(19)
(11) EP 2 228 277 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.09.2010  Patentblatt  2010/37

(21) Anmeldenummer: 10405015.8

(22) Anmeldetag:  25.01.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B61B 12/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(30) Priorität: 06.03.2009 CH 3372009

(71) Anmelder: Sykamiotis, Joannis
8038 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Sykamiotis, Joannis
    8038 Zürich (CH)

(74) Vertreter: Gachnang, Hans Rudolf 
Gachnang AG Badstrasse 5 Postfach 323
8501 Frauenfeld
8501 Frauenfeld (CH)

   


(54) Sicherheitsvorrichtung für Seilbahnen, zum Verhindern des Herausspringens des Seils


(57) Sicherheitsvorrichtung (9) zur Führung eines Seils (3) in einem umfangsseitig verlaufenden Aufnahmebereich (11) einer Führungsrolle (7), insbesondere für Seilbahnen (1), wobei das Seil (3) zwischen einem Sperrelement (17) und der Führungsrolle (7) käfigartig führbar ist.




Beschreibung


[0001] Gegenstand der Erfindung ist eine Sicherheitsvorrichtung zur Führung eines Seils gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

[0002] Aus dem Stand der Technik sind Sicherheitsvorrichtungen für Seilbahnen bekannt, die eine Führungsrolle zur Führung eines Seils aufweisen, wobei die Sicherheitsvorrichtung ein fest an der Führungsrolle gelagertes Auffangelement aufweist. Das Auffangelement weist einen U-förmig ausgebildeten Endbereich zur Aufnahme des Seils auf. Bei einem Herausfallen des Seils aus der Führungsrolle, nimmt der U-förmig ausgebildete Endbereich der bekannten Sicherheitsvorrichtung das Seil auf und verhindert damit eine unkontrollierte Bewegung des Seils. Nachteilig an der vorliegenden bekannten Lösung ist, dass einerseits das Herausfallen des Seils aus der Führungsrolle eine Reparatur der Seilbahn und damit ein Unterbruch des Betriebes der Seilbahn notwendig macht und andererseits Güter und/oder Menschen, die mit der Seilbahn transportiert werden, gefährdet sind.

[0003] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Sicherheitsvorrichtung zur Führung eines Seils in einem am Umfang einer Führungsrolle verlaufenden Aufnahmebereich (Einstich), insbesondere für Seilbahnen, bereitzustellen, durch welche das Seil auch bei einer übermässigen Bewegung des Seils, beispielsweise durch Wind, im Aufnahmebereich der Führungsrolle gehalten verbleibt und damit sicher geführt ist.

[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Sicherheitsvorrichtung gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

[0005] Dadurch, dass die erfindungsgemässe Sicherheitsvorrichtung ein gegenüber der Führungsrolle beweglich gelagertes Sperrelement aufweist, das in radialem Abstand zum Aufnahmebereich bewegbar ist, wird in dieser Sicherheitsposition das Seil zwischen der Führungsrolle und dem Sperrelement geführt. Der Aufnahmebereich der Führungsrolle bildet zusammen mit dem sich in der Sicherheitsposition befindlichen Sperrelement einen Käfig. Vorzugsweise weist das Sperrelement eine Passierposition auf, in der es sich beim Passieren des Befestigungsmittels des Transportmittels am Seil aus dem radialen Projektionsbereich des Aufnahmebereichs der Führungsrolle kurzzeitig entfernt.
Vorteilhafterweise weist das Sperrelement einen Abstand von der Peripherie der Führungsrolle auf, der kleiner als der Durchmesser des Seils ist, um selbst bei einer extremen Beanspruchung des Seils durch Wind oder andere Umweltfaktoren ein Herausfallen des Seils aus der Nut in der Führungsrolle zu verhindern.
Vorzugsweise ist das Sperrelement in einer parallel zum Seil und der Drehachse der Führungsrolle liegenden Ebene verschwenkbar gelagert, um sicherzustellen, dass bei einer Bewegung des Sperrelements gegenüber der Führungsrolle das Sperrelement nicht mit dem Seil kollidiert. Vorteilhafterweise weist das Sperrelement ein Rückstellelement, z.B. eine Torsionsfeder auf, welche das Sperrelement in der Sicherheitsposition hält, um ein unbeabsichtigtes Verändern der Position des Sperrelements zu verhindern.
Vorzugsweise ist das Sperrelement L-förmig ausgebildet, um eine wirtschaftliche Herstellung der Sicherheitsvorrichtung sicherzustellen.
Vorteilhafterweise weist ein erstes freies Ende des Sperrelements das Befestigungsmittel, zum Festlegen der Sicherheitsvorrichtung relativ zur Führungsrolle, und das Rückstellelement auf, um eine kompakte Bauweise sicherzustellen.
Vorzugsweise verläuft das zweite freie Ende des Sperrelements in der Sicherheitsposition im Wesentlichen parallel zur Drehachse der Führungsrolle, damit senkrecht zur Drehachse der Führungsrolle auftretende Kräfte am Seil optimal durch die Sicherheitsvorrichtung absorbiert werden.

[0006] In einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Sicherheitsvorrichtung ist das Sperrelement teller- oder sternförmig ausgebildet und weist wenigstens eine umfangseitig offen ausgebildet Ausnehmung auf.

[0007] Anhand einiger Figuren wird die Erfindung im Folgenden näher beschrieben. Dabei zeigen
Figur 1
eine schematische Darstellung eines Seilbahnmasts und eines Sessels am Seil,
Figur 2
eine Ansicht einer ersten Ausführungsform einer Sicherheitsvorrichtung,
Figur 3
eine Aufsicht auf die Sicherheitsvorrichtung in der Sicherungsposition gemäss Fig. 2,
Figur 4
eine Aufsicht auf die Sicherheitsvorrichtung in der Passierposition gemäss Fig. 2,
Figur 5
eine Aufsicht auf eine zweite Ausführungsform einer Sicherheitsvorrichtung.


[0008] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Seilbahn 1 mit einem an einem Seil 3 befestigten Transportmittel 27, z.B. einem Sessel, und einem Mast 29 zum Führen und Tragen des sich in Transportrichtung T bewegbaren Seils 3. Das Transportmittel 27 ist durch ein Befestigungsmittel 5, z.B. einer Klemme, am Seil 3 festgelegt. Zur Führung des Seils 3 mit dem Transportmittel 27 weist der Mast 29 eine oder mehrere Führungsrollen 7 auf, die drehbar am Mast 29 gelagert sind.
Figur 2 zeigt eine Seitenansicht der erfindungsgemässen Sicherheitsvorrichtung 9 mit einem L-förmig ausgebildeten Sperrelement 17 und einem Lager 15, mit dem das Sperrelement 17 in einer Parallelebene zur Drehachse der Führungsrolle 7 und zur Längsrichtung des Seils 3 im Bereich der Führungsrolle 7 verschwenkbar am Mast 29 befestigbar ist. Das Lager 15 weist eine Lagerhülse 25 und zwei Führungselemente 21 und 23 auf, wobei die beiden Führungselemente 21 und 23 am Sperrelement 17 befestigt sind und einen Abstand zueinander aufweisen, der etwa der Länge der Lagerhülse 25 entspricht, um eine axiale Bewegung des Sperrelements 17, d.h. rechtwinklig, zur Transportrichtung T zu unterbinden. Die Lagerhülse 25 nimmt das untere Ende des Sperrelements 17 auf und ist zwischen den beiden Führungselementen 21 und 23 angeordnet. Das Lagerelement 15 weist einen Anschlag 31 und ein nicht dargestelltes Rückstellelement, z.B. eine Torsionsfeder, auf, welche das Sperrelement 17 gegenüber der Lagerhülse 25 vorgespannt hält und das Sperrelement 17 gegen den Anschlag 31 presst. In dieser Sicherheitsposition, die insbesondere in den Figuren 2 und 3 dargestellt ist, verläuft der horizontale Schenkel des Lagerelements 15 im Wesentlichen parallel zur Drehachse der Führungsrolle 7 und überspannt das im Aufnahmebereich 11 in der Führungsrille geführte Seil 3 und die Führungsrolle 7 in einem vertikalen Abstand d, der kleiner als der Durchmesser des Seils 3 ist. Im Wesentlichen verläuft der Schenkel 17' des Sperrelements 17 in einer zur Transportrichtung T orthogonalen Ebene, die durch die Drehachse der Führungsrolle 7 verläuft. Dadurch ist das Seil 3 käfigartig zwischen dem Aufnahmebereich 11 der Führungsrolle 7 und dem Sperrelement 17 umschlossen.

[0009] Die Figur 4 zeigt das Sperrelement 17 in einer Passierposition, in der das Sperrelement 17 gegenüber der Führungsrolle 7 in Transportrichtung T durch das Betätigungsmittel 5 verschwenkt ist und dadurch ein Passieren des Befestigungsmittels 5 am sich in Transportrichtung T bewegenden Transportmittel 27 entgegen der Rückstellkraft des Rückstellelements zulässt. Sobald das Befestigungsmittel 5 des Transportmittels 27 die Führungsrolle 7 passiert hat, bewirkt das Rückstellelement ein Zurückschwenken des Sperrelements 17 entgegen der Transportrichtung T in die Sicherheitsposition des Sperrelements 17 und das Seil 3 ist damit wieder käfigartig im Aufnahmebereich 11 der Führungsrolle 7 mit Spiel gehalten.

[0010] Figur 5 zeigt eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, in der das um die Drehachse A drehbar gelagerte Sperrelement 117 stern- oder tellerförmig ausgebildet und mit z.B. vier gleichmässig umfangseitig angeordneten Ausnehmungen 33 versehen ist, wobei die Drehachse A des Sperrelements 17 ausserhalb des Projektionsbereichs des Befestigungsmittels 5 in Transportrichtung T liegt. Die mindestens eine Ausnehmung 33 wirkt für das Sperrelement 117 und das die Sicherheitsvorrichtung passierende Befestigungsmittel 5 als Drehgeber. In der Sicherheitsposition des tellerförmig ausgebildeten Sperrelements 117 befindet sich eine Ausnehmung 33 in der Projektion des Befestigungsmittels 5 in Transportrichtung T. In der Passierposition des Sperrelements 117 liegt das Befestigungsmittel 5 in einer der Ausnehmungen 33 und verschwenkt das Sperrelement 117 durch die Bewegung des Befestigungsmittels 5 in Transportrichtung T. Selbstverständlich ist es auch denkbar, diese Ausführungsform mit nur einer am Sperrelement 117 angeordneten Ausnehmung 33 auszuführen und das Sperrelement 117 mittels eines Rückstellelements jeweils in die Sicherheitsposition zurück zu schwenken.


Ansprüche

1. Sicherheitsvorrichtung (9) zum Verhindern des Herausspringens des Seils (3) aus einer Führungsrolle (7) einer Seilbahn (1), dadurch gekennzeichnet, dass stirnseitig der Führungsrolle (7) ein um eine im wesentlichen senkrecht verlaufende Achse A schwenk- oder drehbar gelagertes Sperrelement (17,117) angeordnet ist, welches durch das Befestigungsmittel (5), mit welchem ein Transportmittel (27) mit dem Seil (3) verbunden ist, kurzzeitig aus einer das Seil (3) überlappenden Stellung in eine das Passieren des Befestigungsmittels (5) zulassende Stellung verschwenkbar ist.
 
2. Sicherheitsvorrichtung (9) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (17,117) eine Passierposition aufweist, in der sich das Sperrelement (17) wenigstens teilweise den radialen Projektionsbereich des Aufnahmebereichs (11) freigibt.
 
3. Sicherheitsvorrichtung (9) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (17,117) von der Führungsrolle (7) einen Abstand (d) aufweist, der kleiner als der Durchmesser des Seils (3) ist.
 
4. Sicherheitsvorrichtung (9) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (17,117) in einer Parallelebene zum Seil (3) und der Drehachse (D) der Führungsrolle (7) verschwenkbar ist.
 
5. Sicherheitsvorrichtung (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (17,117) ein Rückstellelement aufweist, welches das Sperrelement (17) in der Sicherheitsposition hält.
 
6. Sicherheitsvorrichtung (9) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückstellelement eine Torsionsfeder aufweist.
 
7. Sicherheitsvorrichtung (9) nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (17) L-förmig ausgebildet ist und einen horizontalen Schenkel (17') umfasst.
 
8. Sicherheitsvorrichtung (9) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das untere Ende des Sperrelements (17) ein Führungselement und das Rückstellelement aufweist.
 
9. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schenkel (17') des Sperrelements (17) in der Sicherheitsposition im Wesentlichen parallel zur Drehachse der Führungsrolle (7) verläuft.
 
10. Sicherheitsvorrichtung (9) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (117) stern- oder tellerförmig ausgebildet ist und wenigstens eine umfangseitig offen ausgebildete Ausnehmung (33) aufweist.
 




Zeichnung