[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Beschattungsvorrichtung mit um ihre Längsachse
verschwenkbaren Lamellen, die entlang seitlicher Führungen der Höhe nach verlagerbar
sind und an ihren Enden stirnseitige Führungsschlitze zur Aufnahme der Führungen aufweisen.
[0002] Lamellen für Beschattungsvorrichtungen, wie Jalousien oder Raffstores, werden an
ihren Enden der Höhe nach verschiebbar geführt, wobei die Führung ein Verschwenken
der Lamellen um ihre Längsachse ermöglichen muss. Zu diesem Zweck ist es üblich, die
Lamellen mit über deren Enden axial vorstehenden Führungsansätzen zu versehen, die
in seitliche Führungsschienen eingreifen und eine Schwenkachse für die Lamellen darstellen.
Um den damit verbundenen Aufwand zu vermeiden und ein geräuscharmes und klemmfreies
Verschwenken der Lamellen zu erlauben ist es darüber hinaus bekannt (
AT 413 126 B), die Lamellenenden stufenförmig abzusetzen und im Bereich der Stufe einen axialen
Führungsschlitz vorzusehen, in den ein vorzugsweise gummielastischer Führungssteg
einer an der Stufe anliegenden Führungsschiene eingreift. Dieser Führungssteg dient
somit einerseits der Lamellenführung und verhindert anderseits die Ausbildung eines
Spalts zwischen der Führungsschiene und den Lamellenenden. Da der Führungssteg mit
einem vergleichsweise geringen Seitenspiel in den stirnseitigen Führungsschlitz der
Lamellen eingreifen soll, kann nur für vergleichsweise dünne Lamellen eine zufriedenstellende
Verschwenkbarkeit gegenüber den einen Schwenkanschlag bildenden Führungsstegen sichergestellt
werden, wie dies bei metallischen Lamellen und bei Kunststofflamellen, nicht aber
bei Holzlamellen der Fall ist, die für eine ausreichende Festigkeit eine Dicke benötigen,
die einem Vielfachen der Dicke von Lamellen aus Kunststoff oder Metall entspricht.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Beschattungsvorrichtung der
eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass Lamellen aus einem Holzwerkstoff
eingesetzt werden können, ohne auf eine zufriedenstellende Schwenkbarkeit und eine
ausreichende Seitenführung der Lamellen verzichten zu müssen.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Lamellen aus einem Holzwerkstoff
gefertigt sind und dass die Flanken der Führungsschlitze gegenüber einer Lamellennormalen
gleichsinnig geneigt verlaufen.
[0005] Da zufolge der gleichsinnigen, vorzugsweise übereinstimmenden Neigung der einander
gegenüberliegenden Flanken der Querschnitt der Führungsschlitze zumindest angenähert
einem Parallelogramm entspricht, bestimmen die einander bezüglich der kurzen Diagonale
des Querschnittparallelogramms gegenüberliegenden Längsränder der Führungsschlitze
das maximale Führungsspiel für die in die Führungsschlitze eingreifenden Führungen,
während die einander bezüglich der großen Diagonale gegenüberliegenden Längsränder
den maximalen Schwenkwinkel gegenüber den Führungen begrenzen, sodass aufgrund der
unterschiedlichen Diagonallängen trotz eines beschränkten seitlichen Führungsspiels
ein vergleichsweise großer Schwenkwinkel für die wegen des Holzwerkstoffs verhältnismäßig
dicken Lamellen sichergestellt werden kann. Die in die Führungsschlitze eingreifenden
Führungen für die Lamellen können unterschiedlich ausfallen und beispielsweise durch
einen Führungssteg oder ein Führungsseil gebildet werden.
[0006] Besonders günstige Konstruktionsverhältnisse ergeben sich, wenn die Flanken der Führungsschlitze
gegenüber einer Lamellennormalen einen Winkel zwischen 30° und 70° einschließen. Mit
zunehmendem Neigungswinkel wird zwar der Längenunterschied der Diagonalen des Querschnittparallelogramms
größer, doch empfiehlt sich eine Begrenzung des Neigungswinkels nach oben, damit die
einander bezüglich der kurzen Diagonale gegenüberliegenden Längsränder nicht in einer
schmalen, bruchanfälligen Schneide auslaufen.
[0007] Für vergleichsweise lange Lamellen, die mit einem Holzwerkstoff verwirklicht werden
können, kann sich eine zusätzliche Führung zur Stabilisierung der Lamellenlage als
notwendig erweisen. Zu diesem Zweck können die Lamellen zwischen den endseitigen Führungsschlitzen
wenigstens einen weiteren mit den endseitigen Führungsschlitzen fluchtenden Führungsschlitz
mit geneigten Flanken zur Aufnahme einer Zwischenführung aufweisen. Beim Verschwenken
der Lamellen stützen sich diese somit auch zwischen den seitlichen Führungen an wenigstens
einer Zwischenführung ab.
[0008] Die Führungsschlitze mit den geneigten Flanken müssen nicht zwingend durch den Holzwerkstoff
der Lamellen selbst gebildet werden. Aus Fertigungsgründen bzw. aus Gründen der Materialeigenschaften
kann es sinnvoll sein, dass die Lamellen Einsätze mit den die geneigten Flanken aufweisenden
Führungsschlitzen tragen.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel schematisch
dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Beschattungsvorrichtung ausschnittsweise im Bereich eines Lamellenendes
in einer Draufsicht,
- Fig.
- 2 diese Beschattungsvorrichtung in einem Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 in
einem größeren Maßstab und
- Fig.
- 3 eine dem Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 entsprechende Darstel- lung der
Beschattungsvorrichtung, jedoch mit einer auf Anschlag ver- schwenkten Lamellenlage.
[0010] Die dargestellte Beschattungsvorrichtung weist einen Behang aus horizontal verlaufenden
Lamellen 1 auf, die in herkömmlicher Weise in Schnurzügen gehalten werden. Die zum
Schwenken der Lamellen 1 vorgesehenen Wendeschnüre 2 dieser Schnurzüge sind in den
Fig. 2 und 3 strichpunktiert angedeutet. Die Lamellen 1 des Behangs werden entlang
einer seitlichen Begrenzung 3 einer Wandöffnung verlaufenden Führung 4 geführt, die
in stirnseitige Führungsschlitze 5 an den beiden Enden der Lamellen 1 mit seitlichem
Spiel eingreifen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Führungen 4 als Führungsstege
ausgebildet, was jedoch nicht zwingend ist. Die Führungsschlitze 5 der aus einem Holzwerkstoff
gefertigten Lamellen 1 weisen einander gegenüberliegende Flanken 6 auf, die gegenüber
einer Lamellennormalen (n) gleichsinnig geneigt verlaufen, und zwar unter einem Winkel
α von 30° bis 60°. Aufgrund dieser Neigung der Flanken 6 ergibt sich für die Führungsschlitze
5 ein Querschnitt in Form eines Parallelogramms, das eine kurze Diagonale 7 und eine
lange Diagonale 8 aufweist, wie dies in der Fig. 2 strichpunktiert angedeutet ist,
in der eine Lamelle 1 in einer Querlage abgebildet ist. Wie sich aus der Darstellung
der Fig. 2 unmittelbar ergibt, bestimmt die Länge der kurzen Diagonale 7 das seitliche
Bewegungsspiel der Lamellen 1 gegenüber der Führung 4, während die Länge der langen
Diagonale 8 den größten Schwenkwinkel begrenzt, wie dies aus der Fig. 3 entnommen
werden kann, in der die Lamellen 1 mit Hilfe der Wendeschnüre 2 in eine durch die
Führung 4 anschlagbegrenzte, maximale Schwenkstellung verlagert sind.
[0011] Es zeigt sich somit, dass der Längenunterschied zwischen den kurzen und den langen
Diagonalen 7, 8 des Parallelogrammquerschnitts der Führungsschlitze 5 in Verbindung
mit der Abmessung der Führung 4 quer zu den Führungsschlitzen 5 und der Dicke der
Lamellen 1 das Verhältnis zwischen dem seitlichen Führungsspiel der Führung 4 innerhalb
der Führungsschlitze 5 und den maximalen Schwenkwinkel für die Lamellen 1 bestimmen,
wobei bei einer entsprechenden Wahl des Winkels α der Neigung der Flanken 6 in Abhängigkeit
von der Belastbarkeit der Flankenränder insbesondere im Bereich der schneidenartig
zulaufenden Kanten 9 trotz der für die erforderliche Festigkeit notwendigen Dicke
der Holzlamellen 1 eine ausreichende Seitenführung der Lamellen 1 gegenüber der Führung
4 und eine gute Verschwenkbarkeit der Lamellen 1 sichergestellt werden kann.
[0012] Bei vergleichsweise langen Lamellen 1 kann für eine zusätzliche Führung der Lamellen
1 gesorgt werden, indem zwischen den endseitigen Führungsschlitzen 5 wenigstens ein
weiterer mit den endseitigen Führungsschlitzen 5 fluchtender Führungsschlitz 10 mit
geneigten Flanken 6 zur Aufnahme einer Zwischenführung 11 vorgesehen wird, wie dies
in der Fig. 1 dargestellt ist. Wird diese Zwischenführung 11 mit einem Steg 12 versehen,
der durch einen Querschlitz 13 der Lamellen 1 durchtritt, so ergibt sich zusätzlich
eine Längsführung für die Lamellen 1. Beispielsweise aus Festigkeitsgründen können
in einem solchen Fall die Führungsschlitze 5 und 10 außermittig in einem geringen
Abstand vom den Querschlitz 13 aufweisenden Längsrand der Lamellen 1 angeordnet sein.
1. Beschattungsvorrichtung mit um ihre Längsachse verschwenkbaren Lamellen (1), die entlang
seitlicher Führungen (4) der Höhe nach verlagerbar sind und an ihren Enden stirnseitige
Führungsschlitze (5) zur Aufnahme der Führungen (4) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (1) aus einem Holzwerkstoff gefertigt sind und dass die Flanken (6)
der Führungsschlitze (5) gegenüber einer Lamellennormalen (n) gleichsinnig geneigt
verlaufen.
2. Beschattungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Flanken (6) gegenüber einer Lamellennormalen (n) einen Winkel (α) zwischen 30°
und 70° einschließen.
3. Beschattungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (1) zwischen den endseitigen Führungsschlitzen (5) wenigstens einen
weiteren mit den endseitigen Führungsschlitzen (5) fluchtenden Führungsschlitz (10)
mit geneigten Flanken (6) zur Aufnahme einer Zwischenführung (11) aufweisen.
4. Beschattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (1) Einsätze mit den die geneigten Flanken (6) aufweisenden Führungsschlitzen
(5) tragen.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente