen Skizze ein zweites Aus- führungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Eisen- bahnanlage mit mehreren durch eine gemeinsame Energieversorgungsleitung verbundenen
Radsen- soren gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Radsensors,
- Figur 3
- in einer schematischen Skizze ein drittes Aus- führungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Eisen- bahnanlage mit mehreren Radsensoren, die gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
des erfin- dungsgemäßen Radsensors jeweils eine leitung- sunabhängige, autarke Energieversorgungsein-
richtung aufweisen,
- Figur 4
- zur Erläuterung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer
schema- tischen Skizze ein viertes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Radsensors
und
- Figur 5
- zur Erläuterung eines weiteren Ausführungsbei- spiels des erfindungsgemäßen Verfahrens
in ei- ner schematischen Skizze ein fünftes Ausfüh- rungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Radsen- sors.
[0035] Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden in den Figuren für gleiche oder funktional
gleich wirkende Komponenten jeweils dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0036] Figur 1 zeigt in einer schematischen Skizze ein erstes Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Eisenbahnanlage mit einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Radsensors. Im Detail ist ein Radsensor RS dargestellt, der eine Sensor-Einrichtung
SE zum Erfassen zumindest eines durch zumindest einen Rad eines vorbeirollenden Schienenfahrzeugs
ausgelösten Signals S aufweist. Alternativ hierzu könnte der Radsensor RS beispielsweise
auch als Doppel-Radsensor mit zwei Sensor-Einrichtungen ausgeführt sein.
[0037] Gemäß dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 weist der Radsensor RS weiterhin eine Verarbeitungs-Einrichtung
VE auf. Diese empfängt von der Sensor-Einrichtung SE das erfasste Signal S und ermittelt
aus dem Signal S zumindest eine Kenngröße K. Dabei erfolgt die Ermittlung der zumindest
einen Kenngröße K vorteilhafterweise im Wesentlichen in Echtzeit, d.h. verzögerungsfrei.
Bei der Kenngröße K kann es sich beispielsweise um eine Angabe zur Anzahl der vorbeirollenden
Räder, zur Fahrtrichtung beziehungsweise Überfahrungsrichtung, zur Geschwindigkeit
des jeweiligen Rades und/oder zum Abstand zwischen aufeinander folgenden Rädern beziehungsweise
Achsen handeln. Die eine ermittelte Kenngröße beziehungsweise die mehreren ermittelten
Kenngrößen K werden von der Verarbeitungs-Einrichtung VE an eine Kommunikations-Einrichtung
KE übergeben, die zum drahtlosen Übertragen der zumindest einen Kenngröße K ausgebildet
ist. Im Rahmen der im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiele sei angenommen,
dass die Kommunikations-Einrichtung KE als Funk-Einrichtung, etwa in Form eines Funkmoduls,
ausgebildet ist, d.h. zur funkbasierten Datenübertragung vorgesehen ist.
[0038] Mittels der Kommunikations-Einrichtung KE wird die zumindest eine Kenngröße K über
eine Funkverbindung, die in Figur 1 durch den punktierten Pfeil angedeutet ist, an
eine Steuer-Einrichtung ST übertragen. Dabei ist, wie durch die strichpunktierte senkrechte
Linie zwischen dem Radsensor RS und der Steuer-Einrichtung ST angedeutet, der Radsensor
RS der Außenanlage der Eisenbahnanlage zugeordnet und die Steuer-Einrichtung ST der
Innenanlage der Eisenbahnanlage, d.h. beispielsweise einem Stellwerk.
[0039] Die Steuer-Einrichtung ST weist Empfangsmittel EM zum drahtlosen Empfangen der zumindest
einen Kenngröße K von dem Radsensor RS beziehungsweise der Kommunikations-Einrichtung
KE des Radsensors RS auf. An die Empfangsmittel EM angebunden ist eine Auswerte-Einrichtung
AE zum Auswerten der von den Empfangsmitteln EM empfangenen zumindest einen Kenngröße
K. Dabei kann die Auswerte-Einrichtung AE die von dem Radsensor RS empfangene zumindest
eine Kenngröße K beispielsweise zur Gleisfreimeldung, zum Steuern beziehungsweise
Schalten eines Bahnübergangs oder zur Reihungskontrolle von Güterwagen verwenden.
[0040] Dadurch, dass nicht das von der Sensor-Einrichtung SE erfasste Signal S selbst beziehungsweise
ein lediglich beispielsweise hinsichtlich seiner Signalform aufbereitetes Signal an
die Steuer-Einrichtung ST übertragen wird, sondern die zumindest eine Kenngröße bereits
auf Seiten des Radsensors RS ermittelt wird, wird es vorteilhafterweise ermöglicht,
eine Funkübertragung der zumindest einen Kenngröße K mittels der Kommunikations-Einrichtung
KE vorzunehmen. Ursache hierfür ist insbesondere, dass aufgrund der radsensorseitig
vorgenommenen Verarbeitung die zeitlichen Anforderungen hinsichtlich einer Echtzeitübertragung
an die beispielsweise im Stellwerksraum angeordnete Steuer-Einrichtung ST stark reduziert
werden beziehungsweise nahezu vollständig entfallen. Darüber hinaus wird die Zuverlässigkeit
der funkbasierten Datenübertragung durch die durch die Verarbeitungs-Einrichtung VE
vorgenommene Verarbeitung in der Regel bedingte Datenreduktion vorteilhafterweise
erhöht.
[0041] Bei der Ausführungsform der erfindungsgemäßen Eisenbahnanlage sowie des erfindungsgemäßen
Radsensors gemäß Figur 1 entfallen somit vorteilhafterweise Aufwände für eine eine
kabelgebundene Datenübertragung ermöglichende Verkabelung. Hierdurch entfällt gleichzeitig
die Notwendigkeit einer expliziten galvanischen Trennung zwischen der Außenanlage,
d.h. dem Radsensor RS, sowie der Innenanlage, d.h. der Steuer-Einrichtung ST, sowie
darüber hinaus die Notwendigkeit, Blitzschutzmodule vorzusehen. Darüber hinaus vereinfacht
sich auch der Aufbau der Komponenten der Innenanlage, da seitens der Steuer-Einrichtung
ST lediglich Empfangsmittel EM, beispielsweise in Form eines Funkmoduls, zum Empfangen
der zumindest einen Kenngröße K erforderlich sind.
[0042] Figur 2 zeigt in einer schematischen Skizze ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Eisenbahnanlage mit mehreren durch eine gemeinsame Energieversorgungsleitung verbundenen
Radsensoren gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Radsensors.
Der obere Teil der Figur 2 entspricht dabei demjenigen der Figur 1. Darüber hinaus
sind jedoch weitere Radsensoren RS1 bis RSn dargestellt beziehungsweise angedeutet,
die ebenfalls mittels zur drahtlosen Datenübertragung ausgelegten Kommunikations-Einrichtungen
KE1 bis KEn ihre jeweiligen Daten in Form entsprechender Kenngrößen K1 bis Kn an die
Empfangsmittel EM der Steuer-Einrichtung ST übertragen.
[0043] In dem Ausführungsbeispiel der Figur 2 sind die Radsensoren RS, RS1, RSn an eine
gemeinsame Energieversorgungsleitung EL angebunden, die mit einer zentralen Energieversorgung
EV verbunden ist. Der Energieversorgungsleitung EL, die beispielsweise als einfache
zweiadrige Leitung ausgelegt sein kann, kommt dabei die Funktion eines "Energiebusses"
zu, da sie in dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Versorgung aller Radsensoren
RS, RS1, RSn mit elektrischer Energie dient. Dadurch, dass die Energieversorgung EV
sowie die Energieversorgungsleitung EL der Außenanlage zugeordnet sind, wird vorteilhafterweise
eine galvanische Verbindung zur Innenanlage, die aufwändige Schutzmaßnahmen erforderlich
machen würde, vermieden. Aufgrund dessen, dass die Innenanlage als einzige Schnittstelle
die Empfangsmittel EM zum drahtlosen Empfangen der zumindest einen Kenngröße K, K1,
Kn von den Radsensoren RS, RS1, RSn aufweist, reduziert sich die Anzahl an externen
Schnittstellen der Innenanlage zur Außenanlage weiterhin vorteilhafterweise auf ein
Minimum.
[0044] Figur 3 zeigt in einer schematischen Skizze ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Eisenbahnanlage mit mehreren Radsensoren, die gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Radsensors jeweils eine leitungsunabhängige, autarke Energieversorgungseinrichtung
aufweisen. Das Ausführungsbeispiel der Figur 3 unterscheidet dabei von demjenigen
der Figur 2 dadurch, dass die Radsensoren RS, RS1, RSn jeweils eine leitungsunabhängige,
autarke Energieversorgungs-Einrichtung EE, EE1 beziehungsweise EEn aufweisen. Dies
ist dahingehend vorteilhaft, dass auch hinsichtlich der Energieversorgung Aufwände
für eine kabelgebundene Anbindung der Radsensoren RS, RS1, RSn vermieden werden.
[0045] Bei den Energieversorgungs-Einrichtungen EE, EE1, EEn kann es sich grundsätzlich
beispielsweise um Einrichtungen handeln, die elektrische Energie aus Sonnenlicht oder
am Gleis auftretenden Schwingungen erzeugen. Besonders bevorzugt ist hierbei jedoch
die Ausführungsform, dass die Energieversorgungs-Einrichtungen EE, EE1, EEn zumindest
einen elektrochemischen Energiespeicher, insbesondere zumindest eine Primärzelle,
umfassen. Hierdurch wird eine besonders zuverlässige, robuste und vergleichsweise
wartungsarme Energieversorgung der Radsensoren RS, RS1, RSn gewährleistet.
[0046] Figur 4 zeigt zur Erläuterung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens
in einer schematischen Skizze ein viertes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Radsensors. Gezeigt ist ein Radsensor RS, der als Doppel-Radsensor ausgeführt ist,
d.h. eine erste Sensor-Einrichtung SE
1 sowie eine zweite Sensor-Einrichtung SE
2 aufweist. Die Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 sind jeweils an die Verarbeitungs-Einrichtung VE angebunden und übermitteln an diese
jeweils Signale S
1 beziehungsweise S
2. Aus den Signalen S
1, S
2 ermittelt die Verarbeitungs-Einrichtung VE zumindest eine Kenngröße K
1,2, die entsprechend den vorherigen Ausführungsbeispielen von der Kommunikations-Einrichtung
KE drahtlos, d.h. im Rahmen der beschriebenen Ausführungsbeispiele funkbasiert, übertragen
wird.
[0047] Da der Radsensor RS von einer leitungsunabhängigen, autarken Energieversorgungs-Einrichtung
EE, die beispielsweise einen elektrochemischen Energiespeicher in Form einer Primärzelle
oder einer Primärzellenbatterie umfassen kann, mit elektrischer Energie versorgt wird,
ist es von großer Bedeutung, den Energiebedarf des Radsensors RS möglichst gering
zu halten. In dem Ausführungsbeispiel der Figur 4 geschieht dies dadurch, dass die
zweite Sensor-Einrichtung SE
2 in einen energiesparenden Ruhezustand schaltbar ist. Sobald durch die aktive erste
Sensor-Einrichtung SE
1 zumindest ein Signal S
1 erfasst und an die Verarbeitungs-Einrichtung VE übermittelt wird, wird von der Verarbeitungs-Einrichtung
VE ein Aktivierungs-Signal AS an die zweite Sensor-Einrichtung SE
2 übertragen. Hierdurch wird eine Aktivierung der zuvor im Ruhezustand befindlichen
zweiten Sensor-Einrichtung SE
2 ausgelöst, die somit zur Erfassung insbesondere von Richtung und Geschwindigkeit
nachfolgend vorbeirollender Räder wieder zur Verfügung steht.
[0048] Sofern für eine definierte Zeitdauer kein Signal erfasst wird - entweder von der
zweiten Sensor-Einrichtung SE
2 allein oder von beiden Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 - wird die zweite Sensor-Einrichtung SE
2 vorteilhafterweise wiederum von der Verarbeitungs-Einrichtung VE in den Ruhezustand
geschaltet. Alternativ hierzu kann sich die Sensor-Einrichtung SE
2 auch selbst in den energiesparenden Ruhezustand schalten.
[0049] Es sei darauf hingewiesen, dass grundsätzlich selbstverständlich auch beide Sensor-Einrichtungen
SE
1, SE
2 in einen energiesparenden Ruhezustand schaltbar sein können. In diesem Fall wird
durch die Verarbeitungs-Einrichtung VE jeweils eine der beiden Sensor-Einrichtungen
SE
1, SE
2 zu einem jeweiligen Zeitpunkt in den Ruhezustand geschaltet. Vorzugsweise können
die Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 hierbei abwechselnd in den Ruhezustand geschaltet werden, um die Ausfalloffenbarungszeit
gering zu halten.
[0050] Eine weitere Verringerung des Energiebedarfs des Radsensors RS kann vorteilhafterweise
dadurch erzielt werden, dass die Kommunikations-Einrichtung KE nur bei Bedarf, d.h.
bei Vorliegen zumindest einer neuen Kenngröße K
1,2 aktiviert wird.
[0051] Alternativ oder zusätzlich zu der in Figur 4 dargestellten Ausführungsform ist es
auch denkbar, dass eine der Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 beziehungsweise auch beide Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 zum gepulsten Betrieb ausgebildet sind. Dies kann beispielsweise derart geschehen,
dass die betreffende Sensor-Einrichtung SE
1, SE
2 beziehungsweise die Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 jeweils kurzzeitig aktiviert und anschließend wieder deaktiviert werden. Vorteilhafterweise
ist der Radsensor dabei derart ausgestaltet, dass die Pulsdauer und/oder der Abstand
aufeinander folgender Pulse konfigurierbar ist. Eine Festlegung der Parameter erfolgt
hierbei vorzugsweise in Abhängigkeit von der Einflussbreite des Rades auf die jeweilige
Sensor-Einrichtung SE
1, SE
2 und der maximal auftretenden Geschwindigkeit vorbeirollender Schienenfahrzeuge. Weiterhin
kann hierbei die Zeit berücksichtigt werden, die für das Wiedereinschalten beziehungsweise
Wiederaktivieren der Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 benötigt wird. Dies bedeutet, dass die Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 bei Erfassen eines Signals S
1, S
2 durch zumindest eine der Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 vorteilhafterweise aus dem gepulsten Betrieb in den durchgehenden, nicht gepulsten
Normalbetrieb zurückgeschaltet werden.
[0052] Figur 5 zeigt zur Erläuterung eines weiteren Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens in einer schematischen Skizze ein fünftes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Radsensors. Die Darstellung sowie die Komponenten des Radsensors RS entsprechen dabei
im Wesentlichen denjenigen des Ausführungsbeispiels der Figur 4, wobei der Radsensor
RS zusätzlich einen Vibrationsdetektor VD zum Detektieren von durch ein sich annäherndes
Schienenfahrzeug verursachten mechanischen Schwingungen aufweist. Es sei an dieser
Stelle darauf hingewiesen, dass der Vibrationsdetektor VD nicht notwendigerweise innerhalb
des Gehäuses angeordnet zu sein braucht, das die übrigen Komponenten des Radsensors
RS umschließt, sondern beispielsweise auch am Gehäuse des Radsensors RS oder unmittelbar
an der Schiene selbst befestigt sein kann. Unabhängig hiervon wird der Vibrationsdetektor
VD aufgrund seiner entsprechenden funktionalen Zuordnung im Rahmen der vorliegenden
Erfindung als Bestandteil des Radsensors RS aufgefasst.
[0053] Durch den Vibrationsdetektor VD wird es nun vorteilhafterweise ermöglicht, dass die
Verarbeitungs-Einrichtung VE, die Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 und/oder die Kommunikations-Einrichtung KE in einen energiesparenden Ruhezustand
geschaltet werden können. Dies bedeutet, dass die betreffenden Komponenten grundsätzlich
zunächst beispielsweise vollständig abgeschaltet bleiben können. Durch den mit sehr
geringer Leistung betriebenen Vibrationsdetektors VD kann bei einer Detektion von
Schwingungen, die auf ein sich annäherndes Schienenfahrzeug hinweisen, eine Aktivierung
des Radsensors RS beziehungsweise der in den Ruhezustand geschalteten Komponenten
erfolgen. In dem Ausführungsbeispiel der Figur 5 geschieht dies dadurch, dass der
Vibrationsdetektor VD ein Aktivierungssignal AS
VD an die Verarbeitungs-Einrichtung VE übermittelt und diese damit "aufweckt" beziehungsweise
in den aktiven Zustand zurück versetzt. Die Verarbeitungs-Einrichtung VE übermittelt
daraufhin Aktivierungssignale AS
1 beziehungsweise AS
2 an die Sensor-Einrichtungen SE
1, SE
2 und führt somit eine Aktivierung auch dieser Komponenten durch.
[0054] Zusätzlich zur Darstellung der Figur 5 ist es auch möglich, dass auch die Kommunikations-Einrichtung
KE bei Erkennen von Schwingungen durch den Vibrationsdetektor VD wiederum durch ein
entsprechendes Aktivierungssignal in den aktiven Zustand geschaltet wird.
[0055] Nach dem Abklingen der Schwingungen kann beispielsweise durch die Verarbeitungs-Einrichtung
VE die Energieversorgung der Komponenten des Radsensors RS mit Ausnahme des Vibrationsdetektors
VD wieder weitgehend oder vollständig abgeschaltet werden.
[0056] Die zuvor beschriebene Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens beziehungsweise
des erfindungsgemäßen Radsensors unter Verwendung eines Vibrationsdetektors VD ist
dahingehend besonders vorteilhaft, dass sie eine erhebliche Reduzierung des Energiebedarfs
des Radsensors RS erlaubt. Dies kann beispielsweise dafür genutzt werden, eine entsprechend
weniger leistungsfähige leitungsunabhängige, autarke Energieversorgungs-Einrichtung
EE, d.h. beispielsweise eine entsprechend kleinere Primärzelle, zu verwenden. Darüber
hinaus ist ein Vorteil darin zu sehen, dass mittels des Vibrationsdetektors VD ein
zuverlässiges Aufwecken der übrigen Komponenten des Radsensors RS bereits zu einem
frühen Zeitpunkt möglich ist, so dass die Aktivierung aller Komponenten des Radsensors
RS rechtzeitig vor Vorbeifahrt des ersten Rades des Schienenfahrzeugs beziehungsweise
des Fahrzeugverbands abgeschlossen werden kann.
1. Radsensor (RS) mit zumindest einer Sensor-Einrichtung (SE, SE
1, SE
2) zum Erfassen zumindest eines durch zumindest ein Rad eines vorbeirollenden Schienenfahrzeugs
ausgelösten Signals (S, S
1, S
2),
gekennzeichnet durch
- eine Verarbeitungs-Einrichtung (VE) zum Ermitteln zumindest einer Kenngröße (K,
K1,2) aus dem zumindest einen erfassten Signal (S, S1, S2) sowie
- eine Kommunikations-Einrichtung (KE) zum drahtlosen Übertragen der zumindest einen
Kenngröße (K, K1,2).
2. Radsensor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungs-Einrichtung (VE) ausgebildet ist, die Anzahl der vorbeirollenden
Räder, die Fahrtrichtung, die Geschwindigkeit des jeweiligen Rades und/oder den Abstand
zwischen aufeinanderfolgenden Rädern als die zumindest eine Kenngröße (K, K1,2) zu ermitteln.
3. Radsensor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungs-Einrichtung (VE) und die Sensor-Einrichtung (SE, SE1, SE2) in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet sind.
4. Radsensor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Radsensor (RS) eine leitungsunabhängige, autarke Energieversorgungs-Einrichtung
(EE) aufweist.
5. Radsensor nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Energieversorgungs-Einrichtung (EE) zumindest einen elektrochemischen Energiespeicher,
insbesondere zumindest eine Primärzelle, umfasst.
6. Radsensor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Radsensor (RS) als Doppel-Radsensor mit zwei Sensor-Einrichtungen (SE1, SE2) ausgebildet ist.
7. Radsensor nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine der Sensor-Einrichtungen (SE2) in einen energiesparenden Ruhezustand schaltbar ist und
- der Radsensor (RS) zum Aktivieren der in den Ruhezustand geschalteten Sensor-Einrichtung
(SE2) ausgebildet ist, sofern durch die andere, aktive Sensor-Einrichtung (SE1) zumindest ein Signal (S1) erfasst wird.
8. Radsensor nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Radsensor (RS) derart ausgebildet ist, dass die eine der Sensor-Einrichtungen
(SE2) in den Ruhezustand geschaltet wird, sofern für eine definierte Zeitdauer kein Signal
(S1, S2) erfasst wird.
9. Radsensor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sensor-Einrichtung (SE) beziehungsweise zumindest eine der Sensor-Einrichtungen
(SE1, SE2) zum gepulsten Betrieb ausgebildet ist.
10. Radsensor nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Pulsdauer und/oder der Abstand aufeinanderfolgender Pulse konfigurierbar ist.
11. Radsensor nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Detektieren von durch ein sich annäherndes Schienenfahrzeug verursachten Schwingungen
ein Vibrationsdetektor (VD) vorgesehen ist.
12. Radsensor nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Verarbeitungs-Einrichtung (VE) und/oder die zumindest eine Sensor-Einrichtung
(SE, SE1, SE2) in einen energiesparenden Ruhezustand schaltbar sind und
- der Radsensor (RS) bei Detektion von Schwingungen durch den Vibrationsdetektor (VD)
zum Aktivieren der in den Ruhezustand geschalteten Komponente beziehungsweise Komponenten
ausgebildet ist.
13. Eisenbahnanlage mit
- zumindest einem Radsensor (RS) nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
- Empfangsmitteln (EM) zum drahtlosen Empfangen der zumindest einen Kenngröße (K,
K1,2) von dem zumindest einen Radsensor (RS) sowie
- einer Auswerte-Einrichtung (AE) zum Auswerten der empfangenen zumindest einen Kenngröße
(K, K1,2).
14. Eisenbahnanlage nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Eisenbahnanlage eine Mehrzahl von Radsensoren (RS, RS1, RSn) umfasst und mehrere
oder alle der Radsensoren (RS, RS1, RSn) elektrisch an eine gemeinsame Energieversorgungsleitung
(EL) angebunden sind.
15. Verfahren zum Betreiben einer Eisenbahnanlage, wobei
- durch zumindest eine Sensor-Einrichtung (SE, SE1, SE2) eines Radsensors (RS) zumindest ein durch zumindest ein Rad eines vorbeirollenden
Schienenfahrzeugs ausgelöstes Signal (S, S1, S2) erfasst wird,
- durch eine Verarbeitungs-Einrichtung (VE) des Radsensors (RS) aus dem zumindest
einen erfassten Signal (S, S1, S2) zumindest eine Kenngröße (K, K1,2) ermittelt wird und
- die zumindest eine Kenngröße (K, K1,2) drahtlos an eine Auswerte-Einrichtung (AE) der Eisenbahnanlage übertragen wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der vorbeirollenden Räder, die Fahrtrichtung, die Geschwindigkeit des
jeweiligen Rades und/oder der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Rädern als die
zumindest eine Kenngröße (K, K1,2) ermittelt wird.
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Radsensor (RS) in Form eines Doppel-Radsensors mit zwei Sensor-Einrichtungen
(SE
1, SE
2)
- eine der Sensor-Einrichtungen (SE2) in einen energiesparenden Ruhezustand geschaltet wird und
- die in den Ruhezustand geschaltete Sensor-Einrichtung (SE2) aktiviert wird, sofern durch die andere, aktive Sensor-Einrichtung (SE1) zumindest ein Signal (S1) erfasst wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, dass die eine der Sensor-Einrichtungen (SE2) in den Ruhezustand geschaltet wird, sofern für eine definierte Zeitdauer kein Signal
(S1, S2) erfasst wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sensor-Einrichtung (SE) beziehungsweise zumindest eine der Sensor-Einrichtungen
(SE1, SE2) gepulst betrieben wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Vibrationsdetektors (VD) durch ein sich annäherndes Schienenfahrzeug
verursachte Schwingungen detektiert werden.
21. Verfahren nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Verarbeitungs-Einrichtung (VE) und/oder die zumindest eine Sensor-Einrichtung
(SE, SE1, SE2) in einen energiesparenden Ruhezustand geschaltet werden und
- die in den Ruhezustand geschaltete Komponente wieder aktiviert wird beziehungsweise
die in den Ruhezustand geschalteten Komponenten wieder aktiviert werden, sofern durch
den Vibrationsdetektor (VD) Schwingungen detektiert werden.