[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Heizung für ein Gebäude mit mehreren elektrischen
Heizkörpern und mit einer Steuerung für die Heizkörper.
[0002] Elektrische Heizkörper weisen unabhängig von ihrer jeweiligen Bauart den Vorteil
einer einfachen Steuerung über die Stromzuführung auf. Elektrische Heizkörper werden
daher bevorzugt mit Thermostatsteuerungen versehen, die den einzelnen Heizkörpern
zugeordnet sind und diese beim Überschreiben einer oberen Grenztemperatur ausschalten
und beim Unterschreiben einer unteren Grenztemperatur wieder einschalten. Wegen der
Steuerung der einzelnen Heizkörper je für sich muss bei einer Gebäudeheizung mit elektrischen
Heizkörpern dafür gesorgt werden, dass bei einem entsprechenden Wärmebedarf alle Heizkörper
mit der notwendigen elektrischen Energie versorgt werden, was vergleichsweise hohe
Anschlusswerte für die Energieversorgung mit sich bringt und bei höherem Wärmebedarf
zu einem vergleichsweise hohen Energieverbrauch führt.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Heizung der eingangs geschilderten
Art für ein Gebäude so auszugestalten, dass der Energieeinsatz auch bei einem höheren
Wärmebedarf begrenzt werden kann.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Heizkörper als Wärmestrahler
mit einem Speicherkern ausgebildet sind, der wenigstens einen elektrischen Heizleiter
zum taktweisen Aufladen aufweist, und dass den Heizkörpern eine übergeordnete Steuereinrichtung
zugeordnet ist, die die Heizkörper zumindest in vorgegebenen, auf Gebäudebereiche
aufgeteilten Gruppen in Abhängigkeit vom Wärmebedarf des jeweiligen Gebäudebereichs
abwechselnd ansteuert.
[0005] Aufgrund der Ausbildung der einzelnen Heizkörper als Wärmestrahler, die einen Speicherkern
aufweisen, kann die in den einzelnen Gebäudebereichen benötigte Wärme im Wesentlichen
durch Wärmestrahlung eingebracht werden, was eine beispielsweise im Vergleich zur
Konvektion vorteilhafte Wärmeeinbringung in die jeweiligen Gebäudebereiche erlaubt.
Wegen des Speicherkerns kann die Strombeaufschlagung der Heizleiter getaktet werden,
weil die vom Speicherkern aufgenommene Wärme nach dem Aufwärmen des Speicherkerns
auf eine vorgegebene obere Grenztemperatur in den Pausen der Stromzufuhr abgestrahlt
wird. Dies bedeutet, dass in den Strompausen der einen Heizkörper andere Heizkörper
erwärmt werden können, ohne eine Energie zum Erwärmen aller Heizkörper zur Verfügung
stellen zu müssen. Wird daher den Heizkörpern eine Steuereinrichtung übergeordnet,
die die Heizkörper zumindest in vorgegebenen, auf Gebäudebereiche aufgeteilten Gruppen
in Abhängigkeit vom Wärmebedarf des jeweiligen Gebäudebereichs abwechselnd ansteuert,
so kann eine den jeweiligen Wärmebedarf der einzelnen Gebäudebereiche abdeckende Heizung
mit Hilfe von elektrischen Heizkörpern gewährleistet werden, die im Vergleich zu herkömmlichen
elektrischen Heizungen nur mit einem Anteil der Anschlussleistung auskommt und diese
beschränkte Heizleistung vorteilhaft auf die einzelnen Gebäudebereiche zur Abdeckung
von deren Wärmebedarf zeitlich aufteilt.
[0006] Obwohl Wärmestrahler mit unterschiedlich gestaltetem Speicherkern zum Einsatz gelangen
können, ergeben sich besonders einfach Konstruktionsbedingungen, wenn die Heizkörper
einen plattenförmigen Speicherkern aufweisen, wobei die Heizleiter in einer der Abstrahlfläche
des Speicherkerns zugekehrten Speicherkernschicht eingebettet sind, deren Dicke einem
Drittel bis einem Viertel der Dicke des Speicherkerns entspricht. Zufolge dieser Maßnahme
kommen die Heizleiter in der Nähe der Abstrahlfläche des Speicherkerns zu liegen,
sodass ein Teil der in den Heizleitern erzeugten Wärme rasch über die Abstrahlfläche
des Speicherkerns in die jeweiligen Gebäudebereiche abgestrahlt werden kann, während
der übrige Teil der Stromwärme zum Erwärmen des Speicherkerns insbesondere auf der
von der Abstrahlfläche abgewandten Seite dient. Die größere Masse der Speicherkerne
auf der von der Abstrahlfläche abgewandten Seite der Heizleiter sorgt für einen ausreichenden
Wärmespeicher, um in den Strompausen die aufgenommene Wärme wieder abstrahlen zu können,
sodass die Wärmeverluste der jeweiligen Gebäudebereiche abgedeckt werden.
[0007] Damit für einen vorteilhaften Wärmeübergang von den Heizleitern auf den Speicherkern
gesorgt wird, können die mit Kunststoff isolierten Heizleiter in den Speicherkern
eingegossen werden, sodass wärmedämmende Lufträume zwischen den Heizleitern und den
Speicherkernen vermieden werden. Die Isolierung der Heizleiter mit Kunststoff verhindert
Korrosionsangriffe auf die Heizleiter, die somit wartungsfrei in die Speicherkerne
eingegossen sind. Besonders einfache Herstellungsbedingungen ergeben sich in diesem
Zusammenhang, wenn der Speicherkern aus mit einem hydraulischen Bindemittel gebundenen,
feinkörnigen Zuschlagstoffen mit einer Korngröße von höchstens 1,5 mm porenfrei gegossen
wird. Im Zuge des Gießens des Speicherkerns kann der jeweilige Heizleiter eingebracht
werden, wobei sich die Einbringung der Heizleiter zwischen zwei aufeinanderfolgend
gegossene Kernschichten empfiehlt. Die feinkörnigen Zuschlagstoffe bringen im Zusammenwirken
mit dem porenfreien Guss einen dichten Speicherkern mit einer hohen Speicherkapazität
mit sich. Zur Einbringung der Heizleiter in einem vorgegebenen, über die Abstrahlfläche
verteilten Verlauf, können die Heizleiter auf einem Tragegitter vormontiert werden,
das mit den vormontierten Heizleitern auf eine Kernschicht aufgelegt wird, bevor diese
Kernschicht mit einer weiteren Speicherkernschicht abgedeckt wird. Nach einem gemeinsamen
Aushärten dieser nacheinander aufgegossenen Speicherkernschichten, was durch eine
Strombeaufschlagung der Heizleiter beschleunigt werden kann, ist der Heizkörper im
Wesentlichen fertiggestellt. Um eine Wärmeabstrahlung beispielsweise an eine den Heizkörper
aufnehmende Wand zu unterbinden und damit Wärmeverluste zu vermeiden, kann der Speicherkern
auf der der Abstrahlfläche gegenüberliegenden Seite mit einer Wärmedämmung bzw. einer
die Wärme reflektierenden Beschichtung versehen sein.
[0008] Die Oberflächentemperatur der Abstrahlfläche der Speicherkerne soll begrenzt werden,
um eine Verletzungsgefahr bei einer Heizkörperberührung auszuschließen. Dies kann
in einfacher Weise dadurch sichergestellt werden, dass die Heizleiter in Abhängigkeit
von der Oberflächentemperatur der Abstrahlfläche angesteuert werden, beispielsweise
über eine Thermostateinrichtung, die auch die Taktung der Stromzufuhr übernehmen kann,
wenn nicht nur ein oberer, sondern auch ein unterer Grenzwert für die Oberflächentemperatur
der Abstrahlfläche vorgegeben wird.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielhaft dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Heizung für ein Gebäude in einem schemati- schen Blockschaltbild,
- Fig. 2
- einen Heizkörper für eine erfindungsgemäße Heizung ausschnittsweise in einem vereinfachten
Querschnitt und
- Fig. 3
- den zeitlichen Verlauf der Oberflächentemperatur der Abstrahlfläche eines erfindungsgemäß
betriebenen Heizkörpers.
[0010] Gemäß dem Blockschaltbild nach der Fig. 1 ist eine Heizung für ein Gebäude 1 vorgesehen,
das mehrere je für sich beheizbare Gebäudebereiche 2, beispielsweise voneinander getrennte
Räume, aber auch einzelne Raumabschnitte, aufweist. Zur Beheizung dieser Gebäudebereiche
2 sind jeweils Heizkörper 3 vorgesehen, die als elektrisch beheizbare Wärmestrahler
ausgebildet sind und jeweils eine Steuereinheit 4 aufweisen, über die beispielsweise
die vorgebbare, maximale Abstrahltemperatur der Heizkörper 3 überwacht wird. Allen
Heizkörpern 3 der Gebäudebereiche 2 ist eine gemeinsame Steuereinrichtung 5 übergeordnet,
die die gegebenenfalls entsprechend den zu heizenden Gebäudebereichen 2 zu Gruppen
zusammengefassten Heizkörper 3 in Abhängigkeit von den Wärmeanforderungen der einzelnen
Gebäudebereiche 2 ansteuert. Zu diesem Zweck sind den einzelnen Gebäudebereichen 2
Temperaturfühler 6 zugeordnet, sodass der jeweilige Ist-Wert der Raumtemperatur mit
dem abgespeicherten Soll-Wert verglichen werden kann, um die den einzelnen Gebäudebereichen
2 zugehörigen Heizkörper 3 im Sinne eines Ist-Sollwert-Ausgleichs anzusteuern und
die jeweiligen Wärmeverluste auszugleichen.
[0011] Wie der Fig. 2 entnommen werden kann, weisen die als Wärmestrahler ausgebildeten
Heizkörper 3 einen mit Hilfe wenigstens eines elektrischen Heizleiters 7 heizbaren
Speicherkern 8 innerhalb eines Gehäuses 9 auf, dessen Abstrahlfläche mit 10 bezeichnet
ist. Hergestellt werden diese Heizkörper 3, indem in das wannenförmige, vorzugsweise
metallische Gehäuse 9 zunächst eine Schicht 11 des Speicherkerns 8 gegossen wird,
der vorzugsweise aus mit einem hydraulischen Bindemittel, insbesondere Zement, gebundenen
feinkörnigen Zuschlagstoffen besteht, wobei auf eine möglichst porenfreie, dichte
Kernstruktur zu achten ist, um die Wärmespeicherfähigkeit des Speicherkerns 8 hoch
zu halten. Auf diese Speicherkernschicht 11 wird ein Traggitter 12 aufgebracht, auf
dem der Heizleiter 7 in einem vorgegebenen Verlauf vormontiert ist, wonach lediglich
die restliche Schicht 13 des Speicherkerns 8 in das Gehäuse 9 zu gießen ist. Um den
Heizleiter 7 vor Korrosionsschäden zu schützen, kann der Heizleiter 7 mit einer Kunststoffisolierung
versehen sein. Zur rascheren Aushärtung des Speicherkerns 8 kann der Heizleiter 7
mit Strom beaufschlagt werden.
[0012] Aus der Fig. 2 ist ersichtlich, dass das Traggitter 12 mit dem Heizleiter 7 nahe
der Abstrahlfläche 10 des Gehäuses 9 verläuft, sodass im Betrieb der Heizkörper 3
die Abstrahlfläche 10 rasch auf die Solltemperatur aufgewärmt werden kann, bevor der
Speicherkern 8 im Bereich der dickeren Schicht 13 entsprechend erwärmt wird. Die Anordnung
ist dabei so getroffen, dass die Dicke der Speicherkernschicht 13 vorzugsweise das
Doppelte bis Dreifache der Dicke der Schicht 11 ausmacht. Eine Wärmeabgabe auf der
der Abstrahlfläche 10 gegenüberliegenden Seite des Heizkörpers 3 wird durch eine Wärmedämmschicht
14 bzw. eine Wärmereflexionsschicht verhindert.
[0013] In der Fig. 3 ist der zeitliche Temperaturverlauf T der Abstrahlfläche 10 eines Heizkörpers
3 dargestellt. Gemäß diesem Temperaturverlauf T wird der Heizkörper 3 mit dem Speicherkern
8 erwärmt, bis die Abstrahlfläche 10 eine vorgegebene obere Grenztemperatur von beispielsweise
75 °C erreicht. Danach wird die Stromzufuhr zum Heizkörper 3 unterbrochen, wobei aufgrund
der im Speicherkern 8 gespeicherten Wärme fortgesetzt Wärme in den zu beheizenden
Gebäudebereich 2 abgestrahlt wird. Sinkt die Temperatur der Abstrahlfläche 10 auf
beispielsweise 65 °C ab, so wird der Heizleiter 7 wieder mit Strom beaufschlagt, bis
die Abstrahltemperatur wieder 75 °C erreicht. Dieses taktweise ein- und ausschalten
des Stroms lässt sich anhand des Temperaturverlaufs T deutlich ablesen. Es zeigt sich,
dass die Aufwärmzeit etwa der halten Zeit der Wärmeabstrahlung der im Speicherkern
8 gespeicherten Wärme entspricht.
[0014] Aufgrund der taktweisen Strombeaufschlagung der Heizkörper 3 steht die Heizleistung
während der Pausen der Stromzuführung zu einem Heizkörper 3 für die Erwärmung eines
anderen Heizkörpers 3 zur Verfügung, was über die übergeordnete Steuereinrichtung
5 in Abhängigkeit vom jeweiligen Wärmebedarf der einzelnen Gebäudebereiche 2 dazu
ausgenützt wird, mit einer begrenzten Anschlussleistung den Wärmebedarf für die Heizung
des Gebäudes 1 energiesparend abzudecken. Mit Hilfe der übergeordneten Steuereinrichtung
5 können ja in Abhängigkeit vom Wärmebedarf der einzelnen Gebäudebereiche 2 die diesen
Gebäudebereichen 2 zugehörigen Heizkörper 3 abwechselnd eingeschaltet werden.
1. Heizung für ein Gebäude (1) mit mehreren elektrischen Heizkörpern (3) und mit einer
Steuerung für die Heizkörper (3), dadurch gekennzeichnet, dass die Heizkörper (3) als Wärmestrahler mit einem Speicherkern (8) ausgebildet sind,
der wenigstens einen elektrischen Heizleiter (7) zum taktweisen Aufladen aufweist,
und dass den Heizkörpern (3) eine übergeordnete Steuereinrichtung (5) zugeordnet ist,
die die Heizkörper (3) zumindest in vorgegebenen, auf Gebäudebereiche (2) aufgeteilten
Gruppen in Abhängigkeit vom Wärmebedarf des jeweiligen Gebäudebereichs (2) abwechselnd
ansteuert.
2. Heizung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizkörper (3) einen plattenförmigen Speicherkern (8) aufweisen und dass die
Heizleiter (7) in einer der Abstrahlfläche (10) des Speicherkerns (8) zugekehrten
Speicherkernschicht (11) eingebettet sind, deren Dicke einem Viertel bis einem Drittel
der Dicke des Speicherkerns (8) entspricht.
3. Heizung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mit Kunststoff isolierten Heizleiter (7) in den Speicherkern (8) eingegossen
sind.
4. Heizung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherkern (8) aus mit einem hydraulischen Bindemittel gebundenen, feinkörnigen
Zuschlagstoffen mit einer Korngröße von höchstens 1,5 mm porenfrei gegossen ist.
5. Heizung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einem Tragegitter (12) vormontierten Heizleiter (7) in den Speicherkern (8)
eingegossen sind.
6. Heizung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizleiter (7) in Abhängigkeit von der Oberflächentemperatur der Abstrahlfläche
(10) ansteuerbar sind.