[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung einer austenitischen warmfesten Nickel-Basis-Legierung.
[0002] Das Institute of Marine Engineers mit den "Proceedings" Diesel Engine Combustion
Chamber Materials for Heavy Fuel Operation, 1990, vermittelt eine Zusammenfassung
bezüglich des damaligen Stands der Technik und der in den vorangegangenen Jahren durchgeführten
intensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Ventilwerkstoffe.
Etabliert hat sich danach für diese Anwendung hauptsächlich Alloy 80 A mit (in Masse-%)
0,08 % C, 19,5 % Cr, 75 % Ni, 1,4 % Al sowie 2,4 % Ti.
[0003] Vereinzelt wurde auch Alloy 81 mit (in Masse-%) 0,05 % C, 30 % Cr, 66 % Ni, 0,9 %
Al sowie 1,8 % Ti genutzt. Fallweise werden diese Legierungen als Ventilgrundmaterialien
eingesetzt, wobei die Ventilsitzpartie zusätzlich mit einem abriebfesten Material
beschichtet wird, wie es beispielsweise in der
EP-B 0521821 beschrieben ist. Diese Druckschrift gibt die chemische Zusammensetzung (in Masse
%) für das Grundmaterial wie folgt an: 0,04 - 0,10 % C, ≤ 1,0 % Si, ≤ 0,2 % Cu, ≤
1,0 % Fe, ≤ 1,9 % Mn, 18 - 21 % Cr, 1,8 - 2,7 % Ti, 1,0 - 1,8 % Al, ≤ 2,0 % Co, ≤
0,3 % Mo, B, Zr, Rest Nickel. Ferner ist eine Variante dieser Legierung unter anderem
auch mit 29 - 31 % Cr angeführt.
[0004] Bei den gegenwärtigen Einsatztemperaturen von unter 750° C zeichnete sich Alloy 80
A durch eine höhere Lebensdauer in LCF-Versuchen und eine bessere Abriebfestigkeit
aus, während Alloy 81 wegen seiner besseren Korrosionsbeständigkeit unter den Bedingungen,
wie sie zum Beispiel in Schiffsdieselmotoren anzutreffen sind, geprüft wurde. Jede
dieser Legierungen hat also ihre besonderen Vorteile, keine jedoch erfüllt sämtliche
Anforderungen an die mechanischen und korrosiven Eigenschaften. Die Abhilfe mit einer
zusätzlichen Beschichtung bringt weitere unerwünschte Fertigungs- und Materialkosten
mit sich. Unter Kostengesichtspunkten ungünstig ist auch der pulvermetallurgische
Fertigungsweg. Derartige Kosten sollen möglichst vermieden werden.
[0005] Hierauf beziehen sich sowohl die
US-A 6,139,660, als auch die
US-A 6,039,919, welche eine Legierung folgender Zusammensetzung (in Masse %) für Ein- und Auslassventile
von Dieselmotoren beschreiben: ≤ 0,1 % C, ≤ 1,0 % Si, ≤ 0,1 % Mn, ≥ 25 ≤ 32,2 % Cr,
≤ 3 % Ti, ≥ 1 - ≤ 2 % Al, Rest Ni. Aber auch diese Legierung bringt keine ausreichende
Heißkorrosionsbeständigkeit mit sich. Hinzu kommt, dass zukünftig leistungsfähigere
Motoren, wie Schiffsdieselmotoren, bei Temperaturen bis etwa 850° C betrieben werden,
was auch an den Ventilwerkstoff höhere Anforderungen stellt, zumal die Lebensdauer
erhalten werden soll und auch keine zusätzlichen Wartungsarbeiten erwünscht sind.
[0006] Durch die
DE-C 101 23 566 ist eine austenitische warmfeste Nickel-Basis-Legierung bekannt geworden, die (in
Masse %) folgende Zusammensetzung aufweist: 0,03 - 0,1 % C, max. 0,005 % S, max. 0,05
% N, 25 - 35 % Cr, max. 0,2 % Mn, max. 0,1 % Si, max. 0,2 % Mo, 2 - 3 % Ti, 0,02 -
1,1 % Nb, max. 0,1 % Cu, max. 1 % Fe, max. 0,08 % P, 0,9 - 1,3 % Al, max. 0,01 % Mg,
0,02 - 0,1 % Zr, max. 0,2% Co, wobei die Summe aus Al+Ti+Nb ≥ 3,5 % ist, Rest Ni sowie
herstellungsbedingte Bedingungen. Die Legierung ist gekennzeichnet durch Zusätze von
(in Masse %) 0,001-0,005 % B, 0,01-0,04 % Hf, sowie 0,01-0,04 % Y.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen bis zu Temperaturen von 850° C heißkorrosionsbeständigen
Werkstoff mit mechanischen Eigenschaften, welche denen von Alloy 80 A nicht nachstehen,
für definierte Anwendungsfälle bereitzustellen.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Verwendung einer austenitischen warmfesten Nickel-Basis-Legierung
mit (in Masse %)
0,03 - 0,1 % C
28 - 32 % Cr
0,01 - ≤ 0,5 % Mn
0,01 - ≤ 0,3 % Si
0,01 - ≤ 1,0 % Mo
2,5 - 3,2 % Ti
0,01 - ≤ 0,5 % Nb
0,01 - ≤ 0,5 % Cu
0,05 - ≤ 2,0 % Fe
0,7 - 1,0 % Al
0,001 - ≤ 0,03 % Mg
0,01 - ≤ 1,0 % Co
0,01 - 0,10 % Hf
0,01 - 0,10 % Zr
0,002 - 0,02 % B
0,001 - 0,01 % N
max. 0,01 % S
max. 0,005 Pb
max. 0,0005 % Bi
max. 0,01 % Ag
Rest Ni und herstellungsbedingte Beimengungen, wobei
die Summe aus Ti + Al zwischen 3,3 und 4,3 % liegt,
die Summe aus C + (10 x B) zwischen 0,05 und 0,2 % liegt,
die Summe aus Hf + Zr zwischen 0,05 und 0,15 % liegt,
das Verhältnis Ti/Al > 3 und
das Verhältnis Zr/Hf = 0,1 - 0,5 % ist
als Ventilwerkstoff.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind den zugehörigen Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0010] Derartige heißkorrosionsbeständige Werkstoffe erreichen mechanische Eigenschaften,
welche denen von Alloy 80 A nicht nachstehen. Insofern ist der Werkstoff als Ventilwerkstoff
für zukünftige Generationen von Schiffsdieselmotoren im Temperaturbereich bis maximal
850° C einsetzbar.
[0011] Tabelle 1 zeigt beispielhaft die chemische Zusammensetzung zweier erfindungsgemäßer
Beispiele E1 und E2. Zum besseren Vergleich sind zwei typische Analysen der handelsüblichen
Legierungen Alloy 80 A und Alloy 81 aufgeführt.
[0012] Die Analysen der Legierungen E1 und E2 gingen aus einer Serie von Laborschmelzen
hervor, die in 10 kg schweren Blöcken im Vakuum-Induktionsofen erschmolzen, anschließend
warmgewalzt und bei 1180° C für zwei Stunden in Luft mit anschließender Wasserabschreckung
lösungsgeglüht wurden. Die Aushärtung der Legierungen erfolgte durch zwei weitere
Glühungen:
6 Stunden bei 850° C mit Luftabkühlung gefolgt von
4 Stunden bei 700° C mit Luftabkühlung
[0013] Die Legierungen unterschieden sich im Gehalt der unten diskutierten Elemente, so
dass die Auswertung ihrer mechanischen Eigenschaften und ihres Verhaltens im korrosiven
Medium zu der erfindungsgemäßen Analyse führte.
Tabelle 1
| Chemische Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Legierungen E1 und E2 im Vergleich
zu Alloy 80 A und Alloy 81 |
| Element |
Alloy 80 A |
Alloy 81 |
E1 |
E2 |
| Nu |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
| Cr |
19,5 |
28,4 |
29,1 |
31 |
| Fe |
0,13 |
0,09 |
0,1 |
1,7 |
| Ti |
2,25 |
2,1 |
2,8 |
3,1 |
| Al |
1,45 |
1,13 |
0,85 |
0,75 |
| C |
|
0,041 |
0,07 |
0,03 |
| Mn |
0,09 |
0,01 |
0,01 |
0,2 |
| Si |
0,20 |
0,04 |
0,02 |
0,1 |
| Nb |
0,001 |
< 0,01 |
0,04 |
0,01 |
| Mo |
0,008 |
0,01 |
0,01 |
0,02 |
| zu |
0,004 |
0,01 |
0,01 |
0,01 |
| Mg |
0,002 |
< 0,001 |
0,001 |
0,005 |
| S |
|
0,004 |
0,003 |
0,002 |
| P |
|
0,002 |
0,002 |
0,002 |
| N |
|
0,002 |
0,006 |
0,0015 |
| Hf |
|
|
0,04 |
0,06 |
| Co |
0,039 |
0,01 |
0,01 |
0,3 |
| B |
|
|
0,003 |
0,003 |
| Zr |
|
0,02 |
0,02 |
0,04 |
| Ti+Al |
3,7 |
3,23 |
3,75 |
3,85 |
| C+(10×B) |
|
|
0,1 |
0,06 |
| Hf + Zr |
|
|
0,06 |
0,10 |
| Ti / Al |
1,55 |
1,86 |
3,29 |
4,13 |
[0014] Da ein erfindungsgemäßes Ziel mit Alloy 80 A vergleichbare Warmfestigkeiten bei Einsatztemperatur
war, wurden Zugfestigkeit und Streckgrenze bei 600° C und 800° C gemessen. Tabelle
2 zeigt, dass bei 600°C Alloy 80 A vergleichbar und sogar noch fester ist. Bei 800°
C sind die Legierungen vergleichbar.
Tabelle 2
| Zugfestigkeit und Streckgrenze von E1 und E2 im Vergleich mit Alloy 80 A bei 600°
C und 800° C |
| Legierung |
600°C |
800°C |
| Rm / MPa |
Rp0.2 / MPa |
Rm / MPa |
Rp0.2 / MPa |
| E1 |
1053 |
738 |
636 |
552 |
| E2 |
1062 |
690 |
617 |
573 |
| Alloy 80A |
851 |
646 |
594 |
546 |
[0015] Für die Untersuchung des Korrosionsverhaltens wurden zunächst Proben im Labor in
synthetischer Ölasche folgender Zusammensetzung durchgeführt:
40 % V2O3 + 10 % NaVO3 + 20 % Na2SO4 + 15 % CaSO4 + 15 % NiSO4.
[0016] Die Atmosphäre war Luft mit einem SO
2-Gehalt von 0,5 %. Die Proben wurden sowohl bei 750 °C als auch bei 850 °C jeweils
für 20 Stunden, 100 Stunden und 400 Stunden ausgelagert. Bei der 400 Stunden Auslagerung
wurde die Asche nach 100 Stunden, 200 Stunden und 300 Stunden erneuert, um die Korrosivität
aufrecht zu erhalten. Bei den Laborversuchen konnte die Tiefe der inneren Korrosion
zuverlässig ausgemessen werden.
[0017] Als zuverlässiger - weil sie zum einen besser auswertbar sind und zum anderen auch
erosive Effekte berücksichtigen - sind die Korrosionsuntersuchungen im Schiffsdieselventil
selbst einzuschätzen. Es wurden von jeder Laborschmelze und zum Vergleich auch von
dem Material Alloy 81 sowie 80 A Proben in einem Schiffsdieselventil eingesetzt. Dieses
Schiffsdieseiventil lief über 3000 Stunden in der Hauptmaschine eines weltweit fahrenden
Hochseeschiffes. Anschließend wurden die Proben dem Ventil entnommen und der Korrosionsangriff
metallographisch untersucht. Hier konnten Materialverlust, Schichtdicke und innerer
Korrosionsangriff detailliert voneinander unterschieden werden.
[0018] Aus den Untersuchungen resultierten folgende Abhängigkeiten des Korrosionsverhaltens
von dem Gehalt der einzelnen Legierungselemente.
[0019] Cr: der Cr-Gehalt muss aus Korrosionssicht so hoch wie möglich sein. Metallurgisch liegt
aber bei 32% eine sinnvolle Obergrenze. Das zeigt der deutliche Unterschied zwischen
den Legierungsvarianten mit ca. 30% Cr und denen mit 20% Cr. Der Korrosionsangriff
bei erstgenannten Legierungen ist im günstigsten Fall nur halb so groß. Die im Ventil
getesteten Proben mit einem Cr-Gehalt von 30 % zeigen auf Makroaufnahmen ein pflastersteinartiges
Aussehen, das sich in den Schliffbildern als wellige Probenoberfläche widerspiegelt,
was als Zeichen für nur mäßigen Korrosionsabtrag ist. Im Gegensatz dazu weisen die
Cr ärmeren Proben bereits starke ebenmäßige Abplatzungen auf.
[0020] Ti,
Al: Ein Verhältnis Ti:Al von > 3 resultiert in einer besseren Korrosionsbeständigkeit
als geringere Ti:AI-Verhältnisse. Dies wird auf die Bildung eines Ti-reichen Saums
zwischen äußerer Oxidschicht und dem Bereich innerer Sulfidierung bei hohen Ti-Gehalten
zurückgeführt. Aluminium und Titan wirken sich durch Bildung von γ'-phase positiv
auf die Warmfestigkeit aus. Die Summe der Elemente Al + Ti sollte vorteilhafterweise
zwischen 3,5 und 4,3 % liegen. Ein zu hoher Gesamtgehalt dieser Elemente erschwert
die Warmformgebung des Materials.
[0021] Si: Silizium hat den Untersuchungen zufolge keinen positiven Effekt auf die Korrosionseigenschaften
und sollte maximal 0,5 % betragen, besser ist weniger als 0,1%.
[0022] Nb: Die Niob-legierten Proben haben prinzipiell die dünnste Korrosionsschicht, dies
hat jedoch keine Auswirkung auf den Materialverlust selbst. Da eine dicke Korrosionsschicht
schützender gegen das Fortschreiten des Korrosionsangriffs wirkt, sollte der Nb- Gehalt
auf maximal 0,5% beschränkt werden. Des Weiteren beeinflusst das Nb aufgrund seiner
hohen Löslichkeit in der γ'-Phase die Materialfestigkeit. Bei geringeren Nb-Gehalten
unter 0,5% müssen der Ti und AI-Gehalt nicht angepasst werden.
[0023] B, C: Die Zugabe von Bor in Gehalten von 0,002 - 0,01 % verbessert die Korrosionsbeständigkeit
dahingehend, dass die innere Sulfidierung, die bevorzugt entlang der Korngrenzen verläuft,
reduziert und damit der gesamte Korrosionsangriff verringert wird. Kohlenstoff bildet
bevorzugt an den Korngrenzen Cr-Carbide. Bor bildet Boride, die zur Stabilisierung
der Korngrenzen und damit zur Langzeitfestigkeit beitragen. Insbesondere die sich
bildenden Cr-Carbide führen zu einer Cr-Verarmung in der Nähe der Korngrenzen, weshalb
bei zu hohem C-Gehalt die Korrosion beschleunigt fortschreitet. Außerdem dürfen Carbide
und Boride die Korngrenzen nicht zu stark belegen, da sie dann als harte Ausscheidungen
die Duktilität des Materials stark herabsetzen. Als Kompromiss hat sich herausgestellt,
dass die Summe von C + (10 x B) 0,1 % nicht überschreiten sollte. Vorteilhafterweise
liegt die genannte Summe bei etwa 0,08 %.
[0024] Hf: Hafnium wird häufig zur Verbesserung der Hochtemperatur-Oxidationsbeständigkeit beigegeben
und beeinflusst offensichtlich auch die Beständigkeit der Proben in Vanadiumasche
und SO
2 - Atmosphäre positiv. Des Weiteren verändert Hf unter Carbid- oder Carbosulfid-Bildung
ebenfalls die Korngrenzeneigenschaften. Ein zu hoher Hf-Gehalt ist zu vermeiden, da
sonst die Warmformgebung nicht mehr gewährleistet ist. Es ergibt sich daraus ein günstiger
Konzentrationsbereich zwischen 0,02 und 0,08%, bevorzugt 0,05%. Die Wirkung des Hf
auf die Korngrenzen ist vergleichbar mit der Wirkung des Zr, weshalb sich vorteilhafter
Weise die Summenformel Hf + Zr < 0,10 % ergibt.
[0025] Zr: Zirkon bildet Carbosulfide, welche sich positiv auf die Langzeitfestigkeit auswirken
und durch die Bindung von Schwefel auch zur Heißkorrosionsbeständigkeit beitragen.
Es zeigte sich, dass sich ein Zr-Gehalt zwischen 0,01 und 0,05% positiv auswirkt.
Anzustreben ist ein Zr-Gehalt im Bereich von 0,02%.
[0026] Co: Co ist ein Element, das prinzipiell die Beständigkeit gegenüber schwefelhaltigen
Medien erhöht. Dem gegenüber ist es aber auch sehr teuer, weshalb auf das Zulegieren
von Co verzichtet wird. Aufgrund von Beimengungen in den Einsatzstoffen kann der Co-Gehalt
jedoch bis zu 2% erreichen, ohne dass erhöhte Kosten entstehen.
[0027] Fe: Das Element Eisen tritt u.a. als Begleitelement auf. Eine Reduzierung des Eisengehalts
auf deutlich unter 1 % erhöht die Kosten, da hochwertigere Einsatzstoffe gewählt werden
müssten. Bei einem auf 3% limitierten Fe-Gehalt muss man nicht mit einer deutlichen
Verschlechterung der Korrosionsbeständigkeit rechnen und auch nicht mit zu hohen Kosten
der Einsatzstoffe. Ein Fe-Gehalt unter 1% ist jedoch anzustreben.
[0028] Mn: Die für Fe erwähnten Bedingungen gelten auch für Mn, wobei sich der Mn-Gehalt ohne
großen Aufwand unter 1 % reduzieren lässt.
[0029] Obwohl der Einfluss der verschiedenen Elemente auf Korrosionsverhalten und Warmfestigkeit
häufig gegenläufig ist, konnten mit den Legierungen E1 und E2 Zusammensetzungen gefunden
werden, welche die gestellten Anforderungen an das Hochtemperatur-Korrosionsverhalten
und die Warmfestigkeit bei Temperaturen im Bereich zwischen 600 °C und 850 °C gleichzeitig
erfüllen. Erklärbar ist die gute Korrosionsbeständigkeit durch die Zugabe der reaktiven
Elemente, wie Hafnium und Zirkon, ohne dabei das gewählte Optimum (0,05 - 0,10 %)
zu überschreiten. Höhere Gehalte verstärken den in das Material hinein gerichteten
Korrosionsangriff. Die Limitierungen des Kohlenstoffgehaltes < 0,1 % und die von Mangan
< 1 % tragen zusätzlich zur Korrosionsbeständigkeit bei. Für die Warmfestigkeit hat
es sich als besonders günstig erwiesen, wenn Aluminium und Titan zugegeben werden,
wobei ihr Summengehalt - wie bereits dargelegt - im Bereich zwischen 3,5 und 4,3 %
liegen soll. Diese Warmfestigkeiten machen eine Beschichtung der Sitzpartie des Ventils
überflüssig, wodurch Fertigungskosten eingespart werden können.
[0030] Die Legierung kann mit den üblichen Methoden eines Schmelzbetriebes hergestellt werden,
wobei vorteilhafterweise eine Erschmelzung im Vakuum mit einer anschließenden Umschmelzung
im Elektroschlackeverfahren sinnvoll ist. Die Umformbarkeit für die Herstellung von
Stangen zur Weiterfertigung zu Ventilen, wie beispielsweise Schiffsdieselventilen,
ist gegeben.
[0031] Die erfindungsgemäße Legierung eignet sich insbesondere auch für die Herstellung
von Ventilen für Großdieselmotoren im Allgemeinen, also beispielsweise auch für solche
Großdieselmotoren, die in Stationäranlagen zur Stromgewinnung eingesetzt werden.
1. Verwendung einer austenitischen warmfesten Nickel-Basis-Legierung mit (in Masse-%)
0,03 - 0,1 % C
28 - 32 % Cr
0,01 - ≤ 0,5 % Mn
0,01 - ≤ 0,3 % Si
0,01 - ≤ 1,0 % Mo
2,5 - 3,2 % Ti
0,01 - 5 0,5 % Nb
0,01 - ≤ 0,5 % Cu
0,05 - ≤ 2,0 % Fe
0,7 - 1,0 % Al
0,001 - ≤ 0,03 % Mg
0,01 - ≤ 1,0 % Co
0,01 - 0,10 % Hf
0,01 - 0,10 % Zr
0,002 - 0,02 % B
0,001 - 0,01 % N
max. 0,01 % S
max. 0,005 Pb
max. 0,0005 % Bi
max. 0,01 % Ag
Rest Ni und herstellungsbedingte Beimengungen, wobei
die Summe aus Ti + Al zwischen 3,3 und 4,3 % liegt,
die Summe aus C + (10 x B) zwischen 0,05 und 0,2 % liegt,
die Summe aus Hf + Zr zwischen 0,05 und 0,15 % liegt,
das Verhältnis Ti/Al > 3 und
das Verhältnis Zr/Hf = 0,1 - 0,5 % ist
als Ventilwerkstoff.
2. Verwendung nach Anspruch 1, die (in Masse-%) 28 - 31 % Cr enthält.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, die (in Masse-%) 29 - 31 % Cr enthält.
4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, die (in Masse-%) 2,8 - 3,2 % Ti enthält.
5. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, die (in Masse-%) 2,8 - 3,0 % Ti enthält.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, die als Zugabe Bor (in Masse-%) 0,002
- 0,01 %, insbesondere 0,002 - 0,005 %, enthält.
7. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der die Summe aus C + (10 x B) zwischen
0,05 und 0,1 %, insbesondere zwischen 0,05 - 0,08 %, liegt.
8. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der der Zr-Gehalt zwischen 0,01 und
0,05 % eingestellt ist.
9. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der der Hf-Gehalt zwischen 0,01 und
0,08 % eingestellt ist.
10. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis Ti / Al zwischen 3,3 und 4,2 beträgt.
11. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 als Ventilwerkstoff für im Temperaturbereich
bis 850°C einsetzbare Ventile in Schiffsdieselmotoren.
12. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 als Ventil für einen Großdieselmotor.
1. A use of an austenitic heat resistant nickel-base alloy comprising (in % by mass)
0.03 - 0.1 % C
28 - 32 % Cr
0.01 - < 0.5 % Mn
0.01 - ≤ 0.3% Si
0.01 - < 1.0 % Mo
2.5 - 3.2 % Ti
0.01 - ≤ 0.5%Nb
0.01 - ≤ 0.5% Cu
0.05 - ≤ 2.0 % Fe
0.7 - 1.0 % Al
0.001 - ≤ 0.03 % mag
0.01 - ≤ 1.0 % Co
0.01 - 0.10 % Hf
0.01 - 0.10 % Zr
0.002 - 0.02 % B
0.001 - 0.01 % N
max. 0.01 % S
max. 0.005 % Pb
max. 0.0005 % Bi
max. 0.01 % Ag
the rest being Ni and production-related admixtures, wherein
the total of Ti + Al is comprised between 3.3 and 4.3 %,
the total of C + (10 x B) is comprised between 0.05 and 0.2 %,
the total of Hf + Zr is comprised between 0.05 and 0.15 %,
the ratio Ti/Al is > 3 and
the ratio Zr/Hf = 0.1 - 0.5 %
as a valve material.
