[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen kombinierten Entkalker und Klarspüler zur
Anwendung in Geräten und Anlagen mit metallischen, keramischen, Glas- oder Kunststoff-Oberflächen,
ein Verfahren zur Herstellung eines kombinierten Entkalkers und Klarspülers sowie
die Verwendung eines solchen zum Entkalken und Reinigen von Geräten und Anlagen mit
metallischen, keramischen, Glas- oder Kunststoff Oberflächen.
[0002] In vielen häuslichen, gewerblichen und industriellen Anwendungen kommen Geräte und
Anlagen mit metallischen (i. d. R. Edelstahloberflächen), keramischen, Glas- oder
Kunststoff-Oberflächen zum Einsatz. Hier stehen vor allem Geräte und Anlagen aus der
Lebensmittelindustrie, der Lebensmittelzubereitung oder der Reinigung von mit Lebensmitteln
in Berührung gekommener (Geschirr-)Teile im Fokus. Insbesondere an Oberflächen, welche
erhitzt werden, können sich hartnäckige Verkalkungen absetzen, welche zur besseren
Wärmeübertragung entfernt werden müssen. Zudem neigen die Oberflächen der Geräte und
Anlagen dazu, nach der Reinigung deutlich sichtbare Spots aufzuweisen, die darauf
hindeuten, dass das Wasser im Reinigungsschritt nicht gleichmäßig abgelaufen ist.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen kombinierten Entkalker und Klarspüler
bereitzustellen, welcher es erlaubt, im Anschluss an einen Reinigungsschritt, eine
Entkalkung mit Klarspülfunktion so umzusetzen, dass das Wasser an den Geräteoberflächen
gleichmäßig ohne Rückstände abläuft und diese nicht mehr nachbehandelt werden müssen.
Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig gegeben, da in sehr vielen Prozessen der Lebensmittelbehandlung
Wasser erhitzt oder verdampft wird, so z.B. in der Behandlung von Milch und anderen
Getränken, bei Fermentationsprozessen, in gewerblichen Kochgeräten, in häuslichen
oder gewerblichen Dampfgargeräten, in häuslichen oder gewerblichen Geschirrspülmaschinen.
gekennzeichnet ist, dass dieser die folgenden Bestandteile umfasst:
- mindestens zwei Fruchtsäuren sowie
- ein Sequestriersystem, das die Absetzung von Kalk auf der Geräteoberfläche verhindert.
[0004] Bei den Arbeiten zu vorliegender Erfindung wurde überraschend festgestellt, dass
die Kombination von mindestens zwei Fruchtsäuren eine synergetische Wirkung zeigt,
indem das Lösungsvermögen der kombinierten Säuren gegenüber den einzelnen Säuren verbessert
wird, so dass dadurch ein kombinierter Entkalker und Klarspüler möglich wird.
[0005] Der erfindungsgemäße kombinierte Entkalker und Klarspüler kann prinzipiell in einer
pulverförmigen, einer festen extrudierten oder gegossenen Form oder einer gepressten
Tablette (d. h. als ein Tab) vorliegen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
liegt der kombinierte Entkalker und Klarspüler in Form eines Tabs bzw. einer Tablette
vor.
[0006] Die in dem erfindungsgemäßen Produkt enthaltenen Fruchtsäuren werden vorzugsweise
ausgewählt aus Zitronensäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Milchsäure, Gluconsäure, Fumarsäure
und/oder Bernsteinsäure, besonders bevorzugt aus Hydroxycarbonsäuren, insbesondere
aus Zitronensäure, Äpfelsäure und/oder Weinsäure. Besonders bevorzugt sind dabei die
Kombinationen von Zitronensäure (z.B. als Monhydrat oder Anhydrat) und Äpfelsäure
sowie von Zitronensäure und Weinsäure.
[0007] Der kombinierte Entkalker und Klarspüler kann weiterhin ein für Lebensmittel zugelassenes
Säuerungsmittel umfassen.
[0008] Bevorzugt werden die Säuren auch so ausgewählt, dass die Prozessgängigkeit in besonderem
Maße unterstützt wird. Dazu kommen als Prozesshilfsmittel beispielsweise weitere Carbonsäuren,
bevorzugt solche, welche für Lebensmittel zugelassen sind, zum Einsatz. In einer besonders
bevorzugten Ausführungsform enthält der kombinierte Entkalker und Klarspüler als Säuerungsmittel
die Dicarbonsäure Adipinsäure, welche ein besonders geeignetes Tablettierhilfsmittel
darstellt und daher insbesondere für Tabs bevorzugt ist.
[0009] Das in dem erfindungsgemäßen Produkt enthaltene Sequestriersystem umfasst vorzugsweise
wasserlösliche Polymere, insbesondere Polycarboxylate (Polymere der Acrylsäure oder
Copolymere der Acrylsäure und der Maleinsäure inklusive sulfonierter Copolymere, z.B.
Sokalan-Typen von BASF oder Alcosperse-Typen von Akzo Nobel, besonders bevorzugt Sokalan
PA 25 CL, Sokalan PA 30 CL, Sokalan CP 5, Alcosperse 240 G, Alcosperse 726 G) und
Phosphonate (z.B. Cublen-Typen von Zschimmer & Schwarz oder Dequest-Typen von Thermphos,
besonders bevorzugt Cublen K 60, Dequest 2010, Dequest 4266 D).
[0010] Der Säuregehalt des erfindungsgemäßen Produkts beträgt vorzugsweise von 80 bis 98
Gew.-%, besonders bevorzugt über 90 Gew.-%.
[0011] Das Sequestriersystem ist vorzugsweise in einer Menge von 1 bis 5 Gew.-%, besonders
bevorzugt von 1,5 bis 2,5 Gew.-%, enthalten.
[0012] Der kombinierter Entkalker und Klarspüler kann zusätzlich einen oder mehrere Zusatzstoffe
enthalten, die beispielsweise ausgewählt sind aus nichtionischen Tensiden, Zerfallshilfsmitteln
und/oder Fließhilfsmitteln sowie weiteren üblichen Zusätzen.
[0013] Das nichtionische Tensid kann dabei beispielsweise ausgewählt werden aus für die
gewerbliche Reinigung oder maschinelle Geschirr-Reinigung angebotenen, als schwach-schäumend
oder schaum-kontrollierend bezeichneten, Tensiden (z.B. Plurafac-Typen der BASF oder
Dehypon-Typen von Cognis, besonders bevorzugt Plurafac LF 303, Plurafac LF 431, Plurafac
LF 901), und dieses kann in einer Menge von 0,05 bis 2 Gew.-%, vorzugsweise von 0,1
bis 0,5 Gew.-%. enthalten sein.
[0014] Die Tensidgruppe ist dabei vielfältig und umfasst u.a. Fettalkohol-Ethoxylate, Fettalkohole
mit EO/PO Gruppen, Alkylhydroxyether und Guerbetalkohol-Ethoxylate. Die Ethoxylate
können dabei endgruppenverschlossen sein. Für eine weitere Charakterisierung dieser
Tensidgruppen wird auf die deutsche Ausgabe des SOFW Journal, vol. 134, 10-2008 "Die
Charakterisierung von schaumkontrollierenden Tensiden" verwiesen, auf welche Literaturstelle
vollinhaltlich Bezug genommen wird.
[0015] Als Zerfalishiffsmittel ist Polyvinylalkohol bevorzugt, besonders bevorzugt in gemahlener
Form, und dieser ist im Allgemeinen in einer Menge von 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise
1,5 bis 3,5 Gew.-%, enthalten. Polyvinylalkohol weist dabei den besonderen Vorteil
auf, dass dieser ebenfalls als Glanzmittel für zu behandelnde metallische Oberflächen
wirkt.
[0016] Als Fließhilfsmittel kann beispielsweise Siliziumoxid eingesetzt werden, und dieses
ist vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 2 Gew.-% enthalten.
[0017] Der erfindungsgemäße kombinierte Entkalker und Klarspüler dient vorzugsweise zur
Anwendung in Geräten und Anlagen mit metallischen, keramischen, Glas- oder Kunststoff-Oberflächen,
die wenigstens an einem Teil ihrer Oberfläche eine Temperatur von mindestens 90°C
aufweisen. Vorzugsweise liegt die Temperatur dabei in einem Bereich zwischen 90°C
und 350°C, insbesondere zwischen 100°C und 300°C, zwischen 150°C und 300°C oder zwischen
200°C und 300°C.
[0018] Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines kombinierten
Entkalkers und Klarspülers, welches die folgenden Schritte umfasst:
- (a) Mischen aller festen Bestandteile des kombinierten Entkalkers und Klarspülers;
- (b) Zugeben und gleichmäßiges Verteilen aller flüssigen Bestandteile des kombinierten
Entkalkers und Klarspülers und
- (c) gegebenenfalls Granulieren oder Kompaktieren der erhaltenen Mischung und insbesondere
Verpressen der erhaltenen Mischung zu einem Tab.
[0019] Besonders bevorzugt werden in dem erfindungsgemäßen Verfahren flüssige Bestandteile,
insbesondere Tenside, vollständig oder zum überwiegenden Teil vorab mit einem Teil
der Feststoffe zu einem Premix granuliert, und dieser Premix wird dann zu den restlichen
Bestandteilen des kombinierten Entkalkers und Klarspülers zugegeben. Um eine gleichmäßige
Verteilung zu erreichen, werden die flüssigen Bestandteile während der Mischung bevorzugt
über ein Verdüsungssystem zugegeben.
[0020] Der erfindungsgemäße kombinierte Entkalker und Klarspüler wird besonders bevorzugt
zur Entkalkung und Reinigung von Geräten und Anlagen zur Dampferzeugung oder Wärmebehandlung
von Lebensmitteln verwendet.
[0021] Im Folgenden werden beispielhaft prinzipielle Anwendungsmöglichkeiten des kombinierten
Entkalkers und Klarspülers ohne Anspruch auf Vollständigkeit beschrieben:
- Entkalkung einer Wärmetauscherschlange in einem Edelstahlbehälter mit Klarspülfunktion
für die Behälteroberfläche
- Entkalkung einer Heizspirale in einem Edelstahlgerät (z.B. Wasserkocher) mit Klarspülfunktion
für die Geräteoberflächen
- Anwendung in gewerblichen Dampfgargeräten bzw. Multifunktions-Kochgeräten mit einem
Garraum, in dem von einem Dampfgenerator (Verdampfer) erzeugter Dampf zum Garen eingesetzt
wird, insbesondere zur Entkalkung eines Heizbereiches (z.B. im Verdampfer) mit anschließender
Klarspülfunktion im Garraum des Geräts,
- Entkalkung der Ablagerungen in einem häuslichen oder gewerblichen Geschirrspüler mit
anschließender Klarspülfunktion für die inneren Oberflächen
[0022] Die Verwendung ist jeweils abhängig von den Gegebenheiten im Gerät selbst Manche
Geräte bieten für den jeweiligen Zweck bereits eine spezielle Dosier- oder Einspüleinrichtung,
während in anderen Geräten der kombinierte Entkalker und Klarspüler direkt oder in
Wasser gelöst in den zu behandelnden Raum eingebracht wird. Beim häuslichen Geschirrspüler
besteht z.B. die Herausforderung auch darin, das Mittel so einzubringen, dass sich
das Mittel erst ab einer bestimmten Temperatur im Haupt-Spülprogramm löst und nicht
schon im Vorspülprogramm aufgelöst wird.
[0023] Diesbezüglich kann der kombinierte Entkalker und Klarspüler in einer temperaturgesteuerten
wasserlöslichen Folie zur Verfügung gestellt werden. Als konkretes Beispiel wird ein
bevorzugter erfindungsgemäßer kombinierter Entkalker und Klarspüler in Form eines
Tabs bzw. einer Tablette detaillierter beschrieben.
[0024] Für die Anwendung in Geräten mit Einspüfeinrichtung wird vorzugsweise eine Tablette
gewählt, weil damit für den Anwender eine einfache Dosierung in Form von Anzahl Tabletten
gegeben ist. Die Tabletten sollten jedoch so eingestellt werden, dass sie beim Einspülvorgang
über die Einspülklappe/-Schublade zerfallen und so mit dem Wasserstrom während der
beschränkten Einspülzeit (einige Sekunden bis wenige Minuten) eingebracht werden können.
[0025] Ähnliche Gegebenheiten sind beispielsweise für Waschmitteltabs bekannt, welche über
die Einspülschublade von modernen Waschmaschinen dosiert werden. Bei Waschmitteltabs
wird der schnelle Zerfall in der Regel durch unlösliche cellulosehaltige Quellmittel
erzielt. Solche unlöslichen Tablettenzerfallshilfsmittel sind jedoch für die hier
betrachtete Anwendung nicht geeignet, da diese bei der Klarspülfunktion Rückstände
an den Oberflächen hinterlassen könnenund damit für den Anwender der Eindruck entsteht,
dass diese nicht ausreichend gereinigt wurden. Die größte Herausforderung für die
hier angestrebte Tablette liegt folglich darin, ein definiertes Zerfallsverhalten
ohne Einsatz der üblichen Tablettenzerfallshilfsmittel einzustellen.
[0026] Das angestrebte Zerfallsverhalten geht dabei von Zerfallszeiten im Bereich von 1
min bis 30 min aus, bevorzugt zwischen 5 min und 25 min, besonders bevorzugt zwischen
10 min und 20 min. Die Zerfallszeit wird auf einem Gitter (1 x 1 cm Maschenweite)
in nicht gerührtem Wasser von 18°C bestimmt.
[0027] Für die Anwendung eines Entkalker- und Klarspültabs in Anlagen und Geräten für die
Behandlung von Lebensmitteln sind jedoch noch eine Reihe weiterer Vorgaben einzuhalten,
welche gegenüber den üblicherweise eingesetzten Rohstoffen für die Zusammensetzung
eines solchen Produktes eine starke Einschränkung darstellen:
- Das Produkt kann je nach Anwendung zum Entkalken mit heißen Oberflächen (200 bis über
300°C) in Berührung kommen, so dass inhaltsstoffe, welche sich bei diesen hohen Temperaturen
zersetzen, nicht zum Einsatz kommen können. Bei einem Entkalkerprodukt beispielsweise
kann die üblicherweise eingesetzte Amidosulfonsäure nicht verwendet werden.
- Die Anwendung im gewerblichen Bereich sieht vor, dass die Entkalker- und Klarspülfunktion
bei einem Reinigungsprogramm eingesetzt werden, welches nach Programmierung in Abwesenheit
vom Bedienpersonal abläuft. Diesbezüglich muss das Tabs-Produkt auch nach dem Auspacken
aus der schützenden Flowpackfolie mehrere Stunden in widriger Umgebung (hohe Luftfeuchtigkeit,
hohe Temperaturen) ohne Mangel an Einsetzbarkeit und Wirksamkeit überstehen.
- Die für Entkalkertabs üblicherweise eingesetzten Rohstoffe (Säuren in kristalliner
Form) können in der Regel nicht zu einer Tablette verpresst werden, da die kristalline
Form der Partikel keine Deformation innerhalb der Tablette zulässt. Folglich ist ein
System von Hilfsstoffen zu definieren, welches diese Eigenschaften überwindet. Üblicherweise
wird in einem solchen System von Hilfsstoffen Polyethylenglykol in signifikanter Menge
eingesetzt, was jedoch bei dem hier betrachteten Produkt in der Anwendung zu starker
Schaumbildung führt und sich zu schlecht ausspülen lässt.
- Das Auflöse- und Zerfallsverhalten der Tabs bestimmt in besonders hohem Maße deren
Anwendbarkeit in Geräten mit Einspülvorrichtung. Bei zu schnellem Zerfall können mechanische
Teile der Geräte durch die Zerfallsbrocken blockieren. Bei zu langsamem Zerfall können
Reste von den Tabs in der Einspülkammer verbleiben und stehen somit für die effiziente
Wirkung des Produktes nicht mehr zur Verfügung. Hier müssen Systeme definiert werden,
welche über Anpassungen an der Zusammensetzung und/oder dem Herstellverfahren die
gewünschten Tabs-Eigenschaften auch in engen Grenzen gewährleisten.
[0028] Der erfindungsgemäße kombinierte Entkalker und Klarspüler weist bevorzugt einen Wirkstoffgehalt
von 85 bis 99 Gew.-% auf (besonders bevorzugt über 90 Gew.-%). Als Wirkstoffgehalt
werden die Säuren, das Sequestriersystem sowie die Tenside zusammengefasst.
[0029] Die entkalkende Wirkung wird dabei durch ein synergetisches Säuresystem bestehend
aus mindestens zwei Fruchtsäuren (Hydroxycarbonsäuren, wie Zitronensäure, Äpfelsäure,
Weinsäure u. a.) erzielt. Die synergetische Wirkung besteht dabei in einer Löslichkeitsverbesserung
des Systems gegenüber den einzelnen Säuren. Die Säuren können dabei sowohl als Hydrate
als auch in anhydrischer Form eingesetzt werden. Bevorzugt ist die anhydrische Form
immer dann, wenn bei Transport, Lagerung oder Anwendung unter höheren Temperaturen
(> 40°C) die Gefahr besteht, dass die Hydrate Wasser abgeben würden und somit die
Tabs aufquellen und verklumpen.
[0030] Das Säuresystem zur Entkalkung wird ergänzt durch ein Sequestriersystem, welches
verhindert, dass sich der Kalk aus der Lösung bzw. Dispersion wieder auf den Geräteoberflächen
absetzt. Das Sequestriersystem besteht vorzugsweise aus einer Kombination von wasserlöslichen
Polymeren und Phosphonaten. Somit wird sichergestellt, dass die Wirkung möglichst
breit ist und je nach Region und Trinkwasserzusammensetzung bei unterschiedlichen
Arten von Kalkablagerungen die gewünschte Entkalkungsfunktion gewährleistet wird.
Für eine optimale Benetzung der Oberflächen mit der Entkalkertösung, können den Tabs
nichtionische Tenside in einer Konzentration von 0,05 bis 2 Gew.-% (bevorzugt 0.1
bis 0,5 Gew.-%) zugesetzt werden, welche sich durch eine sehr geringe Schaumbildung
auszeichnen.
[0031] Das System der Hilfsstoffe wird vorzugsweise speziell auf die Prozessgängigkeit und
die gewünschten Eigenschaften der Tabs abgestimmt. Als Tablettierhilfsmittel kann
dabei eine Dicarbonsäure (bevorzugt Adipinsäure, welche auch als Säuerungsmittel in
Lebensmitteln zugelassen ist) eingesetzt werden. Als Zerfallshilfsmittel, welches
die Aufgabe hat, Wasser in das Innere der Tabs zu leiten, hat sich die Anwendung von
Polyvinylalkohol bewährt. Dieser hat zudem noch den Vorteil, dass er als Glanzmittel
für die zu behandelnden metallischen Oberflächen wirkt. Da sich Polyvinylalkohol eher
negativ auf die Klebrigkeit des Pulvers und damit auf die Tablettierbarkeit der Tabs
auswirkt, soll eine ungleichmäßige Verteilung in der Pulvermischung vermieden werden.
