[0001] Die Erfindung betrifft das Gebiet der Pump-Fördertechnik, und insbesondere Verfahren
zum Pumpen kleiner und kleinster Mengen eines Fluids, und hier insbesondere Pumpen,
welche aus Pumpkammern, Membranaktuatoren und Ventilen aufgebaut sind.
Stand der Technik und Nachteile
[0002] Pumpen zum Fördern von Fluiden, also Gasen und Flüssigkeiten sowie Gemischen derselben
sind seit langem bekannt und in einer großen Vielfalt erhältlich.
[0003] Auch die im Vergleich zu anderen Industriezweigen noch junge Disziplin der Mikrosystemtechnik
bedarf entsprechender Fördermittel. Einige der aus dem allgemeinen Stand der Technik
bekannten Pumptechniken wurden in den letzten Jahren mit unterschiedlichem Erfolg
auf das Gebiet der Mikrosystemtechnik übertragen. Ein häufig unterschätztes Problem
besteht hier in der Bereitstellung einer blasentoleranten Vorrichtung, da aufgrund
der geringen Ausmaße der in Mikropumpen eingesetzten Pumpkammern bereits kleinste
Blasen zu Verstopfungen der Kanäle und/oder der Pumpkammern führen. Gasblasen können
beispielsweise beim ersten Einsatz der Pumpe, durch im Pumpmedium bereits vorhandene
Blasen, durch das Entstehen von Gasblasen aus einem zunächst in der Flüssigkeit gelösten
Gases, oder durch starken Unterdruck entstehen.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind Pumpen auf Siliziumbasis bekannt, bei denen wesentliche
Teile wie Pumpmembran und/oder Ventile aus Silizium mittels Ätztechniken hergestellt
werden, wie beispielsweise aus der Druckschrift
US 2004/0001767 A1, aus der die Merkmale des Oberbegriffs von Anspruch 1 hervorgehen. Eine weitere solche
Konstruktion findet sich unter Anderem in
H.T.G. van Lintel, F.C.M. van de Pol, "A piezoelectric micropump based on micromachining
of silicon", Sensors and Actuators, 15 1988, S. 153-167. Derartige Pumpen reagieren im Allgemeinen empfindlich auf Gasblasen im Fluidstrom
und werden daher häufig mit hydrophilen Beschichtungen ausgekleidet, wobei die hohe
Hydrophilität des Grundmaterials Silizium von Vorteil ist. Die Möglichkeiten der Vermeidung
von Probleme durch im Fluidstrom mittransportierte Gasblasen sind jedoch begrenzt,
insbesondere im Falle von Einkammerpumpen.
[0005] Als Antrieb werden zumeist piezokeramische sowie thermisch, elektrostatisch oder
elektromagnetisch wirkende Aktuatoren eingesetzt.
[0006] Weiterhin werden Peristaltikpumpen beschrieben, die aufgrund ihres Mehrkammeraufbaues
die Fähigkeit besitzen, Gasblasen, die sich in einer ersten Kammer befinden, durch
Entleeren derselben in die nächste Kammer zu pressen, ohne dass eine Gefahr des Zurückwanderns
der Gasblase besteht. Ein solcher Aufbau ist beispielsweise der Druckschrift
WO 95/20105 entnehmbar. Durch die Aneinanderreihung mehrerer Einzelpumpen entsteht eine Pumpenkaskade.
Durch einen Phasenversatz, der beispielsweise bei drei Kammern 120° beträgt, wird
ein kontinuierlicher Transport des Fluids in eine Richtung erreicht.
[0007] Wenngleich derartige Peristaltikpumpen auf der einen Seite robust gegen Gasblasen
im Fluid reagieren, benötigen sie immer mindestens drei Kammern, da sonst der Phasenversatz
180° betragen würde, so dass die Förderrichtung nicht mehr definiert wäre. Weiterhin
benötigt der Antrieb der drei oder mehr Kammern entsprechend viel Raum und Energie
zum Betrieb.
Aufgabe der Erfindung und Lösung
[0008] Aufgabe der Erfindung ist daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Fördern von
Fluiden bereitzustellen, welches miniaturisierbar, energiesparend und blasentolerant
ist und außerdem eine effektive Förderung gestattet.
[0009] Dementsprechend wird eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch
6 vorgeschlagen. Weitere Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen aufgeführt
und der nachfolgenden Beschreibung sowie den begleitenden Zeichnungen zu entnehmen.
Beschreibung
[0010] Die Erfindung betrifft insbesondere eine Vorrichtung und ein Verfahren zum blasentoleranten
und effektiven Fördern eines Fluids, die aufgrund ihres einfachen und robusten Aufbaues
besonders für den Einsatz in der Mikrosystemtechnik geeignet sind, wie zum Beispiel
im Gebiet der Lebenswissenschaften, der Medizintechnik, der Körperhygiene, der Kosmetik
usf. Ebenso ist die vorstehende Erfindung gut für den Einsatz in der Umwelttechnologie,
in Spielzeugen oder anderen, besonders rauten Umgebungen geeignet.
[0011] Demnach umfasst die Erfindung insbesondere folgende Grundkomponenten:
- eine Anzahl von mindestens zwei Pumpkammern, von denen jede ein eigenes Kammervolumen
aufweist, und von denen jedes Kammervolumen unabhängig von allen anderen veränderbar
ist. Dabei verlaufen die Volumenänderungen der Pumpkammern im Wesentlichen jeweils
periodisch mit einer im Wesentlichen gleichen Frequenz f;
- N Aktuatoren zur Veränderung der jeweiligen Kammervolumina, wobei N der Anzahl der
Pumpkammern entspricht und jeder Aktuator einer bestimmten Pumpkammer zugeordnet werden
kann;
- eines oder mehrere Ventile zur Festlegung der Pumprichtung;
- einen gemeinsamen Einlass und einen gemeinsamen Auslass, von denen jeder unabhängig
vom anderen und bevorzugt so ausgestaltet ist, dass er elastische Schläuche, oder
nach alternativen Ausführungsformen auch als Schraubgewinde, als Lueranschluss, als
Bohrung oder als Steckanschluss ausgeführt sein kann;
- sowie nach einer bevorzugten Ausführungsform ein gemeinsames Gehäuse, in welches die
beschriebenen Komponenten integrierbar sind.
[0012] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die N Pumpkammern seriell hintereinander
angeordnet, und die Formen der Perioden der Volumenänderungen aller Pumpkammern sind
im Wesentlichen identisch, und zwischen der Volumenänderung des Kammervolumens zweier
aufeinander folgender Pumpkammern besteht ein idealer Phasenversatz PHI von ungefähr
180°.
[0013] Je nach Art der Aktuatoren erfolgt deren Ansteuerung beispielsweise elektrisch, mechanisch,
magnetisch, und bevorzugt gibt dabei die Ansteuerkurve des Aktuators die Volumenänderung
in der jeweiligen Pumpkammer vor. Ein idealer Phasenversatz ist von einem tatsächlichen
Phasenversatz PHI* abzugrenzen; damit ist gemeint, dass unter bestimmten Umständen,
wie noch gezeigt werden wird, eine bewusste Abweichung vom idealen Wert angestrebt
werden kann, dass jedoch in der Grundkonfiguration von jeder Pumpkammer zur nächsten
ein Phasenversatz PHI von 180° einzustellen ist. Im Fall von vier Pumpkammern würden
demnach die erste und dritte phasengleich, und die zweite und vierte gerade entgegengesetzt
zur ersten und dritten Kammer arbeiten.
[0014] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist diese
dadurch gekennzeichnet, dass N = 2 ist, sie also gerade aus zwei Pumpkammern besteht.
Diese ist die kleinste der möglichen Kammeranzahlen; wie Versuche gezeigt haben, ist
die Vorrichtung in der Lage, sofern sie einen Aufbau entsprechend der hier dargelegten
Lehre besitzt und entsprechend dem noch zu beschreibenden erfindungsgemäßen Verfahren
angewendet wird, alle Anforderungen zu erfüllen, wie sie aus der oben dargelegten
Problemstellung erwachsen, insbesondere die Anforderung an eine exzellente Blasentoleranz.
[0015] Zu einem ausreichend sicheren, d.h. insbesondere auch blasentoleranten und effizienten
Betrieb sollte der tatsächliche Phasenversatz PHI* bevorzugt nicht mehr als ± 7% und
besonders bevorzugt nicht mehr als ± 3% vom idealen Phasenversatz PHI abweichen. Je
nach Pumpmedium, Dichte, Temperatur, Flussgeschwindigkeit und Aufbau der Pumpvorrichtung
können diese Zahlen variieren; generell ist eine geringere Abweichung immer vorzuziehen.
Bevorzugt können auch jeweils der N. und der N+2. Aktuator mit jeweils derselben Steuerkurve
angesprochen werden, so dass zumindest alle geraden bzw. alle ungeraden Pumpkammern
in genau der gleichen Phase arbeiten.
[0016] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist für den Einsatz mit Fluiden gedacht. Dabei kann
das Fluid eine Flüssigkeit, ein Gas, oder ein Flüssigkeits-Gas-Gemisch sein, bei welchem
das Gas in der Flüssigkeit gelöst und/oder in Blasenform vorliegen kann. Derartige
Flüssigkeiten können beispielsweise auch Blut oder andere Körperflüssigkeiten sein,
in denen gelöstes Gas vorhanden ist, welches sich unter bestimmten Druckveränderungen
in Form von (zumeist unerwünschten) Gasblasen zeigt, die ihrerseits die Pumpvorrichtung
blockieren können. Durch Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung können derartige
Gasblasen nicht mehr zu einer Blockade der Pumpvorrichtung führen, was insbesondere
im Bereich der Medizintechnik von hoher Wichtigkeit ist.
[0017] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst
jede Pumpkammer bevorzugt mindestens ein eigenes Einlass- und/oder mindestens ein
eigenes Auslassventil, und besonders bevorzugt zwei eigene Einlassventile und zwei
eigene. Auslassventile. Versuche haben gezeigt, dass bei der Verwendung von Doppelventilen
ein besonders hoher Grad an Zuverlässigkeit beim Betrieb der Vorrichtung erreicht
werden kann.
[0018] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind die Ventile derart angeordnet
und ausgestaltet, dass die durch sie hervorgerufenen Richtungsänderungen des Fluidstroms
minimiert sind. Dadurch wird die zum Transport des Fluids benötigte Energie minimiert,
und die Wahrscheinlichkeit des Festsetzens von Gasblasen weiter verringert. Die genaue
Ausgestaltung der Fluidkomponenten hängt dabei von der Art der Verwendeten Aktuatoren,
Pumpkammerformen usw. ab; als Regel kann jedoch gelten, dass Winkeländerungen im Fluidpfad
nicht abrupt sein sollen und insbesondere rechte Winkel zu vermeiden sind. Wechsel
von einer Fluidebene zu einer anderen sollen ausreichend langsam und flach verlaufen,
was bedeutet, dass die Bohrung, die beide Fluidebenen miteinander verbindet, einen
Durchmesser haben soll, der mindestens so groß wie ihre Länge ist.
[0019] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist diese
dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Änderung der jeweiligen Kammervolumina Piezomembranaktuatoren
umfasst. Insbesondere scheiben- oder plattenförmige Aktuatoren sind besonders bevorzugt.
Allerdings sind auch andere Aktuatoren zur Veränderung der jeweiligen Kammervolumina
denkbar, wie beispielsweise mechanische, thermische, magnetische, elektrostatische
oder andere, eine Veränderung des Kammervolumens herbeiführende Aktuatoren, wobei
insbesondere diejenigen besonders bevorzugt sind, die einen besonders geringen Energie-
und Platzbedarf aufweisen.
[0020] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bestehen alle in Kontakt mit dem
Fluid stehenden Bauelemente aus Polyphenylsulfon (PPSU). Dieses Material bietet insbesondere
im Hinblick auf das zum Fügen der Erfindung bevorzugte Füge- und Fertigungsverfahren
wünschenswerte Vorzüge. Selbstverständlich ist die Erfindung jedoch in keiner Weise
auf dieses Material beschränkt. So kann es beispielsweise notwendig sein, im medizinischen
oder umwelttechnischen Bereich die mit dem Fluid in Verbindung stehenden Teile speziell
zu beschichten, beispielsweise durch biokompatible oder andere, besonders inerte Materialien,
um die Vorrichtung an die spezifischen Anforderungen anzupassen. Auch andere Materialien,
wie Silizium, Metalle oder Gläser sind denkbar, wobei im Falle wenig dehnbarer Materialen
sichergestellt werden muss, dass die Aktuatoren nach wie vor zu einer erfindungsgemäßen
Veränderung des Kammervolumens führen können.
[0021] Nach einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung sind alle miteinander zu verbindenden
Bauelemente mittels dem Verfahren des "Laserdurchstrahlschweißens" verbindbar. Dieses
Verfahren eignet sich insbesondere zum Verbinden von Kunststoffen und bietet neben
kurzen Fertigungszeiten die Möglichkeit, ohne Klebstoffe eine hermetisch dichte Verbindung
zu erzeugen, welche der Festigkeit des Ursprungsmaterials nahe kommt. Besonders im
Bereich der Medizintechnik wird dieses Verfahren mit Erfolg eingesetzt. Je nach Wellenlänge
des zum Schweißen benutzten Lasers ist darauf zu achten, dass jeweils ein absorbierendes
und ein transparentes Bauelement miteinander zu verbinden sind.
[0022] Nach einer weiteren Ausführungsform umfasst die Vorrichtung geometrische Ausgestaltungen
derart, dass eine fehlerhafte Montage der Bauelemente weitgehend ausgeschlossen wird.
Dies ist insbesondere dann vor Vorteil, wenn die Montage der Vorrichtung manuell erfolgt,
und in Folge der möglicherweise ähnlichen Bauelemente der einzelnen Pumpkammern, oder
aufgrund von nahezu symmetrischen Ausgestaltungen dieser Bauelemente eine Verwechselungsgefahr
besteht. Da die Korrektur derartiger Fehlmontagen Zeit kostet und schlimmstenfalls
in defekten Pumpen resultiert, sind solche Montagefehler in jedem Fall zu vermeiden.
Dies kann erfindungsgemäß dadurch geschehen, dass sich am Gehäuse bestimmte Marken
oder Vorsprünge befinden, die die Montage weiterer Bauelemente nur auf eine ganz bestimmte
Art und Weise zulassen, so dass Fehlmontagen praktisch ausgeschlossen sind, da diese
sofort auffallen bzw. nur mit Beschädigung des Bauteils möglich sind. Derartige Montagehilfen
bestehen demnach bevorzugt aus einem oder mehreren erhabenen Teilen und mit diesen
korrespondierenden Aussparungen an andern Bauelementen. Besonders bevorzugt sind dabei
solche Ausgestaltungen, die sich in einer Richtung senkrecht zu den einzelnen Schichten
oder Funktionsebenen durch das gesamte Gehäuse ziehen, so dass nur eine minimale Anzahl
von derartigen Ausgestaltungen notwendig ist.
[0023] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Vorrichtung dadurch gekennzeichnet,
dass die zur Herstellung einer einzelnen Pumpkammer notwendigen Bauelemente, insbesondere
das bzw. die Ventile und der Aktuator, gegen die zur Herstellung einer anderen Pumpkammer
derselben Vorrichtung benötigten Bauelemente im Wesentlichen austauschbar bzw. mit
diesen identisch ausgestaltet ist bzw. sind. Mit anderen Worten sind nach Möglichkeit
jeweils alle Aktuatoren, alle Ventile und ggf. andere, sich in jeder Pumpkammer wiederholende
Bauelemente jeweils identisch ausgestaltet. Auf diese Weise wird zum einen die Verwechslungsgefahr
bei der Montage verringert, zum anderen werden die Kosten bei der Herstellung minimiert,
da eine entsprechend größere Anzahl identischer Bauelemente im Normalfall kostengünstiger
hergestellt werden kann als mehrere unterschiedliche Varianten mit entsprechend geringeren
Stückzahlen.
[0024] Nach einer am meisten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
umfasst diese die folgenden Bauelemente, wobei die Aufzählungsreihenfolge in Wesentlichen
der Montagereihenfolge entspricht:
- ein Bodenelement mit einer Ausnehmung, sowie einem in die Ausnehmung hinein führenden
Einlass und einem aus der Ausnehmung heraus führenden Auslass, sowie außerdem zwischen
dem Ein- und dem Auslass in derselben Ebene befindlichen Fluidstrukturen zur Führung
des zu fördernden Fluids zu den Ventilen und zur fluidischen Konnektierung beider
Pumpkammern und zur Anbindung an den Einlass und den Auslass;
- eine Ventilfolie, die in die Ausnehmung einlegbar ist und die beweglichen Teile der
Ventile trägt;
- eine Zwischenschicht, die oberhalb der Ventilfolie in die Ausnehmung einlegbar ist
und Öffnungen aufweist, welche die nicht beweglichen Teile der Ventile bilden
- eine Schutzschicht, die oberhalb der Zwischenschicht in die Ausnehmung einlegbar ist
und die mit der Zwischenschicht zwei in einer Ebene liegende Hohlräume bildet, die
als Pumpkammern dienen;
- zwei Aktuatoren mit Elektroden und elektrischen Anschlüssen, wobei jeder Aktuator
jeweils kongruent mit der darunter liegenden Pumpkammer angeordnet ist, und wobei
durch Betrieb des Aktuators das Kammervolumen der ihm zugeordneten Pumpkammer veränderbar
ist;
- ein Deckelelement, dessen Außenkonturen im Wesentlichen denen des Bodenelements entsprechen,
und das auf das Bodenelement auflegbar ist und das nach Verbinden mit dem Bodenelement
die Ausnehmung dergestalt abschließt, dass die in ihrem Inneren befindlichen Bauelemente
vor äußeren Einflüssen geschützt sind.
[0025] Dabei sind das Bodenelement, die Zwischenschicht und das Deckelelement fluiddicht
miteinander verbindbar.
[0026] Es ist klar, dass diese Aufzählung durch weitere, für die entsprechende Applikation
sinnvolle oder notwendige weitere Bauelemente ergänzt werden kann und daher nicht
als abschließend aufzufassen ist.
[0027] Nach einer anderen Ausführungsform ist die Vorrichtung nicht wie zuvor beschrieben
als integrierte Variante, sondern durch Aneinanderreihung separater Einzelpumpen aufgebaut.
Sie besteht also aus einer seriellen Anordnung von N separaten, jeweils nur eine einzelne
Pumpkammer umfassenden Einzelpumpen, die miteinander mittels fluidischer Leitungen
verbindbar ausgestaltet sind. Derartige Leitungen sind bevorzugt aus einem möglichst
unnachgiebigen Material herzustellen, um den Energieverlust durch (unerwünschtes)
Aufweiten der Leitungen bei jedem Pumpzyklus zu vermeiden. Daher sind derartige Leitungen
besonders bevorzugt möglichst kurz, beispielsweise nicht mehr als 10 Zentimeter, auszugestalten.
[0028] Die Steuerung der Einzelpumpen erfolgt jedoch selbstverständlich wieder entsprechend
dem weiter oben beschriebenen Muster, nach dem zwischen zwei aufeinander folgenden
Pumpkammern ein Phasenversatz PHI von jeweils 180° herrscht.
[0029] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die. Vorrichtung so ausgebildet,
dass Informationen über den Förderzustand im laufenden Betrieb gewonnen werden können.