2. A use of an alloy according to claim 1, which contains (in % by mass) 28 - 31 % Cr.
3. A use of an alloy according to claim 1 or 2, which contains (in % by mass) 29 - 31
% Cr.
4. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 3, which contains (in %
by mass) 2.8 - 3.2 % Ti.
5. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 4, which contains (in %
by mass) 2.8 - 3.0 % Ti.
6. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 5, which contains (in %
by mass) 0.002 - 0.01 %, in particular 0.002 - 0.005 % of boron as addition.
7. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 6, in which the total of
C + (10 x B) is comprised between 0.05 and 0.1 %, in particular between 0.05 and 0.08
%.
8. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 7, in which the Zr content
is set between 0.01 and 0.05 %.
9. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 8, in which the Hf content
is set between 0.01 and 0.08 %.
10. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 9, characterized in that the ratio Ti/Al is comprised between 3.3 and 4.2.
11. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 10 as valve material for
valves to be used in marine diesel engines in the temperature range up to 850°C.
12. A use of an alloy according to one of the claims 1 through 10 as valve for a large
diesel engine.
1. Utilisation d'un alliage austénitique à base de nickel résistant à la chaleur comprenant
(en % en poids)
0.03 - 0,1 % de C
28 - 32 % de Cr
0,01 - ≤ 0,5 % de Mn
0,01 - ≤ 0,3 % de Si
0,01 - ≤ 1,0 % de Mo
2,5 - 3,2 % de Ti
0,01 - ≤ 0,5 % de Nb
0,01 - ≤ 0,5 % de Cu
0,05 - ≤ 2,0 % de Fe
0,7 - 1,0 % d'Al
0,001 - ≤ 0,03 % de Mg
0,01 - ≤ 1,0 % de Co
0,01 - 0,10 % de Hf
0,01 - 0,10 % de Zr
0,002 - 0,02 % de B
0,001 - 0,01 % de N
max. 0,01 % de S
max. 0,005 % de Pb
max. 0,0005 % de Bi
max. 0,01 % de Ag
le reste étant du Ni et des additions résultant de l'élaboration,
la somme de Ti + Al étant comprise entre 3,3 et 4,3,
la somme de C + (10 x B) étant comprise entre 0,05 et 0,2 %,
la somme de Hf + Zr étant comprise entre 0,05 et 0,15 %,
le rapport Ti/Al étant > 3 et
le rapport Zr/Hf = 0,1 - 0,5
en tant que matériau de vanne.
2. Utilisation d'un alliage selon la revendication 1, lequel contient (en % en poids)
28 - 31 % de Cr.
3. Utilisation d'un alliage selon la revendication 1 ou la revendication 2, lequel contient
(en % en poids) 29 - 31 % de Cr.
4. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 3, lequel contient (en
% en poids) 2,8 - 3,2 % de Ti.
5. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 4, lequel contient (en
% en poids) 2,8 - 3,0 % de Ti.
6. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 5, lequel contient (en
% en poids) 0,002 - 0,01 %, notamment 0,002 - 0,005 % de bore comme addition.
7. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 6, dans lequel la somme
de C + (10 x B) est comprise entre 0,05 et 0,1 %, notamment entre 0,05 et 0,08 %.
8. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 7, dans lequel la teneur
en Zr est fixée entre 0,01 et 0,05 %.
9. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel la teneur
en Hf est fixée entre 0,01 et 0,08 %.
10. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisée en ce que le rapport Ti/Al est compris entre 3,3 et 4,2.
11. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 10 comme matériau de soupape
pour des soupapes dans des moteurs diesel de bateau qu'on peut utiliser dans la plage
de température jusqu'à 850°C.
12. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications 1 à 10 comme soupape pour
un grand moteur diesel.