[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb für ein Wasserfahrzeug, insbesondere einen Pod-Antrieb
oder einen Antrieb für ein Unterwasserfahrzeug.
[0002] Antriebe für Unterwasserfahrzeuge mit außerhalb der Druckhülle untergebrachten Elektromotoren
sind bekannt. Hierzu wird beispielsweise auf die
US 5509830 verwiesen. Eine solche Konstruktion erlaubt den Verzicht auf einen Durchgang für
eine Antriebswelle durch die Druckhülle, sodass der Antrieb ohne druckfeste Dichtungen
ausgestaltet werden kann. Darüber hinaus treten die mit solchen Durchführungen für
Antriebswellen verbundenen Vibrations- und Geräuschprobleme nicht auf. Zusätzlich
wird auf die
US 5 607 329 A verwiesen.
[0003] Ein anderes Anwendungsbeispiel sind Pod-Schiffsantriebe, für die ein elektrischer
Antriebsmotor in einer drehbar an einem Schiffsrumpf angelenkten Gondel untergebracht
ist. Die Energie zum Betrieb der außenseitig angebrachten Antriebsmaschine wird Oblicherweise
mittels eines Dieselgenerators erzeugt, der an einem geeigneten Ort im Schiffsrumpf
untergebracht ist.
[0004] Pod-Schiffsantriebe weisen eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber konventionellen
Antrieben auf. Dies ist zum einen die Verbindung eines effektiven Vortriebsorgans
mit einer Steuereinheit, die sich aus der Drehbarkeit von Pod-Schiffsantrieben relativ
zur Schiffslängsachse ergibt. Dieser Umstand ist insbesondere für Fähren und Eisbrecher
von Bedeutung. Darüber hinaus zeichnen sich Pod-Schiffsantriebe durch eine verringerte
Geräuschentwicklung innerhalb des Schiffsrumpfs und geringere Vibrationsneigung aus.
Ferner wird im Schiffsrumpf durch die Verlagerung wenigstens von Teilen des Antriebs
nach außen zusätzlicher Platz geschaffen. Aufgrund der genannten Vorteile haben sich
Pod-Schiffsantriebe, insbesondere für Kreuzfahrtschiffe, bei denen neben der hohen
Eigenmanövrierfähigkeit ein hoher Komfortanspruch für die Passagiere besteht, durchgesetzt.
[0005] Die
US 2714866 offenbart eine Gestaltung eines Pod-Schiffsantriebs mit einem frischwasserumströmten
Elektromotor mit koaxialer Anordnung von Rotor und Stator. Der radial innenliegende
Rotor ist drehstarr mit einer Hohlwelle verbunden, die über eine Kupplung mit einer
koaxial innerhalb der Hohlwelle angeordneten Antriebswelle des Propellers zusammenwirkt.
Aufgrund der zwischengeschalteten Kupplung ist die Konstruktion aufwendig, zusätzlich
wird die Antriebswelle des Propellers über Radiallager mit relativ kleinem Durchmesser
abgestützt.
[0006] Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Pod-Schiffsantriebs ist aus der
DE 102004048754 A1 bekannt geworden. Beschrieben wird ein Pod-Schiffsantrieb mit hohem Wirkungsgrad,
wobei ein langsam laufender, großbauender Propeller von einem schnelllaufenden Elektromotor
über ein zwischengeschaltetes hydrodynamisches Leistungsverzweigungsgetriebe angetrieben
wird. Durch diese Maßnahme entsteht ein energieeffizientes Antriebssystem, das allerdings
konstruktiv aufwendig ist.
[0007] Alternativ wurden daher gattungsgemäße Direktantriebe ohne zwischengeschaltete Getriebe
vorgeschlagen, die hochpolige, großbauende Elektromotoren verwenden. Eine mögliche
Ausgestaltung besteht darin, den Rotor eines Elektromotors als Außenläufer auszubilden
und drehstarr mit einem Propeller in einer umlaufenden Einheit zu verbinden. Beispielhaft
wird hierzu auf den durch die
DE 3141339 A1 offenbarten Antrieb für ein Unterwasserfahrzeug verwiesen.
[0008] Hieraus geht ein Antrieb hervor, bei dem der Stator eines Elektromotors in einer
umlaufenden Nut eines zylindrischen Abschnitts des Fahrzeugrumpfs untergebracht ist.
Der Rotor des Elektromotors ist in der Nabe einer umlaufenden Einheit angelegt, die
gleichzeitig den Propeller trägt. Der Luftspalt zwischen dem Rotor und dem Stator
ist wassergeflutet. Zum Ablauf der umlaufenden Einheit sind Wälzlager vorgesehen,
wobei die Lagerschalen an den axialen Seitenflächen der umlaufenden Einheit, beziehungsweise
der umlaufenden Nut zur Aufnahme des Stators, angebracht sind. Mit einer solchen Lageranordnung
können Kippmomente auf den Propeller, die die Luftspaltdimensionen verändern, nur
schwer abgefangen werden. Darüber hinaus sind Wälzlager problematisch im Hinblick
auf limitierte Flächenpressungen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Verschmutzung
durch Sedimente. Darüber hinaus können solche Lager nur in begrenztem Maß Stöße und
Vibrationen aufnehmen, beziehungsweise sie erlauben nur geringfügige Deformationen.
[0009] Zur konstruktiven Verbesserung des Antriebs wurden daher in der bereits genannten
Druckschrift
DE 3141339 A1 elektrische Antriebe in Form von Scheibenmotoren offenbart. Hierbei werden Kippmomente
auf die umlaufende Einheit durch magnetische Kräfte am Luftspalt des Elektromotors
abgestützt. Eine entsprechende Konstruktion ist aus der
EP 1140618 A1 bekannt. Nachteilig ist jedoch, dass die vom Propeller ausgehenden statischen und
dynamischen Belastungen unmittelbar auf die Luftspalttoleranzen des Scheibenmotors
wirken und somit dessen Leistungsabgabe beeinflussen. Ferner sind Lagerungen solcher
Scheibenmotoranordnungen aufgrund der radialen Erstreckung der Rotorscheibe nach radial
innen versetzt, sodass mit abnehmendem Lagerumfang die Flächenpressungen im Lager
zunehmen.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Antrieb für ein Wasserfahrzeug anzugeben,
der die voranstehend dargelegten Nachteile überwindet. Gefordert wird ein getriebefreier
Direktantrieb, der zu einem konstruktiv vereinfachten und dennoch standfesten gattungsgemäßen
Schiffsantrieb führt und dessen großbauender Elektromotor einen effizienten Antrieb
für einen langsam umlaufenden Propeller bietet.
[0011] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs gelöst. Demnach umfasst
der erfindungsgemäße Antrieb für ein Wasserfahrzeug eine umlaufende Einheit, die neben
dem Propeller zusätzlich den Rotor eines Elektromotors trägt, sodass eine drehfeste
Verbindung zwischen dem Rotor und dem Propeller vorliegt. Der Elektromotor weist eine
koaxiale Anordnung von Rotor und Stator und ein radial gerichtetes magnetisches Feld
im Luftspalt zwischen Rotor und Stator auf. Der Stator ist entweder in einem zum Luftspalt
hinweisenden Teil des Rumpfs des Wasserfahrzeugs oder in einem am Rumpf des Wasserfahrzeugs
drehbar angelenkten Gondelgehäuse eines Pod-Antriebs untergebracht. Bevorzugt wird
ein radial großbauender Generator mit einer Vielzahl von Polen.
[0012] Der Luftspalt zwischen dem Rotor und dem Stator ist geflutet, wobei in diesem Bereich
entweder Umgebungswasser, vorzugsweise gefiltert, oder Frischwasser zugeführt wird.
Zur Abtrennung vom wassergefüllten Luftspalt wird vorzugsweise die Statorverblechung
wasserdicht abgekapselt. Dies gelingt entweder durch ein Spaltrohr aus einem austenitischen
Stahl oder einem anderen nicht elektrisch leitfähigen Werkstoff. Hierfür kommt unter
anderem ein glas- oder kohlefaserverstärktes Material oder ein Elastomer in Frage.
Alternativ kann die Abdichtung durch eine Vergussmasse erfolgen.
[0013] Für den Fall, dass zur Abdichtung des Stators ein Volumenbereich abgekapselt wird,
wird bevorzugt für diesen Bereich ein Druckausgleichsgefäß vorgesehen. Entsprechend
zum Stator wird der Rotor abgekapselt, so weit dieser nicht rein passiv mit Permanentmagneten
ausgeführt ist. Dies betrifft demnach Ausführungen mit Fremderregung, wobei für diesen
Fall bevorzugt die zur Fremderregung notwendige Energie über den Luftspalt hinweg
berührungslos, insbesondere induktiv, übertragen wird.
[0014] Erfindungsgemäß wird zur Abstützung der umlaufenden Einheit in Axialrichtung zu beiden
Seiten des Luftspalts wenigstens ein wassergeschmiertes Gleitlager angeordnet, das
so ausgestaltet und orientiert ist, dass wenigstens eine Abstützung in Radialrichtung
für die umlaufende Einheit erfolgt. Die wassergeschmierten Gleitlager führen zu einer
Vielzahl von Vorteilen, zum einen zeichnen sie sich durch eine hohe Tragkraft sowie
eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Verschmutzen und das Eindringen von Sedimenten
aus. Ferner tolerieren sie insbesondere bei der Verwendung einer Hart-Weich-Paarung
im gewissen Maße Strukturdeformationen und können so Vibrationen und Stöße aufnehmen.
[0015] Des Weiteren sind die erfindungsgemäß verwendeten wassergeschmierten Gleitlager kostengünstig
und können aus einzelnen Segmenten aufgebaut sein, die wiederum separat tauschbar
sind.
[0016] Die erfindungsgemäß verwendeten wassergeschmierten Gleitlager zur axialen Abstützung
der umlaufenden Einheit erlauben die sichere Führung auch für leistungsstarke Antriebe.
Zusätzlich wird bevorzugt, für die großen auftretenden Achsschübe ein zusätzliches,
separat angelegtes Axiallager vorzusehen, das ebenfalls als wassergeschmiertes Gleitlager,
wiederum insbesondere in Form einer Hart-Weich-Paarung für die Lagerungsflächen ausgebildet
ist. Bevorzugt wird des Weiteren eine segmentierte Gestaltung des Gleitlagers, sodass
bei Verschleiß Einzelkomponenten ausgetauscht werden können. Außerdem vereinfacht
sich damit die Montage und die Justage des Gleitlagers.
[0017] Für eine Weiterbildung der Erfindung wird der Bereich der umlaufenden Einheit, der
zur Abstützung des Propellers dient, axial von jenem Bereich beabstandet, in dem der
Rotor angeordnet ist und an dem die wassergeschmierten Gleitlager zur radialen Abstützung
vorgesehen sind. Ferner wird das Axiallager zum Abfangen des Propellerschubs möglichst
nah am Einleitungspunkt der Propellerkräfte angelegt. Die Weitergestaltung ist deshalb
vorteilhaft, da die Propellerkräfte und die damit verbundenen Deformationen möglichst
vom Rotor und dessen Lagerung ferngehalten werden, hierdurch bleiben während des Betriebs
die Luftspalttoleranzen weitgehend konstant, sodass unerwünschte Fluktuationen in
der Antriebsleistung vermieden werden.
[0018] Zur Umsetzung der bevorzugten Beabstandung des Propellers gegenüber den in Axialrichtung
zu beiden Seiten des Luftspalts angeordneten Gleitlagern wird eine Nabenscheibe vorgesehen,
die den Propeller trägt und die drehstarr mit dem den Rotor tragenden Teil der umlaufenden
Einheit verbunden ist. Dieser Teil kann zylindrisch oder hohlzylindrisch ausgebildet
sein.
[0019] Erfindungsgemäβ ist der Rotor als Innenläufer ausgebildet. Demnach umfasst die umlaufende
Einheit einen den Rotor tragenden oder diesen aufnehmenden Teil, der in eine Ausnehmung
in jenem Teil des Schiffsrumpfs beziehungsweise der Gondel, der zur Aufnahme des Stators
dient (festsehender Teil), eingeführt ist. Nachfolgend wird dieser als Tragkörper
bezeichnet. Entsprechend läuft der Tragkörper durch die wassergeschmierten Gleitlager
zu beiden Seiten des Luftspalts an der Innenwandung der Ausnehmung im feststehenden
Teil ab.
[0020] Ein besonderer Vorteil dieser Ausgestaltung ist darin zu sehen, dass der Tragkörper
zur Aufnahme und/oder zur Abstützung des Rotors ein separates Auftriebsvolumen aufweisen
kann, beispielsweise durch eine voluminöse, wasserdicht ausgeführte Ausgestaltung
oder durch separate Auftriebskörper. Durch das Auftriebsvolumen können die wassergeschmierten
Gleitlager zu beiden Seiten des Luftspalts entlastet werden und/oder die umlaufende
Einheit wird so austariert, dass eine definierte Vorspannung der Lager vorgenommen
wird. Hierdurch wird insbesondere beim Anlaufen der Bereich der Mischreibung in den
Lagern schnell durchlaufen.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit
einer Figurendarstellungen genauer erläutert. In dieser ist im Einzelnen Folgendes
dargestellt:
- Figur 1
- zeigt einen erfindungsgemäßen Antrieb im Axialschnitt, wobei der Rotor als Innenläufer
ausgebildet ist.
[0022] Figur 1 zeigt schematisch vereinfacht eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung
im Längsschnitt längs der Rotationsachse 17. Dargestellt ist eine umlaufende Einheit
1, umfassend einen Propeller 2, der von einer Nabenscheibe 15 getragen wird. Einen
zusätzlichen Teil der umlaufenden Einheit 1 stellt die Haube 14 dar, die strömungsgünstig
gestaltet ist.
[0023] Der Rotor 4 des Elektromotors 3 ist Teil der umlaufenden Einheit und ist koaxial
zum Stator 5 angeordnet, der in einem feststehenden Teil 16 untergebracht ist. Das
feststehende Teil kann entweder ein drehbar an einem Schiffsrumpf angelenktes Gondelgehäuse
eines Pod-Schiffsantriebs oder ein Teil des Schiffsrumpfs selbst sein, etwa der Heckbereich
eines Unterwasserfahrzeugs.
[0024] Zu beiden Seiten des Luftspalts 11 ist zum Ablauf der umlaufenden Einheit 1 am feststehenden
Teil 16 ein erstes wassergeschmiertes Gleitlager 12.1 und ein zweites wassergeschmiertes
Gleitlager 12.2 vorgesehen. Für die vorliegende Ausgestaltung sind diese wassergeschmierten
Gleitlager 12.1, 12.2 als Radiallager ausgebildet. Weitere Ausgestaltungen, etwa eine
Kombination aus Radial- und Axiallager, sind denkbar. Für die dargestellte bevorzugte
Ausgestaltung wird jedoch zum Abfangen der Schubkräfte des Propellers 2 ein separates
Axiallager 13 vorgesehen, das möglichst propellemah angebracht ist. Vorliegend erfolgt
die Abstützung an einem mit dem feststehenden Teil 16 verbundenen Flansch 19, wobei
das separate Axiallager 13 doppeltwirkend ausgebildet ist und Zug-/Schubbelastungen
des Propellers 2 in Axialrichtung auffängt.
[0025] Die erfindungsgemäß verwendeten wassergeschmierten Gleitlager 12.1, 12.2 und das
entsprechend ausgeführte separate Axiallager 13 sind bevorzugt segmentiert und als
Hart-Weich-Paarung angelegt. Hierdurch entstehen Lager mit hoher Tragkraft, die unempfindlich
gegenüber eindringenden Sedimenten sind. Darüber hinaus sind die Lager kostengünstig
und können die Kräfte und Momente auch für Antriebe mit hoher Leistung im Bereich
von einigen Megawatt sicher abfangen. Ferner federn die Lager durch eine gewisse Eigenelastizität
Stöße sicher ab. Das heißt, sie sind bis zu einem gewissen Maß verformbar. Allerdings
nur so weit, wie die notwendigen Toleranzen des Luftspalts 11 für den Elektromotor
3 sicher eingehalten werden können.
[0026] Der Elektromotor 3 weist eine wasserdichte Abkapselung, insbesondere der verblechten
Bereiche, auf. Hierzu ist zum Schutz der Statorbleche ein abgekapseiter Statorbereich
8 vorgesehen. Für die dargestellte Ausführungsform wird ein Rotor 4 mit Fremderregung
gewählt, sodass auch rotorseitig ein abgekapselter Rotorbereich 7 vorliegt. Zur Fremderregung
ist eine Einheit zur berührungslosen Energieübertragung 6 zur Zuführung der für die
Fremderregung notwendigen Energie vom bestehenden Teil 16 zur umlaufenden Einheit
1 vorgesehen. Diese kann als ringförmige Spulenanordnung zur induktiven Energieübertragung
oder als Erregermaschine ausgebildet sein. Die Details der Ausgestaltung sind in den
Figuren nicht dargestellt.
[0027] Für die Ausführung des abgekapselten Rotorbereichs 7 und des abgekapselten Statorbereichs
8 sind unterschiedliche Ausgestaltungen denkbar, beispielsweise die Verwendung eines
Spaltrohrs oder der Einsatz von Vergussmassen zur wasserdichten Abkapselung. Für das
dargestellte Ausführungsbeispiel wird der abgekapselte Bereich in der umlaufenden
Einheit, der abgekapselte Rotorbereich 7, durch ein wenigstens teilweise elastisches
Material aus GFK vom wassergefüllten Bereich des Luftspalts 11 getrennt. Zum Druckausgleich
des abgekapselten Rotorbereichs 7 ist ein Druckausgleichsgefäß 9 vorgesehen.
[0028] Der Rotor 4 ist als Innenläufer ausgeführt. Entsprechend ist der den Rotor tragende
Teil 10 der umlaufenden Einheit 1 als ein Tragkörper 18 ausgebildet, der den Rotor
4 aufnimmt oder abstützt. Dieser Tragkörper 18 ist in eine Ausnehmung im feststehenden
Teil 16 eingeführt und stützt sich mittels derwassergeschmierten Gleitlager 12.1,
12.2 in Radialrichtung gegen die Innenwand dieser Ausnehmung im feststehenden Teil
16 ab.
[0029] Ein Vorteil, der sich aus einer Ausgestaltung mit einem Rotor als Innenläufer ergibt,
ist darin zu sehen, dass der in die Ausnehmung im feststehenden Teil 16 eingeführte
Tragkörper 18 mit einem eigenen Auftriebsvolumen versehen werden kann. Dies gelingt
dadurch, dass wenigstens Teile dieses Tragkörpers 18 abgedichtet und hohl oder mit
einem schwimmfähigen Material ausgebildet werden. Hierfür kommt eine zylindrische
oder hohlzylindrische Ausgestaltung in Frage. Durch die Auftriebskräfte wird das Eigengewicht
der umlaufenden Einheit 1 wenigstens teilweise kompensiert. Hieraus resultiert eine
Entlastung asymmetrischer, statischer Lagerkräfte in den wassergeschmierten Gleitlagern
12.1, 12.2, sodass sich insbesondere das Langsamlaufverhalten verbessert.
[0030] Darüber hinaus kann durch ein Austarieren der umlaufenden Einheit durch entsprechende
Wahl der Auftriebskräfte der Haube 14, der Nabenscheibe 15 sowie des Tragkörpers 18
die relative Lage des Auftriebspunktes und des Schwerpunkts der umlaufenden Einheit
2 und die Größe des hieraus resultierenden Moments so eingestellt werden, dass die
wassergeschmierten Gleitlager 12.1, 12.2 definiert vorgespannt werden und so Lagerschwingungen
abgedämpft werden. Des Weiteren wird die Mischreibungsphase bei niedrigen Drehzahlen
schneller durchlaufen.
[0031] In der Figurendarstellung sind die in Axialrichtung gesehen zu beiden Seiten des
Luftspalts angeordneten, wassergeschmierten Gleitlager 12.1, 12.2 im Wesentlichen
auf dem durch den Luftspalt 11 vorgegebenen Radius angeordnet. Dies stellt eine bevorzugte
Ausgestaltung dar, da auf diese Weise radial großbauende Lager mit entsprechend verringerter
Flächenpressung entstehen. Allerdings sind Ausgestaltungen denkbar, bei denen die
wassergeschmierten Gleitlager 12.1, 12.2 auf einem vom Luftspalt 11 abweichenden Radius
angeordnet sind. So ist es möglich, aus konstruktiven Gründen die wassergeschmierten
Gleitlager 12.1, 12.2 auf einen noch größeren oder auch auf einen verkleinerten Durchmesser
zu setzen.
[0032] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind im Rahmen der nachfolgenden Schutzansprüche
denkbar. So kann ein erfindungsgemäßer Antrieb mehr als einen Propeller umfassen,
dabei ist es insbesondere für einen Pod-Schiffsantrieb denkbar, dass ein ziehender
und schiebender Propeller zu beiden Seiten einer Gondel angebracht sind, wobei es
denkbar ist, dass jeder Propeller durch einen separaten Elektromotor angetrieben wird
oder mehrere Propeller mit einem Elektromotor anzutreiben.
1. Antrieb für ein Wasserfahrzeug, umfassend
1.1 eine drehbar an einen Schiffsrumpf anlenkbare Gondel;
1.2 eine umlaufende Einheit (1) mit einem Propeller (2);
1.3 einen Elektromotor (3) mit einer koaxialen Anordnung von Rotor (4) und Stator
(5) und einem radial gerichteten magnetischen Feld, wobei der Rotor (4) als Innenläufer
ausgebildet und in drehstarrer Verbindung mit dem Propeller (2) steht;
1.4 wobei der Stator (5) in die Gondel aufgenommen ist und der Rotor (4) von einem
Tragkörper (18) getragen wird, der als Teil der umlaufenden Einheit (1) in eine Ausnehmung
in der Gondel eingeführt ist; und
1.5 der Luftspalt (11) zwischen dem Rotor (4) und dem Stator (5) geflutet ist, wobei
der Rotor (4) und/oder der Stator (5) wasserdicht abgekapselt sind; und
1.6 in Axialrichtung gesehen zu beiden Seiten des Luftspalts (11) wassergeschmierte
Gleitlager (12.1, 12.2) angeordnet sind, mittels derer der Tragkörper (18) an der
Innenwandung der Ausnehmung in der Gondel umläuft; und
1.7 der Tragkörper (18) ein separates Auftriebsvolumen zur Entlastung und/oder Austarierung
der wassergeschmierten Gleitlager (12.1, 12.2) aufweist
2. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das separate Auftriebsvolumen durch hohle, abgedichtete Teile des Tragkörpers (18)
und/oder durch schwimmfähige Materialien am Tragkörper (18) ausgebildet wird.
3. Antrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Propeller (2) gegenüber den zu beiden Seiten des Luftspalts (11) angeordneten
Gleitlagern (12.1, 12.2) axial beabstandet ist.
4. Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Propeller (2) von einer Nabenscheibe (15) getragen wird, die drehstarr mit dem
den Rotor tragenden Teil (10) der umlaufenden Einheit (1) verbunden ist.
5. Antrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein separates Axiallager (13) für die umlaufende Einheit (1) vorgesehen ist, das
als wassergeschmiertes Gleitlager ausgebildet ist.
6. Antrieb nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das separate Axiallager (13) der umlaufenden Einheit (1) in Axialrichtung gesehen
zwischen dem Propeller und dem Rotor angeordnet ist.
7. Antrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (4) und/oder der Stator (5) durch ein Spaltrohr aus einem elektrisch nicht
leitfähigen Werkstoff oder durch eine Vergussmasse wasserdicht abgekapselt sind.
8. Antrieb nach wenigstens einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem wasserdicht abgekapselten Rotor (4) und/oder Stator (5) ein Druckausgleichsgefäß
zugeordnet ist.
9. Verwendung eines Antriebs nach einem der vorausgehenden Ansprüche für einen Pod-Schiffsantrieb
und/oder zum Antrieb eines Unterwasserfahrzeugs.
1. A drive unit for a watercraft, including
1.1 a rotatable gondola, steerable with respect to a ship hull;
1.2 a rotating unit (1) with a propeller (2);
1.3 an electric motor (3) with a coaxial arrangement of rotor (4) and stator (5) and
a radially-oriented magnetic field, whereas the rotor (4) is designed as an internal
rotor and is connected in a torsionally rigid manner to the propeller (2);
1.4 whereas the stator (5) is received in the gondola and the rotor (4) is carried
by a supporting body (18), which is inserted into a recess in the gondola as a part
of the rotating unit (1); and
1.5 the air gap (11) between the rotor (4) and the stator (5) is flooded, whereas
the rotor (4) and/or the stator (5) are encapsulated in a watertight manner;
and
1.6 water-lubricated slide bearings (12.1, 12.2) are arranged, seen in axial direction,
on both sides of the air gap (11), bearings by means of which the supporting body
(18) rotates against the inside wall of the recess in the gondola; and
1.7 the supporting body (18) has a separate buoyancy volume for relieving and/or balancing
the water lubricated slide bearings (12.1, 12.2).
2. The drive unit of claim 1, characterised in that the separate buoyancy volume is formed of hollow and sealed parts of the supporting
body (18) and/or of buoyant materials on the supporting body (18).
3. The drive unit of claim 1 or 2, characterised in that the propeller (2) is axially spaced apart from the slide bearings (12.1,12.2) arranged
on both sides of the air gap (11).
4. The drive unit of claim 3, characterised in that the propeller (2) is carried by a hub disc (15), which is connected in a torsionally
rigid manner to a rotor-carrying part (10) of the rotating unit (1).
5. The drive unit according to any of the preceding claims, characterised in that a separate axial bearing (13) is provided for the rotating unit (1), which is designed
as a water lubricated slide bearing.
6. The drive unit of claim 5, characterised in that the separate axial bearing (13) of the rotating unit (1), seen in axial direction,
is arranged between the propeller and the rotor.
7. The drive unit according to any of the preceding claims, characterised in that the rotor (4) and/or the stator (5) are encapsulated in a watertight manner by a
can made of a non electrically-conducting material or of a casting compound.
8. The drive unit according to at least one of the preceding claims, characterised in that a pressure compensation vessel is allocated to the rotor (4) and/or stator (5) which
is encapsulated in a watertight manner.
9. The application of a drive unit according to one of the previous claims for a pod
ship drive unit and/or for driving a submersible.
1. Système d'entraînement pour véhicule marin, comprenant
1.1 une gondole rotative, dirigeable au niveau d'une coque de navire;
1.2 une unité rotative (1) avec un propulseur (2);
1.3 un moteur électrique (3) avec un agencement coaxial du rotor (4) et du stator
(5) et un champ magnétique orienté radialement, où le rotor (4) est sous forme de
rotor interne et forme une connexion rigide en torsion avec le propulseur (2);
1.4 où le stator (5) est logé dans la gondole et le rotor (4) est porté par un corps
support (18), qui, comme partie intégrante de l'unité rotative (1), est introduit
dans un évidement situé dans la gondole; et
1.5 l'entrefer (11) entre le rotor (4) et le stator (5) est inondé, où le rotor (4)
et/ou le stator (5) sont encapsulés de manière étanche; et
1.6 des paliers de glissement (12.1,12.2) lubrifiés à l'eau sont disposés, vus dans
la direction axiale, des deux côtés de l'entrefer (11), au moyen desquels paliers
le corps support (18) tourne contre la paroi intérieure de l'évidement situé dans
la gondole; et
1.7 le corps support (18) présente un volume de flottaison séparé pour soulagement
et/ou équilibrage des paliers de glissement (12.1,12.2) hydrolubrifiés.
2. Système d'entraînement selon la revendication 1, caractérisé en ce que le volume de flottaison séparé est constitué de pièces creuses et étanches du corps
support (18) et/ou de matériaux flottants au niveau du corps support (18).
3. Système d'entraînement selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le propulseur (2) est espacé axialement des paliers de glissement (12.1,12.2) disposés
des deux côtés de l'entrefer (11).
4. Système d'entraînement selon la revendication 3, caractérisé en ce que le propulseur (2) est porté par un disque de moyeu (15), qui est solidaire de manière
fixe en rotation de la partie (10) de l'unité rotative (1) portant le rotor.
5. Système d'entraînement selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un palier axial séparé (13) est prévu pour l'unité rotative (1), palier en forme de
palier de glissement hydrolubrifié.
6. Système d'entraînement selon la revendication 5, caractérisé en ce que le palier axial séparé (13) de l'unité rotative (1) est disposé, vu dans la direction
axiale, entre le propulseur et le rotor.
7. Système d'entraînement selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le rotor (4) et/ou le stator (5) sont encapsulés de manière étanche grâce à un tuyau
fendu constituté d'un matériau électriquement non conducteur ou d'une masse de coulage.
8. Système d'entraînement selon l'une quelconque au moins des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'un récipient de compensation de pression est affecté au rotor (4) et/ou stator (5)
encapsulé de manière étanche.
9. Application d'un entraînement selon l'une quelconque des revendications précédentes
pour système d'entraînement de navire Pod et/ou pour système d'entraînement d'un submersible.