[0001] Die Erfindung betrifft ein Schwallwasser-Überlauf Sammelsystem gemäß Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] In der Schwimmbadtechnik sind Becken- oder Wannenkörper bekannt, welche mit einem
Oberflutungssystem ausgestattet sind. Zum Zwecke des großflächigen Wasserüberlaufes
und der Oberflächenabschwemmung sind solche Becken mit einer so genannten Überlaufrinne
oder Überflutungsrinne ausgestattet, die ganz oder teilweise umlaufend am oberen Beckenrand
angeordnet ist. Der Sinn solcher Überlaufrinnen, die primär der Oberflächenreinigung
dienen, besteht ferner darin, das durch ein Wasserpumpensystem durch Wellenschlag
oder durch Wasserverdrängung z.B. bei Zustieg von Badegästen, zum Überlauf kommende
Badewasser aufzunehmen, zu sammeln und wenigstens einem separaten Schwallwassersammelbehälter
zuzuführen. Zusammen mit Überlaufwasser und Schwallwasser gelangen alle möglichen
Schmutzpartikel in den Sammelbehälter, die sich zu einem beachtlichen Teil an der
Sammelbehälterwand anlagern und Keime bilden und mühsam entfernt werden müssen.
[0003] Durch die
DE 37 44 355 C1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Aufbereiten von Wasser in Schwimmbädern
mit mindestens einem Becken bekannt. Dem Becken wird Oberflächenwasser als Schwallwasser
abgezogen und über einen offenen, auf tieferem Niveau als das Becken liegenden Schwallwasserbehälter
einer Filteranlage zugeführt. Aus dem unteren Beckenbereich, insbesondere am Boden,
wird Bodenwasser direkt zu der Filteranlage geleitet. Das Wasser aus dem Schwallwasserbehälter
und das aus dem unteren Beckenbereich abgezogene Bodenwasser werden in eine gemeinsame
Leitung geführt und durch eine gemeinsame Umwälzpumpe der Filteranlage zugeführt.
Zur Regelung des Verhältnisses von Schwallwasser zu Bodenwasser wird die Durchflussmenge
an Bodenwasser vor der Zusammenführung gesteuert und wird die Durchflussmenge an Schwallwasser
in Abhängigkeit von den vor der Umwälzpumpe herrschenden Druckverhältnissen automatisch
hydraulisch geregelt. Nachteilig bei dem bekannten Verfahren bzw. der bekannten Vorrichtung
ist die Notwendigkeit anzusehen, den Schwallwasserbehälter regelmäßig zu reinigen
und zu desinfizieren. Nachteilig ist auch, dass für die Reinigung des oberflächennahen
Bereichs der gesamte Volumenstrom ständig über eine allseitige Überlaufrinne geführt
wird. Überlaufrinnen müssen wöchentlich mindestens einmal gereinigt werden. Mindestens
halbjährlich, besser vierteljährlich, sind Wasserspeicher zu entleeren, zu reinigen,
zu desinfizieren und gründlich zu spülen.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Schwallwasser-Überlauf-Sammelsystem
der eingangs genannten Art so auszubilden, dass eine ständige, separate, aufwändige
Reinigung des Schwallwasser-Überlauf-Sammelsystems nicht mehr erforderlich ist und
somit der Wartungsaufwand minimiert werden kann, aber dennoch eine ständige gute Reinigung
des Sammelbehälters erreicht wird.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der Aufgabenlösung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0007] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung wird ein selbstreinigender Schwallwasser-Überlauf-Sammelbehälter
geschaffen, wodurch der Wartungs- und Reinigungsaufwand und die damit verbundenen
Kosten erheblich verringert werden können. Außerdem wird Spülwasser gespart und können
die Energiekosten für die Erwärmung gesenkt werden, Im Gegensatz zu bekannten Vorrichtungen,
treten keine Ablagerungen mehr an Wänden und am Boden des Schwallwasser-Oberlauf-Sammeibehälters
auf. Solche Ablagerungen mussten bisher separat entfernt werden.
[0008] Die Erfindung soll nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung, in der Ausführungsbeispiele
dargestellt sind, näher erläutert werden.
Es zeigt:
[0009]
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Schwallwasser-Überlaufi Sammelbehä,lter,
- Fig. 2
- einen Schnitt A-A durch den Behälter nach Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Schnitt B-B durch den Behälter nach Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Schnitt C-C durch den Behälter nach Fig. 1 und
- Fig. 5
- einen modifizierten erfindungsgemäßen Schwallwasser-Überlauf Sammelbehälter in schematischer
Darstellung.
[0010] Gleiche und einander entsprechende Bauteile sind in den Figuren der Zeichnung mit
den gleichen Bezugszeichen verstehen.
