[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Spreizen von Bahnsträngen in einer oder
für eine Bahnbearbeitungsmaschine, insbesondere Druckmaschine. Die Maschine ist vorzugsweise
eine Rollenrotationsdruckmaschine, bevorzugt für den Offsetdruck, insbesondere Nassoffset.
Es kann sich um eine Akzidenzdruckmaschine oder, bevorzugter um eine Zeitungsdruckmaschine
für große Auflagen handeln.
[0002] Vorrichtungen zum Spreizen von Bahnsträngen sind beispielsweise aus der
DE 103 37 248 A1 und der
DE 100 23 169 A1 bekannt. Die bekannten Vorrichtungen sind auf die Verwendung in Druckmaschinen für
einen maximal vier-seiten-breiten Zeitungsdruck beschränkt.
[0003] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, das Spreizen auch von längs geschnittenen Bahnen
größerer Breite zu ermöglichen.
[0004] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Spreizen von Bahnsträngen, im folgenden Bahnspreizvorrichtung,
umfasst Schneideinrichtungen zum Längsschneiden einer Bahn wenigstens in einer linken,
einen rechten und einen mittleren Bahnstrang sowie ferner eine linke Umlenkeinrichtung
für den linken Bahnstrang, eine rechte Umlenkeinrichtung für den rechten Bahnstrang
und eine mittlere Umlenkeinrichtung für den mittleren Bahnstrang. Die Umlenkeinrichtungen
umfassen je wenigstens zwei Umlenkmittel, von denen jedes eine Umlenkachse für einen
der Bahnstränge bildet. Bei eingezogener Bahn werden nach dem Längsschneiden die Bahnstränge
über die wenigstens zwei zugeordneten Umlenkmittel geführt, umschlingen diese Umlenkmittel
nacheinander und werden auf diese Weise umgelenkt. Um die unmittelbar nach dem Längsschneiden
längs ihrer Seitenränder aneinander stoßenden Bahnstränge voneinander abzuspreizen,
d.h. parallel zueinander zu versetzen, weisen die Umlenkachsen von wenigstens zwei
der Umlenkeinrichtungen zu der Förderrichtung des jeweils zugeordneten Bahnstrangs
und auch relativ zu der Förderrichtung des verbleibenden weiteren Bahnstrangs in einer
Draufsicht auf den jeweiligen Bahnstrang unmittelbar vor dem Einlaufen in die zugeordnete
Umlenkeinrichtung gesehen, jeweils eine Neigung auf. Die um die geneigten Umlenkachsen
umgelenkten Bahnstränge sind nach dem zweifachen Umlenken parallel zu sich selbst,
bezogen auf die Position des jeweiligen Bahnstrangs vor dem Umlenken, und auch zu
dem wenigstens einen weiteren Bahnstrang versetzt. Die Neigung der Umlenkachsen ist
vorzugsweise so gewählt, dass die wenigstens zwei parallel versetzten Bahnstränge
von dem wenigstens einen weiteren Bahnstrang und, sollten sie nächstbenachbart sein,
auch voneinander einen Abstand aufweisen. Die Umlenkachsen für den einen und die Umlenkachsen
für den wenigstens einen weiteren parallel zu versetzenden Bahnstrang können in Bezug
auf die Förderrichtung der einlaufenden Bahnstränge zur gleichen Seite und nur mit
unterschiedlich großen Winkeln geneigt sein, so dass die Bahnstränge mit unterschiedlich
großem Versatz, aber zur gleichen Seite hin versetzt werden. Bevorzugter weisen die
Neigungswinkel bezogen auf die Förderrichtung jeder unterschiedliche Vorzeichen auf,
so dass einer der Bahnstränge nach links und der wenigstens eine andere Bahnstrang
nach rechts versetzt wird, wobei der Versatz der Bahnstränge unterschiedlich oder
vorzugsweise gleich ist.
[0005] Die erfindungsgemäße Bahnspreizvorrichtung ist insbesondere für den Einsatz in einer
sechs-seiten-breiten Druckmaschine geeignet, um drei jeweils zwei-seiten-breite Bahnstränge
voneinander abzuspreizen und mittig auf jeweils einen Längsfalztrichter zu fördern.
Auf diese Weise können die Trichter je in einer festen Position für den Druck auf
eine Bahn maximaler Breite angeordnet sein. Mittels der Bahnspreizvorrichtung können
ohne Änderung der Positionen der Trichter auch sechs-seiten-breite Bahnen bedruckt
werden, die schmaler als die maximale Breite sind, indem derartige Bahnen längs geschnitten
und die Bahnstränge auf die Trichter mittig gespreizt werden. Andererseits ist die
Erfindung nicht auf das Spreizen von gleichbreiten Bahnsträngen beschränkt. So können
beispielsweise auch Bahnen verarbeitet werden, die fünf-seiten-breit sind und in zwei
zwei-seiten-breite Bahnstränge und einen ein-seiten-breiten Bahnstrang längs geschnitten
werden. Grundsätzlich können auch noch schmalere Bahnen verarbeitet werden, beispielsweise
drei-seiten-breite Bahnen, die in drei jeweils ein-seiten-breite Bahnstränge, im folgenden
Teilstränge, längs geschnitten und durch das Spreizen in Bezug auf die Trichter positioniert
werden. Die genannten Beispiele verdeutlichen den Zugewinn an Flexibilität hinsichtlich
der Konfigurierung, beschränken die Erfindung jedoch nicht auf die genannten Bahn-
und Teilstrangbreiten. Mittels der erfindungsgemäßen Bahnspreizvorrichtung können
wenigstens drei Teilstränge in Bezug auf die Trichter positioniert werden, während
die Trichter nicht verstellt werden müssen und in bevorzugten einfachen Ausführungen
auch quer zur Förderrichtung der auf die Trichter laufenden Teilstränge nicht verstellbar,
sondern unbeweglich montiert sind. Andererseits kann die Bahnspreizvorrichtung jedoch
auch vorteilhaft mit quer zur Förderrichtung seitlich verstellbaren Trichtern kombiniert
werden, um die Flexibilität noch zu steigern.
[0006] In einer Weiterbildung ist wenigstens eine der Umlenkeinrichtungen, bevorzugter sind
zwei oder gegebenenfalls noch mehr der Umlenkeinrichtungen, in Querrichtung zu dem
jeweils zugeordneten Teilstrang bewegbar angeordnet, gesehen in einer Draufsicht auf
den in die jeweilige Umlenkeinrichtung einlaufenden Teilstrang unmittelbar vor dem
Umschlingen eines geneigten ersten Umlenkmittels der jeweiligen Umlenkeinrichtung.
Solch eine Art der Bewegbarkeit ermöglicht die Verarbeitung von Bahnen unterschiedlicher
Breite, indem die Umlenkeinrichtung oder die mehreren Umlenkeinrichtungen in Anpassung
an unterschiedliche Breiten verstellt wird oder werden. Die Längsschneideinrichtungen
sind vorteilhafterweise im gleichen Sinne verstellbar, vorzugsweise ist je eine der
Längsschneideinrichtungen mit je einer quer verstellbaren Umlenkeinrichtung mechanisch
gekoppelt. Die mechanische Kopplung ist derart, dass eine Querverstellung der jeweiligen
Umlenkeinrichtung eine Querverstellung der jeweils zugeordneten Längsschneideinrichtung
um das gleiche Maß bewirkt.
[0007] In bevorzugten Ausführungen ist wenigstens bei einer der Umlenkeinrichtungen wenigstens
eines ihrer Umlenkmittel quer zur Förderrichtung eines zugeordneten Teilstrangs längenverstellbar.
Vorzugsweise ist wenigstens ein Umlenkmittel der mittleren Umlenkeinrichtung längenverstellbar.
In einer ersten Variante ist nur eines der Umlenkmittel der betreffenden Umlenkeinrichtung
längenverstellbar. In einer zweiten Variante sind mehrere der Umlenkmittel oder alle
Umlenkmittel der betreffenden Umlenkeinrichtung längenverstellbar. Das oder die weitere(n)
Umlenkmittel der wenigstens einen längenverstellbaren Umlenkeinrichtung ist oder sind
in der ersten Variante vorzugsweise so lang, dass es oder sie den umschlingenden Teilstrang
über dessen gesamte Breite stützt oder stützen. Das oder die weitere(n) Umlenkmittel
der längenverstellbaren Umlenkeinrichtung kann oder können sich über die gesamte Breite
der Bahnspreizvorrichtung erstrecken. Das oder die längenverstellbare(n) Umlenkmittel
ist oder sind vorteilhafterweise mechanisch mit wenigstens einer der Schneideinrichtungen
oder der bzw. den quer verstellbare(n) anderen Umlenkeinrichtung(en) mechanisch gekoppelt,
so dass bei einer Querverstellung einer Längsschneideinrichtung oder Umlenkeinrichtung
synchron im gleichen Ausmaß auch die Länge(n) des oder der längenverstellbaren Umlenkmittel(s)
verstellt wird oder werden. Das Wort "oder" wird hier und auch sonst im Sinne von
"und/oder" verstanden, enthält also stets die Bedeutung von "entweder ...........
oder" und auch die weitere Bedeutung von "und", soweit sich aus dem jeweiligen Zusammenhang
nicht zwangsläufig etwas anderes nur ergeben kann.
[0008] Es müssen nicht sämtliche Teilstränge parallel zu sich selbst versetzt werden, obgleich
eine entsprechende Bahnspreizvorrichtung auch ein Gegenstand der Erfindung ist. Bei
beispielsweise drei Teilsträngen genügt es, wenn nur zwei dieser Teilstränge versetzt
und der dritte ohne Versatz durch die Bahnspreizvorrichtung geführt werden. So können
beispielsweise der mittlere Teilstrang ohne Versatz durch die Bahnspreizvorrichtung
gefordert und der linke Teilstrang nach links und der rechte Teilstrang nach rechts
von dem mittleren Teilstrang weg gespreizt werden. Der nicht versetzte Teilstrang
wird vorzugsweise mittels der zugeordneten Umlenkeinrichtung so geführt, dass er die
gleiche Weglänge wie die parallel zu sich selbst versetzten, d.h. abgespreizten Teilstränge
zurücklegt. Die betreffende Umlenkeinrichtung dient als Bahnlängenkompensator. Von
Vorteil ist, wenn der nicht gespreizte Teilstrang so umgelenkt wird, dass auf ihn
zumindest im Wesentlichen die gleichen Reibungskräfte wie auf die umgelenkten Teilstränge
wirken. Besonders vorteilhaft ist in derartigen Ausführungen, wenn die Umlenkeinrichtungen,
zu denen auch der Bahnlängenkompensator zählt, jeweils gleich viele Umlenkmittel und
entsprechend Umlenkachsen umfassen und die Teilstränge nicht nur in der Summe die
gleiche Gesamtumschlingung erfahren, sondern auch die Umschlingungswinkel untereinander
gleich sind, beispielsweise indem das bei jeder der Urnlenkeinriehtungen erste Umlenkmittel
mit gleichem Umschlingungswinkel und auch das wenigstens eine weitere zweite Umlenkmittel
jeweils mit dem gleichen Umschlingungswinkel umschlungen wird. Falls einer der Teilstränge
nicht versetzt wird, ist dessen zugeordnete Umlenkeinrichtung, der Bahnlängenkompensator,
vorzugsweise so ausgebildet, dass sie sowohl die Weglänge für den betreffenden Teilstrang
an die Weglängen der anderen Teilsträngen angleicht als auch deren Umschlingungswinkel
nachbildet. Vorteilhaft ist, wenn diese Umlenkeinrichtung die längenverstellbare Umlenkeinrichtung
ist.
[0009] Die Bahnspreizvorrichtung kann erst hinter einem Druckwerk oder mehreren die Teilstränge
nacheinander bedruckenden Druckwerken angeordnet sein, d.h. zwischen dem Druckwerk
oder den mehreren Druckwerken einerseits und einer Wendeeinrichtung und nachfolgenden
Trichtern andererseits. Die Schneideinrichtungen können vor dem oder den Druckwerk(en)
angeordnet sein oder bevorzugt dahinter und bevorzugt unmittelbar vor den Umlenkeizarichtungen
der Spreizvorrichtung. In einer ebenfalls bevorzugten Alternative ist die Bahnspreizvorrichtung
vor einem ersten Druckwerk angeordnet, in dem einer, mehrere oder alle der durch die
Bahnspreizvorrichtung geführten Teilstränge bedruckt wird oder werden. Der Längsschnitt
breiter Bahnen in mehrere Teilstränge vor dem Druck eröffnet neue Möglichkeiten den
sogenannten Fan-Out-Effekt im Druckwerk zu beherrschen, da die mit einer Feuchteaufnahme
und der Längsspannung einhergehenden Änderungen der Breite bei schmaleren Teilsträngen
auf einfachere Weise als bei einer breiteren Gesamtbahn kompensiert werden können.
Ist die Bahnbearbeitungsmaschine eine Rollendruckmaschine, ist die Bahnspreizvorrichtung
in derartigen Ausführungen zwischen einem Rollenwechsler, von dem die Bahn abwickelt,
und dem im Bahnweg ersten Druckwerk angeordnet.
[0010] Falls einer der Teilstränge wie bereits erwähnt nicht versetzt wird, aber dennoch
wie bevorzugt eine Längenkompensation für den betreffenden Teilstrang vorgenommen
wird, kann die den Bahnlängenkompensator bildende Umlenkeinrichtung vor oder bevorzugter
im Bahnweg hinter den Umlenkeinrichtungen für die anderen Teilstränge angeordnet sein.
In einer ebenfalls bevorzugten Alternative ist die Umlenkeinrichtung für den nicht
zu versetzenden Teilstrang in Förderrichtung zumindest im Wesentlichen auf gleicher
Höhe neben oder vorzugsweise zwischen anderen Umlenkeinrichtungen der Bahnspreizvorrichtun1g
angeordnet. Dies gestattet eine besonders kompakte Bauweise, so dass eine derartige
Bahnspreizvorrichtung nur wenig Platz in der Maschine beansprucht und das Spreizen
der Teilsträngen sowie die bevorzugte Längenkompensation innerhalb einer kurzen Bahnlänge
durchgeführt werden kann.
[0011] Für das Spreizen und die optionale Längenkompensation sind die hierfür jeweils vorgesehenen
Umlenkeinrichtungen in Bezug auf die Ebene des jeweils zugeordneten Teilstrangs heb-
und senkbar gelagert. Hub- und Senkmechanismen für die wenigstens drei Umlenkeinrichtungen
können je eine Linearführung und einen Antrieb für die Heb- und Senkbewegungen der
Umlenkeinrichtungen umfassen, vorzugsweise je eine eigene Linearführung und je einen
eigenen Antrieb pro Umlenkeinrichtung. Die Antriebe können insbesondere je eine in
Heb- und Senkrichtung erstreckte Spindel, einen Drehantrieb für die Spindeln und ein
Spindelgegenglied pro Spindel umfassen, wobei die Spindeln mit dem jeweils zugeordneten
Spindelgegenglied in einem Gewindeeingriff sind und das jeweilige Gegenglied linear
geführt ist, so dass Drehbewegungen der Spindel eine entsprechende lineare Hebe- oder
Senkbewegung des jeweiligen Spindelgegenglieds bewirken. Derartige Hub- und Senkmechanismen
sind insbesondere für die linke und die rechte Umlenkeinrichtung von Vorteil. Für
die mittlere Umlenkeinrichtung ist ein Hub- und Senkmechanismus vorteilhaft, der ein
Gestänge mit wenigstens zwei Achsen und je Achse wenigstens zwei schwenkbaren Gestängearmen
umfasst, wobei pro Achse je einer der Gestängearme gelenkig mit dem Gestell der Bahnbearbeitungsmaschine
und der andere Gestängearm gelenkig mit einem Träger verbunden ist. An dem Träger
ist eines der Umlenkmittel oder sind vorzugsweise zwei, gegebenenfalls auch noch mehr
Umlenkmittel angeordnet, um das oder die der zugeordnete Teilstrang umgelenkt wird.
Der Hub- und Senkmechanismus umfasst desweiteren ein Koppelglied, das die wenigstens
zwei Achsen mechanisch miteinander koppelt. Das Koppelglied kann insbesondere eine
Spindel sein, die mit jeder der beiden Achsen in einem Gewindeeingriff ist. Schließlich
umfasst der Hub- und Senkmechanismus einen Antrieb, vorzugsweise ein Elektromotor,
der vorteilhafterweise das Koppelglied antreibt und sich in derartigen Ausführungen
an beispielsweise einer der Achsen abstützen kann. Die Gestängearme spreizen sich
bei der Heb- und Senkbewegung scherenartig auseinander oder aufeinander zu und verringern
so den Abstand zwischen dem Träger und der gelenkigen Verbindung mit dem Gestell.
[0012] Vorteilhafte Merkmale werden auch in den Unteransprüchen und deren Kombinationen
offenbart.
[0013] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
Im Zusammenhang mit den Ausführungsbeispielen offenbarte Merkmale bilden je einzeln
und in jeder Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche und auch die vorstehend
beschriebenen Ausgestaltungen vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Bahnspreizvorrichtung eines ersten Ausführungsbeispiels in einer Seiten- ansicht,
- Figur 2
- die Bahnspreizvorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels in einer Draufsicht auf
die Ebene einer einlaufenden Bahn,
- Figur 3
- eine Umlenkeinrichtung des ersten Ausführungsbeispiels für eine Längen- kompensation
bei einem nicht gespreizten Teilstrang,
- Figur 4
- drei durch die Bahnspreizvorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels geför- derte
Teilstränge,
- Figur 5
- drei mittels einer Bahnspreizvorrichtung eines zweiten Ausführungsbeispiels gespreizte
Teilstränge,
- Figur 6
- mittels der Bahnspreizvorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels durchführ- bare
Spreizoperationen,
- Figur 7
- einen Längendehnungskompensator und eine unmittelbar vorgeordnete Füh- rungseinrichtung,
- Figur 8
- die Führungseinrichtung in einem Längsschnitt,
- Figur 9
- die Führungseinrichtung in einer Draufsicht,
- Figur 10
- eine Bahnspreizvorrichtung eines dritten Ausführungsbeispiels in einem Zu- stand für
eine Maximal-Spreizung von Teilsträngen und
- Figur 11
- die Bahnspreizvorrichtung des dritten Ausführungsbeispiels in einem Zustand für Null-Spreizung.
[0014] Figur 1 zeigt Komponenten einer Rollenrotationsdruckmaschine, die eine Bahnspreizvorrichtung
nach der Erfindung umfasst. Dargestellt ist der Weg einer zu bedruckenden Bahn P,
der von einem Rollenwechsler 1 über die Bahnspreizvorrichtung zu einem Druckturm 20
führt. Zu der Bahnspreizvorrichtung gehören eine linke und eine rechte Längsschneideinrichtung
4, die dazu dienen, die Bahn P längs in drei Bahnsiränge bzw. Teilstränge T zu schneiden,
und Umlenkeinrichtungen 5 und 6, mittels denen die Teilstränge T parallel voneinander
abgespreizt werden können. Die abgespreizten Bahnstränge T werden in Förderrichtung
F zu dem Druckturm 20 gefördert und dort je beidseitig mehrfarbig bedruckt. Im Druckturm
20 sind mehrere Druckwerke vertikal übereinander angeordnet. Die Druckwerke umfassen
je zwei einen Druckspalt für beidseitigen Druck bildende Druckzylinder 24, den Druckzylindern
24 zugeordnete Druckformzylinder sowie zugeordnete Farb- und Feuchtwerke für den Nassoffsetdruck.
Hinter dem Druckturm 20 werden die Teilstränge T entweder getrennt je allein oder
je mit wenigstens einem weiteren Bahnstrang auf Falztrichter 21, 22 und 23 oder auf
einen gemeinsamen Falztrichter geführt und mittels der Falztrichter getrennt oder
mittels eines gemeinsamen Falztrichters gemeinsam längs gefalzt. Hinter dem Falztrichter
oder den mehreren Falztrichtern 21, 22 und 23 kann in Förderrichtung F ein Falzapparat
oder können mehrere Falzapparate zum Querschneiden und Querfalzen angeordnet sein.
[0015] Die von dem Rollenwechsler 1 in die Bahnspreizvorrichtung einlaufende Bahn P wird
über eine Einlauf-Leiteinrichtung 3 zu den Längsschneideinrichtungen 4 gefördert.
Die Längsschneideinrichtungen 4 weisen pro Längsschnitt zwei aufeinander zu- und voneinander
abstellbare Schneidmesser auf, zwischen denen die Bahn P hindurchgefördert wird. Die
durch den Längsschnitt erhaltenen Teilstränge T laufen dicht nebeneinander bis zu
einer linken Umlenkeinrichtung für den linken Teilstrang und einer rechten Umlenkeinrichtung
für den rechten Teilstrang. Die linke und die rechte Umlenkeinrichtung umfassen je
ein erstes Umlenkmittel 5, ein unmittel folgendes zweites Umlenkmittel 6 und ein dem
zweiten Umlenkmittel 6 unmittelbar in Bahnweg folgendes drittes Umlenkmittel 7. Der
linke und der rechte Teilstrang umschlingen die Umlenkmittel 5, 6 und 7 der jeweils
zugeordneten Umlenkeinrichtung. Der mittlere Teilstrang wird zwischen den Umlenkeinrichtungen
5, 6, 7 gerade und von diesen unbeeinflusst weitergefördert bis zu einem Bahnlängenkompensator
25a-c. Die Umlenkmittel 5 und 6 weisen in einer Draufsicht auf die auf die Umlenkmittel
5 auflaufenden äußeren Teilstränge T mit einer Neigung zu der Förderrichtung F dieser
Teilstränge T. Die Umlenkmittel 6 sind zu den Umlenkmitteln 5 parallel, so dass die
beiden äußeren Teilstränge T parallel zu sich selbst und von dem mittleren Teilstrang
T weg jeweils nach außen versetzt und in diesem Sinne abgespreizt werden. Die Umlenkmittel
7 hingegen weisen exakt senkrecht zu der Förderrichtung F des jeweils auflaufenden
Teilstrangs T. Der mittlere Teilstrang T wird ohne Versatz durch die Bahnspreizvorrichtung
gefördert. Er wird von den Schneideinrichtungen 4 unmittelbar zum Bahnlängenkompensator
25a-c geführt, der ein erstes Umlenkmittel 25a, ein zweites Umlenkmittel 25b und ein
drittes Umlenkmittel 25c umfasst, um die der mittlere Teilstrang T jeweils umgelenkt
wird. Alle drei Teilstränge T werden hinter der jeweils dritten Umlenkeinrichtung
7 oder 25c über eine Auslauf-Leiteinrichtung 8 geführt. Die drei Teilstränge T umschlingen
gemeinsam die Auslauf-Leiteinrichtung 8 und werden von dort über ein Vorspannwerk
19 in und durch den Druckturm 20 und schließlich über den Trichter oder die mehreren
Trichter 21, 22 und 23 gefördert.
[0016] Figur 1 zeigt die beiden zweiten Umlenkeinrichtungen 6 und die beiden dritten Umlenkenrichtungen
7, die eine für den linken und die andere für den rechten Teilstrang T, in ihren beiden
möglichen Endpositionen, einmal außer Eingriff mit dem jeweils zugeordneten Teilstrang
T und einmal in einer Endposition für maximalen Parallelversatz. Die Bewegbarkeit
der Umlenkeinrichtungen 6 und 7 ist mit einem Doppelpfeil angedeutet. In der Darstellung
der Figur 1 ist die obere Position der Umlenkeinrichtungen 6 und 7 die Position für
Null-Spreizung, in der die Umlenkeinrichtungen 6 und 7 den jeweils zugeordneten Teilstrang
T nicht berühren. Die in Figur 1 untere Position ist die Position für Maximal-Spreizung.
Der Längenkompensator 25a-c ist im Zustand der maximalen Bahnwegverlängerung oder
Bahnlängenvergrößerung dargestellt, den er dann einnimmt, wenn die Umlenkeinrichtung
5, 6, 7 sich im Zustand für Maximal-Spreizung befinden. Das mittlere Umlenkmittel
25b ist relativ zu den beiden anderen Umlenkmitteln 25a und 25c in Richtung auf eine
Vergrößerung und in Richtung auf eine Verkleinerung der Bahnlänge des mittleren Teilstrangs
T hin und her bewegbar. Die Richtung der Bewegbarkeit ist mit einem Richtungspfeil
angedeutet. Die Umlenkmittel 6 und 7 und auch das Umlenkmittel 25b sind vorzugsweise
längs des jeweiligen Verstellwegs stufenlos hin und her verstellbar, so dass das Ausmaß
des Versatzes und abgestimmt auf den Versatz die Bahnlängenänderung des mittleren
Teilstrangs T stufenlos eingestellt werden können.
[0017] Figur 2 zeigt die Bahnspreizvorrichtung in einer Draufsicht auf die Ebene der einlaufenden
Bahn P, die auch noch die Ebene der Teilstränge T bis zu den ersten Umlenkeinrichtungen
5 ist. In der Draufsicht sind die Teilstränge mit T
1 für den linken Teilstrang, T
2 für den mittleren und T
3 für den rechten Teilstrang bezeichnet. Die äußeren Umlenkeinrichtungen werden durch
Verwendung der Buchstaben "1" für links und "r" für rechts unterschieden. Die linken
und rechten Umlenkmittel 5l, 6l und 7l sowie 5r, 6r und 7r sind symmetrisch zu einer
gedachten, in Förderrichtung F erstreckten Mittellinie angeordnet. Die ersten und
zweiten Umlenkmittel 5l, 6l und 7l sowie 5r, 6r und 7r weisen in der Draufsicht pfeilförmig
gegen die Förderrichtung F, stoßen in der Mitte jedoch nicht aneinander. Vielmehr
bleibt zwischen den Umlenkmitteln 5l und 5r sowie 5r und 6r soviel Platz, dass der
mittlere Teilstrang T
2 zwischen den linken und rechten Umlenkmitteln 5l, 6l und 7l sowie 5r, 6r und 7r auf
geradem Wege, ohne Richtungsänderung zu dem in Förderrichtung F abwärts angeordneten
Bahnlängenkompensator 25a-c gefördert werden kann.
[0018] Die linken und rechten Umlenkmittel 5l bis 7r und der Bahnlängenkompensator 25a-c
sind nicht nur wie bereits erwähnt für das Spreizen und die Balnlängenkompensation
in Bezug auf die Ebene des jeweiligen Teilstrangs T
1, T
2 oder T
3 heb- und senkbar, in Figur 1 in vertikaler Richtung, sondern zwecks Anpassung an
unterschiedlich breite Bahnen P oder zum Längsschneiden in unterschiedlich breite
Teilstränge T
1, T
2 und T
3 quer zur Förderrichtung F und zu der Richtung der Heb- und Senkbeweglichkeit bewegbar.
Im Ausführungsbeispiel ist die zweite Art der Beweglichkeit eine Horizontalbeweglichkeit.
[0019] Mit G ist ein ortsfestes Gestell, beispielsweise das Maschinengestell oder ein eigenes
ortsfestes Gestell der Bahnspreizvorrichtung bezeichnet. Die Bahnspreizvorrichtung
umfasst eine linke Lagereinrichtung 3 für die linken Umlenkmittel 5l, 6l und 7l und
eine rechte Lagereinrichtung 3 für die rechten Umlenkmittel 5r, 6r und 7r. Die beiden
Lagereinrichtungen 3 werden von dem Gestell G aufeinander zu und voneinander weg bewegbar
gelagert. Die Lagereinrichtungen 3 sind vom Gestell lineargeführte Schlitten. Die
ersten Umlenkmittel 5l und 5r sind bezüglich der jeweiligen Lagereinrichtung 3 ortsfest
angeordnet. Die Umlenkmittel 5l und 5r sind fest mit der jeweiligen Lagereinrichtung
3 verbundene Umlenkstangen, die vorteilhafterweise über eine innere Druckluftzuführung
an ihrem äußeren Umfang mit Luft umspült werden könnten, um die Reibung für den jeweiligen
Teilstrang T
1 oder T
3 beim Spreizen zu verringern.
[0020] Die Bahnspreizvorrichtung umfasst ferner einen linken Träger 101 für die linken Umlenkmittel
6l und 7l und einen rechten Träger 10r für die rechten Umlenkeinrichtungen 6r und
7r. Der linke Träger 10l ist an der linken Lagereinrichtung 3 und der rechte Träger
10r ist an der rechten Lagereinrichtung 3 heb- und senkbar abgestützt. Die Lagereinrichtungen
3 bilden hierfür jeweils eine Linearführung für den zugeordneten Träger 101 oder 10r.
Die Umlenkmittel 6l und 7l sind an dem Träger 101 und die Umlenkmittel 6r und 7r sind
an dem Träger 10r ortsfest angeordnet. Die Umlenkeinrichtungen 6l und 7l sind jeweils
fest montiert. Sie sind Umlenkstangen, vorzugsweise wie die Umlenkmittel 5l und 5r.
Die Umlenkmittel 7l und 7r können alternativ am jeweiligen Träger 101 oder 10r drehbar
um jeweils eine senkrecht zur Förderrichtung F weisende Umlenkachse gelagert sein.
Durch Senken der Träger 101 und 10r werden die Umlenkmittel 6l, 7l und 6r und 7r in
den jeweiligen Teilstrang T
1 oder T
3 gesenkt, so dass sich der jeweilige Umschlingungswinkel vergrößert. Als Hebebewegung
wird die Bewegung in Richtung einer Verkleinerung des jeweiligen Umschlingungswinkels
verstanden. Durch eine Senkbewegung wird dementsprechend das Spreizmaß, d.h. der Parallelversatz,
vergrößert und durch eine Hebebewegung verringert.
[0021] Bei dem Bahnlängenkompensator 25a-c sind das erste Umlenkmittel 25a und das dritte
Umlenkmittel 25c bezüglich des Gestells G ortsfest und beide der Ober- oder Unterseite
des mittleren Teilstrangs T
2 zugewandt angeordnet. Die Umlenkmittel 25a und 25c sind drehgelagerte Rotationskörper
mit zur Förderrichtung F des mittleren Teilstrangs T
2 senkrechten Umlenkachsen. Das mittlere Umlenkmittel 25b ist auf der von den Umlenkmitteln
25a und 25c aus gesehen anderen Seite des Teilstrang T
2 heb- und senkbar angeordnet. Das Umlenkmittel 25b ist nicht drehbar, aber vorzugsweise
wie die Umlenkmittel 5 mit Druckluft umspülbar. Durch eine Senkbewegung in den Teilstrang
T
2 wird der Umschlingungswinkel vergrößert und durch eine Hebebewegung in die Gegenrichtung
wieder verkleinert. Das Heben und Senken des Umlenkmittels 25b wird so vorgenommen,
dass alle Teilstränge T
1, T
2 und T
3 zwischen der Einlauf-Leiteinrichtung 2 und der Auslauf-Leiteinrichtung 8 (Figur 1)
stets die gleiche Weglänge durchlaufen, d.h. gleiche Bahnlänge aufweisen, obgleich
der mittlere Teilstrang T
2 keinen Parallelversatz erfährt. Desweiteren ist der Bahnlängenkompensator 25a-c so
eingerichtet, dass die Summe der Umschlingungswinkel des mittleren Teilstrangs T
2 bei 25a, 25b und 25c zumindest im Wesentlichen, vorzugsweise genau gleich der Summe
der Umschlingungswinkel der beiden anderen Teilstränge T
1 und T
2 bei 5l, 6l, 7l und 5r, 6r, 7r ist.
[0022] Das mittlere Umlenkmittel 25b ist parallel zu seiner Umlenkachse längenverstellbar.
Es ist hierfür als Teleskop mit einem mittleren sowie einem linken und einem rechten
Teleskopteil gebildet. Das linke und das rechte Teleskopteil sind relativ zu dem mittleren
Teleskopteil axial hin und her bewegbar, vorzugsweise unabhängig voneinander, wodurch
die axiale Länge des Umlenkmittels 25b verstellbar ist. Die Längenverstellung ist
abgestimmt auf die Verstellung der linken und der rechten Umlenkeinrichtung 5, 6 und
Schneideinrichtung 4. Für die Abstimmung ist das linke Teleskopteil mit der linken
Lagereinrichtung 3 und das rechte Teleskopteil mit der rechten Lagereinrichtung 3
mechanisch gekoppelt. Das mittlere Teleskopteil ist hingegen relativ zum Gestell G
axial nicht beweglich, sondern nur gemeinsam mit dem linken und dem rechten Teleskopteil
heb- und senkbar angeordnet. Im Hinblick auf die Heb- und Senkbeweglichkeit ist das
Umlenkmittel 25b mechanisch nicht mit den Umlenkmitteln 6l, 7l und 6r, 7r gekoppelt.
Die Abstimmung wird zum Zwecke der Bahnlängenkompensation steuerungstechnisch vorgenommen,
d.h. elektrisch oder elektronisch.
[0023] Die linke Schneideinrichtung 4 ist an der linken Lagereinrichtung 3 und die rechte
Schneideinrichtung 4 ist an der rechten Lagereinrichtung 3 abgestützt, so dass die
Schneideinrichtungen 4 die Querbewegungen der jeweils zugeordneten Lagereinrichtung
3 und dementsprechend der jeweils zugeordneten Umlenkmittel 6l, 7l und 6r, 7r mitmachen,
also wie die beiden querbewegbaren Teleskopteile des Umlenkmittel 25b synchron mit
den linken und rechten Umlenkmitteln 6l bis 7r in Querrichtung bewegt werden.
[0024] Die Querbewegung der Lagereinrichtungen 3 und die Längenverstellung des Umlenkmittels
25b werden mit einem linken Versteller 12 und einem rechten Versteller 12, die jeweils
als elektrischer Drehmotor ausgeführt sind, bewirkt. Die Versteller 12 treiben je
eine in Querrichtung erstreckte Spindel an. Die Spindeln sind je mit zwei verdrehgesichert
lineargeführten Gegengliedern in einem Gewindeeingriff. Eines der Gegenglieder ist
jeweils mit der zugeordneten Lagereinrichtung 3 unbeweglich verbunden, so dass diese
bei einem Drehantrieb der jeweils zugeordneten Spindel in Querrichtung verfahren werden.
In Figur 2 ist angedeutet, dass das linke und das rechte Teleskopteil des Umlenkmittels
25b über ein eigenes verdrehgesichert linear geführtes Gegenglied mit der jeweils
zugeordneten Gewindespindel in einem Gewindeeingriff ist und die Gegenglieder der
gleichen Seite fest miteinander verbunden sind. Alternativ könnten das linke Teleskopteil
mit der linken Lagereinrichtung 3 und das rechte Teleskopteil mit der rechten Lagereinrichtung
3 axial steif verbunden sein, so dass die Teleskopteile die Bewegungen der jeweils
zugeordneten Lagereinrichtung 3 direkt mitmachen.
[0025] In Figur 2 ist mit PB die maximale Breite einer in der Druckmaschine verarbeitbaren
Bahn P bezeichnet. Wird für die Erzeugung eines Druckprodukts eine Bahn P mit einer
gegenüber der maximalen Breite PB reduzierten Breite PB
red verwendet, die um das Maß von beispielsweise 6x schmaler als die Bahn maximaler Breite
PB ist, wird die Bahn P reduzierter Breite PB
red vorzugsweise wie dargestellt mittig vom Rollenwechsler 1 abgewickelt und mittels
den beiden Schneideinrichtungen 4 längs in die drei gleichbreiten Teilstränge T
1, T
2 und T
3 geschnitten. Die Trichter 21, 22 und 23 sind in Querrichtung zur Förderrichtung F
so angeordnet, dass im Falle der Verarbeitung einer Bahn P der maximalen Breite PB
diese Bahn in drei gleichbreite Teilstränge geschnitten und diese Teilstränge ohne
Versatz mittig auf den jeweils zugeordneten Trichter 21, 22 oder 23 gefördert und
längsgefalzt werden. Um die drei Teilstränge T
1, T
2, T
3 ebenfalls mittig auf den jeweils zugeordneten Trichter 21, 22, 23 zu fördern, werden
der linke Teilstrang T
1 und der rechte Teilstrang T
3 nach außen jeweils um das Spreizmaß 2x versetzt. Nach dem Spreizen verlaufen die
äußeren Seitenränder der Teilstränge T
1 und T
3 um das Maß x innerhalb der gedachten äußeren Seitenränder einer Bahn der maximalen
Breite PB. Der mittlere Teilstrang T
2 wird ohne Versatz durch die Bahnspreizvorrichtung geführt. Er umschlingt dabei nacheinander
die Umlenkmittel 25a, 25b und 25c des Bahnlängenkompensators 25a-c, wobei das Umlenkmittel
25b soweit in den Teilstrang T
2 gesenkt ist, dass der mittlere Teilstrang T
2 zwischen der Einlauf-Leiteinrichtung 2 und der Auslauf-Leiteinrichtung 8 die gleiche
Länge wie die beiden äußeren Teilstränge T
1 und T
3 aufweist.
[0026] Figur 3 zeigt den Bahnlängenkompensator 25a-c. Die äußeren Teilstränge T
1 und T
3 werden vom Bahnlängenkompensator 25a-c nicht beeinflusst. Dargestellt ist ein Beispielfall,
in dem die verarbeitete Bahn P eine Breite von 3X aufweist und in die drei Teilstränge
T
1, T
2 und T
3 mit je der Breite X längsgeschnitten wird. Die beiden äußeren Teilstränge T
1 und T
3 werden um ein bestimmtes Spreizmaß, beispielsweise jeweils 2x, nach außen versetzt.
Das längenverstellbare Umlenkmittel 25b weist eine variable axiale Länge Y auf, die
entsprechend der Breite X des mittleren Teilstrangs T
2 stufenlos verstellbar ist. Die Länge Y kann exakt der Strangbreite X entsprechen
oder aber ein gewisses Übermaß aufweisen, dass jedoch zu jeder axialen Seite hin kleiner
als das Spreizmaß ist, damit das Umlenkmittel 25b in den mittleren Teilstrang T
2 gesenkt werden kann ohne die beiden äußeren Teilstränge T
1 und T
3 zu berühren.
[0027] Figur 4 zeigt die Spreizoperation in einer schematischen Darstellung in einer Draufsicht
auf die Bahn P und die Teilstränge T
1, T
2 und T
3 senkrecht zur Förderrichtung F am Ein- und Auslauf der Bahnspreizvorrichtung. Eingezeichnet
sind die beiden Endpositionen, zwischen denen die linke und die rechte Lagereinrichtung
3 und dementsprechend die beiden Schneideinrichtungen 4 und die Umlenkmittel 6l, 7l
und 6r, 7r in Querrichtung hin und her verstellt werden können. Der maximale Verstellweg
ist mit x bezeichnet. Entsprechend können Bahnbreiten zwischen PB und PB
red = PB-6x mittels der Bahnspreizvorrichtung verarbeitet werden. Dargestellt ist der
auch in Figur 2 angenommene Beispielfall der Verarbeitung einer Bahn P der minimalen
Bahnbreite PB-6x. Die Lagereinrichtungen 3 nehmen dementsprechend jeweils ihre innere
Endposition ein, in der sie voneinander den geringsten in Querrichtung gemessenen
Abstand haben. Aus dieser inneren Endposition können sie für die Verarbeitung breiterer
Bahnen P bis hin zur maximalen Bahnbreite PB jeweils nach außen verstellt werden,
vorzugsweise stufenlos.
[0028] Figur 5 zeigt in einer schematischen Darstellung einer Bahn P und daraus gebildeter
Teilstränge T
12, T
1, T
2 und T
3 ein Spreizbeispiel für eine Bahnspreizvorrichtung eins zweiten Ausführungsbeispiels.
Die Bahn P wird in einer ersten Schnittoperation mittels einer nicht beweglich montierten
Schneideinrichtung 4 nur in zwei Teilstränge längs geschnitten, nämlich die Teilstränge
T
12 und T
3. Der Teilstrang T
12 ist doppelt so breit wie der Teilstrang T
3. Der Teilstrang T
12 wird mit nicht dargestellten, in der Draufsicht der Figur 5 linken Umlenkmitteln
nach links und der Teilstrang T
3 wird mit nicht dargestellten, in der Draufsicht rechten Umlenkmitteln nach rechts
versetzt. Die rechten Umlenkmittel der modifizierten Bahnspreizvorrichtung können
den rechten Umlenkmitteln 5r, 6r und 7r des ersten Ausführungsbeispiels entsprechen.
Die linken Umlenkmittel werden durch gerade Verlängerung der linken Umlenkmittel 5l,
6l und 7l der Bahnspreizvorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels erhalten. Die
modifizierten Umlenkmittel unterscheiden sich von den Umlenkmitteln des ersten Ausführungsbeispiels
lediglich durch ihre axiale Länge, die der doppelten Länge der Umlenkmittel 5l, 6l
und 7l entspricht. Der Teilstrang T
12 wird um solch ein Spreizmaß versetzt, dass er auf die beiden Trichter 21 und 22 zentriert
weiterläuft. Die parallel zur Förderrichtung F gedachte Mittellinie des Teilstrangs
T
12 verläuft mittig zwischen den Trichtern 21 und 22. Der Teilstrang T
12 wird mittels einer in Förderrichtung F abwärtigen weiteren fest montierten Schneideinrichtung
4 in die beiden Teilstränge T
1 und T
2 längs geschnitten. Die Teilstränge T
1 und T
2 werden je mit einer Umlenkeinrichtung voneinander abgespreizt, d.h. je parallel voneinander
weg versetzt, so dass der Teilstrang T
1 mittig auf den Trichter 21 und der Teilstrang T
2 mittig auf den Trichter 22 weitergefördert wird. Die Umlenkeinrichtungen für die
Teilstränge T
1 und T
2 können wie von herkömmlichen Bahnspreizvorrichtungen bekannt gestaltet sein. Ein
bevorzugtes Beispiel für eine derartige Spreizvorrichtung wird in der
DE 103 37 248 A1 beschrieben. Die bahnabwärtige Schneideinrichtung 4 und die beiden bahnabwärtigen
Umlenkeinrichtungen für die Teilstränge T
1 und T
2 können in der Maschine separat von der bahnaufwärtigen Schneideinrichtung 4 und den
beiden bahnaufwärtigen Umlenkeinrichtungen für die Teilstränge T
12 und T
3 angeordnet oder zu einer kompakten Bahnspreizvorrichtung in einem gemeinsamen Gestell
vereinigt sein. Die bahnabwärtige Schneideinrichtung 4 und die zugeordneten Umlenkeinrichtungen
für die Teilstränge T
1 und T
2 können sogar nach dem Druckwerk oder den mehreren Druckwerken für die Teilstränge
T
1 und T
2 angeordnet sein.
[0029] Figur 6 zeigt Beispiele für unterschiedliche Spreizoperationen, die mit der Bahnspreizvorrichtung
des ersten Ausführungsbeispiels ausführbar sind. Das Beispiel I entspricht der anhand
der Figuren 1 bis 4 erläuterten Spreizoperation.
[0030] Bei Ausführung der im Beispiel II dargestellten Spreizoperation wird die Bahn P nur
mittels der linken Schneideinrichtung 4 geschnitten, so dass der linke Teilstrang
T
1 und ein breiter rechter Teilstrang entstehen, der in Figur 6 mit T
2 + T
3 bezeichnet ist. Der Teilstrang T
1 wird mittels der Umlenkeinrichtung 5l, 6l, 7l abgespreizt, und der rechte Teilstrang
T
2 + T
3 wird ohne Eingriff mit der rechten Umlenkeinrichtung 5r, 6r, 7r und dementsprechend
ohne Versatz durch die Bahnspreizvorrichtung gefördert. Vorzugsweise wird der Teilstrang
T
2 + T
3 jedoch mittels des Bahnlängenkompensators 25a-c innerhalb der Bahnspreizvorrichtung
auf die gleiche Länge wie der Teilstrang T
1 gebracht. Das Umlenkmittel 25b ist in bevorzugten Ausführungen daher bis zum rechten
Seitenrand des nicht gespreizten Teilstrangs T
2 + T
3 verlängerbar, d.h. das rechte Teleskopteil weist eine ausfahrbare Länge auf, die
zumindest im Wesentlichen der Länge des Mittelteils des Umlenkmittels 25b entspricht.
Spiegelbildlich die gleiche Spreizoperation zeigt das Beispiel III, wobei mittels
nur der rechten Schneideinrichtung 4 ein rechter Teilstrang T
3 und ein doppelt breiter linker Teilstrang T
1 + T
2 erzeugt wird. Die Erläuterungen zum Beispiel II gelten sinngemäß auch für das Beispiel
III zur anderen Seite der Bahnspreizvorrichtung hin. Die Beispiele II und III demonstrieren
die Flexibilität der Bahnspreizvorrichtung. Für die Ausführung dieser Spreizoperationen
wird im Beispiel II nur die linke Umlenkeinrichtung 5l, 6l, 7l und im Ausführungsbeispiel
III nur die rechte Umlenkeinrichtung 5r, 6r, 7r zum Einsatz gebracht, während die
jeweils andere mit dem Teilstrang T
2 + T
3 im Beispiel II und dem Teilstrang T
1 + T
2 im Beispiel III keine Berührung hat, zumindest keine Berührung hat, die eine Umlenkung
bewirkt.
[0031] Die Beispiele IV und V zeigen Spreizoperationen für Bahnen P mit 4/6-Breite, die
asymmetrisch zur axialen Mitte des Rollenwechslers 1 abgewickelt werden. Die Abwicklung
ist so, dass nach dem Schnitt der im Beispiel IV rechte Teilstrang T
2 und der im Beispiel 5 linke Teilstrang T
2 ohne Versatz mittig durch die Bahnspreizvorrichtung gefördert und entweder der linke
Teilstrang T
1 im Beispiel IV oder der rechte Teilstrang T
3 im Beispiel V nach links oder nach rechts außen versetzt wird. Entsprechend kommt
im Beispiel IV die rechte Umlenkeinrichtung 5r, 6r, 7r und im Beispiel V die linke
Umlenkeinrichtung 5l, 6l, 7l nicht zum Einsatz.
[0032] Im Beispiel VI wird eine Bahn P entsprechend dem Beispiel IV verarbeitet, während
im Beispiel VII eine Bahn entsprechend dem Beispiel V verarbeitet wird. Allerdings
werden im Unterschied zu den Beispielen IV und V jeweils beide Teilstränge versetzt.
Im Beispiel VI wird der rechte Teilstrang T
3 wie zum ersten Ausführungsbeispiel beschrieben nach rechts außen gespreizt. Um den
in Bezug auf die Druckmaschine mittig in die Bahnspreizvorrichtung einlaufenden linken
Teilstrang T
1 mittig auf den Trichter 22 zu spreizen, wird die linke Lagereinrichtung 3 mit insbesondere
der linken Umlenkeinrichtung 5l, 6l, 7l entsprechend weit nach rechts verstellt. Die
Bahn P wird mit einer der Schneideinrichtungen 4 längs geschnitten, während die andere
Schneideinrichtung 4 außer Eingriff ist, und mittels der linken Umlenkeinrichtung
5l, 6l, 7l wie dargestellt gespreizt. Das Beispiel VII entspricht spiegelbildlich
dem Beispiel VI, wobei die rechte Lagereinrichtung 3 mit insbesondere der rechten
Umlenkeinrichtung 5r, 6r, 7r entsprechend weit nach links verstellt wurde. Eine derart
extreme Verstellbarkeit der linken oder der rechten Lagereinrichtung 3 ist ein optionales
Merkmal der Bahnspreizvorrichtung.
[0033] Die Figuren 7 bis 9 zeigen einen Längendehnungskompensator 26 mit einer im Bahnweg
vorgeordneten Führungseinrichtung 27. Der Längendehnungskompensator 26 und die bevorzugt
damit in Kombination eingesetzte Führungseinrichtung 27 kann insbesondere zwischen
zwei auf die Teilstränge T
1 bis T
3 druckenden Druckwerken im Druckturm 20 angeordnet sein. Bevorzugte Merkmale solch
einer Einrichtung werden in der
DE 10 2005 048 246.5 beschrieben.
[0034] Die Figuren 10 und 11 zeigen eine Bahnspreizvorrichtung eines dritten Ausführungsbeispiels.
Die Bahnspreizvorrichtung umfasst wie bereits anhand des ersten Ausführungsbeispiels
erläutert eine linke und eine rechte Lagereinrichtung 3, von denen in den Figuren
nur die linke Lagereinrichtung 3 mit den von ihr gelagerten Komponenten dargestellt
ist. Die linke Schneideinrichtung 4 und die linken Umlenkmittel 5l, 6l und 7l sind
wie im ersten Ausführungsbeispiel fliegend gelagert, so dass sie nach innen in Richtung
auf die rechte Seite der Bahnspreizvorrichtung frei abragen, also freie Enden aufweisen.
Mit 101 ist ein linker Träger bezeichnet, der wie im ersten Ausführungsbeispiel von
der linken Lagereinrichtung 3 heb- und senkbar gelagert wird. Bezüglich der Spreizoperationen
für den linken Teilstrang T
1 und den nicht dargestellten rechten Teilstrang T
2 und der Konstruktion und Anordnung der hierfür vorgesehenen Komponenten, nämlich
die Lagereinrichtungen 3, der Träger 101 und ein nicht dargestellter Träger 10r und
insbesondere die Umlenkeinrichtungen 5l, 6l und 7l und 5r, 6r und 7r, wird auf die
Ausführungen zum ersten Ausführungsbeispiel verwiesen.
[0035] Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel ist ein Bahnlängenkompensator 5m, 6m,
7m für den mittleren Teilstrang T
2 nicht in Förderrichtung F abwärts von den beiden äußeren Umlenkeinrichtungen angeordnet,
sondern im Wesentlichen auf der gleichen Höhe zwischen der linken Umlenkeinrichtung
5l, 6l, 7l und der rechten Umlenkeinrichtung 5r, 6r, 7r. Der Bahnlängenkompensator
5m, 6m, 7m ist bezüglich der Förderrichtung F nicht exakt auf der gleichen Höhe wie
die beiden äußeren Umlenkeinrichtungen angeordnet. Die Umlenkmittel 5m, 6m und 7m
sind in Bezug auf die Förderrichtung F ein wenig versetzt zu den entsprechenden äußeren
Umlenkmitteln 5l bis 7r angeordnet. Der Versatz ist so gewählt, dass die quer zur
Förderrichtung F gemessene axiale Länge der mittleren Umlenkmittel 5m, 6m und 7m entsprechend
der Breite des mittleren Teilstrangs T
2 verstellt werden kann. Hierfür kann jedes der Umlenkmittel 5m, 6m und 7m entsprechend
dem Umlenkmittel 25b des ersten Ausführungsbeispiels als Teleskopteil gebildet sein.
Das mittlere erste Umlenkmittel 5m ist in nicht dargestellter Weise ortsfest bezüglich
des Gestells G gelagert. Das mittlere zweite Umlenkmittel 6m und das mittlere dritte
Umlenkmittel 7m sind gemeinsam an einem mittleren Träger 10m befestigt, der relativ
zu dem Gestell G heb- und senkbar ist. Die Umlenkmittel 5m, 6m und 7m sind nicht drehbar
montiert. Vorzugsweise sind sie zur Verminderung der Reibung luftumspült.
[0036] Die Heb- und Senkbewegung der Umlenkmittel 6m und 7m wird mittels eines Hub- und
Senkmechanismus bewirkt, der im Ausführungsbeispiel als Gestänge gebildet ist. Der
Mechanismus umfasst zwei Achsen 14, die sich parallel zu den Umlenkmitteln 6m und
7m quer zur Förderrichtung F erstrecken. Der Mechanismus umfasst ferner Gestängearme
15, die in der Art eines Scherenmechanismus wirken. Die Gestängearme 15 sind je an
einem Ende schwenkbar mit einer der Achsen 14 und an ihrem anderen Ende gelenkig je
in einem Drehgelenk 16 entweder mit dem Gestell G oder dem Träger 10m verbunden. Die
Befestigung am Gestell G kann beispielsweise durch nicht dargestellte Öffnungen der
linken und der rechten Lagereinrichtung 3 vorgenommen werden. Die Gestängearme 15
sind gelenkig einerseits mit jeweils einer der Achsen 14 und andererseits entweder
dem Träger 10m oder dem Gestell G so verbunden, dass sie einander jeweils paarweise
auf einer der Achsen 14 kreuzen und von der betreffenden Achse 14 ausgehend zwei Schenkel
eines "V" bilden, die um die jeweilige Achse 14 aufeinander zu und voneinander weg
klappbar sind.
[0037] Der Hub- und Senkmechanismus umfasst ferner einen Versteller 12, im dritten Ausführungsbeispiel
ebenfalls ein elektrischer Drehmotor, und ein Koppelglied 13, das auch im dritten
Ausführungsbeispiel als Spindel gebildet ist. Der Versteller 12 ist an einer der Achsen
14 befestigt. Das Koppelglied 13 erstreckt sich quer zu den beiden Achsen 14 und koppelt
die beiden Achsen 14 miteinander, indem es mit jeder der Achsen 14 in einem Koppeleingriff
ist. Der Koppeleingriff ist als Gewindeeingriff gestaltet. Das Koppelglied 13 wird
von dem Versteller 12 drehangetrieben, so dass die nicht verdrehbaren Achsen 14 im
Gewindeeingriff in Abhängigkeit von der Drehrichtung des Koppelglieds 13 voneinander
weg oder aufeinander zu bewegt werden. Durch eine Bewegung der Achsen 14 aufeinander
zu werden die paarweise ein V bildenden Gestängearme 15 voneinander weggeschwenkt
und der Träger 10m mit den daran befestigten Umlenkmitteln 6m und 7m in den Teilstrang
T
2 gesenkt. Derartige Hub- und Senkmechanismen finden beispielsweise für Wagenheber
Verwendung, wobei dort im Allgemeinen der motorische Versteller 12 durch eine Handkurbel
ersetzt ist.
[0038] Die Auslauf Leiteinrichtung des zweiten Ausführungsbeispiels umfasst zwei drehgelagerte,
dicht nebeneinander angeordnete Walzen 8 und 9, die sich jeweils über die gesamte
Breite der Bahnspreizvorrichtung erstrecken und vom Gestell G drehgelagert werden.
Durch solch eine Anordnung wird der Umschlingungswinkel pro Walze im Vergleich mit
einer einzigen Walze und gleichem Umlenkungsgrad verringert. Die gespreizten Teilstränge
T
1 und T
3 und der in Bezug auf seine Bahnlänge angeglichene Bahnstrang T
2 umschlingen nebeneinander die Auslauf-Leiteinrichtung 8, 9 und werden anschließend
über das Vorspannwerk 19 in den Druckturm 20 gefördert, wie dies anhand des ersten
Ausführungsbeispiels beschrieben wird. Die Bahnspreizvorrichtung des dritten Ausführungsbeispiels
ist sehr kompakt, was in erster Linie auf die Anordnung des Kompoensators 5m, 6m,
7m zwischen den beiden äußeren Umlenkeinrichtungen 5l bis 7r zurückzuführen ist. Zur
Kompaktheit trägt ferner bei, dass die zweiten und dritten Umlenkmittel 6l, 7l, 6m,
7m, 6r und 7r von der gleichen Seite her in den jeweiligen Teilstrang senkbar angeordnet
sind und auch, dass die Teilstränge T
1 bis T
3 mittels der Auslauf-Leiteinrichtung 8, 9 wieder zurück in Richtung auf die Schneideinrichtung
4 geführt werden, im Ausführungsbeispiel parallel zur einlaufenden Bahn P. Sie werden
vor, bei oder auch erst hinter der Schneideinrichtung 4 umgelenkt, in der Darstellung
der Figur 10 nach oben und dann weiter zum Vorspannwerk 19 gefördert.
[0039] Figur 11 zeigt die Bahnspreizvorrichtung des dritten Ausführungsbeispiels in einem
Zustand, in dem die Bahn P noch ungeschnitten durch die Bahnspreizvorrichtung gefördert
werden kann. Sämtliche Träger 101, 10m und 10r sind bis in eine Endposition soweit
angehoben, dass die linken Umlenkmittel 5l und 6l, die rechten Umlenkmittel 5r und
6r und die Umlenkmittel 6m und 7m des Bahnlängenkompensators die Bahn P nicht berühren.
Die linke Lagereinrichtung 3 und die rechte Lageeinrichtung 3 nehmen in Bezug auf
die Querrichtung jedoch bereits eine auf die Breite der Bahn P abgestimmte Position
ein. In diesem Zustand der Bahnspreizvorrichtung wird die Bahn P eingezogen. Beim
Einziehen wird die Bahn P vom Rollenwechsler 1 über die Einlauf-Leiteinrichtung 2
und von dort durch die voneinander abgestellten Schneidrollen der Schneideinrichtungen
4 auf die ersten Umlenkmittel 5 geführt, im ersten Ausführungsbeispiel die Umlenkmittel
5l und 5r und im zweiten Ausführungsbeispiel auf die Umlenkmittel 5l, 5m und 5r. Der
Bahnanfang wird von den ersten Umlenkmitteln 5 geradewegs und unbeeinflusst von den
heb- und senkbaren Umlenkmitteln bis zur Auslauf-Leiteinrichtung, im ersten Ausführungsbeispiel
die einzige Auslaufwalze 8 und im zweiten Ausführungsbeispiel das Paar der Auslaufwalzen
8 und 9, geführt und die jeweilige Auslauf-Leiteinrichtung 8 oder 8, 9 umschlingend
zum Vorspannwerk 19, durch den Druckturm 20 bis zu einem nicht dargestellten Wendestangenbereich
automatisch eingezogen. Nach dem Einzug bis zum Wendestangenbereich wird die Bahn
P bei geringer Geschwindigkeit längs geschnitten. Hierfür werden lediglich die Schneideinrichtungen
4 in die jeweilige Schnittposition gebracht. Nach dem Längsschneiden werden die linken
Umlenkmittel 6l und 7l, die rechten Umlenkmittel 6r und 7r und das oder die heb- und
senkbare(n) Umlenkmittel des Bahnlängenkompensators, im ersten Ausführungsbeispiel
das Umlenkmittel 25b und im zweiten Ausführungsbeispiel die Umlenkmittel 6m und 7m,
in ihre für das Spreizen und die entsprechende Bahnlängenkompensation vorgesehene
Spreiz- bzw. Kompensierposition bewegt, vorzugsweise synchron. Haben die Teilstränge
T1, T2 und T3 den Wendestangenbereich erreicht, werden sie weiter bis zu dem Falzapparat
oder den mehreren Falzapparaten der Druckmaschine eingezogen. Typischerweise umfasst
die Druckmaschine mehrere Rollenwechsler 1, erfindungsgemäße Bahnspreizvorrichtungen
und Drucktürme 20. Die weiteren Bahnen P werden entsprechend eingezogen. Nachdem sämtliche
Bahnen für eine bestimmte Druckproduktion eingezogen sind, werden die Bahnen bis auf
die Geschwindigkeit des Fortdrucks beschleunigt. In der Beschleunigungsphase wird
der Druckprozess gestartet.
[0040] Nachfolgend werden weitere, gegebenenfalls auch alternative Merkmale offenbart. Dabei
wird nur beispielhaft auf die konkreten Ausführungsbeispiele Bezug genommen.
Variante 1
[0041] Anmerkung: Die nachfolgende Beschreibung beschränkt sich auf den komplexesten Fall
der 2fach-Spreizung mit drei gleichgroßen, reduzierten Bahnbreiten.
Die Papierbahn P wird komplett in der Spreizvorrichtung beim autopaster 2fach gespreizt.
Dabei wird die Papierbahn P im autopaster lagerichtig eingespannt. Die Papierbahn
wird in der Spreizvorrichtung zweimal geschnitten: Einmal zwischen AB und CD und einmal
zwischen CD und EF. Der Schnitt ist je nach Spreizmaß (x) entsprechend neu zu setzen.
Dazu wird das Messer 4 um mindestens x entsprechend verfahren / versetzt. Sind mehrere
Spreizmaße zu realisieren, wird dies motorisch gelöst (Automationsgrad beibehalten).
Erschwerend ist, dass sich die beiden Messer 4 jeweils voneinander entfernen müssen,
resp. auf sich zu bewegen.
[0042] Der mittlere Strang T2 wird gerade weitergeführt, die beiden äußeren Stränge T1 und
T3 werden um schräggestellt Umlenkmittel 5l, 6l und 5r, 6r geführt, die beispielsweise
als Umlenkstangen gebildet sind. Durch das Verfahren der Umlenkmittel 5l, 6l und 5r,
6r wird ein Spreizmaß x erreicht.
[0043] Die Umlenkmittel 5l, 6l und 5r, 6r und pro linker und rechter Gruppe je ein weiteres
Umlenkmittel 7l und 7r sind fliegend gelagert. Zu berücksichtigen ist, dass sich die
Enden dieser Umlenkmittel genau auf der Schnittkante befinden, da sich die drei, noch
nicht gespreizten Stränge T
1, T
2 und T
3 direkt nebeneinander befinden. Zu Beginn des Spreizvorganges wird jeweils die komplette
Breite jedes Stranges einzeln geführt. Die Umlenkmittel sowie der jeweils zugeordnete
Schlitten 3 werden jeweils gemeinsam mit dem Messer 4 je nach Spreizmaß x verstellt.
Sind mehrere Spreizmaße zu realisieren, wird dies motorisch gelöst.
[0044] Die durch die Spreizung verursachte Längendifferenz zwischen den äußeren Strängen
T
1, T
3 und dem mittleren Strang T
2 wird ausgeglichen. Dazu sind in der Spreizvorrichtung entsprechende Leitorgane auf
den Spreizschlitten vorgesehen, welche den Strang T
2 zusätzlich umlenken. Alternativ wird ein separater Schlitten für den mittleren Strang
T
2 vorgesehen.
[0045] Diese Variante entspricht dem asymmetrischen Spreizen, welche in der bereits realisierten
Spreizvorrichtung möglich ist. Tests ergaben folgende Punkte:
- 1. Bahnlängendifferenz kann nur mit langsamem Einziehen ausgeglichen werden (Zeitverlust),
- 2. Bahnspannung ist in dieser Zeit entsprechend different.
[0046] Ein Testbericht liegt nicht vor. Das asymmetrische Spreizen wird in der heutigen
Spreizvorrichtung zur Korrektur von Bahnverlaufsfehlern benutzt (bis ca. 2 cm).
[0047] Vorteile:
- Symmetrisches Drucken (Panoramaplatten)
- logisches, symmetrisches Einstellen der Farbschrauben,
- regelmäßige Shuttereinstellung,
- die Wendestangen können ohne Einschränkungen wie bei einer normalen Produktion benutzt
werden,
- als Haupttrichter eignet sich der mittlere Trichter (Bahnzugverteilung)
- Komplettes Spreizen direkt beim autopaster → "Bearbeitung" der Papierbahn an einem
Ort (vereinfachte Steuerung, da Steuerung am autopaster angegliedert)
Untervariante
[0048] Um die aufwändige Konstruktion zu vereinfachen, wird die Spreizvorrichtung auf ein
einziges Spreizmaß fixiert. Dies macht eine motorische Verschiebung des Messers und
der Umlenkstangen sowie des Spreizschlittens (seitwärts) überflüssig. Die Konstruktion
ist jener der 4/2-Spreizvorrichtung ähnlich.
Variante 2
[0049] Die nachfolgende Beschreibung beschränkt sich auf den komplexesten Fall: 2fach-Spreizung
mit 3 gleichgroßen, reduzierten Bahnbreiten.
[0050] Abweichend zu Variante 1 wird in der Spreizvorrichtung nur ein Strang von der Papierbahn
abgeschnitten und gespreizt. Die zweite Spreizung wird durch die Wendestangen realisiert.
[0051] Das Messer in dieser Variante der Spreizvorrichtung ist gemäß Spreizmass x verschiebbar.
Vereinfachend zu Variante 1 ist, dass nur ein Messer zu verschieben ist. Die Umlenkstangen
enden wiederum am Schnitt. Beide Spreizschlitten sind seitlich verschiebbar (siehe
Beschreibung zu Variante 1). Die Umlenkstangen sind asymmetrisch und in verschiedenen
Winkeln ausgeführt, damit keine Bahnlängendifferenz auftritt. Die erforderliche Länge
der Umlenkstangen für den breiteren Strang kann mehr als 1500mm betragen. Dies setzt
eine entsprechende Vergrößerung der konstruktiven Dimensionen voraus. Die Führungen
sind wegen der Krafteinwirkungen vorzugsweise entsprechend verstärkt (vergrößert).
[0052] Der doppelt breite Strang wird um das doppelte Spreizmaß verschoben.
[0053] Der schmale Strang wird wie bei Variante 1 symmetrisch durch das Druckwerk geführt.
Der doppelt breite Strang wird entsprechend versetzt durchgeführt. Nach dem Druckwerk
wird der doppelt breite Strang mittig geschnitten und mit den Wendestangen durch Wenden
und Kehren gespreizt.
[0054] Vorteile:
- nur ein Messer in der Spreizvorrichtung
[0055] Nachteile:
- die technische Realisierung für mehrere Spreizmaße ist wegen der motorischen Verschiebung
vieler Elemente sehr aufwändig und entsprechend teuer
- asymmetrische Shutter
- asymmetrisches Einstellen der Farbschrauben (innerhalb AB und CD)
- Spreizung über mehrere Bausteine verteilt. Steuerung daher aufwändiger
[0056] Einschränkungen seitens der Wendestangen:
Das minimale Spreizmaß bei der Wendestange ist aus konstruktiven Gründen 55 mm.
[0057] Die Bahn EF wird gerade durch die Wendestangen durchgeführt, AB und CD werden gewendet/gekehrt.
Der Haupttrichter wird daher jener der Bahn EF sein.
Variante 3
[0058] Das Spreizen wird auch für 6/2 auf 4 Seiten beschränkt. Dazu wird eine für 4/2 ausgeführte
Spreizvorrichtung entweder auf AB-CD oder auf CD-EF montiert. Das Messer befindet
sich fix auf der Kante zwischen B und C beziehungsweise zwischen D und E. Für eine
Spreizproduktion kann nun im autopaster lediglich eine 4seitenbreite Papierbahn eingespannt
werden. Das Spreizen wird wie bekannt durchgeführt.
[0059] Eine Papierbahn maximaler Breite PB wird nicht gespreizt. Diese Papierbahn wird auch
nicht durch die Spreizvorrichtung geführt, was bedeutet, dass sich der Bahneinzug
von Spreizproduktion und Nicht-Spreizproduktion unterscheidet.
[0060] Vorteile:
- Einfache, bestehende Konstruktion der Spreizvorrichtung
- Keine technischen, unbekannten Risiken
- Symmetrisches Drucken (Panoramaplatten)
- logisches, symmetrisches Einstellen der Farbschrauben
- regelmäßige Shuttereinstellung
- die Wendestangen können ohne Einschränkungen wie bei einer normalen Produktion benutzt
werden
- als Haupttrichter eignet sich der mittlere Trichter (Ballnzugverteilung)
- Komplettes Spreizen direkt beim autopaster → "Bearbeitung" der Pa pierbahn an einem
Ort (vereinfachte Steuerung)
Bezugszeichen
[0061]
- 1
- Rollenwechsler, autopaster
- 2
- Einlauf-Leiteinrichtung
- 3
- Lagereinrichtung, Schlitten
- 4
- Schneideinrichtung
- 5l, 5m, 5r
- Umlenkmittel
- 6l, 6m, 6r
- Umlenkmittel
- 7l, 7m, 7r
- Umlenkmittel
- 8
- Auslauf-Leiteinrichtung
- 9
- Auslauf-Leiteinrichtung
- 101
- Träger, Schlitten
- 10m
- Träger
- 10r
- Träger, Schlitten
- 11
- Führung
- 12
- Versteller
- 13
- Koppelglied
- 14
- Achse
- 15
- Gestängearm
- 16
- Gelenk
- 17
- -
- 18
- -
- 19
- Vorspannwerk
- 20
- Druckturm
- 21
- Trichter
- 22
- Trichter
- 23
- Trichter
- 24
- Druckzylinder
- 25a, b, c
- Umlenkmittel des Bahnlängenkompensators
- 26
- Längendehnungskompensator
- 27
- Führungseinrichtung
- F
- Förderrichtung
- P
- Papierbahn
- PB
- Papierbahnbreite
- T
- Teilstrang
- X
- Strangbreite
- Y
- einstellbare Länge
1. Bahnspreizvorrichtung, mittels der in einer Rollenrotationsdruckmaschine nebeneinander
geförderte Bahnstränge quer zu ihrer Förderrichtung voneinander abspreizbar sind,
die Bahnspreizvorrichtung umfassend:
a) Schneideinrichtungen (4) zum Längsschneiden einer mehr als vier-seiten-breiten
Bahn (P) wenigstens in einen linken, rechten und mittleren Bahnstrang (T1, T2, T3);
b) eine linke Umlenkeinrichtung (5l, 6l, 7l) mit linken Umlenkachsen für den linken
Bahnstrang (T1),
c) eine rechte Umlenkeinrichtung (5r, 6r, 7r) mit rechten Umlenkachsen für den rechten
Bahnstrang (T3),
d) und eine mittlere Umlenkeinrichtung (5m, 6m, 7m; 23a-c) mit mittleren Umlenkachsen
für den mittleren Bahnstrang (T2),
e) wobei die Umlenkachsen von wenigstens zwei der Umlenkeinrichtungen relativ zu der
Förderrichtung (F) des jeweils zugeordneten Bahnstrangs (T1, T3) und relativ zu der
Förderrichtung des noch verbleibenden weiteren Bahnstrangs (T2) je solch eine Neigung
aufweisen, dass die zugeordneten Bahnstränge (T1, T3) parallel voneinander und von
dem weiteren Bahnstrang (T2) abspreizbar sind.
2. Bahnspreizvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Schneideeinrichtungen (4) zum Längsschneiden einer Bahn (P) in
wenigstens zwei Bahnstränge (T12, T3) in der Rollenrotationsdruckmaschine in Förderrichtung
(F) vor einem Druckwerk (9) angeordnet ist.
3. Bahnspreizvorrichtung nach dem vorgehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Umlenkeinrichtung (5, 6, 7) vor dem Druckwerk (9) angeordnet ist,
um wenigstens einen der Bahnstränge (T12, T3) quer zu der Förderrichtung (F) relativ
zu einem anderen der Bahnstränge (T12, T3) zu versetzen.
4. Bahnspreizvorrichtung nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Schneideeinrichtung (4) und wenigstens eine Umlenkeinrichtung (5,
6, 7) in Förderrichtung (F) nach dem Druckwerk (9) angeordnet sind, um wenigstens
einen der Bahnstränge (T12, T3) in weitere Bahnstränge zu schneiden und wenigstens
einen der weiteren Bahnstränge quer zur Förderrichtung (F) relativ zu einem anderen
der weiteren Bahnstränge und/oder dem anderen Bahnstrang (T12, T3) zu versetzen.
5. Bahnspreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Schneideinrichtungen (4) zur Verstellung einer Schnittposition
quer zu der Förderrichtung (F) bewegbar ist.
6. Bahnspreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für wenigstens einen der Bahnstränge (T1, T2, T3; T12, T3) oder einen der weiteren
Bahnstränge in Förderrichtung (F) nach der Schneideeinrichtung (4) ein Bahnlängenkompensator
(25a, 25b, 25c), der zum Beispiel durch eine der Umlenkenrichtungen (5, 6, 7) gebildet
wird, in der Rollenrotationsdruckmaschine angeordnet ist, mit dem eine Bahnlänge wenigstens
eines der Bahnstränge (T1, T2, T3; T12, T3) oder eines der weiteren Bahnstränge einstellbar,
bevorzugt stufenlos einstellbar ist.
7. Bahnspreizvorrichtung nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Bahnstränge (T1, T2, T3; T12, T3) oder der weiteren Bahnstränge
auf seinem Weg durch die Rollenrotationsdruckmaschine über einen Längendehnungskompensator
(26) führbar ist, um zum Beispiel eine Bahnlängenänderung durch den Fan-Out-Effekt
zu korrigieren.
8. Verfahren zum formatvariablen Drucken mit einer Rollenrotationsdruckmaschine, insbesondere
für den Zeitungsdruck, bei dem
a) eine Bahn (P), die mehr als vier-seiten-breit ist, von einer Rolle abgewickelt
wird,
b) in einer ersten Spreizeinrichtung (1) mit wenigstens einer Schneidevorrichtung
(4) und wenigstens einer Umlenkeinrichtung (5, 6, 7), die in einer Förderrichtung
(F) vor einem Druckwerk (9) angeordnet ist, die Bahn (P) in wenigstens zwei Bahnstränge
(T12, T3) geschnitten wird und die wenigstens zwei Bahnstränge (T12, T3) quer zur
Förderrichtung (F) relativ zueinander versetzt werden,
c) die Bahnstränge (T12, T3) nach der ersten Spreizeinrichtung (1) gemeinsam durch
ein Druckwerk (9) geführt werden,
d) wenigstens einer der Bahnstränge (T12, T3) in wenigstens einer weiteren Spreizeinrichtung
(1) mit wenigstens einer Schneidevorrichtung (4) und wenigstens einer Umlenkeinrichtung
(5, 6, 7), die in Förderrichtung (F) nach dem Druckwerk (9) angeordnet ist, in weitere
Bahnstränge geschnitten wird, und wenigstens einer der weiteren Bahnsträngee quer
zur Förderrichtung (F) relativ zu einem anderen der weiteren Bahnstränge und/oder
relativ zu dem anderen Bahnstrang (T12, T3) versetzt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei wenigstens eine der Umlenkeinrichtungen (5, 6, 7)
als Bahnlängenkompensator (25a, 25b, 25c) ausgebildet ist, mit dem eine Bahnlänge
eines der Bahnstränge (T12, T3) oder eines der weiteren Bahnstränge eingestellt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei wenigstens einer der Bahnstränge
(T12, T3) oder einer der weiteren Bahnstränge über einen Längendehnungskompensator
(26) geführt wird, um zum Beispiel eine Bahnlängenänderung durch den Fan-Out-Effekt
zu korrigieren.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei wenigstens eine der Schneidevorrichtungen
(4) quer zur Förderrichtung (F) verstellt wird, um eine Strangbreite der Bahnstränge
(T12, T3) oder der weiteren Bahnstränge einzustellen.