[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überwachen einer Beladung einer Wäschetrommel
eines Wäschetrockners und/oder zum Überwachen eines Trocknungsgrades von in die Wäschetrommel
eingebrachten Wäschestücken, wobei die Wäschetrommel mittels eines Elektromotors angetrieben
wird, welcher einen Stator mit wenigstens einer Wicklung aufweist. Die Erfindung bezieht
sich des Weiteren auf eine entsprechende Schaltungsanordnung und einen Wäschetrockner
mit einer solchen Schaltungsanordnung.
[0002] Unter den Begriff "Wäschetrockner" fällt hier auch ein Waschtrockner, welcher zum
Waschen und zum Trocknen von Wäschestücken dient.
[0003] Bei einem Wäschetrockner ist es von großer Bedeutung, die verbleibende Trocknungszeit,
welche zum Trocknen der Wäschestücke erforderlich ist, vorhersagen zu können. Wird
die verbleibende Trocknungszeit ermittelt, so kann ein Zeitpunkt, zu welchem die Trocknung
von Wäschestücken beendet wird, vorhergesagt werden. Die Trocknungszeit der Wäschestücke
hängt bekanntlich mit der Beladung der Wäschetrommel zusammen. Diese Beladung setzt
sich zu Beginn eines jeden Trocknungsprozesses aus der Trockenmasse der in die Wäschetrommel
eingebrachten Wäschestücke sowie der Masse von Wasser, d. h. der durch die Feuchtigkeit
der Wäschestücke bewirkten Masse, zusammen.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren, eine Schaltungsanordnung und einen entsprechenden
Wäschetrockner zu schaffen, bei welchem, welcher und welchem ein genaues Überwachen
der Beladung der Wäschetrommel und/oder des Trocknungsgrades der Wäschestücke ermöglicht
ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren, eine Schaltungsanordnung
und einen Wäschetrockner mit den Merkmalen des jeweiligen unabhängigen Patentanspruchs
gelöst. Bevorzugte Ausführungen der Erfindung sind Gegenstände abhängiger Patentansprüche
sowie nachfolgender Beschreibung, wobei bevorzugten Ausführungen der Erfindung in
einer der Kategorien Verfahren, Schaltungsanordnung und Wäschetrockner stets bevorzugte
Ausführungen der Erfindung in den jeweils anderen Kategorien entsprechen, und dies
auch dann, wenn darauf hierin nicht explizit hingewiesen ist..
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Beladung einer Wäschetrommel eines
Wäschetrockners und/oder ein Trocknungsgrad von in die Wäschetrommel eingebrachten
Wäschestücken überwacht. Die Wäschetrommel wird dabei mittels eines Elektromotors
angetrieben, welcher einen Stator mit wenigstens einer elektrischen Wicklung aufweist.
Bei dem Verfahren wird der Elektromotor mittels einer Steuereinrichtung durch Anlegen
von elektrischer Spannung an die wenigstens eine Wicklung des Stators angesteuert.
Ein über die wenigstens eine Wicklung beim Ansteuern des Elektromotors fließender
elektrischer Strom wird mittels der Steuereinrichtung gemessen, und es wird auf den
Trocknungsgrad der Wäschestücke und/oder auf die Beladung der Trommel abhängig von
Messwerten des Stromes rückgeschlossen.
[0007] Der Erfindung liegt somit die Erkenntnis zugrunde, dass ein in der Wicklung des Stators
beim Ansteuern des Elektromotors fließender elektrischer Strom ein Maß für die Beladung
der Wäschetrommel und somit ein Maß für den Trocknungsgrad der Wäschestücke darstellt.
Abhängig von den Messwerten des durch die Wicklung des Stators fließenden Stromes
können die Beladung der Wäschetrommel und der Trocknungsgrad der Wäschestücke besonders
genau ermittelt werden. Es kann somit eine verbleibende Trocknungszeit, welche zum
Trocknen der Wäschestücke erforderlich ist, genau ermittelt oder sogar geregelt werden.
