[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Demontage eines Radlagergehäuses, welches
als separates Bauteil in einer Aufnahmebohrung eines Achskörpers einer Kraftfahrzeugachse
eingesetzt ist und ein Radlager feststehend aufnimmt, welches zur drehbaren und axial
feststehenden Lagerung eines mit einer Lagernabe und einem Montageflansch versehenen
Radträgers dient und wobei eine Zugvorrichtung vorgesehen ist, welche mit dem Radlagergehäuse
oder dem Radlager unmittelbar oder mittelbar in Zugverbindung bringbar ist.
[0002] Kraftfahrzeuge neuerer Art sind mit Achskonstruktionen versehen, welche aufgrund
der geforderten Leichtbauweise Achskörper oder Achsschenkel aufweisen, welche aus
einer Aluminiumlegierung bestehen. Aufgrund dieser Tatsache sind Wälzlager, welche
zur drehbaren und axial feststehenden Lagerung eines Radträgers und damit des gesamten
Laufrades dienen, nicht direkt im Achskörper anordenbar, da die Aluminiumlegierung
insbesondere ein Einpressen eines solchen Radlagers nicht zulässt. Diesbezüglich sind
nun Konstruktionen bekannt geworden, bei welchen ein separates Radlagergehäuse aus
Stahl vorgesehen ist, welches das eigentliche Radlager aufnimmt. Dieses Radlagergehäuse
ist nunmehr in einer Aufnahmebohrung des Achskörpers eingesetzt und mittels mehrerer
Montageschrauben mit dem Achskörper feststehend verbunden. Dabei sind grundsätzlich
zwei Arten von Radlagergehäusen bekannt, wobei bei einer Konstruktion das Radlagergehäuse
selbst den Außenring des eigentlichen Radlagers bildet. Bei anderen Konstruktionen
ist das Radlagergehäuse mit einer Aufnahmebohrung zum Einsetzen des kompletten Radlagers
mit Innenring und Außenring ausgestattet.
[0003] Bei solchen Konstruktionen, bei welchen der Achskörper aus einer Aluminiumlegierung
besteht und in dessen Aufnahmebohrung ein Radlagergehäuse eingesetzt ist, hat sich
nun gezeigt, dass nach längerer Betriebsdauer und der damit einhergehenden Korrosion
ein solches Radlagergehäuse nur schwer zum Wechsel des Radlagers aus der Aufnahmebohrung
des Achskörpers ausgezogen werden kann.
[0004] Aus der
DE 20 2005 002 185.7 ist eine Vorrichtung zur Demontage eines Radlagergehäuses bekannt, welche eine Zugvorrichtung
aufweist, die mit dem Radlagergehäuse oder dem Radlager mittelbar oder unmittelbar
in Zugverbindung bringbar ist. Diese Vorrichtung ist für Achskonstruktionen vorgesehen,
bei welchen das Radlagergehäuse radial vorstehende Flanschabschnitte mit Durchgangsbohrungen
aufweist, über welche das Radlagergehäuse am Achskörper befestigt ist. Das Radlagergehäuse
nimmt das Radlager auf, über welches wiederum der Radträger mit seiner Lagernabe drehbar
und axial feststehend im Radlagergehäuse gelagert ist. Im normalen Betrieb eines Kraftfahrzeuges
dient dieser Radträger zur Aufnahme der Bremsscheibe sowie des Laufrades des Kraftfahrzeuges.
Bei der in dieser Druckschrift genannten Achskonstruktion ist der Montageflansch des
Radträgers sowie die am Montageflansch befestigte Bremsscheibe mit mehreren Durchgangsbohrungen
oder Durchbrüchen versehen. Durch diese Durchgangsbohrungen oder Durchbrüche hindurch
sind die Montageschrauben des Radlagergehäuses von der Außenseite her zugänglich.
D.h., dass die Montageschrauben einerseits die Flanschabschnitte des Radlagergehäuses
durchragen und in entsprechende, hinter diesen Flanschabschnitten liegende Gewindebohrungen
des Achskörpers eingeschraubt sind.
[0005] Um nun ein solches Radlagergehäuse vom Achskörper abziehen zu können, sind bei der
bekannten Vorrichtung mehrere Druckzapfen vorgesehen, welche zur axialen Abstützung
einer axial vor dem Radträger liegenden Stützplatte durch die Durchbrüche der Bremsscheibe
und die Durchgangsbohrungen des Montageflansches des Radträgers sowie die Durchgangsbohrungen
der genannten Flanschabschnitte des Radlagergehäuses hindurch steckbar sind. Diese
Druckzapfen können in die Montagegewinde des Achskörpers eingeschraubt werden, so
dass diese feststehend am Achskörper angeordnet sind. Die Stützplatte ihrerseits wiederum
ist mit einer Zugvorrichtung in Form einer Pressvorrichtung versehen, welche sich
während des Abziehvorganges des Radlagergehäuses über die Stützplatte und die Druckzapfen
am Achskörper axial abstützt.
[0006] Von dem abgesehen, dass diese bekannte Vorrichtung äußerst aufwändig aufgebaut ist,
kann diese auch nur dann eingesetzt werden, wenn die Montagegewinde für das Radlagergehäuse
im Achskörper selbst angeordnet sind. Des Weiteren muss einerseits die Bremsscheibe
mit Durchbrüchen und andererseits der Montageflansch des Radträgers mit Durchgangsbohrungen
versehen sein, durch welche die Druckzapfen hindurch steckbar sind. Sofern die Montagegewinde
im Achskörper angeordnet sind, ist der Durchmesser der Durchgangsbohrungen der Flanschabschnitte
des Radlagergehäuses größer als die der Montagegewinde, so dass die Druckzapfen mit
den Montagegewinden des Achskörpers in Eingriff bringbar sind und sich dort axial
abstützen können.
[0007] Des Weiteren sind jedoch auch Achskonstruktionen bekannt geworden, bei welchen das
Radlagergehäuse ebenfalls an einem Achskörper in einer entsprechenden Aufnahmebohrung
eingesetzt ist. Die Befestigung des Radlagergehäuses am Achskörper erfolgt hier auch
mittels mehrerer Montageschrauben, die bei dieser Art von Achskonstruktionen allerdings
rückseitig vom Achskörper her eingesetzt sind. D.h., dass die Montageschrauben zunächst
von der Rückseite des Achskörpers durch entsprechende Durchgangsbohrungen des Achskörpers
hindurch gesteckt und in entsprechende Montagegewinde des Radlagergehäuses eingeschraubt
sind. Dies hat aber zwangsläufig zur Folge, dass die Montagegewinde, welche in ihrem
Durchmesser kleiner ausgebildet sind als die Durchgangsbohrungen des Achskörpers,
ein Durchstecken der Druckzapfen und damit eine axiale Abstützung im Bereich der Durchgangsbohrungen
des Achskörpers nicht erlauben.
[0008] Des Weiteren sind auch Achskonstruktionen bekannt, bei welchen der Radträger mit
seiner Lagernabe festsitzend und nicht austauschbar im Radlager aufgenommen ist. Sofern
bei solchen Konstruktionen der Montageflansch des Radträgers keine Durchbrüche oder
Durchgangsbohrungen für die Zugänglichkeit der Montagegewinde des Achskörpers aufweist,
kann ebenfalls keine axiale Abstützung der Stützplatte bzw. des Hydraulikzylinders
am Achskörper stattfinden, da insbesondere die Montagegewinde des Achskörpers von
außen nicht zugänglich sind.
[0009] Um dennoch ein Lagergehäuse bei den vorgenannten Achskonstruktionen abziehen zu können,
ist aus der
DE 20 2006 014 102 U1 eine Vorrichtung bekannt geworden. Diese Vorrichtung weist als Zugvorrichtung eine
Zugstange auf, welche über eine Druckplatte zentriert an der Lagernabe des Radträgers,
am Radlager oder dem Radlagergehäuse ansetzbar ist. Die Zugstange ist hier als Gewindestange
ausgebildet und durchragt die Radnabe zusammen mit dem Radlager vollständig. In ihrem
der Druckplatte gegenüberliegenden Endbereich weist die Zugstange einen radial erweiterten
Anschlag auf, mit welchem die Zugstange zentriert an der im Radlager aufgenommenen
Lagernabe des Radträgers ansetzbar ist. Des Weiteren sind die Druckplatte und der
Anschlag zur festsitzenden Aufnahme des Radlagers oder des Radlagergehäuses und/oder
der Lagernabe gegeneinander verspannbar. Zum Abziehen wird bei dieser bekanten Vorrichtung
eine Zugvorrichtung verwendet, welche als Gleithammer ausgebildet ist. Dieser Gleithammer
weist entsprechend eine Gleitstange auf, entlang welcher ein entsprechendes Schlaggewicht
axial verschiebbar gegen einen Anschlag beweglich ist. D.h., dass bei dieser Konstruktion
Schlagimpulse auf die Zugstange einwirken, wodurch das Radlagergehäuse zusammen mit
dem Radlager und der Lagernabe aus dem Achskörper "schrittweise" ausgezogen wird.
[0010] Insoweit ist diese Konstruktion nach der
DE 20 2006 014 102 U1 variabel auch für Konstruktionen einsetzbar, bei welchen eine Abstützung im Bereich
der Gewindebohrungen eines Achskörpers oder der Durchgangsbohrungen eines Achskörpers
nicht möglich ist.
[0011] Dabei hat sich jedoch gezeigt, dass bei längerer Betriebsdauer eines Kraftfahrzeuges
das Radlagergehäuse derart festsitzend in der Aufnahmebohrung des Achskörpers sitzt,
dass die Schlagimpulse nicht ausreichend sind, um das Radlagergehäuse aus dem Achskörper
ausziehen zu können.
[0012] Demgemäß liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen,
mit welcher insbesondere äußerst hohe Druckkräfte bzw. Zugkräfte auf ein in einen
Achskörper eingesetztes Radlagergehäuse direkt oder indirekt aufbringbar sind.
[0013] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß zusammen mit den Merkmalen des Oberbegriffes des
Anspruches 1 dadurch gelöst, dass eine Lagerplatte vorgesehen ist, welche im Umgebungsbereich
des Radlagergehäuses am Achskörper feststehend aufsetzbar ist und dass die Zugvorrichtung
als Hydraulikzylinder ausgebildet ist, welcher zur Kopplung mit dem Radlager oder
dem Radlagergehäuse eine Zugstange aufweist und dass der Hydraulikzylinder an der
Lagerplatte über ein oder mehrere Stützelemente, insbesondere über eine Stützglocke
in axialem Abstand zum Radlagergehäuse am Achskörper festlegbar ist.
[0014] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung findet eine direkte Abstützung der vom Hydraulikzylinder
aufgebrachten Auspresskräfte bzw. Zugkräfte am Achskörper selbst statt. Hierzu ist
eine Lagerplatte vorgesehen, welche insbesondere im Umgebungsbereich des Radlagergehäuses
am Achskörper feststehend aufsetzbar ist. Hierzu sei angemerkt, dass im Umgebungsbereich
des Radlagergehäuses, insbesondere auch in einem radialen Abstand zur Lagerachse des
darin befindlichen Radlagers, welcher größer ist als der Durchmesse des Radlagergehäuses,
diverse Befestigungspunkte stets vorhanden sind, an welchen beispielsweise eine Art
Spritzblech oder dgl. zum Schutz beispielsweise der Bremsscheibe angeordnet ist. Diese
Befestigungspunkte werden vorliegend eingesetzt, um die Lagerplatte unmittelbar oder
mittelbar am Achskörper anzusetzen und zu fixieren. Dabei wird die Lagerplatte rechtwinklig
zur Lagerachse des Radlagers bzw. Radlagergehäuses ausgerichtet. Des Weiteren kann
aufgrund dieser Konstruktion als Zugvorrichtung ein Hydraulikzylinder vorgesehen werden,
welcher zur Kopplung mit dem Radlager oder dem Radlagergehäuse eine Zugstange aufweist.
Der Hydraulikzylinder ist dabei an der Lagerplatte Stützelemente, insbesondere über
eine Art Stützglocke in axialem Abstand zum Radlagergehäuse am Achskörper festlegbar.
[0015] D.h., dass der Hydraulikzylinder in Verbindung mit seiner Zugstange, welche zum Abziehen
des Radlagergehäuses die Lagernabe des Radträgers zusammen mit dem Radlagergehäuse,
dem Radlager sowie die Aufnahmebohrung für das Radlagergehäuse durchragt, insbesondere
am Radlagergehäuse oder dessen Radlager feststehend festlegbar ist. Aufgrund der Verwendung
eines Hydraulikzylinders und der Abstützung dieses Hydraulikzylinders über die Stützelemente
bzw. insbesondere die Stützglocke sind äußerst hohe Kräfte bis weit über 10 t zum
Ausziehen des Radlagergehäuses aus der Aufnahmebohrung des Achskörpers aufbringbar.
[0016] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den weiteren Unteransprüchen
entnehmbar.
[0017] So kann gemäß Anspruch 2 vorgesehen sein, dass die Lagerplatte mehrere Gewindebohrungen
aufweist, in welche jeweils eine Abstandshülse einschraubbar ist und dass die Abstandshülsen
jeweils eine Durchgangsbohrung aufweisen, durch welche jeweils eine Montageschraube
hindurch steckbar ist und, dass die Anordnung der Gewindebohrungen in der Lagerplatte
derart gewählt ist, dass die Montageschrauben in eine vorhandenes Gewindebohrung des
Achskörpers einschraubbar sind. Durch diese Ausgestaltung ist insbesondere die Lagerplatte
in äußerst einfacher Weise feststehend und rechtwinklig zur Drehachse des Radlagers
ausgerichtet am Achskörper fixierbar. Zur rechtwinkligen Ausrichtung bezüglich der
Lagerachse sind insbesondere die Abstandshülsen vorgesehen, welche die unterschiedliche
axiale Anordnung der Befestigungspunkte mit ihrem Gewindebohrungen ausgleichen.
[0018] Des Weiteren kann hierzu gemäß Anspruch 3 vorgesehen sein, dass die Abstandshülsen
in der Lagerplatte axial verstellbar aufgenommen sind. Durch diese Ausgestaltung ist
insbesondere eine rechtwinklige Ausrichtung der Lagerplatte zur Lagerachse des Radlagers
bzw. des Radlagergehäuses einstellbar. Damit sind auch insbesondere Toleranzen der
axialen Lage der Befestigungspunkte des Achskörpers ausgleichbar.
[0019] Diesbezüglich kann gemäß Anspruch 4 auch vorgesehen sein, dass die Abstandshülsen
unterschiedliche Längen aufweisen und wahlweise je nach axialer Anordnung der Befestigungspunkte
am Achskörper einzusetzen sind.
[0020] Gemäß Anspruch 5 kann weiter vorgesehen sein, dass in der Lagerplatte anstatt der
Gewindebohrungen oder zusätzlich zu den Gewindebohrungen Durchgangsbohrungen vorgesehen
sind, welche in der Lagerplatte derart positioniert sind, dass die Lagerplatte durch
entsprechende Montageschrauben an unterschiedlich gestalteten Achskörpern feststehend
montierbar ist. Diese Ausgestaltung erlaubt einen äußerst variablen Einsatz der Lagerplatte
an unterschiedlich gestalteten Achskörpern mit unterschiedlich positionierten Aufnahmepunkten.
[0021] Durch die Ausgestaltung gemäß Anspruch 6 ist die Lagerplatte äußerst geringem Abstand
zum Achskörper an diesem anordenbar. Dazu ist vorgesehen, dass die Lagerplatte einen
Durchbruch aufweist, welcher im am Achskörper montiertem Zustand das Radlagergehäuse
zumindest teilweise umschließt.
