[0001] Die Erfindung betrifft einen Kaminofen mit einer Regelung der Luftzufuhr entsprechend
dem Oberbegriff der Anspruches 1.
[0002] Regelungen der Luftzufuhr bei Kaminöfen sind beispielsweise aus der
WO 1999/64789 A, aus der die
EP 1 084 370 B hervorging, bekannt. Der Anspruch 1 ist ausgesprochen allgemein gehalten und schützt
einen Ofen mit einem Steuergerät, wobei getrennte Lufteintritte für Primär- und Sekundärluft
und für Tertiärluft vorgesehen sind, die individuell geregelt werden können, sodass
die verschiedenen Luftzutritte, beziehungsweise die verschiedenen Luftmengen an die
jeweiligen Betriebsbedingungen anpassbar sind. Dies ist zwar universell verwendbar,
aber äußerst aufwendig und letztlich störanfällig.
[0003] Aus der
DE 103 24 634 A ist es bekannt, in einem Luftzufuhrkanal mehrere Öffnungen vorzusehen, die in getrennte
Luftkanäle münden, wobei durch einen Hebel, der für jede Öffnung ein Absperrorgan
trägt, die Öffnungen freigegeben bzw. verschlossen werden können. Die Bewegung der
Absperrorgane erfolgt über Nocken gegen deren Gewicht. Wegen der Verschmutzungsgefahr,
der notwendigerweise großen Toleranzen und der hohen Reibung bei der Bewegung entlang
der Steuerflächen ist diese Vorrichtung störanfällig und unzuverlässig.
[0004] Kaminöfen, auf die sich die Erfindung insbesondere bezieht, weisen einen Rost auf,
auf dem der feste Brennstoff ruht und eine im Wesentlichen vertikale Sichtscheibe,
da der Kaminofen nicht nur wie ein Ofen die Umgebung erwärmen soll, sondern dabei
auch, wie ein Kamin, den Blick auf das Feuer gestatten soll. Bei derartigen Kaminöfen
wird ein Teil der Verbrennungsluft, Primärluft genannt, dem Brennraum durch den Rost
zugeführt, ein weiterer Teil der Verbrennungsluft, Sekundärluft genannt, wir dem Brennraum
oberhalb der Sichtscheibe zugeführt und dient dazu, die Ansammlung von Rauch, der
das Bild des verbrennenden Feststoffes trüben könnte, zu vermeiden und es wird weiters
sogenannte Düsenluft zugeführt und zwar in einem Bereich der Rückwand des Brennraumes
oberhalb des Rostes. Auch die Düsenluft dient im Wesentlichen der Schaffung eines
optisch befriedigenden Bildes des Brennvorganges.
[0005] Es ist nun zur Schaffung eines Feuers der gewünschten Intensität, der Herstellung
eines befriedigenden optischen Bildes des Brandes und der möglichsten Reduktion der
Emissionen notwendig, die Mengen der jeweils zugeführten Luft, damit werden immer
die Mengen pro Zeiteinheit verstanden, zu regeln.
[0006] Erfindungsgemäß geschieht dies in Abhängigkeit von der Temperatur des Abgases und
seiner zeitlichen Änderung bei der im Folgenden beschriebenen, dem kennzeichnenden
Teil des Anspruches 1 entsprechenden Vorrichtung; wobei die Beschreibung zuerst einen
erfindungsgemäßen Kaminofen und sodann das Verfahren beschreibt. Die Unteransprüche
definieren vorteilhafte Ausgestaltungen.
[0007] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
die Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Kaminofen in Frontansicht,
die Fig. 2 den Ofen der Fig. 1 im Schnitt entlang der Linie II-II der Fig. 1,
die Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III der Fig. 1,
die Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV der Fig. 1 und
die Fig. 5 einen Überblick über die Verfahrensschritte und Verfahrenszustände.
[0008] Wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, weist ein in seiner Gesamtheit mit 1 bezeichneter
erfindungsgemäßer Kaminofen einen zentralen Luftanschluss 2 auf, mit dem die Verbrennungsluft
in eine Verteilerkammer 3 gelangt. Der Boden der Verteilerkammer 3 weist eine im Wesentlichen
kreisförmige Ausnehmung auf, die durch eine Reglerscheibe 4 abgedeckt wird. Die Reglerscheibe
4 weist verschiedene Ausnehmungen bzw. Öffnungen 11 auf, über die weiter unten Näheres
ausgeführt werden wird.
[0009] Unterhalb der Verteilerkammer 3 befinden sich drei Kanäle: Kanal 5 für die Düsenluft,
Kanal 6 für die Sekundärluft und Kanal 7 für die Primärluft. Zwischen den Kanälen
sind Trennwände 8 vorgesehen, diese dichten im notwendigen Ausmaß auch die einzelnen
Kanäle gegen die Reglerscheibe 4 ab, sodass, je nach deren Winkellage, verschieden
große Flächenanteile der Öffnungen 11 der Reglerscheibe eine Verbindung zu jedem einzelnen
der Kanäle 5, 6, 7 herstellt. Auf diese Weise ist es möglich, die Verteilung der gesamt
eintretenden Verbrennungsluft in weiten Grenzen auf den Primärluftkanal 7, den Sekundärluftkanal
6 und den Düsenluftkanal 5 zu verteilen.
[0010] Die Weiterleitung der drei Luftströme mittels von einander getrennten Kanälen erfolgt
auf übliche Weise und bedarf hier keiner weiteren Erläuterung, ebenso die jeweiligen
Eintrittsstellen dieser Kanäle in die Brennkammer. Bedeutsam ist noch, dass der Regelmotor
12 für die Durchführung der Drehbewegung der Reglerscheibe 4 bevorzugt im mittleren
Kanal, beim gezeigten Ausführungsbeispiel somit im Düsenluftkanal 5, angeordnet ist
und entweder an einem die beiden Abtrennungen 8 miteinander verbindenden Stück Blech
oder direkt an den beiden Abtrennungen befestigt ist. Es kann auch vorgesehen sein,
dass der Motor 12 durch die Form seines Gehäuses quasi im Düsenluftkanal 5 drehfest
angeordnet ist, sodass bei seinem Betrieb die Verdrehung der Reglerscheibe 4 nur durch
das Reaktionsmoment erfolgt. Dies hat den Vorteil, dass thermisch bedingte Änderung
der Geometrie nicht zu einem Fixieren der Reglerscheibe 4 führen können, da der Antriebsmotor
12 die entsprechenden Positionsänderungen mitmachen kann. An der Fig. 2 mit 9 bezeichneten
Stelle, somit dem Rauchrohrstutzen, der die Verbindung mit dem (nicht dargestellten)
Kamin darstellt, ist ein Temperaturfühler 10 angeordnet, der die Temperatur des den
Ofen verlassenden Rauchgases misst.
[0011] Aus dieser Rauchgastemperatur wird auf die Feuerraumtemperatur zurückgeschlossen,
was auf verschiedene Weise geschehen kann: Einerseits ist es möglich, aufgrund der
Versuche, die alle Kaminöfen vor Ihrer Zulassung zum Verkauf durchmachen müssen, den
Zusammenhang empirisch zu ermitteln und in Form einer Tabelle oder graphisch bzw.
elektronisch festzulegen. Es ist aufgrund der bekannten Gesetze der Thermodynamik
in Kenntnis der Geometrie des Ofens und in Kenntnis der verwendeten Materialien auch
möglich, eine entsprechende Rückrechnung vorzunehmen. Es soll darauf hingewiesen werden,
dass es nur bedingt möglich ist, solche Zusammenhänge von einem Kaminofen auf einen
anderen zu übertragen, ohne die Unterschiede in der Bauweise, Größe, Brennleistung,
etc. entsprechend zu berücksichtigen.
