[0001] Die Erfindung betrifft eine Ver- und Entriegelung für eine einen Standflügel und
einen Gangflügel aufeisende Tür.
[0002] Eine derartige Tür ist bereits aus der
DE 19652599 C2 bekannt. Die zweiflüglige Tür ist mit einer Ver- und Entriegelung versehen, die aus
einem im Gangflügel angeordneten Schloss und einem in Stulpflügel angebrachten Treibriegelschloss
besteht. Diese Türe ist nach Art einer Paniktür beschaffen, so dass bei einer Betätigung
des Standflügelseitigen Treibriegelschlosses die Falle und die Riegel des Gangflügels
zurückgeschlossen oder zumindest zurückgeschoben werden. Die Betätigung der Schlösser
erfolgt dabei manuell.
[0003] Aus der
EP 1321610 A2 ist eine zweiflüglige Tür mit Panikfunktion bekannt, bei der die Verriegelung des
Standflügels über einen Riegel am Gangflügel erfolgt und dass ein motorischer Antrieb
des gangflügelseitigen Schloss vorgesehen ist. Dabei erfolgt die Verriegelung des
Standflügels ausschließlich über einen Riegel des Gangflügels. An dem Gang und dem
Standflügel sind Drehtürantriebe angeordnet, mit deren Hilfe die Flügel verschwenkt
werden können. Nachteilig ist es dabei, dass die Verriegelung des Standflügels nicht
ausreichend sicher gestellt werden kann.
[0004] Aus der
DE 4033840 C2 ist schließlich eine zweiflügelige Tür mit einem elektromagnetisch betätigbaren Türöffner
mit Panikfunktion bekannt geworden, bei der an dem Standflügel Riegeleingriffe vorgesehen
sind, die über einen Elektromagneten in Verriegelungsstellung gehalten werden und
bei einem nicht erregten Elektomagneten in eine Freigabestellung gelangen. Nachteilig
dabei ist es, dass der Standflügel und der Gangflügel nur gemeinsam ver- bzw. entriegelt
werden können. Eine Ansteuerung nur des Gangflügels, z.B. für einen Tagbetrieb, ist
nicht vorgesehen.
[0005] Ausgehend davon besteht das Bedürfnis jeden Flügel einer zweiflügeligen Tür unabhängig
vom anderen Flügel sicher ver- und entriegeln zu können.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist vorgesehen, dass an dem Standflügel ein Treibriegelschloss
angeordnet und dass an dem Standflügel ein Kraftantrieb angebracht ist, welcher auf
die Treibstangen 8, 9 wirkt. Über das Treibriegelschloss lässt sich der Standflügel
sicher gegenüber dem Rahmen festlegen und bietet auch dem Gangflügel dadurch eine
sichere Basis für dessen Verriegelungselemente.
[0007] Um die manuelle Bedienung des Standflügels sicherzustellen, ist noch vorgesehen,
dass zwischen dem Kraftantrieb und den Treibstangen 8, 9 ein Freigang besteht, der
durch den Kraftantrieb überwunden werden muss und der eine Bewegung der Treibstangen
8, 9 auch ohne Mitnahme des Kraftantriebs zulässt.
[0008] Um Fehlschließungen vorzubeugen, ist es zweckmäßig, wenn an der Tür eine Steuereinheit
vorgesehen ist, welche den Verriegelungszustand der beiden Flügel auswertet und überwacht.
[0009] Zweckmäßig für eine zentrale Steuerung in einem Notfall ist es zudem, wenn die Steuerung
über einen externen Signalgeber veranlasst werden kann, die Verriegelung der Flügel
aufzuheben.
[0010] Vorteilhaft für die Bedienung der Tür ist es zudem, wenn an dem Standflügel und dem
Gangflügel jeweils ein Kraftantrieb vorgesehen ist, der die Drehöffnung des Flügels
bewirkt.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Zeichnungen. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine zweiflüglige Tür mit einer hier schematisch angedeuteten Ver- und Entriegelung,
- Fig. 2
- eine Ver- und Entriegelung des Gang- und des Standflügels in einer Übersicht.
