[0001] Die Erfindung betrifft einen Axiallüfter nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Axiallüfter werden als Kühlgebläse in Kraftfahrzeugen eingesetzt, wobei der Axiallüfter
in Luftströmungsrichtung hinter einem Wärmeübertrager oder einer Gruppe von Wärmeübertragern
angeordnet ist und Umgebungsluft zu Kühlungszwecken durch den oder die Wärmeübertrager
saugt. Der Axiallüfter läuft in einem Zargenring, d. h. einer ortsfesten Ummantelung
um, wobei der Zargenring Teil einer Zarge oder Lüfterhaube ist, welche sich an den
Wärmeübertrager bzw. die Gruppe von Wärmeübertragern anschließt. In Luftströmungsrichtung
hinter dem Axiallüfter, d. h. in seinem Abströmfeld sind die Brennkraftmaschine des
Kraftfahrzeuges sowie Zusatzaggregate der Brennkraftmaschine angeordnet, die ungleichförmige
Hindernisse im Abströmfeld des Axiallüfters bilden. Aufgrund der üblichen kompakten
Bauweise im Motorraum des Kraftfahrzeuges sind diese Hindernisse, insbesondere die
Brennkraftmaschine in geringem axialen Abstand hinter dem Axiallüfter angeordnet,
wodurch sich Effekte einer Verblockung ergeben können, insbesondere ein Druckverlust
durch eine stärkere Drosselung, aber auch ein Druckrückgewinn durch Diffusorwirkung.
Darüber hinaus ist die aus dem Axiallüfter austretende Luftströmung mit einem Drall
behaftet, welcher nicht für einen zusätzlichen Druckaufbau genutzt werden kann - vielmehr
wird die damit verbundene Energie dissipiert. Schließlich tritt häufig auch das Problem
der Rezirkulation auf, d. h. der Wiederansaugung von erwärmter, aus dem Axiallüfter
ausgetretener Luft. Dies führt zu einer Verschlechterung der Kühlleistung.
[0003] Aufgrund dieser Probleme wurde bereits vorgeschlagen, das Abströmfeld des Axiallüfters
gezielt zu beeinflussen, z. B. durch einen so genannten Nachleitapparat oder Nachleitelemente.
[0004] Durch die
EP 1 443 216 A2, welche der
US 6,827,547 B2 entspricht, wurde eine Kühlanlage für eine Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges
bekannt, wobei einem in einem Zargenring umlaufenden Axiallüfter ein Diffusor sowie
austrittsseitige Strömungsleitelemente nachgeschaltet sind. Der Zargenring, welcher
an eine Lüfterhaube oder Zarge anschließt, ummantelt die Lüfterblätter des Axiallüfters
über deren gesamte Tiefe (axiale Erstreckung), und die im Wesentlichen in radialer
Richtung verlaufenden Strömungsleitelemente sind in Luftströmungsrichtung hinter den
Abströmkanten der Lüfterblätter, d. h. stromabwärts der Lüfteraustrittsebene angeordnet.
Damit ergibt sich als Nachteil eine relativ große axiale Bautiefe, da sich die Tiefe
der Lüfterblätter und die Tiefe der Strömungsleitelemente in axialer Richtung addieren.
[0005] Durch die
DE 10 2006 037 628 A1 der Anmelderin wurde ein stationär angeordneter Nachleitapparat für einen Axiallüfter
bekannt, welcher zwischen einem als Kühlmittelkühler ausgebildeten Wärmeübertrager
und einer Brennkraftmaschine angeordnet ist. Der Nachleitapparat umfasst einerseits
einen Diffusor und andererseits im Wesentlichen radial verlaufende Strömungsleitelemente,
welche sich von der Wurzel der Lüfterblätter bis zum Außendurchmesser des Diffusors
erstrecken. Die radialen Strömungsleitelemente sowie der Diffusor sind stromabwärts
der Lüfteraustrittsebene angeordnet, sodass sich auch hier eine relativ große axiale
Bautiefe ergibt. Dies gilt auch für ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei welchem
radial verlaufende Strömungsleitflächen radial außerhalb des Lüfters und des Zargenringes
angeordnet sind.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Axiallüfter der eingangs genannten
Art hinsichtlich seiner Lüfterleistung zu verbessern, insbesondere durch gezielte
Beeinflussung seines Abströmfeldes, wobei gleichzeitig eine gedrungene Bauweise in
axialer Richtung erreicht werden soll.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Lüfterblätter gegenüber dem Zargenring einen
Blattüberstand bilden und dass radial außerhalb der Lüfterblätter und im Bereich des
Blattüberstandes Strömungsfeitefemente angeordnet sind. Die Blattspitzen der Lüfterblätter
sind somit in ihrem abströmseitigen Bereich, dem Bereich des Blattüberstandes, nicht
vom Zargenring ummantelt, sondern laufen in diesem Bereich frei. Aufgrund des Blattüberstandes
bildet sich im Blattspitzenbereich bereits eine radial gerichtete Lüfterabströmung
aus, welche auf die radial außerhalb angeordneten Strömungsleitelemente trifft. Damit
wird der Vorteil erreicht, dass die vom Lüfter im Blattspitzenbereich erzeugte Strömung
verzögert, dass der Drall aus der Lüfterabströmung herausgenommenen und in statischen
Druck umgewandelt wird (Druckrückgewinn). Die Energie der Drallströmung im Lüfterabströmfeld
geht somit nicht verloren.
[0009] Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind die Strömungsleitelemente im Wesentlichen
radial ausgerichtet, oder sie weisen einen radialen und tangentialen Verlauf auf.
Die Lüfterabluft kann somit verlustfreier aus dem Motorraum abgeleitet werden. Hierdurch
wird die Umwandlung der Drallströmung in statischen Druck bewirkt, und die abströmende
Luft wird vorteilhaft abgeleitet.
[0010] Bevorzugt weisen die Strömungsleitelemente gekrümmte Leitflächen auf, wobei eine
zweidimensionale Krümmung oder auch eine dreidimensionale Krümmung vorteilhaft sein
können. Zweidimensionale Krümmung bedeutet, dass parallele Radialschnitte dieselbe
Krümmung aufweisen - wie beispielsweise bei einer Zylinderfläche. Dreidimensionale
Krümmung bedeutet, dass parallele Radialschnitte durch die Strömungsleitflächen nicht
dieselben, sondern unterschiedliche Krümmungen aufweisen. Beispielsweise sind die
Strömungsleitflächen zusätzlich in axialer Richtung verwunden.
[0011] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind die Strömungsleitelemente abschnittsweise
oder in Gruppen auf dem Umfang verteilt angeordnet. Z. B. kann oberhalb des Lüfters
eine erste Gruppe von Strömungsleitelementen angeordnet sein, während eine zweite
Gruppe von Strömungsleitelementen etwa diametral zur ersten Gruppe, d. h. im unteren
Lüfterbereich angeordnet ist. Die selektive Anordnung und die individuelle Geometrie
der Strömungsleitelemente erfolgt dabei in Anpassung an das lokale Abströmfeld, d.
h. die Anordnung und Ausbildung der stromabwärts gelegenen Strömungshindernisse wie
Brennkraftmaschine und deren Zusatzaggregate. Damit wird eine hohe Effizienz beim
Abbau von Druckverlusten mit minimalem baulichen Aufwand erreicht.
[0012] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform schließen die Strömungsleitelemente
mit ihren Hinterkanten bündig mit den Abströmkanten der Lüfterblätter ab. Damit wird
ein Gewinn an axialem Bauraum erreicht, da die Strömungsteitelemente somit innerhalb
der axialen Tiefe der Lüfterblätter angeordnet sind. Besonders bevorzugt entspricht
die axiale Tiefe der Strömungsleitelemente dem Blattüberstand. Damit ergibt sich ein
optimales Zusammenwirken der Blattspitzenströmung mit den Strömungsleitelementen.
[0013] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Austrittsseite des Zargenringes
als Diffusor ausgebildet. Damit wird ein weiterer Druckrückgewinn durch Verzögerung
der Lüfteraustrittsströmung erreicht, wobei sich die Strömungsleitelemente und der
Diffusor in ihrer Wirkung unterstützen.
[0014] Bevorzugt sind die Strömungsleitelemente am Zargenring befestigt, was ohne großen
baulichen Aufwand möglich ist. Besonders bevorzugt können die Strömungsleitelemente
in den Zargenring integriert und einstückig mit diesem ausgebildet sein, vorzugsweise
als Kunststoffspritzteil oder als gespritzte Baugruppen an einem Metallring angeschraubt
werden.
[0015] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Axiallüfter an der Brennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeuges befestigt und wird von der Brennkraftmaschine angetrieben, beispielsweise
direkt durch die Kurbelwelle oder über einen Zwischentrieb. Der Axiallüfter ist somit
motorfest angeordnet, was insbesondere bei Nutzfahrzeugen von Vorteil ist.
[0016] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind auch der Zargenring und die
Strömungsleitelemente an der Brennkraftmaschine befestigt. Damit treten keine oder
nur minimale Relativbewegungen zwischen den Lüfterblattspitzen und dem Zargenring
auf, sodass ein minimaler Umfangsspalt realisierbar ist, was dem Lüfterwirkungsgrad
zu Gute kommt.
[0017] Nach einer alternativen Ausführungsform können der Axiallüfter, der Zargenring und
die Strömungsleitelemente an einer Zarge bzw. Lüfterhaube eines Wärmeübertragers,
vorzugsweise einem Kühlmittelkühler einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges
befestigt sein, d. h. der Axiallüfter ist "kühlerfest" angeordnet. Dabei wird der
Axiallüfter bevorzugt von einem Elektromotor angetrieben, welcher seinerseits an der
Lüfterhaube befestigt ist. Die Kühlerfeste Anordnung ist für Axiallüfter mit geringerem
Gewicht, d. h. für kleinere Fahrzeuge vorteilhaft.
[0018] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im
Folgenden näher erläutert, wobei sich aus der Beschreibung und/oder der Zeichnung
weitere Merkmale und/oder Vorteile ergeben können. Es zeigen
- Fig. 1a
- einen Axiallüfter mit Strömungsleitelementen an einem Zargenring in einer Ansicht
von hinten,
- Fig. 1b
- den Axiallüfter gemäß Fig. 1a in einer seitlichen Ansicht,
- Fig. 1c
- eine vergrößerte Einzelheit des Axiallüfters gemäß Fig. 1b als Schnittbild,
- Fig. 2a
- ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung mit partiell im Um- fangsbereich eines
Axiallüfters angeordneten Strömungsleitelemen- ten in einer Ansicht von hinten,
- Fig. 2b
- einen Axialschnitt des Axiallüfters gemäß Fig. 2a mit einem Strö- mungsleitelement
in drei Ansichten und
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht des Axiallüfters mit partiellen Strö- mungsleitelementen
von vorn mit rückseitiger Brennkraftmaschine.
[0019] Fig. 1a, 1b, 1c zeigen als erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung einen Axiallüfter 1, welcher
in einem ortfest angeordneten Zargenring, 2 (auch Leitring oder Mantel genannt), drehbar
angeordnet ist. Der Axiallüfter 1 umfasst als Axialschaufeln ausgebildete Lüfterblätter
3 sowie eine Lüfternabe 4, welche mit einer nicht dargestellten Lüfterkupplung, vorzugsweise
einer Flüssigkeitsreibungskupplung verbunden wird. Der Axiallüfter 1, im Folgenden
auch kurz Lüfter 1 genannt, ist gegenüber einer nicht dargestellten Brennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeuges befestigt und wird von der Brennkraftmaschine vorzugsweise direkt,
d. h. über eine nicht dargestellte Kurbelwelle der Brennkraftmaschine angetrieben.
Ein indirekter Antrieb über einen beispielsweise als Keilriementrieb ausgebildeten
Zwischentrieb ist ebenfalls möglich. Der Axiallüfter 1 ist somit motorfest angeordnet.
Der Zargenring 2 weist eine im Wesentlichen zylindrisch ausgebildete Ringfiäche 2a
auf, welche die Lüfterblätter 3 in axialer Richtung, d. h. in Richtung der Lüfterachse
teilweise ummantelt. Die Ringfläche 2a wird in axialer Richtung (Fig. 1c) durch eine
Vorderkante 2b und eine Hinterkante 2c begrenzt. Der Lüfter 1 und der Zargenring 2
werden von Umgebungsluft in Richtung eines Pfeiles L (Fig. 1b) durchströmt. Auf der
abströmseitigen Seite des Zargenringes 2, der Rückseite 2d, sind über den Umfang verteilt
Strömungsleitelemente 5 angeordnet, welche eine zweidimensionale Krümmung um achsparallele
Achsen aufweisen. Die Strömungsleitelemente 5 bilden schaufelartige, in radialer und
tangentialer Richtung verlaufende Zylinderflächen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
(Fig. 1a) sind die Strömungsleitelemente 5 gleichmäßig über den Umfang verteilt angeordnet.
[0020] Wie insbesondere in Fig. 1c erkennbar, ist die Rückseite 2d des Zargenringes 2 konisch
ausgebildet und bildet somit einen Diffusor 6 für die aus dem Lüfter 1 austretende
Luftströmung. Die Lüfterblätter 3 weisen Abströmkanten 3b auf, welche in Luftströmungsrichtung
L über den Zargenring 2 hinausstehen. Der Abstand zwischen der Hinterkante 2c der
Ringfläche 2a und der Abströmkante 3b der Lüfterblätter 3 wird als Blattüberstand
ü bezeichnet. Die Blattspitzen 3a sind also im Bereich des Blattüberstandes ü nicht
von der Ringfläche 2a ummantelt, sondern freilaufend angeordnet. Die Strömungsleitelemente
5 sind im axialen Bereich des Blattüberstandes ü angeordnet und weisen Hinterkanten
5a auf, welche bündig mit den Abströmkanten 3a abschließen, d. h. die Abströmkanten
3b der Lüfterblätter 3 und die Hinterkanten 5a der Strömungsleitelemente 5 liegen
in einer gemeinsamen Radialebene. Dies bedeutet, dass die Strömungsleitelemente 5
gegenüber der (axialen) Tiefe der Lüfterblätter 3 keinen zusätzlichen axialen Bauraum
beanspruchen. Der Blattüberstand beträgt vorzugsweise 15 bis 60 % der gesamten Tiefe
der Lüfterblätter 3.
[0021] Der Zargenring 2 und die Strömungsleitelemente 5 können nach einer bevorzugten Ausführungsform
einstückig, insbesondere als Kunststoffspritzteil ausgebildet sein.
[0022] Im Folgenden wird die Wirkungsweise des Axiallüfters 1 in Verbindung mit dem Zargenring
2 und den Strömungsleitelementen 5 beschrieben, wobei insbesondere auf die Darstellung
in Fig. 1c Bezug genommen wird: Die gemäß Pfeilrichtung L in den Zargenring 2 eintretende
Luft trifft auf die rotierenden von der Brennkraftmaschine angetriebenen Lüfterblätter
3. In Strömungsrichtung hinter dem Lüfter 1 befindet sich die nicht dargestellte Brennkraftmaschine,
durch welche eine freie Abströmung behindert wird. Dies führt zu einer Drosselung
und einer etwa halbaxial ausgebildeten Strömung im Lüfter 1. Insbesondere im Bereich
der Blattspitzen 3a, welche über die Hinterkante 2c der Ringfläche 2a hinausstehen
und somit frei laufen, bildet sich eine radial gerichtete Abströmung aus, welche auf
die Strömungsleitelemente 5 trifft. Die über die Blattspitzen 3a austretende Luftströmung
ist mit einem starken Drall behaftet, welcher durch die stationär angeordneten Strömungsleitelemente
5 aus der Luftströmung herausgenommen und in statischen Druck umgewandelt wird. Gleichzeitig
tritt infolge des Diffusors 6 eine kontrollierte Verzögerung der Abströmung auf. Die
Lüfterabströmung wird somit in radiale Richtung umgelenkt. Durch die Umwandlung des
dynamischen Drucks in statischen Druck werden ein Druckrückgewinn und dadurch eine
höhere Lüfterleistung erzielt.
[0023] Fig. 2a und
Fig. 2b zeigen als zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung einen Axiallüfter 7, welcher
in einem ortfest, vorzugsweise motorfest angeordneten Zargenring 8 umläuft. Der Axiallüfter
7 weist an einer Lüfternabe 9 befestigte Lüfterblätter 10 auf, welche sich in axialer
Richtung über eine Tiefe T (Fig. 2b) erstrecken. Der Zargenring 8 weist einen zylindrisch
ausgebildeten Bereich 8a auf, welcher die Lüfterblätter 10 in ihrem stromaufwärtigen
Bereich ummantelt und etwa bündig mit einer Lüftereintrittsebene EE abschließt. Die
Lüfterblätter 10 ragen in Luftströmungsrichtung L über den zylindrischen Bereich 8a
hinaus und bilden einen Blattüberstand Ü, welcher bevorzugt in einem Bereich von 15
bis 60 % der Tiefe T der Lüfterblätter 10 liegt. Im Bereich des Blattüberstandes Ü
sind die Lüfterblätter 10 somit nicht ummantelt, d. h. die Blattspitzen 10a laufen
frei. Im axialen Bereich des Blattüberstandes Ü ist radial außerhalb der Blattspitze
10a ein Strömungsleitelement 11 angeordnet, welches zusätzlich als Strömungsleitelement
11a in einer Ansicht von unten und als Strömungsleitelement 11b in einer Ansicht von
hinten dargestellt ist. Aus den Darstellungen 11, 11a, 11 b geht hervor, dass das
Strömungsleitelement 11 dreidimensional gekrümmt ist, d. h. parallele Radialschnitte
(senkrecht zur Lüfterachse) durch das Strömungsleitelement 11 weisen unterschiedliche
Krümmungen auf, insbesondere eine Verwindung in axialer Richtung.
[0024] Fig. 2a zeigt in einer Ansicht von hinten die Anordnung der Strömungsleitelemente
11 auf dem Umfang des Zargenringes 8. Eine erste Gruppe I von zehn Strömungsleitelementen
11 (die Zahl 10 gilt als Beispiel) ist im oberen Bereich des Axiallüfters 7 angeordnet,
und eine zweite Gruppe II von sechs Strömungsleitelementen 11 (die Zahl 6 ebenfalls
als Beispiel) ist im unteren, seitlichen Bereich des Axiallüfters 7 angeordnet. Zur
Befestigung der Strömungsleitelemente 11 weist der Zargenring 8 radial verlaufende
Flanschabschnitte 8b auf. Die Anordnung der Strämungsleifelemente 11 in Gruppen I,
II, d. h. abschnittsweise auf dem Umfang des Zargenringes 8 verteilt, erfolgt in Anpassung
an das hinter dem Axiallüfter 7 liegende, durch Strömungshindernisse gestörte Abströmfeld.
Damit wird eine gezielte, effektive Beeinflussung der Lüfterabströmung verwirklicht,
und zwar durch selektive Anordnung der Strömungsleitelemente 11 auf dem Umfang, durch
ihre Anzahl auf einem Umfangsabschnitt sowie gegebenenfalls durch eine unterschiedliche
Geometrie (Krümmung) der Leitflächen der Strömungsleitelemente 11. Letztere müssen
also nicht, obwohl mit derselben Bezugszahl 11 bezeichnet, eine identische Geometrie
aufweisen.
[0025] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht von vorn auf den Axiallüfter 7 gemäß Fig.
2a und Fig. 2b einschließlich Zargenring 8 und den daran befestigten, in Gruppen I,
II angeordneten Strömungsleitelementen 11. Der Axiallüfter 7 ist an einer Brennkraftmaschine
12 befestigt und wird über eine nicht dargestellte Kurbelwelle und eine mit der Lüfternabe
9 verbundene Lüfterkupplung 13 angetrieben. Der Zargenring 8 sowie die daran befestigten
Strömungsleitelemente 11 können - was nicht dargestellt ist - ebenfalls mit der Brennkraftmaschine
12 verbunden sein. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass zwischen dem Axiallüfter 7
und dem Zargenring 8 ein enger Umfangsspalt eingehalten werden kann. Die Brennkraftmaschine
12 befindet sich im Abströmfeld des Axiallüfters 7 und stellt für die austretende
Lüfterströmung ein erhebliches Störungshindernis dar. Insbesondere im oberen Bereich
12a liegt eine "Verblockung" des Lüfterabströmfeldes vor. Aus diesem Grund sind gerade
im oberen Bereich des Axiallüfters 7 die Strömungsfeitetemente 11 in einer Gruppe
I angeordnet. Dadurch wird die "Verblockung" durch den oberen Bereich 12a der Brennkraftmaschine
12 "neutralisiert", indem die aus dem Lüfter 7 im Bereich 12a austretende Luftströmung
gezielt in eine radiale oder auch eine radiale und eine tangentiale Strömungsrichtung
umgelenkt wird. Die Lüfteraustrittsluft kann somit gezielt an den erwähnten Strömungshindernissen
vorbei und mit wesentlich reduzierten Druckverlusten aus dem Motorraum herausgeführt
werden. Darüber hinaus kann auf diese Weise eine Rezirkulation und Wiederansaugung
von bereits erwärmter Luft vermieden werden. Durch die zweite Gruppe II von Strömungsleitelementen
11 in einem Umfangsbereich, der etwa diametral zur Anordnung der ersten Gruppe I angeordnet
ist, wird ebenfalls eine örtlich begrenzte, an die abströmseitigen Strömungsverhältnisse
angepasste Beeinflussung der Lüfterabströmung erreicht. Die Anordnung der Gruppen
I, II zeigt ein Ausführungsbeispiel von vielen möglichen, d. h. bei einer abweichenden
"Silhouette" der Brennkraftmaschine und ihrer Zusatzaggregate kann eine abweichende
Anordnung und Gestaltung der Luftleitelemente geboten sein.
[0026] Abweichend von den dargestellten Ausführungsbeispielen, bei welchen der Axiallüfter
motorfest angeordnet und durch die Brennkraftmaschine angetrieben wird, liegt auch
eine Ausführungsvariante im Rahmen der Erfindung, bei welcher der Axiallüfter "kühlerfest"
angeordnet ist, d. h. über eine Kühlerzarge (auch Lüfterhaube genannt) mit einem als
Kühlmittelkühler ausgebildeten Wärmeübertrager verbunden und gegenüber diesem befestigt
ist. Der Antrieb des Axiallüfters würde in diesem Falle bevorzugt über einen ebenfalls
mit der Lüfterhaube verbundenen Elektromotor erfolgen.
1. Axiallüfter, welcher um eine Achse drehbar in einem ortsfesten Zargenring (2, 8) angeordnet
ist, mit Lüfterblättern (3, 10), wobei der Zargenring (2, 8) eine im Wesentlichen
zylindrische Ringfläche (2a, 8a) mit einer axialen Erstreckung von einer Vorderkante
(2b) bis zu einer Hinterkante (2c) und die Lüfterblätter (3, 10) eine axiale Tiefe
(T) von einer Anströmkante bis zu einer Abströmkante (3b) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Abströmkanten (3b) der Lüfterblätter (3) in axialer Richtung über die Hinterkante
(2c) der Ringfläche (2a) hinausstehen und einen Blattüberstand (ü, Ü) bilden und dass
radial außerhalb der Lüfterblätter (3, 10) sowie im axialen Bereich des Blattüberstandes
(ü, Ü) Strömungsleitelemente (5, 11) angeordnet sind.
2. Axiallüfter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitelemente (5, 11) im Wesentlichen radial oder radial und tangential
ausgerichtet sind.
3. Axiallüfter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitelemente (5, 11) gekrümmte Leitflächen aufweisen.
4. Axiallüfter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitflächen zweidimensional gekrümmt sind.
5. Axiallüfter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitflächen dreidimensional gekrümmt sind.
6. Axiallüfter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitelemente (11) abschnittsweise auf dem Umfang des Zargenringes (2a,
8a) angeordnet und an das örtliche Abströmfeld hinter dem Axiallüfter (7) angepasst
sind.
7. Axiallüfter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitelemente (5) Hinterkanten (5a) aufweisen, welche bündig zu den Abströmkanten
(3b) der Lüfterblätter (3) angeordnet sind
8. Axiallüfter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitelemente (5, 11) eine axiale Erstreckung aufweisen, die dem Blattüberstand
(ü, 0) entspricht.
9. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zargenring (2) abströmseitig als Diffusor (6) ausgebildet ist.
10. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitelemente (5, 11) am Zargenring (2, 2d; 8, 8b) einzeln oder als Gruppen
befestigt sind.
11. Axiallüfter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitelemente (5) einstückig mit dem Zargenring (2), vorzugsweise als
Kunststoffspritzteil ausgebildet sind.
12. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er an einer Brennkraftmaschine (12) eines Kraftfahrzeuges befestigt und von dieser
antreibbar ist.
13. Axiallüfter nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Zargenring (8) und die Strömungsleitelemente (11) an der Brennkraftmaschine (12)
befestigt sind.
14. Axiallüfter nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Axiallüfter, der Zargenring sowie die Strömungsleitelemente an einer Lüfterhaube
eines Wärmeübertragers, insbesondere eines Kühlmittelkühlers für eine Brennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeuges befestigt sind.
15. Axiallüfter nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass er von einem an der Lüfterhaube befestigten Elektromotor antreibbar ist.