(19)
(11) EP 2 228 216 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.09.2010  Patentblatt  2010/37

(21) Anmeldenummer: 10152987.3

(22) Anmeldetag:  09.02.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 21/10(2006.01)
B41N 7/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 18.02.2009 DE 102009009460

(71) Anmelder: manroland AG
63075 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Kemmerer, Klemens
    63110, Rodgau (DE)

   


(54) Bogenführungszylinder mit Aufzug in einer Verarbeitungsmaschine


(57) Die Erfindung betrifft einen Bogenführungszylinder mit Aufzug in einer Verarbeitungsmaschine. Aufgabe der Erfindung ist es, einen derartigen Bogenführungszylinder, der insbesondere für die Förderung von Bogenmaterial mit großen Formatbreiten ausgelegt ist.
Gelöst wird das dadurch, indem der Aufzug (9) an der Unterseite einen daran fixierten Haftvermittler (10) aufweist und der Aufzug (9) mit Haftvermittler (10) an einer Mantelfläche (I,II) des Bogenführungszylinders (1) lösbar haftfest angeordnet ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Bogenführungszylinder mit Aufzug in einer Verarbeitungsmaschine nach dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 1. Als Verarbeitungsmaschinen eignen sich insbesondere Rotationsdruckmaschinen (einschließlich Lackiermaschinen), speziell Offsetdruckmaschinen und/oder Lackierwerke mit mindestens zwei Druck-/Lackwerken für die Verarbeitung von Bedruckstoffen.

[0002] Bogenführungszylinder mit Aufzug sind in Verarbeitungsmaschinen wie Rotationsdruckmaschinen, insbesondere bei Schöndruck bzw. Schön- und Widerdruckmaschinen, im Einsatz. Derartige Rotationsdruckmaschinen weisen Wendeeinrichtungen nach dem Prinzip der Eintrommelwendung (beispielsweise aus DD 54703 A bekannt) oder der Drei-Trommelwendung (beispielsweise aus DE 11 07 246 A bekannt) auf. Alternativ kann die Rotationsdruckmaschine mit abwechselnd die beiden Seiten des Bogenmaterials bedruckenden Druckwerken ausgebildet sein. Eine derartige Bogendruckmaschine ist beispielsweise aus DE 32 03 879 A1 bekannt.

[0003] Im Schön- und Widerdruck wird ein von einem Bogenführungszylinder getragener Bogen auf einer ersten Seite bedruckt und/oder lackiert und danach auf der zweiten Seite bedruckt bzw. lackiert. Dabei kann die frische Farbe bzw. der Lack von der unten liegenden (ersten Seite) des Bogens auf die Mantelfläche des Bogenführungszylinders durch Farb-/Lackrückspaltung ablegen bzw. abschmieren. Um die Mantelfläche nicht zu verschmutzen bzw. das Druck-/Lacksujet auf dem Bogen nicht zu beeinträchtigen wird auf einem Bogenführungszylinder ein Aufzug mit Farbe/Lack abweisender Oberfläche lösbar angeordnet.

[0004] Ein Bogenführungszylinder mit einem Aufzug dieser Art ist aus WO 02/087883 A1 bekannt, der eine spezielle Oberfläche mit einem verbesserten Farbspaltungsverhalten sowie einem verbesserten Verschleißverhalten aufweisen soll. Der Bogenführungszylinder weist einen zylindrischen Grundkörper mit wenigstens einem daran angeordneten Bogenhaltesystem und wenigstens einem in Umfangsrichtung angeordneten Aufzug auf. Der Bogenführungszylinder kann - bezogen auf einen einfachgroßen Formzylinder - als einfachgroßer oder mehrfachgroßer Zylinder ausgebildet sein und dementsprechend in Umfangsrichtung betrachtet einen lösbar angeordneten Aufzug oder mehrere umfangsseitig lösbar angeordnete Aufzüge tragen. Die Aufzüge sind mittels Spannmitteln auf dem Bogenführungszylinder fixiert, wobei die Spannmittel in einem oder mehreren Zylinderkanälen angeordnet sind. Bevorzugt sind in diesen Zylinderkanälen die Bogenhaltesysteme angeordnet.

[0005] Aus US 6 073 556 A ist eine weiterer Aufzug für einen Bogenführungszylinder bekannt. Der Aufzug umfasst ein flexibles Material und ist locker mittels Spannmitteln fixiert um den Bogenführungszylinder angeordnet.
Die Aufzüge sowie die Spannmittel erstrecken sich - in Zylinderachsrichtung betrachtet - stets über die volle Fläche des Bogenführungszylinders.

