[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Holzlamellenteppiche, die sich insbesondere für
die Herstellung von Fertigparkett eignen.
[0002] Parkettböden bestehen aus einer Vielzahl aus miteinander verbundenen Einzelelementen,
den Parkettlamellen. Diese können einen einschichtigen oder einen mehrschichtigen
Aufbau haben.
[0003] Mehrschichtige Parkettlamellen weisen in der Regel eine Trittfläche aus Edelholz
aus und ein oder mehrere darunter angeordnete Trägerlagen. Diese bestehen bei hochwertigen
Parkettböden aus einer Vielzahl von Massivholzleisten, die in der Regel quer zur Längskante
einer Parkettfußbodenleiste angeordnet sind. Diese Leisten sind beispielsweise aus
Fichte oder einem sonstigen Holz hergestellt. Anstelle von Massivhölzern lassen sich
dafür auch andere Werkstoffe, wie Sperrholzleisten, verwenden.
[0005] Eine Vorrichtung zur Herstellung von Holzlamellenteppichen wird beschrieben in
DE 10 2006 008 605 A1.
[0006] Mehrschichtige Parkettlamellen sind somit aus mehreren Holzlagen aufgebaut, wobei
die oberste Schicht den eigentlichen Parkettboden bildet. Die darunter angeordneten
Trägerschichten haben die Aufgabe, das Holz weitgehend gegen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen
formstabil zu halten.
[0007] Bei der Herstellung von Fertigparkett kommen also Leistenlagen, sogenannte Holzlamellenteppiche
zum Einsatz. Diese bestehen aus einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten Leisten
bestehen, welche während des Parkettherstellungsverfahrens bewegt werden müssen, ohne
dabei ihren Aufbau zu verlieren. Erst zum Ende des Fertigungsprozesses werden die
einzelnen Schichten miteinander verleimt, und erhalten somit ihre endgültige Stabilität.
Während des Parkettfertigungsprozesses müssen die Holzlamellenteppiche so stabil sein,
dass sich einzelne Leisten bei der Handhabung nicht aus ihrer Position lösen und ein
aufwendiges Nachjustieren oder sogar eine erneute Zusammenstellung der Anordnung erforderlich
machen.
[0008] In der Vergangenheit hat man diese Anordnungen von Leisten so dicht gepackt, dass
sich die einzelnen Leisten dabei berührten und diese dann beispielsweise mit aufgeklebten
Papierstreifen fixiert. So wurden beispielsweise Leisten von etwa 1 m Länge eingesetzt.
Um ein Verschieben dieser Leisten gegeneinander zu verhindern, wurden diese mit zwei
Papierstreifen fixiert, die am oberen und am unteren Ende quer zur Länge aufgeklebt
worden waren. Diese so zusammengefügte Leistenbahn wurde in eine Maschine eingelegt,
damit anschließend die darauf folgenden weiteren Lagen aufgeklebt werden konnten.
Beim Einlegen in die Maschine kam es häufig vor, dass die Papierstreifen reißen und
die Leistenlagen von Hand korrigiert werden mussten. Außerdem verbrauchte diese Anordnung
vergleichsweise viel Material, da ein Kontakt zwischen den Leisten erforderlich war.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Holzlamellenteppichs,
der eine verbesserte mechanische Stabilität aufweist, einfach und mit wenig Materialeinsatz
herzustellen ist, der einfach zu verarbeiten ist, und der universell eingesetzt werden
kann.
[0010] Überraschend wurde gefunden, dass diese Aufgabe durch die Verwendung von Kunststoffmonofilamenten
gelöst werden kann.
[0011] Die Erfindung betrifft einen Holzlamellenteppich aus eine Vielzahl von in vorbestimmter
Anordnung zueinander angeordneter Holzleisten, die jeweils mindestens eine Nut aufweisen,
so dass auf mindestens einer Oberfläche des Holzlammellenteppichs sich eine durchgehende
Nut ausbildet, in die ein Kunststoff-Monofilament geklemmt ist, um den Holzlammellenteppich
zu stabilisieren.
[0012] Die Holzleisten können aus beliebigen Hölzern aufgebaut sein. Neben Massivholz lassen
sich auch Leisten aus Holzverbundstoffen einsetzen, wie Sperrholz oder Spanplatten.
Bevorzugte Hölzer sind Fichte, Kiefer oder Pappel.
[0013] Die Holzleisten können in beliebiger vorbestimmter Ordnung zueinander vorgelegt werden.
In einer Ausführungsform werden die Holzleisten parallel zueinander angeordnet, wobei
die einzelnen benachbarten Leisten einander berühren können oder vorzugsweise auf
Abstand gelegt sind. Diese letztere Ausführungsform ist materialsparend.
[0014] Durch die Anordnung der Holzleisten bildet sich ein Holzlamellenteppich in Gestalt
einer einfachen geometrischen Figur aus, beispielsweise eines Rechtecks oder eines
Trapezes. Üblicherweise weisen sämtliche Holzleisten die gleiche Länge auf; davon
kann aber auch abgewichen werden.
[0015] Die Ausrichtung der Holzleisten kann ebenfalls beliebig sein. Bildet die Anordnung
der Holzleisten ein Recheck aus, so können die Längsachsen der einzelnen Holzleisten
parallel zum Verlauf der Querseiten des Rechtecks angeordnet sein; die Längsachsen
können aber auch in einem ausgewählten Winkel zu den Querachsen des Rechtecks verlaufen.
[0016] Nach der Anordnung der Holzleisten, welche manuell, maschinell oder sowohl manuell
als auch maschinell erfolgen kann, wird das entstandene Gebilde fixiert, indem es
beispielsweise in einer Herstellvorrichtung eingeklemmt wird.
[0017] Sodann wird dieses Gebilde auf mindestens einer Seite mit mindestens einer Nut, vorzugsweise
mit zwei Nuten, versehen. Vorzugsweise werden parallel zur oberen Längsseite und zur
unteren Längsseite des Gebildes jeweils eine Nut angebracht.
[0018] Die Nut kann durch beliebige Behandlungsverfahren erzeugt werden. Beispiele dafür
sind Sägen oder insbesondere Fräsen.
[0019] Die Dimensionierung der Nut ist so zu wählen, dass das Kunststoff-Monofilament darin
eingeklemmt werden kann und dass ein ausreichender Klemmdruck entstehen kann, um das
Gebilde zu stabilisieren. Für den Einsatz von Kunststoff-Monofilamenten von etwa 1,6
mm Durchmesser weist die Nut üblicherweise eine Breite von etwa 1,5 mm auf.
[0020] In diese Nut wird ein Kunststoff-Monofilament gepresst. Dieses kann direkt im Anschluß
an die Fertigstellung der Nut erfolgen. Auch hier kann manuell, maschinell oder mit
einer Kombination von manuellen und maschinellen Maßnahmen gearbeitet werden.
[0021] Dieser Vorgang kann sich als schwierig erweisen, wenn mit wenig elastischen Materialien
gearbeitet wird. Oft kann das breitere Kunststoff-Monofil nur mit erheblichem Kraftaufwand
in die Nut gepresst werden oder es verbleibt nicht in der Nut.
[0022] Der Querschnittsform der erfindungsgemäß eingesetzten Monofilamente kann beliebig
sein, beispielsweise rund, oval oder n-eckig, wobei n größer gleich 3 ist.
[0023] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird ein Kunststoff-Monofilament mit
einem profilierten Querschnitt eingesetzt, der sich während des Einbringens in die
Nut zusammendrücken lässt und sich nach dem Einbringen in die Nut darin verkeilt.
[0024] Beispiele für profilierte Kunststoff-Monofilamente sind solche mit sternförmigem
Querschnitt; dabei handelt es sich um Kunststoff-Monofilamente mit einem rundem Basisquerschnitt,
welcher mehrere zackenförmige Profillippen aufweist; alternativ können aber auch tri-
oder multilobale oder w- oder z-förmige Querschnitte zum Einsatz kommen.
[0025] Die besonders bevorzugten Kunststoff-Monofilamente mit rundem Basisquerschnitt und
zackenförmigen Profillippen weisen mindestens fünf solcher Profillippen auf; die Form
der Zacken ist insbesondere dreieckig, rechteckig, halb-ellipsenförmig, ambossförmig
oder besteht aus einer Kombination dieser Formen sternförmigem Querschnitt
[0026] Die erfindungsgemäß eingesetzten Monofilamente können beliebigen Aufbau haben. Neben
den konventionellen Typen können Mehrkomponenten-Monofilamente, beispielsweise Kern-Schale
Konstruktionen, eingesetzt werden.
[0027] Nach der Fertigstellung des Holzlamellenteppichs kann dieser weiteren Bearbeitungsschritten
unterzogen werden. Das oder die eingeklemmten Kunststoff-Monofile stabilisieren den
Holzlammellenteppich so weit, dass er problemlos gehandhabt werden kann. Nach dem
Einbringen in eine weitere Maschine werden weitere Schichten des Parketts aufgebracht
und der gesamte Schichtaufbau schlussendlich zur fertigten Parkettlammelle verbunden.
Das Kunststoff-Monofilament kann nach der Erfüllung seiner Aufgabe in der Parkettlamelle
verbleiben oder während des weiteren Herstellprozesses der Parkettlamelle dem Holzlamellenteppich
wieder entnommen werden.
[0028] Grundsätzlich eignen sich Monofilamente aus allen schmelzspinnbaren Polymeren. Bevorzugt
werden Monofilamente aus Polyester, Polyamide oder Polyolefinen eingesetzt, besonders
bevorzugt Monofilamente aus aliphatischem Polyester. Letztere haben den Vorteil der
biologischen Abbaubarkeit. Das Polyester-Monofil lässt sich also nach dem bestimmungsgemäßen
Gebrauch problemlos kompostieren. Spätestens nach dem Ausmustern des Parketts kann
also zusammen mit dem Holz ein biologischer Abbau erfolgen.
[0029] Bei den biologisch abbaubaren Polymeren handelt es sich bevorzugt um Polymere abgeleitet
von einem aliphatischen Monomeren mit einer Carboxylgruppe oder einem polyesterbildendenden
Derivat, wie einer Carbonsäureestergruppe, und einer Hydroxylgruppe oder einem polyesterbildenden
Derivat, wie einer Ethergruppe, oder um Polymere abgeleitet von einer Kombination
eines aliphatischen Monomeren mit zwei Carboxylgruppen oder polyesterbildenden Derviaten
davon mit einem aliphatischen Diol oder polyesterbildenden Derivaten davon.
[0030] Der Begriff "aliphatischer Polyester" umfasst neben ausschließlich aus aliphatischen
und/oder cycloaliphatischen Monomeren aufgebauten Polyestern auch solche Polyester,
die neben aliphatischen und/oder cylcoaliphatischen Struktureinheiten geringe Anteile
aromatischer Struktureinheiten, solange dadurch die gute Bioabbaubarkeit dieser Polyester
nicht nachteilig beeinträchtigt wird.
[0031] Aliphatische Polyester abgeleitet von aliphatischen Monomeren mit einer Carboxylgruppe
und einer Hydroxylgruppe werden auch als Polyhydroxyalkanoate bezeichnet.
[0032] Beispiele für bevorzugte aliphatische Polyester dieses Typs sind Polyhydroxybutyrat,
Poly-(hydroxybutyrat-co-hydroxyvalerat), Poly-(hydroxybutyrat-co-polyhydroxy-hexanoat),
Polyglycolsäure, Poly-(epsilon-caprolacton) und besonders bevorzugt Polymilchsäure.
[0033] Beispiele für bevorzugte aliphatische Polyester, die sich von einer Kombination aliphatischer
Dicarbonsäuren mit einem aliphatischen Dialkohol ableiten, sind Poly-(butylensuccinat),
Poly-(ethylensuccinat), Poly-(butylenadipat), Poly-(ethylenadipat), Poly-(tetramethylenadipat/terephthalat).
[0034] Bei den erfindungsgemäß eingesetzten aliphatischen Polyestern kann es sich um unterschiedliche
Typen handeln. Solche Polymere sind thermoplastisch und sind dem Fachmann als bioabbaubare
Polymere bekannt.
[0035] Besonders bevorzugt eingesetzte aliphatische Polyester sind Homo- oder Copolymerisate
abgeleitet von Milchsäure und gegebenenfalls damit copolymerisierbaren aliphatischen
Comonomeren.
[0036] Weitere bevorzugte Kunststoff-Monofilamente sind solche aus anderen thermoplastischen
Polyestern. Beispiele dafür sind Polybutylenterephthalat, Polycyclohexandimethylterephthalat,
Polyethylen-naphthalat oder insbesondere Polyethylenterephthalat.
[0037] Ebenso bevorzugte Kunststoff-Monofilamente sind solche aus Polyolefinen, insbesondere
aus Polyethylen oder aus Polypropylen.
[0038] Die erfindungsgemäß eingesetzten Kunststoff-Monofilamente sind bekannt und können
nach bekannten Verfahren erzeugt werden.
[0039] Diese Kunststoff-Monofilamente können neben dem Polymeren noch weitere übliche Zusätze
enthalten. Beispiele dafür sind Verarbeitungshilfsmittel, Antioxidantien, Weichmacher,
Gleitmittel, Pigmente, Farbstoffe, Mattierungsmittel, Viskositätsmodifizierer oder
Kristallisationbeschleuniger.
[0040] Der Titer der erfindungsgemäßeingesetzten Kunststoff-Monofilamente kann in weiten
Bereichen schwanken. Beispiele dafür sind 100 bis 45.000 dtex, insbesondere 400 bis
7.000 dtex.
[0041] Die Erfindung betrifft auch die Verwendung von Kunststoff-Monofilamenten zur Fixierung
von Leisten in Holzlamellenteppichen.
[0042] Das nachfolgende Beispiel erläutert die Erfindung ohne diese zu begrenzen.
Beispiel
[0043] Der Rohstoff NatureWorks Polylactide Resin 6400D der Firma Nature Works LLC, 15305
Minnetonka, Blvd., Minnetonka, MN 55345, USA, wurde in einem Extruder aufgeschmolzen,
mittels einer Zahnradpumpe durch ein Spinnpack und eine Spinndüse gedrückt, in Wasser
abgeschreckt, dreistufig unter Wärmeeinwirkung verstreckt und aufgespult.
[0044] Zum Verspinnen wurden verschiedene Düsen mit Sternprofilen verwendet. Die Querschnittsaufnahmen
der dabei erzeugten Monofilamente sind in den Figuren 1 bis 5 dargestellt.
[0045] Die Kerndurchmesser lagen bei sämtlichen Monofilamenten im Bereich zwischen 1,2 und
1,4 mm; die Durchmesser, gemessen von den Spitzen der Profile, im Bereich von 1,6
bis 1,8 mm.
[0046] Die hergestellten Monofile wiesen folgende textilen Kenndaten auf: Zugfestigkeiten
gemäß DIN EN/ISO 2062: mehr als 425 N
spezifische Zugfestigkeiten: mehr als 26 cN/tex
Bruchdehnungen gemäß DIN EN/ISO 2062: mehr als 30 %
freier Heißluftschrumpf gemäß DIN 53843 bei 160°C: 36 %
[0047] In die parallel liegenden Latten wurden senkrecht zur Längsrichtung mehrere Nute
eingefräst. In diese Nute wurden jeweils Monofile eingepresst, bevorzugt Monofile
mit Sternprofil. Dadurch wurden die Latten auf konstantem Abstand gehalten. Anschließend
wurden die oberen Holzlagen des Parketts aufgeklebt. Danach verloren die Monofile
ihre Funktion. Die Monofile konnten vor dem Aufkleben der oberen Holzlagen wieder
entfernt und anschließend kompostiert werden; alternativ konnten die Monofile im Parkett
verbleiben und nach Ende der Nutzungsdauer zusammen mit dem Parkett kompostiert werden.
1. Holzlamellenteppich aus eine Vielzahl von in vorbestimmter Anordnung zueinander angeordneter
Holzleisten, die jeweils mindestens eine Nut aufweisen, so dass auf mindestens einer
Oberfläche des Holzlammellenteppichs sich eine durchgehende Nut ausbildet, in die
ein Kunststoff-Monofilament geklemmt ist, um den Holzlammellenteppich zu stabilisieren.
2. Holzlamellenteppich nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoff-Monofilament eine runde, ovale, sternförmige, tri- oder multilobale,
w-förmig, z-förmige oder n-eckige-Querschnittsform aufweist, wobei n größer gleich
3 ist.
3. Holzlamellenteppich nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die sternförmige Querschnittsform einen runden Basisquerschnitt und mindestens fünf
zackenförmige Profillippen aufweist
4. Holzlamellenteppich nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Form der Zacken dreieckig, rechteckig, halb-ellipsenförmig oder ambossförmig
ist oder aus einer Kombination dieser Formen besteht.
5. Holzlamellenteppich nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoff-Monofilament ausgewählt wird aus der Gruppe der Polyester-, Polyamid-
oder Polyolefin-Monofilamente.
6. Holzlamellenteppich nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Polyester ein aliphatischer Polyester ist.
7. Holzlamellenteppich nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der aliphatische Polyester ausgewählt wird aus der Gruppe Polyhydroxybutyrat, Poly-(hydroxybutyrat-co-hydroxyvalerat),
Poly-(hydroxybutyrat-co-polyhydroxy-hexanoat), Polyglycolsäure, Poly-(epsilon-caprolacton),
Polymilchsäure, Poly-(butylensuccinat), Poly-(ethylensuccinat), Poly-(butylenadipat),
Poly-(ethylenadipat), Poly-(tetramethylenadipat / terephthalat).
8. Verwendung von Kunststoff-Monofilamenten zur Fixierung von Leisten in Holzlamellenteppichen.