[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltgerätesystem, bestehend aus einem Leistungsschalter
und einem Überlastrelais.
[0002] Es sind Leistungsschalter mit lösbaren Auslösemodulen bekannt. Die
DE 102006020702 A1 zeigt einen als Motorschutzschalter ausgeführten Leistungsschalter mit einer elektronischen
Steuereinheit, die im Fehlerfall den Schaltmechanismus des Leistungsschalters ansteuert.
Die Steuereinheit kann auch als Auslösemodul beschrieben werden und ist eine auf das
Basismodul steckbare Baugruppe. Das in dieser Schrift beschriebene Auslösemodul ist
speziell für die beschriebene Baugruppe ausgeführt.
[0003] Die
DE 4234619 A1 offenbart ein modulares Überlastrelais, welches aus einem Grundgerät mit Auslösesystem
und zwei Anschlussblöcken für eingangsseitige und ausgangsseitige Anschlüsse besteht.
[0004] Bekannte Leitungsschalter und bekannte Überlastrelais umfassen jeweils Auslöseeinrichtungen,
welche bei Erreichung bestimmter Parameter (Überlast, Unterspannung, Temperatur, etc...)
einen Aktor auslösen, der den Leistungsschalter bzw. das Überlastrelais auslöst und
eventuell vorhandene Hilfsschalter aktiviert. Nachteilig ist die Verwendung von Auslöseeinheiten
unterschiedlicher Baugröße und Bauformen für die verschiedenen Schaltgeräte, was zu
hohen Lagerhaltungskosten führt.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein möglichst kostengünstiges Schaltgerätesystem zu
realisieren.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Schaltgerätesystem nach Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Die Erfindung betrifft ein Schaltgerätesystem bestehend aus einem Leistungsschalter,
der ein lösbares erstes Auslösemodul, ein Schaltschloss sowie erste eingangs- und
ausgangsseitige Anschlüsse enthält, wobei der Leistungsschalter mit einem vom ersten
Auslösemodul betätigbaren ersten Aktor zum Auslösen des Schaltschlosses ausgestattet
ist. Weiterhin besteht das Schaltgerätesystem aus einem Überlastrelais, welches aus
einem Basisteil mit einem mit dem Basisteil verbundenen zweiten Auslösemodul und zweiten
eingangs- und ausgangsseitigen Anschlüssen, sowie mindestens einem Hilfskontakt besteht.
Das Basisteil des Überlastrelais ist mit einem vom zweiten Auslösemodul betätigbaren
zweiten Aktor zum Betätigen des mindestens einen Hilfskontaktes ausgestattet. Das
erste und zweite Auslösemodul sind als elektrisch und mechanisch baugleiches Auslösemodul
ausgebildet, wobei das baugleiche Auslösemodul sowohl in dem Leistungsschalter als
auch in dem Überlastrelais lösbar einsetzbar ist und sowohl mit dem ersten Aktor als
auch mit dem zweiten Aktor in Wirkverbindung bringbar ist.
[0008] Durch die Verwendung eines elektrisch und mechanisch baugleichen Auslösemoduls für
die zum Schaltsystem gehörigen Leitungsschalter und Überlastrelais lässt sich der
Logistikaufwand durch die Verwendung von Gleichteilen reduzieren. Die Leistungsschalter
und Überlastrelais können je nach Anforderung mit den entsprechenden Auslösemodulen
versehen werden.
[0009] Vorteilhafterweise enthält das baugleiche Auslösemodul eine elektronische Schaltung,
die bei Überlast auf mindestens einer Phase ein Auslösesignal an den ersten oder zweiten
Aktor sendet.
[0010] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das baugleiche
Auslösemodul mindestens eine Schmelzsicherung enthält und mittels einer Erfassungsanordnung
ein Auslösesignal an den ersten beziehungsweise zweiten Aktor abgibt, sobald eine
Schmelzsicherung ausgelöst ist. Eine alternative Ausführungsform der Erfindung zeigt
ein baugleiches Auslösemodul mit mindestens einen Bimetallauslöser, welcher über eine
Auswerteelektronik ein Auslösesignal an den ersten oder zweiten Aktor abgibt.
Somit können baugleiche Auslösemodule mit elektronischer oder mechanischer Auslösung
verwendet werden. Auch baugleiche Auslöser mit Schmelzsicherungen können ohne Änderung
der elektronischen oder mechanischen Ausgestaltung der Leistungsschalter oder Überlastrelais
eingesetzt werden. Somit kann durch Auswechseln des baugleichen Auslösemoduls verschiedenen
Anforderungen an Auslöseverhalten entsprochen werden. Ein Auswechseln des gesamten
Gerätes (Leistungsschalter oder Überlastrelais) ist nicht notwendig.
[0011] Weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Abbildungen.
[0012] Von den Abbildungen zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines zum erfindungsgemäßen Schaltgerätesystems gehörenden
Leistungsschalters mit einem eingesteckten, baugleichen Auslösemodul;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines zum erfindungsgemäßen Schaltgerätesystems gehörenden
Überlastrelais mit einem eingesteckten, baugleichen Auslösemodul;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines zum erfindungsgemäßen Schaltgerätesystems gehörendes,
baugleiches Auslösemodul.
[0013] Die Figuren 1 bis 3 werden im nachfolgenden gemeinsam beschrieben. Ein zum erfindungsgemäßen
Schaltgerätesystem gehörender Leistungsschalter 2 umfasst ein Gehäuse mit einer von
außen zugänglichen Aufnahme für ein erstes Auslösemodul. Im Gehäuse des Leistungsschalters
2 ist ein nicht dargestellter Aktor vorhanden, der mit dem ebenfalls nicht dargestellten
Schaltschloss des Leistungsschalters 2 wirkverbunden ist. Der Leistungsschalter 2
ist über erste eingangs- und ausgangsseitige Anschlüsse 21 mit den Hauptstrombahnen
verbunden, welche zum Beispiel einen Motor oder anderen Verbraucher versorgen.
Bekommt der Aktor ein Auslösesignal, wirkt er derart auf das Schaltschloss ein, dass
das Schaltschloss die Hauptkontakte des Leistungsschalters 2 öffnet und somit die
Hauptstrombahnen trennt. Das erste Auslösemodul umfasst Mittel zur Auswertung verschiedener
Parameter der Hauptstrombahnen, wie beispielsweise Stromstärke, Über- oder Unterspannung
sowie Temperaturen. Werden diese eingestellten Grenzwerte überschritten, steuert das
erste Auslösemodul den im Leistungsschalter 2 befindlichen Aktor, welcher auf das
Schaltschloss des Leistungsschalters 2 wirkt und die Hauptkontakte trennt.
[0014] Das Überlastrelais 3 umfasst ein Basisteil 34 sowie eingangsseitige und ausgangsseitige
Anschlüsse 31. Einige der zweiten eingangs- und ausgangsseitigen Anschlüsse 31 sind
in diesem Ausführungsbeispiel derart gestaltet, dass das Überlastrelais auf ein Schütz
aufsteckbar ist und mit dem Schütz elektrisch und mechanisch verbunden ist. Das Überlastrelais
3 umfasst weiterhin ein zweites Auslösemodul, welches in das Basisteil 33 gesteckt
ist. Werden eingestellte Grenzwerte überschritten, steuert das zweite Auslösemodul
den im Überlastrelais 3 befindlichen Aktor an, welcher auf die Hilfskontakte 32 schließt
und/oder über die ausgangsseitige Anschlüsse 31 das angeschlossene Schütz zum Trennen
der Hauptkontakte öffnet.
[0015] Das zweite Auslösemodul ist erfindungsgemäß elektrisch und mechanisch mit dem ersten
Auslösemodul baugleich. Das bedeutet, dass zum einen die elektrischen Funktionen und
Parameter des ersten und zweiten Auslösemoduls gleich sind (z.B. gleiche elektrische
Bauteile und Verdrahtung). Zum anderen sind die Abmessungen und sonstige mechanischen
Eigenschaften beider Auslösemodule gleich. Das baugleiche Auslösemodul 1 ist somit
in den Leistungsschalter 2 sowie in das Überlastrelais 3 steckbar und weist Mittel
zur Auswertung verschiedener Parameter, wie beispielsweise Stromstärke, Über- oder
Unterspannung sowie Temperaturen auf den Hauptstrombahnen auf.
[0016] Das baugleiche Auslösemodul 1 umfasst Anschlusskontakte 11 zur Kontaktierung mit
einem Leistungsschalter 2 oder einem Überlastrelais 3. Des Weiteren umfasst das baugleiche
Auslösemodul 1 Auslösekontakte 13, welche ein Auslösesignal an den Leistungsschalter
2 oder das Überlastrelais 3 weiterleiten. Die dargestellte Ausführungsform umfasst
weiterhin eine Kommunikationsverbindung 12, welche die Kommunikation eines Leistungsschalters
2 oder Überlastrelais 3 mit einem Bussystem ermöglicht. Über dieses Bussystem können
Parameter des baugleichen Auslösemoduls 1 ausgelesen oder geändert werden, wenn das
baugleiche Auslösemodul 1 entsprechende elektronische Einrichtungen umfasst.
[0017] Das baugleiche Auslösemodul 1 kann Schmelzsicherungen umfassen, welche von außen
ein- oder ausgeschraubt werden können. Eine Überwachungsschaltung gibt ein Auslösesignal
über die Auslösekontakte an das Überlastrelais 3 oder den Leistungsschalter 2 weiter.
Über die Kommunikationsverbindung 12 kann ebenfalls eine Zustandsmeldung weitergeben
werden. Ausgelöste Schmelzsicherungen können einfach ausgewechselt werden. Alternativ
kann das baugleiche Auslösemodul 1 Bimetallauslöser aufweisen, welche bei Erhöhung
der Temperatur auf den Hauptstrombahnen ein Auslösesignal über die Auslösekontakte
13 an den Leistungsschalter 2 oder das Überlastrelais 3 weitergibt. Alternativ oder
zusätzlich kann das baugleiche Auslösemodul 1 eine elektronische Überwachungsschaltung
aufweisen, welche die Parameter überwacht und entsprechende Überschreitungen über
die Auslösekontakte 13 oder die Kommunikationseinrichtung 12 weiterleitet.
[0018] Bezugszeichenliste:
- 1
- baugleiches Auslösemodul
- 11
- Anschlusskontakte
- 12
- Kommunikationsverbindung
- 13
- Auslösekontakte
- 2
- Leistungsschalter
- 21
- eingangs- und ausgangsseitige erste Anschlüsse
- 3
- Überlastrelais
- 31
- eingangs- und ausgangsseitige zweite Anschlüsse
- 32
- Hilfskontakte
- 33
- Basisteil
1. Schaltgerätesystem bestehend aus:
- einem Leistungsschalter (2), enthaltend ein lösbares erstes Auslösemodul, ein Schaltschloss
sowie erste eingangs- und ausgangsseitige Anschlüsse (21) wobei der Leistungsschalter
(2) mit einem vom ersten Auslösemodul betätigbaren ersten Aktor zum Auslösen des Schaltschlosses
ausgestattet ist;
- einem Überlastrelais (3), enthaltend ein Basisteil (33) mit einem mit dem Basisteil
verbundenen zweiten Auslösemodul und zweiten eingangs- und ausgangsseitigen Anschlüssen
(31), sowie mindestens einem Hilfskontakt (32), wobei das Basisteil (33) des Überlastrelais
(3) mit einem vom zweiten Auslösemodul betätigbaren zweiten Aktor zum Betätigen des
mindestens einen Hilfskontakt (32) ausgestattet ist, wobei
- das erste und zweite Auslösemodul als elektrisch und mechanisch baugleiches Auslösemodul
(1) ausgebildet sind,
- das baugleiche Auslösemodul (1) sowohl in dem Leistungsschalter (2) als auch in
dem Überlastrelais (3) lösbar einsetzbar ist,
- das baugleiche Auslösemodul (1) sowohl mit dem ersten Aktor als auch mit dem zweiten
Aktor in Wirkverbindung bringbar ist.
2. Schaltgerätesystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das baugleiche Auslösemodul (1) eine elektronische Schaltung enthält, die bei Überlast
auf mindestens einer Phase ein Auslösesignal an den ersten oder zweiten Aktor sendet.
3. Schaltgerätesystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das baugleiche Auslösemodul (1) mindestens einen Bimetallauslöser enthält und über
eine Auswerteelektronik ein Auslösesignal an den ersten beziehungsweise zweiten Aktor
abgibt.
4. Schaltgerätesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das baugleiche Auslösemodul (1) mindestens eine Schmelzsicherung enthält und mittels
einer Erfassungsanordnung ein Auslösesignal an den ersten beziehungsweise zweiten
Aktor abgibt, sobald eine Schmelzsicherung ausgelöst ist.