[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schienenfahrzeug mit einer berührungslos arbeitenden
Einklemmschutzvorrichtung im Türbereich.
[0002] Eine solche Einklemmschutzvorrichtung macht sich typischer Weise einen berührungslos
arbeitenden Sensor, wie zum Beispiel ein Lichtgitter zu Nutze, dessen Ausgangssignal
dazu führt, dass eine sich gerade in Schließbewegung befindliche Tür reversiert bzw.
der Schließprozess nicht gestartet oder verzögert wird. Die resultierende Reversionsbewegung
ist üblicher Weise vollständig, d.h. nach Wegfall des Hindernisses muss der Schließvorgang
der Tür wieder von Anfang an ausgeführt werden.
[0003] Der Betrieb solcher Einklemmschutzvorrichtungen hat den Nachteil, dass auftretende
Reversionsbewegungen häufig als nicht erforderlich eingeschätzt werden, wenn beispielsweise
lediglich eine zufällige Unterbrechung des Lichtgitters durch Bewegung eines der Fahrgäste
in Türnähe zu einer vollständigen Reversion der Schließbewegung führt.
[0004] Die Reversierung und erneut notwendige Schließbewegung hat eine längere Aufenthaltsdauer
zur Folge, d.h. es entsteht ein höherer Zeitaufwand an den Haltestellen eines Zuges
oder einer Straßenbahn.
[0005] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Schienenfahrzeug
der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, dass Reversionsbewegungen der
Tür weniger häufig auftreten.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Einklemmschutzvorrichtung einen inneren
und einen äußeren berührungslosen Sensor jeweils zum Erfassen eines Hindernisses im
Türbereich sowie eine Steuereinrichtung zum Steuern einer Türbewegung bei Auftreten
eines Hindernisses aufweist, wobei die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass
in dem Fall, wenn ausschließlich der innere Sensor unterbrochen ist, die Tür weiter
in Schließrichtung verfahren wird, während in dem Fall, wenn der äußere Sensor unterbrochen
ist, eine Schließbewegung der Tür angehalten wird.
[0007] Dabei wird ausgenutzt, dass die gewählte Anordnung eines inneren und eines äußeren
berührungslosen Sensors Aufschlüsse über eine Bewegungsrichtung eines das Schienenfahrzeug
gerade betretenden oder verlassenden Fahrgastes gestattet. Wenn beispielsweise ausschließlich
der innere Sensor unterbrochen ist, während bei dem äußeren Sensor keine Unterbrechung
festgestellt wird, wird es als nicht erforderlich angesehen, die Tür zu reversieren.
Diese kann vielmehr weiter in Schließrichtung verfahren werden, wobei bei Bedarf mit
geringerer Schließgeschwindigkeit als bei der Standard-Schließbewegung verfahren werden
kann.
[0008] Bevorzugt ist die Steuereinrichtung derart ausgebildet, dass in dem Fall, wenn zuerst
der innere Sensor und daran anschließend der äußere Sensor ein Signal abgibt, die
Schließbewegung der Tür unterbrochen wird.
[0009] Der dargelegte Fall tritt auf, wenn z.B. ein Fahrgast das Schienenfahrzeug durch
die Tür verlässt. In solchen Fällen muss eine Schließbewegung der Tür gestoppt werden.
[0010] Es kann günstig sein, wenn die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass sie
in Fällen, in denen eine Schließbewegung der Tür angehalten wird, ein anschließendes
Reversieren der Tür in Gang setzt. Dies wird gegebenenfalls davon abhängen, in welchem
Maße die Schießbewegung bereits abgeschlossen ist
[0011] Dieser Entscheidungsprozeß wird durch die Steuerungseinrichtung (Türsteuerung) selbst
ausgeführt. Das Ergebnis ist abhängig vom Türfreigabesignal und der Fahrzeuggeschwindigkeit.
Der hier genannte berührungslos arbeitende Sensor stellt der Türsteuerung Signale
zur Verfügung, auf deren Basis die Steuerung des Türantriebes erfolgt.
[0012] Das Reversieren der Tür nach deren Anhalten kann entweder lediglich um einen definierten
Betrag erfolgen, der es beispielsweise gestattet, dass eine einzelne Person das Schienenfahrzeug
betritt oder verlässt oder ein vollständiges Öffnen bewirken oder die Türbewegung
wird nur gestoppt.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung
noch näher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine schematische Ansicht einer Einklemmschutzvorrichtung
für den Türbereich eines Schienenfahrzeugs.
[0014] Wie in der Figur dargestellt ist, umfasst eine Einklemmschutzvorrichtung 1 eine Steuereinrichtung
2, die jeweils in einer Signalisierungsverbindung mit einem inneren Sensor 3 und einem
äußeren Sensor 4 steht. Die beiden Sensoren 3, 4 können beispielsweise als Lichtgitter
ausgeführt sein, die im Türbereich im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
[0015] Die Sensoren 3, 4 signalisieren der Steuereinrichtung 2 jeweils die Erfassung eines
Hindernisses in ihrem Sensorbereich, entweder einer das Schienenfahrzeug betretenden
oder verlassenden Person oder eines in den Erfassungsbereich bewegten Gegenstandes.
Aufgrund empfangener Signale von den Sensoren 3, 4 erzeugt die Steuereinrichtung 2
Steuersignale für einen Türantrieb 5, der eine Bewegung der einer Tür des Schienenfahrzeugs
steuert, insbesondere auch deren Schließ- und Reversionsbewegung.
[0016] Die Ansteuerung des Türantriebs 5 durch die Steuereinrichtung 2 hängt nun von den
durch die Sensoren 3, 4 generierten Signalen ab. Dabei sind folgende Fälle zu unterscheiden:
- a) Ausschließlich der innere Sensor 3 signalisiert das Vorliegen eines Hindernisses:
in diesem Fall kann davon ausgegangen werden, dass eine bereits im Schienenfahrzeug
befindliche Person ungewollt ein Auslösen des inneren Sensors 3 herbeigeführt hat,
nicht aber das Schienenfahrzeug verlassen will. In einem solchen Fall ist es möglich,
die Tür, gegebenenfalls bei reduzierter Schließgeschwindigkeit, weiter in Schließrichtung
zu verfahren. Es erfolgt eine entsprechende Ansteuerung des Türantriebs 5 durch die
Steuereinrichtung 2.
- b) Der äußere Sensor 4 zeigt das Vorliegen eines Hindernisses an: in diesem Fall wird
nicht differenziert, ob der äußere Sensor ausschließlich oder nach Ansprechen des
inneren Sensors 3 das Vorliegen eines Hindernisses signalisiert. In beiden Fällen
wird die Schließbewegung der Tür angehalten.
[0017] Bei Bedarf kann die Tür durch geeignete Ansteuerung des Türantriebs 5 durch die Steuereinrichtung
2 nach ihrem Anhalten um einen gewissen, definierten Betrag oder auch vollständig
reversiert werden. Die Art der Reaktion der Tür auf ein Signal der Einklemmschutzvorrichtung,
wie Stoppen, teilweise oder vollständig Reversieren, geschieht nach Anforderungen
eines Betreibers des Schienenfahrzeugs und der Infrastruktur sowie des zum Zeitpunkt
des Signals vorhandenen Fahrzeugzustandes, der beispielsweise durch aktuelle Türsignale,
Fahrzeuggeschwindigkeit usw. gekennzeichnet ist. Die Art der Reaktion kann für jeden
Fahrzeugtyp separat ausgelegt werden. Beispielsweise kann bei einer Metro, die im
kurzen Takt an einem Bahnhof verkehrt, die Tür nicht vollständig reversieren, sondern
entweder stoppen oder um einen kleinen Betrag reversieren, damit sich eingeklemmte
Personen befreien können.
1. Schienenfahrzeug mit einer berührungslos arbeitenden Einklemmschutzvorrichtung (1)
im Türbereich,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einklemmschutzvorrichtung (1) einen inneren und einen äußeren berührungslosen
Sensor (3, 4) jeweils zum Erfassen eines Hindernisses im Türbereich sowie eine Steuereinrichtung
(2) zum Steuern einer Türbewegung bei Auftreten eines Hindernisses aufweist, wobei
die Steuereinrichtung (2) derart ausgebildet ist, dass in dem Fall, wenn ausschließlich
der innere Sensor (3) unterbrochen ist, die Tür weiter in Schließrichtung verfahren
wird, während in dem Fall, wenn der äußere Sensor (4) unterbrochen ist, eine Schließbewegung
der Tür angehalten wird.
2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (2) derart ausgebildet ist, dass in dem Fall, wenn zuerst der
innere Sensor (3) und daran anschließend der äußere Sensor (4) unterbrochen ist, eine
Schließbewegung der Tür angehalten wird.
3. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (2) derart ausgebildet ist, dass
sie in Fällen, in denen eine Schließbewegung der Tür angehalten wird, ein anschließendes
Reversieren der Tür in Gang setzt.
4. Schienenfahrzeug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (2) derart ausgebildet ist, dass das anschließende Reversieren
der Tür um einen definierten Betrag erfolgt.
5. Schienenfahrzeug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (2) derart ausgebildet ist, dass das Reversieren der Tür vollständig
erfolgt.