(19)
(11) EP 2 228 099 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.09.2010  Patentblatt  2010/37

(21) Anmeldenummer: 09450059.2

(22) Anmeldetag:  13.03.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A63B 21/008(2006.01)
A63B 23/02(2006.01)
A63B 21/012(2006.01)
A63B 69/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(71) Anmelder: Endl, Christian
1210 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Endl, Christian
    1210 Wien (AT)

(74) Vertreter: Weiser, Andreas 
Patentanwalt, Hietzinger Hauptstrasse 4
1130 Wien
1130 Wien (AT)

   


(54) Vorrichtung zum Fitnesstraining


(57) Vorrichtung zum Fitnesstraining, insbesondere Ausdauertraining, mit zwei Flügeln (4, 5), die an den Enden (2, 3) eines langgestreckten Trägers (1) mit gegenseitigem Abstand in einer im wesentlichen gemeinsamen Ebene liegend montiert sind, wobei der Träger (1) mit einer Verankerungseinrichtung (7, 8) zur Befestigung des Trägers etwa auf Schulterhöhe vor der Brust eines Benützers ausgestattet ist.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fitneßtraining mit zwei Flügeln, die an den Enden eines langgestreckten Trägers mit gegenseitigem Abstand in einer im wesentlichen gemeinsamen Ebene liegend montiert sind.

[0002] Beim klassischen Fitnesstraining wird einem Muskeltraining der gewünschten Körperpartien stets auch ein Kardiovaskulärtraining vorgeschaltet, um den Organismus auf das Krafttraining vorzubereiten und zu stärken. Dazu werden beispielsweise Laufbänder, Fahrradtrainer, Rudergeräte, Crosstrainer, Stepper usw. eingesetzt.

[0003] Die verschiedenen aufeinanderfolgenden Trainingsarten bedeuten einen hohen Zeitaufwand, gerade für das Training der vielbeachteten "Problemzonen", wie Bauch-, Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur ("Bauch, Bein, Po"). Beim herkömmlichen Kardiovaskulärtraining werden von diesen Problemzonen vorwiegend die Beine angesprochen, alle anderen Zonen müssen anschließend zeitaufwendig durch spezifisches Muskelgruppentraining gestärkt bzw. gestrafft werden.

[0004] Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art mit starren Flügeln ist aus der WO 2006/058105 A1 bekannt. Die bekannte Vorrichtung ist ausschließlich handhaltbar und wird hinter dem Kopf auf den Schultern abgestützt oder frei vor dem Bauch gehalten. Beide Varianten erfordern eine willentliche Handhabung und Stabilisierung der Vorrichtung beim Schwingen, welche von einem konzentrierten Training ablenkt; überdies verleitet die Vorrichtung zu beliebigen, unkontrollierten Trainingsbewegungen, wodurch sie für ein effizientes Problemzonentraining ungeeignet ist.

[0005] Die Erfindung setzt sich zum Ziel, eine Vorrichtung zum Fitnesstraining zu schaffen, welche diese Nachteile überwindet und insbesondere ein effizienteres Problemzonentraining ermöglicht. Dieses Ziel wird mit einer Vorrichtung der einleitend genannten Art erreicht, die sich gemäß der Erfindung dadurch auszeichnet, daß der Träger mit einer Verankerungseinrichtung zur Befestigung des Trägers etwa auf Schulterhöhe vor der Brust eines Benützers ausgestattet ist.

[0006] Die Vorrichtung der Erfindung ermöglicht damit erstmals ein Kardiovaskulär- bzw. Ausdauertraining, bei dem die Rumpfmuskulatur die dynamische Hauptarbeit leistet, so daß dabei hauptsächlich genau jene Muskelgruppen trainiert werden, welche die genannten Problemzonen betreffen. Der Benützer montiert den Träger in aufrechter Haltung vor der Brust etwa auf oberer Brusthöhe, legt seine Hände von hinten an den Träger und verdreht den Oberkörper gegenüber dem Unterkörper in rascher Folge abwechselnd nach links und rechts, während die Beine mit leicht gebeugten Knien am Boden verbleiben. Die Flügel erzeugen dabei einen geschwindigkeitsabhängigen Luftwiderstand und sorgen für eine entsprechende Belastung der Torsionsbewegung des Rumpfes. Durch die Verankerung vor der Brust erfordert die Vorrichtung keine bewußte Handhabung und Stabilisierung mehr, welche vom eigentlichen Training ablenken würde, statt dessen kann sich der Benutzer vollkommen auf die Torsionsbewegung des Oberkörpers konzentrieren. Die Torsionsbewegung kann langandauernd, z.B. zu Musik, ausgeführt werden, was den Effekt eines Kardiovaskulär- bzw. Ausdauertrainings hat. Durch die Torsionsbewegung werden die Bauch-, Hüft- und untere Rückenmuskulatur beansprucht, während die leicht gebeugte Kniehaltung gleichzeitig die Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur trainiert. Im Ergebnis werden die Problemzonen bereits beim Ausdauertraining effektiv mittrainiert, was zu einer großen Zeitersparnis führt.

