(19)
(11) EP 2 226 463 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.09.2010  Patentblatt  2010/36

(21) Anmeldenummer: 10001473.7

(22) Anmeldetag:  12.02.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 9/68(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(30) Priorität: 04.03.2009 DE 202009003004 U
06.05.2009 DE 202009006587 U

(71) Anmelder: Marantec Antriebs- und Steuerungstechnik GmbH & Co. KG.
33428 Marienfeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Hörmann, Michael
    33790 Halle/Westfalen (DE)

(74) Vertreter: Laufhütte, Dieter et al
Lorenz-Seidler-Gossel Widenmayerstrasse 23
80538 München
80538 München (DE)

   


(54) Torantrieb mit zwei Motoren


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung für einen Torantrieb, insbesondere für Rolltore, Sektionaltore oder dergleichen mit einem Torbewegungselement, insbesondere eine Torwelle zum Öffnen und Schließen eines Tores und ein am Torbewegungselement angeordnetes Verbindungsmittel. Erfindungsgemäß umfasst der Torantrieb mindestens zwei Elektromotoren, von denen einer fest mit dem am Torbewegungselement angeordnetem Verbindungsmittel mittelbar/unmittelbar verbunden ist und alle weiteren Elektromotoren um das Torbewegungselement radial beweglich angeordnet und mit diesem über das angeordnete Verbindungsmittel verbunden sind.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Torantrieb, insbesondere für Sektionaltore, Drehtore, Rolltore, Schiebetore oder dergleichen, mit einem Torbewegungselement, insbesondere eine Torwelle, zum Öffnen und Schließen eines Tores und ein am Torbewegungselement angeordnetes Verbindungsmittel.

[0002] Zum Antrieb von Toren wie Garagentoren, Gartentoren, Hallentoren oder auch großen Industrietoren werden regelmäßig Elektromotoren eingesetzt, die über eine Abtriebswelle ein Torbewegungselement, meist eine Torwelle, antreiben, um beispielsweise ein Torseil oder eine Torkette aufzuwickeln, an der das Tor befestigt ist. Es versteht sich, daß andere Torbewegungselemente dabei Verwendung finden können.

[0003] Besonders für große Industrietore müssen große, besonders starke Elektromotoren eingesetzt werden, die ein hohes Drehmoment aufweisen. In Verbindung mit den wachsenden Anforderungen an ein solches Antriebsaggregat, steigen selbstverständlich auch die Produktionskosten eines derartigen Torantriebs nach dem Stand der Technik.

[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine preiswertere Möglichkeit zum Antrieb eines Tores vorzustellen. Insbesondere soll mit einfachen Mitteln eine Weiterbildung eines Torantriebs nach dem Stand der Technik erzielt werden.

[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Torantrieb gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

[0006] Es wird also eine Vorrichtung für einen Torantrieb vorgeschlagen, insbesondere für ein Sektionaltor, Rolltor oder dergleichen, mit einem Torbewegungselement, insbesondere eine Torwelle, zum Öffnen und Schließen eines Tores und ein am Torbewegungselement angeordnetes Verbindungsmittel, wobei der Torantrieb mindestens zwei Elektromotoren umfaßt, von denen einer fest mit dem am Torbewegungselement (2) angeordnetem Verbindungsmittel mittelbar/unmittelbar verbunden ist und alle weiteren Elektromotoren (3,4) um das Torbewegungselement radial beweglich angeordnet und mit diesem über das angeordnete Verbindungsmittel verbunden sind. Über die jeweiligen Verbindungsmittel können die Drehmomente der einzelnen Elektromotoren auf das Torbewegungselement übertragen werden und somit eine Rotationsbewegung um die Rotationsachse längs des Torbewegungselement erreicht werden, was zu einem Öffnungs- und Schließvorgang des Torantriebs führt. Wichtig hierbei ist, das die Antriebsmomente der einzelnen Elektromotoren nicht entgegengerichtet sondern miteinander wirken. Dadurch ist durch zwei kleinere, bzw. preiswertere Standard-Elektromotoren eine große, teure Einheit ersetzbar. Insbesondere kann bei einem Rolltor ein Rollgitter an der Torwelle so angeordnet sein, daß bei einer Rotationsbewegung um die Längsachse im oder gegen den Uhrzeigersinn das Rollgitter auf- bzw. abgewickelt wird. Die Wickelbewegung wird durch die Elektromotoren erzeugt, die über an der Motorabtriebswelle angeflanschte Verbindungsmittel mit dem an der Torwelle angeordneten Verbindungsmittel verbunden, deren Drehmomente gleichgerichtet sind und die Torwelle in die entsprechende rotierende Bewegung versetzen.

[0007] Durch den Einsatz von mehr als einem Elektromotor zum Antrieb eines Torantriebs ergibt sich das Problem, daß die verwendeten Elektromotore in ihrer Drehzahl synchron zueinander betrieben werden müssen. Variiert die Umlaufgeschwindigkeit der einzelnen Motoren auch nur minimal, kann dies zu Reibungspunkten bzw. verstärkter Materialbeanspruchung gewisser Antriebskomponenten führen und einen beschleunigten Verschleiß bewirken. Solch asynchrone Umlaufgeschwindigkeiten der Motoren beruhen auf minimalen Unterschieden der verwendeten baugleichen Transformatoren zur Versorgung der Elektromotoren. Auch können kleinste Leistungsunterschiede der einzelnen Motoren gleichen Bautyps in unterschiedlichen Umlaufgeschwindigkeiten resultieren.

[0008] Um die genannten Begleiterscheinungen zur verhindern oder zu lindern, sind alle weiteren Elektromotoren radial beweglich um das Torbewegungselement angeordnet, wodurch Transformator- und Motorenunterschiede und damit ein asynchroner Betrieb der mindestens zwei Elektromotoren ausgleichbar ist. Laufen die Drehzahlen, bzw. Antriebsgeschwindigkeiten der mindestens zwei Elektormotoren auseinander, d.h. asynchron, so ist eine ideale Kraftübertragung nicht mehr gesichert und es entstehen zusätzliche Reibungspunkte an gewissen Stellen der Verbindungsmittel des Torantriebs. Durch die bewegliche Anordnung der weiteren eingesetzten Elektromotoren können solch zusätzlich auftretende Reibungspunkte bei asynchronen Antriebsgeschwindigkeiten der Motoren ausgeglichen werden und die ungehinderte Kraftübertragung der einzelnen Motoren auf das Torbewegungselement kann sichergestellt werden.

[0009] Dabei kann es von Vorteil sein, wenn die an den Motorabtriebswellen angeflanschten Verbindungsmittel ein Antriebsritzel umfassen, welche in ein geeignetes an dem Torbewegungselement angeordnetes Verbindungselement eingreifen und über dieses das Torbewegungselement in Bewegung versetzen. Beispielsweise ist das am Torbewegungselement angeordnete Verbindungsmittel eine Kette oder ein weiteres auf dem Torbewegungselement angeordnetes Zahnrad. Die Antriebsritzel greifen in die Kette bzw. das Zahnrad ein und versetzen das Torbewegungselement über die Kette in eine vorbestimmte rotierende Bewegung.

[0010] Denkbar ist, daß wenigstens ein Transformator im Torantrieb vorgesehen ist, welcher mit wenigstens einem oder allen Elektromotoren derart verschaltet ist, daß die erforderliche Versorgungsspannung für die Elektromotoren bereitstellbar ist. Der Transformator kann zum Beispiel die am Eingang anliegende Wechselspannung auf einen erforderlichen Effektivwert transformieren und durch einen nachgeschalteten Gleichrichter eine Gleichspannung am Ausgang erzeugen.

[0011] In vorteilhafter Weise umfaßt wenigstens ein Elektromotor einen Gleichstrommotor. Gleichstrommotoren lassen sich über einen verhältnismäßig einfachen Schaltungsaufbau einer Steuerung ansteuern. Dadurch ergibt sich eine vereinfachte Ansteuerung eines Gleichstrommotors gegenüber bekannten Wechselstrommotoren, da auf den notwendigen Frequenzumrichter zum Betrieb eines geregelten Wechselstrommotors verzichtet werden kann. In der Regel weisen solche bekannten Gleichstrommotoren sehr hohe Ausgangsdrehzahlen auf.

[0012] Aus diesem Grund kann es von Vorteil sein, wenn wenigstens ein Elektromotor einen Getriebemotor umfaßt. Dabei weist ein Getriebemotor in seinem Getriebemotorgehäuse eine Motoreinheit mit einem nachgeschalteten kleinen Getriebe auf. Durch das Getriebe kann bei Gleichstromgetriebemotoren die hohe Ausgangsdrehzahl herunter transformiert werden und es entsteht am Ausgang des Motors ein höheres Ausgangsmoment mit einer geringeren Drehzahl.

[0013] In weiterhin vorteilhafter Weise ist wenigstens eine Stellgröße, insbesondere ein Torstellungssignal, durch ein geeignetes Mittel am Torantrieb erfaßbar und die Stellgröße dient zur Steuerung der Versorgungsspannung wenigstens eines Elektromotors. Die Stellgröße kann vereinfacht über die Funktion:


beschrieben werden, wobei s beispielsweise für die jeweiligen Torposition stehen kann und f(s) eine vordefinierte Funktion zur Berechnung einer Spannung U zur Steuerung wenigstens eines Elektromotors ist. Dabei ist durch die Spannung U die Geschwindigkeit bzw. die Drehzahl des jeweiligen verschalteten Elektromotors steuerbar.
Das Torstellungssignal gibt beispielsweise die jeweilige Öffnungsstellung des verwendeten Tores an und bewirkt ein Abbremsen, Anhalten oder Beschleunigen des Torantriebs.

[0014] In einer Ausführungsvariante ist es vorgesehen, daß mindestens zwei Transformatoren die mindestens zwei Elektromotoren mit einer erforderlichen Versorgungsspannung versorgen. Dabei ist jeweils ein Transformator mit jeweils einem Elektromotor verschaltet und versorgt diesen mit einer erforderlichen Versorgungsspannung zum Betrieb des Elektromotors.

[0015] Durch den Einsatz von mehr als einem Elektromotor zum Antrieb eines Torantriebs ergibt sich das Problem, daß die verwendeten Elektromotore in ihrer Drehzahl synchron zueinander betrieben werden müssen. Variiert die Umlaufgeschwindigkeit der einzelnen Motoren auch nur minimal, kann dies zu Reibungspunkten bzw. verstärkter Materialbeanspruchung gewisser Antriebskomponenten führen und einen beschleunigten Verschleiß bewirken. Solch asynchrone Umlaufgeschwindigkeiten der Motoren beruhen auf minimalen Unterschieden der verwendeten baugleichen Transformatoren zur Versorgung der Elektromotoren. Auch können kleinste Leistungsunterschiede der einzelnen Motoren gleichen Bautyps in unterschiedlichen Umlaufgeschwindigkeiten resultieren.

[0016] Um die genannten Begleiterscheinungen zur verhindern oder zu lindern, ist vorteilhafterweise wenigstens ein Motor über wenigstens eine Feder am Torantrieb federnd angeordnet, bzw. gelagert, wodurch Transformator- und Motorenunterschiede und damit ein asynchroner Betrieb der mindestens zwei Elektromotoren ausgleichbar ist. Die mindestens zwei Motoren sind derart über die Verbindungsmittel mit dem Torbewegungselement verbunden, daß ihre Ausgangsdrehmomente einen Antrieb des Torbewegungselementes erwirken. Die Verbindung ist dabei so ausgelegt, daß eine ideale Kraftübertragung erreichbar ist. Laufen die Drehzahlen, bzw.

[0017] Antriebsgeschwindigkeiten auseinander, d.h. asynchron, so ist eine ideale Kraftübertragung nicht mehr gesichert und es entstehen zusätzliche Reibungspunkte an gewissen Stellen der Verbindungsmittel des Torantriebs. Durch die federnde Lagerung bzw. Anordnung wenigstens eines Elektromotors können solch zusätzlich auftretende Reibungspunkte bei asynchronen Antriebsgeschwindigkeiten der Motoren ausgeglichen werden und die ungehinderte Kraftübertragung der einzelnen Motoren auf das Torbewegungselement kann sichergestellt werden.

[0018] Denkbar ist auch, daß wenigstens zwei Inkrementalgeber an den wenigstens zwei Elektromotoren angeordnet sind und anhand der durch die Inkrementalgeber erfaßten Meßwerte eine Regelgröße zur Regelung mindestens eines Elektromotors bestimmbar ist. Als Inkrementalgeber werden Sensoren zur Erfassung von Lageänderungen bezeichnet, die sowohl Wegstrecke als auch -richtung erfassen können. Durch die Anordnung jeweils eines Inkrementalgebers an jeweils einem Elektromotor ist der zurückgelegte Weg jedes einzelnen Elektromotors bestimmbar und ist somit für eine Auswertung der Drehgeschwindigkeit der einzelnen Elektromotoren heranziehbar. Durch eine geeignete Signalevaluierung sind Abweichungen der Elektromotoren von einem untereinander synchronen Betrieb ermittelbar und mittels der Regelgröße ist wenigstens ein Elektromotor so regelbar, daß der Betrieb der einzelnen Elektromotoren untereinander wieder synchron erfolgt. Die Regelgröße beeinflußt dabei die Versorgungsspannung wenigstens eines Elektromotors derart, daß seine Drehgeschwindigkeit an die Drehgeschwindigkeit der übrigen verwendeten Elektromotoren anpaßbar ist. Es ist dabei denkbar, daß nicht nur ein Elektromotor über die erfaßte Regelgröße regelbar ist, sondern eine Regelung mehrerer Elektromotoren anhand der Regelgröße erfolgt.

[0019] Eine Möglichkeit zur Auswertung der oben genannten Meßwerte ist dadurch gekennzeichnet, daß die Regelgröße durch Vergleich oder Addition der genannten Meßwerte der Inkrementalgeber bestimmbar ist und mindestens ein Elektromotor mittels dieser Regelgröße regelbar ist. Dabei ist die Addition bzw. der Vergleich der Meßwerte über geeignet verschaltete Operationsverstärker durchführbar.

[0020] Eine weitere Möglichkeit, um einen asynchronen Betrieb der Elektromotoren zur erkennen ist, daß der Torantrieb wenigstens eine Meßvorrichtung zum Messen der Winkelstellung von wenigstens einem am Torantrieb angeordneten Elektromotors vorsieht. Dabei ist beispielsweise die Winkelstellung des Elektromotors zum Torbewegungselement selbst oder die Winkelstellung des am Motorabtrieb angeflanschten Verbindungsmittels meßbar. Die durch einen asynchronen Betrieb der wenigstens zwei Elektromotoren hervorgerufenen Winkelstellungsänderungen des entsprechenden Elektromotors oder Verbindungsmittels ist durch die Meßvorrichtung erfaßbar und dadurch eine geeignete Regelgröße zur Regelung wenigstens eines Elektromotors erzeugbar und somit ein synchroner Betrieb der Elektromotoren einstellbar.

[0021] In vorteilhafter Weise sieht der Torantrieb wenigstens einen Schiebewiderstand vor, der derart angeordnet ist, daß die Versorgungsspannung an wenigstens einem Elektromotor direkt durch den Schiebewiderstand variierbar ist. Hierbei wird kein Signal ausgewertet, sondern die anliegende Versorgungsspannung ist direkt über den Schiebewiderstand am jeweiligen Elektromotor variierbar und somit ist ein synchroner Betrieb der einzelnen Elektromotoren untereinander einstellbar.

[0022] In weiterhin vorteilhafter Weise sieht der Torantrieb eine Steuerung zur Auswertung und Steuerung der Stell- und/oder Regelgrößen vor. Die Steuerung bearbeitet und wertet die gemessenen Meßwerte aus, um eine Ansteuerung der mindestens zwei Elektromotoren dahingehend zu realisieren, daß ein synchroner Betrieb der mindestens zwei Elektromotoren miteinander gewährleistet ist.

[0023] Die vorliegende Erfindung soll nun anhand von Ausgestaltungsbeispielen und Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei zeigen:
Figur 1:
ein Schaltbild einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Torantriebs
Figur 2:
ein Schaltbild einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Torantriebs
Figur 3:
ein Schaltbild einer dritten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Torantriebs
Figur 4:
ein Schaltbild einer vierten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Torantriebs


[0024] In Figur 1 ist eine erste Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Torantriebs 1 dargestellt. Der gezeigte Torantrieb 1 umfaßt ein Torbewegungselement 2, das in den Ausgestaltungen der Figuren 1 bis 4 als eine Torwelle ausgeführt ist. Die Torwelle 2 ist um ihre Längsachse drehbar, wodurch ein an der Torwelle 2 angeordnetes, hier nicht gezeigtes Tor, insbesondere Sektionaltor, Torgitter/Rollgitter ein- und ausgefahren bzw. auf- und abgerollt werden kann.
Erfindungsgemäß weist der Torantrieb 1 zwei Elektromotoren 3,4 auf, deren gleichgerichtete Antriebsmomente sich zu einem insgesamt stärkeren Gesamtdrehmoment ergänzen. Dadurch kann auf die Verwendung einer einzelnen, starken Motoreneinheit verzichtet werden und durch den Einsatz von zwei kleineren Motoreinheiten Kosten gespart werden.

[0025] Beide Elektromotoren übertragen ihre Ausgangskräfte über ein Verbindungsmittel in Form eines Antriebsritzels 5,6 auf ein an der Torwelle angeordnetes, in den Figuren 1 bis 4 nicht näher gezeigtes Verbindungsmittel und dadurch auf die Torwelle. Das nicht näher gezeigte Verbindungsmittel kann dabei ein auf der Torwelle sitzendes weiteres Zahnrad sein, dessen Verzahnung in die Zähne der Antriebsritzel der beiden Elektromotoren eingreifen. Ebenfalls ist jedoch auch eine Kette oder sonstiges Mittel zur Kraftübertragung auf die Torwelle denkbar.
Die beiden verwendeten Elektromotoren 3,4 sind zwei identische Gleichstromgetriebemotoren, die über jeweils einen Transformator 7 mit einer vordefinierten Versorgungsspannung gespeist werden. Bei den Transformatoren 7 handelt es sich ebenfalls um Modelle gleichen Typs mit identischen Leistungseigenschaften. Aus Figur 1 ist ersichtlich, daß für die beiden Elektromotoren 3,4 separate Versorgungssysteme definiert sind. Durch eine geeignete Meßvorrichtung kann ein Torstellungssignal erfaßt werden und mittels einer Steuerung evaluiert werden. Die Steuerung gibt eine Stellgröße 8 aus, die zur Regelung der Versorgungsspannung der beiden Elektromotoren 3,4 aus Figur 1 dient. Anhand der Versorgungsspannung kann die Geschwindigkeit mit der die beiden Elektromotoren 3,4 drehen variiert werden. Vereinfacht definiert sich die von der Steuerung ausgegebene Stellgröße aus einer Funktion die in Abhängigkeit des Wegs, d.h. in Abhängigkeit der Stellposition des Tores s, eine erforderliche Ausgangsspannung zur Speisung der Elektromotoren 3,4 berechnet:



[0026] In der Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Torantriebs 1 in Figur 1 werden beide die Elektromotoren 3,4 speisenden Versorgungsspannungen mittels der Stellgröße 8 geregelt.
Da sich auch bei der Verwendung identischer Elektromotoren 3,4 und Transformatoren 7 minimale Unterschiede in deren Leistungseigenschaften ergeben und dies zu einem leicht asynchronen Betrieb der beiden Elektromotoren führt, wird ein Elektromotor 4 über Federn 9 am Torantrieb angeordnet. Die Federn helfen dabei, anwachsende Belastungen und Reibungspunkte der Zahnräder durch Druckentlastung des Elektromotors 4 in Richtung der Torwelle 2 mittels der Federn 9 zu kompensieren.

[0027] In einer weiteren Ausgestaltung (Fig. 2) des erfindungsgemäßen Torantriebs 1 wird zusätzlich zum Ausgleich der Transformator- und Motorunterschiede mittels Federn 9 in unmittelbarer Nähe zu den Elektromotoren 3,4 jeweils ein Inkrementalgeber 10 derart angeordnet, daß die zurückgelegte Bewegstrecke der Antriebsritzel 5,6 meßtechnisch erfaßbar wird. Die Ausgänge werden dabei mit einer geeigneten Auswertungsvorrichtung 11 verschaltet, die entweder die beiden Signaleingänge miteinander vergleicht oder aufeinander addiert. Denkbar ist der Einsatz eines Komparators zum Vergleich oder eines Operationsverstärkers zur Addition der beiden Ausgangssignale der Inkrementalgeber 10.
Der Ausgang der Auswertungsvorrichtung 11 wird dabei mit dem Regelkreis des Elektromotors 4 verschaltet. In Abhängigkeit des anliegenden Signals am Ausgang der Auswertungsvorrichtung 11 wird eine Regelgröße 12 erzeugt, die eine Regelung der Umlaufgeschwindigkeit des Elektromotors 4 auslöst, um einem Vor- bzw. Nacheilen des Elektromotors 4 im Vergleich zum Elektromotor 3 entgegen zuwirken. Dabei wird ersichtlich, daß in der Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Torantriebs 1 in Figur 2 zwei getrennt regelbare Regelsteuerkreise vorliegen. Es sei zusätzlich vermerkt, daß alle weiteren Komponenten bzw. Eigenschaften der Ausgestaltung der Figur 2 mit denen aus Figur 1 übereinstimmen.

[0028] Eine dritte Ausgestaltungsmöglichkeit des erfindungsgemäßen Torantriebs 1 wird in der Figur 3 gezeigt. Der Torantrieb 1 besteht wiederum aus einer Torwelle 2 die über zwei am Motorabtrieb der Elektromotoren 3,4 angeflanschte Antriebsritzel 5,6 angetrieben wird. Beide baugleichen Elektromotore 3,4 werden über Transformatoren 7 identischen Bautyps mit einer vordefinierten Versorgungsspannung gespeist. Zur Regelung der Umlaufgeschwindigkeit des ersten Elektromotors 3 wird eine Regelgröße 8 durch eine geeignete Torstellungsmeßeinheit bestimmt. Zur Regelung des separat regelbaren zweiten Regelungskreises mit dem zweiten Elektromotor 4 wird die Winkelstellung des Elektromotors 4 durch eine Meßvorrichtung 13 meßtechnisch erfaßt und mittels der erfaßten Größe eine Regelgröße 12 erzeugt. Durch die federnde Anordnung des Elektromotors 4 mittels der Federn 9 werden minimale Fehlstellungen beim Ineinandergreifen der Zähne des Antriebsritzels 5 in die Zähne des auf der Torwelle angeordneten Zahnrads und damit steigende Reibungspunkte ausgeglichen. Dadurch kann es zu einer veränderten Winkelstellung des Motors 4 kommen, welche von der Meßvorrichtung 13 meßtechnisch erkannt und durch die Regelgröße 12 ausgeglichen wird. Dabei regelt die Regelgröße 12 die Versorgungsspannung des Elektromotors 4 derart, daß seine Umlaufgeschwindigkeit an die des Elektromotors 3 angeglichen und ein präzises Ineinandergreifen der genannten Zahnräder wieder ermöglicht wird.

[0029] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Torantriebs 1. Der Aufbau des Torantriebs ist bis auf die Meßvorrichtung 13 und die Regelgröße 12 identisch zum Aufbau aus Figur 3. Anstatt der genannten Meßvorrichtung 13 wird ein Schiebewiderstand 14 verwendet, der derart am Elektromotor 4 angeordnet ist, daß bei minimalen Stellungsveränderungen, bzw. Stellwinkelveränderungen des Elektromotors 4 aufgrund des Auseinanderlaufens der Zähne des Antriebsritzels 5 und des auf der Torwelle 2 angeordneten Zahnrads sich der elektrische ohmsche Widerstand des Schiebewiderstand 14 ändert. Durch die Verschaltung des Schiebewiderstands 14 im Regelkreis des Elektromotors 4 und die erzeugte Änderung des elektrischen ohmschen Widerstands wird die Versorgungsspannung durch den Schiebewiderstand 14 direkt am Eingang des Elektromotors 4 geändert. Durch eine geeignete Dimensionierung des Schiebewiderstands kann der nachzuführende Elektromotor 4 dahingehend beeinflußt werden, daß ein synchroner Betrieb der beiden Elektromotoren 3,4 gewährleistet ist.


Ansprüche

1. Vorrichtung für einen Torantrieb (1), insbesondere für Rolltore, Sektionaltore oder dergleichen mit einem Torbewegungselement (2), insbesondere eine Torwelle zum Öffnen und Schließen eines Tores und ein am Torbewegungselement (2) angeordnetes Verbindungsmittel,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Torantrieb (1) mindestens zwei Elektromotoren (3,4) umfaßt, von denen einer fest mit dem am Torbewegungselement (2) angeordnetem Verbindungsmittel mittelbar/unmittelbar verbunden ist und alle weiteren Elektromotoren (3,4) um das Torbewegungselement radial beweglich angeordnet und mit diesem über das angeordnete Verbindungsmittel verbunden sind.
 
2. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens zwei Elektromotoren über entsprechende an der Motorabtriebswelle angeordnete Verbindungsmittel (5,6) mittelbar/unmittelbar mit dem am Torbewegungselement (2) des Torantriebs (1) angeordneten Verbindungsmittel verbindbar sind.
 
3. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die entsprechenden Verbindungsmittel (5,6) Antriebsritzel umfassen, welche an den Motorabtrieben angeflanscht sind und die Antriebsritzel in ein entsprechendes am Torbewegungselement (2) angeordnetes Verbindungsmittel, insbesondere eine Kette, zum Antrieb des Torbewegungselement (2) des Torantriebs (1) eingreifen.
 
4. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß Anspruch 1,2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Transformator (7) im Torantrieb (1) vorgesehen ist, welcher mit wenigstens einem oder allen Elektromotoren (3,4) verschaltet ist und die erforderliche Versorgungsspannung der Elektromotoren (3,4) zur Verfügung stellt.
 
5. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Elektromotor (3,4) einen Gleichstrommotor umfaßt.
 
6. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Elektromotor (3,4) einen Getriebemotor umfaßt.
 
7. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Stellgröße (8) durch ein geeignetes Mittel am Torantrieb erfaßbar ist, wobei insbesondere ein Torstellungssignal erfaßbar ist und wobei die Stellgröße (8) zur Steuerung der Versorgungsspannung wenigstens eines Elektromotors (3,4) dient.
 
8. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Transformatoren (7) zur Regelung von mindestens zwei Elektromotoren (3,4) einsetzbar sind, wobei jeweils ein Transformator mit jeweils einem Elektromotor (3,4) verschaltet ist.
 
9. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Elektromotor (3,4) über wenigstens eine Feder (9) am Torantrieb angeordnet ist, wodurch Transformator- und Motorunterschiede und damit ein asynchroner Betrieb der mindestens zwei Elektromotoren (3,4) ausgleichbar ist.
 
10. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei Inkrementalgeber (10) an den wenigstens zwei Elektromotoren (3,4) angeordnet sind und anhand der durch die Inkrementalgeber (10) erfaßten Meßwerte eine Regelgröße (12) zur Regelung mindestens eines Elektromotors (3,4) bestimmbar ist.
 
11. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelgröße (12) durch Vergleich oder Addition der beiden genannten Meßwerte der Inkrementalgeber (10) bestimmbar ist und wenigstens ein Elektromotor (3,4) mittels dieser Regelgröße (12) regelbar ist.
 
12. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Torantrieb (1) wenigstens eine Messvorrichtung (13) zum Messen der Winkelstellung wenigstens eines Elektromotors (3,4) und/oder des am Elektromotorabtrieb angeordneten Verbindungsmittels (5,6), insbesondere Antriebsritzel, vorsieht und dadurch wenigstens eine Regelgröße (12) zur Regelung wenigstens eines Elektromotors (3,4) erzeugbar ist.
 
13. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Torantrieb (1) wenigstens einen Schiebewiderstand (14) vorsieht, der derart angeordnet ist, daß die Versorgungsspannung an wenigstens einem Elektromotor (3,4) direkt durch den Schiebewiderstand (14) variierbar ist.
 
14. Vorrichtung für einen Torantrieb (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Torantrieb (1) eine Steuerung zur Auswertung und Steuerung der Stellgröße (8) und/oder Regelgröße (12) vorsieht.
 




Zeichnung