[0001] Die Erfindung betrifft ein Sportbodensegment, für einen flächenelastischen oder kombiniertelastischen
Sportboden zur Verwendung in Einrichtungen für mehrfunktionale Sportnutzungen.
[0002] Flächenelastische und kombiniertflächenelastische Sportböden werden bislang in Einzelschichten
vor Ort geliefert und dort derart verlegt, dass zunächst eine Grundschicht, eine elastische
Schicht und anschließend eine lastverteilende Schicht aufeinander geklebt und anschließend
verklammert werden.
[0003] Dabei ist dieses Verlegen des Sportbodens ein sehr zeit- und arbeitsaufwendiger Schritt,
bei welchem die jeweiligen Einzelschichten stückweise aneinander angepasst verklebt
und anschließend verklammert werden. Ein derart verlegter Sportboden hat weiterhin
den Nachteil, dass bei dem handwerklichen Verlegen des Sportbodens die Ausbildung
von Hohlräumen zwischen den Schichten nicht vermieden werden kann. Das Anbringen
[0004] Mehrschichtige Aufbauten für mobile Böden sind aus der
WO 2007/124980 A1 in Kombination mit Unterfütterungen bekannt. Durch Verriegelungsleisten und Dorne
werden Einzelplattensegmente miteinander verbunden. Dadurch ergibt sich eine aufwendige
Herstellung und Montage solcher Böden.
[0005] Die Erfindung setzt daher bei der Aufgabe an ein schnelles Verlegen eines Sportbodens
bei hoher Qualität und unter den Maßgaben der DIN-Vorschrift 18032-2 zu ermöglichen.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Sportbodensegment mit den Merkmalen des
Anspruchs 1.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Sportbodensegment verfügt über eine elastischen Schicht und
eine Schicht aus einem abgestuften Lastenverteilungselement besteht. Die elastische
Schicht sorgt für den Kraftabbau, Flexibilität bei Krafteinwirkung und passt sich
an Unebenheiten des Untergrundes an. Das stufenförmige Lastenverteilelement ermöglicht
einerseits eine gleichmäßige Verteilung der Belastung auf eine möglichst große Fläche
des Sportbodens und bietet eine harte Auflagefläche zur Aufbringung eines Oberbelages.
Die Oberfläche des Lastenverteilelementes kann auch bereits derart behandelt sein,
dass das Lastenverteilelement gleichzeitig die Funktion eines Nutzbelages des Sportbodens
übernimmt. Die Sportbodensegmente werden beim Verlegen im stufenförmigen Bereich übereinandergeschoben,
sodass eine einheitliche Fläche mit gleichbleibender Materialstärke über den gesamten
verlegten Bereich erreicht wird.
[0008] Ein Sportboden, welcher mit dem erfindungsgemäßen ein Sportbodensegment verlegt wurde
soll dabei die aktuellen Norm der DIN-Vorschrift 18032-2 vom April 2001 gewährleisten
und das Herauswachsen von mechanischen Verbindungsstücken durch Hohlräume, wie zum
Beispiel bei Klammern, vermeiden. Die entsprechenden Sportbodensegmente können derart
nebeneinander angeordnet werden, dass ein schnelles und unkompliziertes Verlegen eines
Sportbodens ermöglicht wird. Dabei können die Sportböden über ein geringes Eigengewicht
trotz Einhaltung der DIN-gemäßen Funktionalitäten verfügen.
[0009] Durch Wegfall des manuellen oder maschinellen Klammerns vor Ort beziehungsweise dem
Wegfall von Rastverbindungen, Steckverbindungen und dergleichen kann eine gleichmäßige
Kraftverteilung über die gesamte Breite des Lastenverteilungselements erfolgen. Außerdem
können entsprechende Sportbodensegmente bereits vor dem Auslegen in der entsprechenden
Sportstätte maschinell vorgefertigt werden. Daher eignen sich die Sportbodensegmente
zur Massenproduktion, wodurch ein zusätzliches Kostenersparnis entsteht. Zudem müssen
die einzelnen Sportbodenschichten nicht einzeln angeliefert werden, sondern werden
bereits in vorgefertigter Sportsegmentbauweise geliefert. Somit kann ein komplett
fertiger flächenelastischer Sportboden durch die Elementbauweise in wenigen Stunden
verlegt werden.
