[0001] Die vorliegende Patentanmeldung beschreibt Wasch- oder Reinigungsmittel, insbesondere
Reinigungsmittel für die maschinelle Reinigung von Geschirr. Gegenstand dieser Anmeldung
sind insbesondere zwei- oder mehrphasige maschinelle Geschirrspülmittel, die Bleichkatalysatoren
enthalten.
[0002] An maschinell gespültes Geschirr werden heute häufig höhere Anforderungen gestellt
als an manuell gespültes Geschirr. So wird auch ein auf den ersten Blick von Speiseresten
völlig gereinigtes Geschirr dann als nicht einwandfrei bewertet, wenn es nach dem
maschinellen Geschirrspülen noch Verfärbungen aufweist, die beispielsweise auf der
Anlagerung pflanzlicher Farbstoffe auf der Geschirroberfläche beruhen.
[0003] Um fleckenloses Geschirr zu erhalten, werden in maschinellen Geschirrspülmitteln
Bleichmittel eingesetzt. Zur Aktivierung dieser Bleichmittel und um beim Reinigen
bei Temperaturen von 60 °C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung zu erreichen,
enthalten maschinelle Geschirrspülmittel in der Regel weiterhin Bleichaktivatoren
oder Bleichkatalysatoren, wobei sich insbesondere die Bleichkatalysatoren als besonders
wirkungsvoll erwiesen haben.
[0004] In der europäischen Patentanmeldung
EP 481 793 A1 (Unilever) werden Reinigungsmitteltabletten offenbart, die Natriumpercarbonat enthalten,
welches nach Lehre dieser Anmeldung vorzugsweise von anderen, seiner Stabilität abträglichen
Bestandteilen getrennt, beispielsweise in einer separaten Schicht, konfektioniert
wird.
[0005] Bleichkatalysatoren werden in maschinellen Geschirrspülmitteln vorzugsweise in Form
vorgefertigter Granulate eingesetzt. So beschreiben die europäischen Patente
EP 458 397 B1 (Unilever),
EP 458 398 B1 (Unilever) und
EP 530 870 B1 (Unilever) Bleichkatalysatoren auf Grundlage verschiedener Mangan-haltiger Übergangsmetallkomplexe.
[0006] Verfahren zur Herstellung von Bleichkatalysatorgranulaten werden in den Offenlegungsschriften
EP 544 440 A2 (Unilever) und
WO 95/06710 A1 (Unilever) offenbart. Kennzeichnend für die dort beschriebenen Verfahren ist der
Einsatz großer Mengen Bindemittel, die gegebenenfalls als Schmelzen eingesetzt werden,
wobei diese Verfahrensweise Kühl- und/oder Trocknungsstufen einschließt, welche den
Einsatz zusätzlicher Apparate wie Wirbelschichtanlagen bedingt.
[0007] Trotz ihrer unbestrittenen Bleichwirkung kann der Einsatz von Bleichkatalysatoren
für den Fachmann jedoch noch nicht als in jeder Beziehung befriedigend bezeichnet
werden. So werden trotz des Einsatzes von Bleichkatalysatoren insbesondere in niederalkalischen,
beispielsweise Phosphat-freien, maschinellen Geschirrspülmitteln häufig unerwartet
schlechte Bleichwirkungen beobachtet. Weiterhin lässt die Lagerstabilität von Bleichkatalysator-haltigen
Reinigungsmitteln häufig zu wünschen übrig.
[0008] In Anbetracht dieser Ausgangssituation bestand demnach die Aufgabe der vorliegenden
Anmeldung in der Bereitstellung eines maschinellen Geschirrspülmittels, welches eine
verbesserte Reinigungsleistung insbesondere an bleichbaren Anschmutzungen aufweist.
[0009] Überraschenderweise wurde festgestellt, dass die Bleichwirkung maschineller Geschirrspülmittel
durch die Konfektionierung von Wirkstoffkombinationen aus Bleichmittel, Bleichaktivator
und Bleichkatalysator in zwei- oder mehrphasigen Dosiereinheiten mit einem optimierten
Phasensplit und den Einsatz spezifischer Bleichaktivatorgraunulate mit hohem Bleichaktivatorgehalt
gesteigert werden kann.
[0010] Ein erster Gegenstand dieser Anmeldung ist daher ein zwei- oder mehrphasiges Wasch-
oder Reinigungsmittel, umfassend
- a) ein Bleichmittel
- b) einen Bleichaktivator
- c) einen Bleichkatalysator ausgewählt aus der Gruppe der bleichverstärkenden Übergangsmetallsalze
und Übergangsmetallkomplexe,
wobei das Bleichmittel a) getrennt von den Bestandeilen b) und c) in einer separaten
Phase des Wasch- oder Reinigungsmittels vorliegt dadurch gekennzeichnet, dass der
Bleichaktivator b) in partikulärer Form eingesetzt wird und die Bleichaktivatorpartikel,
bezogen auf ihr Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb 80 Gew.-%
aufweisen.
[0011] Kennzeichnend für die erfindungsgemäßen zwei- oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmittel
ist der Umstand, dass das Bleichmittel a) getrennt von den Bestandeile b) und c) in
einer separaten Phase des Wasch- oder Reinigungsmittels vorliegt. Der Anspruchsgegenstand
umfasst damit zwei- oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmittel, bei denen die
Gesamtmenge des Bleichmittels a) von der Gesamtmenge der Bestandteile b) und c) getrennt
in einer separaten Phase vorliegt.
[0012] Bevorzugte Anspruchsgegenstände sind damit:
- Zweiphasige- Wasch- oder Reinigungsmittel, umfassend
- a) ein Bleichmittel
- b) einen Bleichaktivator
- c) einen Bleichkatalysator ausgewählt aus der Gruppe der bleichverstärkenden Übergangsmetallsalze
und Übergangsmetallkomplexe,
wobei das Bleichmittel a) getrennt von den Bestandeilen b) und c) in einer separaten
Phase des Wasch- oder Reinigungsmittels vorliegt dadurch gekennzeichnet, dass der
Bleichaktivator b) in partikulärer Form eingesetzt wird und die Bleichaktivatorpartikel,
bezogen auf ihr Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb 80 Gew.-%
aufweisen.
- Dreiphasige Wasch- oder Reinigungsmittel, umfassend
a) ein Bleichmittel
b) einen Bleichaktivator
c) einen Bleichkatalysator ausgewählt aus der Gruppe der bleichverstärkenden Übergangsmetallsalze
und Übergangsmetallkomplexe,
wobei das Bleichmittel a) getrennt von den Bestandeilen b) und c) in einer separaten
Phase des Wasch- oder Reinigungsmittels vorliegt dadurch gekennzeichnet, dass der
Bleichaktivator b) in partikulärer Form eingesetzt wird und die Bleichaktivatorpartikel,
bezogen auf ihr Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb 80 Gew.-%
aufweisen.
- Vierphasige Wasch- oder Reinigungsmittel, umfassend
a) ein Bleichmittel
b) einen Bleichaktivator
c) einen Bleichkatalysator ausgewählt aus der Gruppe der bleichverstärkenden Übergangsmetallsalze
und Übergangsmetallkomplexe,
wobei das Bleichmittel a) getrennt von den Bestandeilen b) und c) in einer separaten
Phase des Wasch- oder Reinigungsmittels vorliegt dadurch gekennzeichnet, dass der
Bleichaktivator b) in partikulärer Form eingesetzt wird und die Bleichaktivatorpartikel,
bezogen auf ihr Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb 80 Gew.-%
aufweisen.
[0013] Erfindungsgemäße mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten als ersten wesentlichen
Bestandteil ein Bleichmittel, wobei Sauerstoffbleichmittel bevorzugt werden. Unter
den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumpercarbonat, das Natriumperborattetrahydrat
und das Natriumperboratmonohydrat besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel
sind beispielsweise Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure.
[0014] Weiterhin können auch Bleichmittel aus der Gruppe der organischen Bleichmittel eingesetzt
werden. Typische organische Bleichmittel sind die Diacylperoxide, wie z.B. Dibenzoylperoxid.
Weitere typische organische Bleichmittel sind die Peroxysäuren, wobei als Beispiele
besonders die Alkylperoxysäuren und die Arylperoxysäuren genannt werden.
[0015] Bevorzugte zwei- oder mehrphasiges Wasch- oder Reinigungsmittel sind dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei dem Bleichmittel a) um ein Sauerstoffbleichmittel, vorzugsweise um
Natriumpercarbonat, besonders bevorzugt um ein beschichtetes Natriumpercarbonat handelt.
[0016] Der Gewichtsanteil des Bleichmittels a), bezogen auf das Gesamtgewicht des Wasch-
oder Reinigungsmittels, beträgt in bevorzugten Ausführungsformen zwischen 2 und 30
Gew.-%, vorzugsweise zwischen 4 und 20 Gew.-% und insbesondere zwischen 6 und 15 Gew.-%.
[0017] Als zweiten wesentlichen Bestandteil enthalten erfindungsgemäße zwei- oder mehrphasige
Wasch- oder Reinigungsmittel Bleichaktivatoren. Als Bleichaktivatoren können Verbindungen,
die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise
1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen, und/oder gegebenenfalls substituierte
Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet sind Substanzen, die O- und/oder
N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls substituierte Benzoylgruppen
tragen. Bevorzugt werden mehrfach acylierte Alkylendiamine, wobei sich Tetraacetylethylendiamin
(TAED) als besonders geeignet erwiesen hat.
[0018] Zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass
es sich bei dem Bleichaktivator b) um einen Bleichaktivator aus der Gruppe der acetylierten
Amine, vorzugsweise um Tetraacetylendiamin (TAED) handelt, werden erfindungsgemäß
bevorzugt.
[0019] Diese Bleichaktivatoren, insbesondere TAED, werden vorzugsweise in Mengen bis 10
Gew.-%, insbesondere 0,1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, besonders 0,5 bis 8 Gew.-% und besonders
bevorzugt 1,0 bis 6 Gew.-%, eingesetzt.
[0020] Zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass
der Gewichtsanteil des Bleichaktivators b), bezogen auf das Gesamtgewicht des Wasch-
oder Reinigungsmittels zwischen 0,1 und 10 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,5 und 8
Gew.-% und insbesondere zwischen 1,0 und 6 Gew.-% beträgt, werden erfindungsgemäß
bevorzugt.
[0021] Das erfindungsgemäß eingesetzte Bleichaktivatorgranulat ist dadurch gekennzeichnet,
dass es, bezogen auf sein Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb
80 Gew.-% aufweist. Für die weiter oben beschriebene Bleichwirkung hat es sich dabei
als vorteilhaft erwiesen, in dem Granulat einen möglichst hohen Bleichaktivatorgehalt
zu realisieren.
[0022] Bevorzugte erfindungsgemäße zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel sind
dadurch gekennzeichnet, dass der Bleichaktivator b) als Bleichaktivatorgranulat vorliegt,
das, bezogen auf sein Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb 85 Gew.-%,
vorzugsweise oberhalb 90 Gew.-%, besonders bevorzugt oberhalb 95 Gew.-% und insbesondere
oberhalb 97 Gew.-% aufweist.
[0023] Bezüglich der weiteren neben dem Bleichaktivator in dem Bleichaktivatorgranulat b)
enthaltenen Wirk- und Hilfsstoffe hat es sich insbesondere als vorteilhaft erwiesen,
den Gehalt an polymeren Granulationshilfsmitteln und Stabilisatoren zu begrenzen.
[0024] Zur Gruppe der polymeren Granulationshilfsmittel zählen dabei die natürlichen, insbesondere
jedoch die synthetischen organischen Polymere, beispielsweise die polymeren Polycarboxylate
oder die polymeren Polysulfonate. Die Gruppe der Stabilisatoren schließt insbesondere
die weiter unten beschriebenen Phosphonate ein.
[0025] Bevorzugte erfindungsgemäße zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel sind
dadurch gekennzeichnet, dass das der Bleichaktivator b) als Bleichaktivatorgranulat
vorliegt, das, bezogen auf sein Gesamtgewicht, weniger als 20 Gew.-%, vorzugsweise
weniger als 15 Gew.-%, besonders bevorzugt weniger als 10 Gew.-% und insbesondere
weniger als 5 Gew.-% eines polymeren Granulationshilfsmittels enthält.
[0026] Bevorzugte erfindungsgemäße zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel sind
weiterhin dadurch gekennzeichnet, dass der Bleichaktivator b) als Bleichaktivatorgranulat
vorliegt, das, bezogen auf sein Gesamtgewicht, weniger als 20 Gew.-%, vorzugsweise
weniger als 15 Gew.-%, besonders bevorzugt weniger als 10 Gew.-% und insbesondere
weniger als 5 Gew.-% stabilisierender Zusätze enthält.
[0027] Neben den erfindungsgemäß eingesetzten Bleichaktivatorgranulaten mit einem Gehalt
an Bleichaktivator oberhalb 80 Gew.-% können die zwei- oder mehrphasigen Wasch- oder
Reinigungsmittel selbstverständlich auch Bleichaktivatorgranulate enthalten, die weniger
als 80 Gew.-% Bleichaktivator enthalten, allerdings ist es bevorzugt, den Anteil dieser
Bleichaktivatorgranulate mit weniger als 80 Gew.-% Bleichaktivator am Gesamtgewicht
der zwei- oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmittel zu begrenzen. Bevorzugt werden
zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel, die, bezogen auf ihr Gesamtgewicht,
weniger als 4 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 2 Gew.-%, bevorzugt weniger als 1 Gew.-%
und insbesondere keinen Bleichaktivator enthalten, der in partikulärer Form vorliegt
und, bezogen auf sein Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator unterhalb 80
Gew.-% aufweist.
[0028] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren enthalten die erfindungsgemäßen
Wasch- oder Reinigungsmittel als dritten wesentlichen Bestandteil mindestens einen
Bleichkatalysator c). Bei diesen Stoffen handelt es sich um bleichverstärkende Übergangsmetallsalze
bzw. Übergangsmetallkomplexe wie beispielsweise Mn-, Fe-, Co-, Ru - oder Mo-Salenkomplexe
oder -carbonylkomplexe. Auch Mn-, Fe-, Co-, Ru-, Mo-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit
N-haltigen Tripod-Liganden sowie Co-, Fe-, Cu- und Ru-Amminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren
verwendbar.
[0029] Mit besonderem Vorzug werden Komplexe des Mangans in der Oxidationsstufe II, III,
IV oder IV eingesetzt, die vorzugsweise einen oder mehrere makrocyclische(n) Ligand(en)
mit den Donorfunktionen N, NR, PR, O und/oder S enthalten. Vorzugsweise werden Liganden
eingesetzt, die Stickstoff-Donorfunktionen aufweisen. Dabei ist es besonders bevorzugt,
Bleichkatalysator(en) in den erfindungsgemäßen Mitteln einzusetzen, welche als makromolekularen
Liganden 1,4,7-Trimethyl-1,4,7-triazacyclononan (Me-TACN), 1,4,7-Triazacyclononan
(TACN), 1,5,9-Trfnethyl-1,5,9-triazacyclododecan (Me-TACD), 2-Methyl-1,4,7-trimethyl-1,4,7-triazacyclononan
(Me/Me-TACN) und/oder 2-Methyl-1,4,7-triazacyclononan (Me/TACN) enthalten. Geeignete
Mangankomplexe sind beispielsweise [Mn
III2(µ-O)
1(µ-OAc)
2(TACN)
2](ClO
4)
2, [Mn
IIIMn
IV(µ-O)
2(µ-OAc)
1(TACN)
2](BPh
4)
2, [Mn
IV4(µ-O)
6(TACN)
4](ClO
4)
4, [Mn
III2(µ-O)
1(µ-OAc)
2(Me-TACN)
2](ClO
4)
2, [Mn
IIIMn
IV(µ-O)
1(µ-OAc)
2(Me-TACN)
2](ClO
4)
3, [Mn
IV2(µ-O)
3(Me-TACN)
2](PF
6)
2 und [Mn
IV2(µ-O)
3(Me/Me-TACN)
2](PF
6)
2 (OAc = OC(O)CH
3).
[0030] Maschinelle Geschirrspülmittel, dadurch gekennzeichnet, dass sie weiterhin einen
Bleichkatalysator ausgewählt aus der Gruppe der bleichverstärkenden Übergangsmetallsalze
und Übergangsmetallkomplexe, vorzugsweise aus der Gruppe der Komplexe des Mangans
mit 1,4,7-trimethyl-1,4,7-triazacyclononan (Me
3-TACN) oder 1,2, 4,7-tetramethyl-1,4,7-triazacyclononan (Me
4-TACN) enthalten, werden erfindungsgemäß bevorzugt, da durch die vorgenannten Bleichkatalysatoren
insbesondere das Reinigungsergebnis signifikant verbessert werden kann.
[0031] Zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass
es sich bei dem Bleichkatalysator c) um einen Komplex des Mangans, vorzugsweise aus
der Gruppe der Komplexe des Mangans mit 1,4,7-trimethyl-1,4,7-triazacyclononan (Me
3-TACN) oder 1,2, 4,7-tetramethyl-1,4,7-triazacyclononan (Me
4-TACN) handelt, werden erfindungsgemäß bevorzugt.
[0032] Die vorgenannten bleichverstärkenden Übergangsmetallkomplexe, insbesondere mit den
Zentralatomen Mn und Co werden in üblichen Mengen, vorzugsweise in einer Menge bis
zu 5 Gew.-%, insbesondere von 0,0025 Gew.-% bis 1 Gew.-% und besonders bevorzugt von
0,01 Gew.-% bis 0,30 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der bleichkatalysatorhaltigen
Mittel, eingesetzt. In speziellen Fällen kann jedoch auch mehr Bleichkatalysator eingesetzt
werden.
[0033] Zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass
der Gewichtsanteil des Bleichkatalysators c), bezogen auf das Gesamtgewicht des Wasch-
oder Reinigungsmittels zwischen 0,001 bis 3,0 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,01 bis
2,0 Gew.-% und insbesondere zwischen 0,01 bis 1,0 Gew.-% beträgt, werden erfindungsgemäß
bevorzugt.
[0034] Einige beispielhafte Rezepturen für bevorzugte zwei- oder mehrphasige Wasch- oder
Reinigungsmittel können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
(Soweit nicht anders angegeben bezeichnen die aufgeführten Gewichtsanteile in dieser
wie in allen folgenden Tabellen die Gesamtmengen der in dem zwei- oder mehrphasigen
Wasch- oder Reinigungsmittel enthaltenen Bestandteile.)
| Inhaltsstoff |
Rezeptur 1 [Gew.-%] |
Rezeptur 2 [Gew.-%] |
Rezeptur 3 [Gew.-%] |
Rezeptur 4 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1]* |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator a [≠1] ** |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
a soweit nicht anders angegeben, bezeichnet der Ausdruck "Bleichaktivator" in dieser
wie in allen folgenden Tabellen erfindungsgemäße Bleichaktivatoren in partikulärer
Form, die, bezogen auf ihr Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb
80 Gew.-% aufweist
* [1] = Phase 1 (in dieser wie in allen nachfolgenden Tabellen)
** [≠1] = Phase, bei der es nicht um Phase 1 handelt (in dieser wie in allen nachfolgenden
Tabellen) |
| Inhaltsstoff |
Rezeptur 5 [Gew.-%] |
Rezeptur 6 [Gew.-%] |
Rezeptur 7 [Gew.-%] |
Rezeptur 8 [Gew.-%] |
| Natriumpercarbonat [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [#1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Inhaltsstoff |
Rezeptur 9 [Gew.-%] |
Rezeptur 10 [Gew.-%] |
Rezeptur 11 [Gew.-%] |
Rezeptur 12 [Gew.-%] |
| Natriumpercarbonat [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| TAED [#1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Inhaltsstoff |
Rezeptur 13 [Gew.-%] |
Rezeptur 14 [Gew.-%] |
Rezeptur 15 [Gew.-%] |
Rezeptur 16 [Gew.-%] |
| Natriumpercarbonat [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| TAED [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Mn-Me3-TACN Komplex [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
[0035] Neben den zuvor beschriebenen Inhaltsstoffen können die erfindungsgemäßen Mittel
weitere wasch- oder reinigungsaktive Substanzen, vorzugsweise aus der Gruppe der Gerüststoffe,
Tenside, Polymere, Enzyme, Glaskorrosionsinhibitoren, Korrosionsinhibitoren, Desintegrationshilfsmittel,
Duftstoffe und Parfümträger enthalten. Diese bevorzugten Inhaltsstoffe werden in der
Folge näher beschrieben.
[0036] Zu den Gerüststoffe zählen insbesondere die Zeolithe, Silikate, Carbonate, organische
Cobuilder und -wo keine ökologischen Vorurteile gegen ihren Einsatz bestehen- auch
die Phosphate.
[0037] Mit Vorzug werden kristalline schichtförmige Silikate der allgemeinen Formel NaMSi
xO
2x+1 · y H
2O eingesetzt, worin M Natrium oder Wasserstoff darstellt, x eine Zahl von 1,9 bis
22, vorzugsweise von 1,9 bis 4, wobei besonders bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4
sind, und y für eine Zahl von 0 bis 33, vorzugsweise von 0 bis 20 steht.
[0038] Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten vorzugsweise einen Gewichtsanteil des kristallinen
schichtförmigen Silikats der Formel NaMSi
xO
2x+1 · y H
2O von 0,1 bis 20 Gew.-%, bevorzugt von 0,2 bis 15 Gew.-% und insbesondere von 0,4
bis 10 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht dieser Mittel.
[0039] Einsetzbar sind auch amorphe Natriumsilikate mit einem Modul Na
2O : SiO
2 von 1:2 bis 1:3,3, vorzugsweise von 1:2 bis 1:2,8 und insbesondere von 1:2 bis 1:2,6,
welche vorzugsweise löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen.
[0040] Bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmittel sind frei von wasserunlöslichen Aluminiumsilikaten
wie den zur Wasserenthärtung eingesetzten natürlichen oder synthetischen Zeolithen.
[0041] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, dass diese(s) Silikat(e),
vorzugsweise Alkalisilikate, besonders bevorzugt kristalline oder amorphe Alkalidisilikate,
in Wasch- oder Reinigungsmitteln in Mengen von 3 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise von 8
bis 50 Gew.-% und insbesondere von 20 bis 40 Gew.%, jeweils bezogen auf das Gewicht
des Wasch- oder Reinigungsmittels, enthalten sind.
[0042] Selbstverständlich ist auch ein Einsatz der allgemein bekannten Phosphate als Buildersubstanzen
möglich, sofern ein derartiger Einsatz nicht aus ökologischen Gründen vermieden werden
sollte. Unter der Vielzahl der kommerziell erhältlichen Phosphate haben die Alkalimetallphosphate
unter besonderer Bevorzugung von Pentanatrium- bzw. Pentakaliumtriphosphat (Natrium-
bzw. Kaliumtripolyphosphat) in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie die größte
Bedeutung.
[0043] Werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung Phosphate als wasch- oder reinigungsaktive
Substanzen in Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzt, so enthalten bevorzugte Mittel
diese(s) Phosphat(e), vorzugsweise Alkalimetallphosphat(e), besonders bevorzugt Pentanatrium-
bzw. Pentakaliumtriphosphat (Natrium- bzw. Kaliumtripolyphosphat), in Mengen von 5
bis 80 Gew.-%, vorzugsweise von 15 bis 75 Gew.-% und insbesondere von 20 bis 70 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das Gewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels.
[0044] Als weiteren bevorzugten Bestandteil enthalten die erfindungsgemäßen Wasch- oder
Reinigungsmittel mindestens ein als Enthärter wirksames Säuregruppen-haltigen Polymer.
Das Säuregruppen-haltige Polymer umfasst mindestens ein Säuregruppen-haltiges Monomer
sowie gegebenenfalls weitere(s) nichtionische(s), vorzugsweise hydrophobe(s) Monomer(e).
[0045] Der Gewichtsanteil dieses Polymers bzw. dieser Polymere am Gesamtgewicht des maschinellen
Geschirrspülmittels beträgt vorzugsweise 0,1 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 25
Gew.-% und insbesondere 1,0 bis 20 Gew.-%.
[0046] Wasch- oder Reinigungsmittel, welche bezogen auf ihr Gesamtgewicht 0,1 bis 30 Gew.-%,
vorzugsweise 0,5 bis 25 Gew.-% und insbesondere 1,0 bis 20 Gew.-% Copolymer(e), umfassend
i) mindestens ein Säuregruppen-haltiges Monomer
ii) gegebenenfalls weitere(s) nichtionische, vorzugsweise hydrophobe Monomer(e)
enthalten, werden erfindungsgemäß bevorzugt.
[0047] In Bezug auf die Verbesserung der Bleichleistung haben sich insbesondere solche Copolymere
als besonders wirkungsvoll erwiesen, bei denen das Säuregruppen-haltige Monomer i)
eine Carbonsäuregruppe und/oder eine Sulfonsäuregruppe aufweist.
[0048] Als ungesättigte Carbonsäuren i) werden in diesen speziellen Copolymeren c) mit besonderem
Vorzug ungesättigte Carbonsäuren der Formel R
1(R
2)C=C(R
3)COOH eingesetzt, in der R
1 bis R
3 unabhängig voneinander für -H, -CH
3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH
2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für - COOH oder -COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist.
[0049] Besonders bevorzugte ungesättigte Carbonsäuren sind Acrylsäure, Methacrylsäure, Ethacrylsäure,
α-Chloroacrylsäure, α-Cyanoacrylsäure, Crotonsäure, α-Phenyl-Acrylsäure, Maleinsäure,
Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure, Itaconsäure, Citraconsäure, Methylenmalonsäure, Sorbinsäure,
Zimtsäure oder deren Mischungen.
