[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf elektrische Vorschaltgeräte für Leuchtstofflampen,
auf entsprechende Lampenvorrichtungen und auf ein entsprechendes Verfahren.
[0002] Das menschliche Auge nimmt bei Leuchtstofflampen, die mit niedriger Lichtintensität
betrieben werden, bereits kleinste Helligkeitsunterschiede als störend wahr.
[0003] Besonders bei der Bühnen- und Showtechnik, bei der Beleuchtung von Kinosälen und
Theatern, aber auch in zahlreichen anderen Bereichen besteht der Wunsch nach Leuchtstofflampen,
die ohne Einschränkung stufenlos regelbar sind. Speziell auch bei Anwendungen, die
das farbige Licht verschiedener Leuchtstofflampen mischen, kommt es darauf an, dass
die einzelnen Leuchtstofflampen stufenlos regelbar sind.
[0004] Früher waren elektrische Vorschaltgeräte für T5-Leuchtstoffröhen nicht in der Lage,
die Helligkeit der Röhre stufenlos von 0 bis 100% zu steuern. Mit neueren Vorschaltgeräten
ist dies mittlerweile möglich. Als Beispiel ist das Leuchteneinbaugerät der VIP90®-Familie
genannt, das von se Lightmanagement AG, Schweiz, angeboten wird. Details eines solchen
Vorschaltgeräts sind in der Europäischen Patentanmeldung
EP 06 115 296.3 beschrieben, die am 27.12.2006 eingereicht und unter der Nummer
EP 1 737 281 publiziert wurde.
[0005] Als ein Nachteil der neueren Vorschaltgeräte wird angesehen, dass sich beim Dimmen
auf 0% teilweise ein Flackern einstellt, das für das menschliche Auge sichtbar ist.
Es gibt daher einen Bedarf, Leuchtstofflampen bereit zu stellen, die stufenlos bis
hinunter zu 0% geregelt werden können ohne dass ein Flackern auftritt.
[0006] Bei Vorschaltgeräten, die nicht im Bereich zwischen 0 und 3% dimmbar sind, tritt
das Problem des Flackerns weniger auf. Erst bei den neueren Vorschaltgeräten ergibt
sich also das Problem des Flackerns.
[0007] Ausserdem haben Untersuchungen gezeigt, dass je nach Verdrahtung des Vorschaltgeräts
die Leuchtröhren eine verkürzte Lebensdauer gegenüber ungedimmten Leuchtröhren haben
können. Auch hier besteht ein Verbesserungsbedarf.
[0008] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung ein elektronisches Vorschaltgerät für einen
Leuchtstofflampe bereitzustellen, das es erlaubt die Leuchtstofflampe ohne Flackern
und ohne Lebensdauereinbusse scheinbar stufenlos im gesamten Bereich zwischen 0 und
100% zu regeln.
[0009] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung ein elektronisches Vorschaltgerät für eine
Leuchtstofflampe bereitzustellen, das die Nachteile bekannter Vorschaltgeräte behebt.
[0010] Ausserdem ist es eine Aufgabe der Erfindung eine entsprechende Lampenvorrichtung
bereitzustellen, um eine oder mehrere Leuchtstofflampen ohne Flackern und ohne Lebensdauereinbusse
scheinbar stufenlos im Bereich zwischen 0 und 100% regeln zu können.
[0011] Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Ansteuern einer Leuchtstofflampe zeichnet sich
dadurch aus, dass die Vorrichtung eine Autoparametrisierung durchführt, um etwaige
Toleranzen der Leuchtstofflampen, unterschiedlich lange Leitungen und andere Faktoren
ausgleichen zu können. Zu diesem Zweck wird gemäss Erfindung eine Leuchtstofflampe
mit Verdrahtung, die an eine erfindungsgemässe Vorrichtung angeschlossen wurde, ausgemessen.
Nach dem Ausmessen werden Einstellungsparameter ermittelt, die für die Leuchtstofflampe
ideal sind. Diese Einstellungsparameter (hier Ideal-Einstellungsparameter genannt)
werden in einem Speicher abgespeichert. Beim Betreiben der Leuchtstofflampe werden
dann die Ideal-Einstellungsparameter aus dem Speicher vorgegeben, um die Leuchtstofflampe
möglichst mit den ideal eingestellten Parametern zu betreiben.
[0012] Das Ausmessen geschieht gemäss Erfindung mindestens beim ersten Aufstarten einer
Leuchtstofflampe an einer als Vorschaltgerät dienenden Vorrichtung. Beim ersten Aufstarten
wird die Leuchtstofflampe von der Vorrichtung mit verschiedenen Einstellungsparametern
gezündet. Während des Ausmessens werden bei diesen Zündvorgängen die Strom- und Spannungswerte
erfasst. Anhand eines Vergleichs werden dann, wie erwähnt, Strom- und Spannungswerte
ermittelt, die für die Leuchtstofflampe ideal sind. Es werden dann diejenigen Einstellungsparameter
(z.B. Zündfrequenz f
ign) der Vorrichtung gespeichert, durch die diese Strom- und Spannungswerte vorgegeben
oder festgelegt werden.
[0013] Die entsprechenden Ideal-Einstellungsparameter werden, wie bereits erwähnt, abgespeichert
und können für zukünftige Zündvorgänge der Leuchtstofflampe verwendet werden.
[0014] Bei besonders bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung wird beim Autoparametrisieren,
wie der oben beschriebene Vorgang auch bezeichnet wird, die Leuchtstofflampe mit geringer
Helligkeit, vorzugsweise mit einem Wert kleiner gleich 10% betrieben, weil besonders
bei geringen Helligkeiten das Flackern auftritt.
[0015] Eine erfindungsgemässe Lampenvorrichtung umfasst ein Vorschaltgerät mit einer Leistungselektronik
und einer digitalen Steuerung zur Ansteuerung der Leistungselektronik, sowie mindestens
eine Leuchtstoffröhre. In der Vorrichtung, die als Vorschaltgerät dient, ist die beschriebene
Autoparametrisierungsfunktion implementiert.
[0016] Besonders vorteilhafte Ausführungsformen sind den verschiedenen abhängigen Ansprüchen
zu entnehmen. Die verschiedensten Vorteile werden in der detaillierten Beschreibung
erwähnt.
[0017] Die Erfindung ist im Folgenden anhand in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
ausführlich beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein schematisches Blockdiagram eines ersten Vorschaltgeräts gemäss Erfindung;
- Fig. 2
- ein schematisches Blockdiagram eines weiteren Vorschaltgeräts gemäss Erfindung;
- Fig. 3
- ein schematisches Blockdiagram einer ersten Röhrenendstufe eines Vorschaltgeräts gemäss
Erfindung;
- Fig. 4
- ein schematisches Blockdiagram einer ersten Heizendstufe eines Vorschaltgeräts gemäss
Erfindung;
- Fig. 5
- ein schematisches Blockdiagram einer zweiten Heizendstufe eines Vorschaltgeräts gemäss
Erfindung;
- Fig. 6
- ein schematisches Diagram zur Darstellung eines PWM Zyklus, gemäss Erfindung;
- Fig. 7
- ein schematisches Diagram zur Darstellung des Timings der digitalen Steuersignale,
gemäss Erfindung;
- Fig. 8
- ein schematisches Diagram zur Darstellung der Halbbrückensignale einer Röhrenendstufe,
gemäss Erfindung;
- Fig. 9
- ein schematisches Diagram zur Darstellung der Halbbrückensignale einer Heizendstufe,
gemäss Erfindung;
Detaillierte Beschreibung:
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Der Einfachheit
halber werden in den Figuren und der Beschreibung dieselben Bezugszeichen für gleiche
oder gleichartige Bauelemente und Komponenten verwendet.
[0019] Untersuchungen haben ergeben, dass das Flackern, das beim Dimmen der Leuchtstofflampen
11 im Bereich der 0%-Untergrenze auftreten kann, auf Fertigungstoleranzen und kleine
Unterschiede baugleicher Leuchtstofflampen 11 unterschiedlicher Hersteller zurück
zu führen ist. Die unterschiedlichen Leitungslängen der Leitungen, die das Vorschaltgerät
(hier generell als Vorrichtung 10.1 bezeichnet) mit den Elektroden 11.1 der Leuchtstofflampe
11 verbinden, haben auch einen Einfluss auf das Flackern. Offensichtlich wird durch
Fertigungstoleranzen und andere Unterschiede der Zündvorgang einer Leuchtstofflampe
11 beeinflusst.
[0020] Ausserdem hat sich gezeigt, dass sich beim Einsatz eines Vorschaltgeräts 10.1, das
alle Leuchtstofflampen 11 gleich betreibt, die Lebensdauer dieser Leuchtstofflampe
11 reduzieren kann.
[0021] Das Grundkonzept der Erfindung basiert auf Vorschaltgeräten 10.1, bei denen die Lampenspannung
und der Heizstrom unabhängig voneinander eingestellt werden können. Dabei gibt es
auf der Steuerungsseite keine zu berücksichtigenden Abhängigkeiten der Betriebsfrequenzen,
Spannungen oder Dämpfungen für Heizung und Zündung. Vorzugsweise werden durch die
Vorrichtung 10.1 die Lampenspannung und der Heizstrom durch die Vorgabe einer Zündfrequenz
f
ign und/oder einer Betriebsfrequenz f
run eingestellt. Die Zündfrequenz f
ign und die Betriebsfrequenz f
run werden daher auch als Einstellparameter bezeichnet. f
run ist also die Ansteuerfrequenz der Lastendstufe. f
run liegt z.B. im Bereich 50kHz - 100kHz.
[0022] Im Zusammenhang mit Fig. 1 ist nun eine erste Ausführungsform der Erfindung näher
erläutert. In Fig. 1 ist eine Vorrichtung 10.1 zum Ansteuern einer Leuchtstofflampe
11 gezeigt. Die Vorrichtung 10.1 umfasst eine Leistungselektronik 16 mit einer Heizendstufe
für das Zünden der Leuchtstofflampe 11, und einer Röhrenendstufe für das Brennen der
Leuchtstofflampe 11. Die beiden genannten Endstufen sind nicht in Fig. 1 zu erkennen.
Weiterhin ist eine digitale Steuerung 15 zur Ansteuerung der Leistungselektronik 16
vorgesehen, wobei die digitale Steuerung 15 digitale und/oder analoge Steuersignale
bereitstellt (z.B. die erwähnte Zündfrequenz f
ign und die Betriebsfrequenz f
run), um die Leistungselektronik 16 zu beeinflussen.
[0023] Die Leistungselektronik 16 generiert alle für den Betrieb der Leuchtstoffröhre 11
notwendigen Spannungen und Signale. In der Leistungselektronik 16 wird Hochspannung
(Zündspannung genannt) erzeugt, die zum Zünden der Leuchtstoffröhre 11 notwendig ist.
Ausserdem stellt die Leistungselektronik 16 den Heizstrom zur Verfügung, der die beiden
Glühwendeln 11.1 der Leuchtstoffröhre 11 auf der richtigen Temperatur hält.
[0024] Eingangsseitig kann z.B. ein Netzfilter 12 vorgesehen sein, um die Vorrichtung 10.1
mit einem Spannungsnetz 17 (z.B. 230V / 50Hz oder 110V / 60Hz) zu verbinden. Der Netzfilter
12 kann für eine EMV (Elektromagnetische Verträglichkeit) Filterung sorgen. Wird eine
Power Factor Correction (PFC) im Netzfilter 12 vorgesehen, so kann die Lampenvorrichtung
10 als nahezu rein ohmsche Last vom Spannungsnetz 17 aus betrachtet werden.
[0025] Es kann weiterhin ein DC-Zwischenkreis 12.6 vorgesehen sein, der die vom Spannungsnetz
17 aufgenommene Energie puffert und diese der Leistungselektronik 16 zur Verfügung
stellt. Der Wert der DC Spannung, die vom DC-Zwischenkreis 12.6 zur Verfügung gestellt
wird, ist abhängig von der zu betreibenden Leuchtstoffröhre 11.
[0026] Weiterhin kann ein Chip-Satz 19 vorgesehen sein, wie in Fig. 1 angedeutet. Dieser
Chip-Satz 19 kann einen Datenempfänger 14 und die Steuerung 15 umfassen. Der Datenempfänger
14 empfängt digitale und/oder analoge Daten, durch die zum Beispiel die gewünschte
Helligkeit von aussen vorgegeben werden kann. Zum Übertragen der Daten kann ein beliebiges
Protokoll oder Format verwendet werden: z.B. DMX (digitales Steuerprotokoll, das in
der Bühnen- und Veranstaltungstechnik zur Steuerung von Dimmern angewandt wird) für
eine Bühnenbeleuchtung, DSI/DALI (DSI = Digital System; DALI = Digital Adressable
Light Interface = Digitale adressierbare Beleuchtungsschnittstelle) für die Haustechnik
und Architektur, um einige Beispiele zu geben. Es kann eingangsseitig im Datenempfänger
14 ein Filter vorgesehen sein, um die über die Leitung oder den Bus 18 empfangenen
Daten aufzubereiten.
[0027] Die Steuerung 15 ist das Herzstück des Vorschaltgeräts 10.1 der Lampenvorrichtung
10, wie weiter oben bereits erwähnt.
[0028] Die erfindungsgemässe Lampenvorrichtung 10 zum Ansteuern einer Leuchtstofflampe 11
zeichnet sich weiter dadurch aus, dass die Vorrichtung 10.1 eine Autoparametrisierung
durchführt, um etwaige Toleranzen der Leuchtstofflampen 11 und unterschiedliche Leuchtenaufbauten
(z.B. mit verschieden langen Anschlussdrähten), sowie externe Faktoren ausgleichen
zu können. Zu diesem Zweck wird gemäss Erfindung eine Leuchtstofflampe 11, die an
eine erfindungsgemässe Vorrichtung 10.1 angeschlossen wurde, ausgemessen. Nach dem
Ausmessen werden Einstellungsparameter ermittelt, die für die Leuchtstofflampe 11
ideal sind. Diese Einstellungsparameter (hier Ideal-Einstellungsparameter genannt)
werden abgespeichert. Vorzugsweise werden die Ideal-Einstellungsparameter in einem
internen Speicher 15.1 der Vorrichtung 10.1 gespeichert, wie in Fig. 1 gezeigt. Beim
Betreiben der Leuchtstofflampe 11 werden dann die Ideal-Einstellungsparameter aus
dem Speicher 15.1 vorgegeben, um die Leuchtstofflampe 11 möglichst mit den idealen
Einstellungen zu betreiben. Die Steuerung 15 erzeugt anhand der Einstellungsparameter
aus dem Speicher 15.1 die notwendigen analogen und/oder digitalen Steuersignale. Diese
Steuersignale werden über Signalleitungen SL an die Röhrenendstufe 16.1 und die Heizendstufe
16.2 übergeben. Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform umfassen die Signalleitungen
SL in der Praxis vier Leitungen (eine pro Schaltelement T). So kann die Steuerung
15 zum Beispiel die ideale Zündfrequenz f
ign und die ideal Betriebsfrequenz f
run vorgeben.
[0029] Das Ausmessen geschieht gemäss Erfindung mindestens beim ersten Aufstarten einer
Leuchtstofflampe 11 an einer als Vorschaltgerät dienenden Vorrichtung 10.1. Beim ersten
Aufstarten wird die Leuchtstofflampe 11 von der Vorrichtung 10.1 mit verschiedenen
Einstellungsparametern gezündet. Während des Ausmessens werden bei diesen Zündvorgängen
die Strom- und Spannungswerte erfasst und bewertet oder verglichen. Anhand der Bewertung
oder des Vergleichs werden dann, wie erwähnt, Einstellungsparameter ermittelt, die
für die Leuchtstofflampe 11 ideal sind. Die Bewertung bzw. der Vergleich wird vorzugsweise
von der Steuerung 15 durchgeführt. Die entsprechenden Ideal-Einstellungsparameter
werden abgespeichert und können für zukünftige Zündvorgänge der Leuchtstofflampe 11
verwendet werden.
[0030] Um der Steuerung 15 das Vergleichen der ermittelten Einstellungsparameter zu ermöglichen,
werden entweder Soll-Parameter in einem Speicher 15.2 vorgegeben, oder es werden Charakteristika
(Bewertungskriterien) in dem Speicher 15.2 vorgegeben. Im letzteren Fall werden alle
Strom- und Spannungswerte von der Steuerung 15 untersucht, um festzustellen, ob sie
den Charakteristika entsprechen, bzw. diese Erfüllen. Im ersten Fall werden die ermittelten
Strom- und Spannungswerte von der Steuerung 15 mit den Soll-Parametern in dem Speicher
15.2 verglichen, um so diejenigen Einstellungsparameter zu finden, die den Soll-Parametern
am nächsten sind. Bei beiden Ansätzen werden dann die entsprechenden Einstellungsparameter
als Ideal-Einstellungsparameter im Speicher 15.1 abgespeichert.
[0031] Im Folgenden ist ein bevorzugter Ablauf der Autoparametrisierung beschrieben. Zum
Durchführen der Autoparametrisierung wird von der Vorrichtung 10.1 über die Heizendstufe
16.2 die Heizspannung eingeschaltet. Dann wird kurze Zeit abgewartet, damit die Heizwendeln
der Leuchtstofflampe 11 warm werden. Wenn die Heizwendeln nicht warm genug sind, dann
zündet die Leuchtstofflampe 11 nicht richtig, was die Lebensdauer der Elektroden stark
verkürzen kann.
[0032] Bei einer Vorrichtung 10.1 nach Fig. 1 oder 2, wird die Zündspannung über eine Zündfrequenz
f
ign eingestellt (geregelt). Diese Zündfrequenz f
ign wird von der Steuerung 15 vorgegeben. Ein HF-Schwingkreis 16.4 (LC-Kreis), wie in
Fig. 3 gezeigt, setzt die Zündfrequenz f
ign um. Beim Ausmessen wird nun von der Vorrichtung 10.1 die Zündfrequenz f
ign von einem definierten Anfangswert bis zu einem definierten Endwert verstellt. Dies
geschieht vorzugsweise bei einer kleinen Helligkeitsstufe mit einer Helligkeit kleiner
gleich 10%. Während des Ausmessens werden der Zündstrom und die Zündspannung gemessen
(erfasst). Die gemessenen Werte werden mit SollWerten verglichen, die zum Beispiel
in einem Speicher 15.2 vorgegeben sind. Wenn ein gemessenes Wertepaar aus Zündstrom
und Zündspannung mit einem Soll-Wertepaar übereinstimmt, dann wird die entsprechende
Zündfrequenz f
ign als Ideal-Einstellungsparameter in dem Speicher 15.1 abgespeichert. Das Ausmessen
wird mindestens bei einem Helligkeitswert durchgeführt. Vorzugsweise liegt dieser
Helligkeitswert bei einem Wert kleiner gleich 10%.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Vorgang des Ausmessens bei mehreren
Helligkeitswerten durchgeführt. In diesem Fall erhält man unter Umständen verschiedene
Wertepaare aus Zündstrom und Zündspannung für jede der Helligkeitswerte. Bei einer
Helligkeit von 3% kann zum Beispiel ein anderes Wertepaar ideal sein als bei einer
Helligkeit von 1%. Alle idealen Wertepaare werden in dem Speicher 15.1 abgespeichert,
um für den Betrieb der Leuchtstofflampe 11 abrufbar zu sein.
[0034] Besonders bevorzugt ist also eine Ausführungsform, bei der für die verschiedenen
Helligkeitsstufen, die beim Ausmessen durchfahren wurden, jeweils die idealen Einstellungsparameter
abgespeichert werden. D.h. es wird hier zum Beispiel jeweils ein Wertepaar aus Zündfrequenz
f
ign und Helligkeitswert abgespeichert. Derselbe Vorgang kann auch für die Betriebsfrequenz
f
run durchgeführt werden.
[0035] Falls bei dem Ausmessen kein Ideal-Einstellungsparameter gefunden wird, so kann die
Autoparametrisierung abgebrochen werden. Falls bei dem Ausmessen Heizströme, Heizspannungen,
Lampenströme oder Lampenspannungen erreicht werden, die oberhalb oder unterhalb von
vorgegebenen Schwellenwerten liegen, so wird davon ausgegangen, dass ein Defekt (z.B.
eine defekte Leuchtstofflampe 11, eine Leitungsunterbrechung, oder ein Defekt in der
Lampenvorrichtung 10) oder eine Fehlbeschaltung (z.B. eine falscher Lampentyp, oder
eine falsche Verdrahtung) vorliegt.
[0036] Nach dem Abbrechen einer Autoparametrisierung, kann dieser Vorgang erst
- nach dem Wechsel der Leuchtstofflampe 11 und/oder
- der Vorrichtung 10.1 und/oder
- nach einem erneuten Aus- und Anschalten der Lampenvorrichtung 10, neu gestartet werden.
[0037] Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform der Erfindung, bei der zum Einstellen
der optimalen Zündparameter ausschliesslich die Zündfrequenz verändert wird. Dabei
wird der ideale Übergang von Zündpuls zu Lampenstrom durch die Anzahl der Zündpulse
eingestellt. Die Zündfrequenz wird bei jeder Messung, die im Rahmen der Autoparametrisierung
gemacht wird, etwas verringert und somit näher an die Resonanzfrequenz des Schwingkreises
der Endstufe (siehe Schwingkreis LC in Fig. 3) herangeführt. Optimal ist die Zündfrequenz
dann, wenn der Röhrenstrom sanft ansteigt, während die Zündspannung sanft sinkt. Daraus
folgt, dass die der Leuchtstofflampe 11 zugeführte Momentanleistung P in keinem Moment
größer ist, als die Nennleistung P
Nenn im Betrieb mit 100%iger Helligkeit.
[0038] Eine solche optimale Zündung ist dann gegeben, wenn eine bestimmte Anzahl Zündimpulse
noch keinen Röhrenstrom auslösen. Ab dieser Anzahl Zündimpulse soll der Röhrenstrom
dann bei jeder Schwingung eine Komparator-Schwelle einer Messschaltung übersteigen,
die eingesetzt wird, um das Ausmessen der Autoparametrisierungsfunktion durchzuführen.
[0039] Ab einer anderen Anzahl Impulse, wird die Steuerfrequenz von der Zündfrequenz f
ign schrittweise - zur Reduktion ansteuerungsbedingtem Überschwingens - auf die jeweilige
Lauffrequenz f
run geändert. Dieser Vorgang wird für verschiedene Helligkeitswerte im Bereich 0% bis
100% durchgeführt.
[0040] Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform bei der, zusätzlich zu dem Ausmessen
bei mindestens einer Helligkeitsstufe, als weiterer Einstellungsparameter auch die
Frequenz des Leuchtenstroms ermittelt wird. Hier wird dann die Idealfrequenz abgespeichert,
welche einem vordefinierten Ideal-Einstellungsparameter entspricht oder am ähnlichsten
ist. Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei der das Ermitteln der Idealfrequenz
für die verschiedenen Helligkeitsstufen, die durchfahren wurden, erfolgt.
[0041] Wenn nach einem der beschriebenen Ausmessvorgänge die Leuchtstofflampe mit einem
Helligkeitswert betrieben werden soll, der zwischen zwei Helligkeitswerten liegt,
für die die Ideal-Einstellungsparameter in dem Speicher 15.1 abgelegt wurden. Dann
wird zum Betreiben der Leuchtstofflampe 11 bei diesem Helligkeitswert eine Interpolation
der benachbarten Ideal-Einstellungsparameter aus dem Speicher 15.1 durchgeführt. Wenn
also zum Beispiel für die Helligkeiten 3% und 1% Ideal-Einstellungsparameter aus dem
Speicher 15.1 abrufbar sind und die Leuchtstofflampe 11 mit einer Helligkeit von 2%
betrieben werden soll, dann werden die Einstellungsparameter für 2% aus den Ideal-Einstellungsparametern
für 1% und 3% interpoliert.
[0042] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung 10.1 kann die erforderliche
Heizspannung je nach Typ der Leuchtstofflampe 11 vorgegeben werden.
[0043] Vorzugsweise wird der Heizstrom beim Heizen überwacht.
[0044] Um erkennen zu können, ob eine Vorrichtung 10.1 zusammen mit einer Leuchtstofflampe
11 erstmals ans Spannungsnetz 17 geht, kann die Vorrichtung 10.1 netzseitig zum Beispiel
mit einem Kondensator ausgestattet sein, der entladen ist. Wenn die Vorrichtung 10.1
zusammen mit der Leuchtstofflampe 11 nun erstmals ans Spannungsnetz 17 geht, z.B.
bei der Erstinstallation, so erkennt eine Auswerteschaltung, ob der Kondensator entladen
oder aufgeladen ist. Falls der Kondensator entladen ist, dann wird automatisch die
Autoparametrisierungsfunktion, wie oben beschrieben ausgelöst. Falls der Kondensator
hingegen bereits geladen ist, bedeutet dies, dass die Vorrichtung 10.1 in der letzten
Zeit bereits am Spannungsnetz 17 war. In diesem Fall muss keine Autoparametrisierungsfunktion
ausgelöst werden. Vorzugsweise wird hier ein spezieller Kondensator (z.B. eine Superkapazität)
eingesetzt, der die erforderliche Spannung auch über Wochen halten kann.
[0045] Die Funktion, die der besagte Kondensator ausbildet, wird hier als Ersteinschalterkennung
12.5 bezeichnet. Statt eines Kondensators kann hier auch eine Spule eingesetzt werden.
[0046] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Kondensator so beschaltet,
dass er sich bei einer längeren Trennung vom Spannungsnetz 17 (z.B. mehr als 1 Tag)
entlädt. Wenn diese Lampenvorrichtung 10 dann beim nächsten Mal ans Spannungsnetz
17 gebracht wird, ist der Kondensator leer und es wird die Autoparametrisierungsfunktion
ausgelöst.
[0047] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist zusätzlich zu dem Kondensator
eine analoge oder digitale Zeitschaltung vorgesehen, die von Zeit zu Zeit, zum Beispiel
alle 24 Stunden, die Autoparametrisierungsfunktion unabhängig vom Zustand des Kondensators
auslöst.
Diese Zeitschaltung kann auch softwaremässig in der digitalen Steuerung 15 integriert
werden.
[0048] Gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist auch eine sanfte Nachkalibrierung
während dem Betrieb der Lampe 11 möglich. Vorzugsweise erfolgt diese Nachkalibrierung
im Pulsweitenmodulations-Betrieb (PWM-Betrieb).
[0049] Um erkennen zu können, ob eine Vorrichtung 10.1 zusammen mit einer Leuchtstofflampe
11 erstmals ans Spannungsnetz 17 geht, kann in einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung die Vorrichtung 10.1 einen entsprechenden Parameter, zusätzlich zu den anderen
Parametern, in einem Speicher der Steuerung 15 abspeichern. Ab Werk kann in diesem
Fall ein definierter Parameterwert = 0 abgespeichert werden. Nach der ersten Autoparametrierung
wird dieser Wert mit 1 überschrieben. Nach jedem Start wird zuerst dieser Speicher
ausgelesen. Bei 0 wird die Autoparametrierung gestartet, bei 1 werden die gespeicherten
Werte übernommen. Falls die Steuerung 15 keinen nicht-flüchtigen Speicher aufweist,
kann auch ein EEPROM als Speicher eingesetzt werden.
[0050] Vorzugsweise ist die Ersteinschalterkennung 12.5 im Bereich einer Einschalt-Strombegrenzung
12.3, die für das Aufschalten der Netzspannung eingesetzt wird, angeordnet oder mit
dieser verknüpft. Dies ist anhand einer zweiten Ausführungsform in Fig. 2 gezeigt.
Die Ersteinschalterkennung 12.5 kann aber auch an einem anderen Ort der Vorrichtung
10.1 angeordnet sein. Es ist zum Beispiel auch denkbar, dass die Ersteinschalterkennung
12.5 in die Steuerung 15 integriert ist.
[0051] Um eine Autoparametrisierung nach jedem Wechsel einer Leuchtstofflampe 11 durchführen
zu können, kann die Lampenfassung oder die Vorrichtung 10.1 in einer weiteren Ausführungsform
mit einem Taster ausgestattet sein. Durch das Betätigen des Tasters wird die Autoparametrisierungsfunktion
ausgelöst. Falls eine Ersteinschalterkennung 12.5 in dieser Ausführungsform vorhanden
ist, die, wie oben beschrieben, mit einem Kondensator ausgestattet ist, so kann der
Taster so mit dem Kondensator verbunden sein, dass durch ein Betätigen des Tasters
der Kondensator entladen wird. Wenn die Vorrichtung 10.1 nun erkennt, dass der Kondensator
entladen ist, dann wird die Autoparametrisierungsfunktion ausgelöst.
[0052] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Austauschen der Lampe 11
elektronisch erkannt werden. Die Autokalibrierung wird dann automatisch, nach einem
Lampenwechsel gestartet. Es ist in diesem Fall kein Taster notwendig.
[0053] Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform der Erfindung, bei der die Lampenvorrichtung
10 eine Ersteinschalterkennung 12.5 umfasst, die mit einer Abtast-Halte-Schaltung
(auch Sample-and-Hold-Schaltung genannt) ausgerüstet ist. Eine solche Abtast-Halte-Schaltung
weist einen Kondensator auf, der sich, wie bereits beschrieben, auflädt, wenn Netzspannung
anliegt. Der Kondensator ist mit einem Schalter verbunden, der zum Beispiel in Form
einer integrierten Schaltung realisiert ist. Dieser Schalter "fixiert" oder hält die
Ladung des Kondensators. Es gibt zahlreiche Abtast-Halte-Schaltung, die in Form integrierter
Schaltungen vorliegen. Eine solche integrierte Schaltung kann als Teil der Vorrichtung
10.1 eingesetzt werden, um die Ersteinschalterkennung 12.5 zu realisieren.
[0054] Die Ersteinschalterkennung 12.5 kann statt mit einem Kondensator auch mit einer Spule
aufgebaut werden, da sowohl ein Kondensator als auch eine Spule als Energiespeicher
eingesetzt werden können. Der Kondensator oder die Spule dient in der Ersteinschalterkennung
12.5 als ein einfacher Informationsspeicher. Dieser Informationsspeicher ist in der
Lage Information darüber zu speichern, ob die Lampenvorrichtung 10 vorher bereits
am Spannungsnetz 17 war.
[0055] Im Zusammenhang mit Fig. 2 werden nun weitere Details einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung näher erläutert. In Fig. 2 ist nur das Vorschaltgerät 10.1 zum Ansteuern
einer Leuchtstofflampe 11 gezeigt. Das Vorschaltgerät 10.1 umfasst eine Leistungselektronik
16 mit einer Heizendstufe 16.2 für das Zünden der Leuchtstofflampe 11 und mit einer
Röhrenendstufe 16.1 für das Brennen der Leuchtstofflampe 11. Weiterhin ist eine digitale
Steuerung 15 zur Ansteuerung der Leistungselektronik 16 vorgesehen, wobei die digitale
Steuerung 15 analoge und/oder digitale Steuersignale bereitstellt, um die Leistungselektronik
16 zu beeinflussen. In Fig. 2 ist nicht gezeigt, dass es vier Steuerleitungen SL gibt,
je zwei für die Röhrenendstufe 16.1 und je zwei für die Heizendstufe 16.2. Diese Steuerleitungen
SL verlaufen von der Steuerung 15 zu den Endstufen 16.1, 16.2, wie in Fig. 2 durch
eine gemeinsame Leitung SL schematisch angedeutet.
[0056] Die Leistungselektronik 16 generiert alle für den Betrieb einer Leuchtstoffröhre
11 notwendigen Spannungen und Signale. In der Röhrenendstufe 16.1 wird Hochspannung
erzeugt, die zum Zünden der Leuchtstoffröhre 11 notwendig ist. Diese Hochspannung
wird am Ausgang L bereit gestellt. Ausserdem stellt die Heizendstufe 16.2 den Heizstrom
am Ausgang H zur Verfügung, der die beiden Glühwendeln der Leuchtstoffröhre 11 auf
der richtigen Temperatur hält.
[0057] Weiterhin umfasst das Vorschaltgerät 10.1 optional eine Einschalt-Strombegrenzung
12.3 für das Aufschalten der Netzspannung. Ausserdem kann die Einschalt-Strombegrenzung
12.3 die Versorgungsspannung VDD (z.B. VDD = 12 V) für die nachfolgenden Schaltungselemente
12.4, 16.1 und 16.2 bereit stellen. In Fig. 2 ist eine Ausführungsform gezeigt, bei
der die Versorgungsspannung VDD durch die Steuerung 15 geschaltet wird und nicht durch
die Einschalt-Strombegrenzung 12.3.
[0058] Eingangsseitig kann ein optionaler Netzfilter 12 mit Eingangsfilter 12.1 vorgesehen
sein, um das Vorschaltgerät 10.1 mit einem Spannungsnetz 17 (z.B. 230V / 50Hz oder
110V / 60Hz) zu verbinden. Der Netzfilter 12 kann einen Power Factor Correction (PFC)
Controller 12.4 umfassen, der für eine EMV Filterung sorgt. Dadurch kann das Vorschaltgerät
10.1 als nahezu rein ohmsche Last vom Spannungsnetz 17 aus betrachtet werden. Zusätzlich
kann der Netzfilter 12 einen optionalen Gleichrichter 12.2 umfassen, wie in Fig. 2
angedeutet.
[0059] Es kann weiterhin ein DC-Zwischenkreis 12.6 vorgesehen sein, der die vom Spannungsnetz
17 aufgenommene Energie puffert und diese der Leistungselektronik 16 zur Verfügung
stellt. Der Wert der DC Spannung, die vom DC-Zwischenkreis 12.6 zur Verfügung gestellt
wird, ist abhängig von der zu betreibenden Leuchtstoffröhre 11. In Fig. 2 umfasst
die DC-Speisung 13 zwei Komponenten 13.1 und 13.2. Die Komponente 13.1 dient als DC-DC
Wandler VDC/VDD (z.B. ein 400V/12V DC-DC Wandler). Die Komponente 13.2 dient als 12V/12V
DC-DC Wandler VDD/VDD (z.B. ein 12V/12V DC-DC Wandler), um dem Datenempfänger 14 eine
isolierte Spannung VDD (z.B. 12V) zur Verfügung stellen zu können. Vorzugsweise sitzt
ein Optokoppler 14.1 zwischen dem Datenempfänger 14 und der Steuerung 15, um beide
Komponenten galvanisch voneinander zu trennen. Falls zur Kommunikation auf dem Bus
18 ein DMX Protokoll verwendet wird, kann ein DMX Buskoppler als Datenempfänger 14
eingesetzt werden.
[0060] Optional kann die Steuerung 15 mit Eingängen versehen sein, um Information über Temperatur,
Überstrom oder Überspannung und anderes bereit zu stellen. Drei solche Eingänge E
sind in Fig. 2 auf der rechten Seite der Steuerung 15 angedeutet.
[0061] Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform, liegt im Bereich der Leistungselektronik
16 eine hohe Versorgungsspannung VDC vor (z.B. von ca. 410V). Wie bereits erwähnt,
wird in der Röhrenendstufe 16.1 die Hochspannung erzeugt, die zum Zünden der Leuchtstoffröhre
11 notwendig ist. Diese Hochspannung wird am Ausgang L bereit gestellt. Details einer
Ausführungsform der Röhrenendstufe 16.1 sind in Fig. 3 gezeigt. Die Röhrenendstufe
16.1 umfasst ein Control-IC 16.3 (IC DRIVER HIGH/LOW SIDE), zum Treiben der beiden
Schaltelemente (z. Bsp. MOSFETs oder IGBTs), die in den Figuren generell mit T bezeichnet
sind. Das Control-IC 16.3 hat zwei logische Eingänge, die mit Hin und Lin bezeichnet
sind. Auf der Ausgangsseite der Röhrenendstufe 16.1 ist ein Schwingkreis 16.4 vorgesehen,
der durch eine Spule L und eine Kapazität C angedeutet ist. Der Schwingkreis 16.4
erzeugt einerseits die notwendige Zündspannung von ca. 1kV (Resonanz) für die Leuchtstoffröhre
11 und begrenzt andererseits den Betriebsstrom, der durch die Leuchtstoffröhre 11
fliesst, nach dem diese gezündet wurde.
[0062] Um die Leuchtstoffröhre 11 zu zünden, wird die Röhrenendstufe 16.1 mit einer Zündfrequenz
f
ign nahe der Resonanzfrequenz betrieben, wodurch die Röhrenspannung am Ausgang L sehr
schnell auf Spannungswerte ansteigt, die grösser als 1,5 kV sind. Zündet die Leuchtstoffröhre
11 durch, so sinkt ihr elektrischer Widerstand und der Schwingkreis 16.4 wird bedämpft.
Dadurch stellt sich ein Arbeitspunkt ein, der von der Leuchtstoffröhre 11 und der
Frequenz abhängt.
[0063] Die Leuchtstoffröhre 11 bildet also im gezündeten Zustand (d.h. im Normalbetrieb/Dimmen)
in erster Näherung einen ohmschen Widerstand. Dadurch wird der Schwingkreis 16.4 belastet
und es stellen sich neue Werte der Ströme und Röhrenspannung an der Leuchtstoffröhre
11 ein. Es wird nun eine Betriebsfrequenz f
run so vorgegeben, dass die notwendige Brennspannung an der Leuchtstoffröhre 11 für den
Normalbetrieb/Dimmen gewährleistet ist. Bei einer T5-35W Leuchtstoffröhre 11 kann
die Betriebsfrequenz f
run zum Beispiel um die 100kHz betragen (bei U
Brenn = 205 V und I
Brenn = 175 mA).
[0064] Im Folgenden wird eine Ausführungsform einer Heizendstufe 16.2 für das Zünden der
Leuchtstofflampe 11 beschrieben. Die Glühwendeln der Leuchtstoffröhre 11 sind in Fig.
4 durch die Widerstände R
W angedeutet. Die Leuchtstoffröhre 11 an sich ist durch den Widerstand R
L angedeutet. Die Glühwendeln müssen auf einer bestimmten Temperatur gehalten werden
(Heizen genannt), um die Emission von Elektronen zu unterstützen. Ist diese Temperatur
zu gering, so steigt die notwendige Zündspannung und die Lebensdauer der Elektroden
wird stark reduziert. Ist die Temperatur zu hoch, so verdampft zu viel Elektrodenmaterial
und die Lebensdauer der Leuchtstoffröhre 11 sinkt. Es kann, wie in Fig. 4 gezeigt,
ein HF-Schwingkreis 16.5 eingesetzt werden, um das Vorheizen der Glühwendeln vorzunehmen.
Dazu wird ein Kondensator C des Schwingkreises 16.5 in Serie zu den Glühwendeln geschaltet,
dass heisst, dass der Kondensator C den Kondensatorstrom zum Heizen der Glühwendeln
bereit stellt.
[0065] Eine weitere Ausführungsform einer Heizendstufe 16.2 für das Zünden der Leuchtstofflampe
11 ist in Fig. 5 gezeigt. Die Heizendstufe 16.2 wird zum Betrieb eines Heiztrafos
16.6 verwendet und die Heizendstufe 16.2 umfasst wiederum einen Schwingkreis 16.5.
Diese Heizendstufe 16.2 kann gleich ausgelegt sein wie die Röhrenendstufe 16.1. Die
Betriebsparameter (Ideal-Einstellungsparameter) der Heizendstufe 16.2 können durch
die Steuerung 15 über die Ansteuerfrequenz analoger Steuersignale eingestellt werden.
Der Speicher 15.1 liefert diese Einstellungsparameter. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
kann der Heiztrafo 16.6 im Bereich um ca. 100kHz betrieben werden. Er liefert bei
geeigneter Dimensionierung der Wicklungen eine Spannung im Bereich, der z.B. zwischen
4V und 10V liegt. Die T5 35Watt Leuchtstofflampe 11 benötigt z.B. eine Spannung von
6,4V. Die Steuerung 15 ermöglicht es durch das Vorgeben der Ansteuerfrequenz die den
Glühwendeln zugeführte Heizenergie gezielt zu steuern.
[0066] Bisher sind im Wesentlichen die Grundbetriebszustände einer Leuchtstoffröhre 11 und
die entsprechenden Funktionen verschiedener Ausführungsformen erfindungsgemässer Vorschaltgeräte
10.1 erläutert worden. In den folgenden Absätzen werden nun wesentliche Aspekte des
Dimmens beschrieben.
[0067] Das Dimmen wird hier mittels einer sogenannten Pulsweitenmodulation (PWM) der Leuchtstofflampe
11 ermöglicht. Dabei wird die mittlere Leuchtleistung der Leuchtstofflampe 11 eingestellt
in dem die Leuchtstofflampe 11 durch Ein- und Ausschalten moduliert betrieben wird.
Damit kann die Helligkeit der Leuchtstofflampe 11 für einen Betrachter beliebig eingestellt
werden. Die Leuchtstoffröhre 11 leuchtet also nicht kontinuierlich, sondern sie wird
ständig ein- und ausgeschaltet. Die Frequenz, mit der dies geschieht wird im Folgenden
als PWM Frequenz f
PWM bezeichnet. Die Frequenz f
PWM kann zum Beispiel ca. 100Hz betragen.
[0068] Die Pulsweitenmodulation der Leuchtstoffröhre 11 ist nur möglich, da das menschliche
Auge relative träge ist und das An- und Ausschalten der Leuchtstoffröhre 11 nicht
wahr nimmt. Es gibt zusätzlich einen weiteren Effekt, der die Pulsweitenmodulation
unterstützt. Und zwar handelt es sich dabei um die Trägheit des Leuchtstoffes in der
Leuchtstoffröhre 11 (Nachleuchten). Da das menschliche Auge relativ träge ist, kann
die Leuchtstoffröhre 11, wie in Fig. 6 gezeigt, an- und ausgeschaltet werden ohne
dass das menschliche Auge das Schalten erkennen würde.
[0069] In Fig. 6 ist das Timing eines PWM Zyklus gezeigt. Die Dauer des PWM Zyklus beträgt
T
PWM. Es handelt sich bei dem gezeigten Timing um ein Beispiel. Das Verhältnis zwischen
Einschaltdauer (T
PWM,on) und Ausschaltdauer (T
PWM,off) ergibt dann im Auge des Betrachters eine bestimmt Helligkeit. Die obere Kurve 20
in Fig. 6 zeigt den Zustand der Röhrenendstufe 16.1 und die untere Kurve 21 den Zustand
der Heizendstufe 16.2. Die Vorheizung kann ebenso über Pulsweitenmodulation betrieben
werden, wobei die Heizphase an das Ende des PWM Zyklus gelegt wurde, damit es weniger
Überschneidung zwischen Heiz- und Brennbetrieb gibt. Während der Phase (T
pre,off) liefert die Heizendstufe 16.2 keinen Heizstrom an die Leuchtstoffröhre 11. Während
der Phase (T
pre,on) wird geheizt.
[0070] Wie im Zusammenhang mit den Figuren 3 bis 5 beschrieben, werden die Endstufen 16.1,
16.2 von der Steuerung 15 durch analoge und/oder digitale Steuersignale (Hin, Lin)
angesteuert. Diese analogen Steuersignale steuern jeweils entweder den HighSide oder
den LowSide Transistor T der jeweiligen Endstufe 16.1, 16.2. In Fig. 7 ist ein beispielhaftes
Timing der entsprechenden Steuersignale gezeigt. T
X gibt die Dauer des Impulses an, T
dead gibt die Totzeit an, in der keiner der beiden Transistoren T angesteuert wird. Dies
ist notwendig, um zu verhindern, dass beide Transistoren T gleichzeitig leiten.
[0071] In einer bevorzugten Ausführungsform werden die analogen und/oder digitalen Steuersignale
(Hin, Lin), die das Heizen auslösen auf den jeweils nächsten PWM Zyklus hin ausgerichtet,
damit der Übergang zwischen Heizen und Zünden phasenrichtig statt findet.
[0072] Wie in Fig. 8 anhand eines Beispiels dargestellt, werden zu Beginn eines PWM Zyklus
zunächst N Zündimpulse als analoges und/oder digitales Steuersignal mit der Frequenz
f
ign erzeugt. Danach folgen Impulse als analoges Steuersignal mit der Frequenz f
run. Die Impulse T
run sind kürzer als die Impulse T
ign. Die Kurve 22 stellt quasi das Halbbrückensignal für den oberen Transistor T der
Röhrenendstufe 16.1 und die Kurve 23 das Halbbrückensignal für den unteren Transistor
T der Röhrenendstufe 16.1 dar. Diese Art der Ansteuerung durch die Steuerung 15 bewirkt,
dass die Röhrenspannung zuerst bis auf über 1kV anwächst. Dann zündet die Leuchtstoffröhre
11 und die Röhrenspannung fällt auf ca. 200V ab. Im gezeigten Beispiel wurden N=6
Zündimpulse gewählt.
[0073] In Fig. 9 sind beispielhafte Halbbrückensignale für die Heizendstufe 16.2 gezeigt.
Die Steuersignale (Hin, Lin) zum Ansteuern des Heizendstufe 16.2 sind auf das Ende
des PWM Zyklus hin ausgerichtet, um beim Beginn der nächsten Zündphase die richtige
Phasenlage zu erreichen. Die Heizfrequenz wird mit f
pre bezeichnet.
[0074] Vorzugsweise wird die Pulsweitenmodulation der Leuchtstofflampe 11 so vorgegeben,
dass die Leuchtstofflampe 11 mit einer Betriebsfrequenz f
pwm betrieben werden kann, die oberhalb einer Grenzfrequenz liegt, die von der Trägheit
des menschlichen Auges und/oder der Trägheit eines in der Leuchtstofflampe verwendeten
Leuchtstoffs abhängt. Die Grenzfrequenz liegt vorzugsweise im Bereich von ca. 100
Hz.
[0075] Die digitale Steuerung gemäss Erfindung kann so ausgelegt sein, dass die Steuersignale
unter Berücksichtigung der gewünschten Helligkeit und einem mathematischen Modell
der Leuchtstoffröhre ermittelt und in einem Speicher 15.1 abgespeichert werden. Das
genannte mathematische Modell kann auch in der Steuerung 15 gespeichert sein, oder
es kann von aussen vorgegeben werden. Das mathematische Modell kann unter anderem
zur Kompensation der dynamischen Eigenschaften der Leuchtstoffröhre 11 dienen.
[0076] Die gewünschte Helligkeit wird vorzugsweise von aussen, zum Beispiel mittels eines
Reglers, über einen Bus 18 oder über entsprechende Leitungen vorgegeben.
[0077] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei dem Vorschaltgerät
10.1 um ein softwaregesteuertes Vorschaltgerät 10.1. Durch Ändern der Software kann
das Vorschaltgerät 10.1 jederzeit angepasst oder geändert werden. Besonders bevorzugt
ist eine Lösung, bei der in einem Chip frei konfigurierbare Elektronikkomponenten
vorhanden sind, die je nach Bedarf miteinander verknüpft werden können.
[0078] Ein weiteres Vorschaltgerät 10.1 gemäss Erfindung kann so ausgelegt sein, dass es
z.B. vier Leuchtstoffröhren 11 regeln kann. Somit kann man problemlos ein Farbmischsystem
mit vier Leuchtstoffröhren 11 realisieren.
[0079] Besonders bevorzugte Anwendungsgebiete für die Erfindung sind die Bühnen- und Showtechnik,
die Beleuchtung von Kinosälen, Theatern und Konferenzzimmern. Die Erfindung kann aber
auch in vorteilhafter Weise als Architekturbeleuchtung oder Effektbeleuchtung und
in zahlreichen anderen Bereichen eingesetzt werden.
[0080] Die Erfindung lässt sich prinzipiell auf verschiedene Leuchtstofflampen 11 anwenden.
Die folgenden Ausführungsbeispiele beziehen sich jedoch speziell auch T5-Leuchtstoffröhren,
T8-Leuchtstoffröhren, oder ähnliche Leuchtstoffröhren, ohne das dies als Einschränkung
zu verstehen ist. Die Erfindung eignet sich besonders für T5-Leuchtstoffröhren, die
eine hohe Leuchtdichte, Effizienz und eine kompakte Bauform aufweisen.
[0081] Mit der vorliegenden Erfindung lassen sich bessere Lichtsteueranlagen realisieren
als mit den bisherigen Vorschaltgeräten.
1. Vorrichtung (10.1) zum Ansteuern einer Leuchtstofflampe (11),
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10.1)
- eine Leistungselektronik (16) mit einer Heizendstufe (16.2) für das Unterstützen
des Zündens der Leuchtstofflampe (11) und einer Röhrenendstufe (16.1) für das Brennen
der Leuchtstofflampe (11), und
- eine digitale Steuerung (15) zur Ansteuerung der Leistungselektronik (16) umfasst,
wobei die digitale Steuerung (15) analoge und/oder digitale Steuersignale (Hin, Lin)
bereitstellt, um die Leistungselektronik (16) zu beeinflussen, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10.1) eine Autoparametrisierungsfunktion umfasst, die so ausgelegt
ist, dass mindestens nach einem ersten Aufschalten der Vorrichtung (10.1) Ideal-Einstellungsparameter
ermittelbar sind und dass diese Ideal-Einstellungsparameter in einem Speicher (15.1)
der Vorrichtung (10.1) ablegbar sind.
2. Vorrichtung (10.1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10.1) einen weiteren Speicher (15.2) umfasst, in dem Soll-Parameter
und/oder Charakteristika vorgegeben sind.
3. Vorrichtung (10.1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Steuerung (15) zum Ermitteln der Ideal-Einstellungsparameter ein Vergleich
der Soll-Parameter und/oder Charakteristika mit Werten durchführbar ist, die nach
dem ersten Aufschalten der Vorrichtung (10.1) ermittelt wurden.
5. Vorrichtung (10.1) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Steuerung (15) bei niedrigen Helligkeitswerten, die vorzugsweise bei kleiner
gleich 10% liegen, Ideal-Einstellungsparameter aus dem Speicher (15.1) der Vorrichtung
(10.1) vorgebbar sind.
6. Vorrichtung (10.1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ideal-Einstellungsparameter mindestens eine Zündfrequenz (fign) oder eine Betriebsfrequenz (frun) umfassen.
7. Vorrichtung (10.1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Ersteinschalterkennung (12.5) umfasst.
8. Vorrichtung (10.1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ersteinschalterkennung (12.5) einen Kondensator, Spule oder ein digitales Speicherelement
als Informationsspeicher umfasst, wobei das digitale Speicherelement vorzugsweise
in der Steuerung (15) oder in einem EEPROM realisiert ist.
9. Vorrichtung (10.1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ersteinschalterkennung (12.5) ein Abtast-Halte-Schaltung umfasst.
10. Lampenvorrichtung (10) mit einer Vorrichtung (10.1) nach einem der Ansprüche 1 bis
9 und mit mindestens einer Leuchtstofflampe (11).
11. Lampenvorrichtung (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um ein Farbmischsystem handelt.
12. Verfahren zum Betreiben einer Lampenvorrichtung (10) mit einer Vorrichtung (10.1)
nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die folgenden Schritte ausgeführt werden:
- Initialisieren einer Autoparametrisierungsfunktion mindestens nach einem ersten
Aufschalten der Vorrichtung (10.1);
- Durchführen der Autoparametrisierungsfunktion, um Ideal-Einstellungsparameter zu
ermitteln;
- Ablegen dieser Ideal-Einstellungsparameter in einem Speicher (15.1) der Vorrichtung
(10.1).
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ideal-Einstellungsparameter bei Bedarf, vorzugsweise während des Betriebs der
Lampenvorrichtung (10), aus dem Speicher (15.1) abgerufen und die Lampenvorrichtung
(10) mit diesen Ideal-Einstellungsparameter betrieben wird.