[0022] Weiter kann gemäß Anspruch 7 vorgesehen sein, dass der Durchbruch ein oder mehrere
radiale Aussparungen aufweist. Da die Lagerplatte an unterschiedlich gestalteten Achskörpern
und insbesondere zum Ausziehen von unterschiedlich gestalteten Radlagergehäusen mit
unterschiedlich radial vorstehenden Montageflanschen vorgesehen sein soll, sind in
den Aussparungen entsprechend am Radlagergehäuse angeordnete Montageflansche aufnehmbar.
[0023] Durch die Ausgestaltung gemäß Anspruch 8 wird eine kostengünstige Herstellung der
Stützglocke ermöglicht. Hierzu ist vorgesehen, dass die Stützglocke zweiteilig ausgebildet
ist und einen Stützzylinder und eine Stützplatte bildet.
[0024] Weiter kann gemäß Anspruch 9 vorgesehen sein, dass die Stützglocke bzw. der Stützzylinder
der Stützglocke zwei zur Lagerplatte hin ausgerichtete Führungszapfen aufweist, welche
in zwei entsprechende Passbohrungen der Stützplatte passend einsteckbar sind. Durch
diese Ausgestaltung wird ein selbständiger Halt der Stützglocke an der Lagerplatte
erreicht, wodurch die Handhabung der erfindungsgemäßen Vorrichtung erleichtert wird.
[0025] Gemäß Anspruch 10 kann weiter vorgesehen sein, dass die Lagerplatte zur Stützglocke
hin im Umgebungsbereich des Durchbruches eine Einsenkung aufweist, in welche die Stützglocke
bzw. deren Stützzylinder mit geringem Spiel einsetzbar ist. Durch diese Ausgestaltung
wird das Ansetzen der Stützglocke an der Lagerplatte ebenfalls erleichtert. Dabei
kann die Ausgestaltung gemäß anspruch 10 auch in Kombination mit der Ausgestaltung
gemäß Anspruch 9 vorgesehen werden.
[0026] Durch die gemäß Anspruch 11 gewählten Abmessungen der Stützglocke bzw. des Stützzylinders
der Stützglocke wird eine zusätzliche Führung der Stützglocke am Radträger erreicht,
wodurch ein verbesserter Halt der am Achskörper bzw. an der Lagerplatte angesetzten
Stützglocke erreicht wird.
[0027] Hierzu sein angemerkt, dass der Hydraulikzylinder auch über anders gestaltete Stützelement
an der Lagerplatte festgelegt sein kann. Insbesondere sind hier auch Stützstangen
oder dgl. denkbar, welche eine Verbindung zwischen der Lagerplatte und einer Stützplatte
herstellen. Die Stützplatte dient dabei ebenfalls zur feststehenden Aufnahme des Hydraulikzylinders.
Die lagerplatte jedenfalls ermöglicht ein unmittelbare oder über die Abstandhülse
ein mittelbares Einleiten der Presskräfte in den Achskörper, ohne dass am Achskörper
eine Beschädigung insbesondere bei äußerst großen Presskräften auftreten kann.
[0028] Nachfolgend wird anhand der Zeichnung die Erfindung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Explosionsdarstellung einer Lager- platte zusammen mit einer
zweiteilig ausgebildeten Stützglocke;
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsvariante zweier Abstandshülsen unterschiedlicher axialer Länge;
- Fig. 3
- eine zweite Ausführungsvariante zweier Montageschrauben zur Festlegung der Lagerplatte
aus Fig. 1 an einem Achs- körper;
- Fig. 4
- eine perspektivische Explosionsdarstellung einer zweiten Ausführungsvariante einer
Lagerplatte zusammen mit einer weiteren Ausführungsvariante einer zweiteilig ausgebil-
deten Stützglocke;
- Fig. 5
- eine Zugvorrichtung in Form eines Hydraulikzylinders mit Zugstange, einer Kupplungsbuchse
sowie einer auf die Zugstange aufschraubbaren Zugmutter mit einer Stützhülse sowie
einem Stützring in perspektivischer Explosionsdar- stellung;
- Fig. 6
- eine perspektivische Explosionsdarstellung einer Teilan- sicht eines Achskörpers zusammen
mit einem Radlagerge- häuse sowie einem Radträger;
- Fig. 7
- den Achskörper aus Fig. 6 in teilweise perspektivischer Darstellung mit eingesetztem
Radlagergehäuse sowie der Lagerplatte aus Fig. 1;
- Fig. 8
- einen Schnitt durch den Achskörper aus den Fig. 6 und 7 mit eingesetztem Lagergehäuse
sowie der feststehend am Achskörper montierten Lagerplatte aus Fig. 1;
- Fig. 9
- eine vollständig am Achskörper montierte Vorrichtung im Schnitt, mit der Lagerplatte
aus Fig. 1 unmittelbar vor dem Ausziehvorgang;
- Fig. 10
- einen Schnitt durch den Achskörper aus Fig. 6 mit mon- tiertem Radlagergehäuse und
montiertem Radträger mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung unter Verwendung der La-
gerplatte sowie der Stützglocke aus Fig. 4.
[0029] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Explosionsdarstellung einer Lagerplatte 1 zusammen
mit einer zweiteilig ausgebildeten Stützglocke 2 sowie mehreren Montageschrauben 3
bzw. 4 zusammen mit mehreren Abstandshülsen 5 bzw. 6. Die Lagerplatte 1 weit beim
vorliegenden Ausführungsbeispiel insgesamt vier Gewindebohrungen 7, 8, 9 und 10 auf,
welche als Durchgangsgewinde ausgebildet sind und dementsprechend die Lagerplatte
1 vollständig durchragen. Des Weiteren ist die Lagerplatte 1 mit weiteren Durchgangsbohrungen
11, 12, 13, 14 und 15 versehen, welche vorderseitig und rückseitig jeweils Einsenkungen
16, 17, 18, 19 bzw. 20 aufweisen. Des Weiteren bildet die Lagerplatte 1 einen Durchbruch
21, dessen Größe der Dimensionierung eines auszuziehenden Radlagergehäuses oder des
Montageflansches eines Radträgers angepasst ist. Des Weiteren ist aus Fig. 1 ersichtlich,
dass im Randbereich des Durchbruches 21 zwei Aussparungen 22 und 23 vorgesehen sind.
Im Bereich der oberen Gewindebohrung 7 sowie im Bereich der unteren Gewindebohrung
10 bzw. zwischen den beiden Durchgangsbohrungen 14 und 15 weist die Lagerplatte 1
jeweils eine Passbohrung 24 bzw. 25 auf.
[0030] Der Lagerplatte 1 sind die oben erwähnten Abstandshülsen 5 und 6 zugeordnet. Diese
Abstandshülsen 5 und 6 weisen jeweils eine zentrale Durchgangsbohrung 26 bzw. 27 auf,
durch welche die entsprechend zugehörigen Montageschrauben 3 bzw. 4 hindurch steckbar
sind. Des Weiteren bilden die Abstandshülsen 5 und 6 zur Lagerplatte 1 hin jeweils
einen radial leicht verjüngt ausgebildeten Gewindeabschnitt 28 bzw. 29. Mit diesen
Gewindeabschnitten 28 bzw. 29 sind die Abstandshülsen 5 und 6 entsprechend rückseitig
in die jeweils zugeordneten Gewindebohrungen 7, 8, 9 bzw. 10 einschraubbar. Dabei
können die Abstandshülsen 5 und 6 entsprechend axial verstellbar in diesen Gewindebohrungen
7 bis 10 aufgenommen sein. Des Weiteren bilden die Abstandshülsen 5 und 6 jeweils
einen zylindrischen Hülsenabschnitt 30 bzw. 31. Dabei unterscheiden sich die Abstandshülsen
5 und 6 durch die axiale Länge ihrer Hülsenabschnitte 30 und 31, wobei der Hülsenabschnitt
30 der Abstandshülse 5 kürzer ausgebildet ist als der Hülsenabschnitt 31 der Abstandshülsen
6.
[0031] Weiter ist aus Fig. 1 ersichtlich, dass die zweiteilige Stützglocke 2 einen Stützzylinder
32 bildet, welcher rohrförmig ausgebildet ist. Zur Lagerplatte 1 hin weist dieser
Stützzylinder 32 zwei sich im Wesentlichen diametral gegenüberliegende Führungszapfen
33 bzw. 34 auf. Diese Führungszapfen 33 und 34 sind jeweils im Bereich der umlaufenden
Stirnringfläche 35 des Stützzylinders 32 in diesen eingeschraubt. Diese Führungszapfen
33 und 34 sind mit den beiden Passbohrungen 24 und 25 der Lagerplatte 1 passend in
Eingriff bringbar, so dass nach dem Ansetzen des Stützzylinders 32 an der Lagerplatte
1 dieser über die Führungszapfen 33 und 34 an der Stützplatte 1 gehalten wird.
[0032] Weiter bildet die Stützglocke 2 eine scheibenförmige Stützplatte 36, welche mit einer
zentralen Aufnahmebohrung 37 versehen ist. Zum Stützzylinder 32 hin weist die Stützplatte
36 einen axial vorstehenden, in den Stützzylinder 32 einsetzbaren Zentrieransatz 38
auf. Dieser Zentrieransatz 38 ist in seiner axialen Ausdehnung derart gestaltet, dass
die Stützplatte 36 nach dem Ansetzen am Stützzylinder 32 in diesem selbständig gehalten
wird.
[0033] Fig. 2 zeigt eine zweite Ausführungsvariante zweier Abstandshülsen 40 und 41, welche
ebenfalls jeweils mit einem Gewindeabschnitt 28 bzw. 29 versehen sind. Dabei sind
die Abstandshülsen 40 und 41 in Fig. 2 maßstäblich etwas größer dargestellt als die
Abstandshülsen 5 und 6 der Fig. 1. Diese Abstandshülsen 40 und 41 unterscheiden sich
von den Abstandshülsen 5 und 6 im Wesentlichen lediglich durch die Ausgestaltung ihrer
Hülsenabschnitte 30 und 31. Diese Hülsenabschnitte 30 und 31 sind bei den Ausführungsbeispielen
der Abstandshülsen 40 und 41 als Sechskant ausgebildet. Dabei ist auch bei den Ausführungsbeispielen
der Abstandshülsen 40 und 41 der Hülsenabschnitt 30 der Abstandshülse 40 axial kürzer
ausgebildet als der Hülsenabschnitt 31 der Abstandshülse 41. Des Weiteren ist aus
Fig. 2 ersichtlich, dass auch die Abstandshülsen 40 und 41 entsprechende Durchgangsbohrungen
26 und 27 aufweisen, durch welche im Einsatz ebenfalls eine der Montageschrauben 3
oder 4 aus Fig. 1 hindurch steckbar ist.
[0034] Fig. 3 zeigt eine zweite Ausführungsvariante zweier Montageschrauben 42 und 43. Diese
Montageschrauben 42 und 43 sind in entsprechender Anzahl zur feststehenden Montage
der Lagerplatte 1 beispielsweise über deren Durchgangsbohrungen 11 bis 15 an einem
Achskörper vorgesehen. Je nach Lage der Ansatzpunkte am Achskörper können die Montageschrauben
42 und 43 unterschiedlich lang ausgebildet sein. Diesbezüglich sind in Fig. 3 beispielhaft
zwei Montageschrauben 42 und 43 unterschiedlicher Länge dargestellt. Desgleichen gilt
im Übrigen auch für die Montageschrauben 3 und 4, welche ebenfalls unterschiedlich
lang ausgebildet sind.
[0035] Die beiden Montageschrauben 42 und 43 weisen jeweils einen Senkkopf 44 bzw. 45 auf,
mit welchem sie entsprechend versenkt in einer der Einsenkungen 16 bis 20 der Durchgangsbohrungen
11 bis 15 der Lagerplatte 1 einsetzbar sind. Durch diese Ausgestaltung ist eine flächige
Abstützung des Stützzylinders 32 mit seiner Stirnringfläche 35 auch bei eingesetzten
Montageschrauben 42 und 43 an der Lagerplatte 1 möglich. Des Weiteren können bei Verwendung
der Montageschrauben 42 und 43 im Bereich einer oder mehrerer der Durchgangsbohrungen
11 bis 15 zwischen der Lagerplatte 1 und dem Achskörper auch Distanzscheiben vorgesehen
sein, um einen eventuellen axialen Versatz der Ansatzpunkte am Achskörper auszugleichen.
[0036] Fig. 4 zeigt eine zweite Ausführungsvariante einer Lagerplatte 1/1 sowie einer Stützglocke
2/1. In der Darstellung der Fig. 4 sind für dieselben Bauteile wie bei dem Ausführungsbeispiel
der Lagerplatte 1 aus Fig. 1 dieselben Bezugszeichen eingesetzt, so dass diesbezüglich
die Beschreibung zu Fig. 1 auch auf die Lagerplatte 1/1 mit ihren weiteren "Anbauteilen"
zu lesen ist. So sind dieser Lagerplatte 1/1 ebenfalls die Abstandshülsen 5 und 6
aus Fig. 1 in entsprechender Ausgestaltung zugeordnet. Für die feststehende Montage
dieser Abstandshülsen 5 und 6 an der Lagerplatte 1/1 bildet diese ebenfalls entsprechend
der Ausgestaltung der Lagerplatte 1 aus Fig. 1 mehrere (beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
insgesamt vier) Gewindebohrungen 7, 8, 9 und 10. Desgleichen sind bei der Lagerplatte
1/1 ebenfalls mehrere Durchgangsbohrungen 11 bis 15 mit entsprechend zugehörigen beidseitigen
Einsenkungen 16 bis 20 vorgesehen. Auch bildet die Lagerplatte 1/1 einen Durchbruch
21 mit zwei Aussparungen 22 und 23.
[0037] Im Umgebungsbereich dieses Durchbruches 21 ist die Lagerplatte 1/1 frontseitig und
rückseitig jeweils mit einer umlaufenden Einsenkung 46 bzw. 47 versehen. Je nach Einsatzfall
ist in diese Einsenkung 46 bzw. 47 die Stützglocke 2/1 einsetzbar. D. h., dass die
Lagerplatte 1/1 sowohl mit ihrer Einsenkung 46 als auch mit ihrer Einsenkung 47 an
einem Achskörper unmittelbar oder mittelbar angeordnet werden kann. Durch diese Ausgestaltung
ist die Lagerplatte 1/1 sowohl an einem "rechten" und an einem "linken" Achsköper
einer Kraftfahrzeugachse ansetzbar. Dies gilt im Übrigen auch für die Lagerplatte
1 aus Fig. 1. Auch die Stützglocke 2/1 aus Fig. 4 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
zweiteilig ausgebildet und weist ebenfalls einen Stützzylinder 32 auf, welcher mit
seiner Stirnringfläche 35 passend in die Einsenkung 46 oder 47 - je nach Orientierung
der Lagerplatte 1/1 an einem Achskörper - einsetzbar ist. Damit wird durch die Einsenkung
46 oder 47 eine gewisse Führung bzw. konzentrische Ausrichtung des Stützzylinders
32 an der Lagerplatte 1/1, insbesondere bezüglich deren Durchbruch 21, erreicht. Weiter
bildet die Stützglocke 2/1 entsprechend ihrer zweiteiligen Ausgestaltung eine Stützplatte
36 mit einer zentralen Aufnahmebohrung 37. Für das präzise Einsetzen bzw. Ansetzen
dieser Stützplatte 36 am Stützzylinder 32 ist auch hier an der Stützplatte 36 ein
entsprechender Zentrieransatz 38 vorgesehen.
[0038] Die beiden Ausführungsvarianten der Lagerplatte 1 sowie 1/1 mit ihren zugehörigen
Stützglocken 2 bzw. 2/1 dienen zur axialen Abstützung einer Zugvorrichtung an einem
Achskörper.
[0039] Hierzu zeigt Fig. 5 beispielhaft die Bestandteile einer solchen Zugvorrichtung in
perspektivischer Explosionsdarstellung. Kernbestandteil dieser Zugvorrichtung ist
ein Hydraulikzylinder 50, welcher eine in Richtung des Doppelpfeiles 51 verstellbare
Zugstange 52 aufweist. Dieser Hydraulikzylinder 50 ist mit einem als Hohlkolben ausgebildeten
Hubkolben 53 versehen, welcher bei Aktivierung des Hydraulikzylinders 50 in Richtung
des Pfeiles 54 verstellbar ist. Die Zugstange 52 ist beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
als Gewindestange ausgebildet und entsprechend in den Hubkolben 53 axial in Richtung
des Doppelpfeiles 51 verstellbar eingeschraubt bzw. hindurchgeschraubt.
[0040] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel weist der Hydraulikzylinder 50 insbesondere
in seinem linken Endbereich ein Montagegewinde 55 auf, auf welches beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine Kupplungsbuchse 56 aufschraubbar ist. Diese Kupplungsbuchse
56 ist dementsprechend mit einem Innengewinde 57 versehen. In ihrem diesem Innengewinde
57 gegenüberliegenden Endbereich bildet die Kupplungsbuchse 56 einen axial vorstehenden,
radial verjüngt ausgebildeten Montagering 58. Mittels dieses Montageringes 58 ist
die Kupplungsbuchse 56 in die Aufnahmebohrung 37 der Stützplatte 36 der Stützglocke
2 bzw. 2/1 einsetzbar. Des Weiteren ist aus Fig. 5 andeutungsweise erkennbar, dass
der Montagering 58 eine Aufnahmenut 59 bildet, in welche beispielsweise ein O-Ring
einsetzbar ist. Mittels dieses O-Ringes (in Fig. 5 nicht erkennbar) wird ein reibschlüssiger
Halt der Kupplungsbuchse 56 in der Aufnahmebohrung 37 der Stützplatte 36 erreicht.
Dementsprechend ist auch ein derartiger festsitzender Halt des gesamten Hydraulikzylinders
50 über die Kupplungsbuchse 56 in der Stützplatte 36 bzw. deren Aufnahmebohrung 37
erreichbar.
[0041] Des Weiteren ist aus Fig. 5 eine Zugmutter 60 erkennbar, welche mit einer Durchgangsbohrung
61 versehen ist. Im linken Endbereich dieser Durchgangsbohrung 61 ist ein Gewindeabschnitt
62 vorgesehen, mit welchem die Zugmutter 60 auf das Außengewinde 63 der Zugstange
52 aufschraubbar ist. Dabei ist aus Fig. 5 ersichtlich, dass die Zugstange 52 in ihrem
linken Endbereich einen Antriebssechskant 64 aufweist, welcher einerseits zur Axialverstellung
der Gewindestange im Hubkolben 53 und andererseits im Einsatz zum "Gegenhalten" der
Zugstange 52, insbesondere beim Anziehen der Zugmutter 60, dient.
[0042] Zum Anziehen dieser Zugmutter 60 bildet diese im Bereich ihres Gewindeabschnittes
62 einen Außensechskant 65. In ihrem dem Gewindeabschnitt 62 gegenüberliegenden Endbereich
ist die Zugmutter 60 des Weiteren mit einem äußeren Zentrierkonus 66 versehen.
[0043] Mit diesem Zentrierkonus 66 ist die Zugmutter 60 konzentrisch in eine Stützhülse
67 einsetzbar. Hierzu weist die Stützhülse 67 zur Zugmutter 60 hin einen radial erweiterten,
versenkt angeordneten Aufnahmeabschnitt 68 auf, welcher im Umgebungsbereich einer
Durchgangsbohrung 69 der Stützhülse 67 umlaufend angeordnet ist. Beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist der Aufnahmeabschnitt 68 im Wesentlichen als zylindrische
Einsenkung ausgebildet. Hier kann natürlich auch jede andere Formgebung, insbesondere
auch eine an den Zentrierkonus 66 angepasste Formgebung vorgesehen sein.
[0044] In ihrem diesem Aufnahmeabschnitt 68 gegenüberliegenden Endbereich bildet die Stützhülse
67 einen radial verjüngt ausgebildeten, axial vorstehenden Aufnahmeabschnitt 70, auf
welchen ein Stützring 71 passend aufsetzbar ist. Dieser Aufnahmeabschnitt 70 der Stützhülse
67 weist ebenfalls eine umlaufende Aufnahmenut 72 auf, in welche ein in Fig. 5 nicht
weiter dargestellter O-Ring einsetzbar ist.
[0045] Der Stützring ist zum Aufsetzen auf den Aufnahmeabschnitt 70 entsprechend mit einer
Lagerbohrung 73 versehen. Durch den vorgesehenen O-Ring ist somit der Stützring 71
auf dem Aufnahmeabschnitt 70 reibschlüssig fixierbar. Die der Stützhülse 67 gegenüberliegende
Stirnringfläche 74 des Stützringes 71 bildet im radial äußeren Randbereich einen axial
vorstehenden, umlaufenden Stützsteg 75.
[0046] Über die Zugmutter 60, die Stützhülse 67 und den Stützring 71 sind bei Aktivierung
des Hydraulikzylinders 50 entsprechend in Richtung des Pfeiles 54 Presskräfte auf
ein auszudrückendes Radlagergehäuse, ein Radlager oder ein Radträger aufbringbar.
Dabei können Stützringe 71 unterschiedlicher Dimensionierung vorgesehen sein, um Radlagergehäuse
aus einer Aufnahmebohrung eines Achskörpers mit unterschiedlichen Durchmessern auspressen
zu können.
[0047] Diesbezüglich zeigt Fig. 6 beispielhaft schematisch einen Achskörper 80, welcher
beispielsweise als Achsschenkel einer Achskonstruktion eines Kraftfahrzeuges ausgebildet
sein kann. Die Ausgestaltung des Achskörpers 80 nach Fig. 6 soll hier lediglich die
Verwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung mit ihrer Lagerplatte 1 bzw. 1/1 sowie
ihrer Stützglocke 2 bzw. 2/1 und deren Funktionsweise näher erläutern. So stellt dieser
schematisch dargestellte Achskörper 80 nicht zwingend ein aus dem Stand der Technik
bekanntes Original dar. Jedoch entspricht der prinzipielle Aufbau dieses Achskörpers
80 beispielsweise einem aus einem Aluminiumwerkstoff hergestellten Achsschenkel einer
Kraftfahrzeugachse.
[0048] Im unteren Endbereich weist dieser Achskörper 80 ein nach "hinten" stehendes Lagerauge
81 auf, mit welchem der Achskörper 80 gelenkig beispielsweise mit einem unteren Querlenker
einer Kraftfahrzeugachse verbunden werden kann. Im oberen, gekürzt dargestellten Bereich
des Achskörpers ist ebenfalls in der Regel ein Lagerauge zur Kopplung mit einem oberen
Querlenker einer Kraftfahrzeugachse vorgesehen, welches in der Zeichnung nicht dargestellt
ist.
[0049] Des Weiteren weist dieser Achskörper 80 eine zentrale Aufnahmebohrung 82 auf, welche
nach außen hin einen leicht radial erweiterten Lagersitz 83 bildet. Dieser Lagersitz
83 wird radial nach außen durch einen axial vorstehenden Aufnahmesteg 84 begrenzt.
Im Bereich dieses Aufnahmestegs 84 sind radial außerhalb der Aufnahmebohrung 82 beim
vorliegenden Ausführungsbeispiel insgesamt vier Durchgangsbohrungen 85 vorgesehen,
über welche ein Radlagergehäuse feststehend am Achskörper 80 montierbar ist. Des Weiteren
ist aus Fig. 6 erkennbar, dass die Aufnahmebohrung 82 den Achskörper 80 vollständig
durchragt und dementsprechend eine Lagerachse 86 definiert.
[0050] Oberhalb sowie seitlich neben und unterhalb der Aufnahmebohrung weist der Achskörper
80 mehrere etwa ringförmig ausgebildete Stützelemente 87, 88, 89 und 90 auf, welche
im Betrieb beispielsweise zur feststehenden Montage eines Schutzbleches zur Abdeckung
beispielsweise einer Bremsscheibe dienen. Dementsprechend weisen diese Stützelemente
87, 88, 89 und 90 jeweils eine entsprechende Gewindebohrung 91, 92, 93 bzw. 94 auf.
Auf die Gewindedarstellung dieser Gewindebohrungen 91 bis 94 wurde in Fig. 6 der Übersichtlichkeit
halber verzichtet. Wie weiter aus Fig. 6 ersichtlich ist, sind die Stützelemente 88
bezüglich einer den Aufnahmesteg 84 umgebenden Frontfläche 95 des Achskörpers 80 in
axialer Richtung des Pfeils 96 unterschiedlich versetzt angeordnet. Dabei befindet
sich das obere Stützelement 87 bezüglich seiner axialen Lage in unmittelbarer Nähe
der Frontfläche 95. Die drei anderen Stützelemente 88, 89 und 90 sind beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel in derselben senkrecht zur Lagerachse 86 verlaufenden Vertikalebene
112 angeordnet, wie dies insbesondere aus Fig. 8 erkennbar ist.
[0051] Entsprechend der Anordnung dieser Stützelemente 87 bis 90 sowohl bezüglich deren
axialer Positionierung als auch bezüglich deren Winkellage und deren Abstand zur Aufnahmebohrung
82 ist die Ausgestaltung der Lagerplatten 1 und 1/1 mit ihren Abstandshülsen 5 und
6 gewählt. Da die drei Stützelemente 88, 89 und 90 in axialer Richtung des Pfeiles
96 weiter zurückversetzt angeordnet sind, als das obere Stützelement 87, ist entsprechend,
wie bereits zu den Fig. 1 und 2 erwähnt, die obere Abstandshülse 5 mit ihrem Hülsenabschnitt
30 kürzer ausgebildet als die drei weiteren Abstandshülsen 6 mit ihrem Hülsenabschnitt
31. Durch diese Ausgestaltung wird eine senkrecht zur Lagerachse 86 verlaufende Ausrichtung
der Lagerplatte 1 bzw. der Lagerplatte 1/1 im montierten Zustand am Achskörper 80
erreicht.
[0052] Des Weiteren ist in Fig. 6 beispielhaft ein Lagergehäuse 100 dargestellt, dessen
umlaufendes Gehäuseteil 101 beim dargestellten Ausführungsbeispiel den äußeren Lagerring
eines im Lagergehäuse 100 eingesetzten Radlagers 102 bildet. Des Weiteren ist erkennbar,
dass am Lagergehäuse 100 insgesamt vier Montageflansche 103 vorgesehen sind, welche
jeweils mit einem Innengewinde 104 versehen sind. Die Anordnung dieser Montageflansche
103 mit ihren Innengewinden 104 ist der Anordnung und Ausrichtung der Durchgangsbohrungen
85 des Achskörpers 80 angepasst, so dass das Radlagergehäuse 100 über rückseitig durch
die Durchgangsbohrungen 85 hindurchsteckbare Montageschrauben (in der Zeichnung nicht
dargestellt) und über die Innengewinde 104 der Montageflansche 103 feststehend am
Achskörper 80 montierbar ist. Zur konzentrischen Aufnahme des Lagergehäuses 100 mit
seinem Radlager 102 in der Aufnahmebohrung 82 bildet das Lagergehäuse 100 zum Achskörper
hin einen abgesetzten Ringsteg 105, welcher einen zylindrischen Lagerabschnitt 106
aufweist. Mit diesem Lagerabschnitt 106 ist das Radlagergehäuse 100 passend in dem
radial erweiterten Lagersitz 83 der Aufnahmebohrung 82 einsetzbar.
[0053] Das Radlager 102 dient in der Regel zur drehbaren und axial festsitzenden Lagerung
eines Radträgers 107, welcher in Fig. 6 ebenfalls schematisch dargestellt ist. Dieser
Radträger 107 bildet einen radial erweiterten, plattenförmig ausgebildeten Montageflansch
108, welcher beim vorliegenden Ausführungsbeispiel mit insgesamt fünf axial vorstehenden
Gewindezapfen 109 versehen ist. Diese Gewindezapfen 109 dienen, wie dies aus dem Stand
der Technik bekannt ist, zur feststehenden Montage eines Laufrades eines Kraftfahrzeuges
und in der Regel auch zur feststehenden Montage einer Bremsscheibe am Radträger bzw.
am Montageflansch 108. Des Weiteren weist der Radträger 107 eine zentrale Durchgangsbohrung
110 auf, welche innenseitig mit einer nicht weiter dargestellten Keilwellenverzahnung
versehen sein kann. Mit dieser Durchgangsbohrung 110 bzw. mit deren Keilwellenverzahnung
ist beispielsweise eine Antriebswelle eines Kraftfahrzeuges drehfest in Eingriff bringbar.
Zur Lagerung des Radträgers 107 im Radlager 102 bildet dieser zum Radlager 102 hin
eine entsprechende Lagernabe 111.
[0054] Dabei sind Fahrzeugkonstruktionen bekannt, bei welchen der Radträger 107 axial feststehend
und drehbar im Radlager 102 und somit im Radlagergehäuse 100 aufgenommen ist. Bei
manchen Konstruktionen lässt sich dieser Radträger 107 nicht aus dem Radlager 102
entfernen, so dass bei einer Beschädigung dieses Radlagers 102 nur die komplette Einheit
bestehend aus dem Radträger 107, dem Radlagergehäuse 100 sowie dem Radlager 102 vom
Achskörper 80 abgenommen werden muss. Bei anderen Konstruktionen kann der Radträger
107 vor dem Entfernen des Radlagergehäuses 100 aus dem Radlager 102 herausgenommen
werden.
[0055] Insoweit sind die beiden Lagerplatten 1 und 1/1 mit ihrem jeweiligen Durchbruch 21
sowie dessen Aussparungen 22 und 23 einerseits an die radiale Ausdehnung des Radlagergehäuses
100 sowie des Montageflansches 108 des Radträgers 107 angepasst. Damit ist sichergestellt,
dass insbesondere auch bei nicht demontierbarem Radträger 107 die Lagerplatte 1 bzw.
1/1 über den Montageflansch 108 geschoben und am Achskörper 80 feststehend montiert
werden kann. Die Aussparungen 22 und 23 des Durchbruches 21 sind für die Demontage
des beispielhaft in Fig. 6 dargestellten Radlagergehäuses 100 nicht notwendig. Diese
sind allerdings vorgesehen, um bei anders gestalteten Radlagergehäusen mit anders
gestalteten Montageflanschen 103 über zwei dieser Montageflansche 103 geschoben werden
zu können. Damit wird sichergestellt, dass die Lagerplatten 1 und 1/1 variabel an
unterschiedlichen Achskonstruktionen zum Abziehen bzw. Auspressen eines Radlagergehäuses
100 aus der entsprechend zugehörigen Aufnahmebohrung 82 eingesetzt werden können.
[0056] Fig. 7 zeigt eine perspektivische Darstellung des Achskörpers 80 aus Fig. 6, wobei
das Radlagergehäuse 100 in den Achskörper 80 bzw. dessen in Fig. 7 nicht erkennbare
Aufnahmebohrung 82 eingesetzt ist. Der Radträger 107 ist entfernt. Aus Fig. 7 ist
erkennbar, dass die Positionierung der in die Lagerplatte 1 eingeschraubten Abstandshülsen
5 und 6 auf die Stützelemente 87, 88, 89 und 90 abgestimmt ist, so dass die Lagerplatte
1 quer zur Lagerachse 86 verlaufend am Achskörper 80 ansetzbar ist. Nach dem Ansetzen
ist die Lagerplatte 1 über die in Fig. 1 dargestellten Montageschrauben 3 und 4 feststehend
am Achskörper 80 montierbar. Hierzu werden die Montageschrauben 3 und 4 entsprechend
durch die Durchgangsbohrungen 26 bzw. 27 der an der Lagerplatte 1 montierten Abstandshülsen
5 und 6 hindurchgesteckt. Diese Montageschrauben 3 und 4 sind in Fig. 7 nicht näher
dargestellt.
[0057] Fig. 8 zeigt hierzu einen Vertikalschnitt durch den Achskörper 80 sowie die Lagerplatte
1 im montierten Zustand der Lagerplatte 1 am Achskörper 80. Das Stützelement 87 sowie
das Stützelement 90 befinden sich dabei hinter der Schnittebene der Fig. 8. Die beiden
Stützelemente 88 und 89 befinden sich vor der Schnittebene der Zeichnungsfigur 8 und
sind dementsprechend in Phantomlinien dargestellt. Die Lagerplatte 1 ist mittels der
Montageschrauben 5 bzw. 6 feststehend am Achskörper 80 montiert.
[0058] Dabei ist aus Fig. 8 erkennbar, dass die drei Stützelemente 88, 89 und 90 des Achskörpers
87 in einer gemeinsamen Vertikalebene 112 liegen, welche quer zur Lagerachse 86 verläuft.
Auch ist erkennbar, dass die Stützelemente 88, 89 und 90 bzw. deren Ebene 112 gegenüber
der Frontseite 95 des Achskörpers 80 in Richtung des Pfeiles 96 zurückversetzt angeordnet
sind. Das Stützelement 87 hingegen ist bezüglich der gemeinsamen Vertikalebene 112
versetzt in Richtung zur Frontfläche 95 des Achskörpers 80 angeordnet. Dementsprechend
ist auch der Hülsenabschnitt 30 der Abstandshülse 5 axial kürzer ausgebildet als die
Hülsenabschnitte 31 der jeweils den Stützelementen 88, 89 und 90 zugeordneten Abstandshülsen
6. Daraus ergibt sich eine parallele Ausrichtung der Lagerplatte 1 zur Vertikalebene
112, welche wiederum senkrecht zur Lagerachse 86 verläuft. Des Weiteren ist aus Fig.
8 erkennbar, dass das Radlagergehäuse 100 im Durchbruch 21 der Lagerplatte 1 Platz
findet und diesen zumindest teilweise durchragt. Weiter ist im Innern des Radlagergehäuses
100 auch das Radlager 102 erkennbar. Das Radlagergehäuse 100 sitzt dabei mit seinem
Ringsteg 105 in der Aufnahmebohrung 82 des Achskörpers 80.
[0059] Somit ist aus Fig. 8 ersichtlich, dass die Lagerplatte 1 über die Abstandshülsen
5 und 6 sowie die Montageschrauben 3 und 4 absolut feststehend und rechtwinklig zur
Lagerachse 86 ausgerichtet am Achskörper 80 montiert ist. Nach der Montage der Lagerplatte
1 ist nunmehr der Stützzylinder 32 der Stützglocke 2 aus Fig. 1 an der Lagerplatte
1 ansetzbar. Dabei sind in Fig. 8 auch die beiden Passbohrungen 24 und 25 der Lagerplatte
1 erkennbar, in welche die beiden Führungszapfen 33 und 34 passend einsetzbar sind.
[0060] Fig. 9 zeigt die Schnittdarstellung des Achskörpers 80 aus Fig. 8 mit einer vollständig
montierten Vorrichtung 115 im Schnitt. Dabei ist in der Darstellung der Fig. 9 die
Lagerplatte 1 aus Fig. 1 am Achskörper 80 angesetzt und, wie bereits zu Fig. 8 beschrieben,
feststehend montiert. Des Weiteren ist der Stützzylinder 32 an der Lagerplatte 1 angeordnet,
wobei die beiden Führungszapfen 33 und 34 in die jeweils zugeordneten Passbohrungen
24 bzw. 25 der Lagerplatte 1 passend eingesteckt sind. In diesem Zustand wird somit
vor der weiteren Montage der Stützplatte 36 sowie des Hydraulikzylinders 50 der Stützzylinder
32 über die Führungszapfen 33 und 34 an der Lagerplatte 1 gesichert.
[0061] Weiter ist aus Fig. 9 erkennbar, dass die Stützplatte 36 mit ihrem Zentrieransatz
38 passend in den Stützzylinder 32 eingesetzt ist. Die Kupplungsbuchse 56 ist auf
das Montagegewinde 55 des Hydraulikzylinders 50 aufgeschraubt und mit ihrem Montagering
58 in die Aufnahmebohrung 37 der Stützplatte 36 eingesetzt. Aus Fig. 9 ist auch der
oben erwähnte O-Ring 116 erkennbar.
[0062] Des Weiteren ist aus Fig. 9 ersichtlich, dass die Zugstange 52 mit ihrem Außengewinde
63 in den Hubkolben 53 eingeschraubt ist. In diesem in Fig. 9 dargestellten montierten
Zustand durchragt die Zugstange 52 das Radlagergehäuse 100 sowie das in diesem angeordnete
Radlager 102 und erstreckt sich zur linken Seite hin bis über den Achskörper 80 hinaus.
Im Endbereich des Antriebssechskants 64 ist die Zugmutter 60 auf das Außengewinde
63 der Zugstange aufgeschraubt. Zwischen der Zugmutter 60 bzw. deren Zentrierkonus
66 und dem Lagergehäuse 100 ist die Stützhülse 67 zusammen mit dem Stützring 71 angeordnet.
Auch hier ist erkennbar, dass der Aufnahmeabschnitt 70 der Stützhülse 67 in die Lagerbohrung
73 des Stützringes 71 eingesetzt ist. Zur reibschlüssigen Halterung der Stützhülse
67 im Stützring 71 ist des Weiteren aus Fig. 9 der oben erwähnte O-Ring 117 erkennbar.
[0063] Vor der Aktivierung des Hydraulikzylinders 50 wird zunächst die Zugmutter 60 soweit
zugestellt, dass der Stützring 71 mit seinem Stützsteg 75 beispielsweise rückseitig
am Radlagergehäuse 100 unter leichter Vorspannung anliegt. Bei Aktivierung des Hydraulikzylinders
50 bewegt sich dessen Hubkolben 53 in Richtung des Pfeiles 54, so dass zwangsläufig
das Radlagergehäuse 100 aus dem Achskörper 80 bzw. dessen Aufnahmebohrung 82 ausgezogen
wird.
[0064] Es ist erkennbar, dass mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung 115 äußerst hohe
Zugkräfte zum Demontieren des Radlagergehäuses 100 aufbringbar sind. So sind hier
beispielsweise Hydraulikzylinder 50 einsetzbar, welche eine Axialkraft bis zu 10 t
und mehr aufbringen können. Durch die vorgesehene Lagerplatte 1 sind diese hohen Axialkräfte
beispielsweise über die Stützelemente 87, 88, 89 und 90 in den Achskörper 80 einleitbar,
ohne dass hier irgendwelche Beschädigungen auftreten können. Des Weiteren ergibt sich
durch die Ausrichtung der Lagerplatte 1 quer zur Lagerachse 86 eine absolut konzentrische
Einleitung der Zugkräfte in das Radlagergehäuse 100, so dass ein Verkanten beim Ausziehvorgang
des Radlagergehäuses 100 sicher ausgeschlossen ist.
[0065] Es ist beispielsweise auch vorstellbar, je nach Ausgestaltung und Anordnung der Stützelemente
87 bis 90, wenn diese in derselben Ebene wie die Frontfläche 95 des Achskörpers 80
liegen, dass sich die Lagerplatte 1 flächig am Achskörper 80 bzw. der gesamten Frontfläche
95 abstützt. In einem solchen Fall sind die Abstandshülsen 5 und/oder 6 nicht zwingend
notwendig.
[0066] Fig. 10 zeigt einen Teilschnitt mit einer angesetzten Vorrichtung 115/1, welche unter
Verwendung der Lagerplatte 1/1 am Achskörper 80 montiert ist. Im Zusammenspiel mit
dieser Lagerplatte 1/1 wird gemäß der Fig. 4 der Stützzylinder 32 ohne die Führungszapfen
33 und 34 verwendet. Aufgrund der vorgesehenen Einsenkung 46 wird der Stützzylinder
32 in dieser Einsenkung 46 passend geführt. Des Weiteren zeigt Fig. 10 eine Ausführungsvariante,
bei welcher der zu Fig. 6 beschriebene Radträger 107 noch im Radlager 102 festsitzend
angeordnet ist. Es ist erkennbar, dass die Abmessungen des Stützzylinders 32 derart
gewählt sind, dass dieser mit geringem Spiel über den Montageflansch 108 des Radträgers
107 geschoben werden kann. In dieser Ausgestaltung dient somit der Montageflansch
108 des Radträgers 107 als zusätzliche Sicherung für den Stützzylinder 32, so dass
dieser vor Montage der Stützplatte 36 am Achskörper 80 gesichert ist.
[0067] Aufgrund dieser Ausgestaltung kann auf die Führungszapfen 33 und 34 des Ausführungsbeispiels
nach Fig. 1 verzichtet werden. Es ist jedoch natürlich ebenfalls möglich, die Lagerplatte
1 mit dem Stützzylinder 32 aus Fig. 1 auch bei eingesetztem Radträger 107 zu verwenden.
Die Funktionsweise der Vorrichtung 115/1 aus Fig. 10 entspricht identisch der zu Fig.
9 beschriebenen Funktionsweise der Vorrichtung 115, so dass insoweit auf die Beschreibung
zu Fig. 9 verwiesen wird. Dementsprechend sind in Fig. 10 auch dieselben Bezugszeichen
für dieselben Bauteile eingetragen.
[0068] Die weiteren in den Lagerplatten 1 und 1/1 vorgesehenen Durchgangsbohrungen 11 bis
15, von welchen auch eine größere Anzahl in weiteren unterschiedlichen Anordnungen
vorgesehen sein können, dienen zum Ansetzen der Lagerplatte 1 bzw. 1/1 an Achskörpern,
bei welchen die Stützelemente in anderer Weise positioniert sind. Hierzu werden, wie
bereits oben erwähnt, zur feststehenden Montage der Lagerplatte 1 bzw. 1/1 über die
weiteren Durchgangsbohrungen 11 bis 15 die zu Fig. 3 beschriebenen Montageschrauben
42 und 43 in ihren Senkköpfen 44 und 45 verwendet. Dabei sind insbesondere in Fig.
10 in gestrichelten Linien beispielhaft die Durchgangsbohrungen 11 und 15 erkennbar.
Da die Senkköpfe 44 und 45 der Montageschrauben 42 und 43 aus Fig. 3 versenkt in den
Einsenkungen 16 bzw. 20 angeordnet sind, ist auch ein flächiges Ansetzen des Stützzylinders
32 mit seiner Stirnringfläche 35 an der Lagerplatte 1 bzw. 1/1 möglich.
1. Vorrichtung (115, 115/1) zur Demontage eines Radlagergehäuses (100), welches als separates
Bauteil in einer Aufnahmebohrung (82, 83) eines Achskörpers (80) einer Kraftfahrzeugachse
eingesetzt ist und ein Radlager (102) feststehend aufnimmt, welches zur drehbaren
und axial feststehenden Lagerung eines mit einer Lagernabe (111) und einem Montageflansch
(108) versehenen Radträgers (107) dient, und wobei eine Zugvorrichtung (50, 52, 56,
60, 67, 71) vorgesehen ist, welche mit dem Radlagergehäuse (100) oder dem Radlager
(102) unmittelbar oder mittelbar in Zugverbindung bringbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Lagerplatte (1, 1/1) vorgesehen ist, welche im Umgebungsbereich des Radlagergehäuses
(100) am Achskörper (80) feststehend aufsetzbar ist und,
dass die Zugvorrichtung (50, 52, 56, 60, 67, 71) als Hydraulikzylinder (50) ausgebildet
ist, welcher zur Kopplung mit dem Radlager (102) oder dem Radlagergehäuse (100) eine
Zugstange (52) aufweist und,
dass der Hydraulikzylinder (50) an der Lagerplatte (1, 1/1) über ein oder mehrere Stützelemente
(2, 2/1), insbesondere über eine Stützglocke (2, 2/1) in axialem Abstand zum Radlagergehäuse
(100) am Achskörper (80) festlegbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerplatte (1, 1/1) mehrere Gewindebohrungen (7, 8, 9, 10) aufweist, in welche
jeweils eine Abstandshülse (5, 6, 40, 41) einschraubbar ist und, dass die Abstandhülse
(5, 6, 40, 41) jeweils eine Durchgangsbohrung (26, 27) aufweisen, durch welche jeweils
eine Montageschraube (3, 4) hindurch steckbar ist und,
dass die Anordnung der Gewindebohrungen (7, 8, 9, 10) in der Lagerplatte (1, 1/1)
derart gewählt ist, dass die Montageschrauben (3, 4) jeweils in eine vorhandenes Gewindebohrung
(91, 92, 93, 94) des Achskörpers (80) einschraubbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhülsen (5, 6, 40, 41) in der Lagerplatte (1, 1/1) axial verstellbar aufgenommen
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass Abstandshülsen (5, 6, 40, 41) unterschiedlicher Länge vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der Lagerplatte (1, 1/1) anstatt der Gewindebohrungen (7, 8, 9, 10) oder zusätzlich
zu den Gewindebohrungen (7, 8, 9, 10) Durchgangsbohrungen (11, 12, 13, 14, 15) vorgesehen
sind, welche in der Lagerplatte (1, 1/1) derart positioniert sind, dass die Lagerplatte
(1, 1/1) durch entsprechende Montageschrauben (42, 43) an unterschiedlich gestalteten
Achskörpern (80) feststehend montierbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerplatte (1, 1/1) einen Durchbruch (21) aufweist, welcher im am Achskörper
(80) montiertem Zustand das Radlagergehäuse (100) zumindest teilweise umschließt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchbruch (21) ein oder mehrere radiale Aussparungen (22, 23) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützglocke (2, 2/1) zweiteilig ausgebildet ist und einen Stützzylinder (32)
und eine Stützplatte (36) bildet.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützglocke (2) bzw. der Stützzylinder (32) der Stützglocke (2) wenigstens zwei
zur Lagerplatte (1) hin ausgerichtete Führungszapfen (33, 34) aufweist, welche in
zwei entsprechende Passbohrungen (24, 25) der Stützplatte (1) passend einsteckbar
sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerplatte (1/1) zur Stützglocke (2/1) hin im Umgebungsbereich des Durchbruches
(21) eine Einsenkung (46 bzw. 47) aufweist, in welche die Stützglocke (2/1) bzw. deren
Stützzylinder (32) mit geringem Spiel einsetzbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Durchmesser der Stützglocke (2/1) bzw. des Stützzylinders (32) der Stützglocke
(2/1) auf den Außendurchmesser des Montageflansches (108) eines Radträger (107) passend
abgestimmt ist und mit geringem Spiel auf den Montageflansch (108) aufschiebbar ist.