[0008] Abhängig von den Messwerten des Stromes kann eine an den Elektromotor abgegebene
Energie berechnet werden. Dann kann auf den Trocknungsgrad der Wäschestücke und/oder
auf die Beladung der Trommel abhängig von einem Verlauf der Energie über der Zeit
rückgeschlossen werden. Eine an den Elektromotor abgegebene Leistung, also die Energie
pro Zeiteinheit, hängt unmittelbar von der Beladung der Wäschetrommel bzw. von dem
Trägheitsmoment derselben ab. Dies bedeutet, dass bei feuchten Wäschestücken mehr
Leistung an den Elektromotor abgegeben werden muss als bei trockenen Wäschestücken.
Ändert sich die an den Elektromotor abgegebene Leistung nicht mehr, so ist es ein
Indiz dafür, dass die Wäschestücke bereits trocken sind. In einem zeitlichen Verlauf
der an den Elektromotor abgegebenen Energie macht es sich durch eine konstante Steigung
des Verlaufs erkennbar.
[0009] Im Hinblick auf die Messung des Stromes hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn
die Wäschetrommel mittels eines permanenterregten Synchronmotors angetrieben wird,
dessen Rotor wenigstens einen Permanentmagneten trägt. Die Drehzahl von solchen Synchronmotoren
lässt sich besonders einfach, z. B. mittels eines Inverters, steuern oder regeln.
Somit kann das Drehzahlverhalten des Elektromotors abhängig von dem jeweils gegenwärtigen
Trocknungsgrad der Wäschestücke und/oder von der jeweils gegenwärtigen Beladung der
Trommel geregelt werden. Hier sind mindestens zwei Regelszenarien vorgesehen: Das
Drehzahlverhalten des Elektromotors kann im Hinblick auf die verbleibende Trocknungszeit,
die zum Trocknen der Wäschestücke erforderlich ist, geregelt werden. Alternativ oder
zusätzlich kann das Drehzahlverhalten im Hinblick auf eine Leistungsaufnahme des Elektromotors
geregelt werden. Diese beiden Regelszenarien können beispielsweise einer Bedienperson
beim Bedienen des Wäschetrockners zur Verfügung gestellt werden. Es kann beispielsweise
so aussehen, dass die Bedienperson einen Zeitpunkt definiert, zu welchem ein Trocknungsprozess
beendet werden soll. Dann wird das Drehzahlverhalten des Elektromotors mittels der
Steuereinrichtung derart abhängig von den Messwerten des Stromes geregelt, dass einerseits
der Trocknungsprozess zu diesem Zeitpunkt beendet wird und andererseits die Leistungsaufnahme
des Elektromotors minimiert wird.
[0010] Bei einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst das Ansteuern
des Elektromotors folgende Schritte:
- Beschleunigen der Wäschetrommel auf eine vorbestimmte erste Drehzahl;
- Rotieren der Wäschetrommel bei der ersten Drehzahl während eines vorbestimmten ersten
Zeitintervalls, insbesondere für die gesamte Zeitdauer des ersten Zeitintervalls;
- Abbremsen der Wäschetrommel;
- Beschleunigen der Trommel auf eine vorbestimmte zweite Drehzahl;
- Rotieren der Wäschetrommel bei der zweiten Drehzahl während eines vorbestimmten zweiten
Zeitintervalls, insbesondere für die gesamte Zeitdauer des zweiten Zeitintervalls.
[0011] Dabei wird bevorzugt eine Differenz zwischen einem während des ersten Zeitintervalls
erfassten Messwert des Stromes und einem während des zweiten Zeitintervalls erfassten
Messwert des Stromes berechnet, und abhängig von dieser Differenz wird auf den Trocknungsgrad
der Wäschestücke und/oder auf die Beladung der Trommel rückgeschlossen. Dies beruht
auf der Erkenntnis, dass sich die Beladung der Wäschetrommel während eines Trocknungsprozesses
mit der Zeit ändert, da die Wäschestücke Feuchte verlieren - die Masse der Wäschestücke
nähert sich der Trockenmasse an. Dann ist während des Trocknungsprozesses immer weniger
Drehmoment zum Antreiben der Wäschetrommel erforderlich bzw. das Trägheitsmoment der
Wäschetrommel wird immer kleiner. Da der Motorstrom proportional zum Drehmoment ist,
werden die Messwerte des über die Wicklung des Stators fließenden Stromes während
des Trocknungsprozesses immer kleiner. Auf diesem Wege kann die Änderung der Beladung
der Wäschetrommel und somit die Änderung des Trocknungsgrades überwacht werden. Ändern
sich die Messwerte des Stromes nur gering oder sogar nicht mehr, so ist es ein Indiz
dafür, dass die Wäschestücke bereits trocken sind.
[0012] Es wird insbesondere eine Differenz zwischen einem Mittelwert der Stromstärke während
des ersten Zeitintervalls und einem Mittelwert der Stromstärke während des zweiten
Zeitintervalls berechnet, und abhängig von dieser Differenz wird auf den Trocknungsgrad
der Wäschestücke und/oder auf die Beladung der Trommel rückgeschlossen.. Dies erhöht
die Genauigkeit der Überwachung der Beladung und/oder des Trocknungsgrades. Stromspitzen,
die in dem Stromverlauf gegebenenfalls auftreten können, werden nämlich durch die
Bildung der Mittelwerte ausgeglichen.
[0013] Es kann ebenfalls ein elektrischer Strom gemessen werden, welcher in einem Generatorbetrieb
des Elektromotors, d. h. beim Abbremsen der Wäschetrommel, über die Wicklung des Stators
fließt. Dieser Strom kann im Generatorbetrieb mittels der Steuereinrichtung gemessen
werden, und abhängig von den Messwerten dieses Stromes kann auf die Beladung der Wäschetrommel
rückgeschlossen werden. Die Beladung der Wäschetrommel kann somit redundant, abhängig
von dem Strom im Motorbetrieb sowie im Generatorbetrieb, ermittelt werden, und die
beiden Ergebnisse können miteinander verglichen werden.
[0014] Abhängig von den erfassten Messwerten des Motorstromes im Motorbetrieb kann auch
eine Anfangsbeladung der Wäschetrommel ermittelt werden. Dazu wird der über die Wicklung
des Stators fließende Strom während eines ersten Ansteuerns des Elektromotors während
eines Trocknungsprozesses bzw. Trocknungsprogramms - d. h. während eines Zeitintervalls
einer ersten Beschleunigung und Rotation der Trommel - gemessen. Dann kann die Anfangsbeladung
der Wäschetrommel abhängig von diesen Messwerten des Stromes ermittelt werden. Die
für die Trocknung der Wäschestücke erforderliche Trocknungszeit kann dadurch geschätzt
werden. Außerdem wird somit erreicht, dass eine Überladung der Wäschetrommel erkannt
und der Bedienperson signalisiert werden kann. Es ist dabei bevorzugt vorgesehen,
dass dann, wenn die Anfangsbeladung einen vorbestimmten Wert überschreitet, ein Warnsignal,
z. B. ein optisches oder ein akustisches Signal, ausgegeben wird.
[0015] Es kann des Weiteren eine Phasenverzögerung zwischen der Phase der an die wenigstens
eine Wicklung des Stators angelegten Spannung und der Phase des gemessenen Stromes
berechnet werden und abhängig von der Phasenverzögerung kann auf den Trocknungsgrad
der Wäschestücke und/oder auf die Beladung der Trommel rückgeschlossen werden.
[0016] Die erfassten Messwerte des Stromes und/oder die berechnete Energie und/oder die
Phasenverzögerung können mit einer in einem Speicher abgelegten Kennlinie verglichen
werden. Aus einer Kennlinie können somit Werte für die Beladung der Wäschetrommel
und/oder für den Trocknungsgrad der Wäschestücke abgelesen werden. Eine weitere Möglichkeit
stellt hier ein mathematisches Modell dar, bei welchem die Werte für die Beladung
der Wäschetrommel und/oder den Trocknungsgrad der Wäschestücke anhand einer mathematischen
Formel abhängig von den erfassten Messwerten des Stromes und/oder der Energie und/oder
der Phasenverzögerung berechnet werden.
[0017] Eine erfindungsgemäße Schaltungsanordnung ist zum Überwachen des Trocknungsgrades
von in einer Wäschetrommel eines Wäschetrockners eingebrachten Wäschestücken und/oder
zum Überwachen einer Beladung der Trommel ausgebildet. Die Schaltungsanordnung umfasst
einen Elektromotor, dessen Stator wenigstens eine Wicklung aufweist, die mit einer
Steuereinrichtung gekoppelt ist. Die Steuereinrichtung ist dabei zum Messen eines
über die wenigstens eine Wicklung fließenden Stromes und zum Erkennen des Trocknungsgrades
der Wäschestücke und/oder der Beladung der Trommel abhängig von den erfassten Messwerten
des Stromes ausgebildet.
[0018] Zur Erfindung gehört auch ein Wäschetrockner, welcher eine erfindungsgemäße Schaltungsanordnung
aufweist.
[0019] Weitere Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen, den Figuren
der beigefügten Zeichnung und der nachfolgenden Figurenbeschreibung. Die vorstehend
in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend
in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale
und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern
auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der
Erfindung zu verlassen.
[0020] Die Erfindung wird nun anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand
der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer Schaltungsanordnung;
- Fig. 2
- einen zeitlichen Verlauf eines über eine Wicklung eines Stators eines Elektromotors
eines Wäschetrockners fließenden Stromes, wobei anhand des Verlaufs ein besonderes
Verfahren näher erläutert wird; und
- Fig. 3
- einen zeitlichen Verlauf einer an den Elektromotor abgegebenen Energie während eines
Trocknungsprozesses bzw. Trocknungsprogrammes, wobei anhand dieses Verlaufs ein besonderes
Verfahren näher erläutert wird.
[0021] In Fig. 1 ist ein Blockschaltbild einer Schaltungsanordnung 1 dargestellt. Die Schaltungsanordnung
1 umfasst ein Netzteil 2, welches beispielsweise einen Brückengleichrichter aufweist.
Das Netzteil 2 ist mit einem Spannungsversorgungsnetz verbindbar. Mittels des Netzteils
2 wird eine gleichgerichtete elektrische Spannung bereitgestellt. Die Schaltungsanordnung
1 weist des Weiteren einen Inverter bzw. Wechselrichter 3 mit einer Mehrzahl von Bipolartransistoren
mit isolierter Gate-Elektrode auf. Der Inverter 3 umfasst insbesondere sechs solche
Bipolartransistoren. Der Inverter 3 wird von einer Steuereinheit 4 angesteuert. Der
Inverter 3 und die Steuereinheit 4 bilden insgesamt eine Steuereinrichtung.
[0022] Die Schaltungsanordnung 1 umfasst außerdem einen permanenterregten Synchronmotor
5, dessen Rotor Permanentmagnete trägt und dessen Stator dreiphasig ausgeführt ist.
Der Stator weist somit im Beispiel drei Wicklungen 6 auf. Die Wicklungen 6 sind mit
dem Inverter 3 gekoppelt. Mittels des Inverters 3 ist Wechselspannung für alle Wicklungen
6 des Synchronmotors 5 bereitstellbar.
[0023] Die Steuereinheit 4 kann einen über die Wicklungen 6 fließenden Strom I erfassen.
Dabei sind unterschiedliche Ausführungsformen vorgesehen. Es kann nur der über eine
der Wicklungen 6 fließende Strom I erfasst werden. Alternativ können Ströme I, die
über alle Wicklungen 6 des Stators fließen, separat gemessen werden. Schließlich kann
ein Summenstrom gemessen werden, d. h. alle Ströme I können aus den jeweiligen Wicklungen
6 abgegriffen und aufsummiert werden.
[0024] Ein Verfahren zum Überwachen einer Beladung einer Wäschetrommel eines Wäschetrockners,
welcher die Schaltungsanordnung 1 gemäß Fig. 1 aufweist, sowie zum Überwachen eines
Trocknungsgrades von in die Wäschetrommel eingebrachten Wäschestücken wird nun Bezug
nehmend auf Fig. 2 und 3 näher erläutert.
[0025] Wie bereits ausgeführt, kann der über die Wicklung 6 fließende Strom I gemessen und
mittels der Steuereinheit 4 ausgewertet werden. Ein beispielhafter Verlauf dieses
Stromes I ist in Fig. 2 dargestellt. Auf der x-Achse ist die Zeit t aufgetragen. Während
eines gesamten Trocknungsprozesses während eines Zeitinterwalls 7 wird die Wäschetrommel
des Wäschetrockners mittels des Synchronmotors 5 wiederholt beschleunigt und abgebremst.
Dies ist anhand des impulsförmigen Stromverlaufs zu erkennen: Zu einem Zeitpunkt t
0 wird die Wäschetrommel zum ersten Mal beschleunigt, bis sie eine vorbestimmte Drehzahl
erreicht. Die Wäschetrommel wird während eines Zeitintervalls 8 rotiert, um dann zu
einem Zeitpunkt t
1 abgebremst zu werden. Während des Zeitintervalls 8 fließt über die Wicklungen 6 Strom
I. Dieser weist einen etwa sinusförmigen Verlauf auf. Die Wäschetrommel wird während
des Zeitintervalls 7 des gesamten Trocknungsprogramms wiederholt beschleunigt und
abgebremst, wobei sie während der jeweiligen Zeitintervalle 8 bis 12 rotiert wird.
Charakteristisch für den Verlauf des Stromes I während der jeweiligen Zeitintervalle
8 bis 12 ist eine Stromspitze 13, die zu Beginn eines jeden Zeitintervalls 8 bis 12
auftritt.
[0026] Nun wird abhängig von dem gemessenen Strom I die Beladung der Wäschetrommel sowie
der Trocknungsgrad der Wäschestücke überwacht. Zu Beginn eines Trocknungsprogramms,
also beim ersten Beschleunigen der Wäschetrommel zum Zeitpunkt t
0 und während des Zeitintervalls 8, wird die Stromstärke des Stromes I gemessen. Beispielsweise
wird die Stromspitze 13 des Stromes I gemessen. Diese Stromstärke ist ein Maß für
eine Anfangsbeladung der Wäschetrommel, welche sich aus der Trockenmasse der Wäschestücke
sowie aus der Feuchte zusammensetzt. Diese Anfangsbeladung wird mit einem Schwellwert
verglichen, und es wird ein Warnsignal dann abgegeben, wenn die Anfangsbeladung den
vorbestimmten Schwellwert überschreitet. Aus der Anfangsbeladung wird ebenfalls die
für die Trocknung der Wäschestücke erforderliche Zeit, also das Zeitintervall 7, berechnet
bzw. geschätzt.
[0027] Die Stromstärke des Stromes I wird auch während der weiteren Zeitintervalle 9 bis
12 überwacht. Dabei wird die jeweils gegenwärtige Beladung der Wäschetrommel abhängig
von der Stromstärke ermittelt. Somit ist die Beladung der Wäschetrommel zu jedem Zeitpunkt
während des Zeitintervalls 7 bekannt: Sie kann entweder mit Hilfe einer mathematischen
Funktion abhängig von der Stromstärke des Stromes I berechnet oder aus einer Kennlinie
oder Tabelle mittels der Steuereinheit 4 abgelesen werden.
[0028] Nun soll der Trocknungsgrad der Wäschestücke abhängig von dem Verlauf des Stromes
I überwacht werden. Zu diesem Zwecke wird eine Änderung der Stromstärke des Stromes
I während des Zeitintervalls 7 überwacht. Es kann beispielsweise eine Differenz zwischen
einem Mittelwert des während des Zeitintervalls 8 erfassten Stromes I und einem Mittelwert
des während des nächsten Zeitintervalls 9 erfassten Stromes I berechnet werden. Diese
Differenz ist dann ein Maß für die Änderung des Trocknungsgrades der Wäschestücke.
Es kann auch eine Differenz zwischen den Stromspitzen 13 berechnet werden. Die Änderung
der Stromstärke des Stromes I während des gesamten Trocknungsprozesses, d. h. während
des Zeitintervalls 7, ist in Fig. 2 anhand einer Linie 14 dargestellt. Ist der Verlauf
der Linie 14 konstant, d. h. ändert sich die Stromstärke des Stromes I nicht mehr,
so verlieren die Wäschestücke kein Wasser mehr. Dies ist ein Indiz dafür, dass die
Wäschestücke bereits trocken sind. Der Trocknungsprozess kann somit zu einem Zeitpunkt
t
2 beendet werden.
[0029] Die Stromstärke des Stromes I hängt direkt mit einem Drehmoment des Synchronmotors
5 zusammen. Beide Größen, der Strom I und das Drehmoment, können als gleichberechtigt
betrachtet werden. Bei Nennung nur einer der beiden Größen ist die Aussage auch auf
die zweite Größe übertragbar.
[0030] Auch eine an den Synchronmotor 5 abgegebene Energie stellt ein Maß für den Trocknungsgrad
der Wäschestücke sowie die Beladung der Wäschetrommel dar. Fig. 3 zeigt einen zeitlichen
Verlauf einer an den Synchronmotor 5 abgegebenen Energie E. Dieser Verlauf ist für
einen vollständigen Trocknungsprozess, hier für die Zeitdauer des Zeitintervalls 7,
gezeigt. Wie aus Fig. 3 hervorgeht, ist die Änderung der Energie ΔE pro Zeiteinheit
Δt ein Maß für die jeweils gegenwärtige Beladung der Wäschetrommel. Die Änderung der
Energie ΔE pro Zeiteinheit Δt, d. h. die an den Synchronmotor 5 abgegebene Leistung
ist zu Beginn des Trocknungsprozesses höher als zu dessen Ende. Dies bedeutet, dass
die Beladung der Wäschetrommel zu Beginn des Trocknungsprozesses höher als zu Ende
des Trocknungsprozesses ist, da die Wäschestücke ihre Feuchte verlieren. Ändert sich
die Steigung des Verlaufs der Energie E nicht mehr, was in Fig. 3 ab einem Zeitpunkt
t
3 zu erkennen ist, so kann festgestellt werden, dass die Wäschestücke bereits trocken
sind. Der Trocknungsgrad der Wäschestücke sowie die Beladung der Wäschetrommel kann
somit ebenfalls abhängig von dem Verlauf der Energie überwacht werden.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Schaltungsanordnung
- 2
- Netzteil
- 3
- Inverter
- 4
- Steuereinheit
- 5
- permanenterregter Synchronmotor
- 6
- Wicklungen
- 7 bis 12
- Zeitinterwalle
- 13
- Stromspitzen
- 14
- Linie
- E, ΔE
- Energie
- Δt
- Zeiteinheit
- I
- Strom
- t
- Zeit
- t0, t1, t2, t3
- Zeitpunkte
1. Verfahren zum Überwachen einer Beladung einer Wäschetrommel eines Wäschetrockners
und/oder zum Überwachen eines Trocknungsgrades von in die Wäschetrommel eingebrachten
Wäschestücken, wobei die Wäschetrommel mittels eines Elektromotors (5) angetrieben
wird, welcher einen Stator mit wenigstens einer Wicklung (6) aufweist, mit den Schritten:
- Ansteuern des Elektromotors (5) mittels einer Steuereinrichtung (3, 4) durch Anlegen
elektrischer Spannung an die wenigstens eine Wicklung (6);
- Messen eines über die wenigstens eine Wicklung (6) fließenden elektrischen Stromes
(I) mittels der Steuereinrichtung (3, 4);
- Rückschließen auf den Trocknungsgrad der Wäschestücke und/oder die Beladung der
Trommel abhängig von Messwerten des Stromes (I);
dadurch gekennzeichnet, dass
eine an den Elektromotor (5) abgegebene Energie (E) abhängig von dem gemessenen Strom
(I) berechnet wird, und abhängig von einem Verlauf der Energie (E) über der Zeit auf
den Trocknungsgrad der Wäschestücke und/oder auf die Beladung der Trommel rückgeschlossen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Wäschetrommel mittels eines permanenterregten
Synchronmotors (5) angetrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Ansteuern des Elektromotors (5) umfasst:
- Beschleunigen der Trommel auf eine vorbestimmte erste Drehzahl;
- Rotieren der Trommel bei der ersten Drehzahl während eines vorbestimmten ersten
Zeitintervalls (8);
- Abbremsen der Trommel;
- Beschleunigen der Trommel auf eine vorbestimmte zweite Drehzahl;
- Rotieren der Trommel bei der zweiten Drehzahl während eines vorbestimmten zweiten
Zeitintervalls (9);
wobei eine Differenz (14) zwischen einem während des ersten Zeitintervalls erfassten
Messwert des Stromes (I) und einem während des zweiten Zeitintervalls erfassten Messwert
des Stromes (I) berechnet wird, und abhängig von der Differenz auf den Trocknungsgrad
der Wäschestücke und/oder auf die Beladung der Trommel rückgeschlossen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Differenz zwischen einem Mittelwert der Stromstärke
während des ersten Zeitintervalls und einem Mittelwert der Stromstärke während des
zweiten Zeitintervalls berechnet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, wobei während des Abbremsens der Wäschetrommel ein
über die wenigstens eine Wicklung (6) fließender Strom mittels der Steuereinrichtung
(3, 4) gemessen wird, und abhängig von den Messwerten des Stromes (I) auf die Beladung
der Wäschetrommel rückgeschlossen wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Strom (I) während eines
ersten Ansteuerns (8) des Elektromotors (5) während eines Trocknungsprogramms (7)
gemessen wird, und eine Anfangsbeladung der Wäschetrommel abhängig von den Messwerten
des Stromes (I) ermittelt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei dann, wenn die Anfangsbeladung einen vorbestimmten
Wert überschreitet, ein Warnsignal abgegeben wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erfassten Messwerte des
Stromes (I) mit einer abgelegten Kennlinie verglichen werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Phasenverzögerung zwischen
der Phase der an die wenigstens eine Wicklung (6) des Stators angelegten Spannung
und der Phase des gemessenen Stromes (I) berechnet wird, und abhängig von der Phasenverzögerung
auf den Trocknungsgrad der Wäschestücke und/oder auf die Beladung der Trommel rückgeschlossen
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei abhängig von dem jeweils
gegenwärtigen Trocknungsgrad der Wäschestücke und/oder von der jeweils gegenwärtigen
Beladung der Trommel das Drehzahlverhalten des Elektromotors (5) geregelt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Drehzahlverhalten im Hinblick auf eine verbleibende
Trocknungszeit geregelt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, wobei das Drehzahlverhalten im Hinblick auf eine
Leistungsaufnahme des Elektromotors (5) geregelt wird.
13. Schaltungsanordnung zum Überwachen des Trocknungsgrades von in einer Wäschetrommel
eines Wäschetrockners eingebrachten Wäschestücken und/oder zum Überwachen einer Beladung
der Trommel, mit einem Elektromotor (5), welcher einen Stator mit wenigstens einer
Wicklung (6) aufweist, die mit einer Steuereinrichtung (3, 4) gekoppelt ist, wobei
die Steuereinrichtung (3, 4) zum Messen eines über die wenigstens eine Wicklung (6)
fließenden Stromes (I) und zum Erkennen des Trocknungsgrades der Wäschestücke und/oder
der Beladung der Trommel abhängig von den erfassten Messwerten des Stromes (I) ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (3, 4) dazu ausgelegt ist, abhängig von dem gemessenen Strom
(I) eine an den Elektromotor (5) abgegebene Energie (E) zu berechnen und abhängig
von einem Verlauf der Energie (E) über der Zeit auf den Trocknungsgrad der Wäschestücke
und/oder auf die Beladung der Trommel zurückzuschließen.
14. Schaltungsanordnung nach Anspruch 13, wobei der Elektromotor (5) ein permanenterregter
Synchronmotor ist.
15. Wäschetrockner mit einer Schaltungsanordnung zum Überwachen des Trocknungsgrades von
in einer Wäschetrommel des Wäschetrockners eingebrachten Wäschestücken und/oder zum
Überwachen einer Beladung der Trommel, mit einem Elektromotor (5), welcher einen Stator
mit wenigstens einer Wicklung (6) aufweist, die mit einer Steuereinrichtung (3, 4)
gekoppelt ist, wobei die Steuereinrichtung (3, 4) zum Messen eines über die wenigstens
eine Wicklung (6) fließenden Stromes (I) und zum Erkennen des Trocknungsgrades der
Wäschestücke und/oder der Beladung der Trommel abhängig von den erfassten Messwerten
des Stromes (I) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (3, 4) dazu ausgelegt ist, abhängig von dem gemessenen Strom
(I) eine an den Elektromotor (5) abgegebene Energie (E) zu berechnen und abhängig
von einem Verlauf der Energie (E) über der Zeit auf den Trocknungsgrad der Wäschestücke
und/oder auf die Beladung der Trommel zurückzuschließen.