[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitseinrichtung, insbesondere zur Verbesserung
der Fälschungssicherheit von Zahlungsmitteln.
[0002] OSicherheitseinrichtungen werden beispielsweise zur Kennzeichnung von Markenprodukten
und insbesondere bei Zahlungsmitteln, wie Kreditkarten, Geldscheinen und dergleichen
eingesetzt. Bei Sicherheitseinrichtungen handelt es sich beispielsweise um von dem
menschlichen Auge sichtbare Sicherheitseinrichtungen, wie Hologramme. Auch sind für
das menschliche Auge nicht sichtbare oder nur unter speziellem Licht sichtbare Sicherheitseinrichtungen
bekannt, die beispielsweise durch in das Zahlungsmittel eingebrachte Farbpigmente
erzeugt sind. Trotz der Vielzahl bestehender Sicherheitseinrichtungen besteht dementsprechend
ein Bedürfnis der Entwicklung von fälschungssicheren Sicherheitseinrichtungen.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung eine weitere Sicherheitseinrichtung, bei der es
sich um eine optische Sicherheitseinrichtung handelt, bereitzustellen, durch die die
Fälschungssicherheit beispielsweise bei Zahlungsmitteln erhöht wird.
[0004] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0005] Die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung weist ein flächiges Lichtreflektionselement
auf. Bei diesem handelt es sich beispielsweise um eine Aluminiumfolie, eine Silberfolie
oder eine andere, eine Reflektion hervorrufende Metallfolie. Hierbei ist in bevorzugter
Ausführungsform ein Lichtreflektionselement vorgesehen, das eine hoch reflektierende
Oberfläche aufweist um möglichst geringe, insbesondere keine, Brechungs- und Beugungseffekte
vorzurufen. An einer Oberfläche des Lichtreflektionselements sind erfindungsgemäß
dreidimensionale diffraktive Oberflächenelemente angeordnet. Durch die Oberflächenelemente
erfolgt eine Beugung des an dem Lichtreflektionselement reflektierten Lichts. Die
Beugung des Lichts erfolgt hierbei in Richtung eines Betrachters, d.h. eines menschlichen
Auges, oder einer maschinellen Überprüfungseinrichtung.
[0006] Erfindungsgemäß sind die einzelnen Oberflächenelemente an einer Lichtaustrittsfläche
mit unterschiedlichen Beugungsgittern versehen. Bei einer Vielzahl von Oberflächenelementen
sind somit zumindest zwei unterschiedliche Beugungsgitter vorgesehen. Die Oberflächenelemente
sind zu einer Gruppe zusammengefasst, wobei die einzelnen Oberflächenelemente der
Gruppe derart ausgebildet und/ oder angeordnet sind, dass für den Betrachter bzw.
die Überprüfungseinrichtung ein Asterismus entsteht. Dies bedeutet, dass erfindungsgemäß
das einfallende und von dem Lichtreflektionselement reflektierte Licht von den Beugungsgittern
der Oberflächenelemente derart gebeugt wird, dass für den Betrachter ein Asterismus
entsteht. Hierbei kann es sich in einfachster Ausführungsform um eine einzige gerade
Linien handeln. Vorzugsweise weist der Asterismus jedoch mehrere, insbesondere sternförmig
angeordnete Linien auf. Die insbesondere mehrere Linien schneiden sich in einem einzigen,
insbesondere zentralen Punkt. Hierdurch entsteht ähnlich dem in der Mineralogie auftretenden
Asterismus ein Linienstern mit einem zentralen hellen Punkt. In der Mineralogie tritt
der Asterismus insbesondere bei Sternsaphiren, Sternrubinen und Sternkorunden auf.
Durch den Asterismus erfolgt somit eine Lichtkonzentration in Richtung des Betrachters
bzw. der Überprüfungseinrichtung.
[0007] In bevorzugter Ausführungsform kann von dem Betrachter bzw. der Überprüfungseinrichtung
der Asterismus in einem relativ großen Winkelbereich erkannt werden. Hierbei ändert
sich das Erscheinungsbild nicht, solange der Betrachter bzw. die Überprüfungseinrichtung
die Sicherheitseinrichtung innerhalb des Winkelbereichs betrachtet. Der Winkelbereich
beträgt vorzugsweise 90° ± 20° zu der Oberfläche des Lichtreflektionselements. Bevorzugt
ist es, dass der Asterismus innerhalb eines Winkelbereichs von 90° ± 45° und besonders
bevorzugt von 90° ± 60° erkennbar ist. Insbesondere für das menschliche Auge erfolgt
beim Verkippen der Sicherheitseinrichtung innerhalb des vorgegebenen Winkelbereichs
keine Veränderung des optischen Eindrucks. Insbesondere der helle zentrale Punkt,
an dem sich mehrere Linien des Asterismus schneiden, verändert seine Lage nicht oder
zumindest nur unwesentlich.
[0008] Die einzelnen Oberflächenelemente einer Oberflächenelementegruppe sind hierbei derart
ausgebildet und/ oder angeordnet, dass die durch die Beugung an der Austrittsfläche
hervorgerufene Abstrahlrichtung des Lichts einen Asterismus ausbildet.
[0009] Da die Auflösung des menschlichen Auges begrenzt ist, ist es erfindungsgemäß bevorzugt,
möglichst kleine Austrittsflächen der einzelnen Oberflächenelemente vorzusehen. Hierbei
sind Austrittsflächen von weniger als 30 µm
2 und besonders bevorzugt weniger als 25 µm
2 bevorzugt. Ferner ist es bevorzugt, dass die Abstände der einzelnen Oberflächenelemente
gering sind. Hierbei sind Abstände von 0 - 100 µm, vorzugsweise 0 - 50 µm bevorzugt.
[0010] Ferner ist erfindungsgemäß vorzugsweise der Abstand zwischen der Austrittsfläche
der Oberflächenelemente, an denen sich das Beugungsgitter befindet, und der Oberfläche
des Lichtreflektionselements gering. Insbesondere beträgt der Abstand 1 - 300 µm,
vorzugsweise 1 - 200 µm. Hierbei ist es besonders bevorzugt die einzelnen Oberflächenelemente
insbesondere gemeinsam durch Abformen eines Lacks herzustellen. Ein geeignetes Material
zur Herstellung der Oberflächenelemente bzw. einer Gruppe mehrerer Oberflächenelemente
weist vorzugsweise die folgende Zusammensetzung auf:
[0011] 11 g 1H,1H,2H,2H-Perfluoroctylacrylat wurden mit 8 g Dipropylenglykoldiacrylat, 0,1
g Irgacure
® 819 und 0,2 g Irgacure
© 184 der Firma Ciba Spezialitätenchemie Lampersheim GmbH vermischt. 60 µl dieser Mischung
wurde auf eine 2 x 2 cm große Nickelplatte aufgebracht, auf deren Oberfläche eine
Negativform eines Formkörpers mit Streuzentren ausgebildet ist. Anschließend wurde
ein 1 mm dickes und 1 x 1 cm großes Plättchen aus PMMA auf Oberfläche der Mischung
auf der Nickelplatte aufgebracht. Daraufhin wurde der so erhaltene Sandwich auf der
Nickelplatte mit dem dazwischen befindlichen Gemisch für 2 Sekunden UV-Strahlung einer
handlesüblichen UV-Quecksilberlampe ausgesetzt. Anschließend wurde das Substrat mit
der damit verbundenen gehärteten Abformzusammensetzung von der Negativ-Gussform entnommen.
[0012] Die hierbei entstehende Schichtdicke weist vorzugsweise 1 - 300 µm, insbesondere
1 - 200 µm auf. Besonders bevorzugt ist es den Lack zur Herstellung der Oberflächenelemente
unmittelbar auf das Lichtreflektionselement aufzutragen, abzuformen und beispielsweise
mit UV-Strahlung auszuhärten.
[0013] Zur Erzeugung des erfindungsgemäßen Asterismus weisen die Beugungsgitter der einzelnen
Oberflächenelemente vorzugsweise eine Frequenz auf, die kleiner ist als ¼ der Wellenlänge
des einfallenden Lichts. Vorzugsweise ist die Frequenz des Beugungsgitters kleiner
als 100 nm, insbesondere kleiner als 50 nm.
[0014] Das Beugungsgitter selbst weist hierbei vorzugsweise ein wellenförmiges Profil auf,
wobei die einzelnen Flanken des wellenförmigen Profils eine ungleichmäßige Flankensteigung
aufweisen können. Ebenso kann es sich aber auch um ein gleichmäßiges Sinusprofil,
ein Rechteckprofil oder ein Sägezahnprofil sowie um Kombinationen unterschiedlicher
Profile handeln.
[0015] Der erfindungsgemäß erzeugte Asterismus ist vorzugsweise durch das menschliche Auge
wahrnehmbar, so dass eine Überprüfung der Sicherheitseinrichtung und somit beispielsweise
eine Echtheitsüberprüfung eines Zahlungsmittels ohne Hilfsmittel möglich ist. Es ist
jedoch auch möglich, dass der Asterismus beispielsweise nur bei Verwendung von bestimmten
Wellenlängen bzw. Wellenlängenbereichen des einfallenden Lichts entsteht und beispielsweise
mehrere Lichtquellen erforderlich sind, die aus unterschiedlichen Richtungen beleuchten.
Hierbei handelt es sich insbesondere um aus unterschiedlichen Richtungen die Sicherheitseinrichtung
beleuchtende Punktlichtquellen. Der entstehende Asterismus kann sodann ggf. durch
eine optische Überprüfungseinrichtung erkannt werden.
[0016] Besonders bevorzugt ist es die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung mit anderen
Sicherheitseinrichtungen, die beispielsweise Hologramme oder dergleichen erzeugen,
zu kombinieren. Insbesondere kann die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung in eine
weitere optische Sicherheitseinrichtung integriert werden.
[0017] Die vorstehend beschriebene Anordnung von dreidimensionalen diffraktiven Oberflächenelementen
auf einem Lichtreflektionselement ist nicht auf Sicherheitseinrichtungen beschränkt.
Vielmehr ist eine derartige Ausgestaltung der Oberflächenelemente zur Erzeugung eines
Asterismus auch zur Anwendung bei anderen Reflektoren geeignet.
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
[0019]
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Sicherheitseinrichtung,
- Fig. 2
- eine schematische perspektivische Ansicht eines einzelnen Oberflächenelements,
- Fig. 3
- unterschiedliche schematische Darstellungen von für den Betrachter sichtbaren Asterismen.
[0020] Die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung weist ein Lichtreflektionselement 10
auf, bei dem es sich beispielsweise um eine Aluminiumfolie handelt. Das Lichtreflektionselement
10 ist mit einer Unterseite 12 auf einem zu sichernden Produkt, wie einer Kreditkarte,
einem Geldschein oder dergleichen angeordnet. An einer Oberfläche 14 des Lichtreflektionselements
sind eine Vielzahl von diffraktiven Oberflächenelementen 18 angeordnet. Die einzelnen
Oberflächenelemente 18 weisen eine Lichtaustrittsfläche 20 mit einem Beugungsgitter
auf. Vorzugsweise werden die einzelnen Oberflächenelemente 18, die zu einer Gruppe
an Oberflächenelementen zusammengefasst sind, gemeinsam hergestellt, indem ein Lack
auf die Oberfläche 14 des Lichtreflektionselements 10 aufgetragen und über ein Abformelement
die einzelnen Oberflächenelemente hergestellt werden. Hierbei wird vorzugsweise ein
Lack verwendet, der durch UV-Strahlung aushärtbar ist. Hierbei weist die Lackschicht
22 nach dem Ausformen der Oberflächenelemente 18 vorzugsweise eine Dicke d von 1 -
300 µm auf.
[0021] Einfallende Lichtstrahlen 24 werden, nachdem ggf. beim Eintreten in die Lackschicht
bereits eine Beugung erfolgte, an der Oberfläche 14 des Lichtreflektionselements 10
reflektiert. Beim Austreten aus den Oberflächenelementen werden die Lichtstrahlen
durch das an der Außenfläche 26 (Fig. 2) der einzelnen Oberflächenelemente 20 vorgesehene
Beugungsgitter derart gebeugt, dass sie sich in einem gemeinsamen Punkt 28 treffen.
[0022] Die Beugung erfolgt derart, dass, von oben betrachtet, in einfachster Ausführungsform
eine Linie 30 entsteht (Fig. 3a).
[0023] Ebenso ist es möglich, dass mehrere Linien 30 erzeugt werden (Fig. 3b, 3c), wobei
sich sämtliche Linien 30 in einem gemeinsamen zentralen Punkt 28 schneiden. Von dem
Betrachter ist somit ein Asterismus, wie beispielsweise in Fig. 3 dargestellt, sichtbar.
1. Sicherheitseinrichtung, insbesondere zur Verbesserung der Fälschungssicherheit von
Zahlungsmitteln, mit
einem flächigen Lichtreflektionselement (10),
an einer Oberfläche (14) des Lichtreflektionselements (10) angeordneten, dreidimensionalen
diffraktiven Oberflächenelementen (18) zur Beugung von an dem Lichtreflektionselement
(10) reflektiertem Licht in Richtung eines Betrachters oder einer Überprüfungseinrichtung,
wobei die einzelnen Oberflächenelemente (18) an einer Lichtaustrittsfläche (26) unterschiedliche
Beugungsgitter aufweisen,
wobei die Beugungsgitter einer Gruppe von Oberflächenelementen (18) derart ausgebildet
und/ oder angeordnet sind, dass für den Betrachter bzw. die Überprüfungseinrichtung
ein Asterismus entsteht.
2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstrahlrichtung der einzelnen Oberflächenelemente (18) eine Oberflächenelementengruppe
zur Erzeugung des Asterismus aufeinander abgestimmt ist.
3. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsfläche (26) eine Querschnittsfläche von weniger als 30 µm2, insbesondere weniger als 25 µm2 aufweist.
4. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der Austrittsfläche (26) der Oberflächenelemente (18) und der
Oberfläche (14) des Lichtreflektionselements (10) 1 - 300 µm, insbesondere 1 - 200
µm beträgt.
5. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenelemente (18) durch Abformen eines Lackes hergestellt sind, wobei
die Schichtdicke (d) 1 - 300 µm, insbesondere 1 - 200 µm beträgt.
6. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 5, wobei die Oberflächenelemente (18) einer Oberflächenelementengruppe
gemeinsam abgeformt sind.
7. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Beugungsgitter der Oberflächenelemente (18) eine Frequenz von weniger als ¼ der
Wellenlänge des einfallenden Lichts, vorzugsweise weniger als 100 nm, besonders bevorzugt
weniger als 50 nm aufweist.
8. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Beugungsgitter ein wellenförmiges Profil, insbesondere mit ungleichen Flankenneigungen
aufweist.
9. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Oberflächenelemente (18) 0 - 100 µm, insbesondere 0 - 50 µm beträgt.
10. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass der erzeugte Asterismus durch eine mechanische Überprüfungseinrichtung automatisch
erkennbar ist.
11. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass derselbe Asterismus bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln sichtbar ist.
12. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Betrachtungswinkel bezogen auf die Oberfläche (14) des Lichtreflektionselements
(10) 90° ± 20°, vorzugsweise 90° ± 45° und besonders bevorzugt 90° ± 60° beträgt.
13. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenelemente (18) in einem weiteren Sicherheitselement integriert sind.
14. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Asterismus mindestens eine gerade Linie (30) umfasst.
15. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Asterismus mehrere gerade Linien (30) umfasst, die sich in einem Punkt (28) schneiden.