[0006] Aus DE 11 00 651 A1 ist eine Übergabetrommel mit Bogenhaltesystem für eine Rotationsdruckmaschine bekannt, die zum Verhindern des Abschmierens von aufliegenden Bogen mit Streifen bzw. Bändern ausgestattet ist. In einer speziellen Ausstattung weist die Übergabetrommel auf der Mantelfläche eine Anzahl von in axialer Richtung in Abständen angeordneter Drahtspiralen auf, die in achsparallelen Führungsschienen auf der Trommel verschiebbar sind.

[0007] DE 10 2004 043 839 A1 offenbart ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine mit einer Bogenwendeeinrichtung und dieser vor- und nachgeordneten Druckzylindern. Mindestens einer der der Bogenwendeeinrichtung nachgeordneten Druckzylinder weist eine Manteloberfläche mit Farbe abweisenden Eigenschaften auf.
Ist die Farbe abweisende Manteloberfläche derart abgenutzt, dass die die Farbe abweisenden Eigenschaften einen vorgebbaren Schwellwert unterschreiten, so wird auf dieser Manteloberfläche eine Folie angeordnet. Die Folie weist wiederum eine Oberfläche mit Farbe abweisenden Eigenschaften auf und ist von der Manteloberfläche des Druckzylinders wiederentfernbar. Dabei soll statt der bekannten Spannmittel ein Haftvermittler zum Fixieren der Folie auf der inzwischen abgenutzten Manteloberfläche eingesetzt werden. Bevorzugt wird die Folie unter Zwischenfügen des Haftvermittlers auf den Druckzylinder aufgebracht. Mögliche Kleberückstände auf der Oberfläche sollen durch Aufschmelzen zum Befestigen einer neuer Folie wieder verwendbar sein.

[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Bogenführungszylinder der eingangs genannten Art zu schaffen, der für die abschmierfreie Förderung von Bogenmaterial, insbesondere mit großen Formatbreiten, ausgelegt ist.

[0009] Gelöst wird die Aufgabe durch die Ausbildungsmerkmale von Patentanspruch 1. Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

[0010] Ein erster Vorteil der Erfindung ist darin begründet, dass durch die Ausbildung wenigstens eines Bogenführungszylinders mit einem nachstehend beschriebenen Aufzug die Handhabbarkeit des Aufzuges bei der Montage bzw. Demontage auf dem Bogenführungszylinder verbessert wird. Der Aufzug ist dabei biegbar ausgebildet und ist haftfest und lösbar an dem Bogenführungszylinder angeordnet. Vorzugsweise weist der Aufzug eine Farbe und/oder Lack abweisende Oberfläche auf. Bevorzugt kann der Aufzug ein Trägermaterial aufweisen, welches aus einem relativ leichten, metallischen Material oder einem Kunststoffmaterial gebildet ist und mit der Unterseite der Mantelfläche des Bogenführungszylinders zugeordnet ist. Auf der Oberseite des Trägermaterials kann haftfest eine Beschichtung mit einem unregelmäßigen Oberflächenprofil aus wenigstens einem Metall, Mischungen bzw. Legierungen davon angeordnet sein. Auf der Oberseite dieser Beschichtung kann eine Farbe und/oder Lack abweisende Versiegelungsschicht aus der Gruppe der Polyorganosiloxane oder der Gruppe der Acrylate oder der Gruppe der Fluorpolymere angeordnet sein.

[0011] Ein zweiter Vorteil besteht darin, dass der Bogenführungszylinder bezogen auf einen einfachgroßen Platten-/Formzylinder einfachgroß (eintourig) oder mehrfachgroß, insbesondere doppeltgroß (1/2-tourig) bzw. (1/3-tourig) etc. ausgebildet sein kann, einschließlich deren Kombinationen innerhalb der Verarbeitungsmaschine. Ebenso können die Bogenführungszylinder zumindest eine Mantelfläche aufweisen, welche - bezogen auf einen theoretischen Zylinderdurchmesser - als Vollzylinder ausgebildet ist oder vorzugsweise bei mehrfachgroßer Ausbildung innerhalb des theoretischen Zylinderdurchmessers angeordnete Mantelflächen umfasst.
Auf jeder der Mantelflächen eines Bogenführungszylinders ist ein bereits beschriebener Aufzug lösbar haftfest angeordnet.

[0012] Als dritter Vorteil kann aufgeführt werden, dass zumindest ein derartiger Bogenführungszylinder keine Farbe abweisende Oberfläche der Mantelfläche bzw. Mantelflächen aufweisen muss, auf die erst nach deren Abnutzung ein Aufzug aufgeklebt wird. Der oder die Aufzüge sind in vorteilhafter Weise bereits vor Druckbeginn auf wenigstens einem Bogenführungszylinder haftfest angeordnet. Dabei ist eine Farbe abweisende, sich abnutzende Oberfläche auf wenigstens einem Bogenführungszylinder nicht erforderlich und somit ist ein derartiger Bogenführungszylinder kostengünstiger herstellbar. Die haftfeste Anordnung jedes Aufzugs ist dabei stets vom Bogenführungszylinder wieder lösbar. Damit kann bei Bedarf jeweils ein abgenutzter Aufzug vom Bogenführungszylinder bzw. dessen Mantelfläche(n) entfernt werden und zumindest ein neuer Aufzug am Bogenführungszylinder lösbar haftfest angeordnet werden.

[0013] Ein vierter Vorteil ergibt sich daraus, dass wenigstens ein Bogenführungszylinder über die Formatbreite mehrere lösbar haftfest angeordnete Teilaufzügen aufweisen kann. Durch die haftfeste Anordnung der Teilaufzüge auf zumindest einer Mantelfläche des Bogenführungszylinders wird deren Planlage auf dem Bogenführungszylinder verbessert und ein möglicher Verzug spürbar vermieden. In bevorzugter Ausbildung kann jeder einzelne Teilaufzug auf dem Bogenführungszylinder einzeln justiert und haftfest lösbar angeordnet werden.

[0014] Als fünfter Vorteil ist zu nennen, dass der eine Aufzug oder die den Aufzug bildenden Teilaufzüge nicht auf Farbe und/oder Lack abweisende Aufzüge (mit oder ohne Beschichtung) beschränkt sind. Vielmehr können derartige Aufzüge bzw. Teilaufzüge auch als einfache metallische Aufzüge ausgebildet sein. Beispielsweise kann ein Bogenführungszylinder Teilaufzüge aus Stahlblechen oder Chromplatten oder Aluminiummaterial tragen. Diese Ausführungen eignen sich bevorzugt für Bogenführungszylinder mit Aufzügen/Teilaufzügen, denen zumindest eine Trenneinrichtung( einschließlich Perforiereinrichtung), beispielsweise eine Längsschneideinrichtung, zugeordnet ist. Alternativ sind einfache metallische Aufzüge auf einem Bogenführungszylinder angeordnet, welcher mit einer benachbarten Kalander -, Nut -, Präge -, Rillen -, Ritz - oder Stanzeinrichtung, alternativ einem Druck-/Lackwerk, zusammenwirkt.

[0015] Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Dabei zeigen schematisch:
Fig. 1
eine Rotationsdruckmaschine mit Druckwerken und einer Bogenwendeeinrichtung,
Fig. 2
einen Senkrechtschnitt eines Aufzugs mit Oberflächenprofil (vergrößert).


[0016] Eine Rotationsdruckmaschine für die Verarbeitung von bogenförmigen Bedruckstoffen (Bogenmaterial), umfasst mehrere Druckwerke A bis C, welche bei Bedarf auch Lackwerke sein können oder mit Lackwerken kombiniert sein können (nicht gezeigt). Jedes Druckwerk A bis C besitzt einen bevorzugt einen Zylinderkanal aufweisenden und eine Druckform tragenden Platten-/Formzylinder 4. Dem Platten-/Formzylinder 4 ist zumindest ein Farbwerk und bei Bedarf ein Feuchtwerk zugeordnet. Dabei wird die Druckform mittels Auftragwalzen, speziell Farbauftragwalzen, mit einem Medium in Form von Druckfarbe eingefärbt und bei Einsatz eines Feuchtwerkes mittels wenigstens einer Auftragwalze, speziell wenigstens einer Feuchtauftragwalze, mit einem Medium in Form von Feuchtmittel benetzt. Alternativ umfasst ein Lackwerk einen eine Druckform (einschließlich Gummituch) tragenden Platten-/Formzylinder 4 (Lackierzylinder) bevorzugt mit Zylinderkanal, dem ein Dosiersystem zugeordnet ist, wobei die Druckform mittels einer Auftragwalze, hier speziell mit einer gerasterten Lackauftragwalze und einem Kammerrakel, mit einem Medium in Form von Lack, alternativ Farbe, benetzt wird. Ein derartiges Druckwerk A bis C, alternativ ein Lackwerk, kann eine Trocknungs- / Strahlungsquelle 15 umfassen.

[0017] Gemäß Fig. 1 weist ein Druckwerk A bis C einen Platten-/Formzylinder 4 und einen dem Platten-/Formzylinder 4 benachbart angeordneten Gummituchzylinder 3 auf, wobei der Gummituchzylinder 3 mit einem das Bogenmaterial in Förderrichtung 8 transportierenden Bogenführungszylinder 1, speziell einem Druckzylinder, zusammen wirkt. Dem Platten-/Formzylinder 4 eines Lackwerkes (nicht gezeigt) ist ebenso ein Bogenführungszylinder 1, speziell ein Druckzylinder, zugeordnet.

[0018] Für den Transport des Bogenmaterials in Förderrichtung 8 ist zwischen den Bogenführungszylindern/Druckzylindern 1 wenigstens ein Bogenführungszylinder als Transferzylinder 2 angeordnet.

[0019] Im vorliegenden Beispiel sind die als Druck-/Transferzylinder ausgebildeten Bogenführungszylinder 1, 2 - bezogen auf einen einfachgroßen Platten-/Formzylinder 4 - doppeltgroß ausgebildet und weisen in an sich bekannter Weise bevorzugt umfangsseitig zwei diametral angeordnete Zylinderkanäle für die Aufnahme von Bogenhaltesystemen und somit zwei Mantelflächen I, II als Tragflächen für das Bogenmaterial auf. Zwischen beiden Bogenführungszylindern 1 der Druckwerke A, B ist beispielhaft eine Bogenwendeeinrichtung 5, 6, 7 angeordnet. Die gezeigte Bogenwendeeinrichtung 5 bis 7 ist als Drei-Trommel (Zylinder)-Wendung nach dem Prinzip der Hinterkantenwendung ausgebildet. Dabei ist in Förderrichtung 8 des Bogenmaterials ein erster Transferzylinder 5 (Bogenführungszylinder) angeordnet, welcher baugleich zu einem Bogenführungszylinder 2 sein kann. Dem ersten Transferzylinder 5 folgt ein Speicherzylinder 6 (Bogenführungszylinder) und diesem folgt ein das Bogenmaterial im Schöndruck oder im Schön- und Widerdruck führender Wendezylinder 7. Analog zu den bereits beschriebenen Bogenführungszylindern 1, 2 sind die Bogenführungszylinder 5, 6, 7 der Bogenwendeeinrichtung beispielsweise doppeltgroß ausgebildet.
Alternativ kann die als Drei-Trommel (Zylinder)-Wendung gezeigte Bogenwendeeinrichtung auch als an sich bekannte Eintrommelwendung ausgebildet sein.

[0020] Im vorliegenden Beispiel tragen die Bogenführungszylinder/Druckzylinder 1 des zweiten Druckwerkes B sowie des dritten Druckwerkes C jeweils auf der Mantelfläche I, II angeordnete biegbare Aufzüge 9, welche in Umfangsrichtung angeordnet sind. Alternativ kann ein Bogenführungszylinder/Druckzylinder 1 eines Lackwerks derartige Aufzüge 9 tragen.

[0021] Ein jeder der Aufzüge 9 kann aus einem einteiligen Stück oder aus mehreren über die Formatbreite angeordneten, zusammengesetzten Teilaufzügen bestehen, die die jeweilige Mantelfläche I, II bedecken. Ein derartiger Aufzug 9 (einteilig oder mehrteilig) weist an der Unterseite einen daran fixierten Haftvermittler 10 (Klebstoff) auf. Der Haftvermittler 10 kann beispielsweise aus der Gruppe der Schmelzklebstoffe (hot melts) sein. Mittels des Haftvermittlers 10 ist der Aufzug 9 an einer Mantelfläche I, II des Bogenführungszylinders 1 lösbar haftfest angeordnet. Der eingesetzte Haftvermittler 10 kann vollflächig oder zonal oder punktuell auf der Unterseite des Aufzugs 9 fixiert sein. Bevorzugt erfolgt der Auftrag des Haftvermittlers 10 bereits im Zusammenhang mit dem oder im Anschluss an den Herstellungsprozess des Aufzuges 9.

[0022] In einer weiteren Ausbildung kann der Aufzug 9 ein Trägermaterial 11 aufweisen an dessen Unterseite der fixierte Haftvermittler 10 angeordnet ist. Bevorzugt ist das Trägermaterial 10 bzw. der Aufzug 9 aus einem relativ leichten, metallischen Material oder einem Kunststoffmaterial gebildet. Beispielsweise kann das metallische Material ein relativ dünnes rostfreies Edelstahlblech oder ein entsprechendes Aluminiumblech oder ein entsprechendes Kunststoffmaterial sein.

[0023] Das Trägermaterial 10 trägt haftfest auf der Oberseite eine Beschichtung 12 mit einem unregelmäßigen Oberflächenprofil aus wenigstens einem Metall, Mischungen bzw. Legierungen davon. Geeignete Materialien für die Beschichtung 12 sind: Chrom, Eisen, Titan, Nickel, Kobalt oder Wolfram, deren Oxide wie Al2O3, TiO2, Cr2O3, SiO2 oder ZrO2, deren Karbide wie WC, Cr3C2 bzw. Silizide dieser Metalle, Mischungen oder Legierungen davon, beispielsweise NiCr. Alternativ ist Molybdän (Mo) einsetzbar.

[0024] Auf der Oberseite dieser Beschichtung 12 ist haftfest eine Farbe und/oder Lack abweisende Versiegelungsschicht 13 aus der Gruppe der Polyorganosiloxane oder der Gruppe der Acrylate oder der Gruppe der Fluorpolymere angeordnet. Auf dieser Versiegelungsschicht 13 wird das Bogenmaterial geführt.

[0025] In einer Weiterbildung kann der an der Unterseite des Aufzugs 9 oder des Trägermaterials 11 fixiert angeordnete Haftvermittler 10 an der gegenüberliegenden, freien Seite eine abziehbare Schutzfolie 14 tragen.

[0026] Alternativ kann der Aufzug 9 aus einer Mehrzahl von Teilaufzügen gebildet sein, wobei die Teilaufzüge über die Formatbreite (in Achsrichtung) des Bogenführungszylinders 1 angeordnet sind. Dabei sind über die Formatbreite betrachtet die Seitenkanten der Teilaufzüge in Stoss-an-Stoss-Montage angeordnet. Die Teilaufzüge weisen wiederum an der Unterseite jeweils einen fixierten Haftvermittler 10 auf und mittels des Haftvermittlers 10 wird der aus einer Mehrzahl von Teilaufzügen gebildete Aufzug 9 lösbar haftfest am Bogenführungszylinder 1 angeordnet.

[0027] Der einteilige oder mehrteilige Aufzug 9 weist an der Unterseite einen daran fixierten Haftvermittler 10 zum Fixieren auf der jeweiligen Mantelfläche I, II eines Bogenführungszylinders 1 auf.

[0028] Die Wirkungsweise ist wie folgt. Bei einem einteiligen oder mehrteiligen Aufzug 9 bzw. einem entsprechenden Trägermaterial 10 mit jeweils an der Unterseite angeordnetem Haftvermittler 10 wird der Haftvermittler 10 mit der entsprechenden Mantelfläche I, II in Kontakt gebracht und eine stoffschlüssige Klebstoffverbindung, d.h. mittels Adhäsionskräften, mit dem Bogenführungszylinder/Druckzylinder 1 erzeugt. Bei der Anordnung von Teilaufzügen werden diese in Stoß-an-Stoß-Montage auf der jeweiligen Mantelfläche I, II haftfest angeordnet.
Hierbei kann je nach Art des Haftvermittlers 10 beispielsweise eine aktivierte thermische Quelle oder Strahlungsquelle die Erzeugung der stoffschlüssigen Klebstoffverbindung unterstützen. Diese Quelle kann die Trocknungs- / Strahlungsquelle 15 sein. Der Haftvermittler 10 ist wie beschrieben bereits vor der Erzeugung der stoffschlüssigen Klebstoffverbindung von Aufzug 9 bzw. Trägermaterial 10 mit der jeweiligen Mantelfläche I, II des Bogenführungszylinders/Druckzylinders 1 an der Unterseite von Aufzug 9 bzw. Trägermaterial 10 fixiert worden. Bevorzugt kann das Fixieren des Haftvermittlers 10 durch Aufspritzen oder Auftragen auf die Unterseite des Aufzuges 9 bzw. des Trägermaterials 10 im Zusammenhang oder im Abschluss des Herstellungsprozesses erfolgen.

[0029] Bevorzugt weist der an der Unterseite fixierte Haftvermittler 10 im Wesentlichen eine gleiche Dicke auf. Auf dem Haftvermittler 10 kann die Schutzfolie 14 angeordnet sein, welche bei Bedarf (vor dem Erzeugen der Klebstoffverbindung) vorzugsweise durch Abziehen vom Haftvermittler 10 entfernbar ist.

[0030] Der derart auf einer Mantelfläche I oder II des Bogenführungszylinders / Druckzylinders 1 angeordnete ein- oder mehrteilige Aufzug 9 (einschließlich dessen Trägermaterial 11) kann bei Bedarf beispielsweise durch Abschälen oder mittels thermischer Beeinflussung vom Bogenführungszylinder/Druckzylinder 1 aus der ansonsten haftfesten Klebstoffverbindung wiederum gelöst werden.

Bezugszeichenliste



[0031] 
01 -
Bogenführungszylinder (Druckzylinder)
02 -
Bogenführungszylinder (Transferzylinder)
03 -
Gummituchzylinder
04 -
Platten-/Formzylinder
05 -
erster Transferzylinder
06 -
Speicherzylinder
07 -
Wendezylinder
08 -
Förderrichtung
09 -
Aufzug
10 -
Haftvermittler
11 -
Trägermaterial
12 -
Beschichtung
13 -
Versiegelungsschicht
14 -
Schutzfolie
15 -
Trocknungs-/Strahlungsquelle
I -
erste Mantelfläche
II -
zweite Mantelfläche
A -
erstes Druckwerk
B -
zweite Druckwerk
C -
drittes Druckwerk



Ansprüche

1. Bogenführungszylinder (1) mit Aufzug (9) in einer Verarbeitungsmaschine, wobei der Bogenführungszylinder (1) einen zylindrischen Grundkörper mit wenigstens einem daran in einem Zylinderkanal angeordneten Bogenhaltesystem und wenigstens einen in Umfangsrichtung angeordneten Aufzug (9) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufzug (9) an der Unterseite einen daran fixierten Haftvermittler (10) aufweist und dass mittels des Haftvermittlers (10) der Aufzug (9) an einer Mantelfläche (I, II) des Bogenführungszylinders (1) lösbar haftfest angeordnet ist.
 
2. Bogenführungszylinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufzug (9) ein Trägermaterial (11) aufweist an dessen Unterseite der fixierte Haftvermittler (10) angeordnet ist.
 
3. Bogenführungszylinder nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägermaterial (10) aus einem relativ leichten, metallischen Material oder einem Kunststoffmaterial gebildet ist, dass auf dem Trägermaterial (10) eine Beschichtung (12) mit einem unregelmäßigen Oberflächenprofil aus wenigstens einem Metall, Mischungen bzw. Legierungen davon angeordnet ist und dass auf dieser Beschichtung (12) eine Farbe und/oder Lack abweisende Versiegelungsschicht (13) aus der Gruppe der Polyorganosiloxane oder der Gruppe der Acrylate oder der Gruppe der Fluorpolymere angeordnet ist.
 
4. Bogenführungszylinder nach wenigstens Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der an der Unterseite des Aufzugs (9) oder des Trägermaterials (11) fixiert angeordnete Haftvermittler (10) an der gegenüberliegenden Seite eine abziehbare Schutzfolie (14) trägt.
 
5. Bogenführungszylinder nach wenigstens Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufzug ( 9) oder das Trägermaterial (11) aus einem rostfreien Edelstahlblech oder einem Aluminiumblech oder einem Kunststoffmaterial gebildet ist.
 
6. Bogenführungszylinder nach wenigstens Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufzug (9) aus einer Mehrzahl von Teilaufzügen gebildet ist, dass die Teilaufzüge über die Formatbreite des Bogenführungszylinders (1) angeordnet sind, dass über die Formatbreite die Seitenkanten der Teilaufzüge in Stoss-an-Stoss-Montage angeordnet sind und dass die Teilaufzüge mittels an dessen Unterseite fixiertem Haftvermittler (10) lösbar haftfest am Bogenführungszylinder (1) angeordnet sind.
 
7. Aufzug (9) für einen Bogenführungszylinder (1) in einer Verarbeitungsmaschine, wobei der Bogenführungszylinder (1) einen zylindrischen Grundkörper mit wenigstens einem daran angeordneten Bogenhaltesystem und wenigstens eine Mantelfläche (I, II) zum Fixieren des Aufzugs (9) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufzug (9) an der Unterseite einen daran fixierten Haftvermittler (10) zum Fixieren des Aufzugs (9) auf der Mantelfläche (I, II) aufweist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente