[0001] Die Erfindung betrifft eine Zuführeinrichtung zum Zuführen von abgeschnittenen Scheiben
eines Schneideguts aus einer Schneideeinrichtung in einer Scheibenschneidemaschine
zu einer Ablegevorrichtung mittels eines Transport-Kettenrahmens, der mit Spitzen
zum Aufnehmen von Schneidegut-Scheiben versehene, insbesondere über Walzen angetriebene,
umlaufende Ketten aufweist, wobei eine Umlenkeinrichtung vorgesehen ist, mit der die
während des Schnittvorgangs vom Schneidegut abgetrennte Scheibe aus dem Bereich der
Schneideeinrichtung in Richtung auf den Transport-Kettenrahmen umgelenkt wird, und
wobei die Umlenkeinrichtung einen bis nahe an die Schneidkante der Schneideeinrichtung
reichenden keilförmigen Abstreifer aufweist.
[0002] Derartige Zuführeinrichtungen sind beispielsweise bekannt aus der
DE 103 29 842 A1.
[0003] Das Schneidegut, insbesondere in automatisch betriebenen Scheibenschneidemaschinen
für strangförmige Lebensmittel, wie etwa Würste, Schinken, Lachs etc., wird mit Hilfe
einer Zustelleinrichtung auf einer Zuführungsfläche gegen die Schneideeinrichtung
bewegt, meist in Richtung senkrecht zur Schneidebene, in welcher üblicherweise ein
oder mehrere rotierende Messer kreisen, um Scheiben vom geförderten Schneidegut abzuschneiden.
[0004] Bei einfachen Scheibenschneidemaschinen fällt das Schneidegut anschließend in Förderrichtung
hinter der Schneideeinrichtung der Schwerkraft folgend nach unten und wird manuell
entnommen. Eine Zuführeinrichtung der zum Zuführen der abgeschnittenen Scheiben aus
der Schneideeinrichtung zu einer Ablegevorrichtung kann dann vollständig entfallen.
[0005] Die
DE 84 10 166 U1 beschreibt bereits eine Scheibenschneidemaschine mit einer Zuführeinrichtung der
gattungsgemäßen Art. Diese umfasst eine hinter einer rotierenden Messerscheibe angeordnete
Umlenkeinrichtung sowie eine Fördervorrichtung mit einem Transport-Kettenrahmen, der
mit Spitzen ausgestattete umlaufende parallele Ketten aufweist, von denen die abgeschnittenen
Scheiben des Schneideguts übernommen und in eine Ablegeposition über einem Ablegetisch
oder einem Förderband weitertransportiert werden, wo sie dann mittels eines Schlägers
vom Transport-Kettenrahmen abgelöst und positionsgerecht abgelegt werden können.
[0006] Zur Umlenkung der Scheiben von der Schneideeinrichtung in Richtung auf den Transport-Kettenrahmen
sind hier ein unmittelbar hinter dem Kreismesser angeordneter keilförmiger Abstreifer
einerseits sowie entweder ein gebogenes Umlenk-Leitblech oder eine rotierende Bürstenanordnung
andererseits vorgesehen, zwischen denen die abgeschnittenen Scheiben vom Kreismesser
zum Transport-Kettenrahmen umgelenkt und dort zur Weiterbeförderung auf die Spitzen
der Ketten gedrückt werden.
[0007] Eine Höhenverstellung bzw. eine Führung für Scheiben von Schneidegut unterschiedlichen
Durchmessers ist bei dieser bekannten Zuführeinrichtung allerdings nicht vorgesehen,
was insbesondere bei geringer Schnittdicke, also bei dünnen Scheiben zu Problemen
führen kann, weil die Scheiben auf dem Weg zwischen der Schneideeinrichtung und dem
Transport-Kettenrahmen oftmals durchhängen oder sich wellen bzw. falten, so dass sie
letztlich am Ablegeort nicht mehr als ebene Scheiben ankommen und sauber abgelegt
werden können. Bei Scheiben mit geringem Durchmesser wiederum besteht die Gefahr,
dass sie auf dem langen Weg absacken oder umknicken.
[0008] Demgegenüber zeigt die
DE 295 18 143 U1 eine Zuführeinrichtung, bei der das zu fördernde Schneidegut nach der Schneideeinrichtung
zwischen mehreren parallel angeordneten keilförmigen Leitklauen einerseits und einer
gezahnten Zuführrolle andererseits auf die Spitzen des Transport-Kettenrahmens umgelenkt
wird. Hier sind zwar die Wege der Scheiben zwischen Abschneideort und Transport-Kettenrahmen
kürzer, aber eine höhenverstellbare Führung zum Ausgleich bei Scheiben unterschiedlichen
Durchmessers ist ebenfalls nicht vorgesehen.
[0009] Aus der eingangs zitierten
DE 103 29 842 A1 ist eine Zuführeinrichtung mit einem feststehenden keilförmigen Abstreifer einerseits
sowie einer verzahnten Mitnehmereinrichtung mit rotierenden Walzen andererseits bekannt,
wobei die abgeschnittene Scheibe zwischen beiden hindurch von der Schneideeinrichtung
zum Transport-Kettenrahmen geführt wird. Damit die rotierenden Walzen etwa daran festklebende
Scheiben nicht wieder vom Transport-Kettenrahmen wegbefördern, ist zwischen den Walzen
und den Ketten auch noch ein Abstreifelement angeordnet, das zwischen die Spitzen
der Ketten eintaucht und die durch die Mitnehmereinrichtung beförderten Scheiben von
den Walzen weg auf die Kettenspitzen drückt.
[0010] Auch hier müssen die Scheiben, insbesondere in ihrem mittleren Bereich bei Schneidegut
größeren Durchmessers, wiederum einen relativ langen Weg vom Abschneideort bis zum
Transport-Kettenrahmen zurücklegen, vor allem bei großen Durchmessern der runden Messer
in der Schneideeinrichtung. Dies erhöht - wie oben dargelegt - die Gefahr des Faltenwurfs
bei dünnen Scheiben sowie eines Absackens bei dicken Scheiben.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, eine gattungsgemäße Zuführeinrichtung
der eingangs beschriebenen Art kostengünstig und mit möglichst einfachen technischen
Mitteln dahin gehend zu verbessern, dass auch bei variierenden Scheibenstärken und
unterschiedlichen Querschnittsdicken des zu verarbeitenden Schneideguts sowie bei
größeren zwischen Abschneideort und Transport-Kettenrahmen durch die Scheiben zurückzulegenden
Wegen
- insbesondere bei Kreismessern mit großem Durchmesser - gleichmäßige und reproduzierbare
Schneidergebnisse erzielt und die abgeschnittenen Scheiben ohne abzusacken und ohne
Falten zu werfen fehlerfrei bis zum Ablegeort gelangen, wobei die Zuführeinrichtung
zudem wartungsfreundlich und einfach zu bedienen sein soll.
[0012] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe auf ebenso überraschend einfache wie wirkungsvolle
Art und Weise dadurch gelöst, dass die Umlenkeinrichtung eine Übernahmevorrichtung
aufweist, die einen angetriebenen Zuführ-Kettenrahmen umfasst, welcher ebenfalls mit
Spitzen zum Aufnehmen von Schneidegut-Scheiben versehene, umlaufende Ketten aufweist
und relativ zum Abstreifer derart angeordnet ist, dass die während des Schnittvorgangs
durch die Schneideeinrichtung vom Schneidegut abgetrennte Scheibe zwischen dem Abstreifer
und dem Zuführ-Kettenrahmen durchläuft, von dessen Kettenspitzen aufgespießt und zum
Transport-Kettenrahmen weitergeleitet wird, dass der Zuführ-Kettenrahmen relativ zum
Transport-Kettenrahmen derart angeordnet ist, dass die während des Transportvorgangs
vom Zuführ-Kettenrahmen zum Transport-Kettenrahmen geförderte Schneidegut-Scheibe
in einen Bereich zwischen dem Zuführ-Kettenrahmen und dem Transport-Kettenrahmen transportiert
wird, wo sie von den Kettenspitzen des Transport-Kettenrahmens aufgespießt und zur
Ablegevorrichtung weitertransportiert wird, und dass die Bewegungen der umlaufenden
Ketten des Transport-Kettenrahmen mit denen des Zuführ-Kettenrahmens synchronisiert
sind.
[0013] Die erfindungsgemäße Zuführeinrichtung ermöglicht also eine einfache Höhenanpassung
an unterschiedliche Schnittstärken und Scheibendicken sowie die problemlose Verarbeitung
von Schneidegut mit verschiedenen Durchmessern. Die Entfernung zwischen Schneideeinrichtung
und Transport-Kettenrahmen spielt jetzt keine Rolle mehr, weil sie aufgrund des erfindungsgemäßen
Einsatzes eines Zuführ-Kettenrahmens von den abgeschnittenen Scheiben stets sicher
überbrückt wird. Die Scheiben werden direkt am Schneidmesser vom Zuführ-Kettenrahmen
übernommen und verrutschsicher zum Transport-Kettenrahmen weitergeleitet, von wo sie
dann - praktisch über beliebig lange Distanzen - zur Ablegevorrichtung transportiert
werden können.
[0014] Aufgrund der Synchronisation der Kettenbewegungen zwischen Zuführ-Kettenrahmen und
Transport-Kettenrahmen wird sichergestellt, dass es nicht an der Übergabestelle zu
einem Faltenwurf oder sonstigen unerwünschten Ausweichbewegungen der transportierten
Scheiben kommen kann. Eine solche Synchronisation der Kettenbewegungen lässt sich
bei Ausführungsformen der Erfindung am wirksamsten dadurch erreichen, dass die Antriebe
von Transport-Kettenrahmen und Zuführ-Kettenrahmen miteinander synchronisiert sind.
[0015] Bei besonders unaufwändigen und kostengünstigen Weiterbildungen dieser Ausführungsformen
sind die Antriebe von Transport-Kettenrahmen und Zuführ-Kettenrahmen mechanisch miteinander
verbunden, vorzugsweise über ein gemeinsames Getriebe.
[0016] Alternativ oder ergänzend können bei anderen Weiterbildungen aber auch die Antriebe
von Transport-Kettenrahmen und Zuführ-Kettenrahmen durch elektronische Ansteuerung
miteinander synchronisiert sein, was eine besonders feinfühlige Ansteuerung ermöglicht,
wobei elektronische Bauelemente heutzutage keinen nennenswerten Kostenfaktor bei der
Herstellung mehr darstellen.
[0017] Bei einer ausgesprochen Bedienerfreundlichen Klasse von Weiterbildungen dieser Ausführungsformen
der Erfindung berücksichtigt die Synchronisation der Antriebe von Transport-Kettenrahmen
und Zuführ-Kettenrahmen automatisch die jeweilige Dicke der von der Schneideeinrichtung
abgeschnittenen Schneidegut-Scheiben. So kann die mit einer erfindungsgemäßen Zuführeinrichtung
ausgestattete Scheibenschneidemaschine problemlos und ohne Zeitverzögerungen durch
manuelle Verstellmaßnahmen automatisch mit unterschiedlichen Schnittdicken betrieben
werden.
[0018] Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zuführeinrichtung,
bei der in Zwischenräumen zwischen den Ketten des Zuführ-Kettenrahmens Abstreifwalzen
angeordnet sind, die sich mitdrehen und im Bereich zwischen dem Zuführ-Kettenrahmen
und dem Transport-Kettenrahmen die zum Transport-Kettenrahmen geförderte Schneidegut-Scheibe
von den Kettenspitzen des Zuführ-Kettenrahmens auf die die Kettenspitzen des Transport-Kettenrahmens
überführen. Diese Abstreifwalzen verhindern ein ungewünschtes Weiterfahren der auf
dem Zuführ-Kettenrahmen aufgespießten Scheiben über die Übergabestelle zum Transport-Kettenrahmen
hinaus und stellen eine ordnungsgemäße Überführung der Scheiben vom Zuführ-Kettenrahmen
auf den Transport-Kettenrahmen sicher.
[0019] Die Übergabe-Sicherheit wird bei Weiterbildungen dieser Ausführungsform noch erhöht,
wenn eine Gegenlagereinrichtung vorgesehen ist, welche die Ketten des Transport-Kettenrahmens
im Bereich des Andrückens der vom Zuführ-Kettenrahmen übergebenen Schneidegut-Scheibe
stützt. Diese Gegenlagereinrichtung kann beispielsweise walzenförmig, aber auch in
Form von Zahnrädern ausgebildet sein.
[0020] Zusätzlich oder ergänzend kann bei Weiterbildungen im Bereich zwischen dem Zuführ-Kettenrahmen
und dem Transport-Kettenrahmen ein Leitkamm angeordnet sein, der die an den Transport-Kettenrahmen
zu übergebende Schneidegut-Scheibe auch dann sicher vom Zuführ-Kettenrahmen ablöst,
wenn die Scheibe "widerspenstig und hartnäckig" an den Kettenspitzen des Zuführ-Kettenrahmens
haftet.
[0021] Zur Durchführung eines automatisierten Betriebs einer mit der erfindungsgemäßen Zuführeinrichtung
ausgerüsteten Scheibenschneidemaschine eignen sich Ausführungsformen, bei denen in
der Scheibenschneidemaschine im Bereich der Schneideeinrichtung eine Vorrichtung zur
Einstellung der Dicke der jeweils vom Schneidegut abzutrennenden Scheibe vorgesehen
ist, die eine bewegliche Anschlagplatte für das Schneidegut umfasst, welche in Transportrichtung
des zur Schneideeinrichtung herangeführten Schneideguts auf mehreren Positionen relativ
zur Schneideeinrichtung, vorzugsweise kontinuierlich, feststellbar ist.
[0022] Bei kompakten und günstig herstellbaren Weiterbildungen dieser Ausführungsformen
ist an der Anschlagplatte eine angelenkte Hebeleinrichtung vorgesehen, über die der
Abstand des Transport-Kettenrahmens zum Zuführ-Kettenrahmen verändert werden kann.
[0023] Ganz besonders vorteilhaft sind Varianten dieser Weiterbildungen, bei denen mindestens
eine Drehachse des Zuführ-Kettenrahmens beweglich gelagert ist, wobei die Hebeleinrichtung
mit der Drehachse verbunden ist und diese bei einer Bewegung der Anschlagplatte verstellt.
So werden automatisch mit der Verstellung der Scheibendicke des Schneideguts die Abstände
von Zuführ-Kettenrahmen und Transport-Kettenrahmen auf den jeweils richtigen Wert
eingestellt.
[0024] Zu bevorzugen sind auch Varianten dieser Weiterbildungen, bei denen die Hebeleinrichtung
zwei gelenkig miteinander verbundene Hebel umfasst. Dies ermöglicht eine sichere,
schnelle und technisch unaufwändige Verstellung.
[0025] In der Praxis bewährt sich eine Klasse von Ausführungsformen, die sich dadurch auszeichnen,
dass der Zuführ-Kettenrahmen mittels einer Zahnradvorrichtung angetrieben wird, welche
über Zahnriemen oder Antriebskette mit dem Transport-Kettenrahmen verbunden ist und
mit einem Antriebsrad des Zuführ-Kettenrahmens kämmt. Das Antriebsrad rollt bei einer
Verstellung der Drehachsen des Zuführ-Kettenrahmens auf der Zahnradvorrichtung ab,
so dass immer, insbesondere bei jeder möglichen Scheibendicke, ein Kraftschluss zwischen
Antriebsrad und Zahnradvorrichtung erhalten bleibt.
[0026] In den Rahmen der vorliegenden Erfindung fällt auch eine Scheibenschneidemaschine
zum Abschneiden von Scheiben aus insbesondere strangförmigem Schneidegut, vorzugsweise
Lebensmittel, mit einer Zustelleinrichtung, die auf einer Zuführungsfläche liegendes
Schneidegut gegen eine Schneideeinrichtung, vorzugsweise mit rotierendem Messer, bewegt,
sowie mit einer Zuführeinrichtung, die vom Schneidegut abgeschnittene Scheiben von
der Schneideeinrichtung zu einer Ablegevorrichtung transportiert, wobei sich die Scheibenschneidemaschine
dadurch auszeichnet, dass ihre Zuführeinrichtung in der oben beschriebenen erfindungsgemäßen
Weise ausgestaltet ist.
[0027] Bei einer in der Praxis bevorzugten Variante ist die Zustelleinrichtung motorisch
angetrieben und fördert das Schneidegut auf der Zuführungsfläche automatisch in einer
Richtung senkrecht zur Schneidebene gegen die Schneideeinrichtung. Hier kommen die
durch die Erfindung erzielbaren Vorteile besonders positiv zur Geltung.
[0028] Der Zuführ-Kettenrahmen der erfindungsgemäßen Scheibenschneidemaschine wird in der
Regel mit Federbelasteter Kettenspannung ausgestattet sein.
[0029] Vorteilhaft sind Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Scheibenschneidemaschine,
bei denen die Zuführeinrichtung, insbesondere der Transport-Kettenrahmen sowie der
Zuführ-Kettenrahmen, an einem Maschinengehäuse der Scheibenschneidemaschine abnehmbar
befestigt sind, um beispielsweise Reparatur-, Wartungs- oder Reinigungsarbeiten an
der Zuführeinrichtung und/oder der Scheibenschneidmaschine leichter durchführen zu
können.
[0030] Besonders bevorzugt sind Weiterbildungen dieser Ausführungsformen, bei denen die
Zuführeinrichtung derart am Maschinengehäuse der Scheibenschneidemaschine befestigt
ist, dass sie gegen eine Zuführung mit einem Transport-Kettenrahmen ohne Zuführ-Kettenrahmen
ausgetauscht werden kann. So lässt sich im Bedarfsfall auch bei älteren oder einfacher
aufgebauten Scheibenschneidemaschinen die erfindungsgemäß ausgestaltete Zuführeinrichtung
leicht nachrüsten.
[0031] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren der Zeichnung,
die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die einzelnen
Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei
Varianten der Erfindung verwirklicht sein.
[0032] In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt,
welche in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1a
- eine schematische Draufsicht von oben auf den Übergangsbereich zwischen Schneideeinrichtung
und erfindungsgemäß ausgestalteter Zuführeinrichtung zur Ablegevorrichtung in einer
Scheibenschneidemaschine;
- Fig. 1b
- eine schematische Horizontalsicht von der Seite auf die Zuführeinrichtung nach Fig.
1a;
- Fig. 2a
- eine Draufsicht von oben auf eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zuführeinrichtung
mit gemeinsamem Getriebe zwischen Zuführ-Kettenrahmen und Transport-Kettenrahmen;
- Fig. 2b
- eine Horizontalsicht von der Seite auf die Zuführeinrichtung nach Fig. 2a;
- Fig. 3a
- eine Draufsicht von oben auf eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zuführeinrichtung
mit automatisch veränderlichem Abstand zwischen Zuführ-Kettenrahmen und Transport-Kettenrahmen
während der Verarbeitung von Schneidegut mit geringer Schnittdicke; und
- Fig. 3b
- die Ausführungsform nach Fig. 3a mit großer Schnittdicke des verarbeiteten Schneideguts.
In den Figuren 1a bis 3b sind schematisch von oben bzw. von der Seite jeweils Ausführungsformen
einer
Zuführeinrichtung 10; 20; 30 dargestellt. Diese dient zum Zuführen von abgeschnittenen Scheiben aus insbesondere
strangförmigem
Schneidegut 1; 1', 1"; 1"' (beispielsweise Lebensmittel wie Wurst, Schinken, Käserollen, Lachsseiten etc.) aus
einer
Schneideeinrichtung 2 in einer vorzugsweise automatischen Scheibenschneidemaschine zu einer - in der Zeichnung
nicht gezeigten - Ablegevorrichtung. Das Schneidegut 1; 1', 1"; 1"' wird in der Regel
auf einer Zuführungsfläche liegend automatisch mit einer - ebenfalls nicht gezeigten,
meist motorisch angetriebenen - Zustelleinrichtung gegen eine
Anschlagplatte 6 bewegt und von einem oder mehreren rotierenden Messern der Schneideeinrichtung 2
in Scheiben geschnitten.
[0033] Noch während des Schnittvorgangs werden vom Schneidegut 1; 1', 1"; 1"' abgetrennte
Scheiben aus dem Bereich der Schneideeinrichtung 2 mittels einer Umlenkeinrichtung,
die einen bis nahe an die Schneidkante der Schneideeinrichtung 2 reichenden keilförmigen
Abstreifer 4 aufweist, in Richtung auf einen
Transport-Kettenrahmen 11; 21; 31 umgelenkt. Dieser weist mit Spitzen zum Aufnehmen von Schneidegut-Scheiben versehene
umlaufende
Ketten 3 auf, von welchen die Scheiben zur Ablegevorrichtung transportiert und dort beispielsweise
mit Hilfe eines
Abschlägers 19 abgeworfen werden.
[0034] Erfindungsgemäß weist die Umlenkeinrichtung eine Übernahmevorrichtung auf, die einen
angetriebenen
Zuführ-Kettenrahmen 12; 22; 32 umfasst, welcher ebenfalls mit Spitzen zum Aufnehmen von Schneidegut-Scheiben versehene,
umlaufende
Ketten 5 aufweist und relativ zum Abstreifer 4 derart angeordnet ist, dass die während des
Schnittvorgangs durch die Schneideeinrichtung 2 vom Schneidegut 1; 1', 1"; 1"' abgetrennten
Scheiben zwischen dem Abstreifer 4 und dem Zuführ-Kettenrahmen 12; 22; 32 durchlaufen,
von dessen Kettenspitzen aufgespießt und zum Transport-Kettenrahmen 11; 21; 31 weitergeleitet
werden.
[0035] Der Zuführ-Kettenrahmen 12; 22; 32 ist relativ zum Transport-Kettenrahmen 11; 21;
31 derart angeordnet, dass die Schneidegut-Scheiben in einen Bereich zwischen dem
Zuführ-Kettenrahmen 12; 22; 32 und dem Transport-Kettenrahmen 11; 21; 31 transportiert
werden, wo sie von den Kettenspitzen des Transport-Kettenrahmens 11; 21; 31 aufgespießt
und zur Ablegevorrichtung weitertransportiert werden.
[0036] Die Bewegungen der umlaufenden Ketten 3 des Transport-Kettenrahmen 11; 21; 31 sind
mit denen der Ketten 5 des Zuführ-Kettenrahmens 12; 22; 32 synchronisiert, was in
der Regel durch Synchronisierung der beiden Kettenantriebe erreicht wird. So kann
beispielsweise die
Antriebswalze 17; 27; 37 des Zuführ-Kettenrahmens 12; 22; 32 etwa durch eine elektronische Ansteuerung mit
der
Antriebswalze 17'; 27'; 37' des Transport-Kettenrahmens 11; 21; 31 synchronisiert sein. Die Synchronisation der
Antriebe von Transport-Kettenrahmen 11; 21; 31 und Zuführ-Kettenrahmen 12; 22; 32
kann so gestaltet sein, dass sie automatisch die jeweilige Dicke der von der Schneideeinrichtung
2 abgeschnittenen Schneidegut-Scheiben berücksichtigt.
[0037] In Zwischenräumen zwischen den Ketten 5 des Zuführ-Kettenrahmens 12; 22; 32 können
Abstreifwalzen angeordnet sein, die sich mitdrehen und im Bereich zwischen dem Zuführ-Kettenrahmen
12; 22; 32 und dem Transport-Kettenrahmen 11; 21; 31 die geförderte Schneidegut-Scheibe
von den Kettenspitzen des Zuführ-Kettenrahmens 12; 22; 32 auf die die Kettenspitzen
des Transport-Kettenrahmens 11; 21; 31 überführen.
[0038] Bei den in den Figuren 1a, 1b sowie 3a, 3b gezeigten Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen
Zuführeinrichtung 10; 30 ist eine jeweils walzenförmige
Gegenlagereinrichtung 14; 34 vorgesehen, welche die Ketten 3 des Transport-Kettenrahmens 11; 31 im Bereich des
Andrückens der vom Zuführ-Kettenrahmen 12; 32 übergebenen Schneidegut-Scheibe stützt.
[0039] Die Figuren 2a, 2b sowie 3a, 3b zeigen Ausführungsformen einer erfindungsgemäß ausgestalteten
Zuführeinrichtung 20; 30, bei welchen jeweils die Antriebe von Transport-Kettenrahmen
21; 31 und Zuführ-Kettenrahmen 22; 32 mechanisch über ein gemeinsames
Getriebe 23; 33 miteinander verbunden und damit automatisch synchronisiert sind. Der Zuführ-Kettenrahmen
22; 32 wird bei diesen Ausführungsformen über eine Zahnradvorrichtung angetrieben,
welche über
Zahnriemen 28; 38 mit dem Transport-Kettenrahmen 21; 31 verbunden ist und mit dem Antriebsrad 27; 37
des Zuführ-Kettenrahmens 22; 32 kämmt, welches bei einer Verstellung der Drehachsen
des Zuführ-Kettenrahmens 22; 32 auf der Zahnradvorrichtung abrollt, so dass immer
ein Kraftschluss zwischen Antriebsrad 27; 37 und Zahnradvorrichtung erhalten bleibt.
[0040] Die Figuren 3a und 3b schließlich zeigen eine Ausführungsform der Erfindung mit einem
im Bereich zwischen dem Zuführ-Kettenrahmen 32 und dem Transport-Kettenrahmen 31 angeordneten
Leitkamm 35, der die an den Transport-Kettenrahmen 31 zu übergebenden Schneidegut-Scheiben vom
Zuführ-Kettenrahmen 32 ablöst.
[0041] Außerdem ist bei dieser Ausführungsform im Bereich der Schneideeinrichtung 2 eine
Vorrichtung zur Einstellung der Dicke der jeweils vom Schneidegut 1"' abzutrennenden
Scheibe vorgesehen. Die Anschlagplatte 6 für das Schneidegut 1"' ist hier beweglich
und in Transportrichtung des zur Schneideeinrichtung 2 herangeführten Schneideguts
1"' auf mehreren Positionen relativ zur Schneideeinrichtung 2 kontinuierlich feststellbar.
An der Anschlagplatte 6 ist eine Hebeleinrichtung angelenkt, welche zwei gelenkig
miteinander verbundene
Hebel 36, 36' umfasst. Über diese kann der Abstand des Transport-Kettenrahmens 31 zum Zuführ-Kettenrahmen
32 verändert werden. Mindestens eine
Drehachse a des Zuführ-Kettenrahmens 32 ist beweglich gelagert und derart mit der Hebeleinrichtung
mit der Drehachse a verbunden, dass diese bei einer Bewegung der Anschlagplatte 6
automatisch verstellt wird.
[0042] Außer den in den Figuren der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen sind auch
noch viele andere geometrische und mechanische Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen
Zuführeinrichtung möglich.
1. Zuführeinrichtung (10; 20; 30) zum Zuführen von abgeschnittenen Scheiben eines Schneideguts
(1; 1', 1"; 1"') aus einer Schneideeinrichtung (2) in einer Scheibenschneidemaschine
zu einer Ablegevorrichtung mittels eines Transport-Kettenrahmens (11; 21; 31), der
mit Spitzen zum Aufnehmen von Schneidegut-Scheiben versehene umlaufende Ketten (3)
aufweist, wobei eine Umlenkeinrichtung vorgesehen ist, mit der die während des Schnittvorgangs
vom Schneidegut (1; 1', 1"; 1"') abgetrennte Scheibe aus dem Bereich der Schneideeinrichtung
(2) in Richtung auf den Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31) umgelenkt wird, und wobei
die Umlenkeinrichtung einen bis nahe an die Schneidkante der Schneideeinrichtung (2)
reichenden keilförmigen Abstreifer (4) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umlenkeinrichtung eine Übernahmevorrichtung aufweist, die einen angetriebenen
Zuführ-Kettenrahmen (12; 22; 32) umfasst, welcher ebenfalls mit Spitzen zum Aufnehmen
von Schneidegut-Scheiben versehene, umlaufende Ketten (5) aufweist und relativ zum
Abstreifer (4) derart angeordnet ist, dass die während des Schnittvorgangs durch die
Schneideeinrichtung (2) vom Schneidegut (1; 1', 1"; 1"') abgetrennte Scheibe zwischen
dem Abstreifer (4) und dem Zuführ-Kettenrahmen (12; 22; 32) durchläuft, von dessen
Kettenspitzen aufgespießt und zum Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31) weitergeleitet
wird, dass der Zuführ-Kettenrahmen (12; 22; 32) relativ zum Transport-Kettenrahmen
(11; 21; 31) derart angeordnet ist, dass die während des Transportvorgangs vom Zuführ-Kettenrahmen
(12; 22; 32) zum Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31) geförderte Schneidegut-Scheibe
in einen Bereich zwischen dem Zuführ-Kettenrahmen (12; 22; 32) und dem Transport-Kettenrahmen
(11; 21; 31) transportiert wird, wo sie von den Kettenspitzen des Transport-Kettenrahmens
(11; 21; 31) aufgespießt und zur Ablegevorrichtung weitertransportiert wird,
und dass die Bewegungen der umlaufenden Ketten (3) des Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31)
mit denen der Ketten (5) des Zuführ-Kettenrahmens (12; 22; 32) synchronisiert sind.
2. Zuführeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe von Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31) und Zuführ-Kettenrahmen (12;
22; 32) miteinander synchronisiert sind.
3. Zuführeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe von Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31) und Zuführ-Kettenrahmen (12;
22; 32) mechanisch miteinander verbunden sind, vorzugsweise über ein gemeinsames Getriebe
(23; 33).
4. Zuführeinrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe von Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31) und Zuführ-Kettenrahmen (12;
22; 32) durch elektronische Ansteuerung miteinander synchronisiert sind.
5. Zuführeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Synchronisation der Antriebe von Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31) und Zuführ-Kettenrahmen
(12; 22; 32) automatisch die jeweilige Dicke der von der Schneideeinrichtung (2) abgeschnittenen
Schneidegut-Scheiben berücksichtigt.
6. Zuführeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Zwischenräumen zwischen den Ketten (5) des Zuführ-Kettenrahmens (12; 22; 32) Abstreifwalzen
angeordnet sind, die sich mitdrehen und im Bereich zwischen dem Zuführ-Kettenrahmen
(12; 22; 32) und dem Transport-Kettenrahmen (11; 21; 31) die zum Transport-Kettenrahmen
(11; 21; 31) geförderte Schneidegut-Scheibe von den Kettenspitzen des Zuführ-Kettenrahmens
(12; 22; 32) auf die die Kettenspitzen des Transport-Kettenrahmens (11; 21; 31) überführen.
7. Zuführeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine, vorzugsweise walzenförmige, Gegenlagereinrichtung (14; 34) vorgesehen ist,
welche die Ketten (3) des Transport-Kettenrahmens (11; 31) im Bereich des Andrückens
der vom Zuführ-Kettenrahmen (12; 32) übergebenen Schneidegut-Scheibe stützt.
8. Zuführeinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich zwischen dem Zuführ-Kettenrahmen (32) und dem Transport-Kettenrahmen (31)
ein Leitkamm (35) angeordnet ist, der die an den Transport-Kettenrahmen (31) zu übergebende
Schneidegut-Scheibe vom Zuführ-Kettenrahmen (32) ablöst.
9. Zuführeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Scheibenschneidemaschine im Bereich der Schneideeinrichtung (2) eine Vorrichtung
zur Einstellung der Dicke der jeweils vom Schneidegut (1; 1', 1"; 1"') abzutrennenden
Scheibe vorgesehen ist, die eine bewegliche Anschlagplatte (6) für das Schneidegut
(1; 1', 1"; 1"') umfasst, welche in Transportrichtung des zur Schneideeinrichtung
(2) herangeführten Schneideguts (1; 1', 1"; 1"') auf mehreren Positionen relativ zur
Schneideeinrichtung (2), vorzugsweise kontinuierlich, feststellbar ist.
10. Zuführeinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass an der Anschlagplatte (6) eine angelenkte Hebeleinrichtung (36, 36') vorgesehen ist,
über die der Abstand des Transport-Kettenrahmens (11; 21; 31) zum Zuführ-Kettenrahmen
(12; 22; 32) verändert werden kann.
11. Zuführeinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Drehachse (a) des Zuführ-Kettenrahmens (12; 22; 32) beweglich gelagert
ist, dass die Hebeleinrichtung mit der Drehachse (a) verbunden ist und diese bei einer
Bewegung der Anschlagplatte (6) verstellt, und dass die Hebeleinrichtung zwei gelenkig
miteinander verbundene Hebel (36, 36') umfasst.
12. Zuführeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuführ-Kettenrahmen (22; 32) über eine Zahnradvorrichtung angetrieben wird, welche
über Zahnriemen (28; 38) oder eine Antriebskette mit dem Transport-Kettenrahmen (21;
31) verbunden ist und mit einem Antriebsrad (27; 37) des Zuführ-Kettenrahmens (22;
32) kämmt, welches bei einer Verstellung der Drehachsen des Zuführ-Kettenrahmens (22;
32) auf der Zahnradvorrichtung abrollt, so dass immer ein Kraftschluss zwischen Antriebsrad
(27; 37) und Zahnradvorrichtung erhalten bleibt.
13. Scheibenschneidemaschine zum Abschneiden von Scheiben aus insbesondere strangförmigem
Schneidegut (1; 1', 1"; 1"'), vorzugsweise Lebensmittel, mit einer Zustelleinrichtung,
die auf einer Zuführungsfläche liegendes Schneidegut (1; 1', 1"; 1"') gegen eine Schneideeinrichtung
(2), vorzugsweise mit rotierendem Messer, bewegt, sowie mit einer Zuführeinrichtung
(10; 20; 30), die vom Schneidegut (1; 1', 1"; 1"') abgeschnittene Scheiben von der
Schneideeinrichtung (2) zu einer Ablegevorrichtung transportiert, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung (10; 20; 30) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche ausgestaltet
ist.
14. Scheibenschneidemaschine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung (10; 20; 30), insbesondere der Transport-Kettenrahmen (11;
21; 31) sowie der Zuführ-Kettenrahmen (12; 22; 32), an einem Maschinengehäuse der
Scheibenschneidemaschine abnehmbar befestigt sind.
15. Scheibenschneidemaschine nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung (10; 20; 30) derart am Maschinengehäuse der Scheibenschneidemaschine
befestigt ist, dass sie gegen eine Zuführung mit einem Transport-Kettenrahmen (11;
21; 31) ohne Zuführ-Kettenrahmen (12; 22; 32) ausgetauscht werden kann.