[0001] Die Erfindung betrifft ein Großraumsilo für die Lagerung von staubförmigem oder körnigem
Schüttgut, mit einer inneren Kammer und einer die innere Kammer ringförmig umgebenden
äußeren Kammer, wobei die äußere Kammer von der inneren Kammer durch eine Außenwand
der inneren Kammer getrennt ist. Großraumsilos sind z.B. bekannt aus
EP 0 400 331 B2 oder
DE 30 10 499 C2. Oftmals besteht die Notwendigkeit, unterschiedliche Schüttgüter oder Schüttgüter
unterschiedlicher Qualität in einem Silo zu lagern. Ein Beispiel ist das Lagern unterschiedlicher
Schüttgüter, die erst am Installationsort des Silos vermischt werden sollen. Ein anderes
Beispiel betrifft von Kraftwerken erzeugte Flugasche, die zur Weiterverwendung z.B.
in Zementwerken vorgesehen ist. Hier muss Qualitätsasche getrennt von Asche mit minderer
Qualität gelagert werden. Da aus bautechnischen oder architektonischen Gründen das
Aufstellen mehrerer dicht beieinander angeordneter Silos oft unerwünscht ist, sind
Mehrkammersilos vorgeschlagen worden, in denen unterschiedliche Schüttgüter getrennt
voneinander gelagert werden können. Bekannt sind z.B. Silos mit einer zylindrischen
inneren Kammer und einer diese ringförmig umgebenden äußeren Kammer. Dabei besitzt
die innere Kammer einen ersten Fluidisierungs- und Auslassboden, in dem das in der
inneren Kammer befmdliche Schüttgut fluidisiert und ausgetragen wird. Die äußere Kammer
besitzt einen zweiten Fluidisierungs- und Austragsboden, in dem das in der äußeren
Kammer befindliche Schüttgut fluidisiert und ausgetragen wird. Dabei ist der erste
Fluidisierungsboden in einer Ebene oberhalb einer Ebene des zweiten Fluidisierungsbodens
angeordnet. Unterhalb des ersten Fluidisierungsbodens sind Zwischen- und/oder Mischbehälter
zum Zwischenlagern und/oder Mischen des Schüttguts sowie Leitungssysteme zum Transport
des Schüttguts zu Befüllstationen für z.B. LKW angeordnet. Derartige Mehrkammersilos
sind jedoch konstruktiv aufwendig und von erheblicher Bauhöhe.
[0002] Ausgehend von dem erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Großraumsilo der eingangs genannten Art bereitzustellen, das in konstruktiv einfacher
Weise und bei geringerer Bauhöhe das Lagern und Austragen von unterschiedlichen Schüttgütern
oder Schüttgütern unterschiedlicher Qualität erlaubt.
[0003] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch den Gegenstand von Anspruch 1. Vorteilhafte
Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den
Figuren.
[0004] Für ein Großraumsilo der eingangs genannten Art löst die Erfindung die Aufgabe dadurch,
dass die innere Kammer und die äußere Kammer jeweils einen trichterförmig zulaufenden
Boden aufweisen, wobei diese Böden in einen gemeinsamen zentralen Fluidisierungsboden
münden, der durch eine ringförmig umlaufende Wand in einen zu der inneren Kammer gehörenden
inneren Bereich und einen zu der äußeren Kammer gehörenden äußeren Bereich getrennt
ist, dass der innere und der äußere Bereich des Fluidisierungsbodens jeweils mindestens
eine Fluidisierungseinrichtung zum Fluidisieren von auf dem Fluidisierungsboden befindlichem
Schüttgut und jeweils mindestens einen Abzug für das fluidisierte Schüttgut aufweisen,
und dass die Abzüge des Fluidisierungsbodens direkt in mindestens eine Befiillstation
für aus dem Silo ausgetragenes Schüttgut führen.
