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(11) |
EP 2 228 331 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.04.2014 Patentblatt 2014/18 |
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Anmeldetag: 05.03.2010 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Vorrichtung und Verfahren zum Übernehmen und Weiterverarbeiten von flexiblen, flächigen
Gegenständen
Method and device for accepting and further processing flexible flat objects
Dispositif et procédé de prise en charge et de traitement d'objets plats flexibles
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
10.03.2009 CH 3582009
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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15.09.2010 Patentblatt 2010/37 |
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Patentinhaber: Ferag AG |
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8340 Hinwil (CH) |
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Erfinder: |
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- Brunschwiler, Othmar
9553 Bettwiesen (CH)
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| (74) |
Vertreter: Frei Patent Attorneys |
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Frei Patentanwaltsbüro AG
Postfach 1771 8032 Zürich 8032 Zürich (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 1 044 913 US-A- 3 951 399 US-A- 4 537 390
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GB-A- 1 003 655 US-A- 4 124 203 US-A1- 2007 007 722
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet des Förderns und Weiterverarbeitens von flexiblen,
flächigen Gegenständen, insbesondere von Druckereiprodukten. Sie betrifft eine Vorrichtung
und ein Verfahren zum Übernehmen und Weiterverarbeiten von derartigen Gegenständen,
insbesondere von Druckereiprodukten, wie z.B. Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren,
Katalogen, Teilprodukten solcher Druckereiprodukte, oder von Beilagen, Broschüren,
CDs.
[0002] Die Weiterverarbeitung von Druckereiprodukten wird mit immer grösseren Geschwindigkeiten
durchgeführt. Des Weiteren werden immer komplexere Produkte aus mehreren Teilprodukten
zusammengestellt und verarbeitet. Beides, die hohen Geschwindigkeiten und die Komplexität
der Produkte, erfordert eine sehr genaue Kontrolle der Produktlage zu jedem Zeitpunkt
der Verarbeitung.
[0003] Ein sehr häufig auftretender Prozess ist das sogenannte Einstecken: In ein gefaltetes
äusseres Produkt (auch als Hauptprodukt bezeichnet) werden ein oder mehrere Teilprodukte
(auch als Vorprodukte bezeichnet) eingesteckt. Die einzusteckenden Teilprodukte können
Druckereiprodukte oder auch andere Gegenstände, z.B. Beilagen, Broschüren, CDs, sein.
[0004] Das gefaltete Hauptprodukt wird vor dem Einsteckvorgang beispielsweise von einem
Greiferförderer an ein Einstecksystem, z.B. eine Einstecktrommel oder ein Umlaufsystem,
übergeben. Das Einstecksystem hat mehrere Aufnahmeeinheiten in Form von Taschen. In
diese werden die Hauptprodukte mit der Falzkante voraus eingesteckt und am als Anschlag
wirkenden Taschenboden abgebremst. Das Hauptprodukt wird anschliessend geöffnet, und
die weiteren Gegenstände werden in das geöffnete Hauptprodukt eingesteckt.
[0005] Aus der Patentschrift
US 4,124,203 ist bekannt, Taschen mit fest montierten und schwenkbar angebrachten Seitenwänden
zu verwenden. In Füllstationen werden dabei Haupt- und Vorprodukte in die Taschen
eingebracht. Um ein Zurückspringen der Hauptprodukte zu verhindern, ist jede Tasche
mit zwei durch Federn vorgespannte Bremselemente ausgestattet. Nach dem Bremsen des
Hauptprodukts beim Einbringen in die Tasche werden die Bremselemente zusammen mit
der schwenkbaren Seitenwand wegbewegt, um Raum zum Öffnen und Vorbereiten des Hauptprodukts
für das Einbringen der Vorprodukte zu schaffen.
[0006] Aus der nicht vorveröffentlichten
CH-Anmeldung Nr. 00788/08 ist ausserdem bekannt, das gefaltete Hauptprodukt im Greifer zu belassen und es während
des Einsteckvorgangs, d.h. solange der Greifer zwecks Aufnahme des weiteren Produkts
geöffnet sein muss, durch mitbewegte Anschläge und zusätzliche Stützelemente an der
Falzkante und an den Seitenflächen abzustützen.
[0007] Bei den bekannten Vorrichtungen verläuft die Zuführrichtung regelmässig in anderer
Richtung als die Weiterförderung durch die Aufnahmeeinheiten. Für die Übergabe müssen
die vereinzelten Gegenstände innerhalb sehr kurzer Zeit in die bewegten Aufnahmeeinheiten
überführt werden. Für die eigentliche Übergabe steht daher wenig Platz und Zeit zur
Verfügung. Die Gegenstände werden mit einer Kante voran durch eine Öffnung der Aufnahmeeinheit
in diese eingeführt. Dabei erfahren die Gegenstände häufig sehr starke (negative)
Beschleunigungen und werden von einem Teil der Aufnahmeeinheit gestoppt und daran
ausgerichtet. Dieser in der Bewegungsbahn der zugeführten Gegenstände liegende Teil,
gegen den die Vorlaufkante läuft, wird im folgenden als Anschlag bezeichnet. Das plötzliche
Abbremsen am Anschlag kann dazu führen, dass der neu zugeführte Gegenstand vom Anschlag
abprallt und entgegen der Zuführrichtung zurückspringt. Dabei kann es sich seitlich
verschieben. Falls es aus mehreren Gegenständen besteht, können diese sich auch gegeneinander
verschieben und/oder verdrehen. Je nach Flexibilität bzw. Stabilität des Gegenstands
kann das Abbremsen am Anschlag auch zu einem Um- oder Durchbiegen des Gegenstands
führen. Insgesamt führt das zu starke Abbremsen am Anschlag zu unerwünschten Ungenauigkeiten
in der Position des Gegenstands. Diese können zu Fehlern in der weiteren Verarbeitungskette
führen und sollten daher vermieden werden.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Übernehmen und Weiterverarbeiten von flexiblen, flächigen Gegenständen, insbesondere
von Druckereiprodukten, anzugeben, bei dem die erwähnten Nachteile vermieden werden
und eine gute Kontrolle der Gegenstandslage auch während und nach grossen Beschleunigungen
gewährleistet ist.
[0009] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie
durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 14. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den
Zeichnungen.
[0010] Die erfindungsgemässe Vorrichtung umfasst wenigstens eine Aufnahmeeinheit, die entlang
einer geschlossenen Umlaufbahn bewegbar ist und an einer Übernahmestelle einen Gegenstand
aufzunehmen imstande ist, der von einer Zuführstation mit einer Zuführgeschwindigkeit
zugeführt wird. Die Aufnahmeeinheit bildet einen Anschlag für den zu übernehmenden
Gegenstand aus, der die Bewegung des Gegenstands in Zuführrichtung begrenzt. Erfindungsgemäss
ist wenigstens ein mit der Aufnahmeeinheit mitbewegtes Halte- und/oder Bremselement
vorhanden. Dieses ist imstande, wenigstens im Bereich der Übernahmestelle wenigstens
indirekt auf den Gegenstand zu wirken und den Gegenstand vor Erreichen des Anschlags
abzubremsen, d.h. seine Geschwindigkeit gegenüber der Zuführgeschwindigkeit zu vermindern.
[0011] Gemäss einer alternativen Ausführungsform, die zum Verständnis der Erfindung dient,
wirken die Halte- und/oder Bremselemente direkt mit dem zu übernehmenden Gegenstand
zusammen und nehmen dessen kinetische Energie wenigstens teilweise auf. Die gerichtete
kinetische Energie wird wenigstens teilweise in ungerichtete Bewegungsenergie (thermische
Energie, Reibung) umgesetzt, d.h. wenigstens teilweise dissipiert. Durch die starke
Dämpfung des Gegenstands im Aufnahmeabteil wird verhindert, dass der Gegenstand zurückspringt
oder sich unkontrolliert verschiebt. Ausserdem wird vermieden, dass sich der Gegenstand
in der Aufnahmeeinheit bzw. am Anschlag aufstaucht und um- oder durchbiegt. Die Lage
des Gegenstands ist daher sehr gut kontrollierbar.
[0012] Gemäss der Erfindung basiert der Bremseffekt hauptsächlich auf einem Impulsübertrag:
Ein bereits im Aufnahmeabteil gehaltenes gefaltetes Produkt dient als Aufnahme für
ein weiteres zu übernehmendes Produkt. Es wird vorzugsweise so gehalten, dass seine
Falzkante vom Anschlag beabstandet ist. Hierzu dient das Halte-und/oder Bremselement.
Es fixiert das Produkt im Abteil, jedoch so, dass es sich durch Einwirkung von Aussen
noch verschieben kann, ohne beschädigt zu werden. Das weitere Produkt überträgt nun
beim Einstecken seinen Impuls teilweise auf das bereits gehaltene Produkt. Beide Gegenstände
bewegen sich gemeinsam mit reduzierter Geschwindigkeit in Zuführrichtung bzw. in Richtung
Anschlag.
[0013] Die oben beschriebene alternative Ausführungsform und die Erfindung können auch kombiniert
werden. Beispielsweise kann bei einer Einstecktrommel beim ersten Produkt (z.B. Hauptprodukt)
ein Bremselement zum Einsatz kommen, welches das erste Produkt durch Reibung abbremst.
Beim einzusteckenden weiteren Produkt (z.B. Vorprodukt) kann ein einfaches Halteelement
zum Einsatz kommen, welches das erste Produkt in der Aufnahmeeinheit fixiert, aber
Verschiebungen in Zuführrichtung und damit ein Abbremsen des zweiten Produkts mittels
Impulsübertrag zulässt.
[0014] Die Erfindung lässt sich auf der Basis von bekannten Übernahmevorrichtungen realisieren,
insbesondere Umlauf- oder Trommelsystemen mit mehreren Aufnahmeabteilen in Form von
Taschen, die entlang einer beliebigen bzw. kreisförmigen Bahn bewegbar sind. Beispielsweise
kann die Erfindung auf der Basis von Taschen- oder Greiferförderern, Einstecktrommeln,
Schneidtrommeln und dergleichen ausgeführt werden. Die Aufnahmeeinheiten können einzeln
entlang einer beliebig geformten Förderstrecke bewegte Taschen oder Abteile einer
Einstecktrommel sein. Sie können auch durch mehrere kooperierende Stützelemente realisiert
sein. Die Halte- und/oder Bremselemente sind bevorzugt mit den Aufnahmeeinheiten verbunden
und werden durch diese mitbewegt. Zur Realisierung einer Einsteckfunktion können mehrere
Zuführeinheiten und mehrere Übernahmestellen für Hauptprodukt und Vorprodukt(e) vorhanden
sein; die Erfindung ist jedoch auch bei einer einfachen Übergabe zwischen zwei Förderern
oder bei einer einfachen Bearbeitung mit Vorteil einsetzbar, z.B. beim Beschneiden
eines Gegenstands. Eine Weiterverarbeitung im Sinne der Erfindung umfasst daher auch
ein einfaches Fördern.
[0015] Die Zuführeinheit kann Gegenstände aus einem Speicher, z.B. Stapel, Wickel, oder
aus einer bewegten Formation, z.B. Schuppenformation, Strom einzelner Produkte, Greiferstrom,
beziehen. Die zugeführten Gegenstände können einfache Gegenstände, z.B. einfache Druckereiprodukte
oder Warenproben, oder komplexere Kollektionen sein, z.B. ein Kleinstapel aus verschiedenen
aufeinanderliegenden Druckereiprodukten. Die Zuführrichtung ist in der Regel in der
Ebene des Gegenstands; die Förderrichtung der Aufhahmeeinheiten verläuft senkrecht
dazu. Der Anschlag, z.B. der Taschenboden, ist im Wesentlichen senkrecht zur Zuführrichtung
und zur Förderrichtung orientiert (Flächennormale in Zuführrichtung).
[0016] Das erfindungsgemässe Verfahren umfasst die folgenden Schritte: Bewegen wenigstens
einer Aufnahmeeinheit entlang einer geschlossenen Bewegungsbahn an einer Übernahmestelle
vorbei; Aufnehmen der Gegenstände durch die wenigstens eine Aufnahmeeinheit; Mitbewegen
wenigstens eines Halte- und/oder Bremselement wenigstens im Bereich der Übernahmestelle
mit der Aufnahmeeinheit; Abbremsen des zugeführten Gegenstands wenigstens teilweise
und indirekt durch das Halte-und/oder Bremselement. Das zu übernehmende Produkt wird
indirekt abgebremst, indem es seinen Impuls teilweise an ein bereits übernommenes
Produkt überträgt, das durch ein Halteelement in der Aufnahmeeinheit verschiebbar
gelagert ist.
[0017] Bevorzugt ist das Halte- und/oder Bremselement so an die Aufnahmeeinheit, das Produkt
und dessen Zuführgeschwindigkeit angepasst, dass die vorlaufende Kante den Anschlag
gerade noch erreicht, insbesondere mit einer unterhalb einer bestimmten Grenze liegenden
Geschwindigkeit, die auch Null sein kann. Dies wird insbesondere durch geeignete Wahl
der Form, Lage und/oder mechanischen Eigenschaften, wie z.B. Reibungskoeffizient,
Elastizität, des Halte- und/oder Bremselements erreicht. Insgesamt wird der Gegenstand
sanft am Anschlag ausgerichtet. Es ist aber auch möglich, dass der Gegenstand den
Anschlag nicht erreicht und der Anschlag daher nicht mehr als Anschlag im herkömmlichen
Sinne wirkt (ohne Halte- und/oder Bremselement wäre die Anschlagfunktion wieder gegeben).
Ein Zurückspringen und Um-/Durchbiegen wird in jedem Fall vermieden; das Ausrichten
kann prinzipiell auch auf anderem Wege erfolgen.
[0018] Das Halte- und/oder Bremselement wirkt vorzugsweise auf eine der Hauptflächen des
Gegenstands und nicht in der Art eines Anschlags auf die Kanten. Bei der alternativen
Ausführungsform steht beim Halte- und/oder Bremselement mehr die Bremswirkung (Dissipation
der kinetischen Energie) im Vordergrund. Bei der Erfindung dient das Halte- und/oder
Bremselement in erster Linie zum Festhalten des bereits übernommenen Gegenstands in
der Aufnahmeeinheit, so dass dieser den Impuls des weiteren Gegenstands übernehmen
kann.
[0019] Bei der alternativen Ausführungsform und bei der Erfindung wirkt das Halte-und/oder
Bremselement bevorzugt mit einer Stützfläche für den Gegenstand oder mit einem weiteren
Halte- und/oder Bremselement zusammen. Die Stützfläche kann Teil der Aufnahmeeinheit
sein oder kann zusätzlich dazu vorgesehen sein.
[0020] Das Halte- und/oder Bremselement besteht beispielsweise aus einem in sich elastischen,
z.B. komprimierbaren, Material und/oder weist Formelastizität auf. Es kann beispielsweise
als kissenförmige Schlaufe aus einem dünnen elastischen Material, insbesondere Kunststoff,
ausgebildet sein. Es kann sich auch um eine oder mehrere Blattfedern handeln. Bei
der Erfindung kann es sich auch um Greifer handeln.
[0021] Um einen Gegenstand mittels Reibung abzubremsen oder in der Aufnahmeeinheit zu halten,
ist das Halte- und/oder Bremselement bevorzugt flächig ausgebildet, um den Gegenstand
möglichst homogen zu belasten. Bevorzugt hat das Halte- und/oder Bremselement einen
Bereich mit einer gewölbten Oberfläche. Im Zusammenspiel mit einer in der Regel ebenen
Stützfläche oder einem entsprechend ausgebildeten Gegen-Halte- und/oder Bremselement
wird daher ein in der Seitenansicht sich V-förmig verjüngender Eintrittsspalt für
den Gegenstand oder einen Teilbereich davon gebildet.
[0022] Das Halte- und/oder Bremselement hat vor allem für die alternative Ausführungsform
bevorzugt einen richtungsabhängigen Reibungskoeffizienten, wodurch die Reibung in
Zuführrichtung, d.h. zum Anschlag hin, kleiner ist als die Reibung entgegen der Zuführrichtung.
Hierdurch wird ein Abprallen am Anschlag und Zurückspringen des Gegenstands noch zusätzlich
verhindert. Das Halte-und/oder Bremselement hat beispielsweise eine Oberfläche mit
Vorsprüngen oder Borsten.
[0023] Das Halte- und/oder Bremselement ist vorzugsweise direkt oder indirekt steuerbar,
um die Reibung zwischen dem Gegenstand und dem Halte- und/oder Bremselement zu variieren.
Dadurch kann der Gegenstand je nach Anforderungen beispielsweise im Aufnahmeelement
verschoben oder darin so festgeklemmt werden, dass er beim Auftreffen eines weiteren
Gegenstands dessen Impuls aufnehmen kann.
[0024] Zum Positionieren des übernommenen Gegenstands im Aufnahmeabteil ist vorzugsweise
eine Positioniereinrichtung vorhanden. Diese dient beispielsweise bei der Erfindung
dazu, ein bereits übernommenes Produkt in eine Lage zu bringen, in der es vom Anschlag
beabstandet ist. Beim der alternativen Ausführungsform und bei der Erfindung wird
die Positioniereinrichtung beispielsweise eingesetzt, um das Produkt in eine definierte
Lage für die Weiterverarbeitung, z.B. Beschneiden oder Weitertransport, zu bringen.
Durch die Positioniereinrichtung kann beispielsweise eine definierte Lage des Produkts
relativ zur Aufnahmeeinheit realisiert werden, z.B. ein bestimmter Abstand zum Anschlag.
In einem anderen Beispiel kann die gesamte Aufnahmeeinheit relativ zu einem mitbewegten
Förderelement verschoben werden, so dass das Produkt eine Soll-Position relativ zum
Förderelement einnimmt und in gut kontrollierter Weise von diesem übernommen und weitergefördert
werden kann.
[0025] Die Positioniereinrichtung umfasst vorzugsweise eine mechanische Steuerkulisse, die
auf das Produkt oder auf die Aufnahmeabteile einwirkt. Die Positioniereinrichtung
kann auch durch geeignete Form der Umlaufbahn der Aufnahmeabteile realisiert sein,
z.B. kann in gekrümmten Abschnitten und/oder Abschnitten mit hängender Förderung die
Fliehkraft und/oder Schwerkraft gezielt zum Positionieren genutzt werden, gegebenenfalls
im Zusammenspiel mit weiteren Anschlägen und/oder Halteelementen.
[0026] Das erfindungsgemässe Prinzip ist bei allen Einrichtungen einsetzbar, bei denen Produkte
mit grosser Geschwindigkeit Aufnahmeeinheiten zugeführt und dabei abgebremst werden,
also beispielsweise beim Einführen von Produkten in Taschen oder geöffnete Produkte,
z.B. bei Einsteckvorrichtungen oder Schneidvorrichtungen.
[0027] Beispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und nachfolgend beschrieben.
Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1a-f
- eine Aufnahmeeinheit in Form einer Tasche eines Einstecksystems in verschiedenen Schnittansichten
und zeitlich geraffter Darstellung;
- Fig. 1 g
- eine Übersichtsdarstellung eines Einstecksystems;
- Fig.2a-e
- eine weitere Aufnahmeeinheit in Form einer Tasche einer Einstecksystems in verschiedenen
Schnittansichten und zeitlich geraffter Darstellung;
- Fig.3a-f
- das Positionieren der aufgenommenen Gegenstände durch eine Positioniereinrichtung
bei einer Tasche gemäss Fig. 1a-f oder 2a-e;
- Fig. 4+5
- eine weitere erfindungsgemässe Vorrichtung mit Förderelementen in Form von Greifern
und mit diesen mitbewegten Aufnahmeabteilen mit Halte- und/oder Bremselementen in
verschiedenen Ansichten.
[0028] Fig. 1a-f zeigen den Ablauf der Verfahrensschritte anhand eines erstes Beispiels
für eine erfindungsgemässe Vorrichtung 1 auf der Basis einer an sich bekannten Einstecktrommel
2 (siehe Fig. 1g). Die Einstecktrommel 2 ist um eine Längsachse L drehbar und hat
mehre Aufnahmeeinheiten 10 in Form von Taschen 12. Die Taschen 12 haben zwei V-förmig
zueinander angeordnete Stützflächen 13, 14 und einem Taschenboden 15, der parallel
zur Längsachse L ausgerichtet ist und als Anschlag wirkt. Gegenstände 100, z.B. gefaltete
Druckerei-Hauptprodukte 101 oder weitere gefaltete oder ungefaltete Produkte 102,
103 werden den Aufnahmeeinheiten durch verschiedene Zuführeinheiten 20, 21, 22 an
vorbestimmten Übernahmestellen S1, S2, S3 zugeführt. Diese sind nebeneinander, aber
in axialer Richtung der Trommel 2 voneinander beabstandet angeordnet. Durch einen
hier nicht näher dargestellten Verschiebemechanismus werden die Gegenstände 100 in
Richtung der Längsachse L verschoben, während sich die Trommel 2 dreht. Sie beschreiben
daher eine spiralige Bahn U um die Längsachse L. Durch Verschieben und Drehen der
Trommel kommt das zuerst an der Übernahmestelle S1 eingeführte Hauptprodukt 101 an
den Übernahmestellen S2, S3 für die weiteren Produkte 102, 103 vorbei. Durch Einstecken
oder Aufeinanderlegen wird eine komplexe Kollektion 104 erstellt. Diese wird an einer
Entnahmestation 30 entnommen und weitergefördert, z.B. durch einen Greiferförderer.
[0029] In Fig. 1a-f sind verschiedene Schnittansichten der Taschen 12 senkrecht zur Längsachse
L der Trommel 2 gezeigt. Durch nur lokal vorhandene Elemente, wie z.B. die Offenhalteelemente
16, 17 in Fig. 1c-e, sind Öffnungs- bzw. Offenhaltefunktionen realisiert. Die Querschnitte
unterscheiden sich daher voneinander; es handelt sich aber um dieselbe Tasche 12.
Die Ansichten entsprechen verschiedenen Stadien während des Einsteckens.
[0030] Fig. 1a zeigt die Tasche 12 an der ersten Übernahmestelle S1. Hier wird das Hauptprodukt
101 mit der Falzkante 101a voran in die Tasche 12 eingeführt. Entlang des Trommelabschnitts,
in dem sich die Übernahmestelle S 1 befindet, ist innerhalb der Taschen 12 ein erstes
Halte- und/oder Bremselement 40 angeordnet. Es besteht aus einem flexiblen Materialstreifen,
der nach Art einer Blattfeder kissenartig auf eine der seitlichen Stützwände 13 aufgebracht
und relativ zur Stützfläche 13 verformbar ist. Er hat eine strukturierte Aussenseite
41, die hier mit zum Taschenboden 15 hin gerichteten Borsten versehen ist. Der kleinste
Abstand d zwischen der Aussenseite 41 (einschliesslich der Borsten) und der gegenüberliegenden
Stützfläche 14 ist kleiner als eine typische Produktdicke b. Das eingeführte Produkt
101 gibt daher seine kinetische Energie durch Reibung am Halte- und/oder Bremselement
40 wenigstens teilweise an dieses und die andere Stützfläche 14 ab und erreicht den
Anschlag 15 mit reduzierter Geschwindigkeit. Durch die strukturierte Aussenseite 41
wird verhindert, dass das Produkt 101 vom Anschlag abprallt und dabei entgegen der
Zuführrichtung F bewegt wird. Das Produkt 101 liegt daher nach dem Einführen am Taschenboden
15 an (Fig. 1b).
[0031] Fig. 1c zeigt den Querschnitt nach Verschieben des Produkts 101 in axialer Richtung.
Es hat ein Öffnungsvorgang stattgefunden. In dem hier dargestellten Bereich sind zwei
Offenhalteelemente 16, 17 in Form eines gebogenen Führungsblechs vorhanden, die jeweils
kragenartig in die Tasche hinein ragen. Hinter den Offenhalteelementen 16, 17 ist
das Produkt 101 im Bereich seiner beiden Aussenkanten 101b, 101c positioniert. An
den Seiten der Offenhalteelemente 16, 17, die den Stützflächen 13, 14 zugewandt sind,
befinden sich zweite Halte- und/oder Bremselemente 42, 43. Diese bestehen ebenfalls
aus einem flexiblen Materialstreifen, der gegen das entsprechende Offenhalteelement
16, 17 federnd ist.
[0032] Das Produkt 101 wird so im Bereich seiner beiden Aussenkanten 101b, 101c federnd
gegen die Stützfläche 13, 14 gedrückt.
[0033] Zwischen Fig. 1c und 1d kommt eine Positioniereinrichtung zum Einsatz, die das Produkt
101 in Richtung Taschenöffnung (radiale Richtung der Trommel) nach aussen schiebt.
Die Positioniereinrichtung umfasst beispielsweise eine stationäre Steuerkulisse oder
umlaufende Mittel, über die die Falzkante 101a gleitet und die das Produkt 101 relativ
zum Aufnahmeabteil 10 verschiebt. Alternativ kann auch die Schwerkraft zum Verschieben
des Produkts 101 genutzt werden, z.B. im unteren Trommelabschnitt. Der Falz 101a ist
daher bei Fig. 1d vom Anschlag 15 beabstandet. Die zweiten Halte- und/oder Bremselemente
42, 43 dienen dazu, das Produkt 101 in dieser Stellung, also offen und vom Anschlag
beabstandet, zu halten.
[0034] In Fig. 1d ist die Situation an der zweiten Zuführstelle S2 gezeigt. Ein weiteres
Produkt 102, hier bestehend aus zwei Teilprodukten, wird in die Tasche 12 bzw. das
geöffnete Hauptprodukt 101 eingeführt. Es trifft auf den Falzbereich des Hauptprodukts
101 und schiebt dadurch das Hauptprodukt 101 nach unten (Fig. 1e). Durch den Impulsübertrag
an das Hauptprodukt 101 wird das Produkt 102 gebremst.
[0035] Fig. 1f zeigt die Situation an der Entnahmestation 30, bei der keine Offenhalteelemente
16, 17 und Halte- und/oder Bremselemente 40, 42, 43 wirken. Das eingesteckte und geschlossene
Produkt 104 wird beispielsweise mittels Greifern 32 entnommen und weitergefördert.
Vor der Entnahmestation 30 können auch weitere Zuführungs-Schritte gemäss Fig. 1c-e
durchgeführt werden.
[0036] Fig. 2a-e zeigen ein weiteres Beispiel für einen Einsteckvorgang sowie für die Gestaltung
von Taschen 12, beispielsweise eines Einstecksystems, z.B. einer Trommel oder eines
Umlaufsystems. Ein Quertransport wie bei Fig. la-g ist nicht zwingend, aber möglich.
Wie bei Fig. 1a-f weisen die Taschen zwei Stützflächen 13, 14 und einen Boden 15 auf.
An einer der Stützflächen 13 ist ein erstes Halte- und/oder Bremselement 40 in Form
einer gebogenen Blattfeder mit einer strukturierten Aussenfläche 41 angebracht. Durch
eine Aussparung 18 in der Stützfläche 13 kann das Halte- und/oder Bremselement 40
ganz an die Stützfläche 13 heran schwenken, so dass die Tasche vollständig geöffnet
und das Halte- und/oder Bremselement 40 wirkungslos wird. Diese Bewegung kann aktiv
gesteuert werden, hier beispielsweise durch eine (nicht dargestellte) Steuerkulisse,
die mit einem Steuerelement 19 am Halte- und/oder Bremselement 40 zusammenwirkt. Hierdurch
ist die Stärke der Reibung und daher die Bremswirkung einstellbar. In Fig. 2b-e ist
das Steuerelement 19 mit der Stützfläche 13 verriegelt.
[0037] An der Öffnung der Tasche 12 sind zweite Brems- und Halteelemente 50 in Form kleiner
Greifer angebracht, die gegensinnig in die Tasche 12 hinein geschwenkt werden können.
Hierzu dient wiederum beispielsweise eine (nicht dargestellte) Steuerkulisse, die
mit einem Steuerelement 51 am Brems- und Halteelement 50 zusammenwirkt. Die Brems-
und Halteelemente 50 dienen einerseits als Offenhalteelemente und andererseits zum
Fixieren eines bereits aufgenommenen Produkts in der Tasche 12, damit dieses ein weiteres
Produkt aufnehmen und durch Impulsübertrag abbremsen kann. Die Funktion wird im Folgenden
erläutert:
[0038] In Fig. 2a ist eine Fig. 1a entsprechende Situation gezeigt: Die Zuführrichtung F
ist auf die Trommel 1 gerichtet. Das erste Halte- und/oder Bremselement 40 ist in
seine aktive Position geschwenkt, d.h. steht von der seitlichen Stützfläche 13 ab
und verengt die Tasche 12 im bodennahen Bereich. Das Produkt 101 wurde durch das erste
Halte- und/oder Bremselement 40 abgebremst und liegt am Taschenboden 15 an. Die zweiten
Brems- und Halteelemente 50 sind nach aussen geschwenkt und wirkungslos. In Fig. 2b
wurde das Produkt 101 geöffnet und wird durch die nun nach innen geschwenkten zweiten
Brems- und Halteelemente 50 offen gehalten. Es wird durch die zweiten Brems- und Halteelemente
50, insbesondere ihre kissenformigen flexiblen Beläge 44, leicht gegen die Stützfläche
13, 14 gedrückt. Das erste Halte- und/oder Bremselement 40 ist in seine inaktive Position
geschwenkt. Zwischen Fig. 2b und 2c wird das Produkt 101 vom Abteilboden 15 abgehoben.
Hierzu wird die Klemmwirkung der zweiten Brems- und Halteelemente 50 gegebenenfalls
leicht verringert. In Fig. 2c wird nun ein weiteres Produkt 102 eingeführt, trifft
auf das gefalzte Hauptprodukt 101 und nimmt dieses mit. Durch den Impulsübertrag werden
beide Produkte mit geringerer Geschwindigkeit als die Zuführgeschwindigkeit weiterbewegt
und treffen auf den Taschenboden (Fig. 2d). Ein Teil der auf das Hauptprodukt 101
übertragenen kinetischen Energie dissipiert an den zweiten Brems- und Halteelementen
50. Nach Wegschwenken der Halteelemente 50 und dem Schliessen der eingesteckten Produkte
101, 102 kann das Produkt 104 entnommen werden (Fig. 2e). Vor der Entnahme können
weitere Einsteckschritte (Verschieben vom Anschlag weg, Festhalten, Einstecken) durchgeführt
werden.
[0039] Zum Zusammenstellen eines komplexeren Produkts, das aus einem gefalteten Hauptprodukt
und mehreren weiteren Produkten mit unterschiedlichem Gewicht besteht, ist folgendes
Vorgehen vorteilhaft: Sequentielles Einstecken der weiteren Produkte nacheinander
statt einmaliges Einstecken eines Paketes aus den weiteren Produkten. Beim sequentiellen
Einstecken sollten zuerst die leichteren und dann die schwereren Produkte eingesteckt
werden. Denn bei gleicher Zuführgeschwindigkeit haben die schwereren Produkte einen
grösseren Impuls und werden durch die bereits übernommenen Produkte besser abgebremst,
wenn diese bereits eine grössere Masse haben.
[0040] Fig. 3a-f zeigt eine Möglichkeit, wie eine Positionierungseinrichtung 60 für die
Aufnahmeeinheiten 10 gemäss Fig. 1a-f ausgebildet sein kann. Die Bewegungsbahn U'
der Aufnahmeeinheiten 10 ist gestreckt dargestellt, könnte aber eine beliebige Form
haben. Das gleiche Prinzip ist für Abteile gemäss Fig. 2a-e anwendbar. Es handelt
sich um eine einfache Führungskulisse 61, die eine Führungsfläche aufweist und in
einem bestimmten Bereich der Umlaufbahn der Aufnahmeeinheiten 10 auf die Falzkanten
101a wirkt. Die Falzkanten 101a gleiten auf der Führungsfläche der Kulisse 61 und
werden dadurch relativ zum Taschenboden 15 verschoben. Die Produkte 101 ragen dazu
in Richtung des Taschenbodens 15 über die Aufnahmeeinheiten 10 hinaus oder Boden 15
und Seitenflächen 13, 14 haben (hier nicht gezeigte) Aussparungen, in die die Kulisse
61 beispielsweise kämmend eingreift. Umlaufende Mittel, z.B. Bänder, sind auch möglich.
[0041] Fig. 4 und 5 zeigen ein weiteres Beispiel für eine Vorrichtung mit den erfindungsgemässen
Halte- und/oder Bremselementen. Die Vorrichtung entspricht im Wesentlichen der Einsteckvorrichtung,
wie sie in der nicht vorveröffentlichten
CH-Anmeldung Nr. 00788/08 beschrieben wurde. Zweck der Einsteckvorrichtung ist das Einstecken von Produkten
102, die einzeln aber auch eine Zusammenstellung mehrerer Produkte sein können, in
ein gefaltetes Hauptprodukt 101. Dabei werden die Hauptprodukte 101 von einem Greiferförderer
80 herangeführt. Während des Einsteckvorgangs wird der Greifer 81 geöffnet, das Produkt
aber nicht daraus entnommen, sondern nur zusätzlich abgestützt. Nach dem Einstecken
wird das kombinierte Produkt durch denselben Greifer 81 weitergefördert, der dann
wieder geschlossen ist.
[0042] Die Vorrichtung wird vorliegend nur so weit beschrieben, wie zum Verständnis der
dieser Anmeldung zugrundeliegenden Erfindung notwendig ist.
[0043] Die Vorrichtung umfasst eine Mehrzahl von Aufnahmeeinheiten 90, die im Wesentlichen
entlang einer Kreisbahn um eine Drehachse D bewegt werden. Die Vorrichtung basiert
auf einem Antriebsrad 110, das aus zwei Teilrädern 110a, 110b mit jeweils einer Mehrzahl
von Speichen 111 besteht. Die Teilräder 110a, 110b haben eine gemeinsame Achse, die
Drehachse D, sind voneinander beabstandet und sind etwa spiegelbildlich ausgebildet.
Die Aufnahmeeinheiten 90 sind durch das Zusammenspiel mehrerer gegeneinander beweglicher
flächiger Stützelemente 91, 92 gebildet. Jeweils zwei Stützelemente 91, 92 sind an
den Speichen 111 jeweils eines Teilrades 110a, 110b angebracht und können um Achsen
A1, A2 verschwenkt werden, die senkrecht zur Speiche 111 laufen (hier senkrecht zur
Zeichnungsebene bzw. in Umfangsrichtung des Rades 110). In Fig. 5 ist mit durchgezogenen
Linien der Zustand gezeigt, in dem die Stützelemente 91, 92 in ihrer aktiven Position
sind und ein Produkt abstützen. Mit gestrichelten Linien ist die inaktive Stellung
der Stützelemente 91, 92 gezeigt. In Fig. 4 sind die Stützelemente 91, 92 weitgehend
in ihrer aktiven Position (entgegen dem Uhrzeigersinn von ca. "4 Uhr" bis "1 Uhr")
bzw. werden aus dieser weggeschwenkt ("1 Uhr" bis "12 Uhr").
[0044] Die weiter innen angeordneten Stützelemente 91 umfassen jeweils eine flächige Stützwand
93 und eine U-förmiges Element 94 am von der Schwenkachse A1 abgewandten Ende. Durch
Zusammenspiel der beiden gegenüberliegenden Stützelemente 91 wird temporär ein Aufnahmeabteil
90 realisiert. Ein Produkt 100 ist durch die Böden der U-förmigen Elemente 94 und
durch die beiden Stützwände 93 gestützt. Eine zusätzliche Stütz- und Offenhaltefunktion
wird durch die weiteren Stützelemente 92 erreicht.
[0045] Die inneren Stützelemente 91 weisen ausserdem Halte- und/oder Bremselemente 45 in
Form von einer Schlaufe aus einem elastischen Material auf. Die Schlaufe kann zur
Erhöhung der Flexibilität auch an ihrem Scheitelpunkt durchtrennt sein. Die Halte-
und/oder Bremselemente 45 liegen gegenüber von der Stützwand 93 und sind mit dem U-förmigen
Element 94 fest verbunden.
[0046] Die erfindungsgemässe Vorrichtung 1 wirkt mit einem Greiferförderer 80 zusammen.
Dessen Greifer 81 werden entlang einer geschlossenen Umlaufbahn U" bewegt. Diese verläuft
innerhalb der Vorrichtung 1 und in diesem Bereich wenigstens teilweise entlang eines
Kreisbogensegments mit dem Mittelpunkt D. Die Bahn der Greifer 81 ist daher wenigstens
teilweise parallel zur Bahn der Aufnahmeabteile 10, beispielsweise im in Fig. 4 dargestellten
Bereich.
[0047] Im Folgenden wird die Funktion erläutert:
[0048] Produkte 100, hier gefaltete Hauptprodukte 101, werden durch den Greiferförderer
80 gefördert. Während ein Produkt 101 von einem Greifer 81 gehalten ist, fahren im
hier nicht dargestellten unteren Teil der Bewegungsbahn U" die miteinander kooperierenden
äusseren Stützelemente 92 zwischen die Produktteile ein. Sie halten das Produkt 101
daher offen. Etwa gleichzeitig werden die inneren Stützelemente 91 eingeschwenkt.
Die inneren Stützelemente 91 nehmen eine Position ein, in der ihre Böden 95 einen
vorbestimmten Abstand zur ergriffenen Produktkante 101 a haben (Situation bei ca.
"3 Uhr"). In dieser Stellung ist das Produkt 101 geöffnet und der obere Produktteil
liegt auf den äusseren Stützelementen 92 auf. Die Halte- und/oder Bremselemente 45
drücken den oberen Produktteil gegen die äusseren Stützelemente 92. Der Greifer 81
wird geöffnet. Greifer 81, Aufnahmeeinheiten 10 und Produkt 101 werden in dieser relativen
Stellung synchron um etwa 45° bis zur Übernahmestelle S 1 weiterbewegt (bei ca. "2
Uhr"). Ein weiteres Produkt 102 wird in Zuführrichtung F eingeschoben, die senkrecht
zum Boden 95 und zur Bewegungsrichtung der Aufnahmeeinheiten 10 verläuft. Es zieht
das bereits in der Aufnahmeeinheit 10 und im offenen Greifer 81 angeordnete Produkt
101 nach innen. Durch Impulsübertrag und zu einem geringeren Masse durch Reibung zwischen
Halte- und/oder Bremselement 45, vorlaufendem Produkttteil und Stützelement 92 wird
das neue Produkt 102 abgebremst. Die Falzkanten beider Produkte 101, 102 kommen nun
am als Anschlag wirkenden Boden 95 zur Anlage (bei ca. "1 Uhr").
[0049] Der Boden 95 und damit die Falzkante 101 a befinden sich hier oberhalb des tiefsten
Punktes 82 des Greifers 81. Diese Position entspricht nicht notwendigerweise der Sollposition
der zu greifenden Kante 101a relativ zum Greifer 81. Durch kulissengesteuertes Anheben
der inneren Stützelemente 91 relativ zum Greifer 81 (zwischen "2 Uhr" und "1 Uhr")
werden die Produkte 101 wieder korrekt zum Greifer 81 positioniert. Der Greifer 81
wird anschliessend geschlossen. Die nun zum Abstützen nicht mehr notwendigen Stützelemente
91, 92 werden nach oben bzw. unten weg geschwenkt, so dass der Greiferförderer 80
aus dem inneren Bereich zwischen den beiden Teilrädern 110a, 110b herausgeführt werden
kann.
1. Vorrichtung (1) zum Übernehmen und Weiterverarbeiten von flexiblen, flächigen Gegenständen
(100, 101, 102, 103), insbesondere von Druckereiprodukten, an einer Übernahmestelle
(S1, S2, S3) von einer Zuführeinheit (20, 21, 22), mit wenigstens einer Aufnahmeeinheit
(10, 12, 90), die entlang einer geschlossenen Umlaufbahn bewegbar ist, an der Übernahmestelle
(S1, S2, S3) einen Gegenstand (100, 101, 102, 103) aufzunehmen imstande ist und einen
Anschlag (15, 95) für den zu übernehmenden Gegenstand (100, 101, 102, 103) ausbildet,
gekennzeichnet durch wenigstens ein mit der Aufnahmeeinheit (10, 12, 90) mitbewegtes Halte-und/oder Bremselement
(42, 43, 45, 50), das imstande ist, wenigstens im Bereich der Übernahmestelle (S1,
S2, S3) einen bereits übernommenen gefalteten Gegenstand (100, 101) so in der Aufnahmeeinheit
(10, 12, 90) zu halten, dass der Impuls eines weiteren zu übernehmenden Gegenstands
(100, 102, 103) wenigstens teilweise an den bereits übernommenen gefalteten Gegenstand
(100, 101) übertragbar ist und der weitere zu übernehmende Gegenstand (100, 102, 103)
dadurch vor Erreichen des Anschlags (15, 95) abgebremst wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Halte-und/oder Bremselement (42, 43, 45, 50) imstande ist, den bereits übernommenen
gefalteten Gegenstand so in der Aufnahmeeinheit (10, 12, 90) zu halten, dass seine
Falzkante vom Anschlag (15, 95) beabstandet ist, dass er eine Aufnahme für einen weiteren
zu übernehmenden Gegenstand (100, 101, 102, 103) bildet und dass er beim Auftreffen
des weiteren zu übernehmenden Gegenstand (100, 101, 102, 103) zusammen mit diesem
verschoben wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein weiteres Halte- und/oder Bremselement (40) vorhanden ist, das imstande ist, die
kinetische Energie eines zu übernehmenden Gegenstands (100, 101, 102, 103) durch direkten
Kontakt mit dem zu übernehmenden Gegenstand (100, 101, 102, 103) wenigstens teilweise
aufzunehmen und zu dissipieren.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Halte-und/oder Bremselement (40) elastisch ist oder einen elastischen
Bereich aufweist, insbesondere aus einem komprimierbaren Material besteht und/oder
Formelastizität aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Halte- und/oder Bremselement (40) zusammen mit der Aufnahmeeinheit (10,
12, 90) einen sich verjüngenden Eintrittsspalt für den aufzunehmenden Gegenstand (100,
101, 102, 103) bildet, insbesondere indem es eine gewölbte Aussenfläche (41) hat.
6. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinheit (10, 12, 90) eine Tasche ist und/oder durch das Zusammenwirken
mehrerer separater Stützelemente (91, 92) gebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Positioniereinrichtung (60), welche imstande ist, den übernommenen Gegenstand
(100, 101, 102, 103) relativ zur Aufnahmeeinheit (10, 12) und/oder relativ zu einem
mit der Aufnahmeeinheit (10, 12) mitbewegten Förderelement (81) zu verschieben.
8. Vorrichtung zum Übernehmen und Weiterverarbeiten von Druckereiprodukten nach einem
der vorangegangenen Ansprüche,
gekennzeichnet durch
- eine Mehrzahl von Förderelementen (81) in Form von Greifern, die entlang einer geschlossenen
Greifer-Umlaufbahn (U") bewegbar sind und die ausgebildet sind, um ein gefaltetes
Druckereiprodukt (101) in klemmender Weise aufzunehmen;
- eine Steuereinrichtung, insbesondere in Form einer Kulissensteuerung, die ausgebildet
ist, um die Greifer (81) an einer in Bewegungsrichtung vor der Übernahmestelle (S1,
S2, S3) liegenden Öffnungsstelle zu öffnen und an einer hinter der Übernahmestelle
(S1, S2, S3) liegenden Schliessstelle zu schliessen;
- eine Mehrzahl von Aufnahmeeinheiten (10, 12, 90), die entlang einer geschlossenen
Aufnahmeeinheiten-Umlaufbahn bewegbar sind und einen Anschlag (15, 95) und eine Stützfläche
für die Falzkante (101a) bzw. eine der Seitenflächen des gefalteten Druckereiprodukts
(101) ausbilden, wobei die Aufnahmeeinheiten (10, 12) wenigstens im Bereich der Übernahmestelle
(S1, S2, S3) derart synchron mit den Greifern (81) bewegbar sind, dass in den Greifern
(81) angeordnete Druckereiprodukte in den Aufnahmeeinheiten (10, 12, 90) positioniert
sind;
- eine Mehrzahl von Halte- und/oder Bremselementen (42, 43, 45, 50), die den Aufnahmeeinheiten
(10, 12, 90) zugeordnet und mit diesen mitbewegt sind und die imstande sind, eines
der Produktteile gegen die Aufnahmeeinheit (10, 12, 90) zu drücken, so dass das gefaltete
Druckereiprodukt eine Aufnahme für ein weiteres Produkt (102, 103) bildet und vom
Anschlag (15, 95) beabstandet ist, wobei das weitere Produkt durch Impulsübertrag
an das offene gefaltete Druckereiprodukt (101) abgebremst wird.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch eine Positioniereinrichtung (60), welche imstande ist, die Aufnahmeeinheit (10, 12)
stromabwärts von der Übernahmestelle (S1, S2, S3) relativ zum zugeordneten Greifer
(81) zu verschieben, insbesondere in einer senkrecht zur Greifer-Umlaufbahn verlaufenden
Richtung.
10. Vorrichtung zum Übernehmen und Weiterverarbeiten von Druckereiprodukten nach einem
der Ansprüche 1-7,
gekennzeichnet durch
- eine Mehrzahl von Aufnahmeeinheiten (10, 12, 90) in Form von Taschen, die entlang
einer geschlossenen Aufnahmeeinheiten-Umlaufbahn bewegbar sind und einen Anschlag
(15, 95) und wenigstens eine Stützfläche für die Falzkante (101a) bzw. eine der Seitenflächen
des gefalteten Druckereiprodukts (101) ausbilden;
- eine erste Zuführeinheit (20) zum Zuführen gefalteter Druckereiprodukte (101) an
eine ersten Übernahmestelle (S1);
- wenigstens eine zweite Zuführeinheit (21) zum Zuführen weiterer Gegenstände an einer
zweiten Übernahmestelle (S2);
- eine Mehrzahl von Halte- und/oder Bremselementen (42, 43, 44, 45), die einen an
der ersten Übernahmestelle (S1) übernommenen gefalteten Gegenstand (100, 101) so in
der Aufnahmeeinheit (10, 12, 90) zu halten imstande sind, dass der Impuls eines weiteren
zu übernehmenden Gegenstands (100, 102, 103) wenigstens teilweise an den bereits übernommenen
gefalteten Gegenstand (100, 101) übertragbar ist und der weitere zu übernehmende Gegenstand
(100, 102, 103) dadurch vor Erreichen des Anschlags (15, 95) abgebremst wird.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch eine Positioniereinrichtung (60), insbesondere in Form einer Kulissensteuerung, wobei
die Positioniereinrichtung imstande ist, die Gegenstände relativ zum Anschlag (15,
95) der Tasche zu verschieben, insbesondere in einer senkrecht zur Bewegungsrichtung
der Taschen verlaufenden Richtung.
12. Verfahren zum Übernehmen und Weiterverarbeiten von flexiblen, flächigen Gegenständen
(100, 101, 102, 103), insbesondere von Druckereiprodukten, mit folgenden Merkmalen:
- Bewegen wenigstens einer Aufnahmeeinheit (10, 12, 90), die einen Anschlag (15, 95)
für den zu übernehmenden Gegenstand (100, 101, 102, 103) ausbildet, entlang einer
geschlossenen Bewegungsbahn an einer Übernahmestelle (S2, S3) vorbei;
- Halten eines gefalteten Gegenstands durch wenigstens ein Halte- und/oder Bremselement
(42, 43, 45, 50), das wenigstens im Bereich der Übernahmestelle (S2, S3) mit der Aufnahmeeinheit
mitbewegt wird, so in in der Aufnahmeeinheit (10, 12, 90), dass der gefaltete Gegenstand
eine Aufnahme für einen weiteren zu übernehmenden Gegenstand (100, 101, 102, 103)
bildet;
- Einführen eines weiteren zu übernehmenden Gegenstands (100, 101, 102, 103) in den
gefalteten Gegenstand;
- Abbremsen des weiteren zu übernehmenden Gegenstands (100, 101, 102, 103) indirekt
durch das Halte- und/oder Bremselement (42, 43, 45, 50), bevor der Gegenstand (100,
101, 102, 103) den Anschlag (15, 95) erreicht, indem der weitere zu übernehmende Gegenstand
(100, 102, 103) durch Impulsübertragung an den bereits übernommenen gefalteten Gegenstand
(100, 101) mit diesem zusammen verschoben wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der gefaltete Gegenstand (100, 101, 102, 103) im Bereich einer ersten Übernahmestelle
(S1), welche entlang der geschlossenen Umlaufbahn vor den Übernahmestellen (S2, S3)
angeordnet ist, durch direkten Kontakt mit einem weiteren Halte-und/oder Bremselement
(40) abgebremst wird, und dass die kinetische Energie des gefalteten Gegenstands wenigstens
teilweise dissipiert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Einführen des gefalteten Gegenstands (100, 101, 102, 103) in die Aufnahmeeinheit
(10, 12, 90) an einer ersten Übernahmestelle (S1), welche entlang der geschlossenen
Umlaufbahn vor einer zweiten Übernahmestellen (S2) angeordnet ist, und Halten des
gefalteten Gegenstands durch das Halte- und/oder Bremselement (42, 43, 45, 50) derart, dass er eine Aufnahme für
den weiteren zu übernehmenden Gegenstand (100, 101, 102, 103) bildet;
- Einführen des weiteren zu übernehmenden Gegenstands (100, 101, 102, 103) in den
bereits übernommenen gefalteten Gegenstand mit einer Zuführgeschwindigkeit an der
zweiten Übernahmestelle (S2);
- Impulsübertragung vom zu übernehmenden Gegenstand an den bereits übernommenen Gegenstand
und dadurch gemeinsames Verschieben beider Gegenstände in der Aufnahmeeinheit mit gegenüber der
Zuführgeschwindigkeit verminderter Geschwindigkeit.
15. Verfahren nach Anspruch 13,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Einführen des gefalteten Gegenstands (100, 101, 102, 103) in die Aufnahmeeinheit
(10, 12, 90) an der ersten Übernahmestelle (S1) und Halten des gefalteten Gegenstands
durch das Halte- und/oder Bremselement (40, 42, 43, 45, 50) derart, dass er eine Aufnahme
für den weiteren zu übernehmenden Gegenstand (100, 101, 102, 103) bildet;
- Einführen des weiteren zu übernehmenden Gegenstands (100, 101, 102, 103) in den
bereits übernommenen gefalteten Gegenstand mit einer Zuführgeschwindigkeit an einer
zweiten Übernahmestelle (S2), welche entlang der geschlossenen Umlaufbahn nach der
ersten Übernahmestellen (S1) angeordnet ist;
- Impulsübertragung vom zu übernehmenden Gegenstand an den bereits übernommenen Gegenstand
und dadurch gemeinsames Verschieben beider Gegenstände in der Aufnahmeeinheit mit gegenüber der
Zuführgeschwindigkeit verminderter Geschwindigkeit.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12-15, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des übernommenen Gegenstands (100, 101, 102, 103) relativ zur Aufnahmeeinheit
und/oder relativ zu einem mitbewegten Förderelement (81) an eine Sollposition angepasst
wird, insbesondere um den Gegenstand (100, 101, 102, 103) in eine definierte Lage
für die Weiterverarbeitung zu bringen.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12-16, wobei ein bereits übernommener gefalteter
Gegenstand (100, 101, 102, 103) innerhalb der Aufnahmeeinheit (10, 12, 90) vor dem
Einführen eines weiteren Gegenstands so verschoben wird, dass seine Falzkante vom
Anschlag beabstandet ist.
1. A device (1) for taking over and further processing flexible, flat objects (100, 101,
102, 103), in particular printed products, at a take-over location (S1, S2, S3) from
a feed unit (20, 21, 22), with at least one receiver unit (10, 12, 90), which can
be moved along a closed revolving path, is capable of receiving an object (100, 101,
102, 103) at the take-over location (S1, S2, S3), and forms a stop (15, 95) for the
object (100, 101, 102, 103) to be taken over, characterised by at least one holding element and/or braking element (40, 42, 43, 45, 50), which is
moved along with the receiver unit (10, 12, 90) and which is capable, at least in
the region of the take-over location (S1, S2, S3), of holding an already taken over
folded object (100, 101) in the receiver unit (10, 12, 90) in such a manner that the
momentum of a further object (100, 102, 103) to be taken over can be transferred at
least in part to the folded object (100, 101) already taken over, and the further
obj ect (100, 102, 103) is thus slowed down before reaching the stop (15, 95).
2. A device according to claim 1, characterised in that the holding element and/or braking element (42, 43, 45, 50) is capable of holding
the folded object already taken over in the receiver unit (10, 12, 90) in such a manner
that the folding edge is at a distance from the stop (15, 95), that it forms a receiver
for a further object (100, 101, 102, 103) to be taken over, and that, upon impact
of the further obj ect (100, 101, 102, 103) to be taken over, it is moved along with
it.
3. A device according to claim 1 or 2, characterised in that a further holding element and/or braking element (40) is present, which is capable
of at least partly absorbing and dissipating the kinetic energy of an object (100,
101, 102, 103) to be taken over, by way of direct contact with the object (100, 101,
102, 103) to be taken over.
4. A device according to claim 3, characterised in that the further holding element and/or braking element (40) is elastic or comprises an
elastic region (44), in particular consists of a compressible material and/or comprises
elasticity.
5. A device according to claim 3 or 4, characterised in that the further holding element and/or braking element (40) together with the receiver
unit (10, 12, 90) forms a tapering entry gap for the object (100, 101, 102, 103) to
be taken over, in particular by way of it having a curved outer surface (41).
6. A device according to one of the preceding claims, characterised in that the receiver unit (10, 12, 90) is a pocket and/or is formed by way of the interaction
of several separate support elements (91, 92).
7. A device according to one of the preceding claims, characterised by a positioning device (60), which is capable of displacing the taken-over object (100,
101, 102, 103) relative to the receiver unit (10, 12) and/or relative to a conveyor
element (81) which is moved along with the receiver unit (10, 12).
8. A device for taking over or further processing printed products according to one of
the preceding claims,
characterised by
- a plurality of conveyor elements (81) in the form of grippers, which are movable
along a closed gripper conveyor path (U") and which are designed to receive a folded
printed product (101) in a clamping manner;
- a control device, in particular in the form of a cam control, which is designed
to open the grippers (81) at an opening location situated ahead of the take-over location
(S1, S2, S3) in the movement direction, and to close them at a closure location situated
behind the take-over location (S1, S2, S3);
- a plurality of receiver units (10, 12, 90), which are movable along a closed receiver
unit revolving path and form a stop (15, 95) and a support surface for the fold edge
(101a) or for one of the side surfaces of the folded printed product (101), wherein
the receiver units (10, 12) are movable synchronously with the grippers (81), at least
in the region of the take-over location (S1, S2, S3), in such a manner that printed
products placed in the grippers (81) are positioned in the receiver units (10, 12,
90);
- a plurality of holding elements and/or braking elements (42, 43, 45, 50), which
are assigned to the receiver units (10, 12, 90) and are moved along with these, and
which are capable of pressing one of the product parts against the receiver unit (10,
12, 90) so that the folded printed product forms a receiver for a further product
(102, 103) and is distanced from the stop (15, 95), wherein the further product is
slowed down by way of momentum transmission to the open, folded printed product (101).
9. A device according to claim 8, characterised by a positioning device (60), which is capable of displacing the receiver unit (10,
12) downstream from the take-over location (S1, S2, S3) relative to the assigned gripper
(81), in particular in a direction running perpendicular to the gripper revolving
path.
10. A device for taking over and further processing printed products according to any
one of claims 1 - 7,
characterised by
- a plurality of receiver units (10, 12, 90) in the form of pockets, which are movable
along a closed receiver unit revolving path, and which form a stop (15, 95) and at
least one support surface for the fold edge (101a) or one of the side surfaces of
the folded printed product (101);
- a first feed unit (20) for feeding folded printed products (101) to a first take-over
location (S1);
- at least a second feed unit (21) for feeding further obj ects to a second take-over
location (S2);
- a plurality of holding elements and/or braking elements (42, 43, 44, 45), which
are capable of holding a folded object (100, 101) taken over at the first take-over
location (S1) in the take-over unit (10, 12, 90) in such a manner that the momentum
of a further object (100, 102, 103) to be taken over can be transferred, at least
in part, to the folded object (100, 101) already taken over, and the further object
(100, 102, 103) to be taken over is thus slowed down before reaching the stop (15,
95).
11. A device according to claim 10, characterised by a positioning device (60), in particular in the form of a cam control, wherein the
positioning device is capable of shifting the objects relative to the stop (15, 95)
of the pocket, in particular in a direction running perpendicular to the movement
direction of the pockets.
12. A method for taking over and further processing flexible, flat objects (100, 101,
102, 103), in particular printed products, with the following features:
- moving at least one receiver unit (10, 12, 90), which forms a stop (15, 95) for
the object (100, 101, 102, 103) to be taken over, along a closed movement path past
a take-over location (S2, S3);
- holding a folded object by way of at least one holding element and/or braking element
(42, 43, 45, 50), which is moved along with the receiver unit (10, 12, 90) at least
in the region of the take-over location (S2, S3), in such a manner that the folded
object forms a receiver for a further object (100, 101, 102, 103) to be taken over;
- introducing a further object (100, 101, 102, 103) to be taken over into the folded
obj ect;
- slowing down the further object (100, 101, 102, 103) indirectly by way of the holding
element and/or braking element (42, 43, 45, 50) before the object (100, 101, 102,
103) reaches the stop (15, 95), wherein the further object (100, 102, 103) to be taken
over, by way of momentum transmission to the folded object (100, 101) already taken
over, is moved along with it.
13. A method according to claim 12, characterised in that the folded object (100, 101, 102, 103) is slowed down by way of direct contact with
a further holding element and/or braking element (40) in the region of a first take-over
location (S1), which is arranged along the closed revolving path ahead of the take-over
locations (S2, S3), and that the kinetic energy of the folded object is at least partly
dissipated.
14. A method according to claim 12,
characterised by the following steps:
- introducing the folded object (100, 101, 102, 103) into the receiver unit (10, 12,
90) at a first take-over location (S1), which is arranged along the closed revolving
path ahead of the take-over locations (S2), and holding the folded object by way of
the holding element and/or braking element (42, 43, 45, 50), in such a manner that
it forms a receiver for a further object (100, 101, 102, 103) to be taken over;
- introducing the further object (100, 101, 102, 103) to be taken over at a feeding
rate into the object already taken over at the second take-over locations (S2);
- momentum transmission from the object to be taken over to the object already taken
over and consequently combined shifting of both objects inside the receiver at a speed
which is reduced with respect to the feeding rate.
15. A method according to claim 13,
characterised by the following steps:
- introducing the folded object (100, 101, 102, 103) into the receiver unit (10, 12,
90) at the first take-over location (S1) and holding the folded object by way of the
holding element and/or braking element (40, 42, 43, 45, 50), in such a manner that
it forms a receiver for the further object (100, 101, 102, 103) to be taken over;
- introducing the further object (100, 101, 102, 103) to be taken over at a feeding
rate into the object already taken over at a second take-over locations (S2), which
is situated after the first take-over location (S1) along the closed revolving path;
- momentum transmission from the object to be taken over to the object already taken
over and consequently combined shifting of both objects inside the receiver at a speed
which is reduced with respect to the feeding rate.
16. A method according to any one of claims 12-15, characterised in that the position of the taken-over object (100, 101, 102, 103), in relation to the receiver
unit and/or to a conveyor element (81) moved along with it, is adapted to a nominal
position, in particular in order to bring the object (100, 101, 102, 103) into a defined
position for the further processing.
17. A method according to any one of claims 12-16, wherein a folded object (100, 101,
102, 103) already taken over is shifted inside the receiver unit (10, 12, 90) prior
to the introduction of a further object in such a manner that its folding edge is
distanced from the stop.
1. Dispositif (1) de transfert et de poursuite du traitement d'objets flexibles plats
(100, 101, 102, 103), en particulier de produits d'imprimerie, en un emplacement de
transfert (S1, S2, S3) d'une unité d'amenée (20, 21, 22),
avec au moins une unité de réception (10, 12, 90) apte à être déplacée sur une piste
circulaire fermée, apte à reprendre un objet (100, 101, 102, 103) en l'emplacement
de transfert (S1, S2, S3) et formant une butée (15, 95) pour l'objet (100, 101, 102,
103) à reprendre, caractérisé par
au moins un élément de maintien et/ou de freinage (42, 43, 45, 50) entraîné conjointement
avec l'unité de réception (10, 12, 90) et en mesure de maintenir au moins au niveau
l'emplacement de transfert (S1, S2, S3) un objet (100, 101) plié et déjà transféré
dans l'unité de réception (10, 12, 90) de telle sorte que l'impulsion d'un autre objet
(100, 102, 103) à reprendre puisse être transférée au moins en partie sur l'objet
plié (100, 101) déjà transféré et que l'autre objet (100, 102, 103) à transférer soit
ainsi freiné avant d'atteindre la butée (15, 95).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément de maintien et/ou de freinage (42, 43, 45, 50) est en mesure de maintenir
l'objet plié déjà transféré dans l'unité de réception (10, 12, 90) de telle sorte
que son bord de pliage soit maintenu à distance de la butée (15, 95), qu'il forme
un logement pour un autre objet (100, 101, 102, 103) à reprendre et que lorsque l'autre
objet (100, 101, 102, 103) à reprendre arrive, il soit déplacé en même temps que ce
dernier.
3. Dispositif selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'un autre élément de maintien et/ou de freinage (40) est prévu et est en mesure de
reprendre et de dissiper au moins en partie l'énergie cinétique d'un objet (100, 101,
102, 103) à transférer, par contact direct avec l'objet (100, 101, 102, 103) à transférer.
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'autre élément de maintien et/ou de freinage (40) est élastique ou présente une
partie élastique et est constitué en particulier d'un matériau compressible et/ou
présente une élasticité de sa forme.
5. Dispositif selon les revendications 3 ou 4, caractérisé en ce que l'autre élément de maintien et/ou de freinage (40) forme avec l'unité de réception
(10, 12, 90) un interstice d'entrée effilé pour l'objet (100, 101, 102, 103) à reprendre,
en particulier par le fait qu'il présente une surface extérieure (41) bombée.
6. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité de réception (10, 12, 90) est une poche et/ou est formée par la coopération
de plusieurs éléments d'appui (91, 92) distincts.
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par un dispositif de positionnement (60) en mesure de déplacer l'objet (100, 101, 102,
103) transféré par rapport à l'unité de réception (10, 12) et/ou par rapport à un
élément de transport (81) entraîné conjointement avec l'unité de réception (10, 12).
8. Dispositif de transfert et de poursuite du traitement de produits d'imprimerie selon
l'une des revendications précédentes,
caractérisé par
plusieurs éléments de transport (81) qui présentent la forme de pinces aptes à être
déplacées sur une piste circulaire fermée (U'') de pinces configurées de manière à
reprendre en les serrant un produit d'imprimerie (101) plié,
un dispositif de commande qui présente en particulier la forme d'une commande à coulisseau
configurée pour ouvrir les pinces (81) en un emplacement d'ouverture situé en amont
de l'emplacement de transfert (S1, S2, S3) dans la direction du déplacement et pour
les fermer en un emplacement de fermeture situé en aval de l'emplacement de transfert
(S1, S2, S3),
plusieurs unités de réception (10, 12, 90) aptes à être déplacées sur une piste circulaire
fermée d'unités de réception et formant une butée (15, 95) et une surface de soutien
pour le bord de pliage (101a) ou l'une des faces latérales du produit d'imprimerie
(101) plié,
les unités de réception (10, 12) pouvant être déplacées de manière synchronisée par
rapport aux pinces (81) au moins au niveau de l'emplacement de transfert (S1, S2,
S3) pour que les produits d'imprimerie disposés dans les pinces (81) soient positionnés
dans les unités de réception (10, 12, 90),
plusieurs éléments de maintien et/ou de freinage (42, 43, 45, 50) associés aux unités
de réception (10, 12, 90), déplacés conjointement avec ces dernières et en mesure
de repousser une des parties des produits contre l'unité de réception (10, 12, 90)
de telle sorte que le produit d'imprimerie plié forme un logement pour un autre produit
(102, 103) et soit maintenu à distance de la butée (15, 95), l'autre produit étant
freiné par transfert de l'impulsion au produit d'imprimerie (101) plié et ouvert.
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé par un dispositif de positionnement (60) capable de déplacer l'unité de réception (10,
12) vers l'aval de l'emplacement de transfert (S1, S2, S3) par rapport à la pince
(81) associée, en particulier dans une direction qui s'étend perpendiculairement à
la piste circulaire de pinces (81).
10. Dispositif de transfert et de poursuite du traitement de produits d'imprimerie selon
l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé par
plusieurs unités de réception (10, 12, 90) qui présentent la forme de poches aptes
à être déplacées sur une piste circulaire fermée d'unités de réception, et formant
une butée (15, 95) et au moins une surface de soutien pour le bord de pliage (101a)
ou une des surfaces latérales du produit d'imprimerie (101) plié,
une première unité d'amenée (20) qui amène des produits d'imprimerie (101) pliés en
un premier emplacement de transfert (S1),
au moins une deuxième unité d'amenée (21) qui amène d'autres objets en un deuxième
emplacement de transfert (S2),
plusieurs éléments de maintien et/ou de freinage (42, 43, 44, 45) en mesure de maintenir
dans l'unité de réception (10, 12, 90) un objet plié (100, 101) transféré sur le premier
emplacement de transfert (S1) de telle sorte que l'impulsion d'un autre objet (100,
102, 103) à reprendre puisse être transférée au moins en partie à l'objet plié (100,
101) déjà transféré pour ainsi freiner l'autre objet (100, 102, 103) à transférer
avant qu'il atteigne la butée (15, 95).
11. Dispositif selon la revendication 10, caractérisé par un dispositif de positionnement (60) qui présente en particulier la forme d'une commande
à coulisseau, le dispositif de positionnement étant en mesure de déplacer les objets
par rapport à la butée (15, 95) de la poche, en particulier dans une direction qui
s'étend perpendiculairement par rapport à la direction de déplacement des poches.
12. Procédé de transfert et de poursuite du traitement d'objets plats flexibles (100,
101, 102, 103), en particulier de produits d'imprimerie, le procédé présentant les
caractéristiques suivantes :
déplacer le long d'une piste de déplacement fermée passant devant un emplacement de
transfert (S2, S3) au moins une unité de réception (10, 12, 90) qui forme une butée
(15, 95) pour l'objet (100, 101, 102, 103) à transférer,
maintenir dans l'unité de réception (10, 12, 90) un objet plié par au moins un élément
de maintien et/ou de freinage (42, 43, 45, 50) qui peut être déplacé conjointement
avec l'unité de réception au moins au niveau de l'emplacement de transfert (S2, S3)
de telle sorte que l'objet plié forme un logement pour un autre objet (100, 101, 102,
103) à transférer,
insérer dans l'objet plié un autre objet (100, 101, 102, 103) à transférer,
freiner indirectement par l'élément de maintien et/ou de freinage (42, 43, 45, 50)
l'autre objet (100, 101, 102, 103) à reprendre avant que l'objet (100, 101, 102, 103)
atteigne la butée (15, 95), en déplaçant l'autre objet (100, 102, 103) à reprendre
en même temps que l'objet plié (100, 101) déjà transféré, par transfert d'impulsion
à ce dernier.
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que l'objet plié (100, 101, 102, 103) est freiné par contact direct avec un autre élément
de maintien et/ou de freinage (40) au niveau d'un premier emplacement de transfert
(S1) disposé en amont des emplacements de transfert (S2, S3) sur la piste circulaire
fermée, et en ce que l'énergie cinétique de l'objet plié est dissipée au moins en partie.
14. Procédé selon la revendication 12,
caractérisé par les étapes qui consistent à :
insérer l'objet plié (100, 101, 102, 103) dans l'unité de réception (10, 12, 90) en
un premier emplacement de transfert (S1) disposé en amont d'un deuxième emplacement
de transfert (S2) sur la piste circulaire fermée et maintenir l'objet plié par l'élément
de maintien et/ou de freinage (42, 43, 45, 50) de telle sorte qu'il forme un logement
pour l'autre objet (100, 101, 102, 103) à transférer,
au deuxième emplacement de transfert (S2), insérer à une vitesse d'amenée l'autre
objet (100, 101, 102, 103) à transférer dans l'objet plié déjà transféré,
transférer l'impulsion de l'objet à transférer à l'objet déjà transféré et de ce fait,
déplacer conjointement des deux objets dans l'unité de réception à une vitesse plus
petite que la vitesse d'amenée.
15. Procédé selon la revendication 13,
caractérisé par les étapes qui consistent à :
insérer l'objet plié (100, 101, 102, 103) dans l'unité de réception (10, 12, 90) en
le premier emplacement de transfert (S1) et maintenir l'objet plié par l'élément de
maintien et/ou de freinage (40, 42, 43, 45, 50) de telle sorte qu'il forme un logement
pour l'autre objet (100, 101, 102, 103) à transférer,
au deuxième emplacement de transfert (S2) disposé en aval du premier emplacement de
transfert (S1) sur la piste circulaire fermée, insérer à une vitesse d'amenée l'autre
objet (100, 101, 102, 103) à transférer dans l'objet plié déjà transféré,
transférer l'impulsion de l'objet à transférer à l'objet déjà transféré, et de ce
fait, déplacer conjointement les deux objets dans l'unité de réception à une vitesse
plus petite que la vitesse d'amenée.
16. Procédé selon l'une des revendications 12 à 15, caractérisé en ce que la position de l'objet (100, 101, 102, 103) transféré par rapport à l'unité de réception
et/ou par rapport à un élément de transport (81) entraîné conjointement est adaptée
à une position de consigne, en particulier pour amener l'objet (100, 101, 102, 103)
en une position définie pour la poursuite de son traitement.
17. Procédé selon l'une des revendications 12 à 16, dans lequel un objet plié (100, 101,
102, 103) déjà transféré est déplacé à l'intérieur de l'unité de réception (10, 12,
90) avant l'insertion d'un autre objet de telle sorte que le bord de son pli soit
maintenu à distance de la butée.
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