[0001] Einteilige Abschlussschiene für eine Bauwerks-Wärmedämmung oder eine Bauwerks-Schalldämmung
sowie Verwendung derselben als unterer Abschluss einer Außenwärmedämmung einer Hauswand.
[0002] Die Erfindung betrifft eine einteilige Abschlussschiene für eine Bauwerks-Wärmedämmung
oder eine Bauwerks-Schalldämmung sowie die Verwendung einer solchen einteiligen Abschlussschiene
als unterer Abschluss einer Außenwärmedämmung einer Hauswand.
[0003] Bauwerke werden heutzutage auf ihrer Außenseite häufig mit einer Wärmedämmung versehen,
die beispielsweise aus Hartschaumstoff oder aus Faserplatten besteht. Bei solchen
Wärmedämm-Verbundsystemen werden am unteren Ende der Wärmedämmung häufig immer noch
einteilige metallische Winkelschienen eingesetzt, die mit einem ersten Schenkel an
dem Bauwerk befestigt sind und mit einem zweiten Schenkel gegen die untere Abschluss-Stirnseite
der Wärmedämmung anliegen. Diese bekannte Lösung hat jedoch die Nachteile, dass der
untere Anschlussbereich der Wärmedämmung bei Niederschlägen immer noch ziemlich feucht
bleibt und dass auf Dauer mit Korrosionserscheinungen an der metallischen Winkelschiene
gerechnet werden muss. Zudem wird durch die Wärmeleitfähigkeit der metallischen Winkelschiene
die Dämmwirkung reduziert. Schließlich sind solche metallischen Winkelschienen stets
nur auf eine Dämmstoffdicke ausgelegt und nicht in der Lage, Toleranzen auszugleichen.
[0004] Zweiteilige Abschlussschienen, wie sie beispielsweise aus der
DE 299 24 216 U1 bekannt sind, bieten zwar mehr Flexibilität, sie sind jedoch deutlich aufwändiger
und daher auch teurer in der Herstellung und Anschaffung, so dass heutzutage in der
Praxis zumeist noch auf einteilige metallische Abschlussschienen zurückgegriffen wird,
trotz der damit verbundenen praktischen Nachteile.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine einteilige Abschlussschiene
anzugeben, die kostengünstig herstellbar ist, einen sicheren Abschluss des Endes der
Wärmedämmung bietet und die zudem in der Lage ist, auftretende Toleranzen auszugleichen
oder sich sogar für unterschiedliche Wärmedämmungsdicken eignet.
[0006] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0007] Eine erfindungsgemäße einteilige Abschlussschiene für eine Bauwerks-Wärmedämmung
oder eine Bauwerks-Schalldämmung umfasst einen ersten Schenkel zur Befestigung an
dem Bauwerk, einen zweiten Schenkel zur Anlage gegen eine Abschlussstirnseite der
Dämmung und einen Außenleistenbereich mit einem dritten Schenkel zur Anlage gegen
die Außenseite der Dämmung. Der erste Schenkel, der zweite Schenkel und der Außenleistenbereich
weisen Kunststoff auf, und in einem Übergangsbereich zwischen dem zweiten Schenkel
und dem Außenleistenbereich ist ein Dehnbereich aus einem gegenüber dem Kunststoff
des zweiten Schenkels und des Außenleistenbereichs weicheren Kunststoff angeordnet,
der eine Anordnung des dritten Schenkels in unterschiedlichen Abständen zu dem ersten
Schenkel ermöglicht.
[0008] Eine weitere erfindungsgemäße einteilige Abschlussschiene für eine Bauwerks-Wärmedämmung
oder eine Bauwerks-Schalldämmung umfasst einen ersten Schenkel zur Befestigung an
dem Bauwerk, einen zweiten Schenkel zur Anlage gegen eine Abschluss-Stirnseite der
Dämmung und einen Außenleistenbereich mit einem dritten Schenkel zur Anlage gegen
die Außenseite der Dämmung. Der erste Schenkel, der zweite Schenkel und der Außenleistenbereich
weisen Kunststoff auf, und der zweite Schenkel schließt einen Dehnbereich aus einem
gegenüber dem restlichen Kunststoff des zweiten Schenkels weicheren Kunststoff ein,
um eine Anordnung des dritten Schenkels in unterschiedlichen Abständen zu dem ersten
Schenkel zu ermöglichen.
[0009] Gemäß einer der Erfindung zugrunde liegenden Erkenntnis entsteht im Putzabschlussbereich
aufgrund von Temperaturschwankungen und auch aufgrund der immer dickeren eingesetzten
Dämmstoffe eine erhöhte Bewegung, die bei den bislang zum Einsatz kommenden starren
einteiligen Abschlussschienen oft zu Putzrissen im Putzanschlussbereich führt.
[0010] Gemäß einem Grundgedanken der vorliegenden Erfindung, der in beiden oben beschriebenen
einteiligen Abschlussschienen, wie sie auch in den Ansprüchen 1 und 2 definiert sind,
verwirklicht ist, umfassen beide einteiligen Abschlussschienen einen erfindungsgemäß
ausgebildeten Dehnbereich, und daher sind diese erfindungsgemäßen einteiligen Abschlussschienen
in der Lage, Bewegungen im Putzabschlussbereich zu kompensieren und das Entstehen
von solchen Putzrissen im Putzanschlussbereich zuverlässig zu vermeiden. Insbesondere
kann durch den Dehnbereich ein Ausdehnen der Dämmung bei hohen Temperaturen und ein
Schrumpfen der Dämmung bei niedrigen Temperaturen kompensiert werden.
[0011] Die erfindungsgemäßen einteiligen Abschlussleisten bieten darüber hinaus eine Flexibilität
und eine Vielseitigkeit in der Anwendung, wie sie sonst nur von zweiteiligen Abschlussschienen
bekannt sind, gleichzeitig sind derartige einteilige Abschlussschienen kostengünstig
herstellbar und einfach zu montieren. Durch die Materialwahl Kunststoff werden Korrosionsprobleme
und Wärmebrückenbildungen, wie sie bei metallischen Abschlussleisten regelmäßig auftreten,
zuverlässig vermieden. Durch die erfindungsgemäßen einteiligen Abschlussschienen wird
eine sichere Platzierung im Putzanschlussbereich und ein sicherer Abschluss der Wärmedämmung
erreicht. Ein Eindringen von Feuchtigkeit und von kleinen Tieren, beispielsweise Mäusen,
kann durch eine derartige einteilige Abschlussschiene zuverlässig verhindert werden.
[0012] Die nachfolgend beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung beziehen
sich auf beide erfindungsgemäßen einteiligen Abschlussleisten, nämlich sowohl auf
die erfindungsgemäße einteilige Abschlussleiste, bei welcher der Dehnbereich in einem
Übergangsbereich zwischen dem zweiten Schenkel und dem Außenleistenbereich angeordnet
ist, als auch auf die einteilige Abschlussleiste bei welcher der Dehnbereich in dem
zweiten Schenkel beinhaltet ist, und sie können jeweils bei beiden erfindungsgemäßen
einteiligen Abschlussschienen verwirklicht werden.
[0013] Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist der Dehnbereich derart ausgebildet
und bemessen, dass Bautoleranzen während der Verarbeitung ausgeglichen und Bewegungen
im Putzanschlussbereich aufgenommen werden können. Hierfür ist der Dehnbereich relativ
klein ausgebildet, vorzugsweise in der Größenordnung von einigen Millimetern. Dadurch
können Bautoleranzen, beispielsweise Abweichungen in der Dämmstoffdicke ausgeglichen
werden.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Dehnbereich derart ausgebildet
und bemessen, dass sich die Abschlussschiene für Dämmungen mit unterschiedlicher Dicke
eignet. Derzeit kommen Dämmstoffe mit Dicken in 20 mm-Schritten zum Einsatz, beim
Neubau bewegen sich übliche Dämmstoffdicken zumeist zwischen 120 und 160 mm, bei der
Sanierung sind Dämmstoffdicken zwischen 80 und 140 mm gängig. Bei den konventionellen
einteiligen Abschlussschienen ist für jede Dämmstoffdicke eine separate Abschlussschiene
vorzusehen. Durch eine geeignete Dimensionierung und Ausbildung des Dehnbereichs,
insbesondere durch Vorsehen von Dehnbereichen von wenigstens 20 mm Breite kann die
erfindungsgemäße Abschlussschiene für mehrere Dämmstoffdicken zum Einsatz kommen,
so dass die Typenvielfalt der Abschlussschienen reduziert werden kann, was erhebliche
Kosten einspart. Auch solche Abschlussschienen, deren Dehnbereich derart ausgebildet
und bemessen ist, dass sie sich für Dämmungen mit unterschiedlicher Dicke eignen,
sind in der Lage, Bautoleranzen während der Verarbeitung auszugleichen und Bewegungen
im Putzanschlussbereich aufzunehmen, wie dies oben beschrieben worden ist.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist an dem Außenleistenbereich
ein netzartiges Armierungsmaterial für auf die Dämmung aufzubringenden Putz befestigt.