[0010] Das Herauswachsen von Klammern aus einem Sportboden wie es beim handwerklichen Verlegen
durch Erzeugung von Hohlräumen erfolgt, tritt bei diesen Sportböden nicht auf. Ein
entsprechender Oberbeleg, beispielsweise Linoleum-Kunststoffbeläge oder Parkett und
dergleichen kann durch den Sportstättenbetreiber erfolgen oder durch den Handwerker
im Anschluss an das Auslegen der Sportbodensegmente. Die entsprechenden Sportbodensegmente
werden vor Ort aneinander gefügt und miteinander derart befestigt, dass sie einen
kompletten Sportboden einheitlich bedecken.
[0011] Es von Vorteil, wenn das Lastenverteilelement aus zwei Baufurnier-Sperrholzplatten
gebildet wird, da diese Platten Nutzlasten derart aufeinander verteilen werden können,
dass ein Kraftabbau von 53 % gemäß DIN 18032-2 erreicht wird. Dabei ist jede Baufurnier-Sperrholzplatte
mehrschichtig, vorzugsweise 3-12-schichtig aufgebaut und verleimt.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Baufurnier-Sperrholzplatten derart
versetzt zueinander angeordnet sind, dass ein stufenförmiger Aufbau des Lastenverteilelements
zur Verbindung einzelner Sportbodensegmente erreicht wird. Durch den stufenförmigen
Aufbau wird eine zweiseitige Stufenfalz ausgebildet, so dass eine von einem Sportbodensegment
überstehender Stoss auf einer Aussparungsfläche des nächsten Sportbodensegments zu
liegen kommt und beide Flächen durch Leimen und/oder Rastmittel miteinander verbunden
werden können. Die Sperrholzplatten werden dadurch biegbar und können Lasteinwirkungen
gut verteilen.
[0013] Beim Verbinden einzelner Sportbodensegmente zu einem Sportboden ist es zusätzlich
von Vorteil, wenn die Baufurnier-Sperrholzplatten derart verleimt sind, dass sie eine
durchgehende Lastenverteileinheit bilden. Dies erfolgt nur unter Zusammendrücken beider
Baufurnier-Sperrholzplatten bei Drücken zwischen 30 und 200 bar, vorzugsweise 80 bis
130 bar, wodurch sie eine gleichartige Festigkeit wie jede Sperrholzplatte für sich
genommen, erhalten.
[0014] Weiterhin von Vorteil ist es, wenn die elastische Schicht aus einem Kunststoff besteht,
dessen physikalische Eigenschaften durch chemische Modifikationen oder physikalische
Einwirkungen variierbar sind. So kann en entsprechender Kunststoffschaum besonders
vorteilhaft aus zumindest einem retikulierten PUR (Polyurethan) Kunststoffschaum bestehen.
Weitere Kunststoffschäume, beispielsweise Polyesterschäume oder Polyeterschäume oder
auch Polyethylenschäume können in diesem Anwendungsbereich ebenfalls genutzt werden,
sowohl einzeln als auch im Gemisch, beispielsweise als Co-Polymer. Als Zuschlagstoffe
können beispielsweise Aktivkohle, Zellkautschuk, PVC, Zellkunststoff oder Melaminharze
genutzt werden.
[0015] Die Retikulierung des Schaums zu einem voluminösen Filter- oder Gitterschaum erfolgt
besonders vorteilhaft bei erhöhtem Gasdruck, wodurch die Polymermasse nochmals aufgesprengt
wird und dadurch einen festen, jedoch voluminösen Aufbau erhält. Zusätzlich kann das
Sportbodensegment bereits bei der Lieferung mit einem Oberbelag aus Kunststoff oder
Linoleum als Nutzbelag versehen sein.
[0016] Zwischen den Stößen der einzelnen Sportbodensegmente kann zusätzlich ein Dichtmaterial
eingebracht sein, um Zwischenräume der einzelnen Sportbodensegmente zu versiegeln.
[0017] Zur besseren Abbaubarkeit des Sportbodensegments ist es von Vorteil, wenn die elastische
Schicht zumindest teilweise aus einem Recyclingschaum besteht. Dabei wird bereits
während der Produktion der entsprechenden Sportbodensegmente eine vorteilhafte CO
2-Bilanz erreicht.
