[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf das Gebiet von Kontaktvorrichtungen
mit einer Vielzahl von Kontakten zum Kontaktieren einer Leiterplatte.
[0002] Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf eine Kontaktvorrichtung gemäß Anspruch
2 hergestellt mit einem Verfahren zum Herstellen einer solchen Kontaktvorrichtung
gemäß Anspruch 1.
[0003] Solche Kontakte werden beispielsweise zur Verbindung zweier Leiterplatten (board-to-board-Verbindung)
verwendet.
[0004] Aus der
DE 44 15 022 ist eine Vorrichtung mit einer Kontaktfeder zum elektrischen Kontaktieren von Kontaktflächen
einer separaten Karte, z. B. Chip-Karte oder Memory-Karte, mit einem Kontaktträger,
z. B. Leiterplatte, dessen Kontakte mit Schaltkreisen verbunden sind bekannt, bei
dem federnde Kontaktelemente in Form eines Ringes oder Wickels aus einem Metallband
oder einem Metalldraht eingesetzt sind und die einerseits die Kontakte des Kontaktträgers
kontaktieren und andererseits in den Freiraum ragen.
[0005] Aus der
DE 2 234 961 ist ein Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Steckers zur Zwischenverbindung
stromleitender Elemente auf einer ersten gedruckten Schaltungsplatte mit stromleitenden
Elementen auf einer zweiten gedruckten Schaltungsplatte bekannt, wobei der Stecker
einen einteiligen Körper aus Isoliermaterial mit einer ersten Kontaktfläche, die gegen
eine erste gedruckte Schaltungsplatte festlegbar ist und einer zweiten Kontaktplatte,
die gegen eine zweite gedruckte Schaltungsplatte festlegbar ist, mit einer Vielzahl
von Querkanälen in der ersten und zweiten Oberfläche und einer Vielzahl von elektrisch
leitenden, federnden Kontaktbauteilen aufweist, deren jeder ein erstes Ende, das in
einem entsprechenden der Kanäle in der ersten Kontaktfläche angeordnet ist und ein
zweites Ende, das in dem entsprechenden der Kanäle in der zweiten Kontaktfläche angeordnet
ist.
[0006] Aus der Druckschrift
US 2008/0003844 ist ein Steckverbinder bekannt, der als Verbindungselement Federringe aus Federdraht
einsetzt, dessen Enden zur Kontaktierung mit einer ersten und zweiten Leiterplatte
vorgesehen sind.
[0007] In der Praxis treten in Folge der Miniaturisierung die Probleme auf, dass es mittels
herkömmlicher board-to-board-Steckverbinder nicht möglich ist, minimalste Leiterplattenabstände
korrekt zu kontaktieren. Auch der Abstand der einzelnen Kontaktreihen bei einer board-to-board-Verbindung
bedingt häufig das Problem, dass eine der Steckseiten als Steckerstiftseite und die
gegenüberliegende Seite als Buchsenseite ausgebildet sein muss. Die genauen Abmessungen
müssen dann aufeinander abgestimmt sein, um eine fehlerfreie Kontaktierung solcher
board-to-board-Steckverbinder zu gewährleisten. Sollen allerdings Leiterplatten in
Bauelementen federnd kontaktiert werden oder alternativ die Leiterplatte mit der anderen
Leiterplatte federnd kontaktiert werden, gibt es im Rahmen der zunehmenden Miniaturisierung
deutlicher Herstellungsprobleme. Einerseits sind Kurzschlüsse zwischen den einzelnen
Segmenten zu vermeiden und andererseits sollte versucht werden, auch in komplexen
Werkzeugen mit vielen Kontakten diese korrekt paarweise zueinander in einem definierten
Pitch (Abstand) zu beabstanden. Die vorliegende Erfindung widmet sich der Lösung dieser
Aufgabe.
[0008] Zur Lösung der zuvor genannten Aufgabe sieht die vorliegende Erfindung eine Kontaktvorrichtung
vor, welche hergestellt wurde durch das Einbetten einer Schraubenfeder, welche hergestellt
ist aus einem Federdraht, ausgebildet als herkömmliche Schraubenfeder.
[0009] Durch das Einbetten einer solcher Schraubenfeder in einen Isolierkörper lässt sich
durch die Einbettungstiefe definiert festlegen, mit welchem Abschnitt der Schraubenfeder
diese im Isolierkörper gehalten wird und sich dadurch Bereiche unterhalb des Isolierkörpers
bilden, welche geeignet sind zur Kontaktierung mit einer Leiterplatte und weiterhin
Bereiche ausgebildet werden, die oberhalb des Isolierkörpers ausgebildet sind, welche
geeignet sind zum Kontaktieren mit einem entsprechenden Bauelement oder der damit
zu kontaktierenden Leiterplatte.
[0010] Erfindungsgemäß erhält man hierdurch in einem ersten Verfahrensschritt einen definierten
Pitch-Abstand einer Vielzahl benachbarter Federsegmente gebildet durch die Drahtwendeln
der Schraubenfeder.
[0011] Diese werden nun an einer definierten Stelle vorzugsweise knapp oberhalb des Isolierkörpers
der Länge nach in Richtung der Schraubenfederachse durchgetrennt. Hierdurch werden
aus der zuvor verbundenen Schraubenfeder, welche durch Schraubenfederwendeln ausgebildet
war, eine Vielzahl von paarweise beabstandeten Drahtwendelsegmente ausgebildet, die
im folgenden auch kurz als Federsegmente bezeichnet werden.
[0012] In einer alternativen Ausführungsform könnte auch solche vorgestanzten oder alternativ
vorgebogenen einzelnen Federsegmente dazu verwendet werden, diese definiert durch
ein Werkzeug paarweise zueinander beabstandet in ähnlicher Weise in einen Isolierkörper,
wie zuvor beschrieben, einzubetten.
[0013] Diese erfindungsgemäße Lösung führt somit zu einem definierten Kontaktfederabstand
gleichartiger Kontaktfederelemente, welche sämtliche auch gleichartige Federeigenschaften
aufweisen. Zugleich wurde hierdurch eine Lötbauanordnung geschaffen, da ein Lötkontaktabschnitt,
welcher bestimmungsgemäß aus dem Isolierkörper herausragen soll, eine definierte Lötkontaktebene
bildet.
[0014] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Zusammenhang mit den angefügten Zeichnungen,
wobei die Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Kontaktvorrichtung;
Fig. 2 eine schematische Draufsicht der Kontaktvorrichtung gemäß Fig. 1;
Fig. 3 ein Drahtwendelsegment als Teilelement der Kontaktvorrichtung gemäß Fig. 1
und Fig. 2;
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Kontaktvorrichtung gemäß
Fig. 1 und Fig. 2.
[0015] In Fig. 1 und Fig. 2 ist schematisch eine Kontaktvorrichtung 1 gezeigt, umfassend
eine Vielzahl von paarweise beabstandeten Federsegmenten 4, welche mit dem Isolierkörper
3 form- und kraftschlüssig verbunden sind. Der Isolierkörper 3 ist ein im wesentlichen
lang- gestreckter, quaderförmiger Isolierkörper, in den die zuvor beschriebenen Federsegmente
4 mit ihrem Halteabschnitt 8 eingebettet sind.
[0016] Mit Vorteil sind die Federsegmente 4 aus einer Schraubenfeder 2 ausgebildet worden,
welche entlang der Schraubenfederachse mit einer Federsegmentunterbrechung 10 durchtrennt
wurden. Zusammen mit dem Isolierkörper wird hierdurch die erfindungsgemäße Kontaktvorrichtung
erhalten.
[0017] In Fig. 3 ist in einer Seitenansicht Drahtwendelsegment 12 dargestellt, welches an
seinem oberen Kreissegmentabschnitt über einen Kontaktabschnitt 5 verfügt und an der
gegenüberliegenden Seite mit dem Halteabschnitt 8 im Isolierkörper 3 befestigt ist.
[0018] Deutlich ersichtlich und wesentlich ist dabei, dass das Federsegment 4 so mit seinem
Halteabschnitt 8 im Isolierkörper 3 befestigt ist, dass der Lötkontaktabschnitt 6
etwas aus den Isolierkörper 3 herausragt, wodurch ein definierter Lötpunkt gebildet
ist.
[0019] Weiterhin ist in der Fig. 1 und Fig. 3 deutlich ersichtlich, dass die Drahtenden
13a, 13b eines jeden Drahtwendelsegments 12 jeweils gegenüber einem direkt dazu benachbarten
Drahtende 13a, 13b positioniert sind.
[0020] Deutlich zu sehen ist dabei, dass eine jede der Drahtwendel ungefähr mit einer dreiviertel
Drahtwendelumdrehung jeweils ein Federsegment 4 bildet. Hieraus wird die erfindungsgemäße
Kontaktvorrichtung mit den paarweise beabstandeten Federsegmenten 4 gebildet.
[0021] In einfachster Weise wird in den folgenden Schritten das erfindungsgemäße Verfahren
offenbart zum Herstellen der erfindungsgemäßen Kontaktvorrichtung.
Das Verfahren umfasst die Schritte:
[0022] Einbringen einer Schraubenfeder 2 in einen Isolierkörper 3 derart, dass entlang ihrer
Schraubenfederachse die Schraubenfeder 2 zumindest mit einem Kreissegmentabschnitt
9 in dem Isolierkörper 3 befestigt ist und den Schritt, die Schraubenfeder 2 parallel
zur Schraubenfederachse an einer Stelle eines jeden Drahtwendelsegments 12 mittels
einer Unterbrechung zu durchtrennen, unter Bildung einer Vielzahl gleichartig beabstandeter
Federsegmente 4 im Isolierkörper 3.
Bezugszeichenliste
Kontaktvorrichtung
[0023]
- 1
- Federnde Kontaktvorrichtung
- 2
- Schraubenfeder
- 3
- Isolierkörper
- 4
- Federsegment
- 5
- Kontaktabschnitt
- 6
- Lötkontaktabschnitt
- 7
- Isolierkörperunterseite
- 8
- Halteabschnitt
- 9
- Kreissegmentabschnitt
- 10
- Federsegmentunterbrechung
- 11
- Draht
- 12
- Drahtwendelsegment
- 13a, 13b
- Drahtenden
1. Verfahren zum Herstellen einer federnden Kontaktvorrichtung umfassend die folgenden
Schritte:
a) Einbringen einer Schraubenfeder (2) aus einem Draht (11) in einen Isolierkörper
(3) derart, dass entlang der Schraubenfederachse die Schraubenfeder (2) zumindest
mit einem Kreissegmentabschnitt (9) in dem Isolierkörper (3) befestigt wird und
b) die Schraubenfeder (2) parallel zur Schraubenfederachse an einer Stelle eines jeden
Drahtwendelsegments der Schraubenfeder (2) durchgetrennt werden unter Bildung einer
Vielzahl gleichartiger und beabstandeter Federsegmente (4) ausgebildet aus den Drahtwendelsegmenten
(12).
2. Kontaktvorrichtung (1) hergestellt mit dem Verfahren gemäß Anspruch 1.
3. Kontaktvorrichtung (1) gemäß Anspruch 2, wobei die Federsegmente (4) im wesentlichen
ausgebildet sind als ringförmige Drahtfedersegmente (12) aus einem Draht (11).
4. Kontaktvorrichtung (1) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahtfedersegmente (12) als Drahtwendelsegmente (12) ausgebildet sind.
5. Kontaktvorrichtung (1) gemäß Anspruch 4, wobei die Drahtwendelsegmente (12) so im
Isolierkörper angeordnet sind, dass jeweils ein Drahtende (13a, 13b) eines Drahtwendelsegmentes
unmittelbar gegenüber einem direkt dazu beabstandeten Drahtende (13a, 13b) des benachbarten
Drahtwendelsegment (12) positioniert ist.
6. Kontaktvorrichtung (1) gemäß Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahtwendelsegmente (12) über einen Halteabschnitt (8) verfügen, welcher als
Kreissegmentabschnitt (9) im Isolierkörper (3) befestigt ist.
7. Kontaktvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Federsegment (4) über einen kreissegmentförmigen Kontaktabschnitt (5) verfügt.
8. Kontaktvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Federsegment (4) über einen Lötkontaktabschnitt (6) verfügt, welcher aus der
Isolierkörperunterseite (7) des Isolierkörpers (3) zumindest teilweise herausragt.
9. Kontaktvorrichtung (1) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Lötkontaktabschnitt (6) aus einem Teilsegment des kreissegmentförmigen Halteabschnittes
(8) gebildet ist.