(19)
(11) EP 2 226 580 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.09.2010  Patentblatt  2010/36

(21) Anmeldenummer: 10001986.8

(22) Anmeldetag:  26.02.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F24F 11/053(2006.01)
F24F 13/062(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(30) Priorität: 03.03.2009 DE 102009011134

(71) Anmelder: Schako Klima Luft Ferdinand Schad KG
78600 Kolbingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Müller, Rainer
    78600 Kolbingen (DE)

(74) Vertreter: Weiss, Peter 
Dres. Weiss, Arat & Stern Zeppelinstrasse 4
78234 Engen
78234 Engen (DE)

   


(54) Luftauslass


(57) Bei einem Luftauslass zum Einbringen von warmer und/oder kalter Luft in einen Raum durch einen Auslassstutzen (2), der von einem Rahmen (3) umgeben ist, soll der Auslassstutzen (2) gegenüber dem Rahmen (2) in Strömungsrichtung (K) bewegbar sein.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Luftauslass zum Einbringen von warmer und/oder kalter Luft in einen Raum durch einen Auslassstutzen, der von einem Rahmen umgeben ist.

STAND DER TECHNIK



[0002] Derartige Luftauslässe sind in vielfältiger Form und Ausführung auf dem Markt bekannt und gebräuchlich. Allerdings hat sich erwiesen, dass in diesen Luftauslässen die Luftströmungen nur schwer kontrollierbar und keine gute Induktion der Luft in einem Raum ermöglicht ist. Besonders die unterschiedlichen Strömungseigenschaften von kalter und warmer Luft stellen dabei eine Herausforderung dar.

[0003] Um ein Einbringen von Luft in einen Raum zu verbessern, zeigt die EP 0 816 773 B1 einen diffusorartig gewölbten Auslassstutzen in den ein Luftführungsstutzen eingesetzt ist. Um die Luft möglichst tief in den Raum einbringen zu können, ist dem Luftführungsstutzen ein Weitwurfelement zugeordnet. Zur Regulierung des Lufteinlasses kann der Luftführungsstutzen in unterschiedlichen Höhen stufenlos verstellbar angeordnet sein. Damit eignet sich diese Anordnung gut, um warme Luft tief in einen Raum einzubringen. Kalte Luft wird allerdings auch tief in den Raum eingebracht und kann nicht, wie für eine Belüftung des ganzen Raumes wichtig, zuerst entlang der Decke geleitet werden, bevor sie nach unten fällt. Durch die Verstellung des Luftführungsstutzens ist nur die Einbringtiefe, nicht aber die Strömungsrichtung steuerbar.

AUFGABE



[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Luftauslass zu schaffen, mit dem kalte und warme Luft so in einen Raum geleitet werden kann, dass dieser optimal belüftet ist.

LÖSUNG DER AUFGABE



[0005] Zur Lösung der Aufgabe führt, dass der Auslassstutzen gegenüber dem Rahmen in Strömungsrichtung bewegbar ist.

[0006] Das bedeutet, dass zwischen dem Rahmen und dem Auslassstutzen ein in seiner Grösse veränderbarer Spalt gebildet wird. Ist der Spalt gross, kann die Luft durch den Auslassstutzen ausströmen, wird dann aber an dem umlaufenden Rahmen nach unten in den Raum abgelenkt. Das bedeutet, dass diese Luft tief in den Raum eindringt. Wird dagegen der Spalt verkleinert, strömt die Luft mehr seitlich aus und kann sich an einer Decke entlang verbreiten und dann nach unten sinken. So werden Zugerscheinungen beim Einbringen von kalter Luft vermieden.

[0007] Bei einem bevorzugten Luftauslass ist der Auslassstutzen gegenüber dem Rahmen drehbar gelagert. Dazu ist der Auslassstutzen in einer oder mehreren Kulissen geführt. Die Kulissen können direkt in den Rahmen oder in Winkelstücke, die dem Rahmen oder aber auch einer Zimmerdecke od. dgl. zugeordnet sind, eingebracht sein. Denkbar ist auch die Einformung von den Kulissen in einen Ring, der den Auslassstutzen umgibt.

[0008] Der Auslassstutzen weist Führungselemente vorzugsweise mit einer gleitfähigen Beschichtung auf, die mit der oder den Kulisse/n zusammenwirken und in dieser bzw. diesen laufen. Dazu sind die Kulissen so ausgebildet, dass sich bei einer Drehbewegung automatisch eine Ab- oder Aufwärtsbewegung in Strömungsrichtung ergibt. Erfindungsgemäss sind also mehrere schlitzförmige Kulissen schräg angeordnet oder ein Ring bzw. eine Spirale im Umfang des Randes denkbar.

[0009] Im Auslassstutzen ist bevorzugt ein weiterer Luftführungsstutzen angeordnet. Dieser kann dem Rahmen zugeordnet und mit diesem fest verbunden sein, dann bewegt sich der Luftführungsstutzen bei einer Drehung des Auslassstutzens nicht mit diesem mit, sondern bleibt an seiner Position.

[0010] Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Luftführungsstutzen dem Auslassstutzen zugeordnet ist und dessen Bewegung gegenüber dem Rahmen in Strömungsrichtung mitmacht. Dies ist vom jeweiligen Anwendungsfall des Luftauslasses abhängig. Beide Zuordnungsmöglichkeiten sollen vom Erfindungsgedanken umfasst sein.

[0011] Die Bewegung des Auslassstutzens kann manuell oder über einen Antrieb erfolgen. Dabei sollen vom Erfindungsgedanken alle möglichen Motoren umfasst sein. Besonders bevorzugt wird als Antrieb für die Drehbewegung des Auslassstutzens ein Thermomotor eingesetzt. Dieser weist ein Dehnstoffelement auf, das sich bei Wärme ausdehnt. In den Luftauslass soll der Thermomotor so eingebunden sein, dass die warme und/oder kalte vorbeiströmende Luft zur Ansteuerung des Motors verwendet werden kann. D.h. der Thermomotor stellt je nach Temperatur der vorbeiströmenden Luft den Auslassstutzen in die gewünschte Höhe. Denkbar ist aber auch, dass Temperaturfühler verwendet werden, die je nach Temperatur der in den Raum einzubringenden Luft einen Elektro-, hydraulischen oder pneumatischen Antrieb ansteuern. Natürlich wird vom Erfindungsgedanken auch die manuelle Verstellung umfasst.

FIGURENBESCHREIBUNG



[0012] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in
Figur 1
einen Querschnitt eines erfindungsgemässen Luftauslasses;
Figur 2
eine Seitenansicht in Blickrichtung x des Luftauslasses gemäss Figur 1;
Figur 3
eine schematische Draufsicht eines weiteren Ausführungsbeispiels des erfindungsgemässen Luftauslasses.


[0013] Figur 1 zeigt einen erfindungsgemässen Luftauslass 1. Dieser weist einen diffusorartig gewölbten Auslassstutzen 2 mit einer Mittelachse 9, einen Rahmen 3 und einen Luftführungsstutzen 4 auf. Der Rahmen 3 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäss Figur 1 als Ring, der den Auslassstutzen 2 umschliesst, ausgebildet und in eine nicht dargestellte Öffnung in einer Zimmerdecke eingebracht. Diese Öffnung ist zum Raum hin mir einer Luftauslassplatte 5 abgedeckt.

[0014] Am Luftauslassstutzen 2 sind Bolzen 6.1 bis 6.4, wie auch in Figur 3 gezeigt, angeordnet. Deren Oberfläche ist mit einer gleitfähigen Schicht, vorzugsweise Kunststoff, versehen.

[0015] In den Rahmen 3 sind insgesamt vier Kulissen 7 eingebracht. Diese sind, wie in Figur 2 beispielhaft für eine Kulisse 7 gezeigt, als Schlitze, die in einem Winkel α von ca. 45° in den Rahmen 3 eingebracht sind, ausgeführt. Die Kulissen weisen eine Breite b auf, die einem Durchmesser d der Bolzen 6.1 bis 6.4 entspricht. Die Kulisse 7 erstreckt sich von einer Unterkante 8 des Randes 3 über ca. 2/3 des Randes 3.

[0016] Wie in Figur 3 schematisch dargestellt, sind jeweils zwei Bolzen 6.1 und 6.3 und 6.2 und 6.4 gegenüberliegend am äusseren Umfang des Auslassstutzens 2 angeordnet. Dazu korrespondierend sind die vier Kulissen ebenfalls paarweise gegenüberliegend vorgesehen und zwar in diesem Ausführungsbeispiel in jeweils einem Winkel 10.1 bis 10.4.

[0017] Der Auslassstutzen 2 ist über seine Bolzen 6.1 bis 6.4, die in den Kulissen laufen, dem Rahmen 3 zugeordnet und mit diesem verbunden.

[0018] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Luftführungsstutzen 4 am Rahmen 3 mit nicht dargestellten Bügeln festgelegt.

Die Funktionsweise der vorliegenden Erfindung ist folgende:



[0019] Figur 1 zeigt den Luftauslass 1 mit einem hochgestellten Auslassstutzen 2. Diese Position dient vorzugsweise dazu, kalte Luft in einen Raum einzubringen. Geführt durch eine Innenseite des Auslassstutzen 2 und eine Aussenseite des Luftführungsstutzen 4 aber umgelenkt durch den Rahmen 3 wird warme Luft vertikal in Pfeilrichtung P tief in den Raum eingeführt.

[0020] Im Gegensatz dazu soll kalte Luft solange wie möglich entlang einer nicht dargestellten Zimmerdecke geführt werden, bevor sie nach unten in den Raum fällt.. Deshalb wird zum Einbringen von kalter Luft der Auslassstutzen 2 in Pfeilrichtung K nach unten verstellt. Dadurch rücken der Auslassstutzen 2 und der Luftführungsstutzen 4 näher zusammen. Da beide sich aber diffusorartig nach aussen erweitern, wird auch der Luftstrom nach aussen gelenkt und an der Decke entlang geführt, bevor er nach unten absinkt.

[0021] Um den Auslassstutzen 2 in Pfeilrichtung K in die untere Position zu verstellen, muss er um seine Mittelachse 9 gedreht werden. Durch diese Drehbewegung schraubt sich der Auslassstutzen 2 mit seinen Bolzen 6.1 bis 6.4 entlang den Kulissen 7 und bewegt sich in Pfeilrichtung K nach unten. Dabei ist der nach unten zurück gelegte Weg direkt proportional zum Winkel der Drehung in Abhängigkeit von der Neigung des Winkels α der Kulisse 7.

[0022] Die Drehbewegung kann entweder manuell oder motorisch ausgeführt werden.

[0023] Um den Auslassstutzen 2 wieder nach oben zu stellen, erfolgt die Drehbewegung des Auslassstutzens 2 in die andere Richtung um die Mittelachse 9.
Bezugszeichenliste
1 Luftauslass 34   67  
2 Auslassstutzen 35   68  
3 Rahmen 36   69  
4 Luftführungsstutzen 37   70  
5 Luftauslassplatte 38   71  
6 Bolzen 39   72  
7 Kulisse 40   73  
8 Unterkante 41   74  
9 Mittelachse 42   75  
10 Winkel 43   76  
11   44   77  
12   45   78  
13   46   79  
14   47   x Blickrichtung
15   48   α Winkel
16   49   B Breite
17   50   D Durchmesser
18   51   P Pfeil
19   52   K Pfeil
20   53      
21   54      
22   55      
23   56      
24   57      
25   58      
26   59      
27   60      
28   61      
29   62      
30   63      
31   64      
32   65      
33   66      



Ansprüche

1. Luftauslass zum Einbringen von warmer und/oder kalter Luft in einen Raum durch einen Auslassstutzen (2), der von einem Rahmen (3) umgeben ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Auslassstutzen (2) gegenüber dem Rahmen (3) in Strömungsrichtung (K) bewegbar ist.
 
2. Luftauslass nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auslassstutzen (2) gegenüber dem Rahmen (3) drehbar ist.
 
3. Luftauslass nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Auslassstutzen (2) in wenigstens einer Kulisse (7) führbar ist.
 
4. Luftauslass nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei sich gegenüberliegende Kulissen (7) vorgesehen sind.
 
5. Luftauslass nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (7) dem Rahmen (3) zugeordnet ist.
 
6. Luftauslass nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (7) aus einem Winkel (α) besteht, die einen Schrägschlitz aufweist.
 
7. Luftauslass nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Auslassstutzen (2) zumindest ein Führungselement (6.1 - 6.4) aufweist, welches mit der zumindest einen Kulisse (7) zusammenwirkt.
 
8. Luftauslass nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement ein Bolzen (6.1 - 6.4) ist, der von einem Kunststoff ummantelt ist.
 
9. Luftauslass nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass dem Auslassstutzen (2) eine Luftauslassplatte (5) zugeordnet ist.
 
10. Luftauslass nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Auslassstutzen (2) ein Luftführungsstutzen (4) angeordnet ist.
 
11. Luftauslass nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftführungsstutzen (4) abhängig oder unabhängig vom Auslassstutzen (2) in Strömungsrichtung (K) bewegbar ist.
 
12. Luftauslass nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des Auslassstutzens (2) und/oder Luftführungsstutzens (4) manuell und/oder motorisch erfolgt.
 
13. Luftauslass nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung thermomotorisch erfolgt.
 
14. Luftauslass nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Thermoantrieb durch die Temperatur der einströmenden Luft ansteuerbar ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente