[0001] Die Erfindung betrifft eine Fliehkraft-Gleitschleifmaschine mit einem stationären
Behälterteil und einem den Boden des stationären Behälterteils bildenden Bodenteil,
welches drehbar gelagert und mittels eines Antriebs in Rotation versetzbar ist, wobei
zwischen dem Bodenteil und dem stationären Behälterteil ein Spalt gebildet ist, dessen
Breite mittels einer Einrichtung zur Einstellung der Spaltbreite veränderbar ist.
[0002] Fliehkraft-Schleifmaschinen stellen eine spezielle Ausgestaltung von Schleifmaschinen
dar und werden auch als Tellerschleifmaschinen bezeichnet. Sie umfassen ein ein- oder
mehrteilig ausgebildetes stationäres Behälterteil und ein in der Regel im Wesentlichen
schalenförmig ausgestaltetes Bodenteil, den sogenannten Teller, welches drehbar gelagert
und mittels eines Antriebs relativ zu dem Behälterteil in Rotation versetzbar ist.
Solche Fliehkraft-Gleitschleifmaschinen finden zur Oberflächenbearbeitung von insbesondere
verhältnismäßig kleinen Werkstücken (beispielsweise Schrauben, Nadeln, Stifte, Schmuckstücke
etc.) Verwendung, welche gemeinsam mit einem Bearbeitungsmedium in Form von Schleif-
und/oder Poliergranulat - sofern eine Nassbearbeitung der Werkstücke erwünscht ist
gegebenenfalls unter Zusatz eines flüssigen Bearbeitungshilfsmediums, wie Wasser,
Tenside oder dergleichen - in Rotationsbewegung versetzt werden. Dies geschieht durch
Drehung des Bodenteils relativ zu dem stationären Behälterteil, so dass das Schleifgut
mit dem Granulat nach außen bewegt wird, bis es auf die Innenwandung des stationären
Behälterteils auftrifft, wo es wieder abgebremst wird. Durch von unten nachströmendes
Material stellt sich eine umlaufende Bewegung ein, welche eine intensive Schleif-
bzw. Polierwirkung verursacht. Das Schleif- oder Poliergranulat kann dabei je nach
zu behandelnden Werkstücken unterschiedlichster Natur und z.B. natürlichen Ursprungs
(z.B. aus organischem Material, wie Walnuss- oder Kokosnussschalen, Holz, Kirschkern
etc.), mineralischen Ursprungs (z.B. Silikaten, Oxiden etc.) und/oder synthetischen
Ursprungs (z.B. Kunststoffen) sein.
[0003] Zwischen dem stationären Behälterteil und dem drehbaren Bodenteil ist üblicherweise
ein Spalt - bzw. genauer: ein Ringspalt - gebildet, um einerseits einen Verschleiß
der beiden relativ zueinander bewegten Teile möglichst zu vermeiden. Andererseits
ist dieser Spalt im Falle einer gewünschten Nassbearbeitung der Werkstücke erforderlich,
um das flüssige Bearbeitungshilfsmedium entweder von unten durch den Spalt hindurch
in den Behälter zu leiten, oder das flüssige Bearbeitungshilfsmedium wird dem Behälter
von oben, z.B. mittels eines Schlauches, zugesetzt und durch den Spalt hindurch wieder
abgeführt. Sofern ein Einleiten des Bearbeitungshilfsmediums in den Behälter durch
den Spalt vorgesehen ist, so geschieht dies in der Regel dadurch, dass ein Flüssigkeitsreservoir
vorgesehen ist, in welchem das Bearbeitungshilfsmedium mit einem vorgegebenen Druck
beaufschlagbar ist, so dass es durch den Spalt hindurch in den Behälter einführbar
ist. Von dort kann es beispielsweise über eine zentrale Entwässerung im Bereich des
Bodenteils wieder abgeführt werden. Sofern das Bearbeitungshilfsmedium von oben in
den Behälter eingeleitet und durch den Spalt hindurch abgeführt wird, so kann dies
im Wesentlichen drucklos infolge Schwerkraft erfolgen.
[0004] Zwar wird bereits versucht, den Spalt so gering wie möglich zu halten, damit die
Schleif- bzw. Polierkörper des Bearbeitungsmediums infolge der Rotationsbewegung des
Bodenteils möglichst nicht in den Spalt hineingeraten oder gar durch den Spalt nach
außen gepresst werden, jedoch ist je nach Betriebsbedingungen der Fliehkraft-Gleitschleifmaschine
häufig ein Spalt mit einer Spaltbreite in der Größenordnung von etwa 0,1 mm bis etwa
0,5 mm noch erforderlich, was dazu führt, dass keine sehr kleine bzw. dünne Werkstücke
bearbeitet, solche Werkstücke durch Einklemmen im Spalt beschädigt werden können und
auch die kleinste Partikelfraktion der Schleif- bzw. Polierkörper eine gewisse Größe
nicht unterschreiten dürfen. Ein Eindringen der Schleif- bzw. Polierkörper in den
Spalt führt wiederum zu einem Verschleiß sowohl des stationären Behälterteils als
auch des drehbaren Bodenteils, welcher sich mit zunehmender Spaltbreite progressiv
entwickeln kann, da mit zunehmendem Verschleiß immer größere Partikel in den Spalt
eindringen und zugleich an beiden Spaltflächen Schleifeffekte bewirken können.
[0005] Um einen solchen in dem Spalt auftretenden Verschleiß zu verringern und auf diese
Weise die Standzeit des Bodenteils zu erhöhen, ist es beispielsweise bekannt, die
Spaltbreite mittels einer zentralen, an einer zentralen Antriebswelle des Bodenteils
angeordneten Einrichtung zur Einstellung der Spaltbreite zu variieren (
DE 43 11 689 A1). Eine derartige Spaltverstellung erfordert jedoch die Einhaltung engen Toleranzen
im Bereich des Axiallagerspiels der Antriebswelle und ist somit aufwändig und teuer.
[0006] Aus der
DE 195 42 541 A1 ist eine Fliehkraft-Gleitschleifmaschine bekannt, deren zwischen dem stationären
Behälterteil und dem drehbaren Bodenteil gebildeter Spalt unter Wirkung eines elastischen
Mittels, wie einer Gleitdichtung, einer Dichtungslippe oder einer Feder, verschlossen
ist, so dass der Durchtritt eines flüssigen Bearbeitungshilfsmediums bei der Nassbearbeitung
in Abhängigkeit von dessen Druck gegen die Kraft des elastischen Mittels die Spaltbreite
bestimmt. Ein Nachteil einer derartigen Fliehkraft-Gleitschleifmaschine besteht darin,
dass der Ringspalt sowohl bei der Trockenbearbeitung als auch bei der Bearbeitung
von Werkstücken, deren Durchmesser gegenüber der Spaltbreite relativ groß ist, so
dass in dem Spalt gar kein Verschleiß infolge von in diesen eindringende Werkstücke
erfolgen kann, stets von dem elastischen Mittel verschlossen ist, so dass das an dem
rotierenden Bodenteil entlang gleitende elastische Mittel einem ständigen Verschleiß
unterworfen ist und der Antrieb des Bodenteils ständig gegen einen Reibungswiderstand
anfährt.
[0007] Der
EP 0 791 430 A1 ist eine Fliehkraft-Gleitschleifmaschine mit einem stationären Behälterteil und einem
relativ zu diesem drehbaren Bodenteil entnehmbar. Ersteres ist mit einer Innenauskleidung
aus Polyurethan (PU) versehen. Im Bereich des zwischen dem stationären Behälterteil
und dem drehbaren Bodenteil gebildeten Spaltes ist zwischen der Innenwandung des Behälterteils
und der PU-Auskleidung ein Kompressionselement angeordnet, welches entweder von einer
porösen Gummiplatte oder von einem Luftspalt gebildet sein kann. Das Kompressionselement
macht es im Falle einer thermischen Ausdehnung des Behälterteils bzw. insbesondere
dessen PU-Auskleidung und/oder des Bodenteils möglich, dass die PU-Auskleidung in
Richtung des Kompressionselementes von dem Spalt fort - d.h. nach außen - ausweicht,
so dass der Spalt nicht mehr verengt oder gar verschlossen wird. Indes ist abgesehen
von der relativ aufwändigen und somit teuren konstruktiven Ausgestaltung eine Einstellung
der Spaltbreite mit einem solchen Kompressionselement nicht möglich.
[0008] Eine weitere Fliehkraft-Gleitschleifmaschine ist aus der
US 4 939 871 A bekannt, deren stationäres Behälterteil von einem Sammelbehälter zur Aufnahme des
flüssigen Bearbeitungshilfsmediums getragen ist. Zur Einstellung des zwischen dem
rotierbaren Bodenteil und dem stationären Behälterteil gebildeten Spaltes sind zwischen
dem Behälterteil und dem unterhalb desselben vorhandenen Sammelbehälters wiederum
Expansionselemente vorgesehen, welche entweder von einem ringförmigen, hydraulisch
oder pneumatisch verformbaren Schlauch oder von mehreren, um den Umfang des Behälterteils
verteilt angeordneten Bälgen gebildet sein können, deren Länge gleichfalls hydraulisch
oder pneumatisch veränderbar ist, um die Spaltbreite einstellen zu können. Darüber
hinaus können die Expansionselemente von einem elastischen Ring gebildet sein, welcher
mittels das stationäre Behälterteil und den Sammelbehälter durchsetzenden Spannschrauben
vorbelastet ist. Auch diese Lösung ist in konstruktiver Hinsicht verhältnismäßig aufwändig
und teuer und erfordert überdies zwingend einen separaten Sammelbehälter, welcher
das Bodenteil aufnimmt. Letzteres führt auch dazu, dass die Expansionselemente derart
ausgelegt sein müssen, dass sie praktisch das gesamte Gewicht der eigentlichen Fliehkraft-Gleitschleifmaschine
zu tragen vermögen. Entsprechendes gilt für die Auslegung der Hydraulik- oder Pneumatikleitungen,
welche den hierzu erforderlichen Drucken des Druckfluides standhalten müssen. Schließlich
besteht während des Betriebs von Fliehkraft-Gleitschleifmaschinen grundsätzlich die
Gefahr, dass es aufgrund des rotierenden Bodenteils und der in dem Behälter umgewälzten
Schleifmischung zu Schwingungen kommt, welche bei der Lösung gemäß der
US 4 939 871 A zu periodischen Veränderungen der Spaltbreite führen, weil die elastischen Expansionselemente,
welche das stationäre Behälterteil tragen, aufgrund ihrer notwendigen Elastizität
die Schwingungen nicht oder zumindest nicht ausreichend aufzunehmen vermögen.
[0009] Die
DE 198 43 366 B4 beschreibt schließlich eine Fliehkraft-Gleitschleifmaschine, dessen stationäres Behälterteil
und/oder deren drehbares Bodenteil eine elastische Auskleidung aufweist, innerhalb
welcher ein mit einem einstellbaren Druck beaufschlagbares Expansionselement angeordnet
ist, so dass die Spaltbreite mit zunehmendem Innendruck des Expansionselementes verringerbar
ist. Obgleich sich eine solche Ausgestaltung in der Praxis bewährt hat und eine wirksame
Spaltverstellung gewährleistet, ist die konstruktive Ausgestaltung einschließlich
der erforderlichen hydraulischen oder pneumatischen Mittel zur Druckbeaufschlagung
des Expansionselementes relativ aufwändig und teuer.
[0010] Der Erfindung liegt die daher Aufgabe zugrunde, eine Fliehkraft-Gleitschleifmaschine
der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass die Spaltbreite des zwischen
dem stationären Behälterteil und dem drehbar gelagerten Bodenteil vorhandenen Ringspaltes
in einfacherer und somit kostengünstigerer, aber gleichwohl effektiver Weise exakt
variierbar ist.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Fliehkraft-Gleitschleifmaschine der
eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Einrichtung zur Einstellung der Spaltbreite
ein zumindest einen Abschnitt des Außenumfangs des stationären Behälterteil umgreifendes
Kompressionselement mit veränderbarem Umfang umfasst, und dass die Wandstärke und/oder
das Material des stationären Behälterteils zumindest in dem von dem Kompressionselement
umgriffenen Bereich derart gewählt ist, dass sein Querschnitt durch Komprimieren des
Kompressionselementes reversibel verkleinerbar ist.
[0012] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung ermöglicht eine besonders einfache und kostengünstige
Verstellung der Spaltbreite des zwischen dem stationären Behälterteil und dem rotierenden
Bodenteil gebildeten Ringspaltes, indem das außenseitig des stationären Behälterteils
angeordnete und dieses zumindest teilweise umgreifende Kompressionselement durch Verkleinern
von dessen Umfang reversibel, d.h. elastisch, verformt wird, wobei die umfängliche
Wandung des stationären Behälterteils im Falle einer Kompression des Kompressionselementes
elastisch radial nach innen verformt wird und den Spalt entsprechend verkleinert.
