(19)
(11) EP 2 236 426 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.10.2010  Patentblatt  2010/40

(21) Anmeldenummer: 09157731.2

(22) Anmeldetag:  09.04.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65B 13/18(2006.01)
B65B 13/32(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(30) Priorität: 02.04.2009 DE 102009015530

(71) Anmelder: Hühoco Metalloberflächenveredelung GmbH
42279 Wuppertal (DE)

(72) Erfinder:
  • Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Patentanwälte Dr. Solf & Zapf 
Schloßbleiche 20
42103 Wuppertal
42103 Wuppertal (DE)

   


(54) Umreifungsset zur Bildung einer Verpackungseinheit durch Umreifen eines Packgutes, Umreifungshilfe und umreifte Verpackungseinheit


(57) Die Erfindung betrifft ein Umreifungsset (5, 6) zur Bildung einer Verpackungseinheit (1) durch Umreifen eines Packgutes (2) mit einer, insbesondere gekrümmten, Oberfläche (3), umfassend ein Umreifungsgerät (6), mit dem ein um das Packgut (2) geführtes Band (4) in einer Arbeitshöhe (A) über dem Packgut (2) gespannt und mittels sich überlappender Bandabschnitte (4a, 4b) befestigt wird, sowie umfassend eine neuartige Umreifungshilfe (5), die als Spannkörper ausgebildet ist, welcher eine Anlagekante (7) für das Umreifungsgerät (6), eine an das zu umreifende Packgut (2) angepasste oder anpassbare Form sowie zwei Lagerböckchen (13a, 13b) aufweist, die das Band (4) in der Arbeitshöhe (A) halten. Unabhängige Ansprüche richten sich auch auf die Umreifungshilfe (1) und die umreifte Verpackungseinheit (1).




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Umreifungsset zur Bildung einer Verpackungseinheit durch Umreifen eines Packgutes mit einer, insbesondere gekrümmten, Oberfläche, umfassend ein Umreifungsgerät, welches eine Auflagefläche für die Oberfläche des Packgutes aufweist und mit dem ein um das Packgut geführtes Band in einer Arbeitshöhe über dem Packgut gespannt und mittels sich überlappender Bandabschnitte befestigt wird. Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine einem solchen Umreifungsset zugehörige, neuartige Umreifungshilfe und eine umreifte Verpackungseinheit.

[0002] Umreifen bezeichnet ein in der Regel horizontales und/oder vertikales Umschlingen eines Packgutes, wie z. B. einer Transporteinheit, mit Bändern, insbesondere zur Ladungssicherung.

[0003] Um Packgüter zu umreifen, werden beispielsweise metallische oder aus Kunststoff bestehende Drähte oder aber insbesondere Bänder eingesetzt. Dabei wird das Band oder der Draht zuerst lose um das Packgut geführt, dann gespannt und schließlich, vorzugsweise durch ein Verschweißen, mittels sich überlappender Bandabschnitte befestigt. Zum Schluss wird bedarfsweise das Bandende abgeschnitten.

[0004] Zum Umreifen können Maschinen und Handgeräte eingesetzt werden. Ein zum Umreifen geeignetes Handgerät ist beispielsweise in der EP 0 188 720 A1 beschrieben. Beim Einsatz von thermoplastischen Kunststoffbändern, wie aus Polyethylenterephtalat (PET), Polypropylen (PP) oder Polyamid (PA), wird dabei vorzugsweise ein Reibverschweißen der Bandabschnitte vorgenommen. Das manuell bedienbare Umreifungsgerät wird bei diesem Verpackungsvorgang mit einer auf der Unterseite des Gerätekörpers befindlichen ebenen Auflagefläche auf das Packgut aufgesetzt. Es ist auch üblich, die sich überlappenden Bandabschnitte miteinander zu vercrimpen oder zu verplomben.

[0005] Beispiele für Packgüter mit gekrümmter Oberfläche stellen Coils aus Bandstahl dar. Diese werden in der Regel mit metallischen Drähten oder Bändern umreift. Ein Einsatz von Kunststoffbändern wird aber nicht vorgenommen, weil diese Bänder durch die Handgeräte aufgrund der, insbesondere bei kleineren Krümmungsradien, divergierenden Formen von Auflagefläche des Umreifungsgerätes und Oberfläche des Packgutes nicht richtig gespannt werden können.

[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Umreifungsset der eingangs genannten Art zu schaffen, das eine einfache und kostengünstige Herstellung von Umreifungen für Packgüter mit gekrümmter Oberfläche unter Einsatz von Kunststoffbändern ermöglicht.

[0007] Diese Aufgabe wird mittels eines Umreifungssets der eingangs genannten Art gelöst, das eine neuartige Umreifungshilfe umfasst, der eine eigenständige erfinderische Bedeutung beigemessen wird. Die erfindungsgemäße Umreifungshilfe ist als Spannkörper ausgebildet ist, welcher eine Anlagekante für das Umreifungsgerät, eine an das zu umreifende Packgut angepasste oder anpassbare Form sowie zwei Spannböcke aufweist. Durch eine Zweipunktauflage auf den Spannböcken wird das Band in einer durch das Umreifungsgerät bestimmten Arbeitshöhe gehalten.

[0008] Eine mit dem erfindungsgemäßen Umreifungsset herstellbare umreifte erfindungsgemäße Verpackungseinheit umfasst das Band, das Packgut und den zusätzlichen, als Umreifungshilfe dienenden, an die äußere Form des Packgutes angepassten Spannkörper. Das Band ist um das Packgut und den Spannkörper geführt, der nach dem Umreifen in der Verpackungseinheit verbleibt, wenn das Umreifungsgerät seitlich unter dem gespannten Band herausgezogen wird.

[0009] Erfindungsgemäß ist es somit möglich, einerseits in fertigungstechnisch wenig aufwändiger Weise eine Umreifung des Packgutes vorzunehmen und dabei andererseits die erforderliche Spannung des Bandes zu sichern. Ein durch beim Einsatz eines Umreifungsgerätes sich ergebender Arbeitsabstand zwischen der gekrümmten Oberfläche des Packgutes und dem Band kann dabei in der erfindungsgemäßen Verpackungseinheit bereichsweise zugelassen werden, da das Band in dem entsprechenden Bereich mittels des als Umreifungshilfe dienenden Spannkörpers gespannt wird.

[0010] Beim Umreifen des Packgutes kann das Band in mindestens einer an der Umreifungshilfe ausgebildeten Führung geführt werden. Eine solche Führung gewährleistet eine sichere Bandführung und sorgt zusätzlich dafür, dass, wenn der Spannkörper nach dem Verspannen in der Verpackungseinheit verbleibt, das Band gegen ein seitliches Verrutschen gesichert ist.

[0011] Weitere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden speziellen Beschreibung enthalten. Anhand eines in den beiliegenden Zeichnungsfiguren dargestellten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
eine perspektivische Darstellung zur Veranschaulichung des Einsatzes eines erfindungsgemäßen Umreifungssets zur Bildung einer erfindungsgemäßen Verpackungseinheit durch Umreifen eines Packgutes,
Fig. 2
ausschnittsweise, eine perspektivische Darstellung einer mit dem erfindungsgemäßen Umreifungsset hergestellten erfindungsgemäßen Verpackungseinheit,
Fig. 3
in einer Ansicht von oben, eine perspektivische Darstellung einer dem erfindungsgemäßen Umreifungsset zugehörigen erfindungsgemäßen Umreifungshilfe,
Fig. 4
die in Fig. 3 dargestellte erfindungsgemäße Umreifungshilfe in perspektivischer Darstellung in einer Ansicht von unten,
Fig. 5
eine Draufsicht auf die in Fig. 3 und 4 dargestellte erfindungsgemäße Umreifungshilfe,
Fig. 6
eine Vorderansicht der in Fig. 3 bis 5 dargestellten erfindungsgemäßen Umreifungshilfe.


[0012] In den verschiedenen Figuren der Zeichnung sind gleiche Teile stets mit denselben Bezugszeichen versehen, so dass sie in der Regel auch jeweils nur einmal beschrieben werden.

[0013] Wie zunächst Fig. 1 zeigt, dient ein erfindungsgemäßes Umreifungsset zur Bildung einer Verpackungseinheit 1, die durch Umreifen eines Packgutes 2 mit einer, insbesondere gekrümmten, Oberfläche 3 hergestellt wird. Hierzu wird ein Band 4 zuerst lose um das Packgut 2 geführt, dann gespannt und schließlich, mittels sich überlappender Bandabschnitte befestigt. Die Bandabschnitte sind in Fig. 2 mit den Bezugszeichen 4a und 4b bezeichnet.

[0014] Im Speziellen handelt es sich - wie Fig. 1 und 2 zeigen - bei dem zu umreifenden Packgut 2 um eine Bandstahlrolle, bei der die Umfangsfläche eine konvex gekrümmte Oberfläche 3 ist, die mittels des erfindungsgemäßen Umreifungssets mit dem Band 4 umreift wird.

[0015] Als Band 4 kann vorzugsweise mit Vorteil ein solches eingesetzt werden, das aus einem thermoplastischen Kunststoff, wie Polyethylenterephtalat (PET), Polypropylen (PP) oder Polyamid (PA), besteht, wobei die Bandabschnitte 4a, 4b durch ein Verschweißen, insbesondere ein Reibschweißen, miteinander verbunden werden.

[0016] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Verpackungseinheit 1 aus dem Packgut 2, dem Band 4 und einer zusätzlichen, neuartigen Umreifungshilfe 5 gebildet wird. Diese ist ein an die äußere Form des Packgutes 2 angepasster oder anpassbarer Spannkörper und ist einem Umreifungsset 5, 6 zugehörig, das außer der Umreifungshilfe 5 ein, insbesondere manuell bedienbares, an sich bekanntes Umreifungsgerät 6 mit insbesondere ebener unterer Auflagefläche AF umfasst.

[0017] Das Band 4 wird unter Einsatz des Umreifungssets 5, 6 um das Packgut 2 und den Spannkörper (Umreifungshilfe 5) geführt, wobei der Spannkörper nach dem Verspannen in der Verpackungseinheit 1 verbleibt. Nach einem Transport der Verpackungseinheit 1 und einem Lösen der Umreifung kann die Umreifungshilfe 5 vorteilhafterweise wiederverwendet werden.

[0018] Zum Umreifen des Packgutes 2 bzw. zur Herstellung der Verpackungseinheit 1 kann - wie Fig. 1 veranschaulicht - mit Vorteil das bekannte Umreifungsgerät 6 eingesetzt werden, ohne dass an ihm dazu bauliche Veränderungen, wie eine Veränderung der Auflagefläche AF oder eine Veränderung einer Arbeitshöhe A, in der das Band 4 gespannt wird, vorgenommen werden müssten. Das Gerät 6 kann mit seinem Gerätekörper GK beim Umreifen seitlich an eine an der Umreifungshilfe 5 ausgebildete Anlagekante 7 (siehe hierzu Fig. 3 und 5) angelegt werden.

[0019] Beim Umreifen des Packgutes 2 kann des Weiteren das Band 4 in mindestens einer an der Umreifungshilfe 5 ausgebildeten Führung 8 geführt werden, die in Fig. 1 und 2 dargestellt ist, deutlicher jedoch in Fig. 3 zu sehen ist.

[0020] Bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Umreifungssets 5, 6 wird ein zwangsläufig beim Arbeiten mit einem Umreifungsgerät 6, insbesondere bei der Verwendung von Kunststoffbändern 4, aufgrund der Arbeitshöhe A des Gerätes sich einstellender Abstand A bzw. ein nach Entfernen des Umreifungsgerätes 6 verbleibender Abstand A zwischen der Oberfläche 3 des Packgutes 2 und dem Band 4 bereichsweise bewusst zugelassen, wobei sich in diesem Bereich die erfindungsgemäße Umreifungshilfe 5 befindet, die das Band 4 trotz des Abstands A in ausreichender Weise spannt.