[0050] In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die Copolymere neben wenigstens einem
Carbonsäuregruppen-haltigen Monomer weiterhin wenigstens ein zusätzliches ionisches
Monomer.
[0051] Eine erste Gruppe bevorzugter Wasch- oder Reinigungsmittel ist daher dadurch gekennzeichnet,
dass sie Copolymer(e), umfassend
i) Monomeren aus der Gruppe der ein- oder mehrfach ungesättigten Carbonsäuren
ii) gegebenenfalls weitere(s) nichtionische, vorzugsweise hydrophobe Monomer(e)
enthalten.
[0052] Eine zweite Gruppe bevorzugter Wasch- oder Reinigungsmittel ist daher dadurch gekennzeichnet,
dass sie Copolymer(e), umfassend
i) Monomeren aus der Gruppe der ein- oder mehrfach ungesättigten Sulfonsäuren
ii) gegebenenfalls weitere(s) nichtionische, vorzugsweise hydrophobe Monomer(e)
enthalten.
[0053] Diese mit Vorzug eingesetzten Sulfonsäuregruppen-haltigen Copolymere enthalten als
Monomer i) vorzugsweise Sulfonsäuregruppen-haltige Monomere der Formel R
5(R
6)C=C(R
7)X-SO
3H, in der R
5 bis R
7 unabhängig voneinander für -H, -CH
3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH
2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste oder für -COOH oder -COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist, und X für eine optional vorhandene Spacergruppe
steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2- und -C(O)-NH-CH(CH
2CH
3)-.
[0054] Unter diesen Monomeren bevorzugt sind solche der Formeln
H
2C=CH-X-SO
3H
H
2C=C(CH
3)-X-SO
3H
HO
3S-X-(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H,
in denen R
6 und R
7 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -H, -CH
3, -CH
2CH
3, -CH
2CH
2CH
3, -CH(CH
3)
2 und X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2- und -C(O)-NH-CH(CH
2CH
3)-.
[0055] Besonders bevorzugte Sulfonsäuregruppen-haltige Monomere sind dabei 1-Acrylamido-1-propansulfonsäure,
2-Acrylamido-2-propansulfonsäure, 2-Acrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure, 2-Methacrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure,
3-Methacrylamido-2-hydroxy-propansulfonsäure, Allylsulfonsäure, Methallylsulfonsäure,
Allyloxybenzolsulfonsäure, Methallyloxybenzolsulfonsäure, 2-Hydroxy-3-(2-propenyloxy)propansulfonsäure,
2-Methyl-2-propen1-sulfonsäure, Styrolsulfonsäure, Vinylsulfonsäure, 3-Sulfopropylacrylat,
3-Sulfopropylmethacrylat, Sulfomethacrylamid, Sulfomethylmethacrylamid sowie Mischungen
der genannten Säuren oder deren wasserlösliche Salze.
[0056] In den Polymeren können die Sulfonsäuregruppen ganz oder teilweise in neutralisierter
Form vorliegen, d.h. dass das acide Wasserstoffatom der Sulfonsäuregruppe in einigen
oder allen Sulfonsäuregruppen gegen Metallionen, vorzugsweise Alkalimetallionen und
insbesondere gegen Natriumionen, ausgetauscht sein kann. Der Einsatz von teil- oder
vollneutralisierten sulfonsäuregruppenhaltigen Copolymeren ist erfindungsgemäß bevorzugt.
[0057] Die Monomerenverteilung der erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzten Copolymeren beträgt
bei Copolymeren, die nur Monomere aus den Gruppen i) und ii) enthalten, vorzugsweise
jeweils 5 bis 95 Gew.-% i) bzw. ii), besonders bevorzugt 50 bis 90 Gew.-% Monomer
aus der Gruppe i) und 10 bis 50 Gew.-% Monomer aus der Gruppe ii), jeweils bezogen
auf das Polymer.
[0058] Die Molmasse der erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzten Sulfo-Copolymere kann variiert
werden, um die Eigenschaften der Polymere dem gewünschten Verwendungszweck anzupassen.
Bevorzugte maschinelle Geschirrspülmittel sind dadurch gekennzeichnet, dass die Copolymere
Molmassen von 2000 bis 200.000 gmol
-1, vorzugsweise von 4000 bis 25.000 gmol
-1 und insbesondere von 5000 bis 15.000 gmol
-1 aufweisen.
[0059] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform umfassen die Copolymere neben wenigstens
einem Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomer weiterhin wenigstens ein zusätzliches ionisches
Monomer.
[0060] Als weitere nichtionische, vorzugsweise hydrophobe Monomer(e) enthalten die Säuregruppen-haltigen
Polymere vorzugsweise Monomere der allgemeinen Formel R
1(R
2)C=C(R
3)-X-R
4 eingesetzt, in der R
1 bis R
3 unabhängig voneinander für -H, -CH
3 oder -C
2H
5 steht, X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus
-CH
2-, -C(O)O- und -C(O)-NH-, und R
4 für einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 22 Kohlenstoffatomen
oder für einen ungesättigten, vorzugsweise aromatischen Rest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen
steht.
[0061] Besonders bevorzugte ungesättigte Kohlenwasserstoffreste sind Buten, Isobuten, Penten,
3-Methylbuten, 2-Methylbuten, Cyclopenten, Hexen, Hexen-1, 2-Methlypenten-1, 3-Methlypenten-1,
Cyclohexen, Methylcyclopenten, Cyclohepten, Methylcyclohexen, 2,4,4-Trimethylpenten-1,
2,4,4-Trimethylpenten-2, 2,3-Dimethylhexen-1, 2,4-Diemthylhexen-1, 2,5-Dimethlyhexen-1,
3,5-Dimethylhexen-1, 4,4-Dimehtylhexan-1, Ethylcyclohexyn, 1-Octen, α-Olefone mit
10 oder mehr Kohlenstoffatomen wie beispielsweise 1-Decen, 1-Dodecen, 1-Hexadecen,
1-Oktadecen und C22-α-Olefin, 2-Styrol, α-Methylstyrol, 3-Methylstyrol, 4-Propylstryol,
4-Cyclohexylstyrol, 4-Dodecylstyrol, 2-Ethyl-4-Benzylstyrol, 1-Vinylnaphthalin, 2,Vinylnaphthalin,
Acrylsäuremethylester, Acrylsäureethylester, Acrylsäurepropylester, Acrylsäurebutylester,
Acrylsäurepentylester, Acrylsäurehexylester, Methacrylsäuremethylester, N-(Methyl)acrylamid,
Acrylsäure-2-Ethylhexylester, Methacrylsäure-2-Ethylhexylester,
N-(2-Ethylhexyl)acrylamid, Acrylsäureoctylester, Methacrylsäureoctylester,
N-(Octyl)acrylamid, Acrylsäurelaurylester, Methacrylsäurelaurylester,
N-(Lauryl)acrylamid, Acrylsäurestearylester, Methacrylsäurestearylester,
N-(Stearyl)acrylamid, Acrylsäurebehenylester, Methacrylsäurebehenylester und
N-(Behenyl)acrylamid oder deren Mischungen.
[0062] Einige beispielhafte Rezepturen für bevorzugte zwei- oder mehrphasige Polymer-haltige
Wasch- oder Reinigungsmittel können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
| Inhaltsstoff [Phase] |
Rezeptur 17 [Gew.-%] |
Rezeptur 18 [Gew.-%] |
Rezeptur 19 [Gew.-%] |
Rezeptur 20 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Säuregruppen-haltiges Polymer * |
0,1 bis 30 |
0,5 bis 25 |
1 bis 20 |
1 bis 20 |
* Copolymer(e), umfassend
i) mindestens ein Säuregruppen-haltiges Monomer
ii) gegebenenfalls weitere(s) nichtionische, vorzugsweise hydrophobe Monomer(e) als
Bestandteil der Phase [1] und/oder einer oder mehrerer weiterer Phasen |
[0063] Weitere Gerüststoffe sind die Alkaliträger. Als Alkaliträger gelten beispielsweise
Alkalimetallhydroxide, Alkalimetallcarbonate, Alkalimetallhydrogencarbonate, Alkalimetallsesquicarbonate,
die genannten Alkalisilikate, Alkalimetasilikate, und Mischungen der vorgenannten
Stoffe, wobei im Sinne dieser Erfindung bevorzugt die Alkalicarbonate, insbesondere
Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat oder Natriumsesquicarbonat eingesetzt werden.
Besonders bevorzugt ist ein Buildersystem enthaltend eine Mischung aus Tripolyphosphat
und Natriumcarbonat. Ebenfalls besonders bevorzugt ist ein Buildersystem enthaltend
eine Mischung aus Tripolyphosphat und Natriumcarbonat und Natriumdisilikat. Aufgrund
ihrer im Vergleich mit anderen Buildersubstanzen geringen chemischen Kompatibilität
mit den übrigen Inhaltsstoffen von Wasch- oder Reinigungsmitteln, werden die Alkalimetallhydroxide
bevorzugt nur in geringen Mengen, vorzugsweise in Mengen unterhalb 10 Gew.-%, bevorzugt
unterhalb 6 Gew.-%, besonders bevorzugt unterhalb 4 Gew.-% und insbesondere unterhalb
2 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels,
eingesetzt. Besonders bevorzugt werden Mittel, welche bezogen auf ihr Gesamtgewicht
weniger als 0,5 Gew.-% und insbesondere keine Alkalimetallhydroxide enthalten.
[0064] Besonders bevorzugt ist der Einsatz von Carbonat(en) und/oder Hydrogencarbonat(en),
vorzugsweise Alkalicarbonat(en), besonders bevorzugt Natriumcarbonat, in Mengen von
2 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise von 5 bis 40 Gew.-% und insbesondere von 7,5 bis 30
Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels. Besonders
bevorzugt werden Mittel, welche bezogen auf das Gewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels
weniger als 20 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 17 Gew.-%, bevorzugt weniger als 13
Gew.-% und insbesondere weniger als 9 Gew.-% Carbonat(e) und/oder Hydrogencarbonat(e),
vorzugsweise Alkalicarbonat(e), besonders bevorzugt Natriumcarbonat enthalten.
[0065] Als organische Cobuilder sind insbesondere Polycarboxylate / Polycarbonsäuren, polymere
Polycarboxylate, Asparaginsäure, Polyacetale, Dextrine, weitere organische Cobuilder
sowie Phosphonate zu nennen. Diese Stoffklassen werden nachfolgend beschrieben.
[0066] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die in Form der freien
Säure und/oder ihrer Natriumsalze einsetzbaren Polycarbonsäuren, wobei unter Polycarbonsäuren
solche Carbonsäuren verstanden werden, die mehr als eine Säurefunktion tragen. Beispielsweise
sind dies Citronensäure, Adipinsäure, Bemsteinsäure, Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure,
Maleinsäure, Fumarsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA),
sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie
Mischungen aus diesen. Die freien Säuren besitzen neben ihrer Builderwirkung typischerweise
auch die Eigenschaft einer Säuerungskomponente und dienen somit auch zur Einstellung
eines niedrigeren und milderen pH-Wertes von Wasch- oder Reinigungsmitteln. Insbesondere
sind hierbei Citronensäure, Bemsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Gluconsäure und
beliebige Mischungen aus diesen zu nennen.
[0067] Als Gerüststoffe sind weiter polymere Polycarboxylate geeignet, dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise
solche mit einer relativen Molekülmasse von 500 bis 70000 g/mol.
[0068] Bei den für polymere Polycarboxylate angegebenen Molmassen handelt es sich im Sinne
dieser Schrift um gewichtsmittlere Molmassen M
w der jeweiligen Säureform, die grundsätzlich mittels Gelpermeationschromatographie
(GPC) bestimmt wurden, wobei ein UV-Detektor eingesetzt wurde. Die Messung erfolgte
dabei gegen einen externen Polyacrylsäure-Standard, der aufgrund seiner strukturellen
Verwandtschaft mit den untersuchten Polymeren realistische Molgewichtswerte liefert.
Diese Angaben weichen deutlich von den Molgewichtsangaben ab, bei denen Polystyrolsulfonsäuren
als Standard eingesetzt werden. Die gegen Polystyrolsulfonsäuren gemessenen Molmassen
sind in der Regel deutlich höher als die in dieser Schrift angegebenen Molmassen.
[0069] Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine Molekülmasse
von 2000 bis 20000 g/mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit können
aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von 2000 bis
10000 g/mol, und besonders bevorzugt von 3000 bis 5000 g/mol, aufweisen, bevorzugt
sein.
[0070] Geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche der Acrylsäure
mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure. Als besonders
geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen, die 50 bis
90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative Molekülmasse,
bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 2000 bis 70000 g/mol, vorzugsweise
20000 bis 50000 g/mol und insbesondere 30000 bis 40000 g/mol.
[0071] Die (co-)polymeren Polycarboxylate können entweder als Pulver oder als wässrige Lösung
eingesetzt werden. Der Gehalt von Wasch- oder Reinigungsmitteln an (co-)polymeren
Polycarboxylaten beträgt vorzugsweise 0,5 bis 20 Gew.-% und insbesondere 3 bis 10
Gew.-%.
[0072] Zur Verbesserung der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren,
wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure, als Monomer
enthalten.
[0073] Insbesondere bevorzugt sind auch biologisch abbaubare Polymere aus mehr als zwei
verschiedenen Monomereinheiten, beispielsweise solche, die als Monomere Salze der
Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate oder
die als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie Zucker-Derivate
enthalten.
[0074] Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die als Monomere Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze
bzw. Acrolein und Vinylacetat aufweisen.
[0075] Als Enthärter wirksame Polymere sind beispielsweise die Sulfonsäuregruppen-haltigen
Polymere, welche mit besonderem Vorzug eingesetzt werden. Entsprechende Polymere wurden
bereits weiter oben als Bestandteile erfindungsgemäßer Bleichaktivatorgranulate beschrieben,
weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen an dieser Stelle auf die dortigen Ausführungen
verwiesen wird.
[0076] Ebenso sind als weitere bevorzugte Buildersubstanzen polymere Aminodicarbonsäuren,
deren Salze oder deren Vorläufersubstanzen zu nennen. Besonders bevorzugt sind Polyasparaginsäuren
bzw. deren Salze.
[0077] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie
Glyoxal, Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0078] Auch Oxydisuccinate und andere Derivate von Disuccinaten, vorzugsweise Ethylendiamindisuccinat,
sind weitere geeignete Cobuilder. Dabei wird Ethylendiamin-N,N'-disuccinat (EDDS)
bevorzugt in Form seiner Natrium- oder Magnesiumsalze verwendet. Weiterhin bevorzugt
sind in diesem Zusammenhang auch Glycerindisuccinate und Glycerintrisuccinate. Geeignete
Einsatzmengen liegen bei 3 bis 15 Gew.-%.
[0079] Die komplexbildenden Phosphonate umfassen neben der 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure
eine Reihe unterschiedlicher Verbindungen wie beispielsweise Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure)
(DTPMP). In dieser Anmeldung bevorzugt sind insbesondere Hydroxyalkan- bzw. Aminoalkanphosphonate.
Unter den Hydroxyalkanphosphonaten ist das 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP)
von besonderer Bedeutung als Cobuilder. Es wird vorzugsweise als Natriumsalz eingesetzt,
wobei das Dinatriumsalz neutral und das Tetranatriumsalz alkalisch (pH 9) reagiert.
Als Aminoalkanphosphonate kommen vorzugsweise Ethylendiamintetramethylenphosphonat
(EDTMP), Diethylentriaminpentamethylenphosphonat (DTPMP) sowie deren höhere Homologe
in Frage. Sie werden vorzugsweise in Form der neutral reagierenden Natriumsalze, z.
B. als Hexanatriumsalz der EDTMP bzw. als Hepta- und Octa-Natriumsalz der DTPMP, eingesetzt.
Als Builder wird dabei aus der Klasse der Phosphonate bevorzugt HEDP verwendet. Die
Aminoalkanphosphonate besitzen zudem ein ausgeprägtes Schwermetallbindevermögen. Dementsprechend
kann es, insbesondere wenn die Mittel auch Bleiche enthalten, bevorzugt sein, Aminoalkanphosphonate,
insbesondere DTPMP, einzusetzen, oder Mischungen aus den genannten Phosphonaten zu
verwenden.
[0080] Ein im Rahmen dieser Anmeldung bevorzugtes maschinelles Geschirrspülmittel enthält
ein oder mehrere Phosphonat(e) aus der Gruppe
- a) Aminotrimethylenphosphonsäure (ATMP) und/oder deren Salze;
- b) Ethylendiamintetra(methylenphosphonsäure) (EDTMP) und/oder deren Salze;
- c) Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure) (DTPMP) und/oder deren Salze;
- d) 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) und/oder deren Salze;
- e) 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure (PBTC) und/oder deren Salze;
- f) Hexamethylendiamintetra(methylenphosphonsäure) (HDTMP) und/oder deren Salze;
- g) Nitrilotri(methylenphosphonsäure) (NTMP) und/oder deren Salze.
[0081] Besonders bevorzugt werden maschinelle Geschirrspülmittel, welche als Phosphonate
1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) oder Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure)
(DTPMP) enthalten.
[0082] Selbstverständlich können die erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel zwei
oder mehr unterschiedliche Phosphonate enthalten.
[0083] Zwei- oder mehrphasiges Wasch- oder Reinigungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass
das zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel weiterhin mindestens ein Phosphonat,
vorzugsweise 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP), enthält, welches gemeinsam
mit dem Bleichmittel a) in einer Phase des Wasch- oder Reinigungsmittels vorliegt,
werden erfindungsgemäß bevorzugt.
[0084] Der Gewichtsanteil der Phosphonate beträgt vorzugsweise 0,5 bis 14 Gew.-%, bevorzugt
1 bis 12 Gew.-% und insbesondere 2 bis 8 Gew.-%.
[0085] Einige beispielhafte Rezepturen für bevorzugte zwei- oder mehrphasige Phosphonat-haltige
Wasch- oder Reinigungsmittel können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
| Inhaltsstoff [Phase] |
Rezeptur 21 [Gew.-%] |
Rezeptur 22 [Gew.-%] |
Rezeptur 23 [Gew.-%] |
Rezeptur 24 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Phosphonat * |
0,5 bis 14 |
1 bis 12 |
1 bis 12 |
2 bis 8 |
| * als Bestandteil der Phase [1] und/oder einer oder mehrerer weiterer Phasen |
[0086] Mit besonderem Vorzug enthalten die erfindungsgemäßen maschinelle Geschirrspülmittel
Methylglycindiessigsäure oder ein Salz der Methylglycindiessigsäure, wobei der Gewichtsanteil
der Methylglycindiessigsäure oder des Salzes der Methylglycindiessigsäure vorzugsweise
zwischen 0,5 und 15 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0,5 und 10 Gew.-% und insbesondere
zwischen 0,5 und 6 Gew.-% beträgt.
[0087] Weitere brauchbare organische Cobuilder sind beispielsweise acetylierte Hydroxycarbonsäuren
bzw. deren Salze, welche gegebenenfalls auch in Lactonform vorliegen können und welche
mindestens 4 Kohlenstoffatome und mindestens eine Hydroxygruppe sowie maximal zwei
Säuregruppen enthalten.
[0088] Darüber hinaus können alle Verbindungen, die in der Lage sind, Komplexe mit Erdalkaliionen
auszubilden, als Gerüststoffe eingesetzt werden.
[0089] Zur Gruppe der Tenside werden die nichtionischen, die anionischen, die kationischen
und die amphoteren Tenside gezählt.
[0090] Als nichtionische Tenside können die dem Fachmann bekannten nichtionischen Tenside
eingesetzt werden. Als nichtionische Tenside eignen sich beispielsweise Alkylglykoside
der allgemeinen Formel RO(G)
x, in der R einem primären geradkettigen oder methylverzweigten, insbesondere in 2-Stellung
methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise 12 bis 18 C-Atomen
entspricht und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit 5 oder 6 C-Atomen,
vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der die Verteilung von
Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl zwischen 1 und
10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0091] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte
und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette.
[0092] Als bevorzugte Tenside werden schwachschäumende nichtionische Tenside eingesetzt.
Mit besonderem Vorzug enthalten Wasch- oder Reinigungsmittel, insbesondere Reinigungsmittel
für das maschinelle Geschirrspülen, nichtionische Tenside aus der Gruppe der alkoxylierten
Alkohole. Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise
ethoxylierte, insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und
durchschnittlich 1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen
der Alkoholrest linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw.
lineare und methylverzweigte Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise
in Oxoalkoholresten vorliegen. Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen
Resten aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-,
Talgfett- oder Oleylalkohol, und durchschnittlich 2 bis 8 Mol EO pro Mol Alkohol bevorzugt.
Zu den bevorzugten ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt einer ganzen oder einer gebrochenen Zahl entsprechen
können. Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf
(narrow range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können
auch Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0093] Mit besonderem Vorzug werden daher ethoxylierte Niotenside, die aus C
6-20-Monohydroxyalkanolen oder C
6-
20-Alkylphenolen oder C
16-20-Fettalkoholen und mehr als 12 Mol, vorzugsweise mehr als 15 Mol und insbesondere
mehr als 20 Mol Ethylenoxid pro Mol Alkohol gewonnen wurden, eingesetzt. Ein besonders
bevorzugtes Niotensid wird aus einem geradkettigen Fettalkohol mit 16 bis 20 Kohlenstoffatomen
(C
16-20-Alkohol), vorzugsweise einem C
18-Alkohol und mindestens 12 Mol, vorzugsweise mindestens 15 Mol und insbesondere mindestens
20 Mol Ethylenoxid gewonnen. Hierunter sind die sogenannten "narrow range ethoxylates"
besonders bevorzugt.
[0094] Mit besonderem Vorzug werden weiterhin Kombinationen aus einem oder mehreren Talgfettalkoholen
mit 20 bis 30 EO und Silikonentschäumern eingesetzt.
[0095] Insbesondere bevorzugt sind nichtionische Tenside, die einen Schmelzpunkt oberhalb
Raumtemperatur aufweisen. Nichtionische(s) Tensid(e) mit einem Schmelzpunkt oberhalb
von 20°C, vorzugsweise oberhalb von 25°C, besonders bevorzugt zwischen 25 und 60°C
und insbesondere zwischen 26,6 und 43,3°C, ist/sind besonders bevorzugt.
[0096] Bevorzugt einzusetzende Tenside stammen aus den Gruppen der alkoxylierten Niotenside,
insbesondere der ethoxylierten primären Alkohole und Mischungen dieser Tenside mit
strukturell komplizierter aufgebauten Tensiden wie Polyoxypropylen/Polyoxyethylen/Polyoxypropylen
((PO/EO/PO)-Tenside). Solche (PO/EO/PO)-Niotenside zeichnen sich darüber hinaus durch
gute Schaumkontrolle aus.
[0097] Weitere besonders bevorzugt einzusetzende Niotenside mit Schmelzpunkten oberhalb
Raumtemperatur enthalten 40 bis 70% eines Polyoxypropylen/Polyoxyethylen/Polyoxypropylen-Blockpolymerblends,
der 75 Gew.-% eines umgekehrten Block-Copolymers von Polyoxyethylen und Polyoxypropylen
mit 17 Mol Ethylenoxid und 44 Mol Propylenoxid und 25 Gew.-% eines Block-Copolymers
von Polyoxyethylen und Polyoxypropylen, initiiert mit Trimethylolpropan und enthaltend
24 Mol Ethylenoxid und 99 Mol Propylenoxid pro Mol Trimethylolpropan, enthält.
[0098] Als besonders bevorzugte Niotenside haben sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung
schwachschäumende Niotenside erwiesen, welche alternierende Ethylenoxid- und Alkylenoxideinheiten
aufweisen. Unter diesen sind wiederum Tenside mit EO-AO-EO-AO-Blöcken bevorzugt, wobei
jeweils eine bis zehn EO- bzw. AO-Gruppen aneinander gebunden sind, bevor ein Block
aus den jeweils anderen Gruppen folgt. Hier sind nichtionische Tenside der allgemeinen
Formel

bevorzugt, in der R
1 für einen geradkettigen oder verzweigten, gesättigten oder ein- bzw. mehrfach ungesättigten
C
6-24-Alkyl- oder -Alkenylrest steht; jede Gruppe R
2 bzw. R
3 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus -CH
3, -CH
2CH
3, -CH
2CH
2-CH
3, CH(CH
3)
2 und die Indizes w, x, y, z unabhängig voneinander für ganze Zahlen von 1 bis 6 stehen.
[0099] Bevorzugt sind insbesondere nichtionische Tenside, die einen C
9-15-Alkylrest mit 1 bis 4 Ethylenoxideinheiten, gefolgt von 1 bis 4 Propylenoxideinheiten,
gefolgt von 1 bis 4 Ethylenoxideinheiten, gefolgt von1 bis 4 Propylenoxideinheiten
aufweisen. Diese Tenside weisen in wässriger Lösung die erforderliche niedrige Viskosität
auf und sind erfindungsgemäß mit besonderem Vorzug einsetzbar.
[0100] Tenside der allgemeinen Formel R
1-CH(OH)CH
2O-(AO)
w-(A'O)
x-(A"O)
y-(A"'O)
z-R
2, in der R
1 und R
2 unabhängig voneinander für einen geradkettigen oder verzweigten, gesättigten oder
ein- bzw. mehrfach ungesättigten C
2-40-Alkyl- oder -Alkenylrest steht; A, A', A" und A'" unabhängig voneinander für einen
Rest aus der Gruppe -CH
2CH
2, -CH
2CH
2-CH
2, -CH
2-CH(CH
3), -CH
2-CH
2CH
2-CH
2, -CH
2-CH(CH
3)-CH
2-, -CH
2-CH(CH
2-CH
3) steht; und w, x, y und z für Werte zwischen 0,5 und 90 stehen, wobei x, y und/oder
z auch 0 sein können sind erfindungsgemäß bevorzugt.
[0101] Bevorzugt werden insbesondere solche endgruppenverschlossene poly(oxyalkylierten)
Niotenside, die, gemäß der Formel R
1O[CH
2CH
2O]
xCH
2CH(OH)R
2, neben einem Rest R
1, welcher für lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische
oder aromatische Kohlenwasserstoffreste mit 2 bis 30 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise
mit 4 bis 22 Kohlenstoffatomen steht, weiterhin einen linearen oder verzweigten, gesättigten
oder ungesättigten, aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest R
2 mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen aufweisen, wobei x für Werte zwischen 1 und 90, vorzugsweise
für Werte zwischen 30 und 80 und insbesondere für Werte zwischen 30 und 60 steht.
[0102] Besonders bevorzugt sind Tenside der Formel R
1O[CH
2CH(CH
3)O]
x[CH
2CH
2O]
yCH
2CH(OH)R
2, in der R
1 für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 4 bis
18 Kohlenstoffatomen oder Mischungen hieraus steht, R
2 einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 26 Kohlenstoffatomen
oder Mischungen hieraus bezeichnet und x für Werte zwischen 0,5 und 1,5 sowie y für
einen Wert von mindestens 15 steht.
[0103] Besonders bevorzugt werden weiterhin solche endgruppenverschlossene poly(oxyalkylierten)
Niotenside der Formel R
1O[CH
2CH
2O]
x[CH
2CH(R
3)O]
yCH
2CH(OH)R
2, in der R
1 und R
2 unabhängig voneinander für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ein-
bzw. mehrfach ungesättigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 26 Kohlenstoffatomen steht,
R
3 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus -CH
3, -CH
2CH
3, -CH
2CH
2-CH
3, - CH(CH
3)
2, vorzugsweise jedoch für -CH
3 steht, und x und y unabhängig voneinander für Werte zwischen 1 und 32 stehen, wobei
Niotenside mit R
3 = -CH
3 und Werten für x von 15 bis 32 und y von 0,5 und 1,5 ganz besonders bevorzugt sind.
[0104] Weitere bevorzugt einsetzbare Niotenside sind die endgruppenverschlossenen poly(oxyalkylierten)
Niotenside der Formel R
1O[CH
2CH(R
3)O]
x[CH
2]
kCH(OH)[CH
2]
jOR
2, in der R
1 und R
2 für lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische oder aromatische
Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen stehen, R
3 für H oder einen Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-, iso-Propyl, n-Butyl-, 2-Butyl- oder
2-Methyl-2-Butylrest steht, x für Werte zwischen 1 und 30, k und j für Werte zwischen
1 und 12, vorzugsweise zwischen 1 und 5 stehen. Wenn der Wert x ≥ 2 ist, kann jedes
R
3 in der obenstehenden Formel R
1O[CH
2CH(R
3)O]
x[CH
2]
kCH(OH)[CH
2]
jOR
2 unterschiedlich sein. R
1 und R
2 sind vorzugsweise lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische
oder aromatische Kohlenwasserstoffreste mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, wobei Reste
mit 8 bis 18 C-Atomen besonders bevorzugt sind. Für den Rest R
3 sind H, - CH
3 oder -CH
2CH
3 besonders bevorzugt. Besonders bevorzugte Werte für x liegen im Bereich von 1 bis
20, insbesondere von 6 bis 15.
[0105] Wie vorstehend beschrieben, kann jedes R
3 in der obenstehenden Formel unterschiedlich sein, falls x ≥ 2 ist. Hierdurch kann
die Alkylenoxideinheit in der eckigen Klammer variiert werden. Steht x beispielsweise
für 3, kann der Rest R
3 ausgewählt werden, um Ethylenoxid- (R
3 = H) oder Propylenoxid- (R
3 = CH
3) Einheiten zu bilden, die in jedweder Reihenfolge aneinandergefügt sein können, beispielsweise
(EO)(PO)(EO), (EO)(EO)(PO), (EO)(EO)(EO), (PO)(EO)(PO), (PO)(PO)(EO) und (PO)(PO)(PO).
Der Wert 3 für x ist hierbei beispielhaft gewählt worden und kann durchaus größer
sein, wobei die Variationsbreite mit steigenden x-Werten zunimmt und beispielsweise
eine große Anzahl (EO)-Gruppen, kombiniert mit einer geringen Anzahl (PO)-Gruppen
einschließt, oder umgekehrt.
[0106] Besonders bevorzugte endgruppenverschlossene poly(oxyalkylierte) Alkohole der obenstehenden
Formel weisen Werte von k = 1 und j = 1 auf, so dass sich die vorstehende Formel zu
R
1O[CH
2CH(R
3)O]
xCH
2CH(OH)CH
2OR
2 vereinfacht. In der letztgenannten Formel sind R
1, R
2 und R
3 wie oben definiert und x steht für Zahlen von 1 bis 30, vorzugsweise von 1 bis 20
und insbesondere von 6 bis 18. Besonders bevorzugt sind Tenside, bei denen die Reste
R
1 und R
2 9 bis 14 C-Atome aufweisen, R
3 für H steht und x Werte von 6 bis 15 annimmt.
[0107] Die angegebenen C-Kettenlängen sowie Ethoxylierungsgrade bzw. Alkoxylierungsgrade
der vorgenannten Niotenside stellen statistische Mittelwerte dar, die für ein spezielles
Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können. Aufgrund der Herstellverfahren
bestehen Handelsprodukte der genannten Formeln zumeist nicht aus einem individuellen
Vertreter, sondern aus Gemischen, wodurch sich sowohl für die C-Kettenlängen als auch
für die Ethoxylierungsgrade bzw. Alkoxylierungsgrade Mittelwerte und daraus folgend
gebrochene Zahlen ergeben können.
[0108] Selbstverständlich können die vorgenannten nichtionischen Tenside nicht nur als Einzelsubstanzen,
sondern auch als Tensidgemische aus zwei, drei, vier oder mehr Tensiden eingesetzt
werden. Als Tensidgemische werden dabei nicht Mischungen nichtionischer Tenside bezeichnet,
die in ihrer Gesamtheit unter eine der oben genannten allgemeinen Formeln fallen,
sondern vielmehr solche Mischungen, die zwei, drei, vier oder mehr nichtionische Tenside
enthalten, die durch unterschiedliche der vorgenannten allgemeinen Formeln beschrieben
werden können.
[0109] Werden Aniontenside als Bestandteil maschineller Geschirrspülmittel eingesetzt, so
beträgt ihr Gehalt, bezogen auf das Gesamtgewicht der Mittel vorzugsweise weniger
als 4 Gew.-%, bevorzugt weniger als 2 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt weniger
als 1 Gew.-%. Maschinelle Geschirrspülmittel, welche keine Aniontenside enthalten,
werden insbesondere bevorzugt.
[0110] An Stelle der genannten Tenside oder in Verbindung mit ihnen können auch kationische
und/oder amphotere Tenside eingesetzt werden.
[0111] In maschinellen Geschirrspülmitteln, beträgt der Gehalt an kationischen und/oder
amphoteren Tensiden vorzugsweise weniger als 6 Gew.-%, bevorzugt weniger als 4 Gew.-%,
ganz besonders bevorzugt weniger als 2 Gew.-% und insbesondere weniger als 1 Gew.-%.
Maschinelle Geschirrspülmittel, welche keine kationischen oder amphoteren Tenside
enthalten, werden besonders bevorzugt.
[0112] Einige beispielhafte Rezepturen für bevorzugte zwei- oder mehrphasige Tensid-haltige
Wasch- oder Reinigungsmittel können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
| Inhaltsstoff [Phase] |
Rezeptur 25 [Gew.-%] |
Rezeptur 26 [Gew.-%] |
Rezeptur 27 [Gew.-%] |
Rezeptur 28 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Nichtionisches Tensid * |
01, bis 15 |
0,2 bis 10 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| * als Bestandteil der Phase [1] und/oder einer oder mehrerer weiterer Phasen |
[0113] Zur Gruppe der Polymere zählen insbesondere die wasch- oder reinigungsaktiven Poylmere,
beispielsweise die Klarspülpolymere und/oder als Enthärter wirksame Polymere. Generell
sind in Wasch- oder Reinigungsmitteln neben nichtionischen Polymeren auch kationische,
anionische und amphotere Polymere einsetzbar.
[0114] "Kationische Polymere" im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Polymere, welche
eine positive Ladung im Polymermolekül tragen. Diese kann beispielsweise durch in
der Polymerkette vorliegende (Alkyl-)Ammonium-gruppierungen oder andere positiv geladene
Gruppen realisiert werden. Besonders bevorzugte kationische Polymere stammen aus den
Gruppen der quatemierten Cellulose-Derivate, der Polysiloxane mit quaternären Gruppen,
der kationischen Guar-Derivate, der polymeren Dimethyldiallylammoniumsalze und deren
Copolymere mit Estern und Amiden von Acrylsäure und Methacrylsäure, der Copolymere
des Vinylpyrrolidons mit quaternierten Derivaten des Dialkylaminoacrylats und -methacrylats,
der Vinylpyrrolidon-Methoimidazoliniumchlorid-Copolymere, der quatemierter Polyvinylalkohole
oder der unter den INCI-Bezeichnungen Polyquaternium 2, Polyquaternium 17, Polyquaternium
18 und Polyquaternium 27 angegeben Polymere.
[0115] "Amphotere Polymere" im Sinne der vorliegenden Erfindung weisen neben einer positiv
geladenen Gruppe in der Polymerkette weiterhin auch negativ geladenen Gruppen bzw.
Monomereinheiten auf. Bei diesen Gruppen kann es sich beispielsweise um Carbonsäuren,
Sulfonsäuren oder Phosphonsäuren handeln.
[0116] Bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmittel, insbesondere bevorzugte maschinelle Geschirrspülmittel,
sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Polymer a) enthalten, welches Monomereinheiten
der Formel R
1R
2C=CR
3R aufweist, in der jeder Rest R
1, R
2, R
3, R
4 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus Wasserstoff, derivatisierter Hydroxygruppe,
C
1-30 linearen oder verzweigten Alkylgruppen, Aryl, Aryl substituierten C
1-
30 linearen oder verzweigten Alkylgruppen, polyalkoyxylierte Alkylgruppen, heteroatomaren
organischen Gruppen mit mindestens einer positiven Ladung ohne geladenen Stickstoff,
mindestens ein quaterniertes N-Atom oder mindestens eine Aminogruppe mit einer positiven
Ladung im Teilbereich des pH-Bereichs von 2 bis 11, oder Salze hiervon, mit der Maßgabe,
dass mindestens ein Rest R
1, R
2, R
3, R
4 eine heteroatomare organische Gruppe mit mindestens einer positiven Ladung ohne geladenen
Stickstoff, mindestens ein quaterniertes N-Atom oder mindestens eine Aminogruppe mit
einer positiven Ladung ist.
[0117] Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung besonders bevorzugte kationische oder amphotere
Polymere enthalten als Monomereinheit eine Verbindung der allgemeinen Formel

bei der R
1 und R
4 unabhängig voneinander für H oder einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen steht; R
2 und R
3 unabhängig voneinander für eine Alkyl-, Hydroxyalkyl-, oder Aminoalkylgruppe stehen,
in denen der Alkylrest linear oder verzweigt ist und zwischen 1 und 6 Kohlenstoffatomen
aufweist, wobei es sich vorzugsweise um eine Methylgruppe handelt; x und y unabhängig
voneinander für ganze Zahlen zwischen 1 und 3 stehen. X repräsentiert ein Gegenion,
vorzugsweise ein Gegenion aus der Gruppe Chlorid, Bromid, Iodid, Sulfat, Hydrogensulfat,
Methosulfat, Laurylsulfat, Dodecylbenzolsulfonat, p-Toluolsulfonat (Tosylat), Cumolsulfonat,
Xylolsulfonat, Phosphat, Citrat, Formiat, Acetat oder deren Mischungen.
[0118] Bevorzugte Reste R
1 und R
4 in der vorstehenden Formel sind ausgewählt aus -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, -CH
2-OH, -CH
2-CH
2-OH, -CH(OH)-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
2-OH, -CH
2-CH(OH)-CH
3, - CH(OH)-CH
2-CH
3, und -(CH
2CH
2-O)
nH.
[0119] Ganz besonders bevorzugt werden Polymere, welche eine kationische Monomereinheit
der vorstehenden allgemeinen Formel aufweisen, bei der R
1 und R
4 für H stehen, R
2 und R
3 für Methyl stehen und x und y jeweils 1 sind. Die entsprechende Monomereinheit der
Formel

werden im Falle von X
-= Chlorid auch als DADMAC (Diallyldimethylammonium-Chlorid) bezeichnet.
[0120] Weitere besonders bevorzugte kationische oder amphotere Polymere enthalten eine Monomereinheit
der allgemeinen Formel

in der R
1, R
2, R
3, R
4 und R
5 unabhängig voneinander für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten
Alkyl-, oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise für einen
linearen oder verzweigten Alkylrest ausgewählt aus -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, -CH
2-OH, -CH
2-CH
2-OH, -CH(OH)-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
2-OH, -CH
2-CH(OH)-CH
3, -CH(OH)-CH
2-CH
3, und -(CH
2CH
2-O)
nH steht und x für eine ganze Zahl zwischen 1 und 6 steht.
[0121] Ganz besonders bevorzugt werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung Polymere, welche
eine kationsche Monomereinheit der vorstehenden allgemeinen Formel aufweisen, bei
der R
1 für H und R
2, R
3, R
4 und R
5 für Methyl stehen und x für 3 steht. Die entsprechenden Monomereinheiten der Formel

werden im Falle von X
-= Chlorid auch als MAPTAC (Methyacrylamidopropyl-trimethylammonium-Chlorid) bezeichnet.
[0122] Erfindungsgemäß bevorzugt werden Polymere eingesetzt, die als Monomereinheiten Diallyldimethylammoniumsalze
und/oder Acrylamidopropyltrimethylammoniumsalze enthalten.
[0123] Die zuvor erwähnten amphoteren Polymere weisen nicht nur kationische Gruppen, sondern
auch anionische Gruppen bzw. Monomereinheiten auf. Derartige anionischen Monomereinheiten
stammen beispielsweise aus der Gruppe der linearen oder verzweigten, gesättigten oder
ungesättigten Carboxylate, der linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten
Phosphonate, der linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Sulfate
oder der linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Sulfonate. Bevorzugte
Monomereinheiten sind die Acrylsäure, die (Meth)acrylsäure, die (Dimethyl)acrylsäure,
die (Ethyl)acrylsäure, die Cyanoacrylsäure, die Vinylessingsäure, die Allylessigsäure,
die Crotonsäure, die Maleinsäure, die Fumarsäure, die Zimtsäure und ihre Derivate,
die Allylsulfonsäuren, wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure
oder die Allylphosphonsäuren.
[0124] Bevorzugte einsetzbare amphotere Polymere stammen aus der Gruppe der Alkylacrylamid/Acrylsäure-Copolymere,
der Alkylacrylamid/Methacrylsäure-Copolymere, der Alkylacrylamid/Methylmethacrylsäure-Copolymere,
der Alkylacrylamid/Acrylsäure/Alkyl-aminoalkyl(meth)acrylsäure-Copolymere, der Alkylacrylamid/Methacrylsäure/Alkylaminoalkyl(meth)-acrylsäure-Copolymere,
der Alkylacrylamid/Methylmethacrylsäure/Alkylaminoalkyl(meth)acrylsäure-Copolymere,
der Alkylacrylamid/Alkymethacrylat/Alkylaminoethylmethacrylat/- Alkylmethacrylat-Copolymere
sowie der Copolymere aus ungesättigten Carbonsäuren, kationisch derivatisierten ungesättigten
Carbonsäuren und gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren.
[0125] Bevorzugt einsetzbare zwitterionische Polymere stammen aus der Gruppe der Acrylamidoalkyltrialkylammoniumchlorid/Acrylsäure-Copolymere
sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze, der Acrylamidoalkyltrialkylammoniumchlorid/Methacrylsäure-Copolymere
sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze und der Methacroylethylbetain/Methacrylat-Copolymere.
[0126] Bevorzugt werden weiterhin amphotere Polymere, welche neben einem oder mehreren anionischen
Monomeren als kationische Monomere Methacrylamidoalkyl-trialkylammoniumchlorid und
Dimethyl-(diallyl)ammoniumchlorid umfassen.
[0127] Besonders bevorzugte amphotere Polymere stammen aus der Gruppe der Methacrylamidoalkyl-trialkylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Acrylsäure-Copolymere,
der Methacryl-amidoalkyltrialkylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Methacrylsäure-Copolymere
und der Methacrylamidoalkyltrialkylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Alkyl-(meth)acrylsäure-Copolymere
sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze.
[0128] Insbesondere bevorzugt werden amphotere Polymere aus der Gruppe der Methacrylamidopropyltrimethylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Acrylsäure-Copolymere,
der Methacrylamidopropyltrimethylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammonium-chlorid/Acrylsäure-Copolymere
und der Methacrylamidopropyltrimethylammonium-chlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Alkyl(meth)acrylsäure-Copolymere
sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze.
[0129] Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten die vorgenannten kationischen und/oder amphoteren
Polymere vorzugsweise in Mengen zwischen 0,01 und 10 Gew.-%, jeweils bezogen auf das
Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels. Bevorzugt werden im Rahmen der vorliegenden
Anmeldung jedoch solche Wasch- oder Reinigungsmittel, bei denen der Gewichtsanteil
der kationischen und/oder amphoteren Polymere zwischen 0,01 und 8 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen 0,01 und 6 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0,01 und 4 Gew.-%, besonders bevorzugt
zwischen 0,01 und 2 Gew.-% und insbesondere zwischen 0,01 und 1 Gew.-%, jeweils bezogen
auf das Gesamtgewicht des maschinellen Geschirrspülmittels, beträgt.
[0130] Zur Steigerung der Wasch-, beziehungsweise Reinigungsleistung von Wasch- oder Reinigungsmitteln
sind Enzyme einsetzbar. Hierzu gehören insbesondere Proteasen, Amylasen, Lipasen,
Hemicellulasen, Cellulasen, Perhydrolasen oder Oxidoreduktasen, sowie vorzugsweise
deren Gemische. Diese Enzyme sind im Prinzip natürlichen Ursprungs; ausgehend von
den natürlichen Molekülen stehen für den Einsatz in Wasch- oder Reinigungsmitteln
verbesserte Varianten zur Verfügung, die entsprechend bevorzugt eingesetzt werden.
Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten Enzyme vorzugsweise in Gesamtmengen von 1 x
10
-6 bis 5 Gew.-% bezogen auf aktives Protein. Die Proteinkonzentration kann mit Hilfe
bekannter Methoden, zum Beispiel dem BCA-Verfahren oder dem Biuret-Verfahren bestimmt
werden.
[0131] Unter den Proteasen sind solche vom Subtilisin-Typ bevorzugt. Beispiele hierfür sind
die Subtilisine BPN' und Carlsberg sowie deren weiterentwickelte Formen, die Protease
PB92, die Subtilisine 147 und 309, die Alkalische Protease aus
Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen, nicht mehr jedoch den Subtilisinen im engeren
Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase, Proteinase K und die Proteasen TW3 und TW7.
[0132] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare Amylasen sind die α-Amylasen aus
Bacillus licheniformis. aus
B. amyloliquefaciens, aus
B. stearothermophilus, aus
Aspergillus niger und
A. oryzae sowie die für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserten Weiterentwicklungen
der vorgenannten Amylasen. Desweiteren sind für diesen Zweck die α-Amylase aus
Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die Cyclodextrin-Glucanotransferase (CGTase) aus
B. agaradherens (DSM 9948) hervorzuheben.
[0133] Bevorzugt werden ein oder mehrere Enzyme und/oder Enzymzubereitungen, vorzugsweise
feste Protease-Zubereitungen und/oder Amylase-Zubereitungen, in Mengen von 0,1 bis
5 Gew.-%, vorzugsweise von 0,2 bis 4,5 Gew.-% und insbesondere von 0,4 bis 4 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das gesamte enzymhaltige Mittel, eingesetzt.
[0134] Einige beispielhafte Rezepturen für bevorzugte zwei- oder mehrphasige Enzym-haltige
Wasch- oder Reinigungsmittel können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
| Inhaltsstoff [Phase] |
Rezeptur 29 [Gew.-%] |
Rezeptur 30 [Gew.-%] |
Rezeptur 31 [Gew.-%] |
Rezeptur 32 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [#1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Enzym-Zubereitung [≠1] |
0,1 bis 12 |
0,2 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
| * als Bestandteil der Phase [1] und/oder einer oder mehrerer weiterer Phasen |
[0135] Glaskorrosionsinhibitoren verhindern das Auftreten von Trübungen, Schlieren und Kratzern
aber auch das Irisieren der Glasoberfläche von maschinell gereinigten Gläsern. Bevorzugte
Glaskorrosionsinhibitoren stammen aus der Gruppe der Magnesium- und Zinksalze sowie
der Magnesium- und Zinkkomplexe.
[0136] Das Spektrum der erfindungsgemäß bevorzugten Zinksalze, vorzugsweise organischer
Säuren, besonders bevorzugt organischer Carbonsäuren, reicht von Salzen, die in Wasser
schwer oder nicht löslich sind, also eine Löslichkeit unterhalb 100 mg/l, vorzugsweise
unterhalb 10 mg/l, insbesondere unterhalb 0,01 mg/l aufweisen, bis zu solchen Salzen,
die in Wasser eine Löslichkeit oberhalb 100 mg/l, vorzugsweise oberhalb 500 mg/l,
besonders bevorzugt oberhalb 1 g/l und insbesondere oberhalb 5 g/l aufweisen (alle
Löslichkeiten bei 20°C Wassertemperatur). Zu der ersten Gruppe von Zinksalzen gehören
beispielsweise das Zinkcitrat, das Zinkoleat und das Zinkstearat, zu der Gruppe der
löslichen Zinksalze gehören beispielsweise das Zinkformiat, das Zinkacetat, das Zinklactat
und das Zinkgluconat.
[0137] Mit besonderem Vorzug wird als Glaskorrosionsinhibitor mindestens ein Zinksalz einer
organischen Carbonsäure, besonders bevorzugt ein Zinksalz aus der Gruppe Zinkstearat,
Zinkoleat, Zinkgluconat, Zinkacetat, Zinklactat und Zinkcitrat eingesetzt. Auch Zinkricinoleat,
Zinkabietat und Zinkoxalat sind bevorzugt.
[0138] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung beträgt der Gehalt an Zinksalz in Wasch- oder
Reinigungsmitteln vorzugsweise zwischen 0,1 bis 5 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0,2 bis
4 Gew.-% und insbesondere zwischen 0,4 bis 3 Gew.-%, bzw. der Gehalt an Zink in oxidierter
Form (berechnet als Zn
2+) zwischen 0,01 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,02 bis 0,5 Gew.-% und insbesondere
zwischen 0,04 bis 0,2 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des glaskorrosionsinhibitorhaltigen
Mittels.
[0139] Korrosionsinhibitoren dienen dem Schutze des Spülgutes oder der Maschine, wobei im
Bereich des maschinellen Geschirrspülens besonders Silberschutzmittel eine besondere
Bedeutung haben. Einsetzbar sind die bekannten Substanzen des Standes der Technik.
Allgemein können vor allem Silberschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe der Triazole,
der Benzotriazole, der Bisbenzotriazole, der Aminotriazole, der Alkylaminotriazole
und der Übergangsmetallsalze oder -komplexe eingesetzt werden. Besonders bevorzugt
zu verwenden sind Benzotriazol und/oder Alkylamnotriazol.
[0140] Man findet in Reinigerformulierungen darüber hinaus häufig aktivchlorhaltige Mittel,
die das Korrodieren der Silberoberfläche deutlich vermindern können. In chlorfreien
Reinigern werden besonders Sauerstoff- und Stickstoff-haltige organische redoxaktive
Verbindungen, wie zwei- und dreiwertige Phenole, z.B. Hydrochinon, Brenzkatechin,
Hydroxyhydrochinon, Gallussäure, Phloroglucin, Pyrogallol bzw. Derivate dieser Verbindungsklassen
eingesetzt. Auch salz- und komplexartige anorganische Verbindungen, wie Salze der
Metalle Mn, Ti, Zr, Hf, V, Co und Ce finden häufig Verwendung. Bevorzugt sind hierbei
die Übergangsmetallsalze, die ausgewählt sind aus der Gruppe der Mangan- und/oder
Cobaltsalze und/oder -komplexe, besonders bevorzugt der Cobalt(ammin)-Komplexe, der
Cobalt(acetat)-Komplexe, der Cobalt-(Carbonyl)-Komplexe, der Chloride des Cobalts
oder Mangans und des Mangansulfats. Ebenfalls können Zinkverbindungen zur Verhinderung
der Korrosion am Spülgut eingesetzt werden.
[0141] Die genannten Metallsalze und/oder Metallkomplexe sind in Reinigungsmitteln, vorzugsweise
in einer Menge von 0,05 bis 6 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 2,5 Gew.-%, jeweils bezogen
auf das gesamte Mittel enthalten.
[0142] Zwei- oder mehrphasiges Wasch- oder Reinigungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass
das zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel weiterhin ein Silberschutzmittel
enthält, welches gemeinsam mit dem Bleichmittel a) in einer Phase des Wasch- oder
Reinigungsmittels vorliegt, werden erfindungsgemäß bevorzugt.
[0143] Einige beispielhafte Rezepturen für bevorzugte zwei- oder mehrphasige Silberschutzmittel-haltige
Wasch- oder Reinigungsmittel können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
| Inhaltsstoff [Phase] |
Rezeptur 33 [Gew.-%] |
Rezeptur 34 [Gew.-%] |
Rezeptur 35 [Gew.-%] |
Rezeptur 36 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Silberschutzmittel [1] |
0,05 bis 6 |
0,05 bis 6 |
0,2 bis 2,5 |
0,2 bis 2,5 |
| Inhaltsstoff [Phase] |
Rezeptur 37 [Gew.-%] |
Rezeptur 38 [Gew.-%] |
Rezeptur 39 [Gew.-%] |
Rezeptur 40 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator b[1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichaktivator [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Silberschutzmittel [1] |
0,05 bis 6 |
0,05 bis 6 |
0,2 bis 2,5 |
0,2 bis 2,5 |
| b Bleichaktivator in partikulärer Form, die, bezogen auf ihr Gesamtgewicht, einen Gehalt
an Bleichaktivator unterhalb 80 Gew.-% aufweist |
[0144] Als Parfümöle bzw. Duftstoffe können im Rahmen der vorliegenden Erfindung einzelne
Riechstoffverbindungen, z.B. die synthetischen Produkte vom Typ der Ester, Ether,
Aldehyde, Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe verwendet werden. Bevorzugt werden
jedoch Mischungen verschiedener Riechstoffe verwendet, die gemeinsam eine ansprechende
Duftnote erzeugen. Solche Parfümöle können auch natürliche Riechstoffgemische enthalten,
wie sie aus pflanzlichen Quellen zugänglich sind, z.B. Pinien-, Citrus-, Jasmin-,
Patchouly-, Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl.
[0145] Bevorzugte Farbstoffe, deren Auswahl dem Fachmann keinerlei Schwierigkeit bereitet,
besitzen eine hohe Lagerstabilität und Unempfindlichkeit gegenüber den übrigen Inhaltsstoffen
der Mittel und gegen Licht sowie keine ausgeprägte Substantivität gegenüber den mit
den farbstoffhaltigen Mitteln zu behandelnden Substraten wie beispielsweise Textilien,
Glas, Keramik oder Kunststoffgeschirr, um diese nicht anzufärben.
[0146] Um den Zerfall vorgefertigter Formkörper zu erleichtern, ist es möglich, Desintegrationshilfsmittel,
so genannte Tablettensprengmittel, in diese Mittel einzuarbeiten, um die Zerfallszeiten
zu verkürzen. Unter Tablettensprengmitteln bzw. Zerfallsbeschleunigern werden Hilfsstoffe
verstanden, die für den raschen Zerfall von Tabletten in Wasser oder anderen Medien
und für die zügige Freisetzung der Wirkstoffe sorgen.
[0147] Diese Stoffe, die auch aufgrund ihrer Wirkung als "Spreng"mittel bezeichnet werden,
vergrößern bei Wasserzutritt ihr Volumen, wobei einerseits das Eigenvolumen vergrößert
(Quellung), andererseits auch über die Freisetzung von Gasen ein Druck erzeugt werden
kann, der die Tablette in kleinere Partikel zerfallen lässt. Altbekannte Desintegrationshilfsmittel
sind beispielsweise Carbonat/Citronensäure-Systeme, wobei auch andere organische Säuren
eingesetzt werden können. Quellende Desintegrationshilfsmittel sind beispielsweise
synthetische Polymere wie Polyvinylpyrrolidon (PVP) oder natürliche Polymere bzw.
modifizierte Naturstoffe wie Cellulose und Stärke und ihre Derivate, Alginate oder
Casein-Derivate.
[0148] Bevorzugt werden Desintegrationshilfsmittel in Mengen von 0,5 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise
3 bis 7 Gew.-% und insbesondere 4 bis 6 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht
des desintegrationshilfsmittelhaltigen Mittels, eingesetzt.
[0149] Bevorzugte Desintegrationshilfsmittel, vorzugsweise ein Desintegrationshilfsmittel
auf Cellulosebasis, vorzugsweise in granularer, cogranulierter oder kompaktierter
Form, sind in den desintegrationsmittelhaltigen Mitteln in Mengen von 0,5 bis 10 Gew.-%,
vorzugsweise von 3 bis 7 Gew.-% und insbesondere von 4 bis 6 Gew.-%, jeweils bezogen
auf das Gesamtgewicht des desintegrationsmittelhaltigen Mittels, enthalten.
[0150] Erfindungsgemäß bevorzugt können darüber hinaus weiterhin gasentwickelnde Brausesysteme
als Tablettendesintegrationshilfsmittel eingesetzt werden. Das gasentwickelnde Brausesystem
kann aus einer einzigen Substanz bestehen, die bei Kontakt mit Wasser ein Gas freisetzt.
Unter diesen Verbindungen ist insbesondere das Magnesiumperoxid zu nennen, das bei
Kontakt mit Wasser Sauerstoff freisetzt. Üblicherweise besteht das gasfreisetzende
Sprudelsystem jedoch seinerseits aus mindestens zwei Bestandteilen, die miteinander
unter Gasbildung reagieren. Während hier eine Vielzahl von Systemen denk- und ausführbar
ist, die beispielsweise Stickstoff, Sauerstoff oder Wasserstoff freisetzen, wird sich
das in den Wasch- und Reinigungsmittel eingesetzte Sprudelsystem sowohl anhand ökonomischer
als auch anhand ökologischer Gesichtspunkte auswählen lassen. Bevorzugte Brausesysteme
bestehen aus Alkalimetallcarbonat und/oder -hydrogencarbonat sowie einem Acidifizierungsmittel,
das geeignet ist, aus den Alkalimetallsalzen in wässriger Lösung Kohlendioxid freizusetzen.
[0151] Als Acidifizierungsmittel, die aus den Alkalisalzen in wässriger Lösung Kohlendioxid
freisetzen, sind beispielsweise Borsäure sowie Alkalimetallhydrogensulfate, Alkalimetalldihydrogenphosphate
und andere anorganische Salze einsetzbar. Bevorzugt werden allerdings organische Acidifizierungsmittel
verwendet, wobei die Citronensäure ein besonders bevorzugtes Acidifizierungsmittel
ist. Bevorzugt sind Acidifizierungsmittel im Brausesystem aus der Gruppe der organischen
Di-, Tri- und Oligocarbonsäuren bzw. Gemische.
[0152] Die erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel liegen in Form zwei- oder mehrphasiger
Angebotsformen, vorzugsweise in Form zwei-, drei-, oder vierphasiger Angebotsformen
vor.
[0153] Diese Angebotsformen selbst sind vorzugsweise in Form einer Dosiereinheit konfektioniert.
Die Bezeichnung "Wasch- oder Reinigungsmitteldosiereinheit" bezeichnet in der vorliegenden
Anmeldung dabei insbesondere solche Angebotsformen, welche die zur Durchführung einzelner
Reinigungsgänge ausreichende Menge wasch- und reinigungsaktiver Substanzen enthalten.
Derartige Angebotsformen weisen beispielsweise vorzugsweise ein Gewicht zwischen 8
und 35 g, bevorzugt zwischen 10 und 30 g und insbesondere zwischen 12 und 25 g auf.
Das Volumen der Formkörper liegt dabei üblicherweise im Bereich zwischen 5 und 40
ml, bevorzugt zwischen 8 und 30 ml und insbesondere zwischen 12 und 20 ml.
[0154] Besonders bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmitteldosiereinheiten weisen Abmessungen
im Bereich 5 cm x 3 cm x 3 cm, vorzugsweise im Bereich 4,5 cm x 2,5 cm x 2,5 cm, besonders
bevorzugt im Bereich 4 cm x 2 cm, 2 cm auf.
[0155] Als "Phase" dieser zwei- oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmitteldosiereinheiten
werden im Rahmen dieser Anmeldung makroskopisch sichtbare Bereiche dieser Dosiereinheiten
bezeichnet. Im Falle von tablettierten Wasch- oder Reinigungsmitteldosiereinheiten
sind dies beispielsweise Schichten oder Kerne. Im Falle von Dosiereinheiten in Form
von Spritzgußkörpem oder Folienbeuteln werden die in den Aufnahmekammem dieser Dosiereinheiten
voneinander getrennt vorliegenden wasch- oder reinigungsaktiven Zubereitungen als
"Phasen" bezeichnet.
[0156] Die erfindungsgemäßen zwei- oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmittels können
feste oder flüssige Phasen oder Kombinationen fester und flüssiger Phasen aufweisen.
[0157] Beispiele für die zuvor beschriebenen zwei- oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmitteldosiereinheiten
sind, wie zuvor ausgeführt, zwei- oder mehrschichtige Tabletten, Spritzgußkörper mit
zwei oder mehr voneinander getrennten Aufnahmekammern oder Folienbeutel mit zwei oder
mehr voneinander getrennten Aufnahmekammern.
[0158] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform liegen die erfindungsgemäßen zwei-
oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmittel in Form einer zwei- oder mehrphasiger,
vorzugsweise einer zwei- oder mehrschichtigen Tabletten vor.
[0159] Die einzelnen Phasen der zwei- oder mehrphasigen Basistablette oder Kemtablette sind
vorzugsweise in Schichten angeordnet. Der Gewichtsanteil der kleinsten Phase beträgt,
bezogen auf die gesamte Tablette vorzugsweise mindestens 5 Gew.-%, bevorzugt mindestens
10 Gew.-% und insbesondere mindestens 20 Gew.-%. Der Gewichtsanteil der Phase mit
dem höchsten Gewichtsanteil an der Tablette beträgt bei zweiphasigen Tabletten vorzugsweise
nicht mehr als 90 Gew.-%, bevorzugt nicht mehr als 80 Gew.-% und insbesondere zwischen
55 und 70 Gew.-%. Bei dreiphasigen Tabletten beträgt der Gewichtsanteil der Phase
mit dem höchsten Gewichtsanteil an der Tablette vorzugsweise nicht mehr als 80 Gew.-%,
bevorzugt nicht mehr als 70 Gew.-% und insbesondere zwischen 35 und 60 Gew.-%.
[0160] Die Herstellung der Geschirrspülmitteltabletten erfolgt bevorzugt in dem Fachmann
bekannter Weise durch Verpressung teilchenförmiger Vorgemische. Hierbei ist es erfindungsgemäß
bevorzugt, dass das das teilchenförmige Vorgemisch eine mittlere Teilchengröße zwischen
0,4 und 3,0 mm, vorzugsweise zwischen 0,6 und 2,5 mm und insbesondere zwischen 0,8
und 2,0 mm aufweist.
[0161] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugte Verfahren sind dadurch gekennzeichnet,
dass die Verpressung bei Pressdrücken von 0,01 bis 50 kNcm
-2, vorzugsweise von 0,1 bis 40 kNcm
-2 und insbesondere von 1 bis 25 kNcm
-2 erfolgt.
[0162] Die Dichte erfindungsgemäß bevorzugter Geschirrspülmitteltabletten beträgt zwischen
1,1 und 1,8 g/cm
3, vorzugsweise zwischen 1,2 und 1,7 cm
3 und insbesondere zwischen 1,3 und 1,6 g/cm
3.
[0163] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist daher ein Verfahren zur Herstellung
einer zwei- oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmitteltablette, dadurch gekennzeichnet,
dass ein teilchenförmiges Vorgemisch, umfassend
a) ein Bleichmittel
b) einen Bleichaktivator
c) einen Bleichkatalysator ausgewählt aus der Gruppe der bleichverstärkenden Übergangsmetallsalze
und Übergangsmetallkomplexe,
hergestellt und derart zu einer Tablette verpresst wird, dass das Bleichmittel a)
getrennt von den Bestandteilen b) und c) in einer separaten Phase des Wasch- oder
Reinigungsmittels vorliegt dadurch gekennzeichnet, dass der Bleichaktivator b) in
partikulärer Form eingesetzt wird und die Bleichaktivatorpartikel, bezogen auf ihr
Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb 80 Gew.-% aufweisen.
[0164] Einige beispielhafte Rezepturen für bevorzugte zwei- oder mehrphasige Wasch- oder
Reinigungsmitteltabletten können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
| Inhaltsstoff [Phase] |
Rezeptur 41 [Gew.-%] |
Rezeptur 42 [Gew.-%] |
Rezeptur 43 [Gew.-%] |
Rezeptur 44 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator [≠1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [#1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Gerüststoff * |
1 bis 60 |
2 bis 50 |
5 bis 50 |
10 bis 50 |
| Säuregruppen-haltiges Polymer * |
0,1 bis 30 |
0,5 bis 25 |
1 bis 20 |
1 bis 20 |
| Nichtionisches Tensid * |
01, bis 15 |
0,2 bis 10 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Enzym-Zubereitung [#1] |
0,1 bis 12 |
0,2 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
| * Bestandteil der Phasen [1] und/oder [2] und/oder einer oder mehrerer weiterer Phasen |
| Inhaltsstoff [Phase] |
Rezeptur 45 [Gew.-%] |
Rezeptur 46 [Gew.-%] |
Rezeptur 47 [Gew.-%] |
Rezeptur 48 [Gew.-%] |
| Sauerstoffbleichmittel [1] |
2 bis 30 |
4 bis 20 |
4 bis 20 |
6 bis 15 |
| Bleichaktivator b [1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichaktivator [#1] |
0,1 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Bleichkatalysator [≠1] |
0,001 bis 3 |
0,001 bis 3 |
0,01 bis 2 |
0,01 bis 1,0 |
| Gerüststoff * |
1 bis 60 |
2 bis 50 |
5 bis 50 |
10 bis 50 |
| Säuregruppen-haltiges Polymer * |
0,1 bis 30 |
0,5 bis 25 |
1 bis 20 |
1 bis 20 |
| Nichtionisches Tensid * |
01, bis 15 |
0,2 bis 10 |
0,5 bis 8 |
1 bis 6 |
| Enzym-Zubereitung [#1] |
0,1 bis 12 |
0,2 bis 10 |
0,5 bis 8 |
0,5 bis 8 |
| Silberschutzmittel [1] |
0,05 bis 6 |
0,05 bis 6 |
0,2 bis 2,5 |
0,2 bis 2,5 |
b Bleichaktivator in partikulärer Form, die, bezogen auf ihr Gesamtgewicht, einen Gehalt
an Bleichaktivator unterhalb 80 Gew.-% aufweist
* Bestandteil der Phasen [1] und/oder [2] und/oder einer oder mehrerer weiterer Phasen |
[0165] Rundlaufpressen können zur Erhöhung des Durchsatzes auch mit zwei Füllschuhen versehen
werden, wobei zur Herstellung einer Tablette nur noch ein Halbkreis durchlaufen werden
muss.
[0166] Wie eingangs erwähnt lassen sich die Tabletten im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ebenfalls mehrphasig, insbesondere mehrschichtig, ausgestalten. Die Formkörper können
dabei in vorbestimmter Raumform und vorbestimmter Größe gefertigt werden. Als Raumform
kommen praktisch alle sinnvoll handhabbaren Ausgestaltungen in Betracht, beispielsweise
also die Ausbildung als Tafel, die Stab- bzw. Barrenform, Würfel, Quader und entsprechende
Raumelemente mit ebenen Seitenflächen sowie insbesondere zylinderförmige Ausgestaltungen
mit kreisförmigem oder ovalem Querschnitt. Diese letzte Ausgestaltung erfaßt dabei
die Darbietungsform von der Tablette bis zu kompakten Zylinderstücken mit einem Verhältnis
von Höhe zu Durchmesser oberhalb 1.
[0167] Zur Herstellung zwei- und mehrschichtiger Formkörper werden mehrere Füllschuhe hintereinander
angeordnet, ohne dass die leicht angepresste erste Schicht vor der weiteren Befüllung
ausgestoßen wird. Durch geeignete Prozeßführung sind auf diese Weise auch Mantel-
und Punkttabletten herstellbar, die einen zwiebelschalenartigen Aufbau haben, wobei
im Falle der Punkttabletten die Oberseite des Kerns bzw. der Kemschichten nicht überdeckt
wird und somit sichtbar bleibt. Herstellbar sind weiterhin Muldentabletten, die auf
ihrer Oberseite eine Mulde (einen einseitig geöffneten von Stegen und einer Grundfläche
begrenzter Hohlraum) aufweisen.
[0168] Besonders bevorzugte erfindungsgemäße zwei- oder mehrphasige Wasch- oder Reinigungsmittel
weisen die Form einer Muldentablette mit einem in die Mulde eingelegten, vorzugsweise
verpressten, Kern auf.
[0169] Entsprechende Verfahren zur Herstellung einer Geschirrspülmitteltablette, dadurch
gekennzeichnet, dass ein teilchenförmiges Vorgemisch, umfassend
- a) ein Bleichmittel
- b) einen Bleichaktivator
- c) einen Bleichkatalysator ausgewählt aus der Gruppe der bleichverstärkenden Übergangsmetallsalze
und Übergangsmetallkomplexe,
hergestellt und derart zu einer Muldentablette verpresst wird, dass das Bleichmittel
a) getrennt von den Bestandeilen b) und c) in einer separaten Phase des Wasch- oder
Reinigungsmittels vorliegt dadurch gekennzeichnet, dass der Bleichaktivator b) in
partikulärer Form eingesetzt wird und die Bleichaktivatorpartikel, bezogen auf ihr
Gesamtgewicht, einen Gehalt an Bleichaktivator oberhalb 80 Gew.-% aufweisen.
[0170] Nach dem Verpressen weisen die Wasch- und Reinigungsmittelformkörper eine hohe Stabilität
auf. Die Bruchfestigkeit zylinderförmiger Formkörper kann über die Meßgröße der diametralen
Bruchbeanspruchung erfasst werden. Diese ist bestimmbar nach

[0171] Hierin steht σ für die diametrale Bruchbeanspruchung (diametral fracture stress,
DFS) in Pa, P ist die Kraft in N, die zu dem auf den Formkörper ausgeübten Druck führt,
der den Bruch des Formkörpers verursacht, D ist der Formkörperdurchmesser in Meter
und t ist die Höhe der Formkörper.
[0172] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegen die erfindungsgemäßen zwei-
oder mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmittel in Form spritzgegossener Dosiereinheiten
mit zwei oder mehr voneinander getrennten Aufnahmekammern vor.
[0173] Spritzgießen bezeichnet dabei das Umformen einer Formmasse derart, dass die in einem
Massezylinder für mehr als einen Spritzgießvorgang enthaltene Masse unter Wärmeeinwirkung
plastisch erweicht und unter Druck durch eine Düse in den Hohlraum eines vorher geschlossenen
Werkzeuges einfließt. Das Verfahren wird hauptsächlich bei nichthärtbaren Formmassen
angewendet, die im Werkzeug durch Abkühlen erstarren. Der Spritzguß ist ein sehr wirtschaftliches
modernes Verfahren zur Herstellung spanlos geformter Gegenstände und eignet sich besonders
für die automatisierte Massenfertigung. Im praktischen Betrieb erwärmt man die thermoplastische
Formmassen (Pulver, Körner, Würfel, Pasten u. a.) bis zur Verflüssigung (bis 180 °C)
und spritzt sie dann unter hohem Druck (bis 140 MPa) in geschlossene, zweiteilige,
das heißt aus Gesenk (früher Matrize) und Kern (früher Patrize) bestehende, vorzugsweise
wassergekühlte Hohlformen, wo sie abkühlen und erstarren. Einsetzbar sind Kolben-
und Schneckenspritzgußmaschinen. Als Formmassen (Spritzgußmassen) eignen sich wasserlösliche
Polymere wie beispielsweise Celluloseether, Pektine, Polyethylenglycole, Polyvinylalkohole,
Polyvinylpyrrolidone, Alginate, Gelatine oder Stärke.
[0174] In einer dritten bevorzugten Ausführungsform liegen die erfindungsgemäßen zwei- oder
mehrphasigen Wasch- oder Reinigungsmittel in Form von Folienbeuteln mit zwei oder
mehr voneinander getrennten Aufnahmekammern vor.
[0175] Die Folienbeutel werden vorzugsweise durch Tiefziehen eines folienartigen Hüllmaterials
erhalten. Das Tiefziehen erfolgt dabei vorzugsweise durch Verbringen des Hüllmaterials
über eine in einer die Tiefziehebene bildenden Matrize befindlichen Aufnahmemulde
und Einformen des Hüllmaterials in diese Aufnahmemulde durch Einwirkung von Druck
und/oder Vakuum verformt wird. Das Hüllmaterial kann vor dabei vor oder während des
Einformens durch die Einwirkung von Wärme und/oder Lösungsmittel und/oder Konditionierung
durch gegenüber Umgebungsbedingungen veränderten relativen Luftfeuchten und/oder Temperaturen
vorbehandelt werden. Die Druckeinwirkung kann durch zwei Teile eines Werkzeugs erfolgen,
welche sich wie Positiv und Negativ zueinander verhalten und einen zwischen diese
Werkzeuge verbrachten Film beim Zusammendrücken verformen. Als Druckkräfte eignet
sich jedoch auch die Einwirkung von Druckluft und/oder das Eigengewicht der Folie
und/oder das Eigengewicht einer auf die Oberseite der Folie verbrachten Aktivsubstanz.
[0176] Als Folienmaterialien eignen sich wasserlösliche Polymere wie beispielsweise Celluloseether,
Pektine, Polyethylenglycole, Polyvinylalkohole, Polyvinylpyrrolidone, Alginate, Gelatine
oder Stärke.
[0177] Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist weiterhin ein Verfahren zur Reinigung von
Geschirr in einer Geschirrspülmaschine, unter Einsatz erfindungsgemäßer maschineller
Geschirrspülmittel, wobei die maschinellen Geschirrspülmittel vorzugsweise während
des Durchlaufens eines Geschirrspülprogramms, vor Beginn des Hauptspülgangs oder im
Verlaufe des Hauptspülgangs in den Innenraum einer Geschirrspülmaschine eindosiert
werden. Die Eindosierung bzw. der Eintrag des erfindungsgemäßen Mittels in den Innenraum
der Geschirrspülmaschine kann manuell erfolgen, vorzugsweise wird das Mittel jedoch
mittels der Dosierkammer der Geschirrspülmaschine in den Innenraum der Geschirrspülmaschine
dosiert. Im Verlauf des Reinigungsverfahrens wird vorzugsweise kein zusätzlicher Wasserenthärter
und kein zusätzlicher Klarspüler in den Innenraum der Geschirrspülmaschine dosiert.
Ein Kit für eine Geschirrspülmaschine, umfassend
- a) ein erfindungsgemäßes maschinelles Geschirrspülmittel;
- b) eine Anleitung, die den Verbraucher darauf hinweist, das maschinelle Geschirrspülmittel
ohne Zusatz eines Klarspülers und/oder eines Enthärtersalzes zu verwenden ist, ist
ein weiterer Gegenstand dieser Anmeldung.
[0178] Die erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel zeigen ihre vorteilhaften Reinigungseigenschaften
insbesondere auch Niedrigtemperatur-Reinigungsverfahren. Bevorzugte Geschirrspülverfahren
unter Einsatz erfindungsgemäßer Mittel sind daher dadurch gekennzeichnet, dass diese
Verfahren bei Temperaturen bis maximal 55°C, vorzugsweise bis maximal 50°C durchgeführt
werden.
[0179] Wie eingangs beschrieben, zeichnen sich erfindungsgemäße Mittel gegenüber herkömmlichen
maschinellen Geschirrspülmitteln durch eine verbesserte Reinigungsleistung an bleichbaren
Anschmutzungen aus. Ein Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist daher weiterhin
die Verwendung eines erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittels zur Verbesserung
der Bleichleistung beim maschinellen Geschirrspülen, insbesondere zur Beseitigung
von Teeanschmutzungen.
Beispiele
[0180] In einer Geschirrspülmaschine (Miele G 698) wurde bei einer Wasserhärte von 21°dH
und einer Temperatur von 50°C angeschmutztes Geschirr einer maschinellen Reinigung
unterzogen, wobei jeweils 21 g der in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten maschinellen
Geschirrspülmittel in Form zweiphasiger Tabletten eingesetzt wurden.
| |
Inhaltsstoff |
V1 [Gew.-%] |
E1 [Gew.-%] |
| Phase [1] |
Natriumpercarbonat |
15 |
15 |
| Phase [2] |
TAED |
3,9 * |
3 ** |
| Mn-Me3-TACN Komplex |
0,05 |
0,05 |
| Phase [1] |
Kaliumtripolyphosphat |
30 |
30 |
| und/oder [2] |
Natriumcarbonat |
12 |
12 |
| |
HEDP |
2 |
2 |
| |
Anionisches Copolymer |
20 |
20 |
| |
Nichtionisches Tensid |
5 |
5 |
| |
Protease-Zubereitung |
1,5 |
1,5 |
| |
Amylase-Zubereitung |
1,5 |
1,5 |
| |
Misc |
Add 100 |
Add 100 |
| Teereinigung |
5,0 |
6,5 |
* Bleichaktivatorgranulat mit einem TAED Gehalt von 78 Gew.-%
** partikulärer Bleichaktivator mit einem TAED Gehalt oberhalb 97 Gew.-% |
[0181] Die Teereinigung der maschinellen Geschirrspülmittel wurde anhand der IKW Methode
beurteilt (Bewertungsskala Teereinigung: 10 = keine Verunreinigung bis 0 = starke
Verunreinigung).
[0182] Die angegebenen Werte ergeben sich als Mittelwerte Reinigungsversuchen, die unmittelbar
nach Herstellung der Geschirrspülmitteltabletten sowie nach 4-wöchiger Lagerung durchgeführt
wurden.