[0007] Das Training kann sowohl "indoor" als "outdoor" durchgeführt werden, und sogar im Gehen ("walking"), wobei die rhythmische Oberkörperbewegung mit der Schrittbewegung gegengleich (d.h. rechter Arm und linker Fuß; linker Arm und rechter Fuß) synchronisiert werden kann. Hierbei wird die Gesäßmuskulatur besonders beansprucht.

[0008] Darüberhinaus führt die Befestigung der Trainingsvorrichtung vor der Brust in Verbindung mit der rückseitigen Anlage der Hände am Träger zu einer natürlichen geraden Haltung der Wirbelsäule, was in äußerst vorteilhafter Weise gleichzeitig zu einer Straffung der Wirbelsäulenmuskulatur führt, insbesondere wenn der Benützer den Oberkörper etwas vorneigt, und ein besonders wirbelsäulenschonendes Training gewährleistet.

[0009] Der Träger und die Flügel können entsprechend leichtgewichtig ausgeführt werden, sodaß sie kein die Wirbelsäule belastendes Gewicht darstellen; einzig ihr Luftwiderstand wirkt der Oberkörpertorsion entgegen. Die Geschwindigkeit der Torsionsbewegung ist dabei dem Benutzer überlassen. Aufgrund des geringen Gewichts und der einfachen Konstruktion der Vorrichtung kann das Training auch sehr gut von älteren Personen ausgeführt werden und führt zu einer Kräftigung des aktiven Bewegungsapparats. Falls gewünscht, kann das Training sogar im Sitzen oder kniend durchgeführt werden, wobei weiterhin alle vorteilhaften Auswirkungen auf die Rumpfmuskulatur erzielt werden.

[0010] Die Verankerungseinrichtung zur Befestigung des Trägers vor der Brust kann an sich beliebiger Art sein, beispielsweise in Form von auf die Schultern aufsteckbaren Bügeln, einer mit dem Träger verbundenen Weste, usw. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird vorgesehen, daß die Verankerungseinrichtung durch einen oder mehrere Gurte gebildet ist. Diese Variante ist kostengünstig zu fertigen und vom Benützer einfach anzulegen.

[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn zwei Gurte vorgesehen sind, welche über den Rücken des Benützers gekreuzt und über die Brustseitenbereiche ungekreuzt verlaufen. Diese Ausführung ist angenehm zu tragen und schränkt die Beweglichkeit in keiner Weise ein.

[0012] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können die Flügeln aus starrem Material gefertigt sein, bevorzugt aus Kunststoffplatten.

[0013] In einer alternativen, besonders vorteilhaften Ausführungform der Erfindung sind die Flügeln durch Streben gebildet, die mit einer flexiblen Bespannung versehen sind. Dies ergibt einen leichtgewichtigen, einfach zerlegbaren Aufbau.

[0014] Besonders günstig ist es dabei, wenn jeder Flügel zumindest zwei etwa parallele, den Träger kreuzende Streben aufweist, auf deren auskragende Enden je eine Bespannungsbahn aufgeschoben ist, bevorzugt mittels Endlaschen der Bespannungsbahn. Dies ermöglicht ein einfaches Zerlegen der Vorrichtung für den Transport und einen raschen Zusammenbau für das Training.

[0015] Ein weiteres bevorzugtes Merkmal der Erfindung besteht darin, daß der gegenseitige Abstand der Streben veränderbar ist, besonders bevorzugt indem zumindest eine der Streben in verschiedene Querbohrungen des Trägers wählbar einsteckbar ist. Dadurch kann die Bespannung nicht nur in gestrafftem Zustand, sondern auch in einem geringfügig gelockerten Zustand verwendet werden, wodurch beim Hin- und Herschwingen der Vorrichtung auch die Bespannung entsprechend hin- und herschwingt, was zu einem zeitverzögerten Einsetzen des Luftwiderstandes führt. Dadurch wird in der Umkehrphase der Torsionsbewegung, in welcher ohnehin bereits eine Belastung der Muskulatur durch das Einleiten der Gegenbewegung erfolgt, zunächst nur ein geringer Widerstand dem Benutzer dargeboten, was die Belastung der Muskulatur während der Bewegung vergleichmäßigt.

[0016] Optional kann der Träger mittig mit einer Platte zur Anlage an der Brust eines Benützers versehen sein, um eine Verdrehung des Trägers um seine Längserstreckungsachse während des Trainings zu verhindern, wenn dies gewünscht ist.

[0017] Ferner ist es besonders günstig, wenn gemäß einem weiteren bevorzugten Merkmal der Erfindung der Träger zumindest mittig gepolstert ist, um eine schonende Anlage des Trägers im Brustbereich zu ermöglichen.

[0018] Zur Anpassung an verschiedene Benutzer ist es besonders günstig, wenn der Träger in der Länge einstellbar ist, bevorzugt teleskopierend.

[0019] Zum einfachen Anlegen der Gurte und auch zur Anpassung an unterschiedliche Körpergrößen ist es zweckmäßig, wenn die Gurte längenverstellbar sind.

[0020] Gemäß einer weiteren bevorzugten Variante der Erfindung sind die Flügel lösbar am Träger montiert. Dies ermöglicht ein platzsparendes Zerlegen der Vorrichtung zur Aufbewahrung und für den Transport.

[0021] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Träger stabförmig und starr, bevorzugt in Steckteile zerlegbar. Diese Variante ist besonders einfach und für das erörterte Torsionstraining gut geeignet.

[0022] Eine alternative Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß der Träger stabförmig ist und zwei Gelenke aufweist, die ein Verschwenken der Enden des Trägers mitsamt den Flügeln zumindest zu den Schenkeln eines "U" gestatten. Mit dieser Variante kann eine weitere Form von Training ausgeübt werden, bei welcher die Arme in waagrecht ausgestreckter Haltung, oder mit waagrechtem Oberarm und senkrechtem Unterarm, periodisch nach vorne und zur Seite bewegt werden können, um ein "Butterfly"-ähnliches Training der Brust-, Schulter-, Oberarm- und oberen Rückenmuskulatur zu ermöglichen.

[0023] Dabei ist es besonders günstig, wenn die verschwenkbaren Enden gesondert in ihrer Länge einstellbar sind, bevorzugt teleskopierend, um eine Anpassung an unterschiedliche Körpergrößen zu ermöglichen.

[0024] Bei jeder der genannten Ausführungen ist es besonders vorteilhaft, wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung jeder Flügel mit zumindest einer Halteschlaufe oder einem bevorzugt drehbaren Griff versehen ist. Dadurch können die Flügel besser mit den Händen ergriffen werden.

[0025] In einer zweckmäßigen Ausführungsform hat jeder Flügel eine Fläche von 0,25 - 2 m2, bevorzugt 0,5 - 1 m2, was sich in praktischen Versuchen als guter Kompromiß zwischen Handhabbarkeit und ausreichendem Luftwiderstand ergeben hat.

[0026] Aus demselben Grund ist es besonders zweckmäßig, wenn der Träger im ausgestreckten Zustand zwischen den Flügeln eine Länge von 0,5 - 2 m, bevorzugt 0,7 - 1 m, hat.

[0027] Wie bereits erwähnt, kann die erfindungsgemäße Vorrichtung überaus leichtgewichtig sein, z.B. aus Holz oder Leichtmetall, wie Aluminium. Besonders bevorzugt werden der Träger und die Flügel aus Kunststoff gefertigt, was eine einfache und kostengünstige Produktion ermöglicht.

