[0001] Die Erfindung betrifft ein Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem, mindestens bestehend
aus einer Flüssigkeitsring-Gaspumpe, einem Antriebsmotor hierfür und einem Betriebsmittelabscheider,
sowie aus einem Maschinenfundament, das zur Aufnahme und Befestigung mindestens der
vorgenannten Bestandteile dient, wobei das Maschinenfundament mit mehreren Hohlräumen
versehen ist, von denen mindestens ein Hohlraum des Maschinenfundamentes als ein Funktionselement
des Flüssigkeitsring-Gaspumpensystems ausgeführt ist und/oder mindestens ein solches
enthält.
[0002] Bei im Stand der Technik hinlänglich bekannten Flüssigkeitsring-Gaspumpensystemen
werden zumindest die Hauptkomponenten wie Antriebsmotor, Kupplung, Gaspumpenstufe
oder auch komplette Blockpumpen üblicherweise auf Metallprofilen oder Stahlrahmenkonstruktionen
als Maschinenfundament montiert. Dazu kommen oft noch Betriebsmittelabscheider, eine
Betriebsmittelnachspeiseeinrichtung, Leitungen für den Kavitationsschutz, den Betriebsmittelkreislauf
und den Betriebsmittelüberlauf, sowie eventuell noch ein Wärmetauscher im Betriebsmittelkreislauf.
Die Anordnung und Montage all dieser Komponenten in bzw. an einer Stahlkonstrukion
des Maschinengestells sind dabei sehr aufwändig und kostspielig.
[0003] Es sind deshalb im Stand der Technik Flüssigkeits-Gaspumpensysteme bekannt geworden,
bei denen ein Maschinenfundament als ein Gussteil aus Grauguss ausgeführt ist, in
welchem bereits Funktionselemente z.B. als Leitungselemente und als Anschluss- und
Befestigungselemente ausgeführt sind. In der
DE 24 60 268 A1 wird ein Flüssigkeitsring-Verdichteraggregat beschrieben, in dessen aus Hohlprofilträgern
aufgebauten U-förmigen Grundrahmen Hohlräume vorgesehen sind, worin Funktionselemente
wie Flüssigkeitsabscheider, Vor- und/oder Nachabscheider angeordnet sind. Weiterhin
ist diese Stahlrahmenkonstruktion an den Außenflächen mit Führungsschienen und Befestigungselementen
für weiteres Verdichterzubehör versehen. Diese bekannte Ausführung ermöglicht zwar
eine kompakte Bauweise, ist aber als Stahlkonstruktion nur sehr aufwändig als Schweißteil
oder Gussteil herstellbar, was entsprechend kostenintensiv ist.
[0004] Insbesondere bei Pumpensystemen mit größeren Motorleistungen können auch unerwünschte
Schwingungen mit starken Vibrationen und erhöhter Geräuschbildung auftreten, die dann
nur durch Einsatz zusätzlicher Massefundamente aus Beton eingrenzt werden können.
Diese müssen aber am Einsatzort an das Gesamtsystem angepasst und mit dem Maschinenfundament
verbunden werden müssen.
[0005] Für kleinere Flüssigkeitsring-Gaspumpensysteme zeigt die
DE 44 17 607 C1 eine Anordnung, bei welcher ein Pumpenaggregat aus Antriebsmotor und Flüssigkeitsringpumpe
innerhalb eines wannenartigen Maschinengestells mit hohlen Wänden angebracht ist.
Dabei ist das Maschinengestell gleichzeitig als Abscheidebehälter ausgeführt und umgibt
das Pumpenaggregat seitlich und von unten. Hieraus ergibt sich durch die das Pumpenaggregat
umgebenden Hohlwände und die Flüssigkeitsfüllung eine gute Geräusch- und Schwingungsdämpfung
und auch ein guter mechanischer Schutz. Das Pumpenaggregat kann in seinem fundamentähnlichen
Funktionsgestell werkseitig montiert werden und braucht anlagenseitig nur noch eingebunden
zu werden.
[0006] Diese Bauweise eignet sich jedoch nur für kleinere Flüssigkeitsring-Gaspumpensysteme,
da größere Gussgestelle und Systeme nur aufwändig zum Einsatzort transportierbar sind.
Auch sind solche Systeme aufgrund der aufwändigen Gusskonstruktion nur schlecht an
verschiedene Größen von Pumpenaggregaten anpassbar und deshalb nur für Serienteile
geeignet. Desweiteren sind solche Systeme nicht nachträglich veränderbar und auch
nur schwer erweiterbar.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Herstellung und
Montage von Flüssigkeitsring-Gaspumpensystemen und deren Maschinenfundamenten wesentlich
einfacher und flexibler zu machen und dadurch die Kosten erheblich zu senken. Gleichzeitig
soll auch für geringe Stückzahlen und Einzelsysteme eine flexible Anordnung der Hauptbestandteile
des Systems und dessen Anlagenanschlüsse bei gleichzeitig kompakter und schwingungsarmer
Bauweise ermöglicht werden, sowie eine gute Adaptierbarkeit an verschiedene Einsatzverhältnisse
und Prozesse möglich sein.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einem Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem
nach Anspruch 1.
[0009] Hierzu wird ein Maschinenfundament zumindest teilweise als gegossenes Formteil aus
Beton, Stahlbeton, Polymerbeton oder anderen betonartigen Grundmaterialien gefertigt,
und ggfs. entsprechend der Prozessanforderungen imprägniert oder beschichtet, um die
entsprechende Werkstoffbeständigkeit und Dichtigkeit zu erreichen. Dabei ist es für
die Funktion eines Maschinenfundaments eines Flüssigkeitsring-Gaspumpensystems von
besonderem Vorteil, wenn das Betonformteil als Stahlbetonteil und/oder mit Fasermatten
oder Einzelfasern aus Metall, Kunststoff oder Glas verstärkt ist. Eine Faserverstärkung
des Betonformteils erhöht gleichzeitig den Widerstand gegen Abrasion und Strömungsauswaschungen
des Betons und unterstützt so die Oberflächenbeschichtung und das Imprägniermittel
bei der Zurückhaltung abrasiver Bestandteile wie Sand und Zement vor der Flüssigkeitsring-Gaspumpe.
[0010] Insbesondere ist dabei vorgesehen, dass das Betonformteil zumindest bereichsweise
zusätzlich mit einem Imprägniermittel, vorzugsweise mit Polymeren flüssigkeits- oder
gasdicht imprägniert ist und/oder zumindest bereichsweise mit einer flüssigkeits-
oder gasdichten Oberflächenbeschichtung versehen oder versehbar ist und/oder zumindest
bereichsweise mit flüssigkeits- oder gasdichten äußeren Umhüllungen und/oder in den
Hohlräumen angeordneten flüssigkeits- oder gasdichten Flächenelementen aus Kunststoff
und/oder Metall- und/oder Keramik- und/oder Gummiwerkstoffen versehen oder versehbar
ist.
[0011] Das Imprägniermittel kann dazu vorteilhaft durch Vermischung mit dem betonähnlichen
Grundmaterial und/oder den Verstärkungsfasern vor oder während des Formengusses zumindest
bereichsweise durchgängig in das Betonformteil eingebracht werden oder das Imprägniermittel
wird nachträglich nach dem Formguss durch einen anschließenden Über- oder Unterdruckimprägnierungsvorgang
in einem Autoklaven schichtartig in die zu imprägnierenden Oberflächenschichten und/oder
in offene innere Hohlräume des Betonformteils eingebracht.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung können antistatische
Additive im Grundmaterial und/oder in den Imprägniermitteln bzw. Beschichtungen verwendet
werden, wobei es auch möglich ist, die Verstärkungsfasern mit antistatischen Eigenschaften
zu versehen.
[0013] In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung kann das Maschinenfundament auch
aus mehreren lösbar miteinander verbundenen Teilen zusammengesetzt sein, von denen
mindestens eines als Betonformteil ausgeführt ist.
[0014] Um insbesondere bei größeren Pumpensystemen die Schwingungsgefahr zu reduzieren,
kann das Maschinenfundament oder ein Teil davon auch als Massefundament hergestellt
und auf Federelementen platziert werden. Die Befestigungselemente für Verbindungselemente,
Ständer und/oder Schwingungsdämpfer können in ein entsprechendes Betonformteil in
an sich bekannter Weise mit eingegossen werden.
[0015] Um das Gewicht des Massefundamentes den Einsatzerfordernissen anzupassen, ist es
möglich, das Maschinenfundament zunächst mit einigen Hohlräumen zu versehen, die je
nach Gewichtsbedarf mit fließfähigen Ballaststoffen verfüllt werden können. Dies verringert
zum einen den Materialeinsatz für das Massefundament und erleichtert auch einen möglichen
Transport. Die letztendliche Ballastierung kann dann am Einsatzort vorgenommen und
ggf. auch angepasst werden.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Flüssigkeitsring-Gaspumpensystems
zeichnet sich dadurch aus, dass die Hohlräume zur Bildung von Funktionselementen in
mindestens einem Betonformteil kanalartig oder rohrleitungsartig ausgeführt sind.
[0017] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus
der weiteren Beschreibung und den Figuren der Zeichnung, wobei zur Erläuterung die
Bedeutungen der Bezugsziffern auch aus der anhängenden Bezugszeichenliste entnehmbar
sind.
Die Figuren der Zeichnung zeigen:
[0018]
- Fig. 1
- Aufbau eines Flüssigkeitsringvakuumsystems auf einem Maschinenfundament, vereinfachte
Darstellung
- Fig.2
- Draufsicht A-A auf das Maschinenfundament, mit darin eingegossenen Muffen zur Befestigung
der Komponenten
- Fig. 3
- Schnitt B-B durch das Maschinenfundament
- Fig.4
- Vereinfachte Schnittdarstellung durch die Gehäuseteile des Betriebsmittelabscheiders
mit Gaseintritt durch den oberen Deckel.
- Fig. 5
- Vereinfachte Schnittdarstellung durch die Gehäuseteile des Betriebsmittelabscheiders
mit Gaseintritt durch den zylindrischen Teil
- Fig. 6
- Adapterprofil zur Befestigung von Antriebsmotoren und Pumpenstufen auf dem Maschinenfundament
- Fig. 7
- Seitenansicht des Metallprofils aus Fig. 4
[0019] Bereits bei der Herstellung des Betonformteils 3 des Maschinenfundamentes 2 können
die Kanäle 7, 8, 9 für den Betriebsmittelkreislauf, den Kavitationsschutz, die Betriebsmittelnachspeisung,
sowie der Betriebsmittelüberlauf und ggfs. auch bereits der Abgasaustritt im Maschinenfundament
berücksichtigt werden (Fig. 3). Die kanalartigen Hohlräume 7, 8, 9 können dabei durch
Schalung in der Gussform erzeugt werden, es können aber auch Leitungen 7', 8', 9'
aus Kunststoff oder aus Kunststofflehrrohren, durch die dann Schlauchleitungen gezogen
werden können, sowie aus metallischen Werkstoffen aber auch aus Glas, Graphit oder
Keramik in der Gussform verlegt und lagegesichert werden und dann in der Beton- bzw.
Stahlbeton- oder Polymerbetonmasse eingegossen werden. Dabei können die Rohrleitungen
und Kanalabschnitte 7', 8'. 9' eine wesentlich geringere Wandstärke aufweisen als
bei einer üblichen freien Montage der Bestandteile und des Zubehörs außen an einer
Stahlkonstruktion eines Maschinenfundamentes 2, denn die statische Belastung der Rohrmäntel
7', 8', 9' der rohrleitungsartigen Hohlräume 7, 8, 9 wird durch die umgebende Betonmasse
des Betonformteils 3 aufgefangen.
[0020] Bei der erfindungsgemäßen Ausführung befinden sich die diversen Anschlüsse und deren
Befestigungsmittel 18, 19 je nach Verlauf der Rohrleitungen oder Kanäle auf der Oberfläche
und/oder an den Außenflächen des Betonteils 3 des Maschinenfundamentes 2, wobei die
gängigen Anschlussarten mittels Flanschen und Gewinden über Gewindemuffen 18 und/oder
Gewindestifte 19 möglich sind (Fig. 2), die ebenfalls mit in das Betonformteil eingegossen
sein können..
[0021] Die Verbindung vom Maschinenfundament 2 zur Flüssigkeitsring-Gaspumpenstufe 5 erfolgt
durch geeignete lösbare Verbindungen als Rohr- oder Schlauchleitung. Innerhalb dieser
Verbindung können ggfs. erforderliche Drosselarmaturen platziert werden. Eine Besonderheit
einer erfindungsgemäßen Ausführungsform besteht darin, dass bei Verwendung hinreichend
großer Querschnitte in der Betriebsmittelleitung 8, 8' in einem entsprechenden Hohlraum
des Betonformteils 3, ein Wärmetauschereinsatz (Rohrbündel-, Schwimmkopf-, U-Rohr-,
Rohschlangen- oder Wellrohrschlangeneinsatz) auch nachträglich eingebaut und bei Bedarf
auch wieder ausgebaut werden kann.
[0022] Dabei versteht sich von selbst, dass das Betonformteil 3 und/oder die kanalartigen
Hohlräume 7, 8, 9 und/oder ein Betriebsmittelabscheider 6 auch Einrichtungen zur Aufnahme
oder zum Anschluss von Sensoren und Überwachungseinrichtungen enthalten können. Weiterhin
können in das Betonformteil 3 und/oder an den kanalartigen Hohlräumen 7, 7', 8, 8',
9, 9' Einrichtungen zum Anschluss von manuell oder automatisiert betätigbaren Armaturen
ordnet sein, wie z.B. für Rückschlagarmaturen in der Gasleitung, Armaturen zum Ablass
leichterer oder schwererer flüssiger Phasen, zur Einstellung der umlaufenden Betriebsmittelmenge,
zur Einstellung des Kavitationsschutzes, sowie einer Betriebsmittelnachspeisung, etc.
[0023] Mittels eingegossener Gewindehülsen 10, Gewindemuffen 18 und Gewindestifte 19, die
direkt mit im Betonformteil 3 eingegossen werden können, ist nach Aushärtung der Beton-,
Polymerbeton- bzw. Stahlbetonmasse eine zügige Montage der Komponenten auf dem Maschinenfundament
2 möglich.
[0024] Um die Gewindehülsen 10, Muffen 18 und Gewindestifte 19 gegen Herausreißen zu sichern,
können sie entweder direkt mit dem Bewehrungsstahl verschweißt oder mit Dübeln ähnlichen
Krallen versehen werden, so dass sie fest im Betonteil 3 des Maschinenfundamentes
verankert sind. Die Aufstellung erfolgt auf, von unten einschraubbaren Maschinenfüßen
11 oder Federelementen. Ein hängender Transport erfolgt mittels auf der Oberseite
eingeschraubten Ringschrauben 12 in den an den Ecken eingelassenen Gewindehülsen 10.
[0025] Nach der Verbringung an den Aufstellungsort können die Ringschrauben 12 entfernt
und die frei werdenden Gewindehülsen 10 als Anschluss für einen elektrischen Potentialausgleich
genutzt werden. Hierbei ist zu beachten, dass alle Gewindehülsen 10 des Potentialausgleichs
elektrisch leitfähig miteinander verbunden sein müssen, z.B. durch Verschweißung mit
den Bewehrungselementen bei einer Ausführung in Stahlbeton.
[0026] In Fällen, in denen eine Beton- Polymer- oder Stahlbetonoberfläche nicht gewünscht,
technisch nicht ausreichend oder nicht zulässig ist, kann das Maschinenfundament 2
auch mit einer dünnwandigen Hülle 3' aus Blech oder Kunststoff ganz oder teilweise
ummantelt sein. In diesem Fall können die Anschlüsse, Muffen und Gewindestifte, direkt
mit der Ummantelung 3' verschweißt, verklebt oder eingeschrumpft werden und die Umhüllung
3' kann auch als Gussform verwendet werden. Vorteilhaft an dieser Variante ist, dass
die Position der Anschlüsse, Muffen, Gewinderohre und -stifte keiner weiteren Fixierung
bedarf, wie es bei einer herkömmlichen Herstellungsweise mittels einer Schalung erforderlich
wäre, die dadurch ebenfalls entfällt. Auch eine Verlegung einer inneren Verrohrung
muss lediglich derart lagegesichert werden, dass die Lage und die Verbindungen beim
Gießvorgang nicht beschädigt werden können.
[0027] Da die Wellenhöhen von Flüssigkeitsring-Gaspumpe 5 und Antriebsmotor 4 nur selten
identisch sind, wird je nach Fall entweder die Flüssigkeitsring-Gaspumpe 5 oder der
Antriebsmotor 4 auf ein gewinkeltes Metallprofil als Adapterprofil 20 aufgeschraubt,
durch welches die Höhendifferenz ausgeglichen wird. Das Adapterprofil 20 (Fig. 6,7)
enthält Langlöcher 21 sowohl für die Befestigung des Motors 4 und/oder der Pumpenstufe
5 bzw. der Befestigung am Maschinenfundament 2, so dass eine genaue Einstellung des
Kupplungsspiels sowohl in Längs-, als auch in Querrichtung leicht möglich ist.
[0028] Für einen Betriebsmittelabscheider 6 kann ein unterer Funktionsteil 15 des Abscheiders
6 mit Anschlüssen 7, 8, 9 schon mit eingegossen werden. Der obere Teil 16 des Abscheiders
6 kann auf dem Maschinenfundament 2 mittels der darin eingelassenen Gewindemuffen
18 oder Gewindestangen 19 derart befestigt werden, dass ein zylindrischer Teil 16,
entweder jeweils separat mit Fundament 2 und dem oberen Deckel 17 befestigt wird,
oder mittels Zugstangen eingeklemmt wird. Dies hat den speziellen Vorteil, dass für
den zylindrischen Teil 16 des Abscheidergehäuses neben Beton, Stahl oder ebenfalls
Polymerbeton auch Kunststoffe, andere metallische Werkstoffe, Glas, Keramik oder Graphit
verwendet werden können.
[0029] Im Inneren des Abscheiders 6 befindet sich die Öffnung zum Betriebsmittelüberlaufkanal
9, in die von oben ein Rohr mit Außengewinden oben und unten in das Maschinenfundament
2 eingeschraubt wird. Durch Aufschrauben einer Muffe auf das obere Gewinde des Überlaufrohres
kann dann die Überlaufhöhe angepasst werden. Prinzipiell kann diese Öffnung auch als
Abgasaustritt 14 verwendet werden, sofern der Prozess dies zulässt.
[0030] Desweiteren befindet sich in dem unteren Teil 15 des Betriebsmittelabscheiders 6,
der in dem Betonformteil 3 des Maschinenfundamentes 2 integriert ist, die Öffnung
8 für den Betriebsmittelkreislauf , sowie die Ansaugöffnung 7 für den Kavitationsschutz.
Ähnlich dem Betriebsmittelüberlaufrohr kann für den Kavitationsschutz ebenfalls ein
Rohr mit Außengewinde, vertikal an dem Maschinenfundament eingebracht werden. Es ist
jedoch länger, so dass eine Ansaugung aus der Gasphase erfolgt.
[0031] Durch einen tangentialen Gaseintritt im Deckel 17 des Betriebsmittelabscheiders 6
(Fig. 4) oder dem zylindrischen Teil 16 des Betriebsmittelabscheiders 6 (Fig. 5),
erfährt der in den Abgaseintritt 13 eintretende Gasstrom eine starke Umlenkung, so
dass bereits eine weitestgehende Trennung zwischen Betriebsmittel und Abgas erzielt
wird.
[0032] Im Deckel 17 können auch ggfs. erforderlichen Überwachungseinrichtungen, wie z.B.
für Druck, Temperatur und Füllstand untergebracht werden. Der Gasaustritt 14 erfolgt
entweder durch eine geeignete Öffnung im Deckel 17 des Betriebsmittelabscheiders 6
oder im dessen zylindrischen Oberteil 16.
[0033] Eine Flüssigkeitsring-Gaspumpe erzeugt normalerweise z. B. bei Wasser als Betriebsmittel
einen sehr feinen Betriebsmittelnebel, der Im Betriebsmittelabscheider abgeschieden
wird. Dabei fließen durch den entsprechenden höhenverstellbaren Siphon Wasser und
Betriebsmittel gleichzeitig, aber nicht sehr innig miteinander vermengt. D.h. Betriebsmittel
und Abgas lassen sich im weiteren Verlauf der Leitung sehr leicht voneinander trennen.
Sinnvoll kann es dazu auch sein, einen zweiten, höheren Siphon im Betriebsmittelabscheider
vorzusehen, durch den das Abgas geführt wird. Dieser kann im tiefsten Punkt mit dem
Siphon für das Betriebsmittel verbunden sein, damit kleine Restbetriebsmittelmengen,
die noch im Abgas enthalten sein können, ausgeschleust werden können.
In manchen Fällen reichern sich im Betriebsmittelkreislauf auch leichtere oder schwerere
flüssige Phasen an - im einfachsten Fall z.B. Öl, welches auf dem Betriebsmittel Wasser
aufschwimmen würde. Hierbei könnten weitere Siphons eingebaut werden, beispielsweise
für die Betriebsmittelrücklaufleitung zur Gaspumpe, sowie einen oder mehrere weitere
Siphons, um unerwünschte oder auch erwünschte Bestandteile aus dem Betriebsmittelkreislauf
entweder taktweise, oder kontinuierlich auszuschleusen.
Grundsätzlich lassen sich die Strömungserfordernisse zur Optimierung des Abscheidegrades
im Abscheider auf vielfältige Weise lösen, die insofem in Beziehung zur Aufgabe und
Lösung der Erfindung stehen, dass technische Merkmale hierzu im unteren Bereich des
Abscheiders durch in dem Betonformteil angeformte Funktions- oder Leitungselemente,
zumindest aber Befestigungselemente hierfür erreichbar sind.
[0034] Durch die sehr einfache Einformung von verschiedenen Leitungen und Anschlüsse in
ein auch vor Ort gießbares Betonformteil eines Maschinenfundamentes lassen sich deshalb
auf einfachste und preiswerteste Weise Optimierung und Anpassungen der Flüssigkeitsring-Gaspumpensysteme
an ihre jeweiligen Einsatzverhältnisse, -stoffe und -prozesse vornehmen. Hierdurch
werden auch Kleinserien oder Einzelanfertigungen von Anlagen sehr wirtschaftlich durch
die Verwendungsmöglichkeit von serienmäßigen Antriebs- und Pumpenaggregaten und durch
die Verwendung von leichten und preiswerten Rohrsystemen und - verbindungen, die in
der Betonmasse des Betonformteils des Maschinenfundamentes stabil eingebettet werden.
Bezugszeichenliste:
[0035]
- 1
- Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem
- 2
- Maschinenfundament
- 3
- Betonformteil von 2
- 3'
- dünnwandige Hülle von 3
- 4
- Antriebsmotor
- 5
- Flüssigkeitsring-Gaspumpe
- 6
- Betriebsmittelabscheider
- 7
- Kavitationsschutzkanal, - öffnung, eingeformt
- 7'
- Rohrmantel für 7
- 8
- Betriebsmittelkanal, -leitung- öffnung
- 8'
- Rohrmantel für 8
- 9
- Betriebsmittelüberlaufkanal, -leitung- öffnung
- 9'
- Rohrmantel für 9
- 10
- Hülse mit Innengewinde an beiden Enden
- 11
- Maschinenfuß
- 12
- Ringschraube
- 13
- Abgaseintritt
- 14
- Abgasaustritt
- 15
- Unterteil des Betriebsmittelabscheiders im Betonformteil
- 16
- Zylindrischer Teil des Betriebsmittelabscheiders
- 17
- Deckel des Betriebsmittelabscheiders
- 18
- Gewindemuffe
- 19
- Gewindestifte
- 20
- Adapterprofil
- 21
- Befestigungslangloch
1. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem(1),
mindestens bestehend aus einer Flüssigkeitsring-Gaspumpe (5), einem Antriebsmotor
(4) hierfür und einem Betriebsmittelabscheider (6),
sowie aus einem Maschinenfundament (2), das zur Aufnahme und Befestigung mindestens
der vorgenannten Bestandteile dient,
wobei das Maschinenfundament (2) mit mehreren Hohlräumen (7, 8, 9) versehen ist, von
denen mindestens ein Hohlraum des Maschinenfundamentes als ein Funktionselement des
Flüssigkeitsring-Gaspumpensystems(1) ausgeführt ist und/oder mindestens ein solches
enthält,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Maschinenfundament (2) zumindest teilweise als gegossenes Formteil (3) aus Beton
oder betonartigen mineralischen Grundmaterialien hergestellt ist,
wobei das Betonformteil (3) zumindest bereichsweise zusätzlich mit einem Imprägniermittel,
vorzugsweise mit Polymeren flüssigkeits- oder gasdicht imprägniert ist, und/oder zumindest
bereichsweise mit einer flüssigkeits- oder gasdichten Oberflächenbeschichtung versehen
oder versehbar ist,
und/oder zumindest bereichsweise mit flüssigkeits- oder gasdichten äußeren Umhüllungen
und/oder in den Hohlräumen (7, 8, 9) angeordneten flüssigkeits- oder gasdichten Flächenelementen
(7', 8', 9') aus Kunststoff und/oder Metall- und/oder Keramik- und/oder Gummiwerkstoffen
versehen oder versehbar ist.
2. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Betonformteil (3) zur Erhöhung der Festigkeit mit Stahlmatten und/oder Stahlfasern
und/oder Kunststoff- oder Glasfasern versehen ist.
3. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Imprägniermittel durch Vermischung vor oder während des Formengusses mit dem
betonähnlichen Grundmaterial zumindest bereichsweise durchgängig in das Betonformteil
(3) eingebracht ist oder das Imprägniermittel in zu imprägnierende Oberflächenschichten
und/oder in inneren Hohlräume (7, 8, 9) des Betonformteils (3) durch einen nachträglichen
Über- oder Unterdruckimprägnierungsvorgang schichtartig eingebracht ist.
4. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Imprägniermittel und/oder die Beschichtung Auswaschungen des betonartigen Materials
des Betonformteils (3) verhindert und abrasive Bestandteile festhält.
5. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Maschinenfundament (2) aus mehreren lösbar miteinander verbundenen Teilen besteht,
von denen mindestens eines als Betonformteil (3) ausgeführt ist.
6. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Betonformteil (3) zur Bildung eines Massefundaments zur Schwingungsdämpfung
ausgeführt ist.
7. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens in dem Betonformteil (3) zur Bildung des Massefundamentes verschließbare
Hohlräume zur Gewichtsreduktion vorgesehen sind, welche für eine Verwendung als schvongungsdämpfendes
Massefundament mit fließfähigen Stoffen zur Masseerhöhung verfüllbar sind.
8. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in das unterste Betonformteil (3) des Maschinenfundamentes (2) auf dessen
Unterseite Befestigungsmittel (18, 19) zur Aufnahme von Maschinenfüßen (11) und/oder
Schwingungsdämpfern eingegossen sind.
9. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mineralische Grundmaterial des Betonformteils (3) und/oder dessen Verstärkungsfasern
und/oder das Imprägniermittel zusätzlich mit elektrisch leitfähigen Partikeln, vorzugsweise
Graphit, zur Erzielung antistatischer Eigenschaften versehen oder beschichtet ist.
10. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem/den Betonformteil(en) (3) leitfähige Befestigungsmittel (10, 18, 19) zur Aufnahme
von Elementen für einen elektrischen Potentialausgleich eingegossen sind und diese
leitfähig miteinander verbunden oder verbindbar sind.
11. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Hohlräume (7, 8, 9) mindestens eines Betonformteils (3) zur Bildung von Funktionselementen
kanalartig oder rohrleitungsartig ausgeführt sind.
12. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildung der Hohlräume (7, 8, 9) durch in das Gießbett des Betonformteils (3)
eingelegte, dünnwandige Hohlprofile (7', 8', 9') aus Metall, Kunststoff, Glas, Keramik
oder durch Aussparung mittels einer Schalung erfolgt.
13. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein kanalartiger Hohlraum (8, 8') so ausgeführt ist, dass ein Wärmetauschereinsatz
im gegossenen Betonformteil (3) wahlweise darin anbringbar oder entnehmbar ist.
14. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in das Betonformteil an seinen Außenseiten Befestigungsmittel wie Gewindemuffen (18)
oder Gewindestifte (19) eingegossen sind, mittels derer Bestandteile des Flüssigkeitsring-Gaspumpensystems
(1) mit dem Maschinenfundament (2) verbindbar sind und/oder mittels derer mehrere
Flüssigkeitsring-Gaspumpensysteme (1) an ihren Maschinenfundamenten (2) modulartig
miteinander koppelbar sind.
15. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Betriebsmittelabscheider (6) zumindest mit seinem unteren Teil (15) durch einen
Raum oder eine Fläche des Betonformteils (3) gebildet wird und der Betriebsmittelabscheider
(6) mit seinem oberen Teil (16) an dem Betonformteil (3) des Maschinenfundaments (2)
reversibel zur Bildung des Betriebsmittelabscheiders (6) befestigbar ist.
16. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Betriebsmittelabscheider (6) einen lösbaren Deckel (17) aufweist,
17. Flüssigkeitsring-Gaspumpensystem nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Gaseintritt (13) über den Deckel (17) oder den zylindrischen Teil (16) des Betriebsmittelabscheiders
(6) tangential erfolgt, und dass der Betriebsmittelabscheider über einen integrierten
Betriebsmittelüberlauf verfügt, der als höheneinstellbarer Siphon ausgeführt ist,
und/oder dass der Betriebsmittelabscheider (6) über einen oder mehrere höhenverstellbare
Siphons verfügt, über die Gas, Betriebsmittel und/oder im Betriebsmitelkreislauf anfallende
leichtere oder schwerere flüssige Phasen, gemeinsam oder voneinander getrennt zu-
oder abführbar sind.