[0018] Es ist zudem von Vorteil, wenn das Sportbodensegment sämtliche sportfunktionellen
Eigenschaften nach der DIN 18032-2 vom April 2001 aufweist, somit in allen Sporthallen
installierbar ist und dort durch seine hohe Schutzfunktion Verletzungen von Sportlern
vermeidet.
[0019] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn sämtliche Verbundstoffe, inklusive des Holzleimklebers,
des Sportbodensegments schwer entflammbar sind. Dies betrifft insbesondere die Klassifikation
des Schaums unter die Klasse B1, wodurch vom Sportboden, welcher mit derartigen Sportbodensegmenten
aufgebaut ist, keinerlei Brandgefahr ausgeht und ein hohes Maß auch an Feuersicherheit
erfolgt. Unter die Brandschutzklasse B1 nach DIN 4102 fallen die Stoffe die schwerentflammbar
sind. Dies sind Materialien wie: Brandschutzbehandelte Holzwerkstoffe, Hartschaumkunststoffe.
Ein Brand muss sich danach selbst nach dem entfernen einer Brandquelle erlöschen.
Dies ist insbesondere wichtig bei Großveranstaltungen wie beispielsweise Basketballbundesligen
oder Hallenfußballturnieren, in welchen die Brandgefahr beispielsweise durch illegale
Feuerwerkskörper oder dergleichen sehr hoch ist und nicht vollständig vermieden werden
kann.
[0020] Es ist dabei zusätzlich von Vorteil, wenn das Sportbodensegment sowohl entweder flächenelastisch
und/oder kombiniertelastisch ist. Die Flächenelastizität zeichnet sich dadurch aus,
dass die Last auf eine besonders breite Fläche verteilt wird. Dies ist besonders von
Vorteil bei Spielen, bei welchen der Ball auf den Sportboden möglichst natürlich auftreffen
soll und von diesem wieder reflektiert werden soll. Bei punktelastischen Sportböden
kann es möglicherweise dazu kommen, dass der Ball einen Effet oder ähnliche Spiel
störende Eigenschaften erhält.
[0021] Eine Bodenauflageschicht, beispielsweise aus als Spanplatte oder Fleeceunterlage,
ermöglicht vorteilhaft eine zusätzliche Flexibilität zur Verhinderung von Hohlräumen
und zur Anpassung an den Untergrund beim Verlegen der Platten. Die Bodenauflageschicht
ist dabei mit der elastischen Schicht verklebt oder verleimt.
[0022] In den nachfolgenden Figuren ist eine Ausführungsvariante eines Sportbodensegments
aufgeführt. Sie zeigen:
- Fig.1:
- ein Querschnitt eines erfindungsgemäßen flächenelastischen Sportbodensegments;
- Fig. 2:
- eine Draufsicht auf ein flächenelastischen erfindungsgemäßen Sportbodensegment der
Fig. 1;
- Fig. 3:
- ein Querschnitt von zwei miteinander verbundenen erfindungsgemäßen flächenelastischen
Sportbodensegmente; und
- Fig. 4 a-d:
- Querschnitte von Verformungsmulden bei Auflageflächen unter Belastung von Sportböden
[0023] Figur 1 zeigt einen flächenelastisches Sportbodensegment 10, welches aus mehreren
Schichten aufgebaut ist. Es weist eine elastische Schicht 2 auf, welche in dem Ausführungsbeispiel
ein organischer Filterschaum ist, dessen Struktur durch erhöhten Gasdruck retikuliert
und aufgesprengt wurde. Der Schaumstoff weist dabei ein Raumgewicht zwischen 55 und
5 kg/m
3, vorzugsweise zwischen 65 und 85 kg/m
3 auf. Die Schaumstoffschicht weist dabei eine Stauchhärte von über 5 kPa, vorzugsweise
über 10 kPa auf und das Druckverformungsmodul ist geringer als 0,2 N/mm
2, vorzugsweise geringer als 0,1 N/mm
2. Die Zugfestigkeit des Schaumstoffs liegt im Bereich 10 bis 40 kPa, vorzugsweise
20 bis 30 kPa bei einer Bruchdehnung zwischen 5 und 50 %, vorzugsweise 20 bis 35 %.
Die Luftdurchlässigkeit des retikulierten Schaumstoffs beträgt beispielsweise 350
1/min/dm
2, kann jedoch durch verschiedenfarbige Zuschlagstoffe stark variieren. Auf der elastischen
Schicht 2 befindet sich eine erste Baufurnier-Sperrholzplatte 3, welche mit einer
zweiten versetzt angebrachten Bau-Sperrholzplatte 4 zu einem Lastverteilungselement
3, 4 verleimt ist und so eine Verbindungseinheit aus Spanplatte 1, elastische Schicht
2 und Lastverteilungselement 3, 4 bildet.
[0024] Zum Verkleben der Lagen der Baufurnier-Sperrholzplatten 3, 4 wird ein Holzkaltleim
eingesetzt, welcher ebenso zur Verbindung der einzelnen Sportbodenelemente 10 untereinander
genutzt wird. Der Holzkaltleim entspricht hinsichtlich seiner Klebfestigkeit in der
Wärme der europäischen Prüfungsnorm 14257, wobei die Wärmebeständigkeit des Klebstoffs
zwischen 5 und 15 N je mm
2, vorzugsweise 7 bis 9 N je mm
2 beträgt. Die Prüfung des Klebstoffs wird nach der Prüfungsrichtlinie Watt 91 durchgeführt
und zudem gemäß der Richtlinie "Bestimmung der Klebfestigkeit von Längsverbindungen
im Zugversuch in der Wärme" geprüft.
[0025] Fig. 2 zeigt, dass beiden Baufurnier-Sperrholzplatten derart zueinander versetzt
angeordnet sind, dass die Verbindungseinheit an ihren Rändern gleich große Stöße 7
und Aussparungsflächen 8 aufweist. Diese Stöße und Aussparungsflächen haben eine Oberfläche
von x*y und bilden eine Stufenfalz 7, 8 aus.
[0026] Beim Verlegen des Sportbodens liegt ein Sportbodenelement mit einem Stoß auf einer
Aussparungsauflage x auf, wodurch bei Belastung des Verbindungspunkts eine Gewichtsverteilung
durch die Lastverteilungselemente der beiden Sportbodenelemente erfolgt.
[0027] Beide Baufurnier-Sperrholzplatten des Lastverteilungselements 3, 4 sind industriell
vollflächig unter Druck zu einem Element verklebt, wobei das Versatzmaß x beider Platten
zueinander je nach Sportbodenelementgröße zwischen 0,5 cm und 50 cm, vorzugsweise
2 bis 10 cm variieren kann.
[0028] Die Gesamtdicke z des Sportbodenelementes beträgt zwischen 10 und 80 mm, vorzugsweise
zwischen 20 und 40 mm. Die Oberfläche des Sportbodens kann zudem einen Kunststoffbelag
aufweisen, welcher ohne zusätzliche Elastikschichten auf die Holzoberfläche des Sportbodens
aufgebracht ist. Ebenso denkbar als elastischer Bodenbelag ist Linoleum.
[0029] Die oberen und unteren Baufurnier-Sperrholzplatte sind derart fest miteinander zu
einem Lastverteilerelement verbunden, dass ein zusätzliches Klammern der beiden Platten
zur Erhöhung der Verbindungsfestigkeit unnötig wird.
[0030] Nach Verlegen der einzelnen Sportbodenelemente werden diese in der Stufenfalz 7,
8, welche zwischen den Aussparungsauflagen und den Stößen gebildet wird, verleimt
und zusätzlich mit Klammer, wie in Fig. 3 gezeigt, befestigt. Die elastische Schicht,
beispielsweise aus retikuliertem Gitterschaum, kann an das Lastverteilerelement aus
Sperrholz von unten werksseitig ebenso ankaschiert oder angeklebt werden. Somit sind
alle Elemente des Sportbodenelements miteinander bereits im Vorfeld vollflächig verklebt
oder verleimt, wodurch jeweils das Auslegen der Einzelelemente, das Verkleben dieser
Einzelelemente miteinander und das nachträgliche Klammern der Einzelelemente miteinander
entfällt. Die Sportbodenelemente müssen in einer zweiseitigen Stufenfalz, beispielsweite
durch Rastverbindungen, miteinander verbunden werden brauchen und nach kurzem Anleimen
und versehen mit einigen Halteklammern 6 ausschließlich in der Stufenfalz miteinander
verbunden werden.