[0028] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen
die Fig. 1 und 2 eine erste Ausführungsform der Erfindung in der Verwendungsstellung in der Vorderansicht bzw. Rückansicht;
die Fig. 3 und 4 eine zweite Ausführungsform der Erfindung in der Rückansicht bzw. Draufsicht;
die Fig. 5 und 6 eine dritte Ausführungsform der Erfindung in der Rückansicht bzw. Draufsicht; und
die Fig. 7 bis 9 eine vierte Ausführungsform der Erfindung in der Rückansicht (Fig. 7), der Draufsicht in einer ersten Betriebsstellung (Fig. 8) und der Draufsicht in einer zweiten Betriebsstellung (Fig. 9).

[0029] Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung zum Fitnesstraining umfaßt einen langgestreckten Träger 1, der an seinen beiden Enden 2, 3 jeweils einen starren Flügel 4, 5 trägt. Der Träger 1 ist im wesentlichen stabförmig und starr und erstreckt sich im gezeigten Beispiel zwischen den Flügeln 4, 5 über eine Länge von 0,5 bis 1,5 m, bevorzugt 0,7 bis 1 m. Die Flügel 4, 5 haben eine Fläche von jeweils 0,1 bis 1,5 m2, bevorzugt 0,25 - 1,5 m2, besonders bevorzugt 0,5 - 1 m2, beispielsweise 60 cm x 90 cm.

[0030] Der Träger 1 und die Flügel 4, 5 sind aus leichtgewichtigem Material gefertigt. Beispielsweise werden für den Träger 1 ein dünnwandiges Kunststoffrohr mit einem Durchmesser von etwa 5 cm und für die Flügel 4, 5 Kunststoffplatten, z.B. aus Polystyrol oder Hartschaum, mit einer Dicke von ca. 2-3 mm oder mehr verwendet. Die Umrißform der Flügel 4, 5 ist im wesentlichen beliebig, z.B. rechteckig, quadratisch, kreisförmig, elliptisch, flugzeugflügelförmig, sternförmig usw., da ihr Luftwiderstand im wesentlichen nur von ihrer Flächenausdehnung abhängt. Die Flächenausdehnung sollte bevorzugt symmetrisch um den Angriffspunkt der Enden 2, 3 liegen, um die Einleitung eines Kippmoments um die Achse des Trägers 1 bei der Trainingsbewegung zu vermeiden.

[0031] Die Flügel 4, 5 können insbesondere auch bedruckt werden und z.B. als Werbeträger dienen.

[0032] Zur schonenden Anlage des Trägers 1 an der Brust und auch zur Verhinderung einer unbeabsichtigten Verdrehung des Trägers 1 um seine Längsachse kann der Träger 1 mit einer Platte 6 (Fig. 3) ausgestattet sein, welche bevorzugt gepolstert ist.

[0033] Wenn anderseits gerade eine besonders universelle Einsetzbarkeit der Trainingsvorrichtung gewünscht ist, kann alternativ die Platte 6 um die Längsachse des Trägers 1 drehbar an diesem gelagert sein. Optional kann eine solche verdrehbare Lagerung der Platte 6 auch mit Arretiermitteln zur Verrastung der Platte in verschiedenen Drehstellungen ausgestattet sein.

[0034] Zur Verankerung des Trägers 1 vor der Brust des Benützers dienen im gezeigten Beispiel zwei Gurte 7, 8, welche über den Rücken des Benützers gekreuzt und über seine Brustseitenbereiche gerade verlaufen. Die Gurte 7, 8 können mit Schließen und/oder Schnallen 9 zur Längenverstellung ausgestattet sein.

[0035] Schließen sind entbehrlich, wenn die Schnallen 9 zur Längenverstellung auf den seitlichen Brustbereichen des Benützers zu liegen kommen, da sie dort zum Festzurren des Trägers 1, nachdem der Benützer die Vorrichtung mit gelockerten Gurte 7, 8 übergestreift hat, leicht ergriffen werden können.

[0036] Bevorzugt sind die über die Brustseitenbereiche verlaufenden Enden der Gurte 7, 8 weiter innen- bzw. näher zueinanderliegend am Träger 1 montiert als die über den Rücken des Benutzers verlaufenden Enden der Gurte 7, 8.

[0037] Zum Training schnallt der Benützer den Träger 1 etwa auf Schulterhöhe vor die Brust, legt seine Hände von hinten seitlich an den Träger 1 (siehe Fig. 1 und 2) und bewegt den Oberkörper mit den Armen - unter Verwindung des Bauchbereiches - in rascher Folge abwechselnd nach links und rechts (Torsionsbewegung), wobei der Luftwiderstand der Flügel 4, 5 eine geschwindigkeitsabhängige Gegenkraft für die Torsionsbewegung bereitstellt.

[0038] Die Ausführungsform der Fig. 3 und 4 zeigt weitere optionale Details der Trainingsvorrichtung (zur besseren Übersicht Gurte 7, 8 hier nicht dargestellt). So kann der Träger 1 in der Länge einstellbar sein, beispielsweise indem seine Enden 2, 3 gegenüber seinem Mittelabschnitt 11 teleskopieren. Mit Hilfe von Fixierelementen 12, z.B. Steckstiften, Rasten, Druckknöpfen, usw. werden die Enden 2, 3 in der gewünschten Auszugsstellung arretiert.

[0039] Wie in Fig. 4 gezeigt, sind die Flügel 4, 5 in endseitige Schlitze 14 der Enden 2, 3 eingeführt und dort mit Hilfe von Schrauben, Bolzen, Schweiß- oder Klebestellen, Flügelschrauben 15 usw. festgelegt. Auf diese Weise kann auch eine lösbare Verbindung zwischen den Flügeln 4, 5 und dem Träger 1 realisiert werden, um die Flügel zu Transport- und Aufbewahrungszwecken abnehmen zu können, beispielsweise mittels Flügelmuttern oder Flügelschrauben.

[0040] Die Fig. 5 und 6 zeigen eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung (zwecks Übersicht Gurte 7, 8 nicht gezeigt), bei welcher der Träger 1 zwei Gelenke 16 aufweist, mit deren Hilfe die Enden 2, 3 mitsamt den Flügeln 4, 5 zu den Schenkeln eines "U" verschwenkt werden können (Pfeil 17), oder auch darüber hinaus.

[0041] Die verschwenkbaren Enden 2, 3 können ihrerseits in der Länge einstellbar sein, beispielsweise durch entsprechende Unterteilung in teleskopierende Teile 2', 2" bzw. 3', 3", (Pfeile 18, 19). Der zwischen den Gelenken 16 liegende Mittelabschnitt des Trägers 1 ist wie in den Fig. 3 und 4 teleskopierend ausgeführt, beispielsweise durch entsprechende Unterteilung in drei teleskopierende Teile 11, 11' und 11" (Pfeile 20, 21). Die Teleskopverstellungen sind jeweils durch entsprechende Fixierelemente 22 bis 25 arretierbar. Der Träger 1 ist hier mit einer Manschette 26 aus weichem Kunststoff gepolstert.

[0042] Der Träger 1 und/oder die Flügel 4, 5 sind mit Schlaufen oder Griffen 13 versehen, welche beispielsweise mit ausgestreckten Armen so ergriffen werden, daß die Handrücken von den Flügeln 4, 5 wegweisen. Optional können, wenn Griffe verwendet werden, diese drehbar am Träger 1 oder den Flügeln 4, 5 gelagert sein.

[0043] Die Flügel 4, 5 sind ferner neben den Schlaufen 13 mit weiteren Schlaufen 27, 28 ausgestattet, welche zum Ergreifen mit vertikal nach oben abgewinkeltem Unterarm dienen: Der Unterarm wird durch die untere Schlaufe 27 hindurchgeführt und die obere Schlaufe 28 mit der Hand ergriffen, wobei der Handrücken vom Flügel 4, 5 wegweist.

[0044] Mit Hilfe der in den Fig. 5 und 6 dargestellten Ausführungsform kann zusätzlich zu der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Verwendung auch ein Butterfly-artiges Oberkörpertraining durchgeführt werden. Dazu werden die Arme nach Ergreifen der Flügel 4, 5 an den Schlaufen 13 bzw. 27 und 28 unter Überwindung des Luftwiderstandes der Flügel 4, 5 von einer seitlich ausgestreckten waagrechten Position abwechselnd oder gleichzeitig vor und zurück geschwenkt.

[0045] Die Fig. 7 bis 9 zeigen noch eine weitere Ausführungsform, welche sich durch besonders geringes Gewicht, leichte Zerlegbarkeit und angenehmens Trainingsgefühl auszeichnet. Jeder Flügel 4, 5 ist hier durch zwei parallele, den Träger 1 kreuzende Streben 29, 30 bzw. 31, 32 gebildet, an denen Bespannungsbahnen 33, 34 bzw. 35, 36, z.B. Kunststoffolien- oder -gewebebahnen, befestigt sind. Die Bespannungsbahnen 34 - 36 haben beispielsweise Endlaschen 37, welche auf die vom Träger 1 auskragenden Enden der Streben 29 - 32 aufgeschoben sind.

[0046] Der gegenseitige Abstand der Streben 29 - 32 ist veränderbar, beispielsweise indem diese stufenlos oder rastbar gleitverschieblich am Träger 1 montiert oder - wie gezeigt - wahlweise in verschiedene Querbohrungen 38 des Trägers 1 einsteckbar sind. Auf diese Weise können die Bespannungsbahnen entweder straff (Fig. 8) oder geringfügig gelockert bzw. lose (Fig. 9) montiert werden, so daß sie beim Schwingen des Trägers 1 entsprechend mitschwingen können. Darüberhinaus kann damit auch - entsprechende Querbohrungen 38 vorausgesetzt - der Abstand der Flügel 4, 5 variiert werden.

[0047] Alternativ könnten die Streben 29 - 32 auch mit festem Abstand und die Bespannungsbahnen 33 - 36 mit verschiedenen Laschen bzw. Befestigungsmitteln zur Verankerung an den Streben 29 - 32 versehen werden.

[0048] Die Ausführungsform der Fig. 7 - 9 mit flexibel bespannten Flügeln 4, 5 kann selbstverständlich auch mit den in den Fig. 1 bis 6 gezeigten verschiedenen Varianten des Trägers 1 kombiniert werden, z.B. mit einem gelenkigen Träger 1.

[0049] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt, sondern umfaßt alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der angeschlossenen Ansprüche fallen.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Fitneßtraining mit zwei Flügeln (4, 5), die an den Enden (2, 3) eines langgestreckten Trägers (1) mit gegenseitigem Abstand in einer im wesentlichen gemeinsamen Ebene liegend montiert sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (1) mit einer Verankerungseinrichtung (7, 8) zur Befestigung des Trägers (1) etwa auf Schulterhöhe vor der Brust eines Benützers ausgestattet ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungseinrichtung (7, 8) durch einen oder mehrere Gurte gebildet ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Gurte (7, 8) vorgesehen sind, welche über den Rücken des Benützers gekreuzt und über die Brustseitenbereiche ungekreuzt verlaufen.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügeln (4, 5) aus starrem Material gefertigt sind, bevorzugt aus Kunststoffplatten.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügeln (4, 5) durch Streben (29 - 32) gebildet sind, die mit einer flexiblen Bespannung (33 - 36) versehen sind.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Flügel (4, 5) zumindest zwei etwa parallele, den Träger (1) kreuzende Streben (29 - 32) aufweist, auf deren auskragende Enden je eine Bespannungsbahn (33 - 36) aufgeschoben ist, bevorzugt mittels Endlaschen (37) der Bespannungsbahn (33 - 36).
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der gegenseitige Abstand der Streben (29 - 32) veränderbar ist, bevorzugt indem zumindest eine der Streben (29 - 32) in verschiedene Querbohrungen (38) des Trägers (1) wählbar einsteckbar ist.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (1) mittig mit einer Platte (6) zur Anlage an der Brust eines Benützers versehen ist.
 
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (1) zumindest mittig gepolstert (6, 26) ist.
 
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (1) in der Länge einstellbar ist, bevorzugt teleskopierend.
 
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel (4, 5) lösbar am Träger (1) montiert sind.
 
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (1) stabförmig und starr ist, bevorzugt in Steckteile zerlegbar.
 
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (1) stabförmig ist und zwei Gelenke (16) aufweist, die ein Verschwenken der Enden (2, 3) des Trägers mitsamt den Flügeln (4, 5) zumindest zu den Schenkeln eines "U" gestatten.
 
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die verschwenkbaren Enden (2, 3) gesondert in ihrer Länge einstellbar sind, bevorzugt teleskopierend.
 
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Flügel (4, 5) mit zumindest einer Halteschlaufe (13, 27, 28) oder einem bevorzugt drehbaren Griff versehen ist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente