[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dampfsperre für eine Garnveredelungsanlage,
welche nach dem Power-Heat-Set Verfahren arbeitet und mit Transportbändern betrieben
wird. Dabei werden die Öffnungen für den
[0002] Ein-und Austransport des Textilgarnes in den Behandlungsraum der Garnveredelungsanlage
weitestgehend verschlossen um einen Dampfaustritt aus dem Behandlungsraum zu vermeiden.
Stand der Technik
[0003] Garnveredelungsanlagen nach dem Power-Heat-Set Verfahren dienen dazu, Teppichgarne,
die in den meisten Fällen aus Synthetikfasern bestehen, einem Heat-Set-Prozess zu
unterziehen. Dieser Prozess verleiht dem Garn dimensionale Stabilität und oft andere
wünschenswerte Eigenschaften wie erhöhte Temperaturbeständigkeit. Der Heat-Set-Prozess
bauscht das Garn und fixiert gleichzeitig die Drehung im Garn. Beim Power-Heat-Set
Verfahren wird dabei das Textilgarn durch einen Behandlungsraum transportiert, in
dem überhitzter Dampf umgewälzt wird.
[0004] Zum Anmeldetag der vorliegenden Anmeldung ist eine Beschreibung des Power-Heat-Set
Verfahrens auf der Web-Seite
http://de.wikipedia.org/wiki/Heatsetting zu finden.
[0005] Des Weiteren wird das Verfahren solcher Garnveredelungsanlagen in der
DE 44 15 229 A1 beschrieben. Eine entsprechende Garnveredelungsanlage ist aus der
DE 39 38 183 C2 bekannt.
Kritik des Standes der Technik
[0006] Bei derartigen Garnveredelungsanlagen wird das Textilgarn auf ein oder mehrere Transportbänder
abgelegt und durch den Behandlungsraum transportiert. Dabei durchlaufen sowohl der
Lasttrum mit dem darauf liegenden Textilgarn, wie auch der Leertrum des Transportbandes
den Behandlungsraum. Der Einlaufbereich in und der Auslaufbereich aus dem Behandlungsraum
ist dabei wie eine Art offenes Fenster gestaltet. Der im Behandlungsraum umgewälzte
überhitzte Dampf kann durch diese Fenster leicht entweichen und bildet auf den kälteren
Außenflächen einen Niederschlag verbunden mit Verunreinigungen.
[0007] Außerdem muss die gleiche Menge des entwichenen Dampfes wieder als Frischdampf zugeführt
werden, was mit erheblichem Energieaufwand verbunden ist.
[0008] Ein weiterer Nachteil der offenen Fenster ist, dass durch Eindringen von kalter Umgebungsluft
in den Behandlungsraum die eigentliche nutzbare Länge der Behandlungsstrecke verkürzt
wird, was sich wiederum auf die Qualität des Behandlungsergebnisses auswirkt.
Aufgabe
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, die offenen Fenster im Einlauf-und
Auslaufbereich des Behandlungsraumes wirkungsvoll zu verschließen, ohne den Transport
des Textilgarnes auf dem Transportband zu behindern.
Lösung der Aufgabe
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Dampfsperre mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Dabei werden die Öffnungen für den Ein- und
[0011] Austransport des Textilgarnes in den bzw. aus dem Behandlungsraum der Garnveredelungsanlage
weitestgehend verschlossen, um einen Dampfaustritt aus dem Behandlungsraum zu vermeiden.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird das auf dem Transportband liegende Textilgarn
unter einer drehbaren, vertikal frei beweglichen Rolle in den bzw. aus dem Behandlungsraum
transportiert, wobei die Rolle in Verbindung mit einer Blechblende das sonst offene
Fenster weitestgehend verschließt.
[0013] Ferner kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform die Unterseite des Transportbandes
im Lasttrum mit Dichtlippen weitestgehend abgedichtet werden. Gemäß einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform werden die Ober- und
[0014] Unterseite des Transportbandes im Leertrum mit Dichtlippen weitestgehend abgedichtet.
