[0001] Elektrische Betätigungseinrichtung für eine Sanitärarmatur mit
- a) einer Trägerplatte;
- b) einer über der Trägerplatte angeordneten, mit dieser verbundenen, beweglichen,
als Betätigungsorgan dienenden Abdeckhaube;
- c) mindestens einem auf die Bewegung und/oder auf eine von der Abdeckkappe ausgeübte
Kraft ansprechenden Sensor, der unterhalb der Abdeckkappe an der Trägerplatte gehalten
ist.
[0002] Elektrisch gesteuerte Sanitärarmaturen genießen zunehmende Beliebtheit und kommen
damit dem Wunsch der Bevölkerungskreise nach Komfort und hochwertigem Design entgegen.
Die Funktionen dieser elektrisch gesteuerten Sanitärarmaturen werden von elektrischen
Betätigungseinrichtungen eingeleitet, die von unterschiedlichen Arten von Sensoren
Gebrauch machen. Derartige Sensoren können berührungslos arbeiten, wie dies beispielsweise
für kapazitive Sensoren gilt, oder auf die Bewegung eines von dem Benutzer betätigten
Gegenstands oder auf die Kraft ansprechen, die vom Benutzer ausgeübt wird. Ein Beispiel
für die letztere Art von Sensoren sind Piezoelemente.
[0003] Eine elektrische Betätigungseinrichtung der eingangs genannten Art ist aus der
DE 10 2005 007 887 B3 bekannt. Bei dieser ist die Abdeckkappe an der Trägerplatte durch eine umlaufende
elastische Dichtung befestigt, die einerseits am unteren Rand der Abdeckkappe und
andererseits an der Oberseite der Trägerplatte angeklebt oder anvulkanisiert ist.
Bei dieser Bauweise ist es nicht ohne weiteres möglich, die Abdeckkappe nachträglich
auszutauschen, falls diese beispielsweise im Laufe der Zeit unansehnlich geworden
ist. Auch können Verunreinigungen, die sich unterhalb der Abdeckkappe ansammeln, praktisch
nicht entfernt werden.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine elektrische Betätigungseinrichtung
der eingangs genannten Art so auszugestalten, dass die Abdeckkappe einfach von der
Trägerplatte gelöst werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass
d) die Abdeckkappe mindestens einen Verbindungsstift aufweist, an dessen Mantelfläche
eine Umfangsnut ausgebildet ist;
e) die Trägerplatte für jeden Verbindungsstift eine Bohrung aufweist, deren Mantelfläche
eine Umfangsnut besitzt, in der eine ringförmige Schraubenfeder einsitzt, die in der
Montagestellung der Abdeckkappe auch in die Umfangsnut des Verbindungsstifts eingreift.
[0006] Verbindungen, die von ringförmigen Schraubenfedern, insbesondere auch "gekippten"
Schraubenfedern, Gebrauch machen, sind aus der
DE 602 09 554 T2 bekannt, auf welche Bezug genommen wird. Die vorliegende Erfindung hat erkannt, dass
sich derartige Verbindungen mit Schraubenfedern, die auch als "Radialfedern" bezeichnet
werden, zur Verwendung in elektrischen Betätigungseinrichtungen für Sanitärarmaturen
besonders gut eignen. Sie lassen es zu, dass die Abdeckkappe durch einfaches Aufschieben
auf die Trägerplatte an dieser montiert wird, wobei der verbindungsstift in die entsprechende
Bohrung der Trägerplatte eindringt und in der Folge die Schraubenfeder sowohl in die
Umfangsnut der Bohrung als auch in die Umfangsnut des Verbindungsstiftes eingreift.
Die Abdeckkappe lässt sich durch einen Zug nach oben mit einer Kraft wieder lösen,
die durch die genaue Bauweise der Schraubenfeder und die Geometrien der Nuten nach
Wunsch gestaltet werden kann. Einzelheiten sind der oben erwähnten
DE 602 09 554 T2 zu entnehmen.
[0007] Im Sanitärwesen kommt es sehr häufig vor, dass ein bestimmter Parameter des auslaufenden
Wassers, insbesondere die Menge und/oder die Temperatur des ausfließenden Wassers,
entweder vergrößert oder verkleinert werden muss. Für derartige Einsatzzwecke eignet
sich diejenige Ausführungsform der Erfindung besonders gut, bei welcher die Abdeckkappe
zwei Verbindungsstifte umfasst und um einen Schwenkarm verkippbar ist, welche in der
gemeinsamen Mittelebene der Verbindungsstifte liegt, wobei auf beiden Seiten der Mittelebene
jeweils ein Sensor vorgesehen ist. Durch Verkippen der Abdeckkappe in einer Richtung
wird einer der Sensoren angesprochen, der dann beispielsweise eine Vergrößerung des
fraglichen Parameters bewirkt; durch das Kippen der Abdeckkappe in der anderen Richtung
wird der zweite Sensor angesprochen, was dann im Beispiel zu einer Verkleinerung des
Wertes des fraglichen Parameters führt.
[0008] Im einfachsten Falle umfasst die Abdeckkappe mindestens drei, vorzugsweise vier,
Verbindungsstifte, die einen einzigen Sensor umgeben. Bei einer derartigen Betätigungseinrichtung
bewegt sich die Abdeckkappe im Wesentlichen parallel zu sich selbst und zur Trägerplatte
auf und ab; diese Betätigungseinrichtung eignet sich, wenn nur eine Funktion an der
Sanitärarmatur auszulösen ist.
[0009] Schließlich ist es auch möglich, dass die Abdeckkappe einen einzigen Verbindungsstift
aufweist, der von einer Mehrzahl von Sensoren umgeben ist. Die Abdeckkappe kann dann
in unterschiedlichen Richtungen um die Verbindung zwischen dem einzigen Verbindungsstift
und der zugehörigen Bohrung der Trägerplatte verkippt werden. Je nach der Kipprichtung
und dem dabei angesprochenen Sensor können unterschiedliche Funktionen der Sanitärarmatur
herbeigeführt werden.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert: Es zeigen
- Figur 1
- perspektivisch eine elektrisch gesteuerte sanitäre Waschtischarmatur;
- Figur 2
- einen Schnitt gemäß Linie A-A von Figur 1;
- Figur 3
- einen Schnitt gemäß Linie B-B von Figur 2;
- Figur 4
- in vergrößertem Maßstab und von unten gesehen eine Abdeckhaube, wie sie in der Armatur
der Figur 1 Verwendung findet.
[0011] Zunächst wird auf Figur 1 Bezug genommen. Diese zeigt in perspektivischer Darstellung
eine elektrisch gesteuerte Waschtischarmatur 1 und soll im Wesentlichen der Erläuterung
der Umgebung dienen, in welcher eine erfindungsgemäße elektrische Betätigungseinrichtung
eingesetzt wird. Die Waschtischarmatur 1 umfasst eine Basis 2, die in der Draufsicht
die Form eines langgestreckten Rechteckes besitzt und die ihrerseits sich aus einer
Trägerplatte 3, die in den Figuren 2 und 3 zu erkennen ist und sich über die ganze
Basis 2 einstückig hinwegerstreckt, sowie drei Abdeckkappen 4, 5, 6, die von oben
über die Trägerplatte 3 gestülpt sind. Während die mittlere Abdeckkappe 5 im wesentlichen
nur Zierzwecken dient, stellen die Abdeckkappen 4 und 6 die Betätigungsorgane zweier
elektrischer Betätigungseinrichtungen dar, wie weiter unten genauer erläutert wird.
[0012] Im mittleren Bereich der Waschtischarmatur 1 ist, die mittlere Abdeckkappe 5 durchstoßen,
ein wasserauslauf 7 vorgesehen, der im dargestellten Ausführungsbeispiel von der Seite
gesehen galgenförmig ist und eine offene Auslaufrinne 8 besitzt. Die Befestigung der
mittleren Abdeckkappe 5 an der Trägerplatte 3 kann in jeder beliebigen Weise geschehen;
sie ist im vorliegenden Zusammenhang nicht von Interesse.
[0013] Wie bereits erwähnt, bilden die beiden äußeren Abdeckkappen 4 und 6 Teile zweier
elektrischer Betätigungseinrichtungen, von denen eine nachfolgend anhand der Figuren
2 bis 4 beschrieben wird.
[0014] Wie Figur 2 deutlich macht, besitzt die Trägerplatte 3 im Bereich unterhalb der Abdeckkappe
4 zwei gestufte Durchgangsbohrungen 9, 10. In der Mantelfläche des oberen, im Durchmesser
kleineren Bereiches 9a, 10a, der Durchgangsbohrungen 9, 10 ist jeweils eine Umfangsnut
11, 12 eingearbeitet, in der eine ringförmige, radiale, gekippte Schraubenfeder (11,
12) einliegt. Derartige Schraubenfedern sind z. B. in der oben genannten
DE 602 09 554 T2 näher beschrieben, worauf Bezug genommen wird.
[0015] Die Abdeckkappe 4 ähnelt in ihrer Form einem Kartondeckel; sie ist in Figur 4 perspektivisch
so dargestellt, wie sie von schräg unten gesehen wird. Sie besitzt eine Deckwand 13
sowie, einstückig mit dieser und hufeisenförmig angeordnet, drei Seitenwände 14, 15
und 16. An der vierten Seite, die in montiertem Zustand in Richtung auf den Wasserauslauf
7 gerichtet ist, fehlt eine derartige Seitenwand.
[0016] An der unteren Fläche der Deckwand 13 sind in Abstand voneinander zwei kugelkalottenförmige
Erhebungen 17, 18 angeformt, deren Zweck weiter unten deutlich wird. Außerdem ragen,
ebenfalls einstückig, von der unteren Fläche der Deckwand 13 zwei Verbindungsstifte
19, 20 nach unten, die sich an ihren freien Enden etwas verjüngen und außerdem in
einem gewissen Abstand von den freien Enden jeweils eine Umfangsnut 21, 22 tragen.
Dort, wo die Verbindungsstifte 19, 20 in die untere Fläche der Deckwand 13 übergehen,
ist jeweils ein nach außen zeigender, flacher Vorsprung 23, 24 angeformt, der beim
dargestellten Ausführungsbeispiel in der Draufsicht rechteckig ist. Der Zweck dieser
Vorsprünge 23, 24 wird ebenfalls weiter unten deutlich werden.
[0017] Wie der Figur 3 zu entnehmen ist, besitzt die Trägerplatte 3 unterhalb der Abdeckplatte
4 zwei im Wesentlichen zylindrische Ausnehmungen 25, 26, in welche von oben her jeweils
eine komplementär gestaltete Halterung 27, 28 für ein Piezoelement 29, 30 eingeführt
ist. Die Deckplatten 27a und 28a der Halterungen 27, 28 sind so flexibel, dass sie
eine auf ihre Oberseite aufgebrachte Kraft an das unter ihnen befindliche Piezoelement
29, 30 weitergeben können. Sie besitzen radial überstehende Kragen, mit denen sie
auf der Oberseite der Trägerplatte 3 aufliegen. Die Mitten der Deckplatten 27a, 28a
der Halterungen 27, 28 befinden sich unter den Erhebungen 17, 18 an der Unterseite
der Abdeckkappe 4.
[0018] Zur Montage der elektrischen Betätigungseinrichtung wird einfach die Abdeckkappe
4 mit den Verbindungsstiften 19, 20 voraus über die Trägerplatte 3 gestülpt. Dabei
dringen die Verbindungsstifte 19, 20 in die Durchgangsbohrungen 9, 10 der Trägerplatte
3 ein. Die sich verjüngenden Enden der Verbindungsstifte 19, 20 weiten dabei die Schraubenfeder
11, 12 etwas auf. Ist die Aufschiebebewegung der Abdeckkappe 4 abgeschlossen, rasten
die Schraubenfedern 11, 12 in die Umfangsnuten 21, 22 der Verbindungsstifte 19, 20
ein. Die Abdeckkappe 4 sitzt nunmehr fest an der Trägerplatte 3, kann jedoch mit einem
Zug gelöst, der durch die Geometrie und Bauweise der Schraubenfedern 11, 12 sowie
der entsprechenden Nuten 21, 22, 31, 32, in denen diese einliegen, bestimmt werden
kann.
[0019] In der fertigen Montagestellung liegt die untere Fläche der Deckwand 13 der Abdeckkappe
4 nicht direkt auf der oberen Seite der Trägerplatte 3 auf. Vielmehr sind es die Vorsprünge
23, 24, welche die Aufschiebbewegung der Abdeckkappe 4 auf die Trägerplatte 3 begrenzen.
Auf diese Weise ist es möglich, die Abdeckkappe 4 um eine Achse zu verkippen, welche
in der gemeinsamen Mittelebene der beiden Vorsprünge 23, 24 bzw. der beiden Verbindungsstifte
19, 20 liegt. Die Abdeckkappe 4 lässt sich somit nach Art einer Wippe hin und her
bewegen.
[0020] Normalerweise nimmt die fertig montierte Abdeckkappe 4 ohne Einwirkung äußerer Kräfte
eine "neutrale" Stellung ein, in welcher die beiden Erhebungen 17, 18 an ihrer Unterseite
einen geringfügigen Abstand von den Deckwänden 27a, 28a der Halterungen 27, 28 besitzen.
Die Piezoelemente 29, 30 sprechen dabei nicht an.
[0021] Wenn nun der Benutzer eine bestimmte Funktion an der Sanitärarmatur 1 einleiten will,
beispielsweise die Wassermenge erhöhen will, drückt er derart auf eine Seite der Abdeckkappe
4, dass diese um die o. g. Schwenkachse verschwenkt. Dabei kommt eine der beiden Erhebungen
17, 18 in Anlage an der Oberseite der entsprechenden Deckwand 27a, 28a einer der Halterungen
27, 28. Das zugehörige Piezoelement 29, 30 spricht an und sendet ein Signal zur elektronischen
Steuerung der Waschtischarmatur 1, die das gewünschte Ergebnis bewirkt. Lässt der
Benutzer dann die Abdeckkappe 4 los, so kehrt sie wieder in ihre neutrale Position
zurück, die in den Figuren 2 und 3 dargestellt ist.
[0022] Sofern der Benutzer eine andere Funktion an der Waschtischarmatur 1 auslösen will,
beispielsweise die Wassermenge verringern will, verkippt er die Abdeckkappe 4 durch
Druck auf die entsprechende Seite um ihre Schwenkachse in der entgegengesetzten Richtung.
Hierdurch wird dann das andere Piezoelement 30 aktiviert, welches ein entsprechendes
Signal an die elektronische Steuerung sendet.
[0023] Soll die Abdeckkappe 4 ausgetauscht werden, beispielsweise weil sie verschlissen
oder aus sonstigen Gründen unansehnlich geworden ist, oder sollen unterhalb der Abdeckkappe
4 Wartungsarbeiten durchgeführt werden, so kann die Abdeckkappe 4 durch Zug nach oben
unter Überwindung einer gewissen Haltekraft ohne weiteres abgezogen werden.
[0024] Oben wurde eine elektrische Betätigungseinrichtung beschrieben, die vorzugsweise
zur Auslösung zweier gegenläufiger Funktionen, also Vergrößerung oder Verkleinerung
eines Parameters, geeignet ist. Eine Betätigungseinrichtung, mit der nur eine einzige
Funktion ausgelöst werden soll, besitzt vorzugsweise drei oder vier an den Ecken eines
Drei- oder Viereckes angeordnete Verbindungsstifte, wobei dann das (einzige) Piezoelement
in der Mitte dieses Drei- oder Vierecks sitzt.
[0025] Mehrere, beispielsweise vier, Funktionen lassen sich bei derjenigen Betätigungseinrichtung
steuern, bei welcher nur ein einziger, mittiger Verbindungsstift vorgesehen ist, während
mehreren Positionen, beispielsweise in vier Quadranten, um den Verbindungsstift herum
jeweils Piezoelemente vorgesehen sind.
1. Elektrische Betätigungseinrichtung für eine Sanitärarmatur mit
a) einer Trägerplatte;
b) einer über der Trägerplatte angeordneten, mit dieser verbundenen, beweglichen,
als Betätigungsorgan dienenden Abdeckhaube;
c) mindestens einem auf die Bewegung und/oder auf eine von der Abdeckkappe ausgeübte
Kraft ansprechenden Sensor, der unterhalb der Abdeckkappe an der Trägerplatte gehalten
ist;
dadurch gekennzeichnet, dass
d) die Abdeckkappe (4, 5) mindestens einen Verbindungsstift (27, 28) aufweist, an
dessen Mantelfläche eine Umfangsnut (21, 22) ausgebildet ist;
e) die Trägerplatte (3) für jeden Verbindungsstift (27, 28) eine Bohrung (9, 10) aufweist,
deren Mantelfläche eine Umfangsnut (31, 32) besitzt, in der eine ringförmige Schraubenfeder
(11, 12) einsitzt, die in der Montagestellung der Abdeckkappe (4) auch in die Umfangsnut
(21, 22) des Verbindungsstifts (27, 28) eingreift.
2. Betätigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckkappe (4, 5) zwei Verbindungsstifte (27, 28) umfasst und um eine Schwenkachse
verkippbar ist, welche in der gemeinsamen Mittelebene der beiden Verbindungsstifte
(27, 28) liegt, und dass auf beiden Seiten dieser Mittelebene jeweils ein Sensor (29,
30) vorgesehen ist.
3. Betätigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckkappe mindestens drei, vorzugsweise vier, Verbindungsstifte aufweist, die
einen einzigen Sensor umgeben.
4. Betätigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckkappe einen einzigen Verbindungsstift aufweist, der von einer Mehrzahl
von Sensoren umgeben ist.