[0005] Die in dem erfindungsgemäßen Großraumsilo zu lagernden Schüttgüter können z.B. Flugasche,
Zement, etc. sein, die z.B. für ein Zementwerk vorgesehen sein können. Das Silo besitzt
zwei getrennte Kammern und kann eine insgesamt zylindrische Form besitzen. Die äußere
Kammer kann durch eine im Wesentlichen zylindrische Außenwand begrenzt werden. Die
innere Kammer kann entsprechend durch eine ebenfalls im Wesentlichen zylindrische
Wand begrenzt werden, die in dem durch die Wand der äußeren Kammer begrenzten Raum
angeordnet ist. Die beiden zylindrischen Wände können insbesondere konzentrisch zueinander
angeordnet sein. Die Trennung der Kammern wird durch die im Querschnitt beispielsweise
kreisförmige Außenwand der inneren Kammer bewirkt, so dass sich Schüttgut aus den
beiden Kammern nicht miteinander vermischen kann. So können in den beiden Kammern
unterschiedliche Schüttgüter oder Schüttgüter unterschiedlicher Qualität gelagert
werden.
[0006] An ihrem unteren Ende verjüngen sich die innere und die äußere Kammer jeweils konisch.
Die entsprechenden trichterförmigen Böden der inneren und äußeren Kammer können konzentrisch
zueinander ausgerichtet sein und münden in einem gemeinsamen Fluidisierungsboden.
Gemeinsam bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Fluidisierungsboden eine gemeinsame
Bodenfläche besitzt, die lediglich durch die im Querschnitt z.B. kreisförmige Trennwand
unterteilt ist. Der innere Bereich des Fluidisierungsbodens kann kreisförmig sein
und der äußere Bereich kreisringförmig um diesen umlaufend. Auch die Bereiche des
gemeinsamen Fluidisierungsbodens sind so voneinander getrennt, dass keine Vermischung
der Schüttgüter aus der inneren und äußeren Kammer erfolgt. Die Abzüge in dem inneren
bzw. äußeren Bereich des Fluidisierungsbodens dienen entsprechend nur für Schüttgut
aus der inneren bzw. äußeren Kammer. Der innere und der äußere Bereich des Fluidisierungsbodens
können im Wesentlichen in derselben Ebene liegen. Insbesondere kann der Fluidisierungsboden
in einer horizontalen Ebene liegen. Durch die gemeinsame Bodenfläche für beide Silokammern
wird eine flache Bauweise des Silos erzielt. Durch die trichterförmigen Böden sowohl
der inneren Kammer als auch der äußeren Kammer wird eine verbesserte Fluidisierung
unter Vermeidung von Toträumen und damit ein verbesserter Austrag des Schüttguts aus
dem Silo erreicht.
[0007] In dem Fluidisierungsboden sind an sich bekannte Fluidisierungseinrichtungen vorgesehen.
Diese können z.B. poröse Bodenelemente sein, durch die Fluidisierungsluft eingeblasen
wird, die das auf den Fluidisierungsböden befindliche Schüttgut fluidisiert, so dass
dieses durch die Abzüge abfließen kann. Die Abzüge führen erfindungsgemäß direkt zu
Befiillstationen, in denen z.B. LKWs, Eisenbahnwaggons, pneumatische oder mechanische
Fördereinrichtungen zum Fördern des Schüttguts zu einem Verbraucher, z.B. einem Zementwerk,
oder ähnliches, mit dem ausgetragenen Schüttgut befüllt werden können. Ein direktes
Führen der Abzüge zu den Befiillstationen bedeutet, dass insbesondere keine aufwendigen
Zwischenbehälter zum Zwischenlagern oder Mischbehälter zum Mischen des Schüttguts
unterhalb der Abzüge angeordnet sind. Vielmehr können die Abzüge direkt in Leitungen
münden, die dann zu den Befülleinrichtungen führen. In dem Leitungssystem können allerdings
Verzweigungen und geeignete Schalter und Ventile vorgesehen sein, die ein wahlweises
Beschicken einer Befiillstation aus der inneren Kammer oder der äußeren Kammer ermöglichen.
Durch das direkte Führen der Abzüge zu den Befüllstationen ohne Zwischenbehälter wird
die Konstruktion vereinfacht und die erforderliche Bauhöhe des Zweikammersilos weiter
verringert.
[0008] Gemäß einer Ausgestaltung kann an dem trichterförmigen Boden der inneren Kammer ein
zentraler Verdrängerkegel angeordnet sein. Ein solcher Verdrängerkegel vergrößert
die Fließzone, vermeidet Toträume, sorgt für Massenfluss und reduziert Spannungen.
Im unteren Bereich kann der Verdrängerkegel mehrere Durchtrittsöffnungen für Schüttgut
aufweisen. Die Durchtrittsöffnungen stellen dann auch den Raum innerhalb des Verdrängekegels
für die Lagerung und Fluidisierung von Schüttgut zu Verfügung, so dass dieser Raum
nicht verloren ist. Weiterhin kann der Verdrängerkegel an der Kegelspitze eine mit
der inneren Kammer kommunizierende Entlüftungsöffnung aufweisen. Durch diese Entlüftungsöffnung
kann in das Silo eingeführte Fluidisierungsluft aus dem Innenraum des Verdrängerkegels
in die innere Kammer und aus dieser gegebenenfalls aus dem Silo abgeführt werden.
[0009] Das erfindungsgemäße Großraumsilo kann nach einer weiteren Ausgestaltung einen sich
ausgehend von der Außenwand der inneren Kammer nach unten konisch erweiternden Hohlkegelstumpf
besitzen, der in seinem unteren Bereich mehrere Durchtrittsöffnung für Schüttgut aufweist.
Ein solcher Hohlkegelstumpf kann an der Außenwand z.B. auf der Höhe beginnen, auf
der der trichterförmige Boden der inneren Kammer beginnt. Mit seiner Unterseite kann
der Stumpf auf dem trichterförmigen Boden der äußeren Kammer aufstehen und so die
Außenwand der inneren Kammer abstützen. Durch die am unteren Ende des Kegelstumpfes
vorgesehenen Durchtrittsöffnungen kann Schüttgut auch durch diesen hindurch aus der
äußeren Kammer abfließen. Der Raum unterhalb des Hohlkegelstumpfs und zwischen den
trichterförmigen Böden der inneren und äußeren Kammer wird als Entlüftungskammer bezeichnet.
[0010] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann zum Abführen von Fluidisierungsluft aus der
Entlüftungskammer mindestens ein Abluftrohr im oberen Bereich der Entlüftungskammer
beginnend vorgesehen sein. Derartige Abluftrohre können z.B. an der Innenseite und/oder
der Außenseite der Außenwand der inneren Kammer angeordnet sein. Es kann sich um unten
offene vertikal verlaufende Rohre handeln, deren untere Rohröffnungen in einem ausreichenden
Abstand zu dem Fluidisierungsboden angeordnet sind, um ihr Freibleiben von Schüttgut
auch bei einem stark befüllten Silo sicherzustellen. Mit ihrem oberen Ende können
die Abluftrohre unterhalb der Silodecke enden und so die Fluidisierungsluft aus der
Entlüftungskammer ableiten. Um die Fluidisierung und damit den Abzug des Schüttgutes
weiter zu verbessern, und um Toträume für das Schüttgut weiter zu vermeiden, kann
der trichterförmige Boden der inneren Kammer und/oder der trichterförmige Boden der
äußeren Kammer ebenfalls Fluidisierungseinrichtungen zum Fluidisieren von Schüttgut
aufweisen. Dabei können die gesamten aber auch nur Teile der Fluidisierungseinrichtungen
mit Luft fluidisiert werden. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann zumindest der
trichterförmige Boden der äußeren Kammer mehrere in radialer Richtung verlaufende,
sattelförmig geneigte Wände aufweisen, zwischen denen Fluidisierungseinrichtungen
angeordnet sind. Im Bereich der sattelförmigen Wände rutscht das Schüttgut durch Schwerkrafteinwirkung
nach unten auf die zwischen den Satteln angeordneten Fluidisierungselemente und wird
dort fluidisiert. Auf diese Weise muss nicht der gesamte Trichterboden mit Fluidisierungselementen
versehen werden. Auch der trichterförmige Boden der inneren Kammer kann solche Sattelwände
aufweisen.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- einen Ausschnitt eines erfmdungsgemäßen Großraumsilos in einer auf- geschnittenen
perspektivischen Ansicht,
- Fig. 2
- das in Fig. 1 gezeigte Großraumsilo in einer vertikalen Schnittansicht, und
- Fig. 3
- eine vergrößerte Draufsicht auf den gemeinsamen Fluidisierungsboden des in den Figuren
1 und 2 dargestellten Großraumsilos.
[0012] Soweit nichts anderes angegeben ist, bezeichnen in den Figuren gleiche Bezugszeichen
gleiche Gegenstände. In Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßes Großraumsilo 10 ausschnittsweise
in einer aufgeschnittenen perspektivischen Ansicht gezeigt. Insbesondere ist die perspektivische
Ansicht in vertikaler Richtung durch das Zentrum des Silos 10 aufgeschnitten, so dass
lediglich eine Hälfte des Silos 10 dargestellt ist. Das obere Ende des zylindrischen
Silos 10 ist in Fig. 1 ebenfalls nicht gezeigt. Fig. 2 ist eine vertikale Schnittansicht
des in Fig. 1 gezeigten Ausschnitts des Silos 10. Das Silo 10 dient zur Lagerung von
staubförmigem oder körnigem Schüttgut, beispielsweise Flugasche oder Zement. Es besitzt
eine zylindrische äußere Wand 12, deren Zylinderachse in vertikaler Richtung verläuft,
und eine konzentrisch zu der äußeren Wand 12 angeordnete, ebenfalls vertikale zylindrische
innere Wand 14. Die innere Wand 14 ist gleichzeitig die Außenwand einer zylindrischen
inneren Kammer 16 des Silos 10. Die innere Kammer 16 ist von einer durch die Außenwand
14 der inneren Kammer 16 und der äußeren Wand 12 des Silos 10 begrenzten, ringförmigen
äußeren Kammer 18 umgeben. Die innere und äußere Kammer 16, 18 sind voneinander also
durch die Wand 14 getrennt, so dass in ihnen unterschiedliche Schüttgüter bzw. Schüttgüter
unterschiedlicher Qualität gelagert werden können. An ihren in den Figuren nicht dargestellten
Oberseiten sind die Kammern 16, 18 und damit das Silo 10 geschlossen.
[0013] Die innere Kammer 16 besitzt an ihrem unteren Ende einen trichterförmig nach unten
zulaufenden Boden 20. Die äußere Kammer 18 besitzt an ihrem unteren Ende ebenfalls
einen trichterförmig nach unten zulaufenden Boden 22. Die trichterförmigen Böden 20,
22 münden an ihren unteren Enden in einen zentralen gemeinsamen Fluidisierungsboden
24, der in einer horizontalen Ebene liegt. Eine ringförmig umlaufende vertikale Wand
26 des trichterförmigen Bodens 20 der inneren Kammer 16 trennt den gemeinsamen Fluidisierungsboden
24 in einen zu der inneren Kammer 16 gehörenden inneren Bereich 28 und einen zu der
äußeren Kammer 18 gehörenden äußeren Bereich 30, so dass keine Vermischung der Schüttgüter
erfolgt. Dies ist gut in der vergrößerten Darstellung in Fig. 3 zu erkennen. Beide
Bereiche 28, 30 liegen in einer gemeinsamen horizontalen Ebene.
[0014] Der innere Bereich 28 und der äußere Bereich 30 des Fluidisierungsbodens 24 besitzen
jeweils eine Mehrzahl von Fludisierungseinrichtungen 32 zum Fluidisieren von auf dem
Boden 24 befindlichem Schüttgut. Diese Fluidisierungseinrichtungen 32 sind in der
vergrößerten Draufsicht auf den Fluidisierungsboden 24 in Fig. 3 kreuzschraffiert
dargestellt. Bei den Fluidisierungseinrichtungen 32 kann es sich in an sich bekannter
Weise um poröse Bodenelemente 32 handeln, durch die Fluidisierungsluft eingeblasen
und das darauf befindliche Schüttgut so fluidisiert werden kann. Der innere und der
äußere Bereich 28, 30 des gemeinsamen Fluidiserungsbodens 24 besitzen darüber hinaus
jeweils mehrere Abzugsöffnungen 34 für das fluidisierte Schüttgut. Diese sind wiederum
gut in Fig. 3 zu erkennen.
[0015] Die Abzüge 34 des Fluidisierungsbodens 24 münden direkt in Leitungen, die zu mindestens
einer Befiillstation (nicht dargestellt) für aus dem Silo 10 ausgetragene Schüttgut
führen. In dem dargestellten Beispiel ist diese Befüllstation unterhalb der z.B. für
Betriebspersonal zugänglichen Zwischenetage 52 angeordnet. Die Zwischenetage 52 ist
Teil einer unteren Abstützung 54 des Silos 10. Die Abstützung 54 besitzt an ihrem
unteren Ende mehrere Stützbeine 56, zwischen denen Durchgänge 58 gebildet sind. Durch
diese Durchgänge 58 können z.B. LKW oder Eisenbahnzüge unter die Befüllstationen fahren.
Ebenso können die Befiillstationen pneumatische oder mechanische Fördereinrichtungen
mit Schüttgut befüllen, von denen dieses zu einem Verbraucher, beispielsweise einem
Zementwerk, gefördert werden kann. Die Abzüge 34 münden, wie erläutert, direkt in
zu der mindestens einen Befüllstation führenden Transportleitungen. In dem dargestellten
Beispiel sind in dem Leitungssystem geeignete Schalter und/oder Ventile vorgesehen,
so dass die Befüllstationen jeweils wahlweise mit Schüttgütern aus der inneren Kammer
16 oder der äußeren Kammer 18 befüllt werden können.
[0016] An dem trichterförmigen Boden 20 der inneren Kammer 16 ist darüber hinaus ein zentraler
Verdrängerkegel 36 angeordnet, der im unteren Bereich mehrere Durchtrittsöffnungen
38 für Schüttgut aufweist. An der Spitze besitzt der Verdrängerkegel 36 eine mit der
inneren Kammer 16 kommunizierende Entlüftungsöffnung 40. Neben den Fluidisierungseinrichtungen
32 auf dem Fluidisierungsboden 24 ist auch an den trichterförmigen Böden 20, 22 der
inneren und äußeren Kammern 16, 18 eine Mehrzahl solcher Fluidisierungseinrichtungen
42 radial verlaufend angeordnet. Der trichterförmige Boden 22 der äußeren Kammer 18
besitzt außerdem mehrere, ebenfalls in radialer Richtung verlaufende sattelförmig
geneigte Wände 44, zwischen denen die Fluidisierungseinrichtungen 42 angeordnet sind.
An der Außenfläche der Außenwand 14 der inneren Kammer 16 befestigt und vorzugsweise
von der Höhe ausgehend, auf der der trichterförmige Zulauf des Bodens 20 der inneren
Kammer 16 beginnt, erstreckt sich weiterhin ein nach unten konisch erweiterter Hohlkegelstumpf
46. An seinem unteren Ende weist dieser mehrere Durchtrittsöffnungen 48 für Schüttgut
auf. Der Hohlkegelstumpf 46 ist auf dem Boden der äußeren Kammer 18 abgestützt und
stützt so die Außenwand 14 der inneren Kammer 16 ab.
[0017] In Fig. 2 ist beispielhaft ein mit seinem unteren Ende oberhalb des Fluidisierungsbodens
24 und im dargestellten Beispiel in der äußeren Kammer 18 beginnendes Abluftrohr 50
dargestellt. An seinem in Fig. 2 nicht dargestellten oberen Ende mündet dieses Abluftrohr
50 unterhalb der Silodecke des Silos 10. Es dient dazu, Fluidisierungsluft aus der
äußeren Kammer 18 und insbesondere einer entsprechenden unterhalb des Abluftrohrs
50 gebildeten Entlüftungskammer 51 aus dem Silo 10 abzuführen. Selbstverständlich
können auch mehrere solcher Abluftrohre 50 vorgesehen sein.
[0018] Zum Austragen von Schüttgut aus der inneren oder äußeren Kammer 16, 18 wird dieses
über die Fluidisierungseinrichtungen 42 zunächst fluidisiert. Im Bereich der trichterförmigen
Böden 20, 22 befindliches Schüttgut fließt dadurch unter anderem durch die Durchtrittsöffnungen
38 in den Verdrängerkegel 36 und den Durchtrittsöffnungen 48 innerhalb des Hohlkegelstumpfes
46 in den jeweiligen Bereich des gemeinsamen Fluidisierungsbodens 24. Durch die dort
angeordneten Fluidisierungseinrichtungen 32 wird das Schüttgut weiter fluidisiert
und zu den Abzügen 34 geführt. Von diesen wird es durch die Transportleitungen direkt
zu den Befüllstationen geführt, wo es zur Weiterverwendung abgefüllt werden kann.
Die in die Außenkammer eingeblasene Fluidisierungsluft kann durch das Abluftrohr 50
aus der Entlüftungskammer 51 abgeführt werden.
[0019] Das erfmdungsgemäße Großraumsilo zeichnet sich durch eine einfache Konstruktion und
eine geringe Bauhöhe aus. Durch die Anordnung des Verdrängerkegels 36, des Hohlkegelstumpfs
46 sowie der Fluidisierungselemente 32, 42 werden Toträume, an denen sich Schüttgut
ansammeln und verklumpen kann, vermieden und die Fließzone vergrößert und so Massenfluss
erreicht.
1. Großraumsilo für die Lagerung von staubförmigem oder körnigem Schüttgut, mit einer
inneren Kammer (16) und einer die innere Kammer (16) ringförmig umgebenden äußeren
Kammer (18), wobei die äußere Kammer (18) von der inneren Kammer (16) durch eine Außenwand
(14) der inneren Kammer (16) getrennt ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die innere Kammer (16) und die äußere Kammer (18) jeweils einen trichterförmig zulaufenden
Boden (20, 22) aufweisen, wobei diese Böden (20, 22) in einen gemeinsamen zentralen
Fluidisierungsboden (24) münden, der durch eine ringförmig umlaufende Wand (26) in
einen zu der inneren Kammer (16) gehörenden inneren Bereich (28) und einen zu der
äußeren Kammer (18) gehörenden äußeren Bereich (30) getrennt ist,
- dass der innere und der äußere Bereich (28, 30) des Fluidisierungsbodens (24) jeweils
mindestens eine Fluidisierungseinrichtung (32) zum Fluidisieren von auf dem Fluidisierungsboden
(24) befindlichem Schüttgut und jeweils mindestens einen Abzug (34) für das fluidisierte
Schüttgut aufweisen, und
- dass die Abzüge (34) des Fluidisierungsbodens (24) direkt in mindestens eine Befüllstation
für aus dem Silo (10) ausgetragenes Schüttgut führen.
2. Großraumsilo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem trichterförmigen Boden (20) der inneren Kammer (16) ein zentraler Verdrängerkegel
(36) angeordnet ist.
3. Großraumsilo nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdrängerkegel (36) in seinem unteren Bereich mehrere Durchtrittsöffnungen (38)
für Schüttgut aufweist.
4. Großraumsilo nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdrängerkegel (36) an seiner Kegelspitze eine mit der inneren Kammer (16) kommunizierende
Entlüftungsöffnung (40) aufweist.
5. Großraumsilo nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin gekennzeichnet durch einen sich ausgehend von der Außenwand (14) der inneren Kammer (16) nach unten konisch
erweiternden Hohlkegelstumpf (46), der in seinem unteren Bereich mehrere Durchtrittsöffnungen
(48) für Schüttgut aufweist.
6. Großraumsilo nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein oberhalb des äußeren Bereichs (30) des Fluidisierungsbodens (24) beginnendes
Abluftrohr (50) vorgesehen ist, zum Abführen von Fluidisierungsluft aus der Entlüftungskammer
(51).
7. Großraumsilo nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der trichterförmige Boden (20) der inneren Kammer (16) und/oder der trichterförmige
Boden (22) der äußeren Kammer (18) ebenfalls Fluidisierungseinrichtungen (42) zum
Fluidisieren von Schüttgut aufweist.
8. Großraumsilo nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der trichterförmige Boden (22) der äußeren Kammer (18) mehrere, in radialer
Richtung verlaufende, sattelförmig geneigte Wände (44) aufweist, zwischen denen Fluidisierungseinrichtungen
(42) angeordnet sind.