[0021] In Fig. 3 bis 6 ist ein erfindungsgemäßer, als Umreifungshilfe 5 einsetzbarer Spannkörper in verschiedenen Ansichten als Einzelteil dargestellt.

[0022] Die erfindungsgemäße, vorzugsweise einstückige, Umreifungshilfe 5 umfasst einen, insbesondere flachen, Mittelsteg 9 mit einer Länge L, einer Breite B und einer Höhe H und zwei Seitenteilen 10, die auch als Wangen bezeichnet werden könnten und die sich an den beiden Enden des Mittelsteges 9 befinden. Der Spannkörper kann vorzugsweise aus Kunststoff, beispielsweise als Spritzgussteil, gefertigt sein.

[0023] Die Länge L des Mittelstegs 9 ist bevorzugt mehrfach größer als die Breite B des Spannkörpers, und diese wiederum ist mehrfach größer als die Höhe H des Spannkörpers. Insbesondere ist die Höhe H unter Berücksichtigung der Materialeigenschaften derart bemessen, dass der Mittelsteg 9 ein federelastisches Verhalten zeigt. Er kann unter Einwirkung manueller Kräfte oder der vom Umreifungsgerät 6 bei seinem Spannvorgang entwickelten Kräfte entsprechend der Form der gekrümmten Oberfläche 3 des Packgutes 2 gebogen werden und federt, wenn die Kraftbeaufschlagung wegfällt, wieder in seine gestreckte Lage zurück. Durch seine Federwirkung wirkt er in einer erfindungsgemäßen Verpackungseinheit 1 spannend auf das Band 4.

[0024] Im Sinne einer materialökonomischen und leichten Bauweise können die Seitenteile 10 der Umreifungshilfe 5 bevorzugt als Hohlkörper ausgebildet sein. Um jedoch bei dieser Ausbildung eine hohe Stabilität zu gewährleisten, kann in den Seitenteilen 10 eine Wabenstruktur 11 mit aus dem Spannkörpermaterial bestehenden Stegen vorgesehen sein. Dies zeigen insbesondere Fig. 4 bis 6. Die Seitenteile 10 sind daher im Vergleich mit dem Mittelsteg 9 starr ausgebildet. Bedarfsweise kann aber auch der Mittelsteg 9, insbesondere unterseitig, wie dies ebenfalls Fig. 4 bis 6 zeigen, eine derartige Wabenstruktur 11 aufweisen.

[0025] Die Anlagekante 7 für das Umreifungsgerät 6 befindet sich seitlich des Mittelsteges 9 der Umreifungshilfe 5. Auch unter Berücksichtigung der sich beim Umreifen einstellenden, an die Form des Packgutes 2 angepassten Krümmung des Mittelsteges 9 kann daran der Gerätekörper GK des Umreifungsgerätes 6 ausgerichtet werden. Durch eine geeignete, an die Länge den Gerätekörper GK des Umreifungsgerätes 6 angepasste Dimensionierung der Länge L des Mittelsteges 9 - sowie bedarfsweise auch einer Höhe HW der Seitenteile 10 - kann gesichert werden, dass das Umreifungsgerät 6 beim Umreifen immer stabil an der Umreifungshilfe 5 ausgerichtet werden kann.

[0026] In der dargestellten Ausführung befinden sich auf der Oberseite der Seitenteile 10 plattformartige rechteckige, insbesondere quadratische, ebene Flächen, die sich jeweils auf einem ersten Abschnitt 12 der Seitenteile 10, der auch als Quaderabschnitt 12 bezeichnet werden könnte, befinden.

[0027] Wie insbesondere durch Fig. 3, 5 und 6 verdeutlicht wird, umfasst die erfindungsgemäße Umreifungshilfe 5 neben den Quaderabschnitt 12 der Seitenteile 10, der die Funktion einer sichernden Begrenzung der Anlage des Umreifungsgerätes 6 während der Herstellung der Verpackungseinheit 1 erfüllt, einen zweiten Abschnitt 13, der hier wegen seiner in der gezeigten Darstellung im Querschnitt dreieckigen Form auch als Prismenabschnitt bezeichnet wird. Der Prismenabschnitt erfüllt die Funktion der Führung und Halterung des Bandes 4. Im Prismenabschnitt sind jeweils in jedem Seitenteil 10 Spann- oder Lagerböckchen 13a, 13b für das Band 4 gebildet.

[0028] Dazu sind in einer Oberkante 14 des zweiten Abschnitts 13 eines jeden Seitenteils 10 nach oben offene Ausnehmungen vorgesehen, die die bereits oben erwähnten Führungen 8 für das Band 4 bilden. Die Oberkante 14 liegt dabei in der gleichen Höhe HW wie die Arbeitshöhe A des Umreifungsgerätes 6 und kann vorzugsweise - wie dargestellt - auch die gleiche Höhe HW aufweisen wie der Quaderabschnitt 12. In den Führungen 8 liegt das Band 4 auch in der fertig umreiften, in Fig. 2 dargestellten erfindungsgemäßen Verpackungseinheit 1. In bevorzugter Ausführung kann dabei eine Länge LA der Ausnehmung 8 an eine Breite BB des Bandes 4 angepasst sein, so dass dieses weder beim Umreifen noch danach seitlich verrutschen kann.

[0029] Die erwähnte Dreiecksform des Querschnitts der Prismenabschnitte der Seitenteile 10 wird dadurch gebildet, dass die Prismenabschnitte einerseits jeweils eine innenseitige, mit der Wand der Quaderabschnitte 12 fluchtende und gemeinsame senkrechte Wand 15 aufweisen, durch welche die Länge L des Mittelsteges 9 begrenzt wird, und andererseits außenseitig eine als Schrägfläche ausgebildete Wand 16 aufweisen. Diese Schrägwand 16 begünstigt ein leichtes Gleiten des Bandes 4 im Prismenabschnitt 13 bzw. über die Lagerböckchen 13a, 13b, weil das Band 4 durch das Vorhandensein der Schrägfläche nur über die gegenüber einer der Breite BW des Seitenteils 10 schmale Oberkante 14 des Prismenabschnitts 13 bzw. der Lagerböckchen 13a, 13b läuft. Zwischen die jeweiligen inneren senkrechten und geraden Wände 15 kann beim Umreifen der Gerätekörper GK des Umreifungsgerätes 6 platziert werden.

[0030] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das vorstehende Ausführungsbeispiel. So ist es beispielsweise möglich, eine andere Formgestaltung der erfindungsgemäßen Umreifungshilfe 5 vorzunehmen als die in den Zeichnungsfiguren dargestellte, ohne dass der Rahmen der Erfindung verlassen wird. Beispielsweise sind die Seitenteile 10 des Spannkörpers in der gezeigten Ausführung als rechtwinklig zum Mittelsteg 9 angeordnete Quader bzw. Prismen ausgeführt. Es muss sich jedoch weder zwingend um jeweils einen rechten Winkel, noch um Quader handeln. Die Seitenteile 10 könnten beispielsweise auch durch endständig am Mittelsteg 9 befindliche Zylinder gebildet sein.

[0031] Es kann in vorteilhafter Weise auch vorgesehen sein, dass eine erfindungsgemäße Umreifungshilfe 5 derart dimensioniert wird, dass sie - nicht nur, wie dargestellt - im Stande ist, eine konvexe Krümmung, sondern auch eine konkave Krümmung eines Packgutes 2 auszugleichen.

[0032] Außerdem bestehen vielfältige weitere Gestaltungsmöglichkeiten der Erfindung. So kann die Erfindung selbstverständlich bedarfsweise auch angewandt werden, wenn die Oberfläche 3 des Packgutes 2 nicht gekrümmt ist oder wenn die Befestigung des Bandes 2 nicht durch ein Verschweißen, sondern durch ein Vercrimpen oder durch Umhüllung mit einer Verbindungshülse erfolgt, die um die Bandabschnitte 4a, 4b geklemmt wird.