[0015] Desweiteren kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform die Rolle je nach zu verarbeitendem
Material unterschiedliche Oberflächenformen aufweisen.
[0016] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Einheit mit der frei beweglichen
Rolle im Bedarfsfall, wie Materialstau oder zur Reinigung, über eine Mechanik zu öffnen.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Mechanik zum Öffnen der
Einheit pneumatisch betätigt.
Vorteile der Lösung
[0018] Durch die oben genannten Maßnahmen werden die Öffnungen für den Ein- und
[0019] Austransport des Textilgarnes in den bzw. aus dem Behandlungsraum der Garnveredelungsanlage
weitestgehend verschlossen. Dadurch kann der im Behandlungsraum umgewälzte überhitzte
Dampf nicht mehr so stark entweichen, wodurch der Niederschlag auf den kälteren Außenflächen
und die damit verbundene Verunreinigung wesentlich reduziert wird.
[0020] Es muss wesentlich weniger Frischdampf dem Prozess zugeführt werden, weil weniger
Dampf entweichen kann, was wiederum mit erheblicher Energieeinsparung verbunden ist.
[0021] Die kalte Umgebungsluft wird am Eindringen in den Behandlungsraum gehindert, wodurch
die Länge der Behandlungsstrecke voll genutzt werden kann, weil bereits direkt hinter
der Dampfsperre die relativ zur Umgebungsluft sehr hohe Behandlungstemperatur herrscht.
Dies wirkt sich auf die Qualität des Behandlungsergebnisses positiv aus.
Ausführungsbeispiel
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren angegebenen
Ausführungsbeispiele erläutert.
[0023] Figur 1 zeigt hierbei schematisch dargestellt einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel
einer Garnveredelungsanlage 8, welche nach dem Power-Heat-Set Verfahren arbeitet und
mit Transportbändern 2 betrieben wird. Dabei wird das auf dem Lasttrum 2.1 liegende
Textilgarn 6 durch die erfindungsgemäße Dampfsperre 1 in den bzw. aus dem Behandlungsraum
9 transportiert.
[0024] Figur 2 zeigt schematisch dargestellt einen Schnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Dampfsperre 1
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Dampfsperre
- 2
- Transportband
- 2.1
- Transportband Lasttrum
- 2.2
- Transportband Leertrum
- 3
- Rolle
- 4
- Dichtlippe
- 5
- Mechanik
- 6
- Textilgarn
- 7
- Blechblende
- 8
- Garnveredelungsanlage
- 9
- Behandlungsraum
1. Dampfsperre (1) für eine Garnveredelungsanlage (8), welche nach dem Power-Heat-Set
Verfahren arbeitet und mit Transportbändern (2) betrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen für den Ein- und Austransport des Textilgarnes in bzw. aus dem Behandlungsraum
(9) der Garnveredelungsanlage (8) weitestgehend verschlossen werden um einen Dampfaustritt
aus dem Behandlungsraum (9) zu vermeiden.
2. Dampfsperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das auf dem Transportband (2) liegende Textilgarn (6) unter einer drehbaren, vertikal
frei beweglichen Rolle (3) in den bzw. aus dem Behandlungsraum (9) transportiert wird,
wobei die Rolle (3) in Verbindung mit einer Blechblende (7) das sonst offene Fenster
weitestgehend verschließt.
3. Dampfsperre (1) nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterseite des Transportbandes (2) im Lasttrum (2.1) mit Dichtlippen (4) weitestgehend
abgedichtet werden.
4. Dampfsperre (1) nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ober- und Unterseite des Transportbandes (2) im Leertrum (2.2), mit Dichtlippen
(4) weitestgehend abgedichtet werden.
5. Dampfsperre (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rolle (3) je nach zu verarbeitendem Material unterschiedliche Oberflächenformen
aufweisen kann.
6. Dampfsperre (1) nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einheit mit der frei beweglichen Rolle (3) im Bedarfsfall, wie Materialstau oder
zur Reinigung, über eine Mechanik (5) zu öffnen ist.
7. Dampfsperre (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Mechanik (5) zum Öffnen der Einheit pneumatisch betätigt wird.