Umgekehrt wird der Ringspalt vergrößert, wenn der Umfang des Kompressionselementes
vergrößert wird und sich die umfängliche Wandung des stationären Behälterteils hierdurch
wieder elastisch radial nach außen verformt bzw. "zurückstellt". Dabei macht die Erfindung
jegliche im Innern des Behälters oder in Innenbeschichtungen desselben angeordnete
hydraulische oder pneumatische Einrichtungen mit entsprechendem Zubehör, wie Druckleitungen
etc., entbehrlich.
[0013] Die Spaltbreite des zwischen dem stationären Behälterteil und dem drehbaren Bodenteil
gebildeten Ringspaltes sollte vorzugsweise zumindest in einem Bereich zwischen etwa
0,1 mm und etwa 1 mm, insbesondere zwischen etwa 0,1 mm und etwa 0,5 mm, veränderbar
sein, wobei selbstverständlich auch größere Spaltbreitenintervalle möglich sind. In
jedem Fall kann die Spaltbreite im unbelasteten Zustand des stationären Behälterteils
- d.h. ohne die komprimierende Wirkung des Kompressionselementes - im Wesentlichen
der größten gewünschten Spaltbreite entsprechen, um sie unter der Wirkung des Kompressionselementes
durch Verändern von dessen Umfang auf den gewünschten Betrag verkleinern zu können.
[0014] Um eine gleichmäßige, radial nach innen gerichtete elastische Verformung des stationären
Behälterteils unter der Wirkung des Kompressionselementes und somit eine möglichst
konstante Breite des Ringspaltes zu erzielen, sieht eine vorteilhafte Ausgestaltung
vor, dass das Kompressionselement das stationäre Behälterteil um einen Umfangsabschnitt
von wenigstens 75%, insbesondere von wenigstens 90%, vorzugsweise im Wesentlichen
vollständig, umgreift.
[0015] Darüber hinaus kann im Hinblick auf eine möglichst gleichmäßige, radial nach innen
gerichtete elastische Verformung des stationären Behälterteils unter der Wirkung des
Kompressionselementes vorgesehen sein, dass das Kompressionselement in seinem das
stationäre Behälterteil umgreifenden Bereich dem stationären Behälterteil im Wesentlichen
vollständig anliegt. Alternativ kann das Kompressionselement selbstverständlich auch
über mehrere, um den Umfang des stationären Behälterteils insbesondere gleichmäßig
bzw. etwa äquidistant verteilt angeordnete Bereiche dem stationären Behälterteil anliegen,
wobei der Abstand dieser Kontaktbereiche hinreichend klein gewählt werden sollte,
um eine elastische Verformung der umfänglichen Wandung des stationären Behälterteils
nach innen zu erreichen, so dass die Wandung vollumfänglich elastisch um denselben
radialen Abstand nach innen verformt und folglich ein gleichmäßiger Ringspalt gebildet
wird.
[0016] Zu diesem Zweck kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen sein, dass
das Kompressionselement einen zu dem Außenumfang des stationären Behälterteils im
Wesentlichen komplementären Innenumfang aufweist.
[0017] Darüber hinaus kann zu diesem Zweck vorgesehen sein, dass das Kompressionselement
nachgiebig, z.B. elastisch, ausgestaltet ist, um sich dem Außenumfang des stationären
Behälterteils anpassen zu können.
[0018] Gemäß einer Ausführungsform des Kompressionselementes kann vorgesehen sein, dass
der Umfang des Kompressionselementes hydraulisch, pneumatisch und/oder hydropneumatisch
veränderbar ist. Das hydraulische, pneumatische und/oder hydropneumatische Kompressionselement
kann in diesem Fall beispielsweise in Form eines das stationäre Behälterteil umgreifenden
Schlauches gebildet sein, welcher mit Fluiddruck beaufschlagbar ist, was z.B. durch
den Anschluss des Schlauches an ein Druckfluidreservoir geschehen kann, wobei beispielsweise
ein Steuerventil zur Einstellung des für die jeweilige elastische Verformung des stationären
Behälterteils, welche der jeweils gewünschten Spaltbreite entspricht, erforderlichen
Druckes im Innern des Schlauches dient. Eine Erhöhung des Innendrucks des Schlauches
führt folglich zu einer radialen Aufweitung desselben, was wiederum in einer elastischen
Verformung der Umfangswandung des stationären Behälterteils radial nach innen unter
Verkleinerung des zwischen diesem und dem drehbaren Bodenteil vorhandenen Ringspaltes
resultiert.
[0019] Gemäß einer alternativen Ausführungsform des Kompressionselementes kann vorgesehen
sein, dass der Umfang des Kompressionselementes mechanisch, insbesondere mittels einer
mechanischen Verstelleinrichtung, wie beispielsweise wenigstens einer Schraube, veränderbar
ist. Eine solche Ausführungsform stellt eine besonders einfache und kostengünstige
Ausgestaltung der Erfindung dar und kommt gänzlich ohne hydraulische oder pneumatische
Einrichtungen aus.
[0020] Der Umfang des mechanischen Kompressionselementes kann hierbei motorisch, insbesondere
elektrisch, veränderbar sein, wobei zweckmäßig eine gesteuerte motorische Einstellung
vorgesehen sein kann. Umfasst die Verstelleinrichtung beispielsweise eine oder mehrere
Spannschrauben, so können diese z.B. mittels eines Elektromotors gesteuert angetrieben
sein.
[0021] Das mechanische Kompressionselement kann hierbei beispielsweise nach Art einer Schlauchschelle
ausgebildet sein, welche den Außenumfang des stationären Behälterteils umgreift und
mittels einer Verstelleinrichtung der vorgenannten Art unter Verkleinerung ihres Umfangs
spannbar ist. Aus den weiter oben genannten Gründen kann eine solche Schlauchschelle
insbesondere nachgiebig ausgebildet sein.
[0022] Darüber hinaus ist es denkbar, dass das mechanische Kompressionselement nach Art
einer Kette mit mehreren, relativ zueinander schwenkbaren Gliedern ausgebildet ist,
wobei zumindest eine Schwenkachse der Kettenglieder zweckmäßig im Wesentlichen parallel
zur Längsmittelachse des Behälters der Fliehkraft-Gleitschleifmaschine angeordnet
sein sollte, damit sich ein jedes Kettenglied dem stationären Behälterteils von außen
anzulegen vermag.
[0023] Statt dessen kann das mechanische Kompressionselement beispielsweise auch in Form
von zwei gegeneinander verspannbaren Halbringen, vorzugsweise mit einer dem Außenumfang
des stationären Behälterteils im Wesentlichen entsprechenden Innenkontur, ausgebildet
sein, wobei die Halbringe z.B. jeweils etwa den halben Umfang des stationären Behälterteils
umgreifen und ebenfalls nachgiebig oder auch im Wesentlichen starr ausgestaltet sein
können. Eine Verstelleinrichtung der vorgenannten Art kann in diesem Fall dazu dienen,
die Halbringe unter elastischer Verformung des stationären Behälterteils radial nach
innen gegeneinander zu verspannen. In beiden Fällen kann das mechanische Kompressionselement
z.B. aus Metall, wie Aluminium Stahlblech oder dergleichen, gefertigt sein. Eine entsprechende
Ausgestaltung wäre alternativ selbstverständlich auch mit Drittel-, Viertelringen
etc. denkbar.
[0024] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann ferner vorgesehen sein, dass das Kompressionselement
in dem axialen Bereich des zwischen dem drehbaren Bodenteil und dem stationären Behälterteil
gebildeten Spaltes angeordnet ist, so dass sich der zwischen dem stationären Behälterteil
und dem drehbaren Bodenteil gebildete Ringspalt auf etwa demselben axialen Niveau
befindet wie das Kompressionselement.
[0025] Das stationäre Behälterteil kann darüber hinaus ein Widerlager zum Anschlag gegen
das Kompressionselement aufweisen, um es auf einfache Weise an einer geeigneten Position
an dem stationären Behälterteil anbringen zu können, wie insbesondere im Bereich des
axialen Niveaus des zwischen diesem und dem drehbaren Bodenteil gebildeten Spaltes.
[0026] Um dem stationären Behälterteil zumindest in seinem von dem Kompressionselement umgriffenen
Bereicht die erforderliche Elastizität zu verleihen, kann es beispielsweise zumindest
in seinem von dem Kompressionselement umgriffenen Bereich oder selbstverständlich
auch gänzlich aus Kunststoff, insbesondere aus Polyurethan, gefertigt sein. Indes
kommen auch andere Materialien, wie Metall bzw. Metalllegierungen einschließlich Stahl,
Aluminium oder dergleichen, in Betracht, wobei es dem Fachmann ohne weiteres, z.B.
auf experimentellem Wege, möglich ist, die für das jeweilige Behältermaterial erforderliche
Wandstärke des stationären Behälterteils zu ermitteln, welche bei dem Elastizitätsmodul
des jeweils gewählten Behältermaterials die notwendige elastische Verformung, z.B.
innerhalb der weiter oben erwähnten Spaltbreitenintervalle, desselben möglich macht.
[0027] Wie eingangs angedeutet, bietet sich die Erfindung insbesondere - wenn auch nicht
notwendigerweise - für solche Fliehkraft-Gleitschleifmaschinen an, bei welchen außenseitig
des zwischen dem stationären Behälterteil und dem drehbaren Bodenteil gebildeten Spaltes
ein mit dem Spalt korrespondierendes Reservoir zur Aufnahme eines flüssigen Bearbeitungshilfsmediums
vorgesehen ist, um eine Nassbearbeitung von Werkstücken zu gewährleisten. Das flüssige
Bearbeitungshilfsmedium kann in diesem Fall in als solcher bekannter Weise unter Druck
aus dem Reservoir durch den Spalt hindurch ins Innere des Behälters überführbar sein.
[0028] Darüber hinaus bietet sich die Erfindung insbesondere - wenn auch nicht notwendigerweise
- für solche Fliehkraft-Gleitschleifmaschinen an, bei welchen außenseitig des zwischen
dem stationären Behälterteil und dem drehbaren Bodenteil gebildeten Spaltes ein mit
dem Spalt korrespondierender Ablauf zur Abführung eines - beispielsweise von oben
in das stationäre Behälterteil zugesetzten - flüssigen Bearbeitungshilfsmediums vorgesehen
ist, um gleichfalls eine Nassbearbeitung von Werkstücken zu ermöglichen.
[0029] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Dabei zeigt die einzige
Figur:
eine Querschnittsansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Fliehkraft-Gleitschleifmaschine
mit einer Einrichtung zur Verstellung der Breite des zwischen ihrem stationären Behälterteil
und ihrem drehbaren Bodenteil gebildeten Ringspaltes.
[0030] Die in der Zeichnung wiedergegebene Fliehkraft-Gleitschleifmaschine umfasst ein stationäres
Behälterteil 1 sowie ein den Boden desselben bildendes, an einer zentralen, Welle
2 drehbar gelagertes Bodenteil 3, den sogenannten Teller, welches mittels eines nicht
gezeigten Antriebsmotors in Rotation versetzbar ist. Das Bodenteil 3 bzw. der Teller
ist z.B. etwa schalenförmig ausgebildet und weist ein mit einer verschleißfesten Innenbeschichtung
3b, z.B. aus Polyurethan, versehenes Tragteil 3a auf. Darüber hinaus kann das Bodenteil
3 mit sich nach innen bzw. oben erstreckenden Rippen oder Schaufeln 3c ausgestattet
sein, um die Übertragung einer Drehbewegung desselben auf das Schleifgut zu verbessern.
Das stationäre Behälterteil 1 kann seinerseits z.B. aus Polyurethan gefertigt oder
gegebenenfalls eine entsprechende Innenbeschichtung besitzen (nicht dargestellt),
wobei die Wandstärke des stationären Behälterteils 1 je nach seinem Material derart
gewählt ist, dass es eine gewisse elastische Verformbarkeit aufweist, wobei insbesondere
eine elastische Verformbarkeit der umfangs- bzw. mantelseitigen Wandung des Behälterteils
1 um zumindest etwa 1 mm oder mehr radial nach innen gewährleistet sein sollte.
[0031] Das stationäre Behälterteil 1 weist ferner unmittelbar oberhalb des periphären Randes
des Bodenteils 2 einen sich in Richtung des Bodenteils 2 hin verjüngenden Umfangsabschnitt
1a auf, um für eine gleichmäßige Förderung eines Bearbeitungsmediums in Form von Schleif-
und/oder Poliergranulaten während des Betriebs, während dessen das Bodenteil 2 rotiert,
entlang der Umfangswand des Behälterteils 1 nach oben zu sorgen, wobei das Granulat
gemeinsam mit den zu bearbeitenden Werkstücken infolge Fliehkräften nach oben gefördert
und noch in der Aufwärtsbewegung nicht unnötig abgebremst wird. Darüber hinaus ist
ein oberer Abschnitt des Behälterteils 1 innenseitig mit Rippen 1b versehen, welche
zu einer effektiveren Gleitschleifbearbeitung beitragen und sich im vorliegenden Fall
etwa senkrecht in Axialrichtung des stationären Behälterteils 1 erstrecken. Indes
sind solche Rippen 1b nicht zwingend erforderlich oder können diese je nach gewünschten
Bearbeitungsergebnis auch andersartig ausgestaltet sein, wie beispielsweise entsprechend
der
DE 102 53 883 B3.
[0032] Zwischen dem Bodenteil 3 bzw. Teller und dem stationären Behälterteil 1 ist ein Spalt
4 in Form eines Ringspaltes gebildet, welcher z.B. eine Breite von etwa 0,5 mm besitzt
und beim vorliegenden Ausführungsbeispiel bedarfsweise den Durchtritt eines flüssigen
Bearbeitungshilfsmediums gestattet, welches sich in einem außenseitig des Spaltes
4 angeordneten und mit diesem korrespondierenden Reservoir 5 befindet. Über einen
Anschlussstutzen 6 lässt sich das Reservoir 5 mit Druck beaufschlagen, um es durch
den Spalt 4 hindurch ins Innere des Behälters überführen zu können. Alternativ kann
ein entsprechendes flüssiges Bearbeitungsmedium dem stationären Behälterteil 1 z.B.
auch über seine obere Öffnung zugesetzt und durch den Spalt 4 hindurch aus dem Behälter
abgeführt werden, wobei der Anschlussstutzen 6 in diesem Fall zur Ableitung des flüssigen
Bearbeitungshilfsmediums dienen kann.
[0033] Die Breite des ringförmigen Spaltes 4 ist mittels einer Einrichtung 10 zur Verstellung
der Spaltbreite veränderbar, welche ein den Außenumfang des stationären Behälterteils
1 - im vorliegenden Fall im Wesentlichen vollständig - umgreifendes Kompressionselement
11 mit veränderbarem Umfang aufweist. Das Kompressionselement 11 liegt beim gezeigten
Ausführungsbeispiel dem stationären Behälterteil 1 außenseitig im Wesentlichen vollständig
an, um beim Verkleinern des Umfangs des Kompressionselementes 11 die mantelseitige
Wandung des Behälterteils 1 vollumfänglich elastisch um denselben radialen Abstand
nach innen zu verformen und folglich eine um den gesamten Umfang konstante Breite
des Ringspaltes 4 zu sorgen. Es besitzt hierzu einen zu dem Außenumfang des Behälterteils
1 etwa komplementären Innenumfang und ist insbesondere nachgiebig, beispielsweise
elastisch, ausgebildet, um sich dem Außenumfang des Behälterteils 1 anpassen zu können.
Der Umfang des Kompressionselementes kann insbesondere mechanisch, wie mittels einer
oder mehrerer Stellschrauben (nicht dargestellt), veränderbar sein, wobei das Kompressionselement
11 beispielsweise nach Art einer etwa bandförmigen Schlauchschelle, z.B. aus Aluminium,
Stahlblech etc., ausgestaltet sein kann.
[0034] Das Kompressionselement 11 ist auf einem axialen Niveau des stationären Behälterteils
1 um dessen Umfang verspannt, auf welchem sich auch der zwischen dem Behälterteil
1 und dem Bodenteil 3 vorhandene, ringförmige Spalt 4 befindet, wobei der Spalt 4
beim vorliegenden Ausführungsbeispiel etwa in der Mitte der in Axialrichtung betrachteten
Breite B des Kompressionselementes 11 angeordnet ist. Ein zum Anschlag gegen die in
der Zeichnung untere Stirnseite des Kompressionselementes 11 dienendes Widerlager
ist außenseitig der umfänglichen Wandung des stationären Behälterteils 1 in Form einer
umfänglichen Stufe gebildet, so dass ein einfaches und schnelles Anbringen des Kompressionselementes
11 an dem Behälterteil 1 an der geeigneten Position möglich ist.
[0035] Die gezeigte Einrichtung 10 zur Verstellung der Spaltbreite mit dem Kompressionselement
11 sorgt somit beim mechanischen Komprimieren bzw. Festziehen des Kompressionselementes
11 für eine elastische Verformung der umfänglichen Wandung des stationären Behälterteils
1 im Bereich des Spaltes 4 radial nach innen, wodurch die Spaltbreite bis hin zu einem
praktisch gänzlichen Verschließen des Spaltes verringert werden kann. Aufgrund der
Elastizität des Behältermaterials ist dieser Vorgang reversibel, d.h. im Falle eines
Lösend des Kompressionselementes 11 weitet sich das stationäre Behälterteils 1 wieder
unter Vergrößerung des Spaltes 4 radial nach außen auf.
1. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine mit einem stationären Behälterteil (1) und einem den
Boden des stationären Behälterteils (1) bildenden Bodenteil (3), welches drehbar gelagert
und mittels eines Antriebs in Rotation versetzbar ist, wobei zwischen dem Bodenteil
(3) und dem stationären Behälterteil (3) ein Spalt (4) gebildet ist, dessen Breite
mittels einer Einrichtung (10) zur Einstellung der Spaltbreite veränderbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (10) zur Einstellung der Spaltbreite ein zumindest einen Abschnitt
des Außenumfangs des stationären Behälterteil (1) umgreifendes Kompressionselement
(11) mit veränderbarem Umfang umfasst, und dass die Wandstärke und/oder das Material
des stationären Behälterteils (1) zumindest in dem von dem Kompressionselement (11)
umgriffenen Bereich derart gewählt ist, dass sein Querschnitt durch Komprimieren des
Kompressionselementes (11) reversibel verkleinerbar ist.
2. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltbreite in einem Bereich zwischen etwa 0,1 mm und etwa 1 mm, insbesondere
zwischen etwa 0,1 mm und etwa 0,5 mm, veränderbar ist.
3. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kompressionselement (11) das stationäre Behälterteil (1) um einen Umfangsabschnitt
von wenigstens 75%, insbesondere von wenigstens 90%, vorzugsweise im Wesentlichen
vollständig, umgreift.
4. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kompressionselement (11) in seinem das stationäre Behälterteil (1) umgreifenden
Bereich dem stationären Behälterteil (1) im Wesentlichen vollständig anliegt.
5. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Kompressionselement (11) einen zu dem Außenumfang des stationären Behälterteils
(1) im Wesentlichen komplementären Innenumfang aufweist.
6. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kompressionselement (11) nachgiebig ist, um sich dem Außenumfang des stationären
Behälterteils (1) anpassen zu können.
7. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang des Kompressionselementes (11) hydraulisch, pneumatisch und/oder hydropneumatisch
veränderbar ist.
8. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das hydraulische, pneumatische und/oder hydropneumatische Kompressionselement in
Form eines das stationäre Behälterteil (1) umgreifenden Schlauches gebildet ist, welcher
mit Fluiddruck beaufschlagbar ist.
9. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang des Kompressionselementes (11) mechanisch, insbesondere mittels einer
mechanischen Verstelleinrichtung, wie wenigstens einer Schraube, veränderbar ist.
10. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang des mechanischen Kompressionselementes (11) motorisch, insbesondere elektrisch,
veränderbar ist.
11. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das mechanische Kompressionselement (11) nach Art einer Schlauchschelle ausgebildet
ist.
12. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das mechanische Kompressionselement nach Art einer Kette mit mehreren, relativ zueinander
schwenkbaren Gliedern ausgebildet ist.
13. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das mechanische Kompressionselement in Form von zwei gegeneinander verspannbaren
Halbringen ausgebildet ist.
14. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Kompressionselement (11) in dem axialen Bereich des zwischen dem drehbaren Bodenteil
(2) und dem stationären Behälterteil (3) gebildeten Spaltes (4) angeordnet ist.
15. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das stationäre Behälterteil (1) ein Widerlager (7) zum Anschlag gegen das Kompressionselement
(11) aufweist.
16. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das stationäre Behälterteil (1) zumindest in seinem von dem Kompressionselement (11)
umgriffenen Bereich aus Kunststoff, insbesondere aus Polyurethan, gefertigt ist.
17. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass außenseitig des zwischen dem stationären Behälterteil (1) und dem drehbaren Bodenteil
(3) gebildeten Spaltes (4) ein mit dem Spalt (4) korrespondierendes Reservoir (5)
zur Aufnahme eines flüssigen Bearbeitungshilfsmediums vorgesehen ist.
18. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das das flüssige Bearbeitungshilfsmedium unter Druck aus dem Reservoir (5) durch
den Spalt (4) hindurch ins Innere des Behälters überführbar ist.
19. Fliehkraft-Gleitschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass außenseitig des zwischen dem stationären Behälterteil (1) und dem drehbaren Bodenteil
(3) gebildeten Spaltes (4) ein mit dem Spalt (4) korrespondierender Ablauf zur Abführung
eines flüssigen Bearbeitungshilfsmediums vorgesehen ist.