Für die Art der Befestigung gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, insbesondere
das Verkleben oder das Vorsehen einer Befestigungseinrichtung zum Anbringen des netzartigen
Armierungsmaterials an der Außenseite, insbesondere ein Einklemmen zwischen zwei Abschnitten
des Außenleistenbereichs, Besonders bevorzugt ist jedoch ein Verschweißen, insbesondere
ein Ultraschallverschweißen (Inline) des Armierungsmaterials an der Außenseite des
Außenleistenbereichs.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Dehnbereich derart flexibel
ausgebildet, dass er ein Verschwenken des Außenleistenbereichs zwischen einer eingeschwenkten
Position, in welcher der dritte Schenkel im wesentlichen parallel zu dem zweiten Schenkel,
also im wesentlichen horizontal ausgerichtet ist, und einer ausgeschwenkten Position,
in welcher der dritte Schenkel im wesentlichen parallel zu dem ersten Schenkel, also
im wesentlichen vertikal ausgerichtet ist, erlaubt. Hierbei bietet sich der Vorteil,
dass sich der Transport der Abschlussschiene und auch deren Verarbeitung und Befestigung
vereinfachen, wenn sich das Armierungsmaterial in der eingeschwenkten Position befindet.
Ein Ausschwenken des Außenleistenbereichs mit daran angebrachtem Armierungsmaterial
erfolgt insbesondere erst nach der Befestigung des ersten Schenkels an dem Bauwerk.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Dehnbereich in Form einer
Schlaufe mit einer ersten Dehnwand, die an dem zweiten Schenkel ansetzt, mit einer
zweiten Dehnwand, die an dem Außenleistenbereich ansetzt und mit einem zwischen den
beiden Dehnwänden angeordneten Dehnboden ausgebildet. Ein derartiger Dehnbereich ist
einfach und kostengünstig herstellbar, und er stellt eine zuverlässige und praktische
Lösung dar, mit der eine horizontale Positionsverlagerung des dritten Schenkels ermöglicht
wird.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Außenleistenbereich
an der dem ersten Schenkel zugewandten Seite einen oberen Auflagebereich auf, quasi
in Verlängerung des zweiten Schenkels, der zur Anlage gegen eine Abschlussstirnseite
der Dämmung vorgesehen ist. Dadurch wird die entsprechende Ecke der Wärmedämmung besonders
sicher fixiert.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Außenleistenbereich
einen nach unten ragenden Abschnitt auf, der eine Tropfnase für Wasser bildet. Damit
wird gewährleistet, dass die Unterseite der Abschlussschiene in jedem Fall trocken
bleibt.
[0020] Gemäß einer vorteilhaften weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der zweite
Schenkel eine Stufe auf.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind der erste Schenkel und der
zweite Schenkel und/oder der Außenleistenbereich aus einem harten und widerstandsfähigen
Kunststoff hergestellt. Als besonders geeignet haben sich PVC, Polystyrol und Polyurethan
erwiesen. Andere Kunststoffe, auch geschäumte Kunststoffe können jedoch ausdrücklich
ebenfalls verwendet werden.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Dehnbereich aus einem
weichen und flexiblen Kunststoff hergestellt. Als besonders geeignet haben sich hierfür
Weich-PVC oder thermoplastische Elastomere erwiesen. Andere weiche und flexible Kunststoffe
können jedoch ebenfalls zum Einsatz kommen.
[0023] Eine besonders effektive und kostengünstige Herstellung für die erfindungsgemäße
Abschlussschiene ergibt sich, wenn der erste Schenkel, der zweite Schenkel und der
Außenleistenbereich mit ihrem harten Kunststoff sowie der Dehnbereich mit seinem weichen
und flexiblen Kunststoff gemeinsam koextrudiert werden.
[0024] Die Erfindung betrifft auch die Verwendung der einteiligen Abschlussschiene der oben
beschriebenen Art als unterer Abschluss einer Außenwärmedämmung einer Hauswand. Dabei
kann insbesondere der nach unten stehende Abschnitt des Außenleistenbereichs eine
Tropfnase für Wasser bilden.
[0025] In einer Weiterbildung der Erfindung kann im Stoßbereich der Abschlussschiene zudem
ein Steckverbinder vorgesehen sein, der die Sockelschienen im Stoß verbindet.
[0026] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die
beiliegenden Figuren näher erläutert.
Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer einteiligen Abschlussschiene in ihrer Herstellungs-
und Transportposition gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
Figur 2 zeigt eine Seitenansicht der einteiligen Abschlussschiene aus Figur 1 in ihrer
Montageposition;
Figur 3 zeigt eine Seitenansicht einer einteiligen Abschlussschiene in ihrer Montageposition
gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
Figur 4 zeigt eine Schnittansicht durch ein Wärmedämm-Verbundsystem mit der einteiligen
Abschlussschiene aus Fig. 2; und
Figur 5 zeigt eine Seitenansicht einer einteiligen Abschlussschiene in ihrer Montageposition
gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0027] Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer einteiligen Abschlussschiene 2 in ihrer Herstellungs-
und Transportposition gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0028] Nachfolgend werden die Begriffe "innen" und "außen" nach links und nach rechts in
Bezug auf die Zeichenebene verstanden.
[0029] Die einteilige Abschlussschiene 2 umfasst, von links nach rechts, einen nach oben
ragenden ersten Schenkel 4, einen waagerechten zweiten Schenkel 6, einen Dehnungsbereich
8 und einen Außenleistenbereich 16 mit einem Armierungsgewebe 26.
[0030] Der erste Schenkel 4 umfasst in der Fig. 1 nicht zu erkennende Befestigungslöcher,
damit die einteilige Abschlussschiene 2 mit geeigneten Befestigungsmitteln, beispielsweise
mit Schlagdübeln, an einer Hauswand befestigt werden kann. Die rechte Außenseite des
ersten Schenkels 4 liegt im eingebauten Zustand an der Innenseite der Wärmedämmung
an. An dem unteren Ende des ersten Schenkels 4 schließt sich in etwa rechtwinklig
der waagerechte zweite Schenkel 6 an, auf dessen Oberseite die Abschluss-Stirnseite
der Dämmung im eingebauten Zustand aufliegt. Der sich an den zweiten Schenkel 6 anschließende
Dehnungsbereich 8 beinhaltet eine gebäudeseitige Dehnwand 10, einen Dehnboden 12 und
eine außenseitige Dehnwand 14, an die sich der Außenleistenbereich 16 anschließt.
Die Dicke der gebäudeseitigen Dehnwand 10, des Dehnbodens 12 und der außenseitigen
Dehnwand 14 ist dabei gegenüber der Dicke des zweiten Schenkels 6 deutlich reduziert,
und die Dehnwände 10 und 14 sind im wesentlichen nach unten ausgerichtet, und der
Dehnboden 12 verläuft in etwa waagerecht. Der erste Schenkel 4, der zweite Schenkel
6, der Dehnungsbereich 8 und der Außenleistenbereich 16 sind integral bzw. einstückig
miteinander verbunden und beispielsweise durch Kunststoff-Koextrusion hergestellt
worden. Dabei sind die Schenkel 4, 6 und der Außenleistenbereich 16 aus einem harten,
stabilen Kunststoff, insbesondere aus PVC, Polystyrol oder PU, und der Dehnungsbereich
8 ist aus einem demgegenüber weicheren, flexibleren Kunststoff, insbesondere aus Weich-PVC
oder aus einem thermoplastischen Elastomer. Der Außenleistenbereich 16 mit dem daran
angebrachten Armierungsgewebe 26 befindet sich in Fig. 1 in der eingeschwenkten Herstellungs-
und Transportposition.
[0031] Figur 2 zeigt eine Seitenansicht der einteiligen Abschlussschiene 2 in ihrer Montageposition.
[0032] In Fig. 2 befindet sich der Außenleistenbereich 16 mit dem darin angebrachten Armierungsgewebe
26 in der ausgeschwenkten Montageposition. Die Schwenkrichtung zwischen der eingeschwenkten
Herstellungs- und Transportposition gemäß Fig. 1 und der ausgeschwenkten Montageposition
gemäß Fig. 2 ist in Fig. 2 durch einen mit dem Bezugszeichen 30 versehenen Pfeil dargestellt.