Eine Stufenfalz ist dabei eine flächige Verbindung von zwei Platten
[0031] Ein derart aufgebauter flächenelastische Sportboden erfüllt dabei die folgenden nach
DIN-Vorschrift 18032-2 gestellten Anforderungen an einen flächenelastischen Sportboden:
■ Kraftaufbau: mindestens 35 %,
■ Standardverformung: mindestens 2,3 mm,
■ Verformungsmulde: maximal 15 %, wobei dies dem zulässigen Mittelwert der jeweiligen
Messrichtung entspricht,
■ Verhalten bei rollender Last,
■ Achslast ohne Schäden 1500 N,
■ Ballreflektion mindestens 90 % der Rückstromhöhe auf starrem Boden,
■ Gleitverhalten,: Gleitreibungsbeiwert mindestens 0,4 und maximal 0,6.
[0032] Die Unterkonstruktion, die die Nachgiebigkeit der bodenseitigen Fläche bewirkt, darf
sich in ihrem Verhalten weder unter dynamischen noch unter statischen Beanspruchungen
wesentlich verändern. Zudem besagt die DIN V 18032-2, dass Verbindungen in der Unterkonstruktion
den vorgenannten Belastungen dauerhaft standhalten müssen, Verklebungen dauerelastisch
sein müssen, sie dürfen durch Alterung weder in ihrer Festigkeit gemindert werden
noch wesentlich verspröden, verhärten oder erweichen. Spanplatten müssen der DIN 68763
und Baufurnier-Sperrholzplatten der DIN 68705-3 entsprechen.
[0033] Das Sportbodensegment (10) kann zusätzlich eine Bodenauflageschicht 1 zur Auflage
auf einen Untergrund, beispielsweise in einer Sporthalle aufweisen, welche mit der
elastischen Schaumschicht 2 verklebt ist.
[0034] Sportböden werden allgemein in vier verschiedene Kategorien eingeteilt, welche sich
in ihrem Verhalten bei der Aufbringung einer Punktlast unterscheiden. Ein flächenelastischer
Sportboden beispielsweise verteilt die Kraft der Punktlast indem er sich über eine
relativ große Fläche um den Lasteintragspunkt herum durchbiegt, wohingegen ein punktelastischer
Sportboden sich ausschließlich in der Nähe des Lasteintragspunktes herum durchbiegt.
Ein kombiniert elastischer Sportboden ist ein flächenelastischer Sportboden mit punktelastischer
Nutzschicht, der sich bei Aufbringen einer Punktlast sowohl örtlich als aber auch
eine größere Fläche um den Lasteintragspunkt durchbiegt, wohingegen ein mischelastischer
Sportboden in erster Linie ein punktelastischer Sportboden ist mit einer flächenausstreifenden
Komponente.
[0035] In Figur 4 sind verschiedene Verformungsmulden für verschiedene Sportböden bei der
Ausbildung einer Verformungsmulde aufgeführt. 4a) zeigt die Verformung eines flächenelastischen
Sportbodens, 4b einen punktelastischen Sportboden, 4c einen kombiniertelastischen
Sportboden und 4d einen Mischelastischen Sportboden. Die Sportböden 4c und 4d kombinieren
die Eigenschaften der beiden anderen Sportböden, wobei jeweils eine Eigenschaft überwiegt.
[0036] Alle in den Figuren gezeigten Sportböden sind dabei mit relativ schadstoffarmen Materialien
realisierbar. Zudem kann die Verbundkonstruktion aus drei Materialien aufgebaut werden
und zwar einem Holz bzw. Sperrholzmaterial, einem Holzleim und einer retikulierten
Kunststoffschicht. Zudem ist durch die Kunststoffschicht eine bodenseitige Wärmedämmung
gewährleistet.
[0037] Eine Eigenschaft eines Sportbodens bei dynamischer Belastung ist seine Fähigkeit,
den Aufprall zu absorbieren und an das auftreffende Objekt beispielsweise den Ball
wieder zurückzugeben. Dabei sind Sportböden unterschiedlich hohen Temperaturen ausgesetzt,
wodurch die jeweiligen Sportböden bei niedrigen Temperaturen härter und bei hohen
Temperaturen weicher werden. Weitere Kriterien an einen Sportboden sind beispielsweise
der Kraftaufbau oder die Beständigkeit gegenüber einer rollenden Last, welche in der
DIN 18032-2 für den jeweiligen Sportboden näher erläutert sind. Dies gilt insbesondere
bei flächenelastischen oder kombiniertflächenelastischen Sportböden, bei welchen ein
Kraftabbauwert von mehr als 53 % innerhalb der ersten drei Millisekunden erfolgt,
und somit eine ausreichende Schutzfunktion gewährleistet.