Daher wird der Polyvinylalkohol bevorzugt in gemahlener Form eingesetzt.
[0032] Im Folgenden wird die Herstellung bevorzugter erfindungsgemäßer Tabs beschrieben.
[0033] Das Pulver für die Tabs wird bevorzugt in einem Zwangsmischer gemischt, wobei die
Mischzeiten so zu optimieren sind, dass das Pulver bei guter Mischgüte nicht schon
mechanisch zerkleinert wird. In so genannten Pflugscharmischem haben sich beispielsweise
Mischzeiten von 1 bis 6 min (bevorzugt 2 bis 4 min) bewährt. Der Verteilung der flüssigen
Tenside kommt dabei eine besondere Rolle zu. Zur Erzielung einer gleichmäßigen Verteilung
werden diese bevorzugt über ein Verdüsungssystem während der Mischung zugegeben. Eine
gleichmäßige Verteilung der Tenside sorgt dabei für eine längere Zerfallszeit und
somit für eine verzögerte Wirkstofffreisetzung. In manchen Anwendungsprogrammen zur
Gerätereinigung wird ein solches Verhalten vom Tab gewünscht. Für schnelle Reinigungsprozesse
ist es jedoch erforderlich, die Zerfallszeit vom Tab deutlich zu reduzieren. Dies
kann erzielt werden, indem die Tenside nicht als Film gleichmäßig verteilt, sondern
in Granulatpartikeln örtlich fixiert werden. Letzteres wird erzielt, indem ein Teil
der Feststoffe zusammen mit dem gesamten oder mindestens dem überwiegenden Teil der
Tenside vorher separat granuliert und dann als so genannter Premix zugegeben wird.
Für die Herstellung eines solchen Premixes können alle bekannten Mischer, Granulatoren
oder Kompaktoren eingesetzt werden. Als Beispiele seien hier Pflugscharmischer, Tellerpelletizer,
Fließbett, Wirbelschicht und Doppelwellenmischer genannt.
[0034] In der folgenden Tabelle 1 sind einige Beispielzusammensetzungen für den erfindungsgemäßen
Entkalker und Klarspüler gezeigt, die wie oben beschrieben hergestellt wurden. Die
Zahlen in der Tabelle beziehen sich dabei auf die enthaltenen Gew.-%.
Tabelle 1
| |
Beispiel A |
Beispiel B |
Beispiel C |
Beispiel D |
Zitronensäure Anhydrat
(z.B. von Jungbunzlauer) |
|
43 |
30 |
50 |
Zitronensäure Monohydrat
(z.B. von Jungbunzlauer) |
60 |
|
|
|
Äpfefsäure
(z.B. von Polynt) |
|
47,5 |
62 |
|
Weinsäure
(Bezug z. B. über Stockmeier) |
25 |
|
|
33,5 |
Adipinsäure
(z.B. von BASF) |
8 |
5 |
5 |
10 |
| Polyacrylate |
1
Alcosperse
240 G von Akzo Nobel |
1,5
1% Alcosperse 240 G von Akzo Nobel und 0,5% Sokalan PA 25 CL von BASF |
1,5
1% Alcosperse 240 G von Akzo Nobel und 0,5% Sokalan PA 25 CL von BASF |
1,5
1% Sokalan PA 30 CL von BASF und 0,5% Alcosperse 726 von Akzo Nobel |
| Phosphonate |
0,5
Cublen K60 von Z&S |
0,4
Dequest 4266 D von Thermphos |
1
Dequest 2010 von Thermphos |
1
Dequest 4266 D von Thermphos |
| Polyvinylalkohol |
5
Mowiol 4-88
G von Kuraray |
2,5
Mowiol 4-88
G von Kuraray |
0 |
3
Mowiol 4-88
G von Kuraray |
| Nichtionisches Tensid |
0,5
Plurafac LF
303 von BASF |
0,1
Plurafac LF
303 von BASF |
0,5
Plurafac LF
901 von BASF |
1
Plurafac LF
431 von BASF |
| Fließhilfsmittel |
optional (0,5)
Cab-O-Sil von Cabot |
optional (0,5)
Aerosil 200 von Evonics |
optional (0,5)
Aerosil 200 von Evonics |
optional (0,5)
Cab-O-Sil von Cabot |
1. Kombinierter Entkalker und Klarspüler zur Anwendung in Geräten und Anlagen mit metallischen,
keramischen, Glas- oder Kunststoffoberflächen,
dadurch gekennzeichnet, dass dieser die folgenden Bestandteile umfasst:
- mindestens zwei Fruchtsäuren sowie
- ein Sequestriersystem, das die Absetzung von Kalk auf der Geräteoberfläche verhindert.
2. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser in Form eines Tabs bzw. einer Tablette vorliegt.
3. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fruchtsäuren ausgewählt sind aus: Zitronensäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Milchsäure,
Gluconsäure, Fumarsäure und/oder Bernsteinsäure.
4. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dieser weiterhin ein für Lebensmittel zugelassenes Säuerungsmittel, vorzugsweise
Adipinsäure, umfasst.
5. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Sequestriersystem wasserlösliche Polymere, insbesondere Polycarboxylate, und
Phosphonate umfasst.
6. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Säuregehalt von diesem 80 bis 98 Gew.-%, vorzugsweise über 90 Gew.-%, ausmacht.
7. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Sequestriersystem 1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 1,5 bis 2,5 Gew.-%, ausmacht.
8. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass dieser einen oder mehrere Zusatzstoffe enthält, die ausgewählt sind aus nichtionischen
Tensiden, Zerfallshiffsmitteln und/oder Fließhilfsmifteln.
9. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das nichtionische Tensid ausgewählt ist aus schwach-schäumenden Tensiden und/oder
dass dieses in der Menge von 0,05 bis 2 Gew.-%. vorzugsweise 0,1 bis 0,5 Gew.-%, enthalten
ist,
und/oder
dass das Zerfallshilfsmittel Polyvinylalkohol, bevorzugt in gemahlener Form, ist und dieser
in einer Menge von 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 1,5 bis 3,5 Gew.-%, enthalten ist,
und/oder
dass das Fließhilfsmittel Siliziumoxid ist und dieses in einer Menge von 0,1 - 2 Gew.-%
enthalten ist.
10. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Geräte und Anlagen an wenigstens einem Teil ihrer Oberfläche eine Temperatur
von mindestens 90°C aufweisen.
11. Kombinierter Entkalker und Klarspüler nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur in einem Bereich zwischen 90°C und 350°C, insbesondere in einem Bereich
zwischen 100°C und 300°C, zwischen 150°C und 300°C oder zwischen 200°C und 300°C liegt.
12. Verfahren zur Herstellung eines kombinierten Entkalkers und Klarspülers nach einem
der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden Schritte umfasst:
(a) Mischen aller festen Bestandteile des kombinierten Entkalkers und Klarspülers:
(b) Zugeben und gleichmäßiges Verteilen aller flüssigen Bestandteile des kombinierten
Entkalkers und Klarspülers und
(c) gegebenenfalls Granulieren oder Kompaktieren der erhaltenen Mischung und insbesondere
Verpressen der erhaltenen Mischung zu einem Tab.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die flüssigen Bestandteile, insbesondere Tenside, vollständig oder zum überwiegenden
Teil vorab mit einem Teil der Feststoffe zu einem Premix granuliert werden und dieser
Premix dann zu den restlichen Bestandteilen des kombinierten Entkalkers und Klarspülers
zugegeben wird.
14. Verwendung eines kombinierten Entkalkers und Klarspülers nach einem der Ansprüche
1 bis 13 zur Entkalkung und Reinigung von Geräten und Anlagen mit metallischen, keramischen,
Glas- oder Kunststoff-Oberflächen, insbesondere zur Dampferzeugung oder Wärmebehandlung
von Lebensmitteln.