[0001] Die Erfindung betrifft ein Antriebssystem für ein Schiff.
[0002] Schiffe der in Rede stehenden Art sind insbesondere als Binnenschiffe, das heißt
Frachtschiffe, die auf Binnengewässern fahren, ausgebildet.
[0003] Derartige Binnenschiffe weisen als Antriebsaggregat einen Dieselmotor auf, mit dem
ein oder mehrere Antriebswellen mit jeweils einem Propeller angetrieben werden.
[0004] Diese Binnenschiffe werden in vier unterschiedlichen Modes betrieben, nämlich dem
Mode der Bergfahrt bei voll beladenem Schiff, den Modes der Talfahrt bei voll beladenem
beziehungsweise leerem Schiff und dem Mode der Kanalfahrt.
[0005] Die Auslegung der Antriebsleistung erfolgt dabei stets so, dass diese nach dem größtmöglichen
Lastfall, nämlich der Bergfahrt bei voll beladenem Schiff, ausgelegt wird, um stets
eine Leistungsreserve zur Verfügung zu haben, die ein Manövrieren des Schiffs auch
unter ungünstigsten Bedingungen gewährleistet.
[0006] Nachteilig hierbei ist, dass in den meisten Modes, insbesondere dem Mode der Talfahrt
und dem Mode der Kanalfahrt nur ein geringer Bruchteil der erzeugten Leistung benötigt
wird, so dass das Antriebsaggregat in einem energetisch ungünstigen Teilfahrtbetrieb
betrieben wird.
[0007] Weiterhin ist nachteilig, dass bei derartigen Binnenschiffen der Dieselmotor der
oder den Antriebswellen unmittelbar räumlich zugeordnet sein muss, das heißt das gesamte
Antriebssystem befindet sich im Heckbereich, so dass dieser Bereich nicht als Laderaum
zur Verfügung steht.
[0008] Aus der
DE 35 31 990 A1 ist ein Antriebssystem für ein Fahrgastschiff bekannt. Dieses Antriebssystem weist
als Antriebsmotor einen langsam laufenden Dieselmotor auf, der so ausgelegt ist, dass
er die maximal benötigte Reisegeschwindigkeit abdeckt. Für den darüber hinaus gehenden
Leistungsbedarf zum Erreichen der Spitzengeschwindigkeit ist mit dem Dieselmotor ein
elektrischer Motor in Reihe geschaltet. Die Erzeugung der elektrischen Energie hierfür
erfolgt mittels einer Anordnung schnell laufender Viertaktmotoren.
[0009] Aus der
DE 102 31 152 A1 ist ein Schiff, insbesondere ein Marine-(Navy-) Schiff bekannt, das mehrere Antriebe,
die insbesondere mit Propellern ausgestattet sein können, aufweist. Die Antriebe werden
über ein elektrisches Energieversorgungssystem versorgt. Dieses umfasst Brennstoffzellen
die ein Gleichstromnetz speisen, mit dem die Energieversorgung von Normalfahrtantrieben
erfolgt. Zudem umfasst das Energieversorgungssystem ein Wechselstromnetz mit Generatoren
zur Energieversorgung für Schnellfahrtantriebe. Zwischen dem Gleich- und Wechselstromnetz
kann Energie ausgetauscht werden.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Antriebssystem für ein Schiff bereitzustellen,
mittels dessen eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Betriebs des Schiffes
erzielt wird.
[0011] Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des Anspruchs 1 vorgesehen. Vorteilhafte
Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
[0012] Das erfindungsgemäße Antriebssystem für ein Schiff umfasst Komponenten, die ein modulares
System bilden und die räumlich innerhalb des Schiffs separierbar angeordnet sind.
Erste modulare Einheiten sind von Antriebswellen mit jeweils einem Propeller und einer
Mehrfachanordnung von elektrischen Antrieben auf jeweils einer Antriebswelle gebildet.
Generatoren bilden als Energieversorgung für die elektrischen Antriebe zweite modulare
Einheiten. Steuermittel bilden zur selektiven Aktivierung und Steuerung der elektrischen
Antriebe und Generatoren dritte modulare Einheiten.
[0013] Durch den modularen Aufbau des Antriebssystems wird einerseits eine flexible und
kostengünstige Montage der Komponenten dieses Antriebssystems ermöglicht. Weiterhin
können durch die räumliche Separierbarkeit die einzelnen modularen Einheiten an optimierten
Einbauorten des Schiffs angeordnet werden, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Schiffsbetriebs
erhöht werden kann.
[0014] Dieser Vorteil zeigt sich insbesondere bei Binnenschiffen, auf welche im Folgenden
ohne Beschränkung der Allgemeinheit Bezug genommen wird.
[0015] Bei dem erfindungsgemäßen Antriebssystem bilden die Antriebswelle oder die Antriebswellen
mit den darauf angeordneten elektrischen Antrieben und Propeller eine oder mehrere
erste modulare Einheiten, die von den Generatoren als zweite modulare Einheiten unabhängig
installiert werden können.
[0016] Damit können die Antriebswellen mit den elektrischen Antrieben im Heckbereich des
Schiffes angeordnet werden, während die Generatoren im Bugbereich angeordnet werden
können. Da somit die Generatoren als großvolumige Energieversorgungseinheiten aus
dem Heckbereich herausverlagert sind, steht dieser frei gewordene Heckbereich als
Ladefläche für zu ladende Fracht zur Verfügung. Bei sämtlichen Binnenschiffen ist
der Heckbereich erheblich breiter als der nach vorne schmal zulaufende Bugbereich.
Durch die erfindungsgemäße Verlagerung der Generatoren als Energieversorgungseinheiten
in den Bugbereich und die sich daraus ergebende Nutzbarkeit des Heckbereichs als Ladefläche
wird die Ladekapazität des Binnenschiffes signifikant erhöht. Da das Binnenschiff
typischerweise im Heckbereich die größte Breite aufweist, stellt dieser Bereich eine
besonders wertvolle Ladefläche dar, da dort auch große Frachtstücke wie Container
in großer Zahl untergebracht werden können.
[0017] Das modulare Konzept des erfindungsgemäßen Antriebssystems kann dadurch besonders
vorteilhaft ausgeprägt sein, dass eine oder alle Antriebswellen mit den daran angeordneten
Propellern und elektrischen Antrieben eine vormontierte, mechanische Baueinheit bilden.
Dabei sind zweckmäßig die elektrischen Antriebe auf Fundamenten gelagert.
[0018] Die so gebildeten modularen Einheiten können rationell gefertigt werden und können
zudem besonders einfach und schnell an geeigneten Einbauorten im Schiff installiert
werden.
[0019] Dasselbe gilt für die Generatoren, die ebenfalls auf Fundamenten gelagerte, vormontierte
Einheiten bilden können.
[0020] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass mit den Generatoren die Komponenten
zur Energieversorgung der elektrischen Antriebe und auch die elektrischen Antriebe
selbst redundant vorgesehen sind, so dass für das gesamte Antriebssystem eine hohe
Ausfallsicherheit erzielt werden kann.
[0021] Zur Erzielung dieser erhöhten Ausfallsicherheit weisen die Steuermittel des Antriebssystems
bevorzugt eine zentrale Steuereinheit auf. In dieser Steuereinheit kann zweckmäßigerweise
eine Ausfall- und/oder Fehlerkontrolle von Komponenten des Antriebssystems erfolgen,
so dass in Abhängigkeit dieser Kontrolle die Generatoren und elektrischen Antriebe
gesteuert, bevorzugt aktiviert oder deaktiviert werden. Zur Gewährleistung einer fehlersicheren
Kontrollfunktion kann dabei die Steuereinheit selbst redundant, das heißt fehlersicher
ausgelegt sein.
[0022] Besonders vorteilhaft erfolgt die Steuerung der Komponenten des Antriebssystems nicht
nur derart, dass die Ausfallsicherheit des Antriebssystems gewährleistet ist. Vielmehr
erfolgt die Steuerung auch derart, dass ein möglichst energieeffizienter Betrieb des
Antriebssystems gewährleistet ist. Hierzu wird in Abhängigkeit der aktuell benötigten
Antriebsleistung eine geeignete Anzahl von elektrischen Antrieben auf der oder jeder
Antriebswelle aktiviert. Zudem wird entsprechend dem aktuellen Energiebedarf eine
geeignete Anzahl von Generatoren aktiviert. Die vorzugsweise jeweils aus einem Dieselmotor
und einem elektrischen Generator bestehenden Generatoren werden dabei derart selektiv
aktiviert, dass diese in ihren optimalen Betriebspunkten betrieben werden können,
so dass der Betrieb der Generatoren hinsichtlich deren Energieverbrauch und Leistungsabgabe
optimiert ist.
[0023] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- Ausführungsbeispiel eines Antriebssystems für ein Schiff.
- Figur 2:
- Blockschaltbild mit der räumlichen Aufteilung der Komponenten des Antriebssystems
gemäß Figur 1.
[0024] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Antriebssystems 1 für
ein Schiff. Bei dem Schiff handelt es sich um ein Binnenschiff, das als Frachtschiff
ausgebildet ist. Das Antriebssystem 1 weist im vorliegenden Fall zwei Propeller 2
auf, wobei jeder Propeller 2 am Ende einer Antriebswelle 3 angeordnet ist. Die Propeller
2 sind im vorliegenden Fall identisch ausgebildet und weisen eine Anordnung von in
regelmäßigen Winkeln zueinander angeordneten Propellerblättern 2a auf.
[0025] Zum Antrieb der Propeller 2 sind auf jeder Antriebswelle 3 zwei elektrische Antriebe
4 vorgesehen. Generell können auch mehrere elektrische Antriebe 4 auf einer Antriebswelle
3 vorgesehen sein. Die elektrischen Antriebe 4 einer Antriebswelle 3 bilden für den
zugeordneten anzutreibenden Propeller 2 eine redundante Antriebseinheit. Die einzelnen
elektrischen Antriebe 4 können identisch oder unterschiedlich ausgebildet sein. Vorzugsweise
werden als elektrische Antriebe 4 Torquemotoren eingesetzt, die bei geringen Drehzahlen
bereits hohe Drehmomente erzeugen. Zweckmäßig sind die elektrischen Antriebe 4 als
Hohlwellenmotoren ausgebildet, die als Direktantriebe auf der Antriebswelle 3 angeordnet
werden können. Wie aus Figur 2 ersichtlich, ist an jeder Antriebswelle 3 zwischen
dem elektrischen Antrieb 4 und dem Propeller 2 eine Kupplung 5 vorgesehen. Jedem elektrischen
Antrieb 4 ist ein Wechselrichter 6 vorgeordnet. Zwischen dem Propeller 2 und dem daran
anschließenden elektrischen Antrieb 4 einer Antriebswelle 3 kann ein nicht dargestelltes
Drehlager vorgesehen sein. Die elektrischen Antriebe 4 sind zweckmäßig in Fundamenten
gelagert.
[0026] Die Spannungsversorgung erfolgt über einen Gleichspannungszwischenkreis 7. Eine im
Gleichspannungszwischenkreis 7 zur Verfügung gestellte Gleichspannung wird in den
Wechselrichtern 6 in eine Wechselspannung mit einer für die elektrischen Antriebe
4 geeigneten Frequenz umgesetzt.
[0027] Die einzelnen elektrischen Antriebe 4 können über Schalter 8, die von einer nicht
dargestellten Steuereinheit gesteuert werden, einzeln durch An- oder Abkoppeln vom
Gleichspannungszwischenkreis 7 aktiviert oder deaktiviert werden.
[0028] Zur Generierung der Zwischenspannung im Gleichspannungszwischenkreis 7 sind vier
Generatoren 9 vorgesehen. Generell kann auch eine andere Auswahl von mehreren Generatoren
9 vorgesehen sein, wobei diese generell identisch oder unterschiedlich ausgebildet
sein können. Im vorliegenden Fall ist ein Generator 9 mit einer kleinen Leistung vorgesehen.
Die drei anderen Generatoren 9 weisen dieselbe Leistung auf, wobei diese größer ist
als die Leistung der ersten Generatoren 9. Die einzelnen Generatoren 9 bilden eine
redundante Energieversorgungseinheit. Die Generatoren 9 bestehen jeweils aus einem
Dieselmotor und einem elektrischen Generator 9. Jedem Generator 9 ist ein Wechselrichter
10 nachgeordnet. Mit dem Wechselrichter 10 werden in dem Generator 9 generierte Wechselspannungen
in eine Gleichspannung transformiert und in den Gleichspannungszwischenkreis 7 eingespeist.
Die Generatoren 9 sind jeweils über einen Schalter 11 dem Gleichspannungszwischenkreis
7 selektiv zuschaltbar. Die Steuerung des Schalters 11 erfolgt wieder über die Steuereinheit.
[0029] Figur 2 zeigt schematisch die Aufteilung der Komponenten des Antriebssystems 1 in
unterschiedlichen Bereichen des Binnenschiffes. Der in Figur 2 mit I bezeichnete Bereich
bildet den Heckbereich des Binnenschiffes. Dort sind die Antriebswellen 3 mit den
Propellern 2 und den elektrischen Antrieben 4 angeordnet. Jede Antriebswelle 3 mit
den dieser zugeordneten Komponenten bildet eine vorgefertigte und vorgeprüfte Baueinheit
12. In dieser Baueinheit 12 sind die elektrischen Antriebe 4 mit Fundamenten 13 auf
einer Platte 14 oder einem Rahmengestell gelagert. Der Propeller 2 ist mittels eines
Drucklagers 15 auf der Antriebswelle 3 angeordnet. Prinzipiell können beide Antriebswellen
3 mit den zugeordneten Komponenten eine Baueinheit 12 bilden. Durch die unmittelbare
Anordnung dieser Baueinheiten 12 im Heckbereich und damit am Anbringungsort der Propeller
2 können die Längen der Antriebswelle 3 klein gehalten werden.
[0030] Im Maschinenraum, der in Figur 2 mit II bezeichnet ist, sind die einzelnen Generatoren
9 angeordnet. Die Generatoren 9 bilden ebenfalls auf Fundamenten 16 gelagerte vorgefertigte
und vormontierte Baueinheiten. Der Maschinenraum befindet sich im Bugbereich des Binnenschiffes.
Da somit die Generatoren 9 aus dem Heckbereich des Binnenschiffes herausverlagert
sind, steht dieser Heckbereich als Ladefläche zur Verfügung. Im Heckbereich befinden
sich zwar die modularen Einheiten mit den auf den Antriebswellen 3 angeordneten elektrischen
Antrieben 4. Diese elektrischen Antriebe 4 weisen jedoch relativ kleine Bauformen
auf und führen so zu keiner nennenswerten Reduzierung der Ladefläche im Heckbereich.
[0031] Im Bereich des Maschinenraums, vorzugsweise in einem von den Generatoren 9 abgeteilten,
separaten Raum befindet sich eine Schaltanlage 17. Diese Schaltanlage 17 weist insbesondere
Schaltschienen 18a, 18b mit den Schaltern 8, 11 zur Anschaltung der elektrischen Antriebe
4 beziehungsweise Generatoren 9 an den Gleichspannungszwischenkreis 7 auf. Auch die
Komponenten des Gleichspannungszwischenkreises 7 sind in der Schaltanlage 17 integriert.
Auch die Schaltanlage 17 bildet eine modulare Einheit und stellt eine vorgefertigte
und vorgeprüfte Einheit dar.
[0032] In der Schaltanlage 17 sind vorteilhaft Schienentrenner oder ähnliche Schaltmittel
vorgesehen, mittels derer die Anschaltung für die einzelnen Generatoren 9 und/oder
elektrischen Antriebe 4 elektrisch separiert werden kann, wodurch voneinander getrennte
Teilsysteme erhalten werden.
[0033] In Figur 2 ist mit III die Wohnraumebene, das heißt der sogenannte Accessoirbereich
bezeichnet. In diesem Bereich befindet sich eine Anordnung von SPS-Steuerungen 19,
die die zentrale Steuereinheit des Binnenschiffes bildet. Diese sind an die Schaltanlage
17 angeschlossen.
[0034] Schließlich ist in Figur 2 mit IV der Bereich der Brücke des Binnenschiffes dargestellt.
Hier sind in bekannter Weise von Bedienpersonen bedienbare Mittel zur Lenkung und
Steuerung des Schiffes vorgesehen, insbesondere ein Telegraph 20 mit welchem die SPS-Steuerungen
19 angesteuert werden.
[0035] Die Stromversorgung der SPS-Steuerungen 19 und des gesamten Bordnetzes erfolgt über
die Generatoren 9. Hierfür sind geeignete Anschaltungen in den Schaltschienen 18a,
18b vorgesehen.
[0036] Das Binnenschiff wird im vorliegenden Fall in vier unterschiedlichen Modes betrieben.
Der erste Mode bildet die sogenannte Bergfahrt des Schiffs bei voller Beladung. In
diesem Fall beträgt der Leistungsbedarf etwa 80 % der von den Generatoren 9 bereitstellbaren
Leistung. In diesem Mode werden mittels der Steuereinheit 12 die drei Generatoren
9 mit hoher Leistung aktiviert, während der Generator 9 mit kleiner Leistung deaktiviert
ist.
[0037] Bei dem zweiten und dritten Mode (Talfahrt mit oder ohne Beladung) beträgt der Leistungsbedarf
etwa 50 % beziehungsweise 35 % der maximal verfügbaren Leistung. Um diese Leistungen
zur Verfügung zu stellen, werden zweckmäßig zwei der Generatoren 9 mit der größeren
Leistung aktiviert, während die restlichen Generatoren 9 deaktiviert sind.
[0038] Schließlich wird bei dem vierten Mode (Kanalfahrt), bei dem nur etwa 10 % der maximalen
Leistung benötigt wird, nur der Generator 9 mit der kleineren Leistung aktiviert,
während die übrigen Generatoren 9 deaktiviert sind.
[0039] Durch die selektive Zuschaltung einzelner Generatoren 9 in den einzelnen Modes kann
die Generatorleistung an die aktuell benötigte Leistung angepasst werden. Durch diese
Leistungsanpassung können die jeweils aktivierten Generatoren 9 in ihren optimalen
Arbeitspunkten betrieben werden. Durch die Ausnutzung der optimalen Arbeitspunkteinstellung
der Generatoren 9 ergibt sich eine signifikante Energieeinsparung gegenüber Schiffen,
deren Generatoren 9 nicht im optimalen Arbeitspunkt betrieben werden können.
[0040] Bei sämtlichen Modes des Schiffes ist zumindest ein Generator 9 deaktiviert. Vorteilhaft
ist auch immer ein elektrischer Antrieb 4 pro Antriebswelle 3 deaktiviert.
[0041] Diese im regulären Betrieb des Schiffes nicht genutzten Einheiten werden für eine
mittels der Steuereinheit 12 durchgeführte Überwachung zur Ausfallsicherung des Antriebssystems
1 genutzt. Bei dieser Überwachung überprüft die Steuereinheit 12 fortlaufend die Funktion
der angeschlossenen Einheiten, insbesondere aller elektrischen Antriebskomponenten.
Wird ein Fehler oder ein Ausfall wenigstens einer dieser Komponenten registriert,
wird ein Alarmsignal generiert. Vorteilhaft wird bei Auftreten des Alarmsignals das
Antriebssystem 1 durch die Steuereinheit 12 selbsttätig in einen sicheren Zustand
überführt.
[0042] Ist beispielsweise auf einer Antriebswelle 3 ein elektrischer Antrieb 4 ausgefallen,
wird dies von der Steuereinheit 12 detektiert, worauf durch Betätigen der Schalter
8 der defekte elektrische Antrieb 4 vom Gleichspannungszwischenkreis 7 abgekoppelt
und ein intakter elektrischer Antrieb 4 auf dieser Antriebswelle 3 dadurch aktiviert
wird, dass der zugeordnete Schalter 8 geschlossen ist. Das Antriebssystem 1 ist damit
wieder voll funktionsfähig.
[0043] Ist einer der im Betrieb befindlichen Generatoren 9 ausgefallen, so wird auch dies
von der Steuereinheit 12 detektiert und durch Betätigen der Schalter 11 wird der defekte
Generator 9 vom Gleichspannungszwischenkreis 7 abgekoppelt und ein intakter, bisher
nicht aktivierter Generator 9 an den Gleichspannungszwischenkreis 7 angekoppelt.
[0044] Hierbei ist vorteilhaft, dass in allen vier Betriebsmodes des Binnenschiffs immer
zumindest ein Generator 9 nicht aktiviert ist. Damit kann, unabhängig davon, welcher
Typ von Generator 9 in welchem Betriebsmode ausfällt, der bislang deaktivierte Generator
9 den jeweils ausgefallenen Generator 9 ersetzen, so dass das Antriebssystem 1 wieder
voll funktionsfähig ist.
Bezugszeichenliste
[0045]
- (1)
- Antriebssystem
- (2)
- Propeller
- (2a)
- Propellerblatt
- (3)
- Antriebswelle
- (4)
- elektrischer Antrieb
- (5)
- Koppelung
- (6)
- Wechselrichter
- (7)
- Gleichspannungszwischenkreis
- (8)
- Schalter
- (9)
- Generator
- (10)
- Wechselrichter
- (11)
- Schalter
- (12)
- Baueinheit
- (13)
- Fundament
- (14)
- Platte
- (15)
- Drucklager
- (16)
- Fundament
- (17)
- Schaltanlage
- (18a)
- Schaltschiene
- (18b)
- Schaltschiene
- (19)
- SPS-Steuerung
- (20)
- Telegraph
1. Antriebssystem für ein Schiff, dadurch gekennzeichnet, dass dessen Komponenten ein modulares System bilden, welche räumlich innerhalb des Schiffs
separierbar angeordnet sind, wobei erste modulare Einheiten von Antriebswellen (3)
mit jeweils einem Propeller (2) und einer Mehrfachanordnung von elektrischen Antrieben
(4) auf jeweils einer Antriebswelle (3) gebildet sind, wobei Generatoren (9) als Energieversorgung
für die elektrischen Antriebe (4) zweite modulare Einheiten bilden, und wobei Steuermittel
zur selektiven Aktivierung und Steuerung der elektrischen Antriebe (4) und Generatoren
(9) dritte modulare Einheiten bilden.
2. Antriebssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiff ein Binnenschiff ist.
3. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Generatoren (9) im Bugbereich des Schiffes angeordnet sind, und dass die Antriebswellen
(3) mit den Propellern (2) und den elektrischen Antrieben (4) im Heckbereich angeordnet
sind.
4. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder alle Antriebswellen (3) mit den daran angeordneten Propellern (2) und elektrischen
Antrieben (4) eine vormontierte, mechanische Baueinheit (12) bilden.
5. Antriebssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrischen Antriebe (4) in Fundamenten (16) gelagert sind.
6. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Generatoren (9) vormonierte, auf Fundamenten (16) gelagerte Einheiten bilden.
7. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Steuermittel eine Steuereinheit sowie von dieser steuerbare Schalter (8, 11)
zur selektiven Aktivierung der Generatoren (9) und elektrischen Antrieben (4) vorgesehen
sind.
8. Antriebssystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalter (8, 11) in einer Schaltschiene (18a, b) im Maschinenraum des Schiffes
angeordnet sind, während die Steuereinheit im Accessoirbereich des Schiffes angeordnet
ist.
9. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrischen Antriebe (4) und/oder Generatoren (9) voneinander separierte unabhängige
Teilsysteme bilden.
10. Antriebssystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilsysteme durch elektrische Schaltmittel separierbar sind.
11. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einer Antriebswelle (3) angeordneten elektrischen Antriebe (4) identisch
ausgebildet sind.
12. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einer Antriebswelle (3) angeordneten elektrischen Antriebe (4) unterschiedlich
ausgebildet sind.
13. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Generatoren (9) identisch ausgebildet sind.
14. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Generatoren (9) unterschiedlich ausgebildet sind.