[0038] Dabei schützt ein optimaler Sportboden vor Verletzungen. Der Faktor der Schutzfunktion
hat bei der Wahl des Sportbodens oberste Priorität. So haben beispielsweise Schwingböden
ein viel zu hohes Eigengewicht von bis zu 35 kg je m
2 und sind aufgrund dieser Masse extrem träge.
[0039] Analog zur DIN 18032-2 erfüllt ein entsprechender Sporthallenboden ebenso die europäische
Norm 14904. Aufgrund seiner Schichtanordnung erreicht ein entsprechender Sportboden
eine Dicke von mindestens 15 mm, vorzugsweise 20 mm. Bei derartigen Dicken von Sportböden
ist es zudem nicht trivial, dass die sportfunktionellen Eigenschaften bei flächenelastischen
Sportböden gemäß der bereits genannten DIN EN 14904 und der DIN 18032-2 erhalten bleiben.
Der fest verlegte eingebaute Sportboden mit den erfindungsgemäßen Sportbodensegmenten
ermöglicht diese Sportfunktionalitäten. Misch- und kombiniertelastische Sportböden
könnten bei Aufbringen geeigneter Oberschicht ebenfalls realisierbar sein.
[0040] Das Verlegen eines Sportbodens mit den erfindungsgemäßen Sportbodensegmenten durch
eine Vorbehandlung wie Abschleifen oder Glätten eines Betonbodens oder ähnliches ein.
Danach wird jeweils ein Sportbodensegment an das nächste angelegt und gegebenenfalls
vorher an den Rändern angepasst. Und beide Sportbodensegmente werden über die Stufenfalzen
miteinander verbunden. Anschließend erfolgt ein Verklammern und/oder Verleimen der
zweiseitigen Stufenfalzen beider Sportbodensegmente. Schließlich, wenn über die gesamte
Oberfläche des Hallenbodens Sportbodensegmente verlegt und miteinander verbunden sind,
kann ein Oberbelag aufgebracht werden. Dieser sichert die Grifffestigkeit von Schuhsolen
oder ähnliches.
1. Sportbodensegment (10), welches als Verbundelement mit mindestens zwei Schichten aufgebaut
ist, wobei diese Schichten miteinander verklebt sind dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten mindestens eine elastische Schicht (2) und eine Schicht aus einem abgestuften
Lastenverteilungselement (3, 4) sind.
2. Sportbodensegment nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lastenverteilungselement (3, 4) aus mindestens zwei Baufurnier-Sperrholzplatten
ausgebildet ist.
3. Sportbodensegment nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Baufurnier-Sperrholzplatten versetzt zueinander angeordnet sind, um somit einen
zweiseitige Stufenfalz (7, 8) des Lastenverteilungselementes (3, 4) zur Verbindung
einzelner Sportbodensegmente zu erreichen.
4. Sportbodensegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Baufurnier-Sperrholzplatten in einzelnen Schichten miteinander verleimt und hochdruckverpresst
sind.
5. Sportbodensegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Schicht (2) aus einem Kunststoffschaum besteht.
6. Sportbodensegment nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffschaum aus zumindest einem retikulierten PUR-Kunststoffschaum besteht.
7. Sportbodensegment nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der PUR-Kunststoffschaum als Gitterschaum ausgebildet und durch erhöhten Gasdruck
aufgesprengt ist.
8. Sportbodensegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sportbodensegment mit einem Oberbelag aus Kunststoff oder Linoleum als Nutzbelag
des Sportbodens beschichtet ist.
9. Sportbodensegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Schicht (2) zumindest teilweise aus Recyclingschaum besteht.
10. Sportbodensegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Sportbodensegment (10) und eine Kombination mehrerer Sportbodensegmente
(10) alle sportfunktionelle Eigenschaften nach der DIN 18032-2 für einen flächenelastischen
Sportboden aufweist.
11. Sportbodensegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass alle Materialien des Sportbodensegments (10) schwer entflammbar nach DIN 4102 sind.
12. Sportbodensegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sportbodensegment flächenelastisch, kombiniertelastisch und/oder mischelastisch
ist.
13. Sportbodensegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sportbodensegment eine Bodenauflageschicht (1) aufweist.