[0012] Aus der Fig. 1 ist in einer schematischen Ansicht eine allgemein mit 1 bezeichnete
Tür erkennbar, die im Wesentlichen aus einem Standflügel 2 und einem Gangflügel 3
besteht, welche in einem ihnen gemeinsamen Türrahmen 4 drehgelagert sind. Am Standflügel
2 ist ein Treibriegelschloss 6 angeordnet. Das Treibriegelschloss 6 besitzt eine Treibstangen
8 und eine Treibstangen 9, welche in entgegen gesetzten Richtungen bewegbar sind.
Die Treibstangen 8 und 9 wirken über endseitig angebrachte Riegel in der Verschlussstellung
mit dem Türrahmen 4 zusammen. An dem Gangflügel 3 ist ein Treibstangenschloss 7 vorgesehen,
welches mit Nebenschlosskästen 10, 11 versehen ist. Diese enthalten und steuern Riegel,
welche in einer Verschlussstellung mit Riegeleingriffen 12, 13 an dem Standflügel
zusammenwirken. Dazu sind die Riegeleingriffe 12, 13 an dem Treibriegelschloss 6 bzw.
dessen Stulpschiene angebracht.
[0013] Wie aus der Fig. 2 erkennbar, ist das Treibstangenschloss 6 mit einer Stulpschiene
14 versehen. In der Stulpschiene 14 sind die Eingriffe für die Riegel 15, 16 vorgesehen,
wobei die Riegel 15 als Schwenkriegel und die Riegel 16 als senkrecht zur Stulpschiene
verschiebbare Bolzenriegel ausgebildet sind. In dem Schlossgehäuse 17 ist zudem eine
Riegeleintrittsöffnung 18 und eine Falleneintrittsöffnung 19 für die Falle 20 und
den Riegel 21 des Treibstangenschlosses 7 vorgesehen.
[0014] Sowohl in dem Schlossgehäuse 22 des Treibstangenschloss 6 als auch in dem Schlossgehäuse
17 ist im Ausführungsbeispiel ein motorischer Antrieb untergebracht. Im Falle des
Treibstangenschlosses 6 lässt sich dadurch die Treibstange 23 zusammen mit dem Riegel
21 verlagern, sodass auch die mit der Treibstange 23 antriebsgekoppelten Riegel 15,
16 bewegt werden können. Durch den motorischen Antrieb in dem Schlossgehäuse 17 lässt
sich zum einen eine in der Darstellung nach Fig. 2 nicht sichtbare Treibstange verschieben
und zum anderen der Riegel 21 und die Falle 20 aus der Riegeleintrittsöffnung 18 und
der Falleneintrittsöffnung 19 herausbewegen. Durch die Verlagerung des Riegels 21
wird auch die Treibstange 23 in eine Öffnungsstellung gebracht, so dass die Riegel
15, 16 zurückgezogen werden. Dementsprechend wird dadurch der Stand- und der Gangflügel
entriegelt. Unabhängig davon kann gleichzeitig mit der Öffnung des Standflügels auch
ein Öffnungsimpuls an den Gangflügel gesendet werden, so dass ein mechanisches Zurückschieben
der Riegel 15,16, 21 und der Falle 20 nicht notwendig ist.
[0015] Um die manuelle Bedienung des Standflügels sicherzustellen, ist noch vorgesehen,
dass zwischen dem Kraftantrieb und den Treibstangen 8, 9 ein Freigang besteht, der
durch den Kraftantrieb überwunden werden muss und der eine Bewegung der Treibstangen
8, 9 auch ohne Mitnahme des Kraftantriebs zulässt. Dazu kann beispielsweise vorgesehen
werden, dass der motorische Antrieb mit einen Untersetzungsgetriebe versehen ist,
dessen Letztrad an einem Schieber angreift. Dieser ist mit der Treibstange dergestalt
verbunden, dass bei einem motorischen Betrieb zunächst ein durch beispielsweise einen
Bolzen in einem Langloch gebildeter Freilauf durchfahren wird und erst am Ende des
Langlochs eine Mitnahme der Treibstange erfolgt. Bei manueller Entriegelung können
Treibstange und Schieber daher ohne Mitnahme des Untersetzungsgetriebes bewegt werden.
[0016] Um Fehlschließungen vorzubeugen, ist es zweckmäßig, wenn an der Tür eine Steuereinheit
vorgesehen ist, welche den Verriegelungszustand der beiden Flügel auswertet und überwacht.
Dadurch kann z. B. erreicht werden, dass der Gangflügel erst bei vollständig verschlossenem
Standflügel verriegelt wird. Dies lässt sich beispielsweise durch Reed-Sensoren oder
Mikroschalter an der Treibstange des Standflügels abfragen. Zweckmäßig ist es, wenn
die Stellung der Treibstangen zudem an eine Signal-Einrichtung, wie beispielsweise
eine Alarmanlage, weitergeleitet wird. Es kann auch vorgesehen werden, dass die Steuerung
über einen externen Signalgeber veranlasst wird, die Verriegelung der Flügel aufzuheben.
Dadurch lassen sich beispielsweise in einem Notfall die Rettungswege freigeben.
[0017] Vorteilhaft kann nun auch vorgesehen werden, dass an dem Standflügel und dem Gangflügel
jeweils ein Kraftantrieb vorhanden ist, der die Drehöffnung des Flügels bewirkt.
[0018] Abweichend von der Darstellung nach den Figuren kann auch vorgesehen sein, dass der
motorische Antrieb in einem separaten Nebenkastengehäuse untergebracht ist.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Tür
- 2
- Standflügel
- 3
- Gangflügel
- 4
- Türrahmen
- 6
- Treibriegelschloss
- 7
- Treibstangenschloss
- 8
- Treibstange
- 9
- Treibstange
- 10
- Nebenschlosskasten
- 11
- Nebenschlosskasten
- 12
- Riegeleingriff
- 13
- Riegeleingriff
- 14
- Stulpschiene
- 15
- Schwenkriegel
- 16
- Bolzenriegel
- 17
- Schlossgehäuse
- 18
- Riegeleintrittsöffnung
- 19
- Falleneintrittsöffnung
- 20
- Falle
- 21
- Riegel
- 22
- Schlossgehäuse
- 23
- Treibstange
1. Ver- und Entriegelung für eine einen Standflügel und einen Gangflügel aufweisende
Tür, wobei der Standflügel mittels eines Treibriegelschlosses gegenüber dem Türrahmen
oder dgl. und der Gangflügel mittels eines drückerbetätigten Schlosses gegenüber dem
Standflügel festlegbar sind und im oder am Gangflügel ein dem Treibriegelschloss gegenüberliegendes
schlüssel- und drückerbetätigtes Schloss angeordnet ist, wobei das Treibriegelschloss
Mittel zum Rückschließen der Schlossfalle und des Schlossriegels des in oder am Gangflügel
angeordneten Schlosses aufweist, wobei das am Standflügel (2) angebrachte Treibriegelschloss
(6) beidseitig angeordnete Treibstangen (8, 9) aufweist, wobei die Treibstangen (8,
9) des Treibriegelschlosses (6) mit einem Schlossfallenauswerfer (17) antriebsverbunden
ist, wobei das an dem Standflügel angebrachte Treibriegelschloss (6) mittels eines
Kraftantriebs betätigbar ist, gekennzeichnet durch einen an dem Treibriegelschloss (6) des Standflügels (2) angebrachten Kraftantrieb,
welcher auf die Treibstangen (8, 9) wirkt.
2. Ver- und Entriegelung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Kraftantrieb und den Treibstangen (8, 9) ein Freigang besteht, der durch
den Kraftantrieb überwunden werden muss und der eine Bewegung der Treibstangen (8,
9) auch ohne Mitnahme des Kraftantriebs zulässt.
3. Ver- und Entriegelung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Tür eine Steuereinheit vorgesehen ist, welche den Verriegelungszustand der
beiden Flügel auswertet und überwacht.
4. Ver- und Entriegelung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung über einen externen Signalgeber veranlasst werden kann die Verriegelung
der Flügel aufzuheben.
5. Ver- und Entriegelung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Standflügel und dem Gangflügel jeweils ein Kraftantrieb vorgesehen ist, der
die Drehöffnung des Flügels bewirkt.