Hierzu umfasst die Vorrichtung die nachfolgenden Merkmale:
- Mindestens einer der Aktuatoren ist abschaltbar ausgebildet. Hierzu kann bevorzugt
eine Schaltungsanordnung vorgesehen sein, die nicht nur den frequenzgesteuerten Betrieb
des Aktuators ermöglicht, sondern auch über eine Ansteuermöglichkeit verfügt, die
ein vorübergehendes oder auch dauerhaftes Aussetzen mindestens eines oder auch mehrerer
Aktuatoren im laufenden Betrieb erlaubt. Dabei kann das Aussetzsignal beispielsweise
vom ersten Aktuator in Durchflussrichtung "wandern", so dass immer nur einer, aber
nicht immer derselbe Aktuator vorübergehend stillsteht.
- Eine Schaltungsanordnung ist vorgesehen, die es gestattet, die durch mittels Fluiddruck
an dem mindestens einen abgeschalteten Aktuator erzeugte Formänderung des Aktuators
während des Betriebes der Vorrichtung mit einem oder mehreren nicht abgeschalteten
Aktuator(en) zu detektieren. Mit anderen Worten erlaubt die Schaltungsanordnung ein
Auslesen der durch den "passiven" Betrieb, also ohne Antriebsenergie erfolgenden,
hervorgerufenen Formänderungen des mindestens einen abgeschalteten Aktuators. Im beispielhaften
Falle von Piezoaktuatoren wird durch eine von Außen aufgebrachte Formänderung, z.B.
durch Druckänderung in der Pumpkammer, eine Spannung induziert, welche dann über geeignete
elektrische Leitungen nach Außen geleitet und dort gemessen werden kann. Als Leitungen
können besonders bevorzugt auch die ohnehin bereits vorhandenen Leitungen verwendet
werden, die zum Betrieb des jeweiligen Aktuators nötig sind. Besonders bevorzugt ist
die für die erfindungsgemäße Auslesbarkeit der Formänderungen vorgesehene Schaltung
in die Schaltung zur Ansteuerung rund zum temporären Abschalten des bzw. der Aktuatoren
integriert und gewünschtenfalls mit einer Schnittstelle zu einem Bedienfeld, einem
Computer oder einem Funkübertrager ausgestattet.
[0030] Nachfolgend wird insbesondere das erfindungsgemäße Verfahren näher beschrieben, welches
besonders bevorzugt zusammen mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Ausführung
kommt.
[0031] Demnach eignet sich das Verfahren zum blasentoleranten und effizienten Fördern eines
Fluids, wobei es vorteilhaft mit einer Vorrichtung zusammenwirkt, die:
- aus einer Anzahl von N ≥ 2 Pumpkammern mit N separaten Kammervolumen besteht, von
denen jedes unabhängig von dem bzw. den anderen veränderbar ist, wobei die Volumenänderungen
der Pumpkammern im Wesentlichen jeweils periodisch mit einer im Wesentlichen gleichen
Frequenz f verlaufen;
- N Aktuatoren zur Veränderung der jeweiligen Kammervolumina umfasst;
- außerdem ein oder mehrere Ventile zur Festlegung der Pumprichtung bereitstellt;
- und schließlich einen gemeinsamen Einlass und Auslass umfasst.
[0032] Dabei sind die N Pumpkammern seriell hintereinander angeordnet. Das erfindungsgemäße
Verfahren erfordert, dass die Formen der Perioden der Volumenänderungen aller Pumpkammern
sind im Wesentlichen identisch sind, und dass die Pumpkammern derart angesteuert werden,
so dass zwischen der Volumenänderung des Kammervolumens zweier aufeinander folgender
Pumpkammern ein idealer Phasenversatz PHI von ungefähr 180° besteht.
[0033] Nach einer bevorzugten Ausführungsform wirkt das erfindungsgemäße Verfahren mit einer
Vorrichtung zusammen, für die N = 2 ist, die also aus zwei Pumpkammern besteht. Der
Phasenversatz zwischen der ersten und der zweiten Pumpkammer ist entsprechend dem
erfindungsgemäßen Verfahren 180°.
[0034] Nach einer bevorzugten Ausführungsform weicht ein tatsächlicher Phasenversatz PHI*
nicht mehr als ± 7% und nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform nicht mehr
als ± 3% vom idealen Phasenversatz PHI ab. Generell gilt die Regel, dass geringere
Abweichungen vom idealen Wert immer zu bevorzugen sind.
[0035] Besonders bevorzugt eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren zum Fördern von Fluiden,
die aus der Gruppe der Flüssigkeiten, der Gase, sowie der Flüssigkeits-GasGemische
ausgewählt sind, wobei sich das Verfahren im Falle eines Gemisches sowohl für in der
Flüssigkeit gelöst vorliegende als auch als Blasen vorliegende Gasanteile eignet.
[0036] Bevorzugterweise erfolgt die Änderung des Volumens einer jeden Pumpkammer entsprechend
einer Rechteckkurve. Im Falle von elektrisch angetriebenen Aktuatoren, wie z.B. Piezoaktuatoren,
bedeutet dies, dass deren Ansteuerung im Idealfall mit zueinander phasenversetzten
Rechteckspannungen erfolgt..Durch die Ansteuerung mittels Rechteckspannung bewegt
sich der Aktuator entsprechend, was im optimalen Fall einer näherungsweise rechteckig
verlaufenden zyklischen Volumenänderung der jeweiligen Pumpkammer resultiert. Für
den Fall, dass die Zuordnung zwischen Ansteuerung des Aktuators und Volumenänderung
der Pumpkammer nicht proportional erfolgt, können entsprechende Korrekturfaktoren
oder -funktionen benutzt werden.
[0037] Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die ansteigende
und/oder die abfallende Flanke der Rechteckspannung/-kurve dergestalt abgerundet,
so dass durch zu geringen Kammerdruck hervorgerufene Kavitationseffekte in der Pumpkammer
vermieden werden. Versuche haben ergeben, dass bei zu schnellem Relaxieren des Aktuators
ein Unterdrucks in der Pumpkammer entstehen kann, der zu spontaner Gasblasenbildung
führt, da der Siedepunkt in einem Fluid von dessen Druckzustand abhängt und bei geringeren
Drücken ebenfalls stark sinkt, im Extremfall bis hin zu Raumtemperatur. Durch das
anschließende Kollabieren der Kavitationsgasblasen bei Normalisierung des Druckes
entstehen starke Druckwellen, welche bei dauerhaftem Auftreten zu erheblichen Materialschädigungen
führen können und daher zu vermeiden sind.
[0038] Nach einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens können die Frequenzen
f der Volumenänderungen aufeinander folgender Pumpkammern vorübergehend oder kontinuierlich
eine Differenz A aufweisen. Diese Differenz ist als ein gewollter
; gezielt eingestellter Unterschied in der Frequenz der einzelnen Kammern anzusehen.
Beträgt die Differenz beispielsweise bei einer Betriebsfrequenz von 100 Hz gerade
1 Hz, so erreicht die differierende Kammer nach 100 Zyklen wieder den gleichen Phasenversatz
wie zu Beginn der induzierten Frequenzänderung. Wie durch Versuche gezeigt werden
konnte, eignet sich dieses vorübergehende Einbringen einer so genannten "Schwebung"
besonders gut zum Ausbringen von Gasblasen, die sich anderweitig nicht aus den fluidischen
Kanälen der Vorrichtung lösen lassen. Je nach konkreter Ausgestaltung der Vorrichtung
sowie den physikalischen Eigenschaften des Fluids kann die Differenz Δ unterschiedlich
groß und unterschiedlich lang ausfallen, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.
[0039] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens ist die Differenz
Δ bevorzugt kleiner als 1% der Frequenz f und besonders bevorzugt kleiner als 0,1%
der Frequenz f.
[0040] Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens können mit
diesem auch Informationen über den Förderzustand im laufenden Betrieb gewonnen werden.
Dazu muss mindestens einer der folgenden Schritte durchgeführt werden; besonders bevorzugt
müssen alle der folgenden Schritte nacheinander ausgeführt werden:
- (1) vorübergehendes oder kontinuierliches Abschalten eines öder mehrerer Aktuatoren.
Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn entweder der Aktuator selber die Möglichkeit
bietet, auch als Sensor für Druckänderungen in der jeweiligen Pumpkammer zu dienen,
oder wenn ein dazu geeigneter Drucksensor anderweitig vorhanden ist.
- (2) Detektieren der durch die mittels Fluiddruck an dem bzw. den Aktuator(en) erzeugten
Formänderung(en). Dies ist besonders bevorzugt mittels Piezoaktuatoren möglich, welche
im "passiven" Betrieb, also ohne Aufbringen einer elektrischen Spannung, ihrerseits
eine Spannung erzeugen, sobald sie einer Formänderung unterliegen. Unter bestimmten
Voraussetzungen sind der Druck, die durch ihn verursachte Formänderung und die dadurch
hervorgerufene Spannung auch proportional zueinander, so dass ein Piezoaktuator als
ein einfacher Drucksensor umfunktionierbar ist.
- (3) Vergleich der detektierten Formänderungen mit Sollwerten, die aus einem ordnungsgemäßen
Betrieb stammen. Sind nämlich Werte, beispielsweise Spannungswerte, aus einem Betrieb
ohne Störung bekannt, so kann durch einfachen, qualitativen Vergleich auf das Vorliegen
einer Störung, oder durch quantitativen Vergleich in erster Näherung auch auf die
Größe der Störung rückgeschlossen werden.
[0041] Je nach Ausführungsform kann dabei die Störungsdetektion nur zeitweise von einem
oder mehreren Aktuatoren übernommen werden, oder es können einer oder mehrere Aktuatoren
dauerhaft als Störungssensoren umfunktioniert werden. Ebenso kann das Auslesen eines
oder mehrerer separat eingebrachter und hier nicht näher spezifizierter Sensoren temporär
zur Erkennung von Störungen dienen. Vorteilhaft ist jedoch die Ausführungsform, nach
der die ohnehin vorhandenen Aktuatoren vorübergehend als Störungssensoren benutzt
werden.
[0042] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird bei Erkennung einer Störung zur Behebung derselben vorübergehend eine Änderung
des Betriebes wie weiter oben beschrieben angestoßen, d.h., es wird eine erfindungsgemäße
Schwebung erzeugt, mit welcher die Störung wieder behoben werden kann, sofern sie
durch das Auftreten einer anderweitig nicht entfernbaren Gasblase hervorgerufen wurde.
Figurenübersicht
[0043]
- Fig. 1:
- Explosionsansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung
- Fig. 2:
- optimierter Kurvenverlauf für Ansteuerung bzw. Volumenänderung
- Fig. 3:
- Kurvenverlauf bei um 180° versetzen Phasen; Tastverhältnis = 1:1
- Fig. 4:
- Kurvenverlauf bei um 180° versetzen Phasen; Tastverhältnis ≠ 1:1
Figurenbeschreibung
[0044] Figur 1 zeigt eine Explosionsansicht einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Diese besteht aus einem schichtartigen Aufbau
1, der im dargestellten Fall zwei Pumpkammern 2 umfasst.
[0045] Entsprechend Figur 1 besteht der Aufbau 1 im Detail aus folgenden Bauelementen:
- ein Bodenelement 7, welches besonders bevorzugt aus Kunststoff hergestellt wird. Das
Bodenelement umfasst eine Ausnehmung 7', in welche alle folgenden Bauelemente ein-
oder aufgelegt werden. Das Bodenelement beinhaltet bevorzugt auch den zum Fördern
des Fluids nötigen Einlass 4 und Auslass 5, der, wie hier gezeigt, beispielsweise
jeweils als rohrartiger Anschluss ausgebildet ist. Selbstverständlich sind auch andere,
der jeweiligen Applikation angepasste Anschlusstypen denkbar. Ebenso umfasst das Bodenelement
Teile der für die Ventile 3 notwendigen Fluidkanäle, die bevorzugt im Spritzgussverfahren
und somit im selben Arbeitsgang wie das Bodenelement selber hergestellt werden.
[0046] Außerdem trägt das Bodenelement als Montagehilfe erhabene Teile derselben 7 " in
Form geometrischer Ausprägungen, die derart angeordnet sind, dass sie mit den Aussparungen
der Montagehilfe 7"' zusammenwirken. Somit kann der Einbau folgender Bauelemente wie
z.B. einer Ventilfolie 8 nur auf eine Art und Weise erfolgen, so dass eine Fehlmontage
weitgehend ausgeschlossen ist.
- Eine Ventilfolie 8, welche die beweglichen Teile der Ventile 3 trägt und in das Bodenelement
eingelegt wird. In der dargestellten Form umfasst die Ventilfolie die beweglichen
Teile sowohl der Einlassventile 3' einer jeden Pumpkammer, als auch die beweglichen
Teile der entsprechenden Auslaßventile 3". Weiterhin umfasst die Ventilfolie auch
die Aussparungen der Montagehilfe 7"', welche einem fehlerfreien Einbau der Ventilfolie
dienen.
- Eine Zwischenschicht 9, die bevorzugt aus einem Kunststoff gefertigt ist. Diese ist
so ausgestaltet, dass sie sich in die Ausnehmung 7' des Bodenelementes 7 einfügen
lässt. Im Zentrum einer jeden Pumpkammer 2, welche jeweils durch eine Vertiefung in
der Zwischenschicht entsteht, befindet sich jeweils eine Öffnung 9', durch welche
Fluid in die Pumpkammer ein- bzw. wieder aus dieser herausströmen kann.
- Eine Schutzschicht 10, welche auf die Zwischenschicht aufgebracht wird und somit die
Pumpkammer fluidisch nach oben hin abschließt. Die Schutzschicht muss demnach fest
mit der Zwischenschicht verbunden werden, so dass weder an ihrem Umfang noch im Bereich
zwischen den Pumpkammern Fluid aus- bzw. überströmen kann. Hierzu wird, wie bereits
erwähnt, vorzugsweise das Laserdurchstrahlschweißen angewendet. Alternative Fertigungsverfahren
sind das Kleben, das Ultraschallschweißen, oder das mechanische Klemmen der jeweiligen
Bauelemente.
- zwei Aktuatoren 6, welche in der dargestellten Ausführungsform als scheibenförmige
Piezoaktuatoren ausgeführt sind. Jeder der Aktuatoren ist geometrisch auf die darunter
liegende Pumpkammer 2 angepasst und trägt zur elektrischen Kontaktierung entsprechende
Elektroden 6'. Mit diesen verbunden ist ein elektrischer Anschluss 6", welcher aus
dem Gehäuse der Vorrichtung 1 heraus geführt werden kann, und der eine ausreichende
Anzahl von Einzeladern zur Konnektierung eines jeden Aktuators bereithält.
- ein Deckelelement 11, welches den Abschluss des im Wesentlichen aus dem Bodenelement
7 bestehenden Gehäuses der Vorrichtung 1 dient. Bevorzugt ist auch das Deckelelement
aus Kunststoff hergestellt und mit dem Bodenelement mittels Laserdurchstrahlschweißen
verbindbar ausgestaltet.
[0047] Figur 2 zeigt ein Diagramm, in welchem auf der Abszisse die Zeit, auf der Ordinate
die Aktuatorspannung U (im Folgenden "Ansteuerkurve" genannt) und/oder das Volumen
einer Pumpkammer (im Folgenden "Kammervolumenskurve" genannt) aufgetragen ist bzw.
sind. Der dargestellte Zeitumfang entspricht gerade einer Periode, also der Zeit,
die für einen einzelnen Pumpzyklus einer Pumpkammer notwendig ist.
[0048] Die gestrichelte Linie zeigt dabei eine ideale Rechteckkurve. Erfindungsgemäß kann
sowohl die ansteigende Flanke A als auch die abfallende Flanke B dieser Kurve abgerundet
werden, so dass sich ein Verlauf entsprechend der durchgezogenen Linie ergibt, die
den optimierten Kurvenverlauf darstellt. Wie weiter oben beschrieben, dient diese
Verrundung der Vermeidung von Druckänderungsspitzen, welche zu.unerwünschter Kavitationsblasenbildung
führen können. Die exakten optimieren Formen der Verrundungen müssen je nach genauer
geometrischer Ausgestaltung der Pumpkammern, der Fluidkanäle und der Höhe der Betriebsdrücke'bestimmt
werden. Dies kann beispielsweise durch Berechnung, Simulation und/oder die Durchführung
von Versuchsreihen erfolgen. Die hier dargestellte Form ist daher nur als Sinnbild
zu verstehen und muss nicht der tatsächlichen, optimalen Form der Ansteuer- bzw. Kammervolumenskurve
entsprechen.
[0049] Figur 3 zeigt ein Diagramm mit gleichen Achsenbeschriftungen wie zuvor die Figur
2. Ebenso zeigt es die durchgezogene Linie aus Figur 2, welche den optimierten Kurvenverkauf
der Ansteuer- bzw.
[0050] Kammervolumenskurve wiedergibt. Zusätzlich ist als gepunktete Linie eine um PHI=180°
phasenversetzte Kurve aufgetragen, welche die Ansteuerkurve desjenigen Aktuators zeigt,
der demjenigen folgt, welcher entsprechend der durchgezogenen Linie angesteuert wird.
In der hier dargestellten Variante sind die Hub- und Senkphasen eines Aktuators, das
so genannte Tastverhältnis, ungefähr gleich lang, weswegen sich die nahezu gespiegelte
Form der gepunkteten Linie ergibt (Tastverhältnis 1:1). In Fällen, in denen das Tastverhältnis
nicht gleich groß ist, ergeben sich Bilder, bei denen sich der Nachlauf der zweiten
Ansteuerkurve entsprechend nicht als Spiegelung der ersten ergibt.
[0051] Diester Fall ist in Figur 4 dargestellt. Hier ist der Phasengang PHI wiederum 180°,
das Tastverhältnis liegt jedoch bei ca. 1:3 (der Zeitabschnitt, bei welchem die Kurve
einen hohen Wert zeigt, ist deutlich kürzer als der Teil, bei welchem sie nahe Null
ist).
[0052] Verfahren zum Fördern eines Fluids und Mikropumpe hierfür
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Vorrichtung zum Fördern eines Fluids
- 2
- Pumpkammer
- 3
- Ventil
- 3'
- Einlassventil
- 3"
- Auslassventil "
- 4
- Einlass
- 5
- Auslass
- 6
- Aktuator, Piezomembranaktuator
- 6'
- Elektrode
- 6"
- elektrischer Anschluss
- 7
- Bodenelement
- 7'
- Ausnehmung
- 7"
- erhabener Teil der Montagehilfe
- 7"'
- Aussparungen der Montagehilfe
- 8
- Ventilfolie
- 9
- Zwischenschicht
- 9'
- Öffnungen
- 10
- Schutzschicht
- 11
- Deckelelement
- A
- ansteigende Blanke
- B
- abfallende Flanke
1. Vorrichtung zum blasentoleranten Pumpen eines Fluids, wobei diese Pumpvorrichtung
mindestens zwei Pumpkammern (2) aufweist, welche jeweils ein separates Kammervolumen,
jeweils eine Membran zur periodischen Volumenänderung der Pumpenkammer, und jeweils
einen eigenen Aktuator zur Betätigung der Membran beinhaltet sowie Ventile für die
Durchflussrichtung und Ein- und Auslass aufweist, wobei die Pumpkammern seriell angeordnet
sind, und wobei die Formen der Volurnenanderung der Pumpkammern einen Phasenversatz
von ungefähr 180° aufweisen,
gekennzeichnet durch:
- ein Bodenelement (7) mit einer Ausnehmung (7'), sowie einem in die Ausnehmung (7')
hinein führenden Einlass (4) und einem aus der Ausnehmung (7') heraus führenden Auslass
(5), sowie außerdem zwischen dem Ein- und dem Auslass in derselben Ebene befindlichen
Fluidstrukturen zur Führung des zu fördernden Fluids zu den Ventilen (3, 3', 3") und
zur fluidschen Konnektierung beider Pumpkammern (2) und zur Anbindung an den Einlass
(4) und den Auslass (5);
- eine Ventilfolie (8), die in die Ausnehmung (7') einlegbar ist und die beweglichen
Teile der Ventile (3, 3', 3") trägt:
- eine Zwischenschicht (9), die oberhalb der Ventilfolie (8) in die Ausnehmung (T)
einlegbar ist und Öffnungen (9') aufweist, welche die nicht beweglichen Teile der
Ventile (3, 3', 3") bilden;
- eine Schutzschicht (10), die oberhalb der ZwischenSchicht (9) in die Ausnehmung
(7') einlegbar ist und die mit der Zwischenschicht (9) zwei in einer Ebene liegende
Hohlräume bildet, die als Pumpkammern (2) dienen;
- zwei Aktuatoren (6) mit Elektroden (6') und elektrischen Anschlüssen (6"), wobei
jeder Aktuator (6) jeweils kongruent mit der darunter liegenden Pumpkammer (2) angeordnet
ist, und wobei durch Betrieb des Aktuators (6) das Kammervolumen der jeweils unter dem Aktuator (8) liegenden
Pumpkammer (2) veränderbar ist;
- ein Deckelelement (11), dessen Außenkonturen im Wesentlichen denen des Bodenelements
(7) entsprechen, und das auf dem Bodenelement (7) auflegbar ist und das nach Verbinden
mit dem Bodenelement (7) die Ausnehmung (7') dergestalt abschließt, dass die in ihrem
Inneren befindlichen Bauelemente vor äußeren Einflüssen geschützt sind;
und bei der Bodenelement (7), Zwischenschicht (9) und Deckelelement (11) fluiddicht
miteinander verbindbar sind.
2. Vorrichtung nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe durch eine serielle Anordnung von N separaten, jeweils nur eine Pumpkammer
(2) umfassenden Einzelpumpen gebildet sind, die miteinander mittels fluidischer Leitungen
verbindbar ausgestaltet sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei:
die Vorrichtung derart ausgebildet ist, dass Informationen über den Förderzustand
im laufenden Betrieb gewonnen werden können, und wobei die Vorrichtung hierfür die
nachfolgenden Markmale umfasst:
- mindestens einer der Aktuatoren (6) ist abschaltbar ausgebildet:
- eine Schaltungsanordnung ist vorgesehen, die es gestattet, die durch die mittels
Fluiddruck an einem abgeschalteten Aktuator (6) erzeugten Formänderungen des Aktuators
(6) beim Betrieb der Vorrichtung mit einem nicht abgeschalteten Aktuator (6) zu detektieren.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein tatsächlicher Phasenversatz PHI* bevorzugt nicht mehr als ± 7% und besonders
bevorzugt nicht mehr als ± 3% vom idealen Phasenversatz PHI abweicht
5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ansteuerung der Aktuatoren (6) im Wesentlichen mit zueinander phasenversetzten
Rechteckspannungen ausfahrbar ausgebildet ist und wobei:
die ansteigende und/oder die abfallende Flanke der Rechteckspannung/kurve dergestalt
abgerundet ist, dass durch zu geringen Kammerdruck hervorgerufene Kavitationseffekte
in der Pumpkammer (2) vermeidbar ist
6. Verfahren zum blasentoleranten Pumpen eines Fluids mit einer Vorrichtung nach einem
der Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenzen f der Volumenänderungen aufeinander folgender Pumpkammern (2) vorübergehend
oder kontinuierlich eine Differenz Δ aufweisen, wobei
die Differenz Δ bevorzugt kleiner als 1% der Frequenz f und besonders bevorzugt kleiner
als 0,1% der Frequenz f gewählt ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass Informationen über den Förderzustand im laufenden Betrieb derart gewonnen werden,
dass mindestens einer der folgenden Schritte und bevorzugt alls Schritte nacheinander
durchgeführt wird bzw. werden:
- vorübergehendes oder kontinuierliches Abschalten eines oder mehrerer Aktuatoren
(6);
- Detektieren der durch die mittels Fluiddruck an dem bzw. den Aktuator(en) (6) erzeugten
Formänderungen:
- Vergleich der detektierten Formänderungen mit Sollwerten, die aus einem ordnungsgemäßen
Betrieb stammen.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erkennung einer Störung zur Behebung derselben vorübergehend eine Änderung des
Betriebes gemäß Anspruch 6 angestoßen wird.
1. A device for supplying a fluid in a bubble-tolerant manner, wherein said pump device
has at least two pump chambers (2) each of which comprises a separate chamber volume,
in each case a diaphragm for periodically changing the volume of the pump chamber,
and in each case a separate actuator for actuating the diaphragm, and further comprises
valves for the flow direction and inlet and outlet, wherein the pump chambers are
arranged in series one behind the other and wherein the forms of the volume change
of the pump chambers have a phase offset of approximately 180°,
characterized by
- a bottom element (7) with a recess (7') and inlet (4) running into the recess (7')
and an outlet (5) running out of the recess (7'), and, moreover, fluid structures
located in the same plane between the inlet and the outlet for guiding the fluid to
be supplied to the valves (3, 3', 3") and for fluidically connecting both pump chambers
(2) and for connecting to the inlet (4) and the outlet (5);
- a valve film (8) which can be placed into the recess (7') and carries the movable
parts of the valves (3, 3', 3") ;
- an intermediate layer (9) which can be placed above the valve film (8) into the
recess (7) and which has openings (9') which form the non-movable parts of the valves
(3, 3', 3");
- a protective layer (10) which can be placed above the intermediate layer (9) into
the recess (7') and which, together with the intermediate layer (9), forms two hollow
spaces which lie in one plane and serve as pump chambers (2);
- two actuators (6) with electrodes (6') and electrical connections (6"), wherein
each actuator (6) is in each case arranged congruent with the pump chamber (2) therebelow,
and wherein by operating the actuator (6), the chamber volume of the pump chamber
(2) arranged in each case below the actuator (6) can be changed;
- a cover element (11), the outer contours of which correspond substantially to the
ones of the bottom element (7) and which can be placed onto the bottom element (7)
and which, after connecting to the bottom element (7), closes the recess (7') in such
a manner that the components located inside said recess are protected against external
influences;
and wherein bottom element (7), intermediate layer (9) and cover element (11) can
be connected to each other in a fluid-tight manner.
2. The device according to claim 1, characterized in that said device is formed by a serial arrangement of N separate individual pumps which
in each comprise only one pump chamber (2) and which are configured to be connectable
to each other by means of fluid lines.
3. The device according to claim or claim 2, wherein:
the device is configured such that information about the supply state can be obtained
during running operation and wherein for this purpose, the device comprises the following
features:
- at least one of the actuators (6) is configured such that it can be switched off;
- a circuit arrangement is provided which allows to detect the form changes of the
actuator (6) generated by means of fluid pressure during the operation of the device
at an actuator (6) that is switched off with an actuator (6) that is not switched
off.