[0012] Die Regelvorrichtung besteht im Wesentlichen aus folgenden Teilen: Einem Temperaturfühler
10, der am Rauchrohrstutzen 9 positioniert ist und mit dem die Abgastemperatur gemessen
wird; einem Reglergehäuse mit der dazugehörigen Reglerscheibe 4, in der geometrisch
unterschiedliche Öffnungen 11 angeordnet sind; einer Elektronikeinheit und einem Antriebsmotor
12 der die Reglerscheibe 4 bewegt, die Elektronikeinheit ist in einem Reglerkasten
integriert.
[0013] Im Reglergehäuse befinden sich die drei voneinander getrennten Luftkanäle für die
Primärluft 7, Sekundärluft 6 und Düsenluft 5. Anhand der errechneten oder durch die
oben erwähnte Umrechnungstabelle/Graphik bestimmte Brennraumtemperatur wird die Reglerscheibe
4 mittels des Antriebsmotor 12 in die jeweilig vorbestimmte Stellung gebracht, so
dass entsprechend der Heizleistung die Verbrennungsluft über die jeweiligen Luftkanäle
dem Brennraum 14 zugeführt wird. Je nach Stellung der Reglerscheibe kann die Verbrennungsluft
über einen, zwei oder gleichzeitig über alle drei Luftkanäle in vorbestimmten Verhältnissen
dem Brennraum zuströmen.
[0014] Prinzipiell ist es somit so, dass die unterhalb des Rostes durch einen zentralen
Anschluss zugeführte externe Verbrennungsluft in eine Verteilerkammer gelangt, die
an einer ihrer horizontalen Stirnseiten, bevorzugt der Bodenseite, mit einer drehbaren
Reglerscheibe abgeschlossen ist, die Öffnungen oder Einschnitte aufweist, durch die
die Luft aus der Verteilerkammer in einen von drei auf der anderen Seite der Reglerscheibe
angeordneten Kanälen gelangt.
[0015] Durch Wahl der entsprechenden Winkellage der Reglerscheibe und somit der darauf passend
geformten und angeordneten Durchbrechungen bzw. Ausnehmungen ist es möglich, die drei
benötigten Luftströme in weitem Bereich dem momentanen Betriebszustand anzupassen.
Beschreibung der Regelung:
[0016] In Fig. 4 sind die Bezeichnungen der einzelnen Regel- bzw. Betriebszustände in ovalen
Feldern angeführt, wobei statt "Erster" etc. kurz "1" etc. angegeben ist. Die Pfeile
stellen die Übergänge von einem Zustand in den anderen dar, im Verlauf der Pfeile
sind die Bedingungen, die die Regelelektronik veranlasst, von einem Zustand in den
anderen zu schalten, angegeben.
[0017] Die angegebenen Werte stellen reine Beispielsangaben dar, die nicht symbolisch sind,
aber doch nur größenordnungsmäßig stimmen und vor allem an den einzelnen, real gegebenen
Kaminofen angepasst werden müssen.
[0018] Die Abgastemperatur bzw. Rauchgastemperatur T
RG wird am Rauchrohrstutzen 9 mit einem handelsüblichen Temperaturfühler 10 gemessen
und über ein mathematisches Modell, welches auf der elektronischen Platine bzw. einem
EPROM gespeichert ist, wird aus der gemessenen Abgastemperatur die Feuerraumtemperatur,
im Folgenden oft einfach Temperatur genannt, bestimmt. Die so bestimmte Feuerraumtemperatur
T
FR und der Gradient, mit der sich die Feuerraumtemperatur über die Zeit erhöht oder
verringert (T
FR '), sind die Regelgrößen, die in weiterer Folge zur Regelung herangezogen werden
und schließlich zur Bewegung der Reglerscheibe 4 führen.
[0019] Das Regelungskonzept beruht darauf, dass die zugeführte Verbrennungsluftmenge sowie
deren Aufteilung auf Primärluft, Sekundärluft und Düsenluft optimal an die unterschiedlichen
Phasen des Abbrandzyklus eines Kaminofens angepasst werden. Dazu wird die Reglerscheibe
4 verwendet. Es existiert eine weitere Zuluftöffnung 13 für die Sekundärluft, die
ungeregelt ist und so einen minimalen Strom an Sekundärluft sicherstellt, wodurch
eine Verschmutzung der Sichtscheibe verhindert wird.
[0020] Die Regelung verwendet die auf die eine oder andere Weise "bestimmte" Feuerraumtemperatur
T
FR und ihre zeitliche Ableitung T
FR' als Regelgröße. Auf Basis des jeweiligen Wertes für die Feuerraumtemperatur T
FR und ihrer zeitlichen Ableitung T
FR' erkennt die Regelung, in welcher Betriebsphase sich der Ofen befindet bzw. wann
der Ofen von einer Abbrandphase in eine andere Abbrandphase wechselt, und die Luftverteilungsscheibe
wird mittels des Motors 12 samt Getriebe in die dem Betriebszustand entsprechende
Position gefahren.
[0021] Dabei wird zwischen dem Ruhezustand, zwei Anheizphasen, einer Anbrennphase, einer
Hauptbrennphase sowie zwei unterschiedlichen Ausbrandphasen unterschieden. Für jede
dieser Abbrandphasen ist eine Stellung der Luftverteilungsscheibe definiert, bei der,
auf diesen Betriebszustand hin optimierte Mengen an Primärluft, Scheibenluft und Düsenluft
zugeführt werden.
Beispielsweiser Ablauf beim Beheizen des Ofens:
[0022] Der Ofen wird vom Benutzer, beginnend im Ruhezustand, mittels (beispielsweise) dreimaliger
Brennstoffauflage, die in zeitlichem Abstand voneinander erfolgt, angeheizt. Im Ruhezustand
ist die Reglerscheibe in der ersten Reglerstellung. Die Regelelektronik stellt den
Anstieg der Temperatur und die Geschwindigkeit des Anstiegs fest. Wenn diese höher
ist, als es der Startänderung T
FR,Start' (beispielsweise 3°C/min) entspricht, so erkennt sie den Beginn eines Heizvorganges,
nämlich die erste Anheizphase, lässt aber die Reglerscheibe 4 noch in der ersten Reglerstellung.
[0023] Sodann gibt es zwei Möglichkeiten:
- A) Wenn die errechnete Feuerraumtemperatur TFR für einen längeren Zeitraum als eine vorbestimmte Endzeit τ Ende (beispielsweise 300sec) niedriger ist als eine vorbestimmte Endtemperatur T Ende
(beispielsweise 200°C), beispielsweise, weil nicht ausreichend Brennmaterial im Ofen
ist, so erkennt die Regelelektronik das Ende des Brennvorganges und stellt die Reglerscheibe
4 wieder in die erste Reglerstellung, der Ruhezustand ist erreicht, der Zyklus ist
beendet.
- B) Wenn die errechnete Feuerraumtemperatur TFR höher wird, als die vorgegebene Anheiztemperatur T Anheiz (beispielsweise 700°C), gegebenenfalls unter der Maßgabe, dass die Überschreitung
über eine vorbestimmte Zeit τ Anheiz (beispielsweise 300sec) erfolgen muss (ausreichende Brennstoffmenge), so verstellt
die Regelelektronik die Reglerscheibe 4 von der ersten Reglerstellung in die zweite
Reglerstellung, die zweite Anheizphase ist erreicht.
[0024] Ausgehend von der zweiten Anheizphase gibt es, in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung
der Feuerraumtemperatur T
FR, drei Möglichkeiten:
- A) Wenn die Feuerraumtemperatur TFR für einen längeren Zeitraum als eine vorbestimmte Endzeit τ Ende (beispielsweise 300sec) niedriger ist als eine vorbestimmte Endtemperatur T Ende (beispielsweise 200°C) (Brennstoffende), so erkennt die Regelelektronik das Ende
des Brennvorganges und stellt die Reglerscheibe 4 wieder in die erste Reglerstellung,
der Ruhezustand ist erreicht, der Zyklus ist beendet.
- B) Wenn die Änderung (Verringerung) der Feuerraumtemperatur TFR' kleiner (= schneller) ist, als es einer ersten Übergangsgeschwindigkeit TFR41a' (beispielsweise -7,5°C/sec) entspricht (Öffnen der Brennraumtür zum Nachlegen),
so erkennt die Regelelektronik den die Notwendigkeit des Übergangs des Brennvorganges
in die sogenannte Anbrennphase und stellt die Reglerscheibe 4 wieder in die erste
Reglerstellung.
- C) Wenn die Änderung (Verringerung) der Feuerraumtemperatur TFR' kleiner (= schneller) ist, als es einer zweiten Übergangsgeschwindigkeit TFR41b' (beispielsweise -5,0°C/sec) entspricht, dies aber bei einer Temperatur, die unter
einer sogenannten ersten Übergangstemperatur T FR41 liegt, so erkennt die Regelelektronik ebenfalls den Übergang des Brennvorganges in
die sogenannte Anbrennphase und stellt die Reglerscheibe 4 wieder in die erste Reglerstellung.
[0025] Nach dem Erreichen der Anbrennphase gibt es, in Abhängigkeit des weiteren Verlaufes
der Feuerraumtemperatur T
FR, zwei Möglichkeiten:
- A) Wenn die Feuerraumtemperatur TFR niedriger ist als eine vorbestimmte Endtemperatur T Ende (beispielsweise 200°C), gegebenenfalls erst nach einem längeren Zeitraum als eine
vorbestimmte Endzeit τ Ende (beispielsweise 300sec) (Brennstoffende), so erkennt die Regelelektronik das Ende
des Brennvorganges, belässt die Reglerscheibe 4 in der ersten Reglerstellung, der
Ruhezustand ist erreicht, der Zyklus ist beendet.
- B) Wenn die Feuerraumtemperatur TFR über eine vorbestimmte Hauptbrenntemperatur T Phase12 (beispielsweise 680°C) steigt, so erkennt die Regelelektronik den Übergang des Brennvorganges
in die sogenannte Hauptbrennphase und stellt die Reglerscheibe 4 wieder (nach der
zweiten Anheizphase) in die zweite Reglerstellung.
[0026] Nach dem Erreichen der Hauptbrennphase wird diese beibehalten, bis das Unterschreiten
einer Ausbrandtemperatur T
FR23 und/oder eine Abkühlgeschwindigkeit unter (= schneller) einer vorgegebenen Ausbrandtemperaturabsenkung
T
FR23' (beispielsweise -7,5°C/sec, entspricht dem Nachlegen von Brennstoff) festgestellt
wird. So wird von der Regelelektronik erkannt, dass die erste Ausbrandphase erreicht
ist, und die Reglerscheibe 4 wird in ihre dritte Reglerstellung gebracht.
[0027] Nach dem Erreichen der ersten Ausbrandphase gibt es drei Möglichkeiten:
- A) Wenn die Änderung (Verringerung) der Feuerraumtemperatur TFR' kleiner (= schneller) ist, als es der ersten Übergangsgeschwindigkeit TFR41a' (beispielsweise -7,5°C/sec, Nachlegen) entspricht, so erkennt die Regelelektronik
den Übergang des Brennvorganges in die sogenannte Anbrennphase und stellt die Reglerscheibe
4 wieder in die erste Reglerstellung.
- B) Wenn die Änderung (Verringerung) der Feuerraumtemperatur TFR' kleiner (= schneller) ist, als es der zweiten Übergangsgeschwindigkeit TFR41b' (beispielsweise -5,0°C/sec) entspricht, dies aber bei einer Temperatur, die unter
der sogenannten ersten Übergangstemperatur T FR41 liegt, so erkennt die Regelelektronik ebenfalls den Übergang des Brennvorganges in
die sogenannte Anbrennphase und stellt die Reglerscheibe 4 wieder in die erste Reglerstellung.
- C) In allen anderen Fällen wird von der Regelelektronik nach einer Wartezeit (beispielsweise
zwei Minuten) der Übergang in die zweite Ausbrandphase erkannt und die Reglerscheibe
4 in ihre vierte Reglerstellung gebracht.
[0028] Nach dem Erreichen der zweiten Ausbrandphase gibt es drei Möglichkeiten:
- A) Wenn die Änderung (Verringerung) der Feuerraumtemperatur TFR' kleiner (= schneller) ist, als es der ersten Übergangsgeschwindigkeit TFR41a' (beispielsweise -7,5°C/sec, Nachlegen) entspricht, so erkennt die Regelelektronik
den Übergang des Brennvorganges in die sogenannte Anbrennphase und stellt die Reglerscheibe
4 wieder in die erste Reglerstellung.
- B) Wenn die Änderung (Verringerung) der Feuerraumtemperatur TFR' kleiner (= schneller) ist, als es der zweiten Übergangsgeschwindigkeit TFR41b' (beispielsweise -5,0°C/sec) entspricht, dies aber bei einer Temperatur, die unter
der sogenannten ersten Übergangstemperatur T FR41 liegt, so erkennt die Regelelektronik ebenfalls den Übergang des Brennvorganges in
die sogenannte Anbrennphase und stellt die Reglerscheibe 4 wieder in die erste Reglerstellung.
- C) Wenn die errechnete Feuerraumtemperatur TFR niedriger ist als eine vorbestimmte Endtemperatur T Ende (beispielsweise 200°C) (beispielsweise, weil nicht mehr ausreichend Brennmaterial
im Ofen ist), so erkennt die Regelelektronik das Ende des Brennvorganges und stellt
die Reglerscheibe 4 wieder in die erste Reglerstellung, der Ruhezustand ist erreicht,
der Zyklus ist beendet.
[0029] In den einzelnen Reglerstellungen liegen beispielsweise folgende Verhältnisse der
Größen der einzelnen Öffnungen (in mm
2) vor, wobei stets zusätzlich die Sekundärluftöffnung 13 mit einer Größe von 325 mm
2 offen ist:
| Reglerstellung |
Phasen |
Primärluft |
Sekundärluft |
Düsenluft |
| Erste |
Ruhe, 1.Anheiz., Anbrenn. |
460 |
1570 |
450 |
| Zweite |
2. Anheiz., Hauptbrenn. |
0 |
2420 |
2570 |
| Dritte |
1. Ausbrand. |
0 |
1750 |
130 |
| Vierte |
2. Ausbrand. |
90 |
1650 |
0 |
[0030] Diese Verteilung der Luft, insbesondere der Primärluft, die ja von unten durch den
Rost direkt in den Brennstoff strömt, bewirkt, dass vom Ruhezustand (erste Reglerstellung)
weg und in der ersten Anheizphase (erste Reglerstellung) ein rascher Start und ein
rasches Anbrennen des aufgelegten Brennstoffes erreicht wird, und dass während der
zweiten Ausbrandphase (vierte Reglerstellung) eventuelle Brennstoffreste zügig an-
und abbrennen, was unter Umständen (Nachlegen von Brennstoff) zu einem (erneuten)
Anfachen des Feuers und wieder in die Anbrennphase führt; meist aber zum Absenken
der Temperatur und damit in den Ruhezustand.
[0031] Während der zweiten Anheizphase (zweite Reglerstellung) wird durch das Absperren
der Primärluft und die insgesamt starke Luftzufuhr ein stabiles, aber nicht übermäßig
loderndes Feuer erzielt, was eine gute und ausdauernde Heizleistung bewirkt. Kommt
es dabei zu einem Absinken der Temperatur, so wird durch den Übergang zur Anbrennphase
(erste Reglerstellung) mit ihrem Primärluftanteil das Feuer weiter in Gang gehalten.
[0032] Bei Überschreiten der vorbestimmten Hauptbrenntemperatur T
Phase12 während der Anbrennphase (erste Reglerstellung), was im Wesentlichen durch den Primärluftanteil
geschehen kann, erfolgt der Übergang in die Hauptbrennphase (zweite Reglerstellung),
bei der keine Primärluft zugeführt wird, was zu einer Beruhigung führt.
[0033] Wenn kein neuer Brennstoff aufgelegt wird, so sinkt schließlich die Temperatur, die
erste Ausbrandphase ohne Primärluft und insgesamt reduzierter Luftzufuhr wird erreicht,
gefolgt von der bereits weiter oben beschriebenen zweiten Ausbrandphase mit gewisser
Zufuhr an Primärluft, entweder zur Beendigung oder zum Anfachen des Brandes.
[0034] Über die drei Phasenübergänge beim Feststellen eines raschen Temperaturabfalls ist
noch auszuführen, dass ein derart rascher Temperaturabfall nur durch das Öffnen der
Türe beim Nachlegen von Brennstoff bewirkt werden kann, was jedes Mal den Übergang
auf die Anbrennphase mit hohem Primärluftanteil bewirkt. Der langsamere Abfall der
Temperatur ist durch das Ende bzw. das nahende Ende des Verbrennungsprozesses durch
Brennstoffmangel bedingt und führt zu entsprechender Reaktion der Regelung.
[0035] Die in der Zeichnung dargestellten Öffnungen und die in der Beschreibung angeführte
Parameter, Temperaturen und Zeitabläufe, die in der elektronischen Regelung eingestellt
sind, sind an die Heizleistung, an die Geometrie des Brennraumes und an die Brennraumauskleidung
(Schamott) des zur Beschreibung herangezogenen Kaminofens angepasst. Bei einer veränderten
Brennraumgeometrie oder bei Veränderung der Heizleistung, bei Veränderung der Brennraumauskleidung
etc. müssen die Öffnungen und die Stellungen der Reglerscheibe bzw. die Parameter,
Temperaturen und Zeitabläufe verändert bzw. angepasst werden.
[0036] Durch die erfindungsgemäße Regelung erreicht man es, sowohl die Emissionen des Heizgases
(CO-Gehalt, Staubgehalt, OGC-Emissionen [organischer Kohlenstoff, wegen der Gesundheitsgefahr
ein wesentlicher Wert für die Belastung der Umwelt, kann durch hohe Verbrennungstemperaturen
besonders zu Beginn des Brennvorganges reduziert werden]) sehr stark zu reduzieren,
als auch den Wirkungsgrad des Ofens erheblich zu erhöhen.
[0037] Der dargestellte Verstellmotor ist bevorzugt mit einer Rutschkupplung ausgestattet,
dadurch kann die Reglerscheibe, wenn z.B. der Strom ausfällt oder der Motor kaputt
geht, auch mit der Hand verstellt werden. Somit ist auch in Ausnahmesituationen ein
Notbetrieb des Ofens möglich.
[0038] Es können selbstverständlich weitere Phasen mit weiteren Stellungen der Reglerscheibe
vorgesehen werden, für das Verfahren ist es auch nicht notwendig, dass eine Reglerscheibe
eingesetzt wird, wenn auch wegen der Regelung von einem gemeinsamen Verteilerkasten
aus die Regelung sehr zuverlässig und von den Außenbedingungen unabhängig wird. Es
ist für das Verfahren ebenso möglich, einzelne Klappen oder Schieber einzeln anzusteuern,
wenn es auch einen größeren apparativen Aufwand mit sich bringt. Für den Kaminofen
wiederum ist die Verwendung der Reglerscheibe von großem Wert, auch dann, wenn damit
ein anderer Verfahrensablauf verwirklicht wird.
[0039] Es ist weiters möglich, auf eine der beiden oder auch auf beide Anheizphasen zu verzichten,
dadurch wird die Dauer bis zum erreichen eines stabilen Feuers verlängert, was mit
einer Anhebung der Schadstoffemissionen einhergeht. Insbesondere in Ländern oder Regionen
mit gering ausgeprägtem Umweltbewusstsein ist dies eine Möglichkeit einer, wenn auch
nicht zu billigenden Vereinfachung.
[0040] Schließlich sind die angegebenen Zeiten, Temperaturen und Temperaturgradienten nur
als Richtwerte zu verstehen und von Fall zu Fall anzupassen.