[0033] Der in den Figuren 1 und 2 exemplarisch dargestellte Außenleistenbereich 16 umfasst
einen Hauptkörper mit einer darin vorgesehenen Aussparung 24, an dessen Oberseite
sich die obere Abschlussfläche 18 befindet, die in der ausgeschwenkten Montageposition
mit der Oberseite des zweiten Schenkels 6 fluchtet. An der Außenseite des Außenleistenbereichs
16 ragt ein dritter Schenkel 20 nach oben, der in der Montageposition gegen die Außenseite
der Dämmung anliegen soll. An der Außenseite des Außenleistenbereichs 16 ist ferner
eine nach unten ragende Tropfnase 22 vorgesehen, an der in der Montageposition Wasser
abtropft und durch die dementsprechend verhindert werden soll, dass Wasser an die
Unterseite der einteiligen Abschlussschiene 2 gelangt.
[0034] An der Außenfläche des Außenleistenbereichs 16 ist das Armierungsgewebe 26 befestigt,
wobei diese Befestigung in den Figuren 1 und 2 exemplarisch durch eine Ultraschallverschweißung
28 ausgeführt ist. Das Armierungsgewebe 26 ist dabei an der Außenseite des Außenleistenbereichs
16 mit einer parallel zur Erstreckungsrichtung des dritten Schenkels 20 und der Tropfnase
22 verlaufenden Erstreckung befestigt, und es verläuft von der Außenseite des Außenleistenbereichs
16 nach oben. Das Armierungsgewebe kann dabei insbesondere aus einer Glasseide gefertigt
sein. Das Armierungsgewebe 26 ist dafür vorgesehen, mit Spachtelmasse auf der Außenseite
der Wärmedämmung befestigt zu werden.
[0035] Die einteilige Abschlussschiene 2 eignet sich für unterschiedliche Putzdicken, und
insbesondere auch für Dünnputz und für Dickputz.
[0036] Die Breite der Oberseite des zweiten Schenkels 6, des Dehnungsbereichs 8 und der
oberen Abschlussfläche 18, also die Breite zwischen der Außenseite des ersten Schenkels
4 und der Innenseite des dritten Schenkels 20 entspricht im wesentlichen einer üblichen
Dämmstoffdicke, beispielsweise einer Dicke von 120 mm für einen bei einem Neubau zum
Einsatz kommenden Dämmstoff oder beispielsweise von 100 mm für einen bei einer Sanierung
zum Einsatz kommenden Dämmstoff.
[0037] Durch den Dehnungsbereich 8 kann eine Verschiebung des dritten Schenkels 20 gegenüber
dem ersten Schenkel 4 nach außen und nach innen erfolgen, wie es durch die flexiblen
Dehnwände 10 und 14 und den flexiblen Dehnboden 12 ermöglicht wird. Dadurch können
zum einen Bautoleranzen ausgeglichen werden, also beispielsweise wenn die tatsächliche
Dämmstoffdicke um einige Millimeter von der vorgeschriebenen Dämmstoffdicke abweicht,
zum anderen können Bewegungen im Putzanschlussbereich, die sich beispielsweise durch
Temperatureinwirkungen ergeben, ausgeglichen werden, und Putzrisse können so zuverlässig
vermieden werden.
[0038] Wenn der Dehnbereich 8 größer und möglicherweise auch mit einer anderen Struktur
als in den Figuren 1 und 2 gezeigt ausgebildet ist, so kann eine derart große Ausdehnung
zwischen dem dritten Schenkel 20 und dem ersten Schenkel 4 erreicht werden, dass sich
die einteilige Abschlussschiene 2 nicht nur für eine bestimmte Dämmstoffdicke, sondern
für mehrere Dämmstoffdicken und Putzdicken eignet. Dadurch können in erheblichem Umfang
Kosten eingespart werden.
[0039] In der in Fig. 1 dargestellten eingeschwenkten Herstellungs- und Transportposition
kann das Armierungsgewebe 26 besonders günstig auf den Außenleistenbereich 16 aufgebracht
werden. Des weiteren nimmt die einteilige Anschlusschiene in der in Fig. 1 gezeigten
Herstellungs- und Transportposition nur einen geringes Raum in Anspruch, so dass die
einteilige Abschlussschiene besonders raumsparend transportiert werden kann, was ebenfalls
Kosten spart. Der Außenleistenbereich 16 mit dem daran angebrachten Armierungsgewebe
26 braucht erst auf der Baustelle in die in Fig. 2 dargestellte ausgeschwenkte Montageposition
gebracht zu werden.
[0040] Figur 3 zeigt eine Seitenansicht einer einteiligen Abschlussschiene 32 in ihrer Montageposition
gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0041] Die einteilige Abschlussschiene 32 gemäß Fig. 3 unterscheidet sich dadurch von der
in den Figuren 1 und 2 gezeigten einteiligen Abschlussschiene 2, dass ihr waagerecht
verlaufender zweiter Schenkel 6 eine Stufe 34 aufweist. Ihre übrigen Elemente entsprechen
den Elementen der einteiligen Abschlussschiene 2, und diese sind mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0042] Auch die einteilige Abschlussschiene 32 verfügt über den Dehnungsbereich 8, der eine
horizontale Verschieblichkeit des dritten Schenkels 20 gegenüber dem ersten Schenkel
4 erlaubt, und der ein Verschwenken zwischen der Herstellungs- und Transportposition,
in welcher der dritte Schenkel 20, die Tropfnase 22 und das Armierungsgewebe 26 im
wesentlichen waagerecht ausgerichtet sind, und der ausgeschwenkten Montageposition,
in welcher diese Elemente im wesentlichen senkrecht ausgerichtet sind, ermöglicht.
[0043] Figur 4 zeigt eine Schnittansicht durch ein Wärmedämm-Verbundsystem 36 mit der einteiligen
Abschlussschiene 2.
[0044] Das Wärmedämm-Verbundsystem 36 ist an einem unteren Ende einer Hauswand 38 angebracht.
Dabei wird die einteilige Abschlussschiene 2 an dem unteren Ende der Hauswand 38 horizontal
ausgerichtet und mechanisch bspw. mittels in Fig. 4 nicht gezeigten Schlagdübeln befestigt.
Horizontal aneinander anschließende Abschlussschienen werden mittels geeigneten Steckverbindern
passgerecht verbunden. Dann wird die Dämmplatte 40, deren Dicke zu der Breite der
einteiligen Abschlussschiene 2 passt, aufgesetzt und mittels eines in der Fig. 4 nicht
gezeigten Klebers an der Hauswand 38 angeklebt. Vorher wird der Außenleistenbereich
16 mit dem daran angebrachten Armierungsgewebe 26 von der in Fig. 1 gezeigten eingeschwenkten
Herstellungs- und Transportposition in die in Fig. 2 gezeigte ausgeschwenkte Montageposition
geschwenkt. Falls erforderlich, kann der Außenleistenbereich 16 mit dem daran angebrachten
Armierungsgewebe 26 temporär auch weiter nach außen geschwenkt werden, als dies in
den Fig. 2 und 4 gezeigt ist, um ein einfacheres Aufsetzen der Wärmedämmung 40 auf
die einteilige Abschlussschiene 2 zu ermöglichen. Danach wird das Armierungsgewebe
26 von außen her mit Spachtelmasse auf der Außenseite der Wärmedämmung 40 befestigt.
Diese Spachtelmasse ist in Figur 4 nicht separat von der Putzschicht 42 dargestellt.
Zudem kann nach oben hin weiteres Armierungsgewebe, das nicht eingezeichnet ist, überlappend
an dem Armierungsgewebe 26 anschließen und ebenfalls an der Wärmedämmung 40 befestigt
werden. Nachdem die Spachtelmasse angezogen hat oder erhärtet ist, wird außenseitig
eine Putzschicht 42 aufgetragen. Auf die Putzschicht 42 kann schließlich bspw. ein
in Fig. 4 nicht gezeigter Anstrich aufgebracht werden.
[0045] Durch den Dehnungsbereich 8 kann das Wärmedämm-Verbundsystem 36 arbeiten. Temperaturbedingte
Ausdehnungen und Schrumpfungen können ausgeglichen werden, ohne dass Putzrisse entstehen.
[0046] Es ist unmittelbar ersichtlich, dass ein derartiges erfindungsgemäßes Wärmedämm-Verbundsystem
36 einfach und angenehm verarbeitet werden kann, dass es einen sauberen Putzabschluss,
exakte Kanten und eine gezielte Wasserführung bereitstellt. Durch die Ausbildung der
einteiligen Abschlussschiene aus Kunststoff ergibt sich darüber hinaus eine Wärmebrückenreduzierung
und eine verbesserte Dämmwirkung.
[0047] Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht einer einteiligen Abschlussschiene 44 in ihrer Montageposition
gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0048] Dabei entspricht die einteilige Abschlussschiene 44 der einteiligen Abschlussschiene
2, wie sie in Fig. 2 gezeigt ist, mit dem Unterschied, dass ihr Dehnungsbereich 48
nicht in einem Übergangsbereich zwischen dem zweiten Schenkel 6 und dem Außenleistenbereich
16 angeordnet ist, sondern vielmehr an einer etwa mittleren Position des zweiten Schenkels,
und dass sich der zweite Schenkel daher in einem gebäudeseitigen Bereich 46 des zweiten
Schenkels, in den Dehnungbereich 48 und in einen außenseitigen Bereich 50 des zweiten
Schenkels gliedert.
[0049] Die Wirkung des Dehnungsbereichs 48, eine Verschiebung des dritten Schenkels 30 bezogen
auf den ersten Schenkel 4 zu ermöglichen, um so Bautoleranzen während der Verarbeitung
auszugleichen und Bewegungen im Putzanschlussbereich aufzunehmen sowie, bei entsprechender
Auslegung des Dehnungsbereichs 48, Dämmungen mit unterschiedlicher Dicke aufzunehmen,
entspricht in gleicher Weise der Wirkung, wie sie durch den Dehnungsbereich 8 bei
der einteiligen Abschlussschiene 2 bereitgestellt wird. Die übrigen, oben mit Bezug
auf die einteilige Abschlussschiene 2 dargelegten Vorteile gelten in gleicher Weise
auch für die einteilige Abschlussschiene 44, und diese werden hier zur Vermeidung
von Wiederholungen nicht noch einmal aufgeführt.
[0050] Es ist an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Anordnung des Dehnungsbereichs
48 grundsätzlich an jeder Breitenposition des zweiten Schenkels möglich ist, und die
Position nicht mittig zu sein braucht. Ebenso kann der Dehnungsbereich auch weiter
links oder weiter rechts als dies in Fig. 5 gezeigt ist und sogar an dem linken Ende
des zweiten Schenkels unmittelbar angrenzend an den ersten Schenkel 4 angeordnet sein.
Bezugszeichenliste:
[0051]
- 2
- einteilige Abschlusschiene
- 4
- erster Schenkel
- 6
- zweiter Schenkel
- 8
- Dehnungsbereich
- 10
- gebäudeseitige Dehnwand
- 12
- Dehnboden
- 14
- außenseitige Dehnwand
- 16
- Außenleistenbereich
- 18
- obere Abschlussfläche
- 20
- dritter Schenkel
- 22
- Tropfnase
- 24
- Aussparung
- 26
- Armierungsgewebe
- 28
- Ultraschallverschweißung
- 30
- Schwenkrichtung
- 32
- einteilige Abschlusschiene
- 34
- Stufe
- 36
- Wärmedämm-Verbundsystem
- 38
- Hauswand
- 40
- Wärmedämmung
- 42
- Putzschicht
- 44
- einteilige Abschlusschiene
- 46
- gebäudeseitiger Bereich des zweiten Schenkels
- 48
- Dehnungsbereich
- 50
- außenseitiger Bereich des zweiten Schenkels
1. Einteilige Abschlussschiene (2) für eine Bauwerks-Wärmedämmung oder eine Bauwerks-
Schalldämmung, aufweisend:
einen erster Schenkel (4), der zur Befestigung an dem Bauwerk vorgesehen ist,
einen zweiten Schenkel (6), der zur Anlage gegen eine Abschluss-Stirnseite der Dämmung
vorgesehen ist; und
einen Außenleistenbereich (16) mit einem dritten Schenkel (20), der zur Anlage gegen
die Außenseite der Dämmung vorgesehen ist;
wobei der erste Schenkel (4), der zweite Schenkel (6) und der Außenleistenbereich
(16) Kunststoff aufweisen; und
wobei in einem Übergangsbereich zwischen dem zweiten Schenkel (6) und dem Außenleistenbereich
(16) ein Dehnbereich (8) aus einem gegenüber dem Kunststoff des zweiten Schenkels
(6) und des Außenleistenbereichs (16) weicheren Kunststoff angeordnet ist, um eine
Anordnung des dritten Schenkels (20) in unterschiedlichen Abständen zu dem ersten
Schenkel (4) zu ermöglichen.
2. Einteilige Abschlussschiene (2) für eine Bauwerks-Wärmedämmung oder eine Bauwerks-
Schalldämmung, aufweisend:
einen erster Schenkel (4), der zur Befestigung an dem Bauwerk vorgesehen ist,
einen zweiten Schenkel (46, 50), der zur Anlage gegen eine Abschluss-Stirnseite der
Dämmung vorgesehen ist; und
einen Außenleistenbereich (16) mit einem dritten Schenkel (20), der zur Anlage gegen
die Außenseite der Dämmung vorgesehen ist;
wobei der erste Schenkel (4), der zweite Schenkel (46, 50) und der Außenleistenbereich
(16) Kunststoff aufweisen; und
wobei der zweite Schenkel (46, 50) einen Dehnbereich (48) aus einem gegenüber dem
restlichen Kunststoff des zweiten Schenkels (46, 50) weicheren Kunststoff aufweist,
um eine Anordnung des dritten Schenkels (20) in unterschiedlichen Abständen zu dem
ersten Schenkel (4) zu ermöglichen.
3. Abschlussschiene (2) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Dehnbereich (8) derart ausgebildet
und bemessen ist, dass Bautoleranzen während der Verarbeitung ausgeglichen und Bewegungen
im Putzanschlussbereich aufgenommen werden können, und/oder verschiedene Putzdicken
realisiert werden können.
4. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Dehnbereich
(8) derart ausgebildet und bemessen ist, dass sich die Abschlussschiene für Dämmungen
mit unterschiedlicher Dicke eignet.
5. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei an dem Außenleistenbereich
(16) ein netzartiges Armierungsmaterial (26) für auf die Dämmung aufzubringenden Putz
befestigt, insbesondere aufgeschweißt ist.
6. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Dehnbereich
(8) derart flexibel ausgebildet ist, dass er ein Verschwenken des Außenleistenbereichs
(16) zwischen einer eingeschwenkten Position, in welcher der dritte Schenkel (20)
im Wesentlichen parallel zu dem zweiten Schenkel (6) ausgerichtet ist, und einer ausgeschwenkten
Position, in welcher der dritte Schenkel (20) im Wesentlichen parallel zu dem ersten
Schenkel (4) ausgerichtet ist, erlaubt.
7. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Dehnbereich
(8) in Form einer Schlaufe mit einer ersten Dehnwand (10), die an dem zweiten Schenkel
(6) ansetzt, mit einer zweiten Dehnwand (14), die an dem Außenleistenbereich (16)
ansetzt und mit einem zwischen den beiden Dehnwänden (10, 14) angeordneten Dehnboden
(12) ausgebildet ist.
8. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Außenleistenbereich
(16) an der dem ersten Schenkel (4) zugewandten Seite einen Auflagebereich (18) aufweist,
der zur Anlage gegen eine Abschluss-Stirnseite der Dämmung vorgesehen ist.
9. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Außenleistenbereich
(16) einen nach unten ragenden Abschnitt aufweist (22), der eine Tropfnase für Wasser
bildet.
10. Abschlussschiene (30) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der zweite Schenkel
(6) eine Stufe (32) aufweist.
11. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der erste Schenkel
(4) und der zweite Schenkel (6) und/oder der Außenleistenbereich (16) aus einem harten
Kunststoff, insbesondere aus PVC, aus Polystyrol oder aus Polyurethan hergestellt
sind.
12. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Dehnbereich
(16) aus einem weichen, flexiblen Kunststoff, insbesondere aus Weich-PVC oder aus
einem thermoplastischen Elastomer hergestellt sind.
13. Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der erste Schenkel
(4), der zweite Schenkel (6), der Außenleistenbereich (16) und der Dehnbereich (8)
durch Koextrusion hergestellt sind.
14. Verwendung der einteiligen Abschlussschiene (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche
als unterer Abschluss einer Außenwärmedämmung einer Hauswand.
15. Verwendung der einteiligen Abschlussschiene (2) nach Anspruch 13, wobei der nach unten
stehende Abschnitt des Außenleistenbereichs (16) eine Tropfnase für Wasser bildet.