4. The device according to any one of the claims 1 to 3, characterized in that an actual phase offset PHI* preferably does not deviate more than ±7 % and particularly
preferred not more than ±3 from the ideal phase offset PHI.
5. The device according to claim 1,
characterized in that the activation of the actuators (6) is configured substantially such that it can
be carried out with square-wave voltages which are phase-shifted with respect to each
other and wherein:
the rising and/or the falling edge of the square-wave voltage/curve is rounded such
that cavitation effects in the pump chamber (2) caused by chamber pressure that is
too low can be avoided.
6. A method for pumping a fluid in a bubble-tolerant manner with a device according to
any one of the claims 1 to 5, characterized in that temporarily or continuously, the frequencies f of the volume changes of sequential
pump chambers (2) have a difference Δ, wherein
the difference Δ is preferably selected to be smaller than 1% of the frequency f and
particularly preferred smaller than 0.1% of the frequency f.
7. The method according to claim 6,
characterized in that information about the supply state during the running operation is obtained in such
a manner that at least one of the following steps and preferred all steps is or are,
respectively, carried out in succession:
- temporarily or continuously switching off one or a plurality of actuators (6);
- detecting the form changes generated by means of fluid pressure at the actuator
or the actuators (6);
- comparing the detected form changes with set values originated from a proper operation.
8. The method according to claim 6 or claim 7, characterized in that upon detection of a failure and for eliminating the same, a change of the operation
according to claim 6 is initiated temporarily.
1. Dispositif de pompage d'un fluide, tolérant les bulles, dans lequel ce dispositif
de pompage présente au moins deux chambres de pompage (2), lesquelles présentent respectivement
un volume de chambre séparé, respectivement une membrane pour la modification volumique
périodique de la chambre de pompe et contiennent respectivement leur propre actionneur
pour actionner la membrane, et présentent des vannes pour le sens d'écoulement et
une admission et une évacuation, sachant que les chambres de pompe sont disposées
en série et sachant que les formes de la modification volumique des chambres de pompe
présentent un décalage de phase d'environ 180°,
caractérisé par
- un élément de fond (7) comprenant un évidement (7') ainsi qu'une admission (4) conduisant
à l'intérieur de l'évidement (7') et une évacuation (5) conduisant hors de l'évidement
(7'), ainsi qu'en outre des structures fluidiques se trouvant dans le même plan entre
l'admission et l'évacuation pour guider le fluide à faire circuler vers les vannes
(3, 3', 3") et pour la connexion fluidique des deux chambres de pompe (2) et pour
la connexion à l'admission (4) et l'évacuation (5) : 1
- un film de vanne (8) qui peut être inséré dans l'évidement (7') et porte les parties
mobiles des vannes (3, 3', 3" )
- une couche intermédiaire (9) qui peut être insérée dans l'évidement (7') au-dessus
du film de vanne (8) et présente des ouvertures (9') qui forment les parties non mobiles
des vannes (3, 30', 3") ;
- une couche de protection (10) qui peut être insérée dans l'évidement (7') au-dessus
de la couche intermédiaire (9) et qui forme avec la couche intermédiaire (9) deux
espaces creux reposant dans un plan, lesquels servent de chambres de pompe (2) ;
- deux actionneurs (6) avec des électrodes (6') et des connexions électriques (6"
), sachant que chaque actionneur (6) est placé de manière respectivement congruente
avec la chambre de pompe (2) reposant dessous, et sachant que par le fonctionnement
de l'actionneur (6), le volume de chambre de la chambre de pompe (2) respective reposant
sous l'actionneur (6) est modifiable ;
- un élément de couverture (11) dont les contours extérieurs correspondent essentiellement
à ceux de l'élément de fond (7) et qui peut être placé sur l'élément de fond (7) et
qui après avoir été lié à l'élément de fond (7) ferme l'évidement (7') de telle manière
que les éléments de construction qui se trouvent à l'intérieur de celui-ci sont protégés
des influences extérieures ;
et dans lequel l'élément de fond (7), la couche intermédiaire (9) et l'élément de
couverture (11) peuvent être reliés l'un à l'autre de manière étanche aux fluides.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que celui-ci est formé par un agencement en série de N pompes individuelles séparées
comprenant respectivement une chambre de pompe (2) seulement, qui sont formées en
pouvant être reliées l'une à l'autre au moyen de conduites fluidiques.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, dans lequel :
le dispositif est ainsi formé que des informations sur l'état de circulation en fonctionnement
peuvent être obtenues et sachant que le dispositif présente pour cela les attributs
suivants :
- au moins un des actionneurs (6) est formé en pouvant être arrêté
- un agencement de commutation est prévu qui permet de détecter les modifications
de forme de l'actionneur (6) produites au moyen de la pression du fluide sur un actionneur
(6) arrêté, lors du fonctionnement du dispositif avec un actionneur (6) non arrêté.
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'un décalage de phase effectif PHI* ne s'écarte de préférence pas plus de ± 7% et,
de manière particulièrement préférée, pas plus de ± 3% du décalage de phase idéal
PHI.
5. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la commande des actionneurs (6) est formée essentiellement de manière à pouvoir être
exécutée avec des tensions angulaires décalées en phase les unes aux autres et sachant
que :
le flanc augmentant et/ou décroissant de la courbe/tension rectangulaire est ainsi
arrondi que des effets de cavitation dans la chambre de pompe (2) provoqués par une
pression de chambre trop faible peuvent être évités.
6. Procédé de pompage d'un fluide, tolérant les bulles, comprenant un dispositif, selon
l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les fréquences f des modifications de volume de chambres de pompe (2) successives
présentent provisoirement ou continuellement une différence Δ, sachant que
la différence Δ est choisie de préférence inférieure à 1% de la fréquence f et de
manière particulièrement préférée inférieure à 0,1% de la fréquence f.
7. Procédé selon la revendication 6,
caractérisé en ce que des informations sur l'état de circulation en fonctionnement peuvent être obtenues,
qu'au moins une des étapes suivantes et de préférence toutes les étapes est, respectivement,
sont exécutée(s) l'une après l'autre :
- arrêt provisoire ou continu d'un ou plusieurs actionneur(s) (6) ;
- détection des modifications de forme produites sur le(s) actionneur(s) (6) au moyen
de la pression du fluide ;
- comparaison des modifications de forme détectées à des valeurs nominales qui proviennent
d'un fonctionnement conforme.
8. Procédé selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que lors de la détection d'une défaillance, une modification du fonctionnement selon
la revendication 6 est provoquée provisoirement, pour remédier à celle-ci.