[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung, insbesondere zur
Echtzeitüberwachung der Integrität eines Frachtbehältnisses, vorzugsweise eines Transportcontainers,
wobei das Frachtbehältnis eine diesem zugeordnete Überwachungseinrichtung aufweist,
die über mindestens einen, die Integrität des Behältnisses überwachenden Überwachungssensor
verfügt. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein System zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] National und international steigen im Frachtgeschäft die Anforderungen an die Sicherheit
von Frachtbehältnissen, insbesondere von Transportcontainem, wie etwa sogenannten
See- oder Landcontainern, immer weiter an. Als besonders groß wird die Gefahr eingestuft,
dass einzelne Frachtbehältnisse nach einem Beladevorgang durch autorisiertes Personal
auf dem Transportweg von Terroristen geöffnet und mit Sprengsätzen oder dergleichen
versehen werden, die am Zielort des Frachtbehältnisses detonieren sollen.
[0003] Um das Risiko derartiger Szenarien zu verringern, gibt es Bestrebungen, sämtliche
Frachtbehältnisse auf illegale Waffen oder anderes illegales Frachtgut zu durchleuchten,
etwa mit Röntgenverfahren. Derartige Verfahren sind insbesondere in Anbetracht der
Vielzahl von weltweit versendeten Frachtbehältnissen äußerst aufwendig.
[0004] Es wurde daher eine Vielzahl von Verfahren entwickelt, mit denen die Integrität von
Frachtbehältnissen ausgehend von der Beladung des Behältnisses über dessen Transportweg
bis zum Zielort möglichst lückenlos nachverfolgt werden kann. Ein System der eingangs
genannten Art ist beispielsweise aus der
US 4,750,197 bekannt. Im Inneren eines Transportcontainers ist dort eine Überwachungseinrichtung
mit Überwachungssensor angeordnet. Die Überwachungseinrichtung wird von einer berechtigten
Person mittels eines geeigneten Schlüssels aktiviert. Nach der Aktivierung erfolgt
die Überwachung des Containers. Die Integrität des Containers verletzende Ereignisse
werden von dem Sensor erfasst und auf einem lokalen Datenspeicher gespeichert. Weiterhin
ist mit der Überwachungseinrichtung ein Alarmsignalgeber gekoppelt. Sobald die Überwachung
einen unberechtigten Zugang zu dem Container erfasst, erzeugt der Signalgeber ein
Alarmsignal.
[0005] Ein ganz ähnliches System wird in der
DE 60 2004 008 248 T2 beschrieben. Auch in dieser Schrift wird einem Transportcontainer eine Überwachungseinrichtung
mit Überwachungssensor zugeordnet. Mögliche unberechtigte bzw. unautorisierte Zugänge
werden ebenfalls erst erfasst, nachdem eine Aktivierung der Überwachungseinrichtung
mittels eines Aktivierungsschlüssels erfolgt ist. Die Überwachungseinrichtung überwacht
den Container dann solange, bis sie mittels eines geeigneten Deaktivierungsschlüssels
deaktiviert wird, in der Regel am Ende des Transportweges. Etwaige Zugangsvorfälle
während des Transportes, beispielsweise ein unerlaubtes Eindringen in den Container
auf dem Transportweg, werden wie bei der Lösung der
US 4,750,197 erfasst und in einem Speicher der Überwachungseinrichtung gespeichert. Am Ende des
Transportweges kann die Überwachungseinrichtung mittels eines geeigneten Deaktivierungsschlüssels
deaktiviert, d.h. abgeschaltet werden. Die Überwachung des Containers wird hierdurch
beendet. Zugleich werden etwaige gespeicherte Daten über Zugangsvorfälle auf den Deaktivierungsschlüssel
übertragen.
[0006] Die dargestellten Überwachungssysteme haben verschiedene Nachteile. Problematisch
ist insbesondere, dass nach der autorisierten Öffnung des jeweiligen Containers keinerlei
weitere Überwachung desselben mehr stattfindet. Dies kann hochgefährlich sein. Denn
Container werden häufig nach dem erstmaligen Beladen am Startort des Containers vor
dem Erreichen des eigentlichen Zielorts zwischenbeladen. Dabei wird der Container
mit weiterem Frachtgut beladen, das an einem auf dem Transportweg liegenden Ort gelagert
ist. Um dieses weitere Frachtgut aufzunehmen, muss die Überwachungseinrichtung im
Stand der Technik zunächst autorisiert deaktiviert, also abgeschaltet werden. Erst
anschließend ist eine autorisierte Öffnung des Containers und ein (Zwischen-)Beladen
des Containers möglich. Nach dem Beladen wird der Container wieder verschlossen und
die Überwachungseinrichtung erneut autorisiert aktiviert.
[0007] Im Zeitraum zwischen dem deaktivierten und dem aktivierten Zustand der Überwachungseinrichtung,
d.h. zwischen dem Abschalten und erneutem Einschalten derselben, findet dementsprechend
keinerlei Überwachung des Containers statt. So kann der Container geraume Zeit in
dem geöffneten Zustand verbleiben und beispielsweise unbemerkt von derjenigen Person,
die den Container autorisiert geöffnet hatte, von anderen Personen mit illegalem Frachtgut
beladen werden. Im Übrigen wäre es auch für die autorisierte Person, die den (Zwischen-)Beladevorgang
vornimmt, nach der Deaktivierung der Überwachungseinrichtung problemlos möglich, in
dem Container gefährliches Frachtgut zu lagern.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
ein Verfahren und ein System der eingangs genannten Art anzugeben, mit dem die Integrität
eines Frachtbehältnisses möglichst lückenlos überwacht werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen eines Anspruchs 1
sowie durch ein System mit den Merkmalen des Anspruchs 15.
[0010] Danach werden nach der Erfassung eines die Frachtbehältnisintegrität verletzenden
Ereignisses durch den Überwachungssensor einem von dem Behältnis entfernt positionierten
Analysezentrum Ereignisdaten übermittelt, die die integritätsverletzung repräsentieren.
In dem Analysezentrum werden die übermittelten Ereignisdaten anschließend anhand vorbestimmter
Kriterien im Hinblick auf eine entweder berechtigte oder unberechtigte Integritätsverletzung
des Frachtbehältnisses bewertet. Abhängig von dem Ergebnis dieser Bewertung können
dann geeignete Maßnahmen ergriffen werden, etwa ein Alarmsignal erzeugt werden.
[0011] Das vorgenannte erfindungsgemäße Verfahren läuft durch Verwendung geeigneter, nachfolgend
noch näher bezeichneter Systemkomponenten bevorzugt automatisiert oder mindestens
teilautomatisiert ab.
[0012] Im Rahmen der Anmeldung wird unter einer Integritätsverletzung allgemein jede berechtigte
oder unberechtigte Manipulation innen oder außen am Frachtbehältnis verstanden und/oder
jeder physikalischen Zugang zu dem Frachtbehältnis, insbesondere in das Innere desselben.
[0013] Vorzugsweise umfasst eine integritätsverletzung das Öffnen und/oder das Schließen
einer oder mehrerer Verschließeinrichtungen, insbesondere Türen, die jeweils mindestens
eine Zugangsöffnung zu dem Behältnis verschließen bzw. freigeben können.
[0014] Des Weiteren werden allgemein unter "autorisierte lntegritätsverietzungen" berechtigte
Integritätsverletzungen verstanden, unberechtigte Verletzungen dagegen werden als
"unautorisiert" bezeichnet.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, das Frachtbehältnis bzw. dessen Status
während des gesamten Transportweges ununterbrochen zu überwachen.
[0016] In der Regel werden die eine lntegritätsverletzung repräsentierenden Ereignisdaten
deshalb unmittelbar im Anschluss an deren Erfassung durch den oder die Sensoren automatisch
an das Analysezentrum zur anschließenden Bewertung derselben übersandt. Die Übersendung
der Daten wird dabei getriggert durch die Erfassung der Integritätsverietzung. In
diesem Sinne kann das Analysezentrum den Container im Wesentlichen in Echtzeit überwachen.
[0017] Anders als im Stand der Technik erfolgt die Überwachung im Übrigen auch dann, wenn
das Frachtbehältnis, bereits bevor es seinen Zielort erreicht hat, autorisiert geöffnet
und mit zusätzlicher Ladung versehen werden sollte. Auch nach einer derartigen autorisierten
Zwischenöffnung mit anschließendem erneuten, autorisierten Verschließvorgang bleibt
die Überwachungseinrichtung bzw. der mit dieser wirkverbundene Überwachungssensor
aktiv. Auf eine Aktivierung und Deaktivierung der Überwachungseinrichtung durch Aktivierungs-
bzw. Deaktivierungsschlüssel wird vorteilhafterweise verzichtet. Es erfolgt daher
auch in der Zeit nach einer autorisierten (Zwischen-)Öffnung des Behältnisses eine
Überwachung desselben. Im Stand der Technik dagegen muss die Überwachungseinrichtung
im Sinne einer üblichen Alarmanlage deaktiviert, d.h. abgeschaltet werden, wenn das
Behältnis autorisiert geöffnet werden soll.
[0018] Der Überwachungssensor erfasst mögliche Integritätsverletzungen demnach unabhängig
davon, ob die jeweilige Integritätsverletzung autorisiert oder unautorisiert erfolgt.
Im Stand der Technik dagegen werden letztlich ausschließlich unautorisierte lntegritätsverletzungen
erfasst. Denn autorisierte Integritätsverletzungen, etwa ein autorisiertes Öffnen,
können im Stand der Technik nur in Verbindung mit einem Abschalten der Überwachungseinrichtung
erfolgen.
[0019] Erfindungsgemäß kann das Frachtbehältnis dagegen auch im Anschluss an autorisierte
Integritätsverletzungen weiter überwacht werden, mindestens bis es seinen Zielort
erreicht hat. Wenn die Überwachung beispielsweise mittels Bewegungen innerhalb des
Frachtbehältnisses erfassenden Bewegungssensoren erfolgt, werden auch nach einer autorisierten
(Zwischen-)Öffnung des Behältnisses auswertbare Überwachungs- bzw. Ereignisdaten erzeugt.
Verdächtige Bewegungen, beispielsweise verursacht durch unberechtigte Beladeaktivitäten,
können daher auch nach dem autorisierten Öffnen des Behältnisses erfasst und erkannt
werden. So ist auch die automatisierte Überwachung des Belade- und/oder Entladevorgangs
selbst möglich. Es kann mittels geeigneter Sensorik überwacht und kontrolliert werden,
welche Güter verladen und/oder entladen werden.
[0020] Als zu überwachende Frachtbehältnisse kommen sämtliche mobilen Behältnisse in Betracht,
in denen Frachtgüter transportiert und/oder gelagert werden können. Die Frachtbehältnisse
umgeben oder begrenzen dabei einen in ihrem Inneren angeordneten Fracht- und/oder
Laderaum.
[0021] Vorzugsweise verfügen die Frachtbehältnisse jeweils über mindestens eine Verschließeinrichtung,
insbesondere eine Tür, Klappe oder dergleichen, die jeweils mindestens eine Beladeöffnung
zu dem Frachtbehältnis verschließen und/oder freigeben kann. Über die Beladeöffnung
kann das Frachtbehältnis mit Frachtgut beladen werden bzw. Frachtgut aus dem Frachtbehältnis
entladen werden.
[0022] In der bevorzugten Anwendung der Erfindung sind die Frachtbehältnisse Transportcontainer,
insbesondere See- oder Landcontainer.
[0023] Die Frachtbehältnisse können auch jeweils fest mit Fahrzeugen, wie etwa LKW's oder
dergleichen, verbunden sein oder Teil dieser sein.
[0024] Grundsätzlich ist auch denkbar, immobile Fracht- und/oder Lagerräume mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren zu überwachen.
[0025] Die die Integritätsverletzung repräsentierenden Ereignisdaten, die dem entfernten
Analysezentrum zur nachfolgenden Bewertung der erfassten Verletzung als "Autorisiert/Nicht
autorisiert" übersandt werden, sind bevorzugt Daten, die unmittelbar den Status bzw.
den Zustand des Behältnisses im Sinne "Integrität verletzt ja/nein" kennzeichnen.
[0026] Bei dieser Ausführungsform der Erfindung übernimmt die Überwachungseinrichtung im
Vorfeld der vorgenannten Bewertung die Analyse, ob die von dem Sensor gemessenen Messwerte
auf eine Integritätsverletzung des Behältnisses hindeuten oder nicht.
[0027] Diese Messwertauswertung erfolgt zweckmäßigerweise im Hinblick auf das Einhalten
oder Überschreiten vorgegebener Messwertgrenzwerte. Ergibt die Auswertung der Überwachungseinrichtung,
dass eine Integritätsverletzung vorliegt, kann die Überwachungseinrichtung eine das
Vorliegen der Integritätsverletzung repräsentierende Mitteilung an das Analysezentrum
senden.
[0028] Etwa bei einem Einsatz eines das Innere des Frachtbehältnisses überwachenden Bewegungssensors
würde die Überwachungseinrichtung die Messwerte dann im Hinblick auf das Erreichen
oder Überschreiten bestimmter Grenzwerte auswerten. Hierdurch können beispielsweise
unkritische (Luft-)Bewegungen, die durch den Transport des Frachtbehältnisses bedingt
sind, von kritischen Bewegungen durch Beladeaktivitäten unterscheiden zu können. Die
Auswertung der Überwachungseinrichtung ergibt dabei demnach, ob eine Integritätsverletzung
vorliegt oder nicht.
[0029] Alternativ oder zusätzlich können aber auch zunächst unmittelbar die unanalysierten
Messwerte bzw. die die unanalysierten Messwerte repräsentierenden Daten des Sensors
an das Analysezentrum übermittelt werden. In der Folge würde dann erst im Analysezentrum
die vorgenannte Analyse im Hinblick auf das Erreichen oder Überschreiten von Grenzwerten
erfolgen und damit im Hinblick auf das Vorliegen einer Integritätsverletzung.
[0030] Unabhängig davon, ob die Bewertung der Sensormesswerte im Hinblick auf das Vorliegen
einer Integritätsverletzung bereits durch die Überwachungseinrichtung erfolgt oder
erst später in dem Analysezentrum, werden erfindungsgemäß die von dem Frachtbehältnis
bzw. von der dem Frachtbehältnis zugeordneten Überwachungseinrichtung ausgehenden
Ereignisdaten im Analysezentrum später im Hinblick darauf analysiert, ob die erfasste
Integritätsverletzung entweder autorisiert oder unautorisiert erfolgte.
[0031] Ein geeignetes Analysezentrum zur Durchführung dieser Aufgaben kann in einfachster
Ausführungsform der Erfindung beispielsweise über eine geeignete Computereinrichtung
zur Analyse bzw. Bewertung der Ereignisdaten verfügen sowie mindestens über eine Empfangseinrichtung,
mit der die von der Überwachungseinrichtung ausgehenden Ereignisdaten empfangen werden
können.
[0032] Die Ereignisdaten werden dabei in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
von einer der Überwachungseinrichtung zugeordneten Sendeeinrichtung per Langstrecken-Datenfernübertragung,
insbesondere per Satellitenfunkverbindung, unmittelbar oder mittelbar (ggf. durch
Weiterleitung über weitere Zwischensendeeinrichtungen) an das Analysezentrum bzw.
an die ihr zugeordnete Empfangseinrichtung übertragen.
[0033] Was die Integritätsverletzungen betrifft, so erfasst die Überwachungseinrichtung
- wie oben bereits angedeutet - als Integritätsverletzungen bevorzugt mindestens ein
Öffnen und/oder Verschließen des Frachtbehältnisses. Zu diesem Zweck kann die Überwachungseinrichtung
einen geeigneten Sensor aufweisen, beispielsweise einen Türsensor. Naturgemäß können
auch verschiedene andere Sensoren eingesetzt werden, die geeignet sind, etwaige Integritätsverletzungen
zu erfassen. Bevorzugt wird beispielsweise mindestens ein Bewegungssensor eingesetzt,
der Bewegungen innerhalb des Frachtbehältnisses und/oder Bewegungen des Frachtbehältnisses
selbst überwacht. Weiter ist denkbar, Detektoren einzusetzen, die explosive Sprengstoffe
erkennen können und/oder gefährliche Strahlung, insbesondere radioaktive Strahlung.
[0034] Was die Kriterien betrifft, nach denen eine erfasste integritatsverletzung als autorisiert
erfolgt oder nicht autorisiert erfolgt bewertet wird, so wird eine derartige Verletzung
erfindungsgemäß bevorzugt als autorisiert bewertet, falls dem Analysezentrum jeweils
zu den die Integritätsverletzung repräsentierenden Ereignisdaten eine die Berechtigung
der Integritätsverletzung repräsentierende Autorisierung vorliegt. Zweckmäßigerweise
soll diese Autorisierung insbesondere im Zeitpunkt des Eintreffens der Ereignisdaten
in dem Analysezentrum vorliegen oder in einer insbesondere vorbestimmten Zeitspanne
vor oder nach dem Eintreffen derselben, beispielsweise innerhalb von einigen Sekunden
vor oder nach dem Eintreffen.
[0035] Der Begriff "Autorisierung" umfasst im Rahmen der vorliegenden Anmeldung jeden Vorgang,
mit dem eine lntegritätsverletzung als berechtigt erfolgt nachgewiesen werden kann.
Eine Autorisierung in diesem Sinne kann insbesondere auch einen Vorgang umfassen,
bei dem eine behauptete identität der die Autorisierung initiierenden Person oder
Institution überprüft wird.
[0036] Erfindungsgemäß werden sämtliche Ereignisdaten, die dem Analysezentrum übersandt
werden, daraufhin überprüft, ob zu den jeweiligen Ereignisdaten, d.h. zu den entsprechenden
Integritätsverletzungsvorfällen, jeweils eine geeignete Autorisierung vorliegt.
[0037] Wenn beispielsweise ein Versender eines Frachtbehältnisses ein zuvor autorisiert
verschlossenes Frachtbehältnis öffnen möchte, ohne dass in letzter Konsequenz möglicherweise
ein Alarmzustand ausgelöst wird, kann er dies daher durch eine autorisierte Öffnung
desselben erreichen. Der entsprechende, physische Öffnungsvorgang des Versenders wird
dabei zunächst als Integritätsverletzungsereignis dem Analysezentrum übersandt. Wenn
dem Analysezentrum dann für diesen übermittelten Verletzungsvorgang eine entsprechende
Autorisierung vorliegt, wird die Verletzung als berechtigt erfolgt bewertet bzw. als
autorisiert erfolgt. Dann wird in der Regel kein Alarmsignal erzeugt.
[0038] Die übermittelte integritätsverletzung, in dem vorgenannten Beispiel das Öffnen des
Behältnisses, wird dagegen als unautorisiert bewertet, falls dem Analysezentrum, insbesondere
in den vorgenannten Zeitpunkten bzw. Zeitspannen, keine die Berechtigung der Integritätsverletzung
repräsentierende Autorisierung vorliegt. Wenn mit anderen Worten der Versender das
Behältnis öffnet, ohne dazu autorisiert zu sein, führt die Bewertung der die Öffnung
repräsentierenden Ereignisdaten im Analysezentrum zu einer Bewertung der Öffnung als
unautorisiert.
[0039] Um Autorisierungen der einzelnen Integritätsverletzungen durchführen zu können, werden
bevorzugt elektronische Codes verwendet. Zur Herbeiführung einer Autorisierung einer
Integritätsverletzung initiiert vorzugsweise diejenige Person oder Institution, die
die lntegritätsvertetzung autorisieren möchte, die Übersendung eines die Berechtigung
der Integritätsverletzung repräsentierenden, elektronischen Autorisierungscodes an
das Analysezentrum. Die autorisierende Person ist dabei in der Regel diejenige Person,
die das Frachtbehältnis (berechtigt) zur Beladung mit Frachtgut öffnen oder diesen
nach dem Beladen verschließen möchte.
[0040] Vorzugsweise umfassen die elektronischen Autorisierungscodes Daten zum Nachweis der
Identität der jeweils die Codes verwendenden Personen oder Institutionen, insbesondere
digitale Zertifikate oder Signaturen.
[0041] Die Übermittlung des Codes kann auf vielfältige Weise erfolgen. Beispielsweise können
einem für den Transport des Behältnisses verantwortlichem Versender zunächst ein oder
mehrere elektronische, zu dem jeweiligen Behältnis und/oder zu der verwendeten Überwachungseinrichtung
passende Codes übermittelt werden. Die Codes können dabei beispielsweise auf eine
vorzugsweise als Handgerät ausgebildete Autorisierungseinrichtung übertragen werden,
etwa auf einen Handheld oder dergleichen einer von dem Versender beauftragen Person.
[0042] Wenn die von dem Versender beauftragte Person anschließend ein Behältnis autorisiert
öffnen oder autorisiert verschließen möchte, kann sie dann mithilfe der Autorisierungseinrichtung
bei, oder in einer festgelegten Zeitspanne vor oder nach dem Verschließen bzw. Öffnen
des Behältnisses einen der zuvor übermittelten, geeigneten Autorisierungscodes an
das Analysezentrum übersenden. Dies kann per Datenfernübertragung geschehen, etwa
mittels einer Satellitenfunkverbindung oder dergleichen.
[0043] In einer weiteren zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung verfügt die Autorisierungseinrichtung
- etwa ein Handheld, ein Mobiltelefon oder dergleichen -, über eine Sendeeinrichtung,
mit der die Autorisierungscodes insbesondere per Datenfernübertragung, bevorzugt drahtlos,
an das Analysezentrum bzw. an eine dieser zugeordneten Empfangseinrichtung übersendbar
sind.
[0044] Die Übermittlung des jeweiligen Autorisierungscodes an das Analysezentrum kann auch
mittelbar unter Verwendung der Überwachungseinrichtung bzw. der oben erwähnten, ihr
zugeordneten Sende- und/oder Empfangseinrichtung erfolgen. Die Überwachungseinrichtung
ist in der oben beschriebenen Weise in der Regel ohnehin über Satellitenkommunikationstechnologie
oder andere drahtlose Datenfemübertragungsmittel mit dem Analysezentrum verbunden
bzw. verbindbar. Die von dem Versender beauftragte Person kann den jeweiligen Autorisierungscode
daher beispielsweise mit der Autonsierungseinrichtung per drahtloser Datenkurzstreckenkommunikation
zunächst an die Überwachungseinrichtung bzw. an die dieser zugeordneten Sendeeinrichtung
übermitteln. Die Sendeeinrichtung der Überwachungseinrichtung überträgt den Autorisierungscode
dann unmittelbar oder mittelbar an das Analysezentrum.
[0045] Es ist auch denkbar, dass die Autorisierungseinrichtung unmittelbarer Bestandteil
der Überwachungseinrichtung ist. Sie kann dann beispielsweise über eine mit der Überwachungseinrichtung
unmittelbar - mittels geeigneter Leitungen - verbundene Eingabeeinrichtung verfügen,
wie etwa eine Tastatur. Über die Eingabeeinrichtung werden dann jeweils die Autorisierungscodes
eingeben, die nachfolgend der Überwachungseinrichtung bzw. mittelbar deren Sendeeinrichtung
zur Weiterleitung an das Analysezentrum übertragen werden. Vorteilhafterweise weist
die Autorisierungseinrichtung und/oder die Überwachungseinrichtung ein Display auf,
auf dem, insbesondere während der Eingabe der Autorisierungscodes, geeignete Daten
sichtbar gemacht werden können. Dies sind bevorzugt Daten, die zur Anleitung der von
dem Versender beauftragten Person während des Autorisierungsvorgangs dienen.
[0046] Die Autorisierungscodes werden vorzugsweise zuvor in dem Analysezentrum generiert,
insbesondere in einer oder der diesem zugeordneten Computereinrichtung, bevor sie
der Person oder der Institution übermittelt werden, die die geplanten Integritätsverletzungen
autorisieren möchte.
[0047] In einer weiteren zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung wird die Gültigkeit
des jeweiligen elektronischen Autorisierungscodes nach Verwendung desselben überprüft.
Diese Überprüfung kann beispielsweise anhand von hinterlegten Autorisierungsparametem
erfolgen, die vorzugsweise in einem dem Analysezentrum, insbesondere der Computereinrichtung
desselben, zugeordneten Speicher und/oder einer entsprechenden Datenbank gespeichert
sind.
[0048] In einfachster Umsetzung des Prüfverfahrens zur Überprüfung der Gültigkeit der Autorisierungscodes
können die zuvor in dem Analysezentrum generierten Codes kopiert und in dem Speicher/der
Datenbank hinterlegt werden. Die anschließend von der Autorisierungseinrichtung jeweils
an das Analysezentrum unmittelbar oder mittelbar übermittelten Autorisierungscodes
werden bei oder nach dem Eintreffen derselben in dem Analysezentrum mit den in dem
Speicher hinterlegten Kopien der Codes abgeglichen.
[0049] Naturgemäß gibt es eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten, die Gültigkeit bzw. Echtheit
der zur jeweiligen Autorisierung verwendeten Autorisierungscodes zu überprüfen.
[0050] Erfindungsgemäß kann weiter vorgesehen sein, zu jedem zu überwachenden Frachtbehältnis
und/oder zu jeder zu verwendenden Überwachungseinrichtung einen oder mehrere Autorisierungscodes,
insbesondere jeweils einen Satz von Autorisierungscodes, zu erzeugen. Diese Autorisierungscodes
können dann nach Generierung derselben beispielsweise dem zuständigen Versender übermittelt
werden. Für jedes Frachtbehältnis und/oder für jede Überwachungseinrichtung sind dann
eigene Sätze von Autorisierungscodes vorhanden.
[0051] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, Autorisierungscodes
bzw. Sätze von Autorisierungscodes jeweils bestimmten Gruppen von Frachtbehältnissen
und/oder Gruppen von Überwachungseinrichtungen zuzuordnen.
[0052] Mit den Autorisierungscodes können dann jeweils einzelne Frachtbehältnisse aus diesen
Gruppen bzw. einzelne Frachtbehältnisse, die mit Überwachungseinrichtungen aus diesen
Gruppen ausgerüstet sind, autorisiert verschlossen oder geöffnet werden.
[0053] Sämtliche der genannten Zuordnungen sind vorteilhafterweise in einem geeigneten Speicher
abgelegt, insbesondere in einer geeigneten Datenbank.
[0054] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Patentansprüchen,
der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausfühmngsbeispiels sowie der beigefügten
Zeichnung.
[0055] Darin zeigt:
- Fig. 1
- ein schematisches Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Systems zum Überwachen der
Integrität eines Frachtbehältnis, das gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren betrieben
wird.
[0056] Ein wichtiger Bestandteil des erfindungsgemäßen Systems zur Überwachung von Frachtbehältnissen
gemäß Fig. 1 ist zum einen eine Überwachungseinrichtung 10.
[0057] Diese Überwachungseinrichtung 10 verfügt über ein oder mehrere Sensoren 12, mit denen
ein Frachtbehältnis, im vorliegenden Beispiel ein See-, Land- und/oder Normcontainer,
überwacht werden kann.
[0058] Die Überwachungseinrichtung 10 liefert bei einer Verletzung der integrität des Containers
Ereignisdaten, die diese Verletzung repräsentieren. Eine Integritätsverletzung umfasst
dabei insbesondere das Öffnen und/oder das Schließen einer oder mehrerer Belade- oder
Zugangstüren zu dem Container, und zwar unabhängig davon, ob dieses Öffnen/Schließen
berechtigt bzw. autorisiert erfolgt oder nicht.
[0059] Der oder die Sensoren 12 stehen mit einer Steuereinheit 11 der Überwachungseinrichtung
10 in Betriebskommunikation. Die Kommunikation zwischen Steuereinheit 11 und Sensor
12 kann drahtgebunden erfolgen, aber auch drahtlos per Funk oder dergleichen.
[0060] Die Überwachungseinrichtung 10 wird bevorzugt mitsamt dem Sensor 12 innerhalb des
zu überwachenden Containers positioniert und dort mittels geeigneter Maßnahmen befestigt.
[0061] Mit dem erfindungsgemäßen System wird in der Regel nicht nur ein Container überwacht,
sondern eine Vielzahl von Containern. Dabei werden den jeweiligen Containern des Systems
jeweils gleichartige Überwachungseinrichtungen 10 zugeordnet. Die Zuordnung der jeweiligen
Überwachungseinrichtungen 10 zu den jeweiligen Transportcontainem erfolgt üblicherweise
zu Beginn eines Transportes.
[0062] In der Regel wird ein Transport eines Transportcontainers von einem Belade- oder
Startort zu einem Zielort durch ein Logistikuntemehmen organisiert. Gegebenfalls beauftragt
dieses Logistikuntemehmen einen externen Versender mit der eigentlichen Beladung des
Containers und dem eigentlichen Transport desselben.
[0063] Der Versender rüstet den jeweils für einen Transport vorgesehenen Transportcontainer
mit der Überwachungseinrichtung 10 aus. Anschließend wird die Überwachungseinrichtung
10 durch Betätigung eines entsprechenden Ein-/Aus-Schalters eingeschaltet. Um sämtliche
Funktionen der Überwachungseinrichtung 10 zu gewährleisten, verfügt diese über eine
geeignete, autarke Energieversorgung, etwa über entsprechende Batterien oder Akkumulatoren.
[0064] Ab dem Einschaltvorgang beginnt die Überwachungseinrichtung 10 bzw. der oder die
Sensoren 12 derselben, den Container zu überwachen.
[0065] In der Regel ist mindestens einer der Sensoren 12 als den Status der Tür des Transportcontainers
überwachender Türsensor ausgebildet. Einer der Sensoren 12 kann des Weiteren ein Bewegungssensor
sein, der Bewegungen innerhalb des Container und/oder Bewegungen des Containers selbst
überwacht. Weiter ist denkbar, Detektoren einzusetzen, die explosive Sprengstoffe
erkennen können oder gefährliche Strahlung, insbesondere radioaktive Strahlung. Der
oder die Sensoren 12 erzeugen dabei ab dem Einschaltvorgang der Überwachungseinrichtung
10 geeignete Daten.
[0066] Jede Überwachungseinrichtung 10 des erfindungsgemäßen Systems ist durch geeignete
drahtlose Datenübertragungstechniken, bevorzugt Kommunikationstechniken unter Einbeziehung
von Satelliten (Funk), mit einem Analysezentrum 14 verbunden bzw. verbindbar. Dazu
weisen die Überwachungseinrichtungen 10 sowie das Analysezentrum 14 jeweils geeignete
Kommunikationsmodule 15 auf, nämlich Sende- und/oder Empfangsmodule, insbesondere
funkbasiert. Hierfür geeignete Sende- und/oder Empfangsmodule sind inklusive der dafür
notwendigen Antennentechnik im Stand der Technik bekannt und werden hier nicht näher
erläutert.
[0067] Bevorzugt im Anschluss an die zuvor bereits beschriebene Installation einer Überwachungseinrichtung
10 in dem jeweiligen Transportcontainer wird dieser mit dem zu befördemden Frachtgut
beladen. Grundsätzlich kann das Beladen natürtich auch vor der Installation der Überwachungseinrichtung
10 erfolgen.
[0068] Um sicherheitstechnischen Anforderungen gerecht werden zu können, wird erfindungsgemäß
sichergestellt, dass das Beladen und Verschließen des Containers nachweislich von
einer dazu berechtigten Person vorgenommen wird:
[0069] Zu diesem Zweck sieht das System die Verwendung von elektronischen Autorisierungscodes
vor. Mithilfe der Autorisierungscodes können Verletzungen der Integrität des Containers
autorisiert werden. Insbesondere kann ein Öffnen und/oder ein Verschließen einer Containerzugangstür
auf diesem Wege als berechtigt gekennzeichnet werden.
[0070] Die Autorisierungscodes umfassen bei der vorliegenden Ausführungsform insbesondere
digitale Zertifikate, mit denen die Identität der den jeweiligen Autorisierungscode
übermittelnden, berechtigten Person überprüfbar ist. Weiter umfassen die Autorisierungscodes
Daten, die die jeweilige Überwachungseinrichtung 10 und/oder den jeweiligen Container
eindeutig kennzeichnen, für die Autorisierungscodes jeweils eingesetzt werden.
[0071] Die Autorisierungscodes sind dabei zuvor von entsprechenden Computereinrichtungen
in dem Analysezentrum 14 generiert und der berechtigten Person von dem Analysezentrum
14 übermittelt worden. Die Übermittlung kann dabei etwa über entsprechend gesicherte,
elektronische Datentransportwege erfolgen.
[0072] In einer Variante der Erfindung werden die elektronischen Autorisierungscodes von
dem Analysezentrum 14 unmittelbar per Datenfernübertragung einer als Handgerät - beispielsweise
als Handheld - ausgebildeten Autorisierungseinrichtung 16 übertragen. Beispielsweise
ist denkbar, dass sich die berechtigte Person die Autorisierungscodes über eine gesicherte,
drahtlose Intemetverbindung von einem entsprechenden Server des Analysezentrums 14
auf die Autorisierungseinrichtung 16 herunterlädt. In der Autorisierungseinrichtung
16 bzw. einem der Autorisierungseinrichtung 16 zugeordneten Speicher werden die Autorisierungscodes
anschließend gespeichert.
[0073] Nach dem Beladen des Containers verschließt die dazu berechtigte Person die Tür desselben.
Dieser Verschließvorgang führt zu einem Signal des Türsensors 12 der Überwachungseinrichtung
10. Denn in dem installierten und eingeschalteten Zustand der Überwachungseinrichtung
10 führt jede Integritätsverietzung, also in diesem Fall jedes Verschließen und jedes
Öffnen der Zugangstür des Containers, zu einem derartigen Türsensorsignal. Das erzeugte
Signal bzw. entsprechende Ereignisdaten, die dieses Signal repräsentieren, werden
unmittelbar anschließend automatisch über die Kommunikationsmodule 15 per drahtloser
Datenfernübertragung an das Analysezentrum 14 übertragen. Das übertragen der Ereignisdaten
wird demnach durch die Erfassung des Öffnens der Tür durch den Türsensor 12 ausgelöst
bzw. getriggert
[0074] Die berechtigte Person kann den Schließvorgang autorisieren, um zu verhindern, dass
das Schließsignal im Analysezentrum 14 einen Alarm auslöst.
[0075] In einer Umsetzung der Erfindung ist zu diesem Zweck vorgesehen, dass die berechtigte
Person mittels der Autorisierungseinrichtung 16 die Übertragung eines der zuvor der
Autorisierungseinrichtung 16 übermittelten, für die Autorisierung geeigneten Codes
an das Analysezentrum 14 initiiert. Dazu positioniert sich die berechtigte Person
mit der Autorisierungseinrichtung 16 in der Hand vor dem Container. Durch Betätigung
geeigneter Steuerelemente der Autorisierungseinrichtung 16 wird eine Übertragung eines
der Codes initiiert, und zwar per drahtloser Kurzstreckendatenübertragung zunächst
ausgehend von der Autorisierungseinrichtung 16 hin zu der Überwachungseinrichtung
10. Die Autorisierungseinrichtung 16 und die Überwachungseinrichtung 10 verfügen zu
diesem Zweck über für Kurzstreckendatenübertragung geeignete Kommunikationsmodule.
[0076] Die Übertragungseinrichtung 10 leitet den ihr übermittelten Code über die Kommunikationsmodule
15 anschließend an das Analysezentrum 14 weiter. Die übertragenen Autorisierungscodes
werden nachfolgend in einem der dem Analysezentrum 14 zugeordneten Speicher abgespeichert.
[0077] In einer dem Analysezentrum 14 zugeordneten Analyseeinrichtung 18 erfolgt die Bewertung
des übermittelten Schließsignals im Hinblick darauf, ob der Schließvorgang autorisiert
oder unautorisiert erfolgt war. Die Anaiyseeinrichtung 18 kann zu diesem Zweck beispielsweise
eine geeignet ausgebildete Steuerungseinrichtung sein und/oder eine mit geeigneter
Software ausgebildete Computereinrichtung. Sie überprüft, ob in dem dem Analysezentrum
14 zugeordneten Speicher jeweils zeitgleich zu dem Eintreffen der das Schließen der
Tür repräsentierenden Ereignisdaten oder in einer festgelegten Zeitspanne davor oder
danach ein passender Autorisierungscode eingetroffen ist. Die Analyseeinrichtung 18
greift hierfür auf den dem Analysezentrum 14 und somit auch ihr zugeordneten Speicher
zu.
[0078] Die Analyseeinrichtung 18 überprüft des Weiteren mittels geeigneter Algorithmen insbesondere
die Gültigkeit bzw. Echtheit des jeweils übermittelten Autorisierungscodes. Dazu vergleicht
sie den übermittelten Autorisierungscode mit in einem oder dem der Analyseeinrichtung
18 bzw. dem Analysezentrum 14 zugeordneten Speicher hinterlegten Autorisierungscodeparametem.
Diese Autorisierungscodeparameter müssen in diesem Fall mit dem übermittelten Autorisierungscode
übereinstimmen oder in geeigneten Beziehungen zu diesem stehen, damit letzterer als
gültig bzw. echt bewertet wird. Bevorzugt sind die Autorisierungscodeparameter in
einer in dem Speicher installierten Datenbank abgespeichert.
[0079] Falls demnach die zum Schließvorgang berechtigte Person in der oben beschriebenen
Weise in unmittelbarer und festgelegter zeitlicher Nähe zu dem Schließen der Containertür
dem Analysezentrum 14 einen geeigneten Autorisierungscode übersendet, wird das Schließen
der Tür von der Analyseeinrichtung als autorisiert erfolgt bewertet.
[0080] Daraufhin wird entsprechend im Analysezentrum keine Alarmmeldung erzeugt.
[0081] Etwas anderes gilt allerdings, wenn während des Transportweges nicht berechtigte
Personen die Integrität des Containers unberechtigt verletzen sollten, indem sie beispielsweise
über die Tür des Containers in dessen Innenraum eindringen.
[0082] In diesem Fall erzeugt der Türsensor 12 zunächst erneut entsprechende Ereignisdaten,
d.h. Daten, die die Integritätsverletzung - in diesem Fall die Türöffnung - repräsentieren.
[0083] Auch diese Ereignisdaten werden automatisch an das Analysezentrum 14 übertragen.
In dem vorliegenden Fall des unberechtigten Öffnens des Containers wird allerdings
naturgemäß dem Analysezentrum 14 kein geeigneter Autorisierungscode übertragen. In
dem dem Analysezentrum 14 zugeordneten Speicher ist entsprechend kein zur Autorisierung
des Öffnungsvorgangs geeigneter Autorisierungscode gespeichert.
[0084] Demzufolge liefert die nachfolgende Bewertung der das Öffnungssignal repräsentierenden
Ereignisdaten das Ergebnis, dass die Öffnung unautorisiert erfolgt sein muss. Die
entsprechende Bewertung führt wiederum die Analyseeinrichtung 18 durch, die zu diesem
Zweck in der bereits beschriebenen Weise wiederum den dem Analysezentrum 14 zugeordneten
Speicher ausliest. Dabei wird festgestellt, dass dort kein geeigneter Autorisierungscode
gespeichert ist.
[0085] In Reaktion auf die Bewertung der Öffnung als unautorisiert können geeignete Maßnahmen
eingeleitet werden. Beispielsweise kann mittels eines Signalgebers ein einen Alarmzustand
repräsentierendes, insbesondere akustisches oder optisches Alarmsignal erzeugt werden,
das verschiedenen privaten und behördlichen Instanzen zugeleitet wird. So können beispielsweise
Sicherheitsbehörden benachrichtigt werden, die den betreffenden Container untersuchen.
Im einfachsten Fall kann die dem Analysezentrum 14 zugeordnete Analyseeinrichtung
18 die Versendung einer entsprechenden E-Mail oder eine SMS initiieren.
[0086] Insbesondere insofern die Überwachungseinrichtung 10 ein geeignetes Ortungsmodul
aufweist, etwa ein GPS-Modul, kann des Weiteren problemlos der genaue Standort des
betreffenden Containers geortet werden.
[0087] In einem anderen von der Erfindung erfassten Szenario erfolgt die Öffnung des Containers
- anders als in dem vorstehend beschriebenen Fall - autorisiert. Dies kann insbesondere
dann sinnvoll sein, wenn der Container auf dem Transportweg vor Erreichen des eigentlichen
Endzielortes mit weiterem Frachtgut zwischenbeladen werden soll.
[0088] Erfindungsgemäß kann eine zu der Zwischenbeladung berechtigte Person den Container
öffnen, ohne unmittelbar einen Alarm auszulösen. Der Öffnungsvorgang des Containers
wird zwar in der oben beschriebenen Weise wiederum von dem entsprechenden Sensor 12
der Überwachungseinrichtung 10 erfasst und entsprechende Ereignisdaten, die diesen
Öffnungsvorgang repräsentieren, werden in der Folge dem Analysezentrum 14 übersandt.
Wenn die berechtigte Person in analoger Weise wie bei dem weiter oben beschriebenen
Verschließvorgang allerdings einen geeigneten Autorisierungscode innerhalb der festgelegten
zeitlichen Grenzen an das Analysezentrum 14 versendet, wird dort das Öffnen des Containers
in diesem Fall als autorisiert erfolgt bewertet.
[0089] Die überwachungseinrichtung 10 bleibt während des zwischenzeitlichen Beladens des
Containers aktiv. Der Container wird daher weiterhin überwacht. Die Überwachungseinrichtung
10 sendet weiterhin Ereignisdaten an das Analysezentrum 14. Wenn etwa einer der Sensoren
12 als Bewegungssensor ausgebildet ist, sendet dieser auch nach dem autorisierten
Öffnen des Containers fortlaufend Daten zu Bewegungen innerhalb des Container an das
Analysezentrum 14.
[0090] Sobald das Beladen im Rahmen dieses Zwischenbeladevorgangs abgeschlossen ist, kann
die berechtigte Person mittels eines weiteren Autorisierungscodes den Container erneut
autorisiert verschließen.
[0091] Die Erfindung ermöglicht insgesamt eine lückenlose Überwachung des Containers ausgehend
von einem ersten autorisierten Verschließen über den gesamten Transportweg unter Einschluss
möglicher Zwischenbeladungen bis zum Erreichen des Zielortes.
[0092] Wie der Fachmann des Standes der Technik erkennt, existieren naturgemäß verschiedene
erfindungsgemäße Alternativen zu dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel. Wie der
Fachmann insbesondere erkennt, existieren verschiedene Möglichkeiten, die einzelnen
Komponenten des Systems auszubilden und/oder miteinander über geeignete Datenschnittstellen
miteinander zu verbinden, um das erfindungsgemäße Verfahren durchzuführen.
Bezugszeichenliste:
[0093]
- 10
- Überwachungseinrichtung
- 11
- Steuereinheit
- 12
- Sensor
- 14
- Analysezentrum
- 15
- Kommunikationsmodul
- 16
- Autorisierungseinheit
- 18
- Computereinrichtung
- 20
- Datenbank
1. Verfahren zur Überwachung, insbesondere zur Echtzeitüberwachung, der Integrität eines
Frachtbehältnisses, vorzugsweise eines Transportcontainers, wobei das Frachtbehältnis
eine diesem zugeordnete Überwachungseinrichtung (10) aufweist, die über mindestens
einen, die Integrität des Frachtbehältnisses überwachenden Überwachungssensor (12)
verfügt,
gekennzeichnet durch folgende Maßnahmen:
- nach der Erfassung eines die Frachtbehältnisintegrität verletzenden Ereignisses
durch den Überwachungssensor (12) werden einem entfernten Analysezentrum (14), insbesondere
einer dem Analysezentrum (14) zugeordneten Analyseeinrichtung (18), Ereignisdaten
übermittelt, die die Integritätsverletzung repräsentieren,
- in dem Analysezentrum (14), insbesondere in der diesem zugeordneten Analyseeinrichtung
(18), werden die übermittelten Ereignisdaten anhand vorbestimmter Kriterien im Hinblick
auf eine entweder berechtigte - autorisierte - oder eine unberechtigte - unautorisierte
- Integritätsverletzung des Frachtbehältnisses bewertet
- die Integritätsverletzung, insbesondere ein Öffnen oder Verschließen eines Frachtbehältnisses,
wird als berechtigt bzw. autorisiert bewertet, falls dem Analysezentrum (14) - insbesondere
im Zeitpunkt des Eintreffens der Ereignisdaten in dem Analysezentrum (14) oder in
einer insbesondere vorbestimmten Zeitspanne vor oder nach dem Eintreffen derselben
- zu den die Integritätsverletzung repräsentierenden Ereignisdaten ein die Berechtigung
der Integritätsverletzung repräsentierender Autorisierungscode vorliegt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungseinrichtung (10) mittels eines geeigneten Sensors (12) als Integritätsverletzungen
vorzugsweise mindestens ein Öffnen oder Verschließen des Frachtbehältnisses erfasst.
3. Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungseinrichtung (10) das Frachtbehältnis auch in dem Zeitraum zwischen
einem autorisiertem Öffnen des Frachtbehältnisses und einem späteren autorisierten
Verschließen des Frachtbehältnisses überwacht, sodass Ereignisdaten, die eine Verletzung
der Frachtbehältnisintegrität repräsentieren, dem Analysezentrum (14) auch in diesem
Zeitraum übersendet werden.
4. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungseinrichtung (10) das Frachtbehältnis bis zu ihrem Abschalten unterbrechungslos
überwacht.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Integritätsverletzung als unberechtigt bzw. unautorisiert bewertet wird, falls
dem Analysezentrum (14) - insbesondere im Zeitpunkt des Eintreffens der Ereignisdaten
in dem Analysezentrum (14) oder in einer insbesondere vorbestimmten Zeitspanne vor
oder nach dem Eintreffen derselben - keine die Berechtigung der Integritätsverletzung
repräsentierende Autorisierung vorliegt.
6. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Autorisierung von Integritätsverletzungen elektronische Codes verwendet werden,
vorzugsweise elektronische Codes, die zuvor in dem Analysezentrum (14) generiert wurden.
7. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herbeiführung einer Autorisierung einer Integritätsverletzung dem Analysezentrum
(14) im Zeitpunkt des Eintreffens der Ereignisdaten bzw. in der Zeitspanne vor oder
nach dem Eintreffen, insbesondere drahtlos, ein die Berechtigung der Integritätsverletzung
repräsentierender, elektronischer Autorisierungscode übermittelt wird.
8. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gültigkeit des elektronischen Autorisierungscodes überprüft wird, insbesondere
anhand von vorzugsweise in einer dem Analysezentrum (14) zugeordneten Datenbank hinterlegten
Autorisierungsparametern.
9. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der übermittelte Autorisierungscode als gültig bewertet wird, insofern der übermittelte
Autorisierungscode als ein zuvor generierter Autorisierungscode identifiziert wird
und/oder insofern ein oder mehrere der hinterlegten Autorisierungsparameter mit dem
Autorisierungscode übereinstimmen.
10. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einem oder mehreren zu überwachenden Frachtbehältnissen und/oder einer oder mehreren
Gruppen von Frachtbehältnissen mittelbar oder unmittelbar insbesondere jeweils eindeutig
ein oder mehrere elektronische, bevorzugt zuvor in dem Analysezentrum (14) generierte,
Autorisierungscodes zugeordnet sind.
11. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zugeordneten Autorisierungscodes und/oder Parameter derselben in einer insbesondere
dem Analysezentrum (14) zugeordneten Datenbank hinterlegt sind.
12. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle einer Bewertung einer Integritätsverletzung als unautorisiert insbesondere
mittels eines geeigneten Signalerzeugers ein Signal erzeugt wird, insbesondere ein
einen Alarmzustand repräsentierendes Signal.
13. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Autorisierungscodes jeweils Daten umfassen, die die Überprüfung einer behaupteten
Identität der die Autorisierung initiierenden Person oder Institution ermöglichen,
insbesondere jeweils mindestens ein digitales Zertifikate oder eine digitale Signatur.
14. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die die Verletzung der Frachtbehältnisintegrität repräsentierenden Ereignisdaten
unmittelbar nach der Erfassung dieser Daten durch den Überwachungssensor (12) per
Datenfernübertragung automatisch, insbesondere getriggert bzw. ausgelöst durch diese
Erfassung, an das Analysezentrum (14) gesandt werden.
15. System zur Überwachung, insbesondere zur Echtzeitüberwachung, der Integrität eines
Frachtbehältnisses, insbesondere eines Transportcontainers, insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Patentansprüche, mit einem
oder mehreren Frachtbehältnissen, wobei jedem Frachtbehältnis jeweils mindestens eine
Überwachungseinrichtung (10) zugeordnet ist, die über mindestens einen, die Integrität
des Frachtbehältnisses überwachenden Überwachungssensor (12) verfügt, sowie mit einem
von dem Frachtbehältnis entfernten Analysezentrum (14), dem nach der Erfassung eines
die Frachtbehältnisintegrität verletzenden Ereignisses durch den Überwachungssensor
(12) die Integritätsverletzung repräsentierende Ereignisdaten drahtlos übermittelbar
sind, wobei in dem Analysezentrum (14) die übermittelten Ereignisdaten mittels einer
geeigneten Analyseeinrichtung (18) anhand vorbestimmter Kriterien im Hinblick auf
eine entweder berechtigte - autorisierte - oder eine unberechtigte - unautorisierte
- Integritätsverletzung des Frachtbehältnisses bewertbar sind.
16. System gemäß Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Analyseeinrichtung zur Bewertung der Integritätsverletzung eine geeignet ausgebildete
Steuerungs- und/oder Computereinrichtung (18) ist.
17. System gemäß Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Überwachungseinrichtung (10) eine geeignete Sendeeinrichtung (15) zugeordnet
ist, vorzugsweise eine Sende- und Empfangseinrichtung, sowie dem Analysezentrum mindestens
eine geeignete Empfangeinrichtung (15), vorzugsweise ebenfalls eine Sende- und Empfangseinrichtung,
über die die Ereignisdaten drahtlos übermittelbar sind.
18. System gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 15 - 17, gekennzeichnet durch ein oder mehrere Merkmale der Ansprüche 1-14.