(19)
(11) EP 2 226 397 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.09.2010  Patentblatt  2010/36

(21) Anmeldenummer: 09405042.4

(22) Anmeldetag:  06.03.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
C21C 1/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(71) Anmelder: Rheinfelden Alloys GmbH & Co. KG
79618 Rheinfelden (DE)

(72) Erfinder:
  • Kohlmann, Peter
    74838 Limbach/Baden (DE)

(74) Vertreter: Wiedmer, Edwin et al
Isler & Pedrazzini AG Gotthardstrasse 53 Postfach 1772
8027 Zürich
8027 Zürich (CH)

   


(54) Aluminiumlegierung


(57) Eine Aluminiumlegierung mit guter elektrischer Leitfähigkeit und guter Wärmeleltfähigkeit zur Herstellung von Druckgussbauteilen enthält
8,0 bis 9,0 Gew.-% Silizium
0,5 bis 0,7 Gew.-% Eisen
max. 0,010 Gew.-% Kupfer
max. 0,010 Gew.-% Magnesium
max. 0,010 Gew.-% Mangan
max. 0,001 Gew.-% Chrom
max. 0,020 New.-% Titan
max. 0,020 Gew.-% Vanadium
max. 0,05 Gew.-% Zink
0,010 bis 0,030 Gew.-% Strontium
und Aluminium als Rest mit weitere Elementen und herstellungsbedingten Verunreinigungen einzeln max. 0,05 Gew.%, insgesamt max. 0,2 Gew.-%. Die Legierung eignet sich insbesondere zur Herstellung von Bauteilen mit guter elektrischer Leitfähigkeit und guter Wärmeleitfähigkeit im Druckgiessverfahren.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Aluminiumlegierung mit guter elektrischer Leitfähigkeit und guter Wärmeleitfähigkeit zur Herstellung von Druckgussbauteilen.

[0002] Für im Druckgiessverfahren hergestellte Bauteile mit guter elektrischer Leitfähigkeit und guter Wärmeleitfähigkeit, wie zum Beispiel als Abdeckung der Elektronik in Automobilen eingesetzte Kühlkörper, wird standardmässig die genormte Legierung LM 6 nach BS 1490 (AC 47000, AlSi12(Cu)) verwendet.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine für den Druckguss geeignete Aluminiumlegierung mit gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Legierungen verbesserter elektrischer Leitfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit bereitzustellen.

[0004] Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt, dass die Legierung

8,0 bis 9,0 Gew.-% Silizium

0,5 bis 0,7 Gew.-% Eisen

max. 0,010 Gew.-% Kupfer

max. 0,010 Gew.-% Magnesium

max. 0,010 Gew.-% Mangan

max. 0,001 Gew.-% Chrom

max. 0,020 Gew.-% Titan

max. 0,020 Gew.-% Vanadium

max. 0,05 Gew.-% Zink

0,010 bis 0,030 Gew.-% Strontium

und Aluminium als Rest mit weitere Elementen und herstellungsbedingten Verunreinigungen einzeln max. 0,05 Gew.-%, insgesamt max. 0,2 Gew.-% enthält.

[0005] Bei einer bevorzugten Variante der erfindungsgemässen Legierung beträgt die Summe der Elemente Mangan, Titan, Vanadium und Chrom ≤ 0,02 Gew.-%.

[0006] Ein bevorzugter Anwendungsbereich der erfindungsgemässen Aluminiumlegierung ist die Herstellung von Bauteilen mit guter elektrischer Leitfähigkeit und guter Wärmeleitfähigkeit, beispielsweise Kühlkörper für elektronische Bauteile, im Druckgiessverfahren.

[0007] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand von zwei Vergleichsbeispielen.

[0008] Die erfindungsgemässe Legierung A und zwei Vergleichslegierungen B und C mit den in Tabelle 1 angegebenen Zusammensetzungen wurden ausgehend von einer Schmelzetemperatur von 660°C im Druckgiessverfahren bei einer Formtemperatur von 150°C zu Kühlkörpern für elektronische Bauteile mit einem Gewicht von 2,2 kg vergossen. Nach der Entnahme aus der Druckgiessform wurden die Proben in ruhiger Luft abgekühlt.

[0009] An den Druckgussbauteilen wurde an zwei verschiedenen Messstellen M1 und M2 die elektrische Leitfähigkeit gemessen. Die in Tabelle 2 zusammengestellten Ergebnisse zeigen die Überlegenheit der erfindungsgemässen Legierung A gegenüber den Vergleichslegierungen B und der registrierten Standardlegierung C (LM6 nach BS 1490, AC 47000, AlSi12(Cu)). Die Vergleichslegierung B unterscheidet sich von der erfindungsgemässen Legierung A im Wesentlichen durch einen erhöhten Siliziumgehalt.

[0010] In Tabelle 3 sind die Ergebnisse von Wärmeleitfähigkeitsmessungen an den Druckgussbauteilen aus der erfindungsgemässen Legierung A und der Vergleichslegierung C zusammengestellt. Die etfindungsgemässe Legierung A zeigt gegenüber der Vergleichslegierung C eine um 30 bis 40% höhere Wärmleitfähigkeit.
Tabelle 1: chemische Zusammensetzung der Legierungen in Gew.-%
Legierung Si Fe Cu Mg Mn Cr Tl V Sr
A 8,66 0,60 0,006 0,001 0,005 0,001 0,008 0,006 0,012
B 9,40 0,63 0,008 0,001 0,006 0,001 0,008 0,008 0,008
C 10.0-13.0 0,6 0,1 0.10 0.5 - 0.2 - -
Tabelle 2: Elektrische Leitfähigkeit
Legierung Mesastalle M1 [m/Ωmm2] Messstelle M2 [m/Ωmm2]
A 26,06 24,48
B 24,35 23,09
C 22,08 21,21
Tabelle 3: Wärmeleitfähigkeit
Legierung Anzahl Messungen Temperatur [°C] Probendicke [mm] Wärmeleitfähigkeit [W/mK]
A 5 23 5,76 169,4
C 5 23 3,96 119,1



Ansprüche

1. Aluminiumlegierung mit guter elektrischer Leitfähigkeit und guter Wärmeleitfähigkeit zur Herstellung von Druckgussbauteilen, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung

8,0 bis 9,0 Gew.-% Silizium

0,5 bis 0,7 Gew.-% Eisen

max. 0,010 Gew.-% Kupfer

max. 0,010 Gew.-% Magnesium

max. 0,010 Gew.-% Mangan

max, 0,001 Gew.-% Chrom

max. 0,020 Gew.-% Titan

max. 0,020 Gew.-% Vanadium

0,010 bis 0,030 Gew.-% Strontium

und Aluminium als Rest mit weitere Elementen und herstellungsbedingten Verunreinigungen einzeln max. 0,05 Gew.-%, insgesamt max. 0,2 Gew.-% enthält.
 
2. Aluminiumlegierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Elemente Mangan, Titan, Vanadium und Chrom ≤ 0,02 Gew.-% beträgt.
 
3. Verwendung einer Aluminiumlegierung nach Anspruch 1 oder 2 für im Druckgiessverfahren hergestellte Bauteile mit guter elektrischer Leitfähigkeit und guter Wärmeleitfähigkeit, insbesondere Kühlkörper für elektronische Bauteile.
 
4. Druckgussbauteil aus einer Aluminiumlegierung mit guter Warmfestigkeit nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit guter elektrischer Leitfähigkeit und guter Wärmeleitfähigkeit.
 





Recherchenbericht