[0033] Auch bei einer Umreifung eines Packgutes 2 mittels metallischer Bänder 2 ist die Erfindung anwendbar, wenngleich dort durch den hohen Elastizitätsmodul des Bandes 2 und durch einen kleinen Auflagepunkt auf dem Packgut 2 bzw. durch eine geringe notwendige Bandbreite die eingangs genannten Probleme in geringerem Maß auftreten. D. h. beim Einsatz von metallischen Bändern 2 kann auch nach dem Entfernen eines zum Umreifen eingesetzten Handgerätes 6 oft noch eine ausreichende Bandspannung in der Verpackungseinheit gewährleistet werden. Die Verwendung einer erfindungsgemäßen Umreifungshilfe 5 kann bedarfsweise beim Einsatz metallischer Bänder 4, insbesondere bei einer starken Krümmung des Packgutes 2, vorgenommen werden. Ein grundlegender Vorteil der Erfindung besteht jedoch gerade darin, dass erfindungsgemäß das Umreifen von Packgütern 2 mit gekrümmter Oberfläche 3 unter Einsatz von Kunststoffbändern und konventionellen Umreifungsgeräten 6 möglich wird, und dadurch eine kostengünstigere Herstellung von Umreifungen möglich ist als mit metallischen Bändern.

[0034] Ferner ist die Erfindung nicht auf die im Anspruch 1 und den anderen unabhängigen Ansprüchen definierten Merkmalskombinationen beschränkt, sondern kann auch durch jede beliebige andere Kombination von bestimmten Merkmalen aller insgesamt offenbarten Einzelmerkmale definiert sein. Dies bedeutet, dass grundsätzlich praktisch jedes Einzelmerkmal der genannten Ansprüche weggelassen bzw. durch mindestens ein an anderer Stelle der Anmeldung offenbartes Einzelmerkmal ersetzt werden kann. Insofern sind die Ansprüche lediglich als ein erster Formulierungsversuch für eine Erfindung zu verstehen.

Bezugszeichen



[0035] 
1
Verpackungseinheit
2
Packgut
3
Oberfläche von 2
4
Band
4a, 4b
Bandabschnitte von 4
5
Spannkörper für 2
6
Umreifungsgerät
7
Auflagefläche von 5 für 6
8
Führung für 4 in 5
9
Mittelsteg von 5
10
Seitenteil von 5
11
Wabenstruktur in 5
12
Quaderabschnitt von 10
13
Prismenabschnitt von 10
13a, 13b
Lagerböckchen in 13
14
Oberkante von 13
15
senkrechte Wand von 12, 13
16
Schrägwand von 13
A
Arbeitshöhe von 6, Abstand zwischen 3 und 4
AF
Auflagefläche von 6
B
Breite von 9
BB
Bandbreite von 4
BW
Breite von 10
GK
Gerätekörper von 6
H
Höhe von 9
HW
Höhe von 10
L
Länge von 9



Ansprüche

1. Umreifungsset (5, 6) zur Bildung einer Verpackungseinheit (1) durch Umreifen eines Packgutes (2) mit einer, insbesondere gekrümmten, Oberfläche (3), umfassend ein Umreifungsgerät (6), mit dem ein um das Packgut (2) geführtes Band (4) in einer Arbeitshöhe (A) über dem Packgut (2) gespannt und mittels sich überlappender Bandabschnitte (4a, 4b) befestigt wird, sowie umfassend eine Umreifungshilfe (5), die als Spannkörper ausgebildet ist, welcher eine Anlagekante (7) für das Umreifungsgerät (6) und eine an das zu umreifende Packgut (2) angepasste oder anpassbare Form sowie zwei Lagerböckchen (13a, 13b) aufweist, die das Band (4) in der Arbeitshöhe (A) halten.
 
2. Umreifungsset (5, 6) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umreifungshilfe (5) zur Anpassung an die Form, insbesondere an eine konvexe Krümmung, des Packgutes (2) zumindest bereichsweise federelastisch ausgebildet ist.
 
3. Umreifungsset (5, 6) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umreifungshilfe (5) an den Lagerböckchen (13a, 13b) jeweils eine Führung (8) für das zum Umreifen des Packgutes (2) eingesetzte Band (4) aufweist.
 
4. Umreifungsset (5, 6) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umreifungshilfe (5) aus Kunststoff, vorzugsweise als insbesondere einstückiges Spritzgussteil, gefertigt ist.
 
5. Umreifungsset (5, 6) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umreifungshilfe (5) einen, insbesondere flachen, Mittelsteg (9) und zwei Seitenteile (10) umfasst, die sich an den beiden Enden des Mittelsteges (9) befinden.
 
6. Umreifungsset (5, 6) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (10) der Umreifungshilfe (5) als Hohlkörper ausgebildet sind.
 
7. Umreifungsset (5, 6) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass in den Seitenteilen (10) der Umreifungshilfe (5) eine Wabenstruktur ausgebildet ist.
 
8. Umreifungsset (5, 6) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umreifungshilfe (5) jeweils in ihren Seitenteilen (10) einen ersten Abschnitt (12) und einen zweiten Abschnitt (13) aufweist, wobei im zweiten Abschnitt (13) jeweils ein Lagerböckchen (13a, 13b) angeordnet ist.
 
9. Umreifungsset (5, 6) nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Höhe (HW) der Seitenteile (10) und/oder eine Länge (L) des Mittelsteges (9) der Umreifungshilfe (5) an einen Gerätekörper (GK) des Umreifungsgerätes (6) angepasst ist.
 
10. Umreifungsset (5, 6) nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelsteg (9) der Umreifungshilfe (5) zur Anpassung an die Form der Oberfläche (3) des zu umreifenden Packgutes (2) federelastisch ist.
 
11. Umreifungshilfe (5) für ein Umreifungsset (5, 6) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, ausgebildet als Spannkörper mit einer an ein zu umreifendes Packgut (2) angepassten oder anpassbaren Form und mit einer Anlagekante (7) für ein Umreifungsgerät (6) sowie mit zwei Lagerböckchen (13a, 13b), die ein zum Umreifen eingesetztes Band (4) in einer Arbeitshöhe (A) über einer Oberfläche (3) des Packgutes (2) halten.
 
12. Umreifungshilfe (5) nach Anspruch 11,
gekennzeichnet durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils eines der Ansprüche 2 bis 10.
 
13. Verpackungseinheit (1), herstellbar mittels eines Umreifungssets (5, 6) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, umfassend ein Packgut (2), eine Umreifungshilfe (5) nach einem der Ansprüche 11 oder 12 sowie ein das Packgut (2) und die Umreifungshilfe (5) umreifendes Band (4).
 
14. Verpackungseinheit (1) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass das zu umreifende Packgut (2) eine Bandstahlrolle ist.
 
15. Verpackungseinheit (1) nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet, dass das das Packgut (2) umreifende Band (4) bereichsweise beabstandet (Abstand A) von einer gekrümmten Oberfläche (3) des Packgutes (2) verläuft und in diesem Bereich mittels der Umreifungshilfe (5) gespannt ist.
 
16. Verpackungseinheit (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass das das Packgut (2) umreifende Band (4) durch an Oberkanten (14) der Umreifungshilfe (5) befindliche Führungen (8) verläuft.
 
17. Verpackungseinheit (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umreifungshilfe (5) - zumindest bereichsweise - formangepasst zu einer gekrümmten Oberfläche (3) des Packgutes (2) gebogen ist.
 
18. Verpackungseinheit (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Länge (LA) der Führung (8) des Spannkörpers (5) an eine Breite (BB) des Bandes (4) angepasst ist.
 
19. Verpackungseinheit (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass das Band (4) aus einem thermoplastischen Kunststoff, wie Polyethylenterephtalat (PET), Polypropylen (PP) oder Polyamid (PA), besteht.
 
20. Verpackungseinheit (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bandabschnitte (4a, 4b) durch ein Verschweißen, insbesondere ein Reibschweißen, miteinander verbunden sind.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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