[0011] Die Zeichnung zeigt einen Schwallwasser-Überlauf-Sammelbehälter 2 für Schwimmbäder,
deren Schwimmbecken mit einer im Beckenumgang mit Abstand zum Beckenrand ganz oder
teilweise umlaufenden Überlaufrinne für Schwallwasser und überflutendes Wasser versehen
ist, die Schwallwasser und Überlaufwasser aufnimmt, sammelt und über wenigstens eine
als Schwallwasser/Überlaufwasser-Direktleitung ausgebildete Ablauf-Rohrleitung 3 wenigstens
einem separaten Sammelbehälter 2 zuführt. Der Sammelbehälter 2 steht über Wasser führende
Rohrleitungen, sowie eine Umwälzpumpe und einer Wasseraufbereitungsanlage mit Filteranlage
mit dem Schwimmbecken in einem geschlossenen Wasserkreislauf in Verbindung. Der Sammelbehälter
2 weist vorzugsweise einen für die Ablauf-Rohrleitung 3 vorgesehenen Anschluss 1 mit
einem Vorfilter 5 und einem Schmutzfang 5' auf, vgl. Fig. 5.
[0012] Der Sammelbehälter 2 weist eine am Behälterrand 6 ganz oder teilweise umlaufende
Injektionsrohrieltung 8 auf, die mit Öffnungen oder Düsen 10 versehen ist, über die
eine ständige Spülung der Innenwandfläche 12 des Sammelbehälters 2 mit sauberem Wasser
vorgesehen ist. Hierdurch schafft die Erfindung einen selbstreinigenden Schwallwasser-Überlaufwasser-Sammelbehälter.
[0013] Die Injektionsrohrleitung 8 ist über eine Bypassrohrleitung 9 an einen üblichen Reinwasserkreislauf
angeschlossen, derart, dass die Spülung der Innenwandfläche 12 während des kontinuierlichen
Betriebs der Wasseraufbereitungsanlage und/oder der Filteranlage mit Reinwasser erfolgt.
Unter Reinwasser wird das durch die Wasseraufbereitungsanlage gereinigte und desinfizierte
Wasser verstanden, das wieder in den Kreislauf zurückgeführt wird.
[0014] Der Boden 14 des Sammelbehälters ist mit einem Gefälle 18 versehen, das zu einer
Schmutzpartikel sammelnden Saugrinne 16 führt. Die Saugrinne 16 ist mit einem Ansaugstutzen
20 ausgestattet, an den eine Saugrohrleitung 22 angeschlossen ist, in der ein Ventil
oder Kuhlhahn 24 angeordnet ist.
[0015] Von der Saugrohrleitung 22 zweigt ein Entleerungsanschluss 26 mit Absperrhahn 28
ab.
[0016] Der Sammelbehälter 2 ist mit einer variablen Sprühkopfeinrichtung 30 zum Spülen des
Bodens 14 ausgestattet.
[0017] Über die Injektionsrohrleitung 8 ist auch eine Spülung der Innenwandfläche 12 mit
einer Desinfektionslösung möglich.
[0018] Der Sammelbehälter 2 ist mit einem Frischwasseranschluss 32 versehen, über den Frischwasser
der Injektionsrohrleitung 8 und der variablen Sprühkopfeinrichtung 30 zur Durchführung
einer intensiven Grundreinigung zuführbar ist, ohne den Behälter, wie früher üblich,
betreten zu müssen. Der Sammelbehälter 2 ist mit einem Mannloch 34 mit verschraubbarem
(Verschraubung 33) Deckel versehen. Außerdem weist der Sammelbehälter 2 für eine ständige
Sichtkontrolle ein Schauglas auf. Das Schauglas ist vorzugsweise gleichzeitig als
Verschluss des Mannlochs 34 ausgebildet.
[0019] Die Saugrinne 16 ist vorzugsweise mit einer mit dem Boden 14 verschraubbaren (Verschraubung
35) Sattelblechabdeckung 36 versehen.
[0020] Im wenigstens einer Sammelbehälterwand ist wenigstens ein Unterwasserscheinwerfer
38 angeordnet.
[0021] Der Sammelbehälter 2 ist mit einem Einlaufrohr 40 und einem Überlauf 48 versehen.
[0022] Ferner kann der Sammelbehälter 2 mit einer Niveausteuerung 42 mit Niveausonden-Anschluss
52, vgl. Fig. 1, 4 und 5 und mit einer Entlüftungseinrichtung 44 ausgestattet sein.
Mit dem Bezugszeichen 50 ist in der Fig. 5 ein Messwasser- Anschluss bezeichnet.
[0023] Der Sammelbehälter 2 ist über eine Inspektionsluke 46 zugänglich.
[0024] Rippen 7 und 7' dienen zur Befestigung der Injektionsrohrleitung 8 und der Schwallwasserdirektleitung
3.
[0025] Der Sammelbehälter 2 besteht vorzugsweise aus Hohlkammerprofilplatten gegebenenfalls
mit einer Stahlrahmenkonstruktion und kann mit einer Wärmedämmung ausgestattet sein,
die vorzugsweise durch Luftkammern der Hohlkammerprofilplatten gebildet wird.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Anschluss
- 2
- Sammelbehälter
- 3
- Ablauf-Rohrleitung (Schwallwasser/Überlaufwasser-Direktleitung)
- 5
- Vorfilter
- 5'
- Schmutzfang
- 7, 7'
- Rippen zur Befestigung der Injektionsrohrleitung
- 6
- Behälterrand
- 8
- Injektionsrohrleitung
- 9
- Bypassrohrleitung
- 10
- Düsen
- 12
- Innenwandfläche des Sammelbehälters
- 14
- Boden des Sammelbehälters
- 16
- Saugrinne
- 18
- Gefälle
- 20
- Ansaugstutzen
- 22
- Saugrohrieitung
- 24
- Ventil oder Kuhlhahn
- 26
- Entleerungsanschluss
- 28
- Absperrhahn
- 30
- Sprühkopfeinrichtung
- 32
- Frischwasseranschluss
- 34
- Mannloch
- 35
- Verschraubung
- 36
- Sattelblechabdeckung
- 38
- Unterwasserscheinwerfer
- 40
- Einlaufrohr
- 42
- Niveausteuerung
- 44
- Entlüftungseinrichtung
- 46
- Inspektionsluke
- 48
- Überlauf
- 50
- Messwasser-Anschluss
- 52
- Niveausteuerung
1. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem für Schwimmbäder, deren Schwimmbecken
mit einer im Beckenumgang mit Abstand zum Beckenrand ganz oder teilweise umlaufenden
Überlaufrinne für Schwallwasser und überflutendes Wasser versehen ist, die das Schwallwasser
und Überlaufwasser aufnimmt, sammelt und über wenigstens eine Ablaufrohrleitung direkt
wenigstens einem separaten Sammelbehälter zuführt, der über wasserführende Rohrleitungen,
sowie eine Umwälzpumpe und eine Wasseraufbereitungsanlage mit Filteranlage mit dem
Schwimmbecken in einem geschlossenen Wasserkreislauf in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, dass der das Schwallwasser und Überlaufwasser aufnehmende Sammelbehälter (2) eine am Behälterrand
(6) innenseitig ganz oder teilweise umlaufende Injektionsrohrleitung (8) aufweist,
die mit Öffnungen oder Düsen (10) versehen ist, über die eine ständige Spülung der
Innenwandfläche (12) des Sammelbehälters (2) mit Reinwasser vorgesehen ist.
2. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Rippen (7, 7') zur Befestigung der Injektionsrohrleitung (8) und der Schwallwasser/Überlaufwasser-Direktleitung
(3) vorgesehen sind.
3. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Injektionsrohrleitung (8) über eine Bypassrohrleitung (9) an den Reinwasserkreislauf
angeschlossen ist, derart, dass die Spülung der Innenwandfläche (12) während des kontinuierlichen
Betriebs der Wasseraufbereitungsanlage und/oder der Filteranlage erfolgt.
4. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (14) des Sammelbehälters (2) mit einem zu einer Schmutzpartikel sammelnden
Saugrinne (16) führenden Gefälle (18) versehen ist.
5. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugrinne (16) mit einem Ansaugstutzen (20) ausgestattet ist, an den eine Saugrohrleitung
(22) angeschlossen ist, in der ein Ventil oder Kugelhahn (24) angeordnet ist und von
der ein Entleerungsanschluss (26) mit Absperrhahn (28) abzweigt.
6. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter(2) mit einer variablen Sprühkopfeinrichtung (30) zum Spülen des
Bodens (14) ausgestattet ist.
7. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter (2) mit Frischwasseranschlüssen (32) versehen ist, über die Frischwasser
der Injektionsrohrleitung (8) und der variablen Sprühkopfeindchtung(30) zur Durchführung
einer intensiven Grundreinigung zuführbar ist, ohne den Behälter betreten zu müssen.
8. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in einer Sammelbehälterwand ein Mannloch (34) mit verschraubbarem Deckel (33) ausgebildet
ist, wobei der Sammelbehälter (2) für eine ständige Sichtkontrolle mit einem Schauglas
versehen ist, das als Verschluss des Mannlochs (34) ausgebildet ist.
9. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Saugrinne (16) mit einer mit dem Boden (14) verschraubbaren (35) Sattelblechabdeckung
(36) versehen ist.
10. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in wenigstens einer Sammelbehälterwand wenigstens ein Unterwasserscheinwerfer (38)
angeordnet ist.
11. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter (2) mit einem Einlaufrohr (40) versehen ist.
12. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter (2) mit einer Niveausteuerung (42, 52) und einer Entlüftungseinrichtung
(44) versehen ist.
13. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter (2) aus Hohlkammerprofilplatten besteht, gegebenenfalls mit einer
Stahlrahmenkonstruktion, wobei der Sammelbehälter (2) mit einer Wärmedämmung versehen
ist, die durch Luftkammern der Hohlkammerprofilplatten gebildet sind.
14. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter mit einem Überlauf (48) ausgestattet ist.
15. Schwallwasser/Überlaufwasser - Sammelsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter (2) einen für die Ablauf-Rohrleitung (3) vorgesehenen Anschluss
(1) mit Vorfilter (5) und Schmutzfang (5') aufweist.