[0001] Die Erfindung betrifft eine Vakuum-Hebevorrichtung mit einer Saugleitung, die sich
zwischen einem Vakuumanschluss und einer Mündungsöffnung erstreckt; mit einem Saugmittel,
das zur abdichtenden Anlage an Transportgutoberflächen dient und das endseitig an
der Saugleitung angebracht ist und die Mündungsöffnung begrenzt; und mit einem längenvariablen
Saugschlauch, der die Saugleitung abschnittsweise zwischen dem Saugmittel und dem
Vakuumanschluss begrenzt, sowie mit einer Ventileinrichtung, die zur Einstellung eines
Unterdrucks im Saugschlauch sowie zur Beeinflussung eines freien Strömungsquerschnitts
der Saugleitung in einem Leitungsabschnitt zwischen Saugschlauch und Mündungsöffnung
ausgebildet ist und die zwischen einer Sperrstellung zur Unterbrechung des Leitungsabschnitts
und einer Freigabestellung zur Freigabe des Leitungsabschnitts einstellbar ist. Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betreiben einer Vakuum-Hebevorrichtung.
[0002] Eine aus der
DE 100 38 013 B4 bekannte Vakuum-Hebevorrichtung ist zum Anheben von Transportgütern wie Kartons,
Fässern oder Säcken vorgesehen. Die bekannte Vakuum-Hebevorrichtung umfasst einen
längenvariablen Saugschlauch, der sich in vertikaler Richtung erstreckt und dessen
oberes Ende an einem Träger oder einer Gebäudewand fixiert werden kann. Am unteren
Ende des längenvariablen Saugschlauchs ist ein Bedienteil angebracht, in dem eine
Ventileinrichtung angeordnet ist und das mit einem tellerartig ausgebildeten, mit
einer umlaufenden, elastischen Dichtung versehenen Saugmittel gekoppelt ist. Das saugnapfartig
ausgebildete Saugmittel dient zur abdichtenden Anlage an einer Transportgutoberfläche.
Dabei kann eine vom Saugmittel und der Transportgutoberfläche gebildete Fluidkammer
durch entsprechende Ansteuerung der Ventileinrichtung in kommunizierende Verbindung
mit dem unterdruckbeaufschlagbaren Saugschlauch gebracht werden. Bei gleichzeitiger,
zumindest nahezu vollständig abdichtender Anlage des Saugmittels an der Transportgutoberfläche
führt die Unterdruckbeaufschlagung des Saugschlauchs auch zu einer Unterdruckbeaufschlagung
der Fluidkammer und damit zur Ausübung einer Saugkraft auf das Transportgut. Der Unterdruck
wirkt auch auf den Saugschlauch und führt zu einer unterdruckbedingten Längenkontraktion
des Saugschlauchs, die in einer Hubbewegung für das Transportgut resultiert.
[0003] Zur Beeinflussung der Geschwindigkeit der Hubbewegung und der Hubhöhe sowie zum Absetzen
des Transportguts ermöglicht die Ventileinrichtung die Zufuhr von Zuluft aus der Umgebung
in den Saugschlauch. Die erfolgt dadurch, dass ein freier Querschnitt eines Zuluftkanals,
der das Innere des unterdruckbeaufschlagbaren Saugschlauchs mit der Umgebung kommunizierend
verbindet, mittels der Ventileinrichtung zwischen einer Öffnungsstellung und einer
Schließstellung beeinflusst werden kann. In der Öffnungsstellung kann ein maximaler
Zuluftstrom in den Saugschlauch stattfinden, in der Schließstellung wird der Zuluftstrom
in den Saugschlauch zumindest nahezu vollständig unterbrochen. Zum Absetzen des Transportguts
findet zunächst durch Einleitung von Zuluft durch den Zuluftkanal in den Saugschlauch
eine Abschwächung des Unterdrucks im Saugschlauch statt. Dadurch dehnt sich der längenvariable
Saugschlauch aufgrund der Gewichtskraft des Transportguts aus, da diese nicht mehr
vollständig vom Unterdruck im Saugschlauch kompensiert wird, bis das Transportgut
auf einer Oberfläche abgesetzt werden kann. Anschließend wird bei maximalem Zuluftstrom
in den Saugschlauch und damit minimalem Unterdruck in Saugschlauch und Saugmittel
das Saugmittel von der Transportgutoberfläche abgehoben.
[0004] Die bekannte Vakuum-Hebevorrichtung weist ein der Ventileinrichtung zugehöriges Steuerventil
auf, das zur zeitweiligen Unterbrechung eines Leitungsabschnitts der zwischen dem
Saugmittel und dem am oberen Ende des längenvariablen Saugschlauchs angeordneten Vakuumanschlusses
gebildeten Saugleitung ausgebildet ist. Das Steuerventil gibt bei Annäherung des Saugmittels
an die Transportgutoberfläche den Leitungsabschnitt der Saugleitung und damit die
kommunizierende Verbindung zwischen Vakuumanschluss und Saugmittel frei. Bei Überschreiten
eines vorgebbaren Abstands zwischen Saugmittel und Transportgutoberfläche verschließt
das Steuerventil die Saugleitung, um einen unerwünschten Unterdruck-Volumenstrom durch
die Saugleitung in Richtung des Vakuumanschlusses zu vermeiden.
[0005] Anstelle des im vorgenannten Stand der Technik dargestellten tellerartigen Saugmittels
kann am unteren Ende des längenvariablen Saugschlauchs auch ein gitterartiges Gestell
mit mehreren, beabstandet voneinander angeordneten Saugnäpfen als Saugmittel vorgesehen
sein. Ein derartiges Saugmittel dient beispielsweise zur Handhabung von Holz-, Glas-
oder Metallplatten und weist ein erhebliches Eigengewicht auf. Ein derartig ausgebildetes
Saugmittel bereitet auf Grund seiner räumlichen Ausdehnung gewisse Schwierigkeiten
beim Abheben von der Transportgutoberfläche nach Beendigung des Hubvorgangs.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vakuum-Hebevorrichtung und ein Verfahren
zum Betreiben einer Vakuum-Hebevorrichtung bereitzustellen, bei denen ein erleichtertes
Abheben des Saugmittels von der Transportgutoberfläche ermöglicht wird.
[0007] Für die Vakuum-Hebevorrichtung der eingangs genannten Art wird die Aufgabe der Erfindung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dabei ist vorgesehen, dass die Ventileinrichtung
derart ausgebildet ist, dass sie unabhängig von einem Kontakt des Saugmittels mit
der Transportgutoberfläche in die Sperrstellung zur Unterbrechung des Leitungsabschnitts
bringbar ist, um in der Sperrstellung eine Unterdruckeinwirkung auf das Saugmittel
zu vermindern und ein Abheben des Saugmittels vom Transportgut zu erleichtern.
[0008] Durch die Überführung der Ventileinrichtung in die Sperrstellung findet eine Unterbrechung
des Leitungsabschnitts und damit der kommunizierenden Verbindung zwischen Saugmittel
und Saugschlauch statt. Somit wirkt der im Saugschlauch vorliegende, gegebenenfalls
durch entsprechende Einstellung der Ventileinrichtung zwar stark reduzierte Unterdruck
nicht weiter auf das Saugmittel und somit auf die Transportgutoberfläche ein. Die
erfindungsgemäße Ventileinrichtung ermöglicht somit zu jedem Zeitpunkt eine Beeinflussung
des freien Querschnitts im Leitungsabschnitt und damit eine bedarfsgerechte Zu- oder
Abschaltung des Unterdrucks, der am Saugmittel bereitgestellt wird. Im Gegensatz hierzu
ist bei der aus dem Stand der Technik bekannten Vakuum-Hebevorrichtung vorgesehen,
dass die Ventileinrichtung bei Anlage des Saugmittels an der Transportgutoberfläche
zwingend den Leitungsabschnitt freigibt. Da das Saugmittel aufgrund von Unebenheiten
und/oder Porosität der Transportgutoberfläche in der Regel nicht vollständig abdichtend
am Transportgut anliegt, tritt Umgebungsluft in die vom Saugmittel und der Transportgutoberfläche
gebildete Fluidkammer ein. Dadurch baut sich bei blokkiertem Leitungsabschnitt der
Unterdruck in der Fluidkammer in kurzer Zeit ab, was das Abheben des Saugmittels begünstigt.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0010] Vorteilhaft ist es; wenn die Ventileinrichtung in der Sperrstellung für eine Belüftung
des Saugmittels aus der Umgebung (Atmosphäre) ausgebildet ist, um einen raschen Unterdruckabbau
am Saugmittel zu gewährleisten. Durch die Belüftung des Saugmittels mit Hilfe der
Ventileinrichtung, die sich in der Sperrstellung befindet, wird die vom Saugmittel
und der Transportgutoberfläche begrenzte Fluidkammer in kommunizierende Verbindung
mit der Umgebung gebracht. Somit ist bereits nach kurzer Zeit kein Unterdruck mehr
vorhanden, der einem Abheben des Saugmittels vom Transportgut entgegenstehen würde.
Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn das Transportgut eine glatte, geschlossene
Oberfläche aufweist und das Saugmittel im Wesentlichen abdichtend an der Transportgutoberfläche
anliegt.
[0011] Zweckmäßig ist es, wenn die Ventileinrichtung zur Einstellung eines freien Querschnitts
eines Zuluftkanals ausgebildet ist, um eine kommunizierende Verbindung des unterdruckbeaufschlagbaren
Saugschlauchs mit der Umgebung zu beeinflussen und somit einen zumindest teilweisen
Druckausgleich zwischen Saugleitung und Umgebung zu ermöglichen. Hierdurch wird eine
einfache Beeinflussung des Unterdrucks im Saugschlauch ermöglicht. Die Ventileinrichtung
unterbricht oder drosselt den freien Querschnitt des Zuluftkanals, um im Saugschlauch
einen Unterdruck aufzubauen. Bei Freigabe des Zuluftkanals durch die Ventileinrichtung
wird eine Reduzierung des Unterdrucks im Saugschlauch bewirkt.
[0012] Zweckmäßig ist es, wenn die Ventileinrichtung derart ausgebildet ist, dass der Zuluftkanal
in der Sperrstellung zumindest nahezu vollständig verschlossen ist, um einen Unterdruckaufbau
im Saugschlauch zu ermöglichen. Durch den Aufbau des Unterdrucks in der Sperrstellung
der Ventileinrichtung wird neben der Verminderung der Unterdruckeinwirkung auf das
Saugmittel oder der Belüftung des Saugmittels zusätzlich eine Hubbewegung der Vakuum-Hebevorrichtung
erreicht. Da zu diesem Zeitpunkt die Fluidkammer zumindest nahezu unterdruckfrei ist,
wird das Transportgut bei dieser Hubbewegung der Vakuum-Hebevorrichtung nicht angehoben.
Vielmehr wird erfindungsgemäß das Abheben des Saugmittels vom Transportgut erleichtert.
Um ein ruckartiges Abheben des Saugmittels vom Transportgut zu vermeiden kann es vorgesehen
sein, den Unterdruckaufbau im Saugschlauch zu begrenzen, indem der Zuluftkanal in
der Sperrstellung der Ventileinrichtung nicht vollständig verschlossen wird. Der Zuluftstrom
in der Sperrstellung kann fest vorgegeben oder vom Benutzer einstellbar sein.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Ventileinrichtung in der Sperrstellung für
einen einstellbaren Zuluftstrom durch den Zuluftkanal in den Saugschlauch ausgebildet
ist. Somit kann der Benutzer durch Beeinflussung der Ventileinrichtung in der Sperrstellung
eine Hubbewegung des Saugschlauchs und damit des Saugmittels bewirken und ein selbsttätiges
Abheben des Saugmittels vom Transportgut bewirken. Ergänzend oder alternativ kann
eine beispielsweise zeitabhängige Einstellung des Zuluftstroms in den Saugschlauch
in der Sperrstellung der Ventileinrichtung vorgesehen sein. Hierbei wird nach Verstreichen
eines vorgebbaren zeitlichen Interwalls nach Einnehmen der Sperrstellung eine zunehmende
Hubkraft im Saugschlauch durch Reduzierung des Zuluftstroms bewirkt, die zu einer
sanften Abhebebewegung des Saugmittels vom Transportgut führt.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein manuell betätigbares,
insbesondere ein einziges, Betätigungsmittel zur Ansteuerung der Ventileinrichtung
vorgesehen ist. Mit Hilfe des Betätigungsmittels kann ein Benutzer in rascher Abfolge
die Steuerbefehle an die Ventileinrichtung eingeben, die zum Anheben des Transportguts
und/oder zum Verlagern des Transportguts und/oder zum Absenken des Transportguts und/oder
zum Abheben des Saugmittels vom Transportgut notwendig sind. Bevorzugt ist das Betätigungsmittel
als schwenk- und/oder linearbeweglicher Bedienhebel ausgebildet, den der Benutzer
mit einer Hand ergreifen kann. Dabei werden die Steuerbefehle auf die Ventileinrichtung
durch die Schwenk- und/oder Linearbewegungen des Betätigungshebels eingeben. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn ein einziges Betätigungsmittel zur Ansteuerung der Ventileinrichtung
vorgesehen ist, da hierdurch eine besonders rasche und sichere Eingabe der Steuerbefehle
auf die Ventileinrichtung durch einen Benutzer gewährleistet ist.
[0015] Vorteilhaft ist es, wenn das Betätigungsmittel und/oder die Ventileinrichtung in
einem Bedienteil angeordnet sind, das zwischen Saugschlauch und Saugmittel angeordnet
ist. Dadurch lässt sich eine besonders kompakte Gestaltung der Vakuum-Hebevorrichtung
erzielen. Dem Bedienteil kommt hierbei über die Ansteuerung der Ventileinrichtung
noch die zusätzliche Funktion einer Kraftübertragung von Bedienerkräften auf die Vakuum-Hebevorrichtung
zu, die zur Bewegung des am Saugmittel anhaftenden Transportguts notwendig sind. Diese
Einleitung von Bedienkräften auf die Vakuum-Hebevorrichtung kann mit der gleichen
Hand wie die Betätigung des Betätigungsmittels erfolgen. Hierdurch lassen sich besonders
ergonomische Arbeitsabläufe mit der Vakuum-Hebevorrichtung verwirklichen.
[0016] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass das Betätigungsmittel
und/oder die Ventileinrichtung in einem Bedienteil angeordnet sind, das beabstandet
von der Saugleitung angeordnet ist. Eine derartige Ausgestaltung der Vakuum-Hebevorrichtung
ist vor allem dann von Vorteil, wenn das Saugmittel beispielsweise als gitterartige
Anordnung mehrerer räumlich verteilter Saugnäpfe ausgebildet ist, wie dies beispielsweise
zur Handhabung von größeren Metall- Holz- oder Glasplatten der Fall ist. Durch die
Beabstandung des Bedienteils von der Saugleitung kann der Bediener bequem alle zur
Einleitung einer Hub- bzw. Absenkbewegung des Transportguts notwendigen Steuerbefehle
in einer gewissen Entfernung vom Transportgut an die Vakuum-Hebevorrichtung übermitteln.
[0017] Zweckmäßig ist es, wenn das Bedienteil mit der Saugleitung und/oder dem Saugmittel
über wenigstens eine, insbesondere flexible Rohrleitung verbunden ist. Die Rohrleitung
ermöglicht eine kommunizierende fluidische Verbindung zwischen dem Bedienteil und
der Saugleitung, beispielsweise zur Bereitstellung des Zuluftstroms in den Saugschlauch.
Somit kann die Ventileinrichtung im Bedienteil angeordnet werden, was einen einfachen
Aufbau der Vakuum-Hebevorrichtung begünstigt.
[0018] Vorteilhaft ist es, wenn dem Betätigungsmittel ein Kraftmittel, insbesondere eine
Federanordnung, zur Ausrichtung der Ventileinrichtung in eine Vorzugsstellung zugeordnet
ist, wobei das Kraftmittel derart ausgebildet ist, dass bei Bewegung der Ventileinrichtung
in Richtung der Sperrstellung eine Kraftschwelle zu überwinden ist. Dem Kraftmittel
kommt die Aufgabe zu, dem Benutzer eine feinfühlige Ansteuerung der Ventileinrichtung
zu ermöglichen, indem eine Gegenkraft zu der vom Bediener aufgebrachten Bedienkraft
bereitgestellt wird. Beispielsweise kann das Kraftmittel derart auf das Betätigungsmittel
einwirken, dass dieses ohne Bedienkräfte eines Benutzers in eine Vorzugsstellung ausgerichtet
wird, in der sich die Ventileinrichtung in der Freigabestellung befindet. In der Freigabestellung
kann Transportgut am Saugmittel angehaftet werden und der Saugschlauch kann eine Hubbewegung
des Saugmittels mit anhaftendem Transportgut bewirken. Bei Auslenkung des Betätigungsmittels
aus dieser Vorzugsstellung, die beispielsweise mit einer Erhöhung des Zuluftstroms
in den Saugschlauch einhergeht, stellt das Kraftmittel eine zunehmende Gegenkraft
auf das Betätigungsmittel zur Verfügung. Somit muss der Benutzer die Bedienkraft auf
das Betätigungsmittel stets erhöhen, um beispielsweise eine Absenkbewegung der Vakuum-Hebevorrichtung
zu bewirken.
[0019] Um eine unbeabsichtigte Ansteuerung der Sperrstellung zu vermeiden, ist das Kraftmittel
derart eingerichtet, dass bei Bewegung des mit der Ventileinrichtung gekoppelten Betätigungsmittels
eine Kraftschwelle überwunden werden muss. Beispielsweise kann das Kraftmittel vor
Erreichen der Sperrstellung einen fühlbaren Druckpunkt vorgeben, der sich in einer
Kraft-Weg-Kennlinie für das Betätigungsmittel als Sprungfunktion darstellen lässt.
Dieser Druckpunkt muss bewusst und mit erheblich erhöhtem Kraftaufwand des Benutzers
überwunden werden, so dass eine unbeabsichtigte Ansteuerung der Sperrstellung vermieden
wird.
[0020] Zweckmäßig ist es, wenn dem Betätigungsmittel eine Sperrvorrichtung zugeordnet ist,
die zum abschnittsweisen Sperren eines Betätigungswegs des Betätigungsmittels ausgebildet
ist, um ein Einnehmen der Sperrstellung durch die Ventileinrichtung bei am Saugmittel
anhaftender Last zu verhindern. Eine unbeabsichtigte Betätigung der Ventileinrichtung
wird hierbei verhindert, indem der Betätigungsweg des Betätigungsmittels zum Erreichen
der Sperrstellung nur dann freigegeben wird, wenn keine Last am Saugmittel anhaftet.
Diese Funktion der Sperrvorrichtung kann beispielsweise durch eine zwischen Saugschlauch
und Saugmittel angeordnete, federvorgespannte Sperrvorrichtung verwirklicht werden,
die ohne anhaftende Last eine Freigabestellung für das Betätigungsmittel einnimmt
und die bei anhaftender Last am Saugmittel aufgrund der zusätzlichen Gewichtskraft
des Transportguts die gewünschte Sperrstellung einnimmt.
[0021] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Ventileinrichtung ein Schieberventil,
das einen von einem Vakuumkanal und einem Zuluftkanal begrenzten Grundkörper und einen
dazu relativbeweglichen Steuerschieber aufweist, der zur Beeinflussung der freien
Querschnitte des Vakuumkanals und des Zuluftkanals dient und hierzu zweckmäßigerweise
mit einer Vakuumsteuerausnehmung, einer Zuluftsteuerausnehmung und einer Belüftungsausnehmung
versehen ist. Mit einem Schieberventil kann ein einfacher und robuster Aufbau der
Ventileinrichtung erreicht werden. Durch geeignete Gestaltung der Geometrien des Vakuumkanals,
des Zuluftkanals, der Vakuumsteuerausnehmung, der Zuluftsteuerausnehmung und der Belüftungsausnehmung
können unterschiedliche Ventilcharakteristiken erzielt werden. Beispielsweise können
die Geometrien des Zuluftkanals und der Zuluftsteuerausnehmung derart aufeinander
angepasst sein, dass bei einer Bewegung des Betätigungsmittels eine zum Betätigungsweg
proportionale Änderung des freien Querschnitts des Zuluftkanals durch den Steuerschieber
stattfindet. Alternativ kann auch ein nichtlinearer Verlauf für die Veränderung der
freien Querschnitte von Vakuumkanal und Zuluftkanal in Abhängigkeit vom Betätigungsweg
des Betätigungsmittels vorgesehen werden.
[0022] Bei einer Ausgestaltung der Erfindung ist der Steuerschieber zumindest bereichsweise
zwischen dem Grundkörper und einem Stützkörper aufgenommen, wobei der Stützkörper
von einer mit der Mündungsöffnung kommunizierenden Verbindungsbohrung durchsetzt ist,
die mit der Vakuum-Steuerausnehmung und der Belüftungsausnehmung in zumindest teilweise
Überdeckung bringbar ist. Der Steuerschieber ermöglicht somit in Wirkverbindung mit
dem Stützkörper wechselweise die Unterdruckbeaufschlagung und die erfindungsgemäße
Belüftung des Saugmittels. Sofern die Vakuum-Steuerausnehmung mit der Verbindungsbohrung
in Überdeckung ist, besteht eine kommunizierende Verbindung zwischen dem unterdruckbeaufschlagbaren
Saugschlauch und der Mündungsöffnung des Saugmittels. Sofern die Belüftungsausnehmung
mit der Verbindungsbohrung in Überdeckung ist, findet die Absperrung der kommunizierenden
Verbindung zwischen Saugschlauch und Saugmittel statt, so dass keine weitere Unterdruckbeaufschlagung
des Saugmittels stattfindet. Zudem wird das Saugmittel über die Belüftungsausnehmung
und die Verbindungsbohrung belüftet, um den Abhebevorgang von der Transportgutoberfläche
zu erleichtern.
[0023] Zweckmäßig ist es, wenn die Belüftungsausnehmung taschenartig an einer Schmalseite
des Steuerschiebers ausgebildet ist, um in der Sperrstellung eine kommunizierende
Verbindung zwischen der Umgebung und der Verbindungsbohrung im Stützkörper zu gewährleisten.
Hierdurch werden eine besonders einfache Herstellung des Steuerschiebers und eine
effektive Belüftung des Saugmittels in der Sperrstellung der Ventileinrichtung gewährleistet.
[0024] Die Aufgabe der Erfindung wird für ein Verfahren zum Betreiben einer Vakuumhebe-Vorrichtung
dadurch gelöst, dass eine Ventileinrichtung zur Beeinflussung eines Unterdrucks in
einem längenvariablen Saugschlauch und zur Beeinflussung eines Fluiddrucks zwischen
dem Saugschlauch und einem Saugmittel zum Absenken von Transportgut derart angesteuert
wird, dass zunächst der im Saugschlauch von einer Unterdruckquelle bereitgestellte
Unterdruck durch Zuströmen von Zuluft in den Saugschlauch reduziert wird. Aufgrund
des reduzierten Unterdrucks findet eine Absenkbewegung des Transportguts statt, da
der sinkende Unterdruck nicht die zur Kompensation der Gewichtskraft des angehängten
Transportguts notwendige Gegenkraft aufbringen kann. Sobald das Transportgut abgesetzt
ist, wird durch eine entsprechende Ausbildung der Ventileinrichtung bei Betätigung
durch den Benutzer die kommunizierende Verbindung zwischen Saugschlauch und Saugmittel
durch die Ventileinrichtung abgesperrt. In einem nachfolgenden Schritt erfolgt eine
Belüftung des Saugmittels durch Zufuhr von Umgebungsluft mit Hilfe der Ventileinrichtung.
Zeitgleich oder nachgelagert kann im Saugschlauch ein Unterdruck aufgebaut werden,
indem die dem Saugschlauch zugeführte Zuluft durch Einwirkung der Ventileinrichtung
vermindert wird, so dass sich bei belüftendem Saugmittel eine Kontraktionsbewegung
des Saugschlauchs ergibt, die zum Abheben des Saugmittels vom Transportgut führt.
[0025] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Dabei
zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht einer Vakuum-Hebevorrichtung,
- Figur 2
- eine Schnittdarstellung durch ein Bedienteil der Vakuum-Hebevorrichtung gemäß der
Figur 1 in einer ersten Betriebsstellung,
- Figur 3
- eine Schnittdarstellung des Bedienteils in einer zweiten Betriebsstellung,
- Figur 4
- eine Draufsicht auf einen Steuerschieber, wie er im Bedienteil gemäß den Figuren 2
und 3 enthalten ist,
- Figur 5
- eine Schnittdarstellung des Steuerschiebers,
- Figur 6
- eine Seitenansicht des Steuerschiebers,
- Figur 7
- eine perspektivische Darstellung des Steuerschiebers,
- Figur 8
- eine schematische Darstellung der Ventileinrichtung, die durch den am Grundkörper
des Bedienteils anliegenden Steuerschiebers gebildet wird, in einer ersten Betriebsstellung,
- Figur 9
- die Ventileinrichtung in einer zweiten Betriebsstellung und
- Figur 10
- die Ventileinrichtung in einer dritten Betriebsstellung.
[0026] Eine in der Figur 1 dargestellte Vakuum-Hebevorrichtung 10, die auch als Saughubgerät
oder Schlauchheber bezeichnet wird, ist zum Anheben von Transportgütern wie Glas-,
Metall- oder Holzplatten oder Kartonverpackungen, die vorzugsweise eine im Wesentlichen
geschlossene Oberfläche aufweisen, vorgesehen.
[0027] Die Vakuum-Hebevorrichtung 10 umfasst einen längenvariablen Saugschlauch 11, der
an einem oberen Endbereich an einer Aufhängung 13 aufgenommen ist und der an einem
unteren Endbereich ein Bedienteil 65 trägt, das mit einem exemplarisch als Einzelsaugteller
ausgebildeten Saugmittel 12 gekoppelt ist.
[0028] Die Aufhängung 13 ist mit Haltezapfen 15 versehen, die zur Befestigung an einem nicht
dargestellten Tragegestell oder einer Hallendecke einer nicht dargestellten Werkshalle
ausgebildet sind. Der Saugschlauch 11 ist vorzugsweise aus einem gummielastischen
Material hergestellt und weist eine beispielsweise spiralförmig ausgebildete Drahteinlage
auf, die eine Reduzierung des Durchmessers des Saugschlauchs 11 bei Unterdruckbeaufschlagung
verhindert. Die bei Unterdruckbeaufschlagung des Saugschlauchs 11 auftretenden Kräfte
führen aufgrund der Stabilisierung des Saugschlauchs 11 in radialer Richtung durch
die Drahteinlage lediglich zu einer Längenkontraktion des Saugschlauchs 11. Diese
Längenkontraktion bewirkt die gewünschte Hubbewegung für das Saugmittel 12.
[0029] Die Aufhängung 13 weist einen in den Saugschlauch 11 hineinragenden zylinderhülsenförmigen
Abschnitt auf, an dem der Saugschlauch 11 mit nicht näher dargestellten Befestigungsmitteln
festgelegt ist. In einem zentralen Bereich der Aufhängung 13 ist ein Vakuumanschluss
17 angeordnet, der mit einer nicht dargestellten Vakuumquelle verbindbar ist. Mittels
der Vakuumquelle kann eine Unterdruckbeaufschlagung der Saugleitung bewirkt werden.
Die Saugleitung wird im Wesentlichen von dem im Vakuumanschluss 17 ausmündenden Fluidkanal
23 in der Aufhängung 13, vom Saugschlauch 11, vom Vakuumkanal 32 in der Grundplatte
30, von der Vakuumsteuerausnehmung 40 im Ventilschieber 36, von der Verbindungsbohrung
26 im Stützkörper 24, vom Rohrabschnitt 22 und vom Saugmittel 14 begrenzt. Die Saugleitung
verläuft somit zwischen dem Vakuumanschluss 17 und einer durch das Saugmittel begrenzten
Mündungsöffnung 19.
[0030] An dem unteren Endbereich ist der Saugschlauch 11 auf einen zylinderhülsenförmigen
Gehäuseabschnitt 60 eines Bedienteilgehäuses 58 aufgeschoben und ist mit Hilfe von
nicht näher dargestellten Sicherungsmitteln kraftschlüssig festgelegt. Das Bedienteilgehäuse
58 umfasst einen Gehäusedeckel 62 und ein Betätigungsmittel 64 und bildet zusammen
mit einem Rohrabschnitt 22 ein Bedienteil 65. Das Bedienteil 65 ist zur manuellen
Handhabung durch einen nicht dargestellten Benutzer ausgebildet und trägt an einem
abgewinkelten Endbereich des Rohrabschnitts 22 das Saugmittel 12.
[0031] Das Saugmittel 12 ermöglicht eine abdichtende Anlage an einer Transportgutoberfläche
14, wie sie schematisch in der Figur 1 dargestellt ist. Dabei bilden das Saugmittel
12 und die Transportgutoberfläche 14 eine Fluidkammer 16, die zur Ausübung einer Saugkraft
auf die Transportgutoberfläche 14 zumindest teilweise evakuiert werden kann und die
erfindungsgemäß belüftet werden kann, um die Saugkraft rasch wieder aufzuheben.
[0032] Für eine abdichtende Auflage des Saugmittels 12 an der Transportgutoberfläche 14
ist das Saugmittel 12 exemplarisch mit einer umlaufenden, in einer Ringnut aufgenommenen,
elastischen Dichtlippe 18 ausgestattet. Die Dichtlippe erlaubt den Ausgleich kleiner
Unebenheiten an der Transportgutoberfläche 14, um eine zumindest nahezu unterdruckdichte
Verbindung zwischen Saugmittel 12 und Transportgutoberfläche 14 zu gewährleisten.
[0033] Die Fluidkammer 16 steht über eine Fluidbohrung 20 mit einem freien Innenquerschnitt
des abgewinkelten Rohrabschnitts 22 in kommunizierender Verbindung. Der Rohrabschnitt
22 ist mit einem oberen Ende gemäß Figur 1 in einem Stützkörper 24 aufgenommen, der
Bestandteil des Bedienteils 65 ist. Der Stützkörper 24 weist eine in den Figuren 2
und 3 näher dargestellte Verbindungsbohrung 26 auf, die an einer gemäß den Figuren
2 und 3 nach oben gewandten Stützfläche 28 ausmündet. Der Bereich der Saugleitung,
der von der Verbindungsbohrung 26 und dem Rohrleitungsabschnitt 22 gebildet wird,
kann auch als Leitungsabschnitt 21 bezeichnet werden.
[0034] Gegenüberliegend zur Stützfläche 28 ist eine Grundplatte 30 angeordnet, die abdichtend
in dem zylinderhülsenförmigen Gehäuseabschnitt 60 aufgenommen ist und somit das im
Wesentlichen vom Saugschlauch 11 begrenzte Raumvolumen nach unten begrenzt. Die Grundplatte
30 wird von zwei voneinander beabstandeten Ausnehmungen 32, 34 durchsetzt. Die erste
Ausnehmung ist als Vakuumkanal 32 ausgebildet und ermöglicht eine kommunizierende
Verbindung des Saugschlauchs 11 mit der Verbindungsbohrung 26. Die zweite Ausnehmung
ist als Zuluftkanal 34 ausgebildet und ermöglicht eine kommunizierende Verbindung
des Saugschlauchs 11 mit der Umgebung.
[0035] Zwischen dem Stützkörper 24 und der Grundplatte 30 ist ein Ventilschieber 36 linearbeweglich
angeordnet, der in und gegen die eingezeichnete Bewegungsrichtung 38 verschoben werden
kann. Der Ventilschieber 36 und die Grundplatte 30 bilden zusammen mit dem Stützkörper
24 bei der vorliegenden Ausführungsform der Vakuum-Hebevorrichtung 10 die Ventileinrichtung
45, die zur Beeinflussung der Fluidströme in den Saugschlauch 11 und in die Fluidkammer
16 ausgebildet ist.
[0036] Der in den Figuren 4 bis 7 näher dargestellte Ventilschieber 36 ist beispielsweise
als Flachschieber oder Planparallelplatte ausgebildet. Der Ventilschieber 36 ist von
einer Vakuumsteuerausnehmung 40 und von einer Zuluftsteuerausnehmung 42 durchsetzt.
Zusätzlich weist der Ventilschieber 36 an einer Schmalseite eine taschenförmig ausgebildete
Belüftungsausnehmung 44 auf. An einer der Belüftungsausnehmung 44 entgegengesetzten
Schmalseite des Ventilschiebers 36 sind eine erste Aufnahmebohrung 46 und eine zweite
Aufnahmebohrung 48 ausgebildet. In den Aufnahmebohrungen 46 und 48 können die in den
Figuren 8 bis 10 näher dargestellten Druckstifte 50, 52 schiebebeweglich aufgenommen
sein. Den Druckstiften 50, 52 ist jeweils eine nur schematisch dargestellte Wendelfeder
54, 56 zugeordnet, die die jeweiligen Druckstifte 50, 52 in eine Vorzugsstellung ausrichtet,
wie sie in Figur 8 dargestellt ist.
[0037] Die Wendelfedern 54 und 56 sind sowohl im Hinblick auf ihre Baulänge als auch im
Hinblick auf ihre Federkonstante unterschiedlich ausgeführt. Dadurch wird gewährleistet,
dass der Druckstift 52 nur zeitweilig an einer Innenwandung des Gehäuseabschnitts
60 anliegt, während der Druckstift 50 unabhängig von der Stellung des Ventilschiebers
36 stets an der Innenwand des Gehäuseabschnitts 60 zur Anlage kommt. Die Druckstifte
50, 52 und die zugeordneten Wendelfedern 54 und 56 bilden ein Kraftmittel, das bei
Bewegung des Ventilschiebers 36 aus der Betriebsstellung gemäß Figur 8 in die Betriebsstellung
gemäß Figur 10 eine Kraftschwelle bereitstellt. Die Kraftschwelle wird hervorgerufen,
wenn der Druckstift 52 in der Betriebsstellung der Figur 9 in Anlage am Gehäuseabschnitt
60 kommt und die mit einer deutlich höheren Federkonstante ausgebildete Wendelfeder
56 zusätzlich zur Wendelfeder 54 komprimiert werfen muss.
[0038] An einer Unterseite des Gehäuseabschnitts 60 ist ein napfförmiger Gehäusedeckel 62
angebracht, der mit dem Gehäuseabschnitt 60 verschraubt sein kann. Der Gehäusedeckel
62 trägt ein schwenkbeweglich gelagertes, beispielsweise als Bedienhebel ausgebildetes
Betätigungsmittel 64. Ein erster freier Endbereich des Betätigungsmittels 64 ragt
aus dem Gehäusedekkel 62 nach unten ab und kann von einem nicht dargestellten Benutzer
mit der Hand ergriffen werden. Dabei kommen die Finger des Benutzers am freien Ende
des Betätigungsmittels 64 zur Anlage, während der Handballen des Benutzers an der
dem Betätigungsmittel 64 entgegengesetzten Oberfläche des Rohrabschnitts 22 zur Anlage
kommt, wodurch eine Betätigungskraft auf das Betätigungsmittel 64 ausgeübt werden
kann. Der zweite freie Endbereich des Betätigungsmittels 64 ist endseitig mit einer
Verrundung versehen, die in die Zuluftsteuerausnehmung 42 des Ventilschiebers 36 eingreift.
Die Verrundung ermöglicht eine Umsetzung der Schwenkbewegung des Betätigungsmittels
64 in eine Linearbewegung des Ventilschiebers 36.
[0039] In der Neutralstellung des Betätigungsmittels 64, wie sie in der Figur 2 und in der
korrespondierenden Figur 8 dargestellt ist, befindet sich der Ventilschieber 36 in
einer Stellung gegenüber der Grundplatte 30, bei der eine Überdeckung der Vakuumsteuerausnehmung
40 mit dem Vakuumkanal 32 vorliegt, während die Zuluftsteuerausnehmung 42 abseits
des Zuluftkanals 34 liegt. In dieser Neutralstellung ist somit eine kommunizierende
Verbindung zwischen Vakuumkanal 32, Vakuum-Steuerausnehmung 40, Verbindungsbohrung
26 und Fluidkammer 16 gewährleistet, so dass ein Anhaften der Transportgutoberfläche
14 am Saugmittel 12 gewährleistet werden kann.
[0040] Durch Einleitung einer Bedienkraft auf das Betätigungsmittel 64 findet eine Schwenkbewegung
des Betätigungsmittels 64 um die nicht bezeichnete, orthogonal zur Darstellungsebene
der Figuren 2 und 3 ausgerichtete Schwenkachse statt. Durch diese Schwenkbewegung
des Betätigungsmittels wird eine Verschiebung des Ventilschiebers 36 in der Bewegungsrichtung
38 gemäß der Figur 2 hervorgerufen. Durch die Verschiebung kommt die Zuluftsteuerausnehmung
42 des Ventilschiebers 36 in Überdeckung mit dem Zuluftkanal 34 der Grundplatte 30,
wie dies in Figur 9 dargestellt ist. In diesem Betriebszustand wird das bereitgestellte
Vakuum aufgrund des Zuluftstroms durch den Zuluftkanal 34 erheblich geschwächt. Dadurch
kann einerseits die Gewichtskraft des am Saugmittel anhaftenden Transportguts 14 nicht
mehr vollständig von der Vakuum-Hebevorrichtung 10 kompensiert werden, so dass es
zu einer Absenkbewegung des Transportguts 14 kommt. Andererseits wird durch die Reduzierung
des Unterdrucks die vom Saugmittel 12 auf die Transportgutoberfläche 14 ausgeübte
Saugkraft reduziert, so dass die Haftkraft des Saugmittels 12 verringert wird. In
diesem Betriebszustand ist grundsätzlich ein Abheben des Saugmittels 12 von der Transportgutoberfläche
14 möglich, wird jedoch durch den weiterhin bestehenden Unterdruck in der Fluidkammer
16 behindert.
[0041] Um ein erleichtertes Abheben der Vakuum-Hebevorrichtung 10 von der Transportgutoberfläche
14 zu ermöglichen, wird das Betätigungsmittel 64 weiter in Richtung des Rohrabschnitts
22 verschwenkt. Dabei kommt der zweite Druckstift 52 in Anlage an die Innenwandung
des Gehäuseabschnitts 60, wodurch sich eine sprunghafte Kraftzunahme für die weitere
Bewegung des Betätigungsmittels 64 ergibt. Dies ist vorgesehen, um eine unbeabsichtigte
Betätigung des Betätigungsmittels 64 in die nachstehend näher beschriebene Sperrstellung
zu verhindern.
[0042] In der Sperrstellung, wie sie in der Figur 3 und der korrespondierenden Figur 10
dargestellt ist, befindet sich weder die Vakuumsteuerausnehmung 40, noch die Zuluftsteuerausnehmung
42 in Überdeckung mit dem jeweils zugeordneten Vakuumkanal 32 bzw. Zuluftkanal 34.
Dadurch wird die kommunizierende Verbindung im Leitungsabschnitt 21 zwischen der nicht
näher dargestellten Unterdruckquelle und der Fluidkammer 16 vollständig aufgetrennt,
so dass keine Unterdruckbeaufschlagung der Fluidkammer 16 stattfindet. Darüber hinaus
kommt beim vorliegenden Ausführungsbeispiel die Belüftungsausnehmung 44 in der Freigabestellung
in Überdeckung mit der Verbindungsbohrung 26 im Stützkörper 24, so dass eine kommunizierende
Verbindung zwischen der Fluidkammer 16 und der Umgebung gegeben ist. Hierdurch wird
eine Belüftung des Saugmittels 12 bewirkt. Darüber hinaus wird durch das Verschließen
des Zuluftkanals 34 ein Vakuumaufbau im Saugschlauch 8 ermöglicht, wodurch dieser
eine Hubbewegung aufgrund der unterdruckbedingten Längenkontraktion vornimmt. Hierdurch
wird das Abheben des Saugmittels 12 von der Transportgutoberfläche 14 erleichtert.
[0043] Bei der in Figur 10 für eine zweite Ausführungsform eines Ventilschiebers 36 gestrichelt
angedeuteten Kontur der Vakuumsteuerausnehmung 40 ist selbst in der Sperrstellung
noch ein geringfügiger Zuluftstrom in den Saugschlauch 11 vorgesehen, so dass sich
kein vollständiger Vakuumaufbau ergibt und die Abhebekraft und Abhebegeschwindigkeit
des Saugschlauchs 11 begrenzt werden. Hierdurch ist ein besonders sanftes Abheben
des Saugmittels 12 von der Transportgutoberfläche 14 gewährleistet. Je weiter das
Betätigungsmittel 64 und der damit gekoppelte Ventilschieber 36 aus der Freigabestellung
in die Sperrstellung bewegt werden, desto kleiner wird der freie Querschnitt für den
Zuluftstrom und desto größer wird die Hubkraft des Saugschlauchs. Damit kann der Benutzer
bei dieser Ausführungsform auch bei vollständig belüftetem Saugmittel 12 die Hubkraft
im Saugschlauch 11 variieren.
[0044] Bei einer Reduzierung der Betätigungskraft auf das Betätigungsmittel 64 wird der
Ventilschieber 36 aufgrund der Rückstellkräfte der Wendelfedern 54 und 56, die auf
die Druckstifte 50 und 52 einwirken aus der Stellung gemäß Figur 10 in die Stellung
gemäß Figur 9 bzw. in die Stellung gemäß Figur 8 überführt, so dass ein neuerliches
Anheben von Transportgut erfolgen kann.
[0045] Bei einer Abwandlung der Vakuum-Hebevorrichtung 10 ist gemäß der Figur 1 im Rohrabschnitt
22 eine gestrichelt dargestellte, mechanisch wirkende Sperrvorrichtung 66 integriert.
Diese nutzt ein auf den Rohrabschnitt 22 einwirkendes Biegemoment, um einen ebenfalls
gestrichelt dargestellten Sperrhebel 68 zu betätigen. Sofern am Saugmittel 12 Transportgut
14 anhaftet wird der Sperrhebel 68 aus der dargestellten Neutralstellung in eine Blockierstellung,
in der Darstellung der Figur 1 gegen den Uhrzeigersinn, verschwenkt, in der der Betätigungsweg
des Betätigungsmittels 64 in Richtung der Sperrstellung für die Ventileinrichtung
45 blockiert wird. Ist das am Saugmittel 12 anhaftende Transportgut 14 auf einer Oberfläche
abgesetzt, so reduziert sich das Biegemoment im Rohrabschnitt 22 und der Sperrhebel
68 schwenkt aus der nicht dargestellten Blockierstellung zurück in die dargestellte
Neutralstellung, in der das Betätigungsmittel 64 derart betätigt werden kann, dass
die Ventileinrichtung 45 in die Sperrstellung überführt werden kann, wodurch der Abhebevorgang
für das Saugmittel 12 erleichtert wird.
[0046] Bei einer nicht dargestellten Ausführungsform einer Vakuum-Hebevorrichtung ist die
Sperrvorrichtung im Bedienteilgehäuse integriert und die Blockierung des Betätigungsmittels
erfolgt im Bereich des Schwenkgelenks für das Betätigungsmittel.
1. Vakuum-Hebevorrichtung mit einer Saugleitung, die sich zwischen einem Vakuumanschluss
(17) und einer Mündungsöffnung (19) erstreckt; mit einem Saugmittel (12), das zur
abdichtenden Anlage an Transportgutoberflächen (14) dient und das endseitig an der
Saugleitung angebracht ist und die Mündungsöffnung (19) begrenzt; und mit einem längenvariablen
Saugschlauch (11), der die Saugleitung abschnittsweise zwischen dem Saugmittel (12)
und dem Vakuumanschluss (17) begrenzt, sowie mit einer Ventileinrichtung (45), die
zur Einstellung eines Unterdrucks im Saugschlauch (11) sowie zur Beeinflussung eines
freien Strömungsquerschnitts der Saugleitung in einem Leitungsabschnitt (21) zwischen
Saugschlauch (11) und Mündungsöffnung (19) ausgebildet ist und die zwischen einer
Sperrstellung zur Unterbrechung des Leitungsabschnitts (21) und einer Freigabestellung
zur Freigabe des Leitungsabschnitts (21) einstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (45) derart ausgebildet ist, dass sie unabhängig von einem
Kontakt des Saugmittels (12) mit der Transportgutoberfläche (14) in die Sperrstellung
zur Unterbrechung des Leitungsabschnitts (21) bringbar ist, um in der Sperrstellung
eine Unterdruckeinwirkung auf das Saugmittel (12) zu vermindern und ein Abheben des
Saugmittels (12) vom Transportgut (14) zu erleichtern.
2. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (45) in der Sperrstellung für eine Belüftung des Saugmittels
(12) ausgebildet ist, um einen raschen Unterdruckabbau am Saugmittel (12) zu gewährleisten.
3. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (45) zur Einstellung eines freien Querschnitts eines Zuluftkanals
(34) ausgebildet ist, um eine kommunizierende Verbindung des unterdruckbeaufschlagbaren
Saugschlauchs (11) mit der Umgebung zu beeinflussen und somit einen zumindest teilweisen
Druckausgleich zwischen Saugleitung und Umgebung zu ermöglichen.
4. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (45) derart ausgebildet ist, dass der Zuluftkanal (34) in der
Sperrstellung zumindest nahezu vollständig verschlossen ist, um einen Unterdruckaufbau
im Saugschlauch (11) zu ermöglichen.
5. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (45) in der Sperrstellung für einen einstellbaren Zuluftstrom
durch den Zuluftkanal (34) in den Saugschlauch (11) ausgebildet ist.
6. Vakuum-Hebevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein manuell betätigbares, insbesondere ein einziges, Betätigungsmittel (64) zur Ansteuerung
der Ventileinrichtung (45) vorgesehen ist.
7. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsmittel (64) und/oder die Ventileinrichtung (45) in einem Bedienteil
(58) angeordnet sind, das zwischen Saugschlauch (11) und Saugmittel (12) angeordnet
ist.
8. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsmittel (64) und/oder die Ventileinrichtung (45) in einem Bedienteil
angeordnet sind, das beabstandet von der Saugleitung (11) angeordnet ist.
9. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienteil (58) mit der Saugleitung (11) und/oder dem Saugmittel (12) über wenigstens
eine, insbesondere flexible, Rohrleitung verbunden ist.
10. Vakuum-Hebevorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass dem Betätigungsmittel (64) ein Kraftmittel (54, 56), insbesondere eine Federanordnung,
zur Ausrichtung der Ventileinrichtung (45) in eine vorgebbare Vorzugsstellung zugeordnet
ist, wobei das Kraftmittel (54, 56) derart ausgebildet ist, dass bei Bewegung der
Ventileinrichtung (45) in Richtung der Sperrstellung eine Kraftschwelle zu überwinden
ist.
11. Vakuum-Hebevorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem Betätigungsmittel (64) eine Sperrvorrichtung zugeordnet ist, die zum abschnittsweisen
Sperren eines Betätigungswegs des Betätigungsmittels (64) ausgebildet ist, um ein
Einnehmen der Sperrstellung durch die Ventileinrichtung (45) bei am Saugmittel (12)
anhaftender Last zu verhindern.
12. Vakuum-Hebevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (45) ein Schieberventil umfasst, das einen von einem Vakuumkanal
(32) und einem Zuluftkanal (34) durchsetzten Grundkörper (30) und einen dazu relativbeweglichen
Steuerschieber (36) aufweist, der zur Beeinflussung der freien Querschnitte des Vakuumkanals
(32) und des Zuluftkanals (34) dient und hierzu zweckmäßigerweise mit einer Vakuumsteuerausnehmung
(40), einer Zuluftsteuerausnehmung (42) und einer Belüftungsausnehmung (44) versehen
ist.
13. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschieber (36) zumindest bereichsweise zwischen dem Grundkörper (30) und
einem Stützkörper (24) aufgenommen ist, wobei der Stützkörper (24) von einer mit der
Mündungsöffnung (19) kommunizierenden Verbindungsbohrung (26) durchsetzt ist, die
derart angeordnet ist, dass sie wechselweise mit der Vakuumsteuerausnehmung (40) und
der Belüftungsausnehmung (44) in zumindest teilweise Überdekkung bringbar ist.
14. Vakuum-Hebevorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Belüftungsausnehmung (44) taschenartig an einer Schmalseite des Steuerschiebers
(36) ausgebildet ist, um in der Sperrstellung eine kommunizierende Verbindung zwischen
der Umgebung und der Verbindungsbohrung (26) in dem Stützkörper (24) zu gewährleisten.
15. Verfahren zum Betreiben einer Vakuum-Hebevorrichtung (10), insbesondere nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Ventileinrichtung (45) zur Beeinflussung eines
Unterdrucks in einem längenvariablen Saugschlauch (11) und zur Beeinflussung eines
Fluiddrucks zwischen dem Saugschlauch (11) und einem Saugmittel (12), gekennzeichnet durch die Schritte zum Absenken des Transportguts (14): Reduzieren des im Saugschlauch
(11) von einer Unterdruckquelle bereitgestellten Unterdrucks durch Bereitstellen von Zuluft mittels der Ventileinrichtung (45) um eine Absenkbewegung
des Transportguts (14) zu bewirken, Absetzen des Transportguts (14), Absperren der
kommunizierenden Verbindung zwischen Saugschlauch (11) und Saugmittel (12) durch Verstellen der Ventileinrichtung (45) in eine Sperrstellung, Belüften des Saugmittels
(12) durch Zufuhr von Umgebungsluft durch die Ventileinrichtung (45), Aufbauen eines Unterdrucks im Saugschlauch (11) durch Reduzieren der dem Saugschlauch (11) zugeführten Zuluft mittels der Ventileinrichtung
(45) während des Belüftens des Saugmittels (12), um ein selbsttätiges Abheben des
Saugmittels (12) vom Transportgut (14) zu bewirken.