[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft zwei Verfahren zur Herstellung eines Schmiedeteils
aus Damaststahl gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1 und 2 sowie ein nach diesem
Verfahren hergestelltes Schmiedeteil aus Damaststahl als solches gemäß Anspruch 15.
[0002] Die Verwendung von Damaststahl, der auch als Damaszener-Stahl bezeichnet wird, ist
vor ahem aus dem Bereich der Messer-Schmiedewaren bekannt.
[0004] Damaststahl wird regelmäßig im Schmiedeverfahren verarbeitet. Bei allen bekannten
Schmiedeverfahren wird die Materialverschiebung in Richtung des Schmiedehubs so gering
wie möglich gehalten, um die Struktur des Damaststahls nicht zu beschädigen. Damit
ist der Anwendungsbereich von Damaststahl auf Messer-Schmiedewaren und wenige Schmuckgegenstände
beschränkt.
[0005] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines Schmiedeteils
aus Damaststahl anzugeben, das den Anwendungsbereich von Damaststahl vergrößert.
[0006] Das obige Problem wird bei einem Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 durch
die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
[0007] Wesentlich ist die Überlegung, die Umformung des Schmiederohlings in einem Gesenkschmiedeverfahren
vorzunehmen, wobei ein Gesenkoberteil und ein Gesenkunterteil von ganz bestimmter
Formgebung verwendet wird.
[0008] Vorschlagsgemäß wird der Scbmiederobling bezogen auf seine ursprüngliche, senkrecht
zu dem Schmiedehub verlaufende Mittelebene unsymmetrisch umgeformt.
[0009] Es ist erkannt worden, dass Damaststahl bezogen auf die ursprüngliche Mittelebene
des Schmiederohlings in erheblichem Maße unsymmetrisch umgeformt werden kann, ohne
dass die Struktur des Damaststahls beschädigt wird. Es hat sich gezeigt, dass mit
der in obiger Weise unsymmetrischen Umformung durch eine entsprechende Wahl der Verfahrensparameter
eine gezielte Einstellung des auf der Oberfläche des Schmiedeteils sichtbaren Damastbildes
einstellbar ist.
[0010] Mit "ursprüngliche, senkrecht zu dem Scbmiedehub verlaufende Mittelebene des Schmiederohlings"
ist vorliegend die Mittelebene gemeint, die den block- oder scheibenförmigen Schmiederohling
vor der Bearbeitung in zwei gleiche Hälften teilt.
[0011] Mit dem Begriff "unsymmetrisch" ist vorliegend gemeint, dass die Materialverschiebung
an zwei bezogen auf die Mittelebene gegenüberliegenden Stellen im Schmiederohling
unterschiedlich ist. Man könnte auch sagen, dass die Umformung des Schmiederohlings
bezogen auf die Mittelebene nicht spiegelsymmetrisch vonstatten geht.
[0012] Nach einer weiteren Lehre gemäß Anspruch 2, der eigenständige Bedeutung zukommt,
wird vorgeschlagen, dass das Gesenkoberteil und/oder das Gesenkunterteil in dem Schmiedeschritt
in den Schmiederohling eindringt bzw. eindringen. Hiermit wird eine Unstetigkeit in
das Material, insbesondere in den Faserverlauf des Materials, des Schmiederoblings
eingebracht, durch die das resultierende Damastbild wiederum gezielt einstellbar ist.
[0013] Bei der bevorzugten Ausgestaltung gemäß Anspruch 3 ist das Gesenkoberteil oder das
Gesenkunterteil im Wesentlichen konvex und entsprechend das Gesenkunterteil bzw. das
Gesenkoberteil im Wesentlichen konkav ausgestaltet. Durch die zueinander korrespondierende
Ausformung von Gesenkoberteil und Gesenkunterteil lässt sich die obige unsymmetrische
Umformung sowie das obige Eindringen von Gesenkoberteil und/oder Gesenkunterteil in
den Sclaamiederohling ohne weiteres realisieren.
[0014] Anspruch 5 betrifft bevorzugte Varianten, die insbesondere auf die Umformung des
Schmiederohlings in eine im Wesentlichen ringartige Form gerichtet sind.
[0015] Eine solche ringartige Form lässt sich vorteilhaft im Rahmen der Realisierung eines
Uhrengehäuses oder dergleichen einsetzen, wie weiter unten erläutert wird.
[0016] Gemäß Anspruch 6 ist weiter erkannt worden, dass der Dorn sogar durch die ursprüngliche
Mittelebene des Schmiederohlings hindurchlaufen kann. Hier wird deutlich, dass sich
mit dem vorschlagsgemäßen Verfahren eine Vielzahl neuer Gestaltungsmöglichkeiten für
das in Rede stehende Schmiedeteil eröffnen, was zu der angesprochenen Vergrößerung
des Anwendungsbereichs für Damaststahl führt.
[0017] Nach einer weiteren Lehre gemäß Anspruch 125, der eigenständige Bedeutung zukommt,
wird das nach dem vorschlagsgemäßen Verfahren hergestellte Schmiedeteil als solches
beansprucht. Auf alle Ausführungen zu dem vorschlagsgemäßen Verfahren darf verwiesen
werden, soweit diese geeignet sind, das Schmiedeteil selbst zu beschreiben.
[0018] Insbesondere wird ein als Uhrengehäuse ausgestaltetes Schmiedeteil beansprucht. Dabei
ist es weiter vorzugsweise so, dass das Uhrengehäuse die obige, im Wesentlichen ringartige
Form aufweist. Andere Formen sind denkbar.
[0019] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausfühnmgsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. In der Figur zeigt
- Fig. 1
- in einer schematischen, perspektivischen Ansicht ein Gesenkoberteil und ein Gesenkunterteil
für die Durchführung des vorschlagsgemäßen Verfahrens mit dazwischenliegendem Schmiederohling
bei der Entnahme,
- Fig. 2
- in einer schematischen, geschnittenen Seitenansicht das Gesenkoberteil und Gesenkunterteil
gemäß Fig. 1 bei eingesetztem Schmiederohling zu Beginn des Gesenkschmiedens,
- Fig. 3
- in einer Ansicht gemäß Fig. 2 eine zweite Momentaufnahme im weiteren Verlauf des Gesenkschmiedens,
- Fig. 4
- in einer Ansicht gemäß Fig. 2 eine dritte Momentaufnahme im weiteren Verlauf des Gesenkschmiedens,
- Fig. 5
- in einer Ansicht gemäß Fig. 2 eine vierte Momentaufnahme im weiteren Verlauf des Gesenkschmiedens.
[0020] Das vorschlagsgemäße Verfahren wird im Folgenden beispielhaft anhand eines für ein
Uhrengehäuse vorgesehenen Scbmiedeteils 1 erläutert. Es darf vorab darauf hingewiesen
werden, dass eine Vielzahl weiterer Schmiedeteile 1 mit dem vorschlagsgemäßen Verfahren
herstellbar sind.
[0021] Das vorschlagsgemäße Verfahren dient der Herstellung des jeweiligen Schmiedeteils
1 aus einem im Wesentlichen block- oder scheibenförmigen. Schmiederohling 2, der in
einer geschnittenen Seitenansicht in Fig. 2 dargestellt ist. Hier und vorzugsweise
ist der Schmiederohling 2 im Querschnitt rund ausgestaltet.
[0022] Von besonderer Bedeutung ist vorliegend die Tatsache, dass der Schmiedemhling 2 im
Wesentlichen aus Damaststahl besteht. Bevorzugte Varianten für die Wahl des Damaststahls
werden weiter unten erläutert.
[0023] Es lässt sich einer Zusammenschau der Fig. 2 bis 5 entnehmen, dass der Schmiederohling
2 in dem Schmiedeschritt in einem Schmiedeaggregat 3 mit Gesenkoberteil 4 und Gesenkunterteil
5 umgeformt wird.
[0024] In Fig. 2 ist die ursprüngliche, senkrecht zu dem Schmiedehub 6 verlaufende Mittelebene
7 des Schnüederohlings 2 angedeutet. Hier zeigt sich, dass diese ursprüngliche Mittelebene
7 des Schmiederohlings 2 den noch unverformten Schmiederohling 2 in zwei gleiche Hälften
teilt. Diese Mittelebene 7 dient im Folgenden als Referenzebene für die Erläuterung
des Schmiedeschritts.
[0025] Aus dem in den Fig. 2 bis 5 dargestellten Verlauf des Schmiedeschritts wird deutlich,
dass die Umformung des Schmiederohlings 2 bezogen auf seine ursprüngliche Mittellinie
7 in obigem Sinne unsymmetrisch erfolgt. Hier und vorzugsweise findet eine Materialverschicbung
hauptsächlich in Richtung des Schmiedehubs 6 statt. Folgerichtig findet sich bei dem
in Fig. 6 dargestellten Endzustand der Großteil des Materials des Schmiederohlings
2 auf der dem Schmiedehub 6 abgewandten Seite der ursprünglichen Mittelebene 7 des
Schmiederohlings 2.
[0026] Nach einer weiteren Lehre, der eigenständige Bedeutung zukommt, ist es vorgesehen,
dass das Gesenkoberteil 4 und/oder das Gesenkunterteil 5 in dem Schmiedeschritt in
den Schmiederohling 2 eindringt bzw. eindringen. Hierzu ist es vorzugsweise vorgesehen,
dass das Gesenkoberteil 4 und/oder das Gesenkunterteil 5 mit einer domartigen Ausformung
ausgestattet ist bzw. sind, wie weiter unten erläutert wird.
[0027] Bei dem dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das Gesenkoberteil
4 im Wesentlichen konvex und das Gesenkunterteil 5 im Wesentlichen konkav ausgebildet.
Dies kann auch umgekehrt vorgesehen sein. Es darf an dieser Stelle darauf hingewiesen
werden, dass die beschriebenen Ausgestaltungen von Gesenkoberteil 4 und Gesenkunterteil
5 generell austauschbar sind, so dass die Begriffe "Gesenkoberteil" und "Gesenkunterteil"
insoweit entsprechend austauschbar sind.
[0028] Es darf ferner darauf hingewiesen werden, dass sich die Angaben "konvex" und "konkav"
hier lediglich auf die übergeordnete Formgebung des jeweiligen Gesenkoberteils 4 bzw.
Gesenkunterteils 5 beziehen. Mit diesen Angaben sind keine idealen konvexen und konkaven
Ausführungen gemeint.
[0029] In besonders bevorzugter Ausgestaltung sind sowohl das Gesenkoberteil 4 als auch
das Gesenkunterteil 5 im Wesentlichen konvex ausgestaltet. Insbesondere die Ausstattung
sowohl des Gesenkoberteils 4 als auch des Gesenkunterteils 5 mit einer dornartigen
Ausformung ist hier vorteilhaft, wie ebenfalls weiter unten erläutert wird.
[0030] Der obige Schmiedeschritt kann vorzugsweise jedenfalls auch dem Verfahren des Durchsetzens
zugerechnet werden. Beim Durchsetzen handelt es sich um ein einseitiges Verschieben
von Teilmassen eines Werkstücks aus einer gegebenen Achse, hier einer in der Mittelebene
7 liegenden Achse. Denkbar ist hier, dass das Verfahren des Durchsetzens mit anderen
Schmiedeverfahren kombiniert wird.
[0031] Es lässt sich einer Zusammenschau der Fig. 2 und 3 entnehmen, dass das Gesenkoberteil
4 mit einem Dorn 8 oder dergleichen während des Schmiedeschritts in den Schmiederohling
2 eindringt. Das Gesenkunterteil 5 weist hier eine dem Dorn 8 zugeordnete, napfartige
Ausformung 9 auf, die der Aufnahme des durch den Dorn 8 verdrängten Materials dient.
Dies kann wie oben erläutert auch umgekehrt vorgesehen sein.
[0032] Entsprechend ist es so, dass beim Eindringen des Dorns 8 in den Schmiederohling 2
das Material des Schmiederohlings 2 bezogen auf die Längsachse des Doms 8 nach außen
fließt und das freie Volumen 10 des Gesenkunterteils 5, insbesondere der napfartigen
Ausformung 9, füllt.
[0033] Es lässt sich der Darstellung in Fig. 5 entnehmen, dass durch die Ausstattung des
Gesenkoberteils 4 mit dem Dorn 8 und des Gesenkunterteils 5 mit der napfartigen Ausformung
9 der Schmiederohling 2 in eine im Wesentlichen ringartige Form umgeformt wird. Diese
ringartige Form eignet sich in besonderer Weise für die Realisierung eines Uhrengehäuses
einer Armbanduhr, wie weiter unten noch erläutert wird.
[0034] Es kann auch vorteilhaft sein, dass wie schon angedeutet, sowohl das Gesenkoberteil
4 als auch das Gesenkunterteil 5 mit einem Dorn 8 ausgestattet sind, so dass sowohl
das Gesenkoberteil 4 als auch das Gesenkunterteil 5 während des Schmiedeschritts mit
dem jeweiligen Dorn 8 in den Schmiederohling 2 eindringen. Dabei sind die beiden Dome
vorzugsweise auf dieselbe Achse ausgerichtet und bewegen sich während des Schmiedeschritts
entsprechend aufeinander zu. Die Dome können einen identischen Durchmesser oder eben
unterschiedliche Durchmesser aufweisen. Die Auslegung richtet sich danach, ob die
Umformung in obigem Sinne bezogen auf die ursprüngliche Mittelebene 7 des Schmiederohlings
2 symmetrisch oder eben unsymmetrisch sein soll.
[0035] Eine Zusammenschau beispielsweise der Fig. 2 und 3 zeigt, dass bei dem vorschlagsgemäßen
Verfahren während des Schmiedeschritts im Bereich der ursprünglichen Mittelebene 7
des Schmiederohlings 2 ein Fließen des Materials des Schmiederohlings 2 jedenfalls
in Richtung des Schmiedehubs 6 erfolgt. Dabei ist klar, dass die Fließbewegung des
Materials des Schmiederohlings 2 nie exakt in Richtung des Schmiedehubs 6 erfolgt,
sondern allenfalls Bewegungskomponenten in dieser Richtung aufweist.
[0036] In besonders bevorzugter Ausgestaltung ist es so, dass der Dorn 8 während des Schmiedeschritts
durch die ursprüngliche Mittelebene 7 des Schmiederohlings 2 hindurchläuft. Dies zeigt
eine Zusammenschau der Fig. 3 und 4.
[0037] Für die Ausgestaltung des Damaststahls sind zahlreiche vorteilhafte Varianten denkbar.
Vorzugsweise weist der Damaststahl eine Mehrzahl von Lagen 11,12 unterschiedlicher
Stahlsorten auf, wobei hier und vorzugsweise die Lagen 11, 12 abwechselnd aus zwei
unterschiedlichen Stahlsorten bestehen.
[0038] Es hat sich in Versuchen gezeigt, dass sich das vorschlagsgemäße Verfahren besonders
gut mit einem Schmiederohling 2 aus Band-Damaststahl anwenden lässt. Denkbar ist die
Anwendung des vorschlagsgemäßen Verfahrens auf alle anderen Arten von Damaststahl.
[0039] Ganz generell hat sich die Anwendung von geschmiedetem, insbesondere handgeschmiedetem
Damaststahl als vorteilhaft erwiesen.
[0040] Um insbesondere für das als Uhrengehäuse ausgestaltete Schmiedeteil 1 eine hohe Hautverträglichkeit
zu realisieren, ist der Damaststahl vorzugsweise nickelarm ausgelegt. Dabei liegt
der Nickelanteil des Damaststahls vorzugsweise unter 0,13 Gew.-% und weiter vorzugsweise
unter 0,12 Gew.-%. Denkbar ist aber auch die Verwendung eines Damaststahls mit höherem
Nickelgehalt insbesondere zur Reduzierung der Rostanfälligkeit.
[0041] Für das vorschlagsgemäße Verfahren hat es sich als besonders vorteilhaft gezeigt,
wenn der verwendete Damaststahl nichtrostend ausgelegt ist und insbesondere ausschließlich
Lagen 11, 12 aus Edelstahl aufweist.
[0042] Insbesondere bei der Verwendung von Band-Damaststahl sind die Lagen 11, 12 des Damaststahls
vor dem Schmiedeschritt im Wesentlichen eben. Der in den Fig. 2 bis 5 dargestellte
Verfahrensablauf zeigt, dass die Lagen 11, 12 des Damaststahls während des Schmiedcschntts
zunehmend "ausgebeult" werden und schließlich nach dem Schmiedeschritt zumindest zum
Teil jeweils eine dreidimensionale Formgebung aufweisen. Überraschenderweise verursachte
die Überführung der Lagen 11, 12 von einer ebenen Formgebung in eine dreidimensionale
Formgebung weder zu einem Zerstören einzelner Lagen 11, 12 noch ein Trennen von benachbarten
Lagen 11, 12.
[0043] Der Darstellung in Fig. 5 lässt sich auch die Tatsache entnehmen, dass nach dem Schmiedeschritt
die im Bereich des Gesenkoberteils 4 befindlichen Lagen 11, 12 eine andere dreidimensionale
Formgebung aufweisen als die im Bereich des Gesenkunterteils 5 befindlichen Lagen
11, 12. Dies geht auf die Ausformung des Gesenkoberteils 4 und des Gesenkunterteils
5 zurück.
[0044] Gemäß der Darstellung in den Fig. 2 bis 5 beträgt die Eindringtiefe hier des Gesenkoberteils
4 in den Schmiederohling 2 ein Mehrfaches der durchschnittlichen - ursprünglichen
- Höhe der Lagen 11, 12, insbesondere sogar weit mehr als das Dreifache der durchschnittlichen
Höhe der Lagen 11, 12.
[0045] Besonders deutlich zeigt die Darstellung in Fig. 5, dass das Eindringen des Doms
8 in den Schmiederohling 2 einen Höhenversatz Δh innerhalb der Lagen 11, 12 bewirkt,
der sich im Bereich der Seitenfläche 13 des Dorns 8 vollzieht, wobei der Höhenversatz
Δh hier und vorzugsweise im Wesentlichen der Höhe des Doms 8 entspricht. Derartige
Höhenversätze innerhalb der Lagen 11, 12 lassen sich auch realisieren, wenn, wie oben
angesprochen, sowohl das Gesenkoberteil 4 als auch das Gesenkunterteil 5 mit einem
entsprechenden Dorn 8 ausgestattet sind.
[0046] Vorzugsweise hat der jeweilige Höhenversatz Δh eine beträchtliche Ausdehnung, so
dass das resultierende Damastbild durch den Schmiedeschritt deutlich beeinflusst wird.
Dabei ist es vorzugsweise so, dass der jeweilige Höhenversatz Δh ein mehrfaches der
durchschnittlichen Höhe der Lagen 11, 12, insbesondere mehr als das Dreifache der
durchschnittlichen Höhe der Lagen 11, 12, beträgt.
[0047] Es wurde schon darauf hingewiesen, dass durch eine geeignete Wahl der Schmiedeparameter
eine weitgehend beliebige Einstellung des Damastbildes einstellbar ist. Zu diesen
Schmiedeparametem gehören neben der Ausgestaltung von Gesenkoberteil 4 und Gesenkunterteil
5 auch die Ausrichtung des Schmiederohlings 2 während des Schmiedeschritts.
[0048] In bevorzugter Ausgestaltung sind die Lagen 11,12 des Damaststahls des Schmiederohlings
2 im Wesentlichen senkrecht zu der Richtung des Schmiedehubs 6 ausgerichtet. Durch
den entsprechend großen Höhenversatz Δh innerhalb der Lagen 11, 12 lassen sich bei
entsprechender Nachbearbeitung besonders auffällige Damastbilder erzeugen.
[0049] Denkbar ist aber auch, dass die Lagen 11, 12 des Damaststahls des Schmiederohlings
2 in einem Winkel zu dem Schmiedehub 8 ausgerichtet sind. Hier wird deutlich, dass
bereits mit der Wahl der Ausrichtung des Schmiederohlings 2 eine nahezu unbegrenzte
Variantenvielfalt für das resultierende Damastbild gegeben ist.
[0050] Grundsätzlich kann die Ausgestaltung des Gesenkoberteils 4 und des Gesenkunterteils
5 sowie die Ausrichtung des Schmiederohlings 2 in Versuchen bestimmt werden.
[0051] In besonders bevorzugter Ausgestaltung ist es allerdings vorgesehen, dass der Verlauf
der Lagen 11, 12 und damit das resultierende Damastbild in Abhängigkeit von den obigen
Schmiedeparametern computersimuliert wird. Hierfür kann grundsätzlich eine modifizierte
Software zur Visualisierung von Faserverläufen beim Schmieden konventioneller Materialien
Anwendung finden. Die Simulation wird dabei vorzugsweise auf die Simulation des Umformens
jeder einzelnen Lage zurückgeführt. Mit der obigen Simulation des Damastbildes lassen
sich grundsätzlich sogar Damastbilder nach Kundenwunsch herstellen.
[0052] Es darf noch darauf hingewiesen werden, dass dem oben beschriebenen Schmiedeschritt
vorzugsweise ein Abgratschritt folgt, in dem der Grat 14 entfernt wird. Alternativ
oder zusätzlich kann ferner ein Lochschritt folgen, bei dem die Öffnung 15 des geschmiedeten
Rings hergestellt wird.
[0053] Bei dem Scbuniedeteil 1 handelt es sich vorzugsweise um einen Bestandteil einer Uhr,
insbesondere einer Armbanduhr, und in besonders bevorzugter Ausgestaltung um ein Uhrengehäuse.
Ein für ein Uhrengehäuse vorgesehenes Schmiedeteil 1 zeigen die Fig. 1 und 5. Dabei
ist für das Verständnis zu berücksichtigen, dass im Rahmen des Abgratschrittes und/oder
im Wege einer weiteren, nachgeschalteten mechanischen Bearbeitung auch die Seitenflächen
des Uhrengehäuses sowie Ausnehmungen für die Anbindung des Armbands erzeugt werden.
Dies ist in der Zeichnung nicht dargestellt.
[0054] Grundsätzlich kann es sich bei dem Schmiedeteil 1 auch um eine Rosette für eine Armbanduhr
oder um ein Glied des Armbands einer Armbanduhr handeln. Andere Anwendungsbeispiele
sind denkbar.
[0055] Schließlich darf noch darauf hingewiesen werden, dass nach einer weiteren Lehre,
der ebenfalls eigenständige Bedeutung zukommt, das nach dem vorschlagsgemäßen Verfahren
hergestellte Schmiedeteil 1, insbesondere das Uhrengehäuse als solches beansprucht
wird. Auf die obigen Ausführungen darf verwiesen werden, soweit diese geeignet sind,
das Schmiedeteil 1 bzw. das Uhrengehäuse als solches zu beschreiben.
1. Verfahren zur Herstellung eines Schmiedeteils (1) aus einem im Wesentlichen block-
oder scheibenförmigen Schmiederohling (2), wobei der Schmiederohling (2) im Wesentlichen
aus Damaststahl besteht, wobei der Schmiederohling (2) in mindestens einem Schmiedeschritt
umgeformt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schmiederohling (2) in dem Schmiedeschritt in einem Schmiedeaggregat (3) mit
Gesenkoberteil (4) und Gesenkunterteil (5) umgeformt wird und dass der Schmiederohling
(2) bezogen auf seine ursprüngliche, senkrecht zu dem Schmiedehub (6) verlaufende
Mittelebene (7) unsymmetrisch umgeformt wird.
2. Verfahren zur Herstellung eines Schmiedeteils (1) aus einem im Wesentlichen block-
oder scheibenförmigen Schmiederohling (2), wobei der Schmiederohling (2) im Wesentlichen
aus Damaststahl besteht, wobei der Schmiederohling (2) in mindestens einem Schmiedeschritt
umgeformt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schmiederohling (2) in dem Schmiedeschritt in einem Schmiedeaggregat (3) mit
Gesenkoberteil (4) und Gesenkunterteil (5) umgeformt wird und dass das Gesenkoberteil
(4) und/oder das Gesenkunterteil (5) in dem Schmiedeschritt in den Schmiederohling
(2) eindringt bzw. eindringen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gesenkoberteil (4) oder das Gesenkunterteil (5) im Wesentlichen konvex und entsprechend
das Gesenkunterteil (5) bzw. das Gesenkoberteil (4) im Wesentlichen konkav ausgestaltet
ist, oder dass sowohl das Gesenkoberteil (4) als auch das Gesenkunterteil (5) im Wesentlichen
konvex ausgestaltet sind.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmiederohling (2) während des Schmiedeschritts im Wege des Durchsetzens umgeformt
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gesenkoberteil (4) oder das Gesenkunterteil (5) mit einem Dorn (8) o. dgl. während
des Schmiedeschritts in den Schmiederohling (2) eindringt, vorzugsweise, dass das
entsprechend das Gesenkunterteil (5) oder das Gesenkoberteil (4) eine dem Dorn (8)
zugeordnete, napfartige Ausformung (9) aufweist, vorzugsweise dass beim Eindringen
des Dorns (8) in den Schmiederohling (2) das Material des Schmiederohlings (2) bezogen
auf die Längsachse des Doms (8) nach Außen fließt und das freie Volumen (10) der napfartigen
Ausformung (9) füllt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Dorn (8) während des Schmiedeschritts durch die ursprüngliche, senkrecht zum
Schmiedehub (6) verlaufende Mittelebene (7) des Schmiederohlings hindurchläuft.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Damaststahl eine Mehrzahl von Lagen (11, 12) unterschiedlicher Stahlsorten aufweist,
vorzugsweise, dass die Lagen (11, 12) abwechselnd aus zwei unterschiedlichen Stahlsorten
bestehen.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Damaststahl nickelarm ausgelegt ist, vorzugsweise, dass der Nickelanteil des
Damaststahls unter 0,13 Gew.-%, insbesondere unter 0,12 Gew.-% liegt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Damaststahl nichtrostend ausgelegt ist, vorzugsweise, dass der Damaststahl ausschließlich
Lagen (11, 12) aus Edelstahl aufweist.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagen (11, 12) des Damaststahls vor dem Schmiedeschritt im Wesentlichen eben
sind und dass die Lagen (11, 12) nach dem Schmiedeschritts zumindest zum Teil jeweils
eine dreidimensionale Formgebung aufweisen, vorzugsweise dass nach dem Schmiedeschritt
die im Bereich des Gesenkoberteils (4) befindlichen Lagen (11, 12) eine andere dreidimensionale
Formgebung aufweisen als die im Bereich des Gesenkunterteils (5) befindlichen Lagen
(11, 12).
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Eindringtiefe des Gesenkoberteils (4) und/oder des Gesenkunterteils (5) in den
Schmiederohling (2) ein Mehrfaches der durchschnittlichen Höhe der Lagen (11, 12),
insbesondere mehr als das Dreifache der durchschnittlichen Höhe der Lagen (11, 12),
beträgt.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Eindringen des Dorns (8), ggf. der Dome, in den Schmiederohling (2) einen Höhenversatz
(Δh) innerhalb der Lagen (11, 12) bewirkt, der sich im Bereich der Seitenfläche (13)
des Dorns (8) vollzieht, vorzugsweise, dass der Höhenversatz (Δh) im Wesentlichen
der Höhe des Doms (8) entspricht, weiter vorzugsweise, dass der Höhenversatz (Δh)
ein Mehrfaches der durchschnittlichen Höhe der Lagen (11, 12), insbesondere mehr als
das Dreifache der durchschnittlichen Höhe der Lagen (11, 12), beträgt.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagen (11, 12) des Damaststahls im Wesentlichen senkrecht zu der Richtung des
Schmiedchubs (6) ausgerichtet sind, oder dass die Lagen (11, 12) des Damaststahls
in einem Winkel zu dem Schmiedehub (6) ausgerichtet sind.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Schmiedeteil (1) um einen Bestandteil einer Armbanduhr, insbesondere
um das Uhrengehäuse und/oder um die Rosette und/oder um ein Glied des Armbands einer
Armbanduhr, handelt.
15. Schmiedeteil aus Damaststahl, das durch ein Verfahren nach einem der vorhergehenden
